Nr. 152 KrühauSgade
185. Jahrgang
Montag, 5. Juli 1955
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SietzenerAnzeiger
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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undfür denAn- zeigenteil i. D. Th.Kümmel sämtlich in Gießen.
L)er Reichskanzler spricht vor den Führern der GA, ÖÖ und des Stahlhelms. Das Wesen der deutschen Revolution und die Ausgabe ihrer Trager.
Berlin, 1. Iuli. (TU.) Die RSK. meldet aus Bad Reichenhall: Stürmisch von der seit Stunden trotz strömenden Regens ausharrenden Bevölkerung begrüßt, traf am Samstag der Führer in Reichenhall ein. Rach Begrüßung durch Stabschef Röhm ergriff der Führer das Wort zu einer großen, nahezu dreistündigen Rede, in der er grundlegend und richtungweisend das Wesen der deutschenRevo- lution und die Aufgaben ihrer Trager umriß. Einleitend führte er aus, daß diese Revolution nur Mittel zu einem höheren Ziel sei, und zwar zum Zwecke der Erhaltung und Sicherung des Lebens unseres Volkes. Zwei Arten von Revolutionen kenne die Geschichte: Solche der Ideen und solche der bloßen Gewalt. Auch bei weltanschaulichen Revolutionen müsse irgendeine Explosion Stockungen der Entwicklung beseitigen und Raum schaffen für die neue, als richtig erkannte Ideenwelt.
Jeder geisiigen, weltanschaulichen Revolution habe die Erziehung und jormung der Menschen zu folgen, zu dem Ideal, das dieser Revolution ihren Sinn gab. Rur dann könnten Revolutionen als gelungen angesehen werden, wenn sie neben ihren Trägern auch der Zeit den Stempel ihres Geistes und ihrer Erkenntnisse aufprägten. Der neue Staat sei dann ein Phan- tasieprodukl, wenn er nicht einen neuen Menschen schaffe.
Seit zweieinhalbtausend Jahren seien mit ganz wenigen Ausnahmen nahezu sämtliche Revolutionen gescheitert, weil ihre Führer nicht erkannt hätten, daß das Wesentliche einer Revolution nicht die Machtübernahme, sondern die Erziehung der Menschen sei. — Es sei selbstverständlich, daß Revolutionen Erschütterungen mit sich brächten, doch es komme darauf an, daß die beseitigte Staatsgewalt von einer neuen Autorität abgelöst werde. In diesem Zusammenhang zog der Führer einen vergleichenden Rückblick auf die großen Revolutionen der Weltgeschichte.
Die Revolution der nationalsozialistschen Bewegung habe die Bedeutung des Rasseproblems erkannt. Die Fragen des Führer- tums, des Sozialismus, der Autorität ufw. gingen alle auf die gleiche Wurzel des Blutes und des Bolkstums zurück. Unsere Revolution könne ihren letzten Sinn nur daran haben, diese Erkenntnis zu verwirklichen und nach ihnen das Leben des deutschen Volkes zu gestalten.
An Stelle der aus rein ökonomischen Gesichtspunkten heraus gebildeten bürgerlichen politischen Führungsschicht müsse wieder eine art - und blutmähig bedingte politische Führcrauslese ausgebaut werden. Sozialismus sei nichts anderes als natürliche Ordnung eines Volkes nach seinen angeborenen Fähigkeiten. Gelinge es uns, eine solche politische Führerschicht heranzubilden, die aus Blut und Herkunft, aus Zähigkeit und Veranlagung den An- spruch habe zu führen, dann werde die deutsche Revolution für Jahrhunderte das Gesicht der deutschen Zukunft prägen.
Aus diesen grundsätzlichen Erkenntnissen ergebe sich das konkrete Ziel unserer Revolution: Ordnung im Innern als Vorbedingung zur Entfaltung der Kraft nach außen.
Folgende Phasen der nationalsozialistischen Revolution seien zu unterscheiden:
1. Die Vorbereitung des Kampfes.
2. Die Erringung der politischen Macht, die heute nahezu abgeschlossen sei.
3. Die Herstellung dessen, was mit der Totalität des Staates bezeichnet wird: Die nationalsozialistische Bewegung müsse diesen Staat zum Träger ihres Geistesgutes machen.
4. Die Lösung des Arbeitsproblems, auf die heute alle Kräfte konzentriert werden mühten. Sie sei für das Gelingen unserer Revolution letzten Endes ausschlaggebend.
Aber auch die Lösung dieser Frage habe zur Voraussetzung die Erziehung des deutschen Menschen im Gei st e des Rationalsozialismus. Das sei die vornehmste Aufgabe der SA.-Führung, deren Verantwortung jährlich Hunderttausende junger Menschen anvertraut würden. Die SA.-Führer müßten eine Garde bilden, die unerschütterlicher Träger unserer Gedankenwelt sei, damit von hier aus das ganze Volk dann durchdrungen werden könnte. Spartanische Einfachheit und Härte gegen sich selbst müsse die Führer auszeichnen, damit der Geführte sich willig und gern der Autorität unterordnet.
Rach der Machtübernahme gelte es nun, auch alle willensträger der deutschen Revolution, insbesondere die politischen Kampfver- **änbe z u einer Einheit zu vec- schmelzen. SA. und Stahlhelm haben sich jetzt zu fernerem gemeinsamem Kampf die Hände
gereicht. Ls gebe dabei nicht Sieger und Besiegte. Sieger dürfe allein nur das deutsche Volk sein. Am die kommenden schweren Zeiten zu meistern, müßten sie zu einer ver- schworenen-Gemeinschaft werden, die aus Leben und Tod zusammensieht.
Dieses Heer politischer Soldaten der deutschen Revolution wolle niemals unser Heer ersetzen oder in Konkurrenz zu ihm treten. Das Reichsheer allein fei Waffenträger der Nation. Er sei überzeugt, daß die Armee von sich aus auf dem Boden der Weltanschauung des neuen Staates stehe und jederzeit zu seinem Schutze vor ihn treten werde.
Nochmals aut das Verhältnis oon SA. und Stahlhelm eingehend, wandte sich der Führer an die anwesenden Stahlhelmführer. Er erwarte, daß sie dem Bunde so beitreten, wie er zwischen ihm und dem Stahlhelmführer Seldte beschlossen worden sei. Gemeinsam mit den SA.- und SS.-Kameraden seien sie berufen, stahlhart, kühn, zähe und beharrlich, aber auch in unerschütterlicher und eiserner Disziplin zum Führer den großen Gedanken der nationalsozialistischen Revolution bis zum endgültigen Siege weiter zu tragen. Wenn alle so handelten, wenn alle Führer der SA., SS. und des Stahlhelms sich ihrer Verantwortung bewußt seien, sehe er mit völliger Ruhe in die Zukunft.
Der Führer schloß seine von ungeheurer Gedankentiefe und Willenskraft getragene Rede mit einem besonderen Dank an die SÄ. und SS. für ihre beispiellosen Opfer und ihrem Kampf, dem das deutsche Volk so viel zu verdanken habe. Unser deutsches Volk, unser Deutsches Reich und unsere nationalsozialistische Bewegung Sieg-Heil!"
Sichtlich ergriffen trat nun Stahlhelmführer Reichsarbeitsminister Seldte herzu und gab ein zugleich erschütterndes und erhebendes Treuegelöbnis ab: „Adolf Hitler habe den größten Vertrauensbeweis gegeben, den ein Mann über-
Berlin, 1. Iuli. (TU.) Am Samstag begann, wie die RSK. meldet, in Bad Reichenhall die große SA.-Führertagung, zu der aus dem ganzen Reiche sämtliche höheren SA. - Führer erschienen waren, um zum erstenmal seit der staatlichen Reuordnung von der inneren Geschlossenheit der braunen Sturmbataillone der deutschen Revolution Zeugnis abzulegen. In Gegenwart des Reichsstatthalters von Bayern, General Ritter von Epp, und des Stabsleiters der PO., Dr. Leh, eröffnete
Stabschef Röhm
die Tagung mit einer Ansprache, in der er u. a. ausführte, daß dieser 1. Iuli deshalb ein historischer Tag in der Geschichte der deutschen Revolution sei, weil er die straffste Zusammenfassung aller dem (Seifte nach soldatischen Kräfte der deutschen Erhebung unter einheitlicher Führung zum weiteren Kampf für eine glücklichere Zukunft unseres Vaterlandes dokumentiere. In kameradschaftlicher Verbundenheit mit der Wehrmacht werden die braunen und feldgrauen Sturm- soldaten ihren Kampf weiterführen, bis zum großen Ziel, das für alle gemeinsam heiße,
Haupt geben könne. Er habe alle Schleier von seiner Seele gezogen und das ganze Sieben und Sorgen seines Herzens für das ganze deutjche Volk willenlos den Kameraden offenbart und dafür danke er ihm. Er fei bis zum Ende des vorigen Jahres des Führers Gegenspieler gewesen, sein Gegner aber nie! Er sei auf Wunsch des Generalfeldmarschalls am 30. Januar 1933 nüchtern und kritisch ins Kabinett eingetreten. In den fünf bis sechs Monaten gemeinsamer Arbeit habe er erkannt, daß Adolf Hitler Recht habe und stehe nun im Glauben und voll Vertrauen hinter ihm. Er bringe ihm dieses Zutrauen entgegen, solange er atme. Sieg-Heil Adolf Hitler!" schloß er seine Ausführungen.
Gegen jede Störung derOrdnung
München, 2. Juli. (TU.) lieber die Rede des Reichskanzlers am Samstag auf der SA.-Führer- tagung in Bad Reichenhall wurde am Sonntag ein bayerischer halbamtlicher Bericht aus- gegeben, der eine noch nicht mitgeteilte wichtige Stelle aus der Rede enthält. Danach erklärte Hitler, er werde rücksichtslos und brutal jeden Versuch unterdrücken, den Reaktion oder andere Kreise machten, die heutige Ordnung zu stürzen. Er werde aber auch rücksichtslos s i ch gegen eine sogenannte zweite Revolution wenden, da eine solche chaotische Folgen haben könnte. Was in den letzten 5 Monaten erreicht worden sei, das sei so ungeheuerlich viel, daß man es oft nicht begreifen könne. Man müsse in Ehrfurcht vor den gewaltigen Erfolgen der nationalfozialiftischen Bewegung jetzt alle Kraft daransetzen, diese Erfolge zu sichern durch weltanschauliche Festi- gung der Massen. Wer sich gegen die nationalsozialistische Staatsgewalt auflehne, der werde hart angepackt werden, ganz gleich, wo er sich befinde.
der nationalsozialistische deutsche Staat der Ehre und Kraft.
Stahlhelmführer Seldte
gab feiner Freude über die Einladung zu dieser gemeinsamen Führertagung Ausdruck, durch die Gelegenheit geboten werde, sich gegenseitig genauer kennen zu lernen, um dann gemeinsam weiter zu kämpfen. Er habe der Eingliederung des Jungstahl- helm in die SA. zugestimmt, weil es in Deutschland nie mehr einen Bruderkampf geben dürfe. Sein Entschluß fei ihm erleichtert worden durch die große Persönlichkeit des Reichskanzlers und Führers Adolf Hitler, dem er aufrichtige Bewunderung entgegenbringe. Zur Einigung habe ferner die Erkenntnis beigetragen, daß d i e Zwecke und Ziele des Stahlhelm mit denen des Nationalsozialismus so eng verbunden seien, daß es nichts Trennendes zwischen Stahlhelm und SA. geben könne. So käme er mit seinen Kameraden vom Stahlhelm zu den braunen und schwarzen Kameraden von der SA. und SS. in der Ueberzeugung, daß beide sich nicht nur äußerlich zum Heile des Vaterlandes finden würden.
Die große KyWufer-Tagung in Potsdam.
Aufmarsch der Hunderttausend. - Bekenntnis zum neuen Deutschland.
Das festlich geschmückte, im Zeichen der großen Kyffhäusertagung stehende Potsdam erlebte am Sonntag, den gewaltigen Aufmarsch von mehr als 3 0 000 K r i g s t ei l ne h - mern und Veteranen, die aus ganz Preußen zum 16. Abgeordnetentag des preußischen Landeskriegerverbandes und zur 43. Hauptversammlung der deutschen Krieger-Wohlfahrts- gemeinschaft herbeigeeilt waren, um auf dem Boden dieser alten Stoldatenstadt
zum erstenmal seit der Unterstellung des Bundes unter den Reichskanzler Adolf Hitler in geschlossener Front im Geiste der alten Armee das Gelöbnis unverbrüchlicher Treue zum neuen
Deutschland
abzulegen. Zusammen mit den Tagungsteilnehmern und ihren Angehörigen sind über 100 000 Menschen nach Potsdam gekommen. Die Veranstaltungen begannen mit einem Festgottes- dienst im Lustgarten, dem sich die feierliche Kranzniederlegung in der Gruft der Garnisonkirche anschloh. Im Lustgarten sammelten sich die vielen Kriegerverbände um ihre Fah- I nen, bis der große Vorbeimarsch seinen Anfang | nahm. Zweieinhalb Stunden zogen unter den
Klängen zweier Reichswehrkapellen die Verbände im Paradeschritt vor dem Präsidenten des Kyff- häuserbundes, General v o n H o r n, vorbei. Am Hauptportal der Garnisonkirche hielten zwei Posten in der Uniform friderizianischer Grenadiere Wache. An der Spitze des Zuges marschierte eine Ehrenkompanie der Reichswehr, die mehrere alte Regimentsfahnen aus der Garnisonkirche mitführte. Es folgten 8 0 umflorte Fahnen aus den verlorenen Gebieten.
Weiter schritten im Zuge Ehrenabteilungen der SA., der Schutzpolizei und des Stahlhelm. Nach der Kyffhäuserjugend, die vom Feldlager an der Ravensburg kam, der Hauptzug: Die 30 000 Vertreter der einzelnen Kreiskriegeroer- bände. Im Stadion, wo der Zug endete, hielt Bundespräsident General der Artillerie a. D. von Horn eine Ansprache, die mit einer Ehrung der Gefallenen des Weltkrieges durch Kranzniederlegung am Stadiondenkrnal verbunden war. General von Horn führte u. a. aus: „Jahrhundertelang war Potsdam das Symbol des Preußentums. Heute ist es zum Sinnbild d e s in allen Stämmen geeinten deutschen Reiches geworden. Ein heiliger Frühlingssturm hat alle Wolken hinweggefegt. Wohl niemals haben
Röhm und Seldte sprechen aufderReichenhMerSA.-Iührer-Lagung
die Glocken von Potsdam einen schöneren Früh- lingstag eingeläutet als an jenem 21. März. Endlich wißen wir, daß wir ein Stamm sind und eine Wurzel haben und uns darum zu einem Willen bekennen.
Die Freude, die uns erfüllt, ist zugleich ein Dank an Hindenburg, den Alten, der uns den freuen Glauben an Deutschland vorgelebt hat und an Hitler, den Jungen, der diesen Glauben in die Jugend hineintrug. Der Feldrnarschall und der Wann aus dem Schützengraben haben eine Schlacht geschlagen, die entscheidend ist für die deutsche Zukunft.
Im Gedanken an die toten Kameraden senken wir die Fahnen und geloben zu wachen und zu kämpfen in ihrem Geist, der nun auch wieder der Geist unserer Tage geworden ist. Gerade uns vom Kyffhäuserbund, die wir den Aufbruch der Ration kämpfend mit vorbereitet haben, erfüllt Inbel über den Sieg der nationalen Revolution unter dem Hakenkreuz. Darum auch hat sich unser Bund Adolf Hitler unterstellt, nicht aus Zwang, sondern weil er diesen Soldaten aus dem Schützengraben, der Deutschland zum Aufbruch führte, freiwillig bejaht, weil er sich eins fühlt mit der nationalsozialistischen Bewegung und in diesem Umbruch der Ration die Zukunft Deutschlands sieht. Ieht erst beginnt die Zeit, in der wir Frontsoldaten uns wieder heimisch fühlen können in unserem Staat.
Am Montag und Dienstag finden der eigentliche Abgeordnetentag des Landeskriegerverbandes und die Hauptversammlung der Kriegcr- wohlfahrtsgemeinschast statt. Mit Gruß und Treuegelöbnis an die Kriegervereine im Rheinland und an der Saar sind im Laufe des Sonntags in Potsdam vom Lustgarten und vom Stadion aus über 8000 Reisebrieftauben freigelassen worden.
Wie die Pressestelle des Kyffhäuserbundes mitteilt, richtete Reichskanzler Adolf Hitler an den Bundespräsidenten ein Schreiben, in dem er zum Ausdruck bringt, daß er sich a 1 s Frontsoldat den Bestrebungen des Kysf- Häuserbundes, der größten deutschen Soldawn- organifation, vor allem der Pflege der Tradition unseres ruhmreichen alten Heeres und der Heldentaten unseres Volkes besonders verbunden fühlt. Insbesondere versichert der Reichskanzler, daß ihm eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Kyffhäuserbundes stets am Herzen liegt.
Aufnahmefpem beim Stahlhelm
Grußpflicht zwischen Stahlhelm,SA.n. SS.
Berlin, 1. Iuli. Der Bundesführer des Stahlhelm, Reichsarbeitsminister Franz Seldte, hat folgenden Bundesbefehl an den Stahlhelm herausgegeben:
1. Im Zusammenhang mit meinem Abkommen mit dem Führer der nationalsozialistischen Bewegung, Adolf Hitler, ordne ich folgendes an: a) Die Kameraden der SA. und SS. sind i n derselben Form z u grüßen, wie die Kameraden des Stahlhelm.
b)3n Uniform mit Kopfbedeckung ist militärisch zu grüßen wie bisher.
c) Ohne Kopfbedeckung und in Zivil ist der Gruß durch Erhebung der rechten Hand zu erweisen, wie es in der Reichswehr und Polizei ebenfalls befohlen ist.
ck) Dieselben Ehrenbezeugungen sind den nationalsozialistischen Fahnen und bei Absingen des Horst-Wessel- Liedes zu erweisen,
e) Bei festlichen Veranstaltungen ist neben der schwarzweißroten und der alten Reichskriegsflagge dieHakenkreuz sahne zu zeigen.
2. Ich bestimme vom 1. Iuli ab eine Aufnahme- und Anmeldungssperre für den Stahlhelm (früher Kern- und Ringstahlhelm). Die aus der Zeit vor dem 1. Iuli 1933 vorliegenden Anmeldungen zum Eintritt in den Stahlhelm sind gemäß meinen früheren Vorschriften durchzuführen. — Der Iungstahlhelm und der Scharnhorst- B u n d werden von diesen Sperr-Anordnungen nicht betroffen.
Reue Bestimmungen über die Mitgliedersperre bei der RGOAp.
Berlin, l.Iuli. (ERB.) Der Reichsschah- meister der RSDAP. Schwarz hat folgend- Verfügung erlassen:
Von der Mitgliedersperre werden nicht betroffen:
Angehörige der Hitler-Iugend. welche das 18. Lebensjahr vollenden,
Angehörige der RSDO., wenn sie der RSBO. vom l.Mai 1933 an gerechnet mindestens ein halbes Iahr angehört haben,
Angehörige der RS. - Arbeitslager, wenn sie vom l.Mai 1933 ab ein halbes Iahe in einem Lager Dienst getan haben,
S A.- und SS. - Anwärter nach halbjähriger Dienstzeit, vom l.Mai 1933 ab gerechnet, Angehörige des Stahlhelms, wenn sie vom
1. Mai 1933 ab dem Stahlhelm ein halbes Jahr angehört haben.
Bei dieser Gelegenheit wird darauf hingewiesen, daß R e u a n g e m e l d e t e sich erst bann als Mitglieder der RSDAP. bezeichnen dürfen, wenn sie in den Besitz der von der Reichs-, leitung ausgestellten Mitgliedskarte gelangt sind.


