Ausgabe 
3.6.1933 Frühausgabe
 
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Ur. 128 Seübausgabe

185. Jahrgang

Samstag, 3. Juni 1933

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GietzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Frtedr. Wilh Lange. Verantwortlich iür Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfürdenAn» zeigenteil l D.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen.

Das Ergebnis der Berliner Transferbefprechnngen.

Kein Zweifel an der Sicherheit der Wahrung. Ohne deutschen Export keine Transfer­möglichkeiten. Die Fühlungnahme mit den Gläubigern geht weiter.

Berlin, 2. 3unt. (WTB.) Hebet die Trans- feruntctbalfungen, die während der letzten Tage in Berlin stattgcsundcn haben, macht d i e Reichsbank eine Mitteilung, in der es u. a. heißt.

Auf Einladung der Reichsbank haben in Berlin Unterhaltungen stattgefunden mit Bertretern der verschiedenen Gruppen der deutschen Auslands­gläubiger über das Transferproblem. Die Reichsbank hat ein umfangreiches Material über den deutschen Außenhandel und über die Devisen» und Schuldenlage vor» aelegt. Die Bertreter der Gläubigergruppen haben ihrerseits, ohne irgendwelche Borschläge zu machen, Tatsachen vorgetragen, die sich aus ihrer jeweiligen Situation ergeben, um bei den deutschen zuständigen Stellen über die Aus­wirkungen irgendwelcher- Einschränkung des Transfers gegenüber den vollen Schuldverpflich­tungen das richtige Berständnis herbeizuführen.

Das (Ergebnis der Diskussionen war allgemeine Mebereinftimmung darüber, daß die der Reichsbank noch zur Verfügung stehenden freien Gold- und Devisenreserven einen solchen Tief- stand erreicht haben, dah bei weiterem Rückgang die volle Funktion der Reichsbank als zentrales Rotenbankinstitut beeinträchtigt werden müßte, und daß es wünschenswert ist, diese Reserven schrittweise zu erhöhen, um dadurch die Reichsbank zu unterstützen in ihren erfolgreichen Bemühungen, die Stabilität der deutschen Währung fortzuführen. (Es wurde ferner anerkannt, daß das Absinken des deutschen Zahlungsbilanz-Veberschusses dazu zwingt, den Schutz und die Erweiterung des deutschen De­visenaufkommens zu erwägen.

Konkrete Vorschläge wurden nicht d er­geb r a cb t. Die Anwesenden billigten die Absicht, der Reichsbank, in gemeinsamen Erörterungen mit den Gläubigern gegenseitige Verständigungen und Abmachungen herbeizuführen. Die anwesenden Vertreter langfristiger Gläubiger ha­ben ein kleines dauerndes Komitee ein­gesetzt, um es der Reichsbank zu ermöglichen, die Beziehungen fortzuseyen, die die Reichsbant durch die Einberufung dieser Tagung herzustellen wünschte, ähnlich derjenigen Fühlung, die bereits mit den kurzfristigen Gläubigern durch die verschie­denen Stillhaltekomitees besteht

Die Teilnehmer erkennen an, dah d i e Still­halteabkommen einen wesentlichen Bei­trag bilden zurAufrechterhaltungdes deutschen internationalen Han­dels und Kredits und daß der deutsche Außenhandel und der handel der Welt a l s Grundlage für das Transferpro- p I e m angesehen werden müssen. (Eine dauernde Lösung der bestehenden Schwierigkeiten erfor­dert große Anstrengungen von feilen Deutsch­lands und ist ebenso weitgehend ab­hängig von der Haltung anderer Länder zu den Fragen des Güteraustausches. Denn letzten Endes können große internationale Schuldverpflichtungen nur erfüllt werden durch Warenbewegungen und Dienff- l e i ft u n g e tu Angesichts der wichtigen Stel­lung Deutschlands innerhalb der Weltwirt­schaft und angesichts der Größe seines Schul­denproblems, das zur Behandlung fleht, wird angenommen, daß eine der wichtigsten und dringendsten Ausgaben der w e 1 t w i r t - schastskonseren; sein wird, eine schnelle und dauernde Lösung des deutschen Trans­ferproblems zu erleichtern.

Erläuterungen Dr. Schachts.

Zu dieser Mitteilung der Reichsbank gab Reichsbankpräsident Dr. Schacht vor Vertretern der Presse einige Erläuterungen. Er betonte, daß nicht der leiseste Grund für eine Beunruhigung über d i e geld» und währungspolitischen Fragen vorhan­den sei; im Gegenteil, wenn die Reichsbank das Transferproblem angcpackt habe, so beweise sic damit, dah sie das Problem erkenne, nach Mit­teln und Wegen zu seiner Lösung suche und auch den Mut und die absolute Entschlossenheit dazu habe. Die Tatsache des neuen Regimes bürge dafür, daß dieses schwierige Problem auch wirklich gelöst werde.

Heber das Schuldenproblem sei bei der Transferaussprache nicht gesprochen worden, denn der deutsche Schuldner zahle seine Schul­den weiter, die Schwierigkeit sei nur die, ob er dafür von der Reichsbank die nötigen Devisen bekommen könne. Die Vertreter der Gläubiger hätten sich bemüht, alle Gegengründe darzulegen, die gegen ein Transfermora­torium Deutschlands sprechen.

Die Anerkenntnis aller (ßläubigeroertreter, daß der Devisen- und Goldbestand der Reichsbank einen Tiefstand erreicht Hobe und da­durch die Funktionsfähigkeik der Reichsbank gefährdet fei, bedeute für

die deutsche Auffassung eine große moralische Stühe.

3n diesem Zusammenhang betonte Dr. Schacht mit Rachdruck, daß die Stabilität der Reichs­mark über allen Zweifel erhaben sei. Trotzdem müsse die Reichsbank aber übereinen bestimmten Gold» und Devisenschatz verfügen können. Cs sei daher zu begrüßen, daß die Vertreter der Gläubigergruppen anerkannt hätten, daß die Reichsbank ein Recht darauf habe, eine Anreicherung dieses Bestandes eintre­ten zu lassen. Die Vertreter der Gläubigergruppen hätten ferner zugegeben, daß das Devisen­aufkommen nicht weiter zusammen­schrumpfen dürfe, sondern vermehrt werden müsse. Daß die Reichsbank für die Behandlung dieser Frage keine konkreten Vorschläge gemacht habe, hänge mit dem Sinn der Transfer­aussprache zusammen, solche Vorschläge könnten nur dann besprochen bzw. gemacht werden, wenn zwei Parteien da seien, die die nötigen Vollmachten hätten, um einen Vertrag ab­zuschließen. Schließlich sei von dem Gremium der Vertreter der Auslandgläubiger ausgesprochen worden, daß man zur Weiterführung des Schul­dendienstes die Möglichkeit haben müsse, im in«

ternakionalen Export das dazu not­wendige Geld zu verdienen; daß ein an­derer Weg auch für Deutschland nicht vorhanden sei, hätten die Gläubigervertreter selbst anerkannt. Die Weltwirtschafrskonferenz könne an dem Trans­ferproblem nicht vorübergchen, sie müsse viel­mehr nach Mitteln und Wegen suchen, um die Lösung zu fördern.Tut sie es nicht, dann sehe ich", erhärte Dr Schacht,für den internationalen Schuldend,enst sehr trübe."

Zum Schluß betonte Dr. Schacht noch einmal, daß in der Tatsache, daß der gesamte Devisen- oerkehr in Deutschland unter Kontrolle stehe und die Reichsbank ihren noch vorhandenen Gold- und Devisenbestand unbedingt schütze, eine absolute Gewähr für die Stabili­tät der Reichsmark liege. (Es sei völlig ausge­schlossen, daß Deutschland noch einmal gestatte, dah der Sparer und Arbeiter Inflationsverluste erleide. Die Reichsbank sei zu dem unwiderruf­lichen Entschluß gekommen, ein weiteres Ab­sinken des Gold- und Devisenbestands nicht mehr zuzulassen, und sie werde diesen Entschluß in kurzer Frist in die Tat umsehen.

Sie preußischen Milinien zur Wiederherstellung des Zerussbeamieninms.

Berlin, 2.3uni. (WTB. Funkspruch.- Amt­lich. Ministerpräsident Göring hat Richtlinien herausgegeben, nach denen das Gesetz zur Wieder­herstellung des Berufsbeamtenlums in der preußi­schen Verwaltung einheitlich durchgeführt werden soll. Die Richtlinien übertragen die Vorprüfung der Frage, ob dem Minister die Entlassung eines Beamten oder seine Versetzung in den Ruhestand vorgeschlagen werden soll, grundsätzlich den R e - gierungs- und Oberpräsidenten. Diese haben sich dabei der Mitarbeit der Gau­leiter der RSDAP. zu bedienen. 3hre Beteiligung wird die Gewähr dafür bieten, daß insbesondere in politischer Hinsicht alle Beamten, die das Gesetz treffen will, lücken­los erfaßt werden. Zu diesem Zweck hat grund­sätzlich jeder Beamte einen Frage­bogen auszufüllen, der über seine Per­sonalien sowie die seiner Eltern und Großeltern und über seine bisherige politische Betätigung Auskunft gibt- Der Beamte braucht jedoch seine arische Abstammung nur dann nachzu­weisen, wenn er nicht schon am 1. August 19 14 planmäßig angestellt war oder selbst Frontkämpfer oder Vater und Sohn eines im Kriege Gefallenen ist. Die höheren Beamten werden hierin einer schärferen Prüfung unterworfen. Sie ha­ben ausnahmslos die näheren Angaben über ihre Abstammung zu machen

Dem Denunziantentum wird dadurch be­gegnet, dah Angaben, die offensichtlich aus per­sönlicher Gegnerschaft oder aus anderen un­sachlichen Beweggründen entspringen, von vornherein auszuscheiden und ano­nyme Zuschriften unberücksichtigt zu lassen sind. Der Leiter der Behörde hat außerdem jedem Be­

amten, ton dem angenommen wird, dah er eine der Voraussetzungen des Gesetzes erfüllt, Gele­genheit zur Aeuherung über das gegen ihn Dorgebrachte au geben; nur in besonders be­gründeten Ausnahmefällen soll davon abgesehen werden.

Heber jeden Beamten, der nach Auffassung des Dehördenleiters auf Grund des Gesetzes aus dem Amte zu entfernen ist, ist d e m z u st ä n d i g e n Mini st er ein ausführlicher Bericht vorzulegen. Für alle leitenden Beamten der Zentralstellen und der Auhenbehörden ist das Ge­setz namentlich hinsichtlich der politi­schen Zuverlässigkeit, schärfer anzuwen­den als auf die Masse der Beamten, die oft nur dem ihnen gegebenen Beispiel gefolgt oder dem auf sie ausgeübten Druck erlegen und deshalb als Verführte anzusehen sind.

Ebenso wie die aktiven Beamten sollen nach denselben Richtlinien auch die Warte­st andsbeamtcn ersaht werden. Die Durch­führung des Gesetzes bei den Ruhestands­beamten bleibt Vorbehalten. Demnächst sind auch die entsprechenden Anordnungen für die Angestellten und Arbeiter des Staa­tes, der Selbstverwaltung und sonstigen öffent­lichen Körperschaften zu erwarten.

Der Minister betont, dah die Regierung der nationalen Erhebung bei der Durchführung des Gesetzes auf eine kleinliche Verfolgung gelegentlicher und unbedachter Aeuherungen kei­nen Wert lege, sondern vielmehr, in dem Stre­ben, zunächst noch abseits stehende Volksgenossen für die nationale Bewegung zu gewinnen, eine großmütige Behandlung poli­tisch andersgesinnter Arbeitnehmer wünsche

Bevölkerungspolitik und ORaffenpflege.

Aufklärungsarbeit als Stütze der gesetzlichen Maßnahmen.

Berlin, 1. 3uni. (ERB.) Der Leiter des ReferatsVolksgesundheit und Volkswohlfahrt" im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. med. E. Thomalla, gab einer Konferenz der ärztlichen Mitarbeiter der Ber­liner Tageszeitungen und der Herausgeber medi° Ainischer Korrespondenzen bedeutungsvolle Auf­schlüsse über die großen Ziele, die die Regierung der nationalen Revolution sich auf dem so über­ragend wichtigen Gebiet der Bevölkerungs­politik und Rassenpslege gesteckt hat.

Dr. Thomalla betonte die Notwendigkeit einer grundlegenden Hmgeftaltung der ärztli^yen 3our= nalistik und der medizinischen Berichterstattung in den Tageszeitungen, die im neuen Staat die wich­tigsten Erziehungsaufgaben mit zu leisten hätten. Vordringlich fei hier vor allem anderen das für Existenz und Zukunft unseres Volkes bedeutsamste Gebiet der Rassenkunde und Rassenhy­giene. Ein bedeutsamer Schritt sei bereits durch die Schaffung des Aulklärungsamtes für B e v o l k e r u n g s p o I i t i k und Rassen­pflege bei den ärztlichen Spiyenorganisationen getan, und es sei zu hoffen, daß sich eine enge Zu­sammenarbeit des Aufklärungsamtes mit der ärzt­lichen 3ournalistik ergeben werde.

Ministerialrat Dr. med. Conti gab sodann einen Ueberblick über die Forderungen und Ziele einer bewußt biologischen Politik. Die Erreichung einer für die Erhaltung unseres Volkes ausreichen, den Nachkommenzahl, ein qualitativ verbessertes Ausleseverhältnis und die Verhinderung der Raffenmischung mit uns fremden Rassen, seien die drei

großen Ausgaben der nächsten Zukunft, wobei den in Vorbereitung befindlichen gesetzlichen Maßnahmen Erziehung und Aufklärung voranzugehen hätten. Steigen müsse vor allem auch die Achtung vor der Mutter. Die unberechtigte Sorge vor einer Ueberoölterung müsse bekämpft werden. Auch die volkswirtschaftlichen Gesichtspunkte, wonach eine größere Kinderzahl d i e Masse der Konsu­menten steigere und damit der Arbeitslosig­keit entgegenarbeite, und das Verständnis dafür, daß eine Ueberalteruna unseres Volkes in weni­gen Jahrzehnten eine Gefährdung d e r Al­tersversorgung durch den Ausfall einer ge­nügenden Zahl gesunder Nachkommen mit sich brin­gen werde, mußten dem Volke nahegelegt werden. Gegenüber der bisher vorwiegend geübten Fürsorge für Minderwertige müsse d i e Fürsorge für hochwertige und durch den Lebens- kampf geschädigte Volksgenossen in den Vordergrund treten. Bedeutsam sei hier vor allem der Lastenausgleich für Kinder­reiche. Aus allen Gebieten, in Schulfragen, im Beamtenrecht, Steuerrecht, Erbrecht usw. müssen die Prinzipien der Rassenhygiene zum Durchbruch ge­langen.

Der Leiter des Ausklärungsamtes für Bevölke­rungspolitik und Rassenpslege Dr. med. Groß skiz­zierte dann die Aufgaben dieses Amtes. Insbeson­dere sei die Notwendigkeit der Erhöhung der Geburtenziffern und das Gefühl für den Wert des Gesunden und Starken dem Volke wieder einzuhämmern und für die mit einer bewußten Rassenpolitik verbundenen wirtschaftlichen Maßnah­men Verständnis zu erwecken.

Nie Hochzeit des ältesten Kronprinzenfohnes.

Der Stahlhelm brachte am Vorabend der Hochzeit dem Prinzen Wilhelm einen Fackel- z u g dar. Eine riesige Menschenmenge hatte sich in der Koblenzer Straße und in der Gegend des Hauses Salviati eingefunden. Als der Fackelzug vor dem Hause eintraf, erschienen Prinz Wil­helm und seine Braut, von 3ubel empfangen, auf der Straße und schritten die Front ab. Die Stahl­helmkapelle spielte den Zapfenstreich. Prinz Wil­helm dankte seinen Stahlhel mk'ame- raden für die Ehrung. Rachdem der Prinz ein Front-Heil auf das deutsche Vaterland aus­gebracht hatte, sang die Menge das Deutschland­lied. Rach dem Abmarsch des Stahlhelm eilten noch Hunderte von Menschen zu dem Brautpaar, um es zu beglückwünschen.

Die standesamtliche Trauung wird im Stadt­haus vollzogen. Bei der kirchlichen Hochzeit in der Schloßkirche wird eine Ehrenkompanie des Stahlhelms Spalier bilden. Rach der Hochzeit findet für die Hochzeitsteilnehmer ein Essen statt, und dann wird das Brautpaar die Hochzeitsreise antreten. Rach der Hochzeitsreise begibt sich das junge Paar aus das Gut des Prinzen in Schlesien. An der Hochzeit nehmen der Kronprinz und die Kronprinzessin nicht teil, dafür aber ein Mitglied des königlichen Hauses.

Ein Gachverständigen-Beirai für Bevölkerungs-undRasten- politik.

Berlin, 2. Juni. (WTB.-Funklpruch.) Der dauernd und bedrohlich zunehmende Geburten- rückgang, die Benachteiligung der erbgesunden Familien wie auch die mehr und mehr in Erschei­nung tretende Rassenmischung und Ent­artung der deutschen Familie erfordern die größte Aufmerksamkeit und Beachtung der Reichsregierung; um diese Entwickelung durch gesetz­lich zu tresfende Maßnahmen aufzuhalten und so- wohl quantitativ wie qualitativ den Bestand unseres Volkes zu sichern. Zur Unterstützung bei der Vor- Bereitung dieser Maßnahmen hat der Herr Reichs­minister des Innern an Stelle des im Jahre 1930 begründetenReichsausschu'jes für Beoölkerungs- fragen" einen f a ch v e i st ä n d i g e n Beirat fürBeoölkernngs-undRafsenpolitik" berufen, dem vorerst folgende Personen angehören werden: Dr. jur. Müller, Staatsminister a. D., Darmstadt, Buch, Major a. D., München, Braunes Haus; Dr. Burgdörfer, Direktor im Statisti­schen Reichsamt; Dipl.-Landwirt Darre, Führer der Deutschen Bauern- und Landwirtschaftsoerbände, Präsident des Deutschen Landwirtschaftsrates, Mün­chen; Prof. Dr. Günther, Jena; Dr. med. Dr. phil. h. c. Alfred Plötz, Herrsching am Ammersee; Dr. jur. Ruttke, Syndikus, Berlin; Pros. Dr. Spiethoff, Jena; Prof. Dr. Schultze, Naum­burg, M. d. R Börger, Berlin; Dr. Wagner, Führer der deutschen Aerzteschast, München; Frei- frau Charlotte von fabeln, S)alle, 2 Füh­rerin der FrauenbewegungDeutsche Frauenfront".

Eine Bodelschwingh-Kund- gebung in Berlin.

Berlin. 1. 3uni. (ERB.) Für den zum Reichsbischof der Deutschen Evangelischen Kirche berufenen D. Friedrich von Bodellchwingh fand im Bach-Saal eine Vertrauenskundgebunq statt. Superintendent G ö r n a n d t begrüßte die Ver­sammlung mit dem Wunsche, daß es D. von Bo- delschwingh gelingen möge, die auseinanderstre­benden Bewegungen des Kirchenvolkes zu eini­gen. Dann sprach Pfarrer Georg Merz, Do­zent an der Theologischen Schule in Bethel, über Bvdelschwingh und sein Lebcnswerk. Er zeichnete das Bild Bodelschwinghs. des großen