Ausgabe 
3.6.1933 Erstes Blatt
 
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kommen waren, das den 3. Bezirk abgefahren hatte. Die Handgranaten usw. konnten sicherge­stellt werden. Beim Absuchen des Müllablade­platzes fand die Polizei noch eine weitere Hand­granate und Munition. Trotzdem der Besitz der­artiger Sprengstoffe verboten ist, wird immer noch die Ablieferungspflicht verletzt. Auch ist es eine Llnverantwortlichkeit, Handgranaten usw. in einen Mülleimer zu werfen und mit dem Müll durch das städtische Auto abtransportieren zu lassen. Rur dem Llmstand, daß die noch voll­kommen unversehrten Handgranaten nicht in dos Getriebe des Müllautos gekommen sind, ist es zu verdanken, daß Menschenleben nicht zu Schaden gekommen sind.

Alle Personen, die Angaben machen können, wer die erwähnten Handgranaten usw- im Be­sitz hatte, werden gebeten, der Kriminalpolizei Gießen (Zimmer 42 des Polizeiamts) Mitteilung zu machen. Auf Wunsch werden diese Mitteilun­gen vertraulich behandelt.

Gauliedertag in Gießen.

Vom Sängergau Gießen-Stadt und Land im Hes­sischen Sängerbund wird uns geschrieben:

Die Bezirke 1 und 3 des Gaues begehen am Sonn­tag, 11. Juni, geschlossen ihren diesjährigen Gau - l i e d e r t a g in Gießen. Aus diesem Anlaß findet von 8.30 Uhr ab ein Wertungssingen in der Neuen Aula der Universität statt, an dem 22 Vereine, dar­unter zwei gemischte Chöre, teilnehmen werden, um je zwei selbstgewähtle Chöre vor einem unpartei­ischen Begutachter zu Gehör zu bringen. Im An­schluß an das Wertungssingen ist vor dem Haupt­eingang der Universität eine Kundgebung, bei der Massenchöre von annähernd 1000 Sängern zum Vortrag kommen werden. Um 14.30 Uhr findet eine kritische Besprechung über die Leistungen der ein­zelnen Bereine statt, womit die einfache, dem Deut­schen Liede geweihte Veranstaltung ihren Abschluß nimmt. Auf die heutige Anzeige sei hiermit hin­gewiesen.

Handelskammer und Bankenschluß bei Feiertagen.

Von der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns geschrieben:Veranlaßt durch mehrfache Klagen der Kaufmannschaft des Kammerbezirks und in der Erkenntnis, daß das völlige Schließen derBankenaneinemTagoorodernach den Feiertagen für die Geschäftswelt sich äußerst schädigend auswirkt, wird die Industrie- und Handelskammer durch den Deutschen Industrie- und Handelstag bei dem Reichswirtschaftsministerium Protest einlegen."

Daten für Montag, 5. Funi.

1826: der Komponist Karl Maria v. Weber in London gestorben! 1906: der Philosoph Eduard v. Hartmann in Groh-Lichterfelde gestorben.

Gicjjcner ^odjcnniartVireiie.

* Gießen, 3. Juni. Auf dem heutigen Wo- chenmarkte kosteten: Süßrahmbutter 1,40 Mark das Pfund, Landbutter 1,30, Kochbutter 1,10, Matte 20 bis 25 Pf. das Pfund, Wirsing (grün) 15, Rote Rüben 10, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 15, Spargel 25 bis 50, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 40 bis 45, Zwiebeln 15, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln (alte) 3, (neue) 12 bis 14, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 40, Stachelbeeren (unreif) 30, Obstmus 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 90, Sup­penhühner 70 bis 80; Tauben 40 bis 60 Pf. das Stück, Eier (inländische) 8 bis 9, Käse 5 bis 10, Blumenkohl 40 bis 60, Salat 8 bis 10, Salat­gurken 30 bis 40, Ober-Kohlrabi 12 bis 15, Lauch 5, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 25; Gelbe Rüben (neue) 15 Pf. das Bund, Radieschen 8 bis 10; Kartoffeln 2,30 Mart der Zentner.

Bornotizen.

T a g e s k a l e n d e r für Samstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Ich bei Tag und du bei Nacht.". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: Die Nacht gehört uns". Wiefecker Lichtspiele, 20.30 Uhr,r. P. 1 antwortet nicht."

Tageskalender f ü r 1. Fei ertag : Oberhesfischer Kunstverein, Turmhaus am Brand­platz, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Ich bei Tag und du bei Nacht." Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Die Nacht gehört uns." Wiefecker Lichtspiele, 16 und 20.30 Uhr: F. P. 1 antwortet nicht."

Tageskalender für 2. Feiertag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:8 Mädels im Boot" (erste Mädchenliebe). Astoria-Lichtspiele, Selters­weg:Die Nacht gehört uns." Wiefecker Licht- spiele, 20.30 Uhr:F. P. 1 antwortet nicht."

Fahrplanänderung. Bom Bahnhof Gießen wird uns mitgeteilt: Zur Herstellung des Anschlusses von P 784 S von Marburg in Gießen, Gießen an 0,19, wird P 1661 n 8 ab Montag, 5. Juni, spätergelegt. Er erhält von diesem Tage ab folgenden Plan: Gießen Pbf. ab 0,24, Wetzlar an 0,38. P 1661 verkehrt auch am Pfingstmontag, 2. Weihnachtsfeiertag 1933 und Ostermontag 1934.

* * Eine Schweinezwischenzählung findet am 7. Juni statt. Man beachte die heutige Be­kanntmachung der Bürgermeisterei.

50 Lahre Hasso-Menama.

Wenn am Samstag, 3. Juni 1933, feierlich die Glocken das liebliche Pfingstfest einläuten, dann werden aus allen Gauen Deutschlands ehemalige aktive Angehörige der Verbindung katho­lischer deutscher Studenten Hasso- Rhenania in Gießen hierher eilen, um das 5 0. Stiftungsfest mit ihr feierlich und wür­dig zu begehen.

Schon im Sommer 1882 hatte sich bei der Alma matar Ludoviciania eine Anzahl katholischer Stu­denten eingefunden, die Angehörige des CV. (Car- tellverbandes der katholischen deutschen Studenten­verbindungen) waren und die ihren Anschluß mit gleichgesinnten Studierenden hier suchten. Die Ka­tholikenversammlung im Herbst 1882 zu Frankfurt am Main gab dann den Anstoß, daß diese Studen­ten den Gedanken verwirklichten, auch hier in Gie­ßen den Versuch zu machen, wie er bereits in 11 anderen Hochschulstädten gelungen war, eine katho­lische Korporation ins Leben zu rufen.

Besonders stark wurde der Gedanke des Zusam­menschlusses gefördert, als mit den bereits anwe­senden, nunmehr schon verstorbenen Gründern cand. med. Wenzel und cand. jur. Brun sich hier Dr. phil. Merken immatrikulieren ließ, der mit Tat­kraft und Begeisterung sich für diesen Gedanken ein­setzte und die bekenntnisfreudigen katholischen Stu­denten zu einem engeren Zusammenschlüsse bewog. Der kleine Kreis Gleichgesinnter hat dann im Win­ter-Semester 1882/83 weiteren Zuwachs erhalten. Einer dieser- Erstgründer, Sanitätsrat Dr. Vogel, lebt noch in Mainz. Die Ideen wurden gefördert von angesehenen katholischen Bürgern, insbesondere von den inzwischen auch verstorbenen Herren Dr. Kübel und Bankdirektor Baron von Jungen- feit).

Man war in den ersten Ianuartagen 1883 soweit, die Gründung der freien Vereinigung als abge­schlossen betrachten zu dürfen, und entschloß sich, an dem denkwürdigen Gründungstage des aus dem Kriege 1870/71 mächtig erblühten Deutschen Reiches an die Oeffentlichkeit zu treten, Rektor und Senat die Gründung an diesem Tage bekanntzugeben und dem Rektor der Universität in Gießen die Statuten zur Genehmigung vorzulegen. Diese Genehmigung der Satzungen der Verbindung wurde am 20. Ja­nuar 1883 erteilt und damit die am 18. Januar 1883 erfolgte Gründung der Verbindung amtlich bestä­tigt. Zugleich wurde um die Aufnahme der Verbin­dung als freie Vereinigung in den CV. nachgesucht.

Ihren Namen entlehnte die Verbindung von un­terem lieben Rheinhessen und Rheinland, aus denen überwiegend die Mitglieder der jungen Verbindung stammten, und als Wahlspruch wählte sie:Nemi­nem time, neminem laede,Fürchte niemanden, aber verletzte auch niemanden" in der Erwartung, daß dieser Wahlspruch, zur Lebensregel für alle genommen, die Garantie für eine gedeihliche Ent­wicklung aller Verhältnisse bietet.

Wenn auch die Verbindung als farbentragende gegründet war, so trat sie doch zunächst mit ihren Farben nicht an die Oeffentlichkeit, sondern ver­schob dies bis zum Schlüsse des Winter-Semesters 1883/84. Erfahrungen an den anderen Hochschulen hatten gelehrt, daß die katholischen farbentragenden Verbindungen zunächst als ein Fremdkörper im Unioersitätsleben von den überwiegend aus schla­genden Verbindungen bestehenden Studentenkorpo­rationen angesehen wurden und deshalb vielen An­feindungen ausgesetzt waren. Es sollte also erst eine gewisse Stärkung im Inneren abgewartet werden, um nach außen hin erfolgreich in Farben auftreten zu können. Dies insbesondere deshalb, weil am 24. Juni 1883 das Katholizitätsprinzip ausgespro­chen worden und die Verbindung nunmehr auch als katholische Korporation durch das Rektorat geneh­migt war. Das feierliche zweite Stiftungsfest im Jahre 1884, begangen in den Tagen vom 16. bis 18. Januar, gab die erwünschte Gelegenheit, erst­mals in voller Couleur aufzutreten.

Daß die jung gegründete katholische Korporation mit Freuden von Studenten- und Bürgerschaft be­grüßt worden wäre, kann man nicht sagen, und daß

sie viele Kämpfe zu bestehen hatte und ihre Existenz öfters durch Vorgehen gegen sie bedroht war, ist eine Tatsache, die im Interesse der Wahrheit er- wähnt werden muß. Hierbei soll aber zugleich fest- §estellt werden, daß die Verbindung durch ihr Ver­alten sich in vollem Maße schon seit Jahrzehnten die Achtung von Studenten- und Bürgerschaft er­worben hat. Hart waren die Zeiten für die dama­ligen Angehörigen der Hasso-Rhenania, und man­cher hat jetzt noch ein Andenken an seinen Aufent­halt hier in Gießen als gut verheilte Wunde zu verzeichnen, die aber keinerlei Bitterkeit mehr aus­löst, sondern nur freudigen Stolz, daß Hasso-Rhena- nia sich doch trotz anfänglicher Kämpfe so durch­gesetzt hat. Mit dem Lehrkörper und den Behörden der Universität bestanden immer auf gegenseitigem Vertrauen und Achtung süßende guten Beziehungen.

Religion, Wissenschaft, wahre Lebensfreundschast, v-rbunden mit überzeugtem nationalen Denken und Handeln, sind die Prinzipien der Hasso-Rhenania von Anfang an gewesen.

Die Verbindung kann jetzt auf einen Bestand von über 200 Philistern in angesehener Stellung blicken. Aus den wenigen Leuten, die dse Gründung tätig­ten, ist im Laufe der Jahrzehnte eine der stärksten Korporationen in Gießen herangeblüht, die als ihr Heim das altbekannte und angesehene Restaurant Cafö Ebel", wo lange Jahre das Studentenheim untergebracht war, als ihr Eigentum erwerben konnte.

Die Jahre des Weltkrieges sind an der Verbin­dung, ebenso wie bei allen Korporationen, nicht ohne Verluste vorübergegangen. Alle Wehrfähigen standen im Felde, und soweit sie dies nicht tun konnten, dienten sie in der Heimat ihrem Vater- lande. Den Verlust von 21 Hasso-Rhenanen hat die Verbindung bei einer Kriegsteilnehmeranzahl von 148 Leuten zu beklagen. Aber die Verbindung ist stolz auf das Opfer, das ihre treuen Söhne ge­bracht haben.

Zu Ehren der gefallenen Studierenden im Welt­kriege wird die Verbindung am ersten Pfingsttage nach dem Gottesdienst an dem Gefallenendenkmal der Universität einen Kranz niederlegen und in Wehmut und Stolz aller Kriegsopfer, insbesondere auch der Universitäten, gedenken. Hierbei wird sie aber mit besonderem und verständlichem Stolze ihres lieben Cartellbruders Albert Leo Schla­ge t e r gedenken, dessen Todestag ganz Deutschland mit uns vor einigen Tagen feierte. Ihrer eigenen Kriegsopfer gedenkt die Verbindung bereits am Samstag früh. In der Pfarrkirche findet ein_ feier­liches Seelenamt statt, und am Sonntag früh soll eine kunstvolle Gedenktafel in dem Heim enthüllt werden.

Der freudigen Zusammenfindung der Gäste und Freunde der Verbindung ist der Samstagabend ge­widmet. Nach ernsten Beratungen am Samstag und Sonntag sollen auch die Damen der Verbindung zu einer Familienfeier im Gesellschastsverein sich zu- sammenfinden und dann am kommenden Montag die Alten und Jungen der Verbindung und die Gäste aus dem Verband ihre Freude bei einem Kommers haben.

Wie die Verbindung dem alten Reiche treu ge­dient hat und sich immer als national bekannte und erwies, so bekennt sie sich auch jetzt zu dem neuen Reiche mit Begeisterung und Treue, und sie tut dies deshalb um so freudiger, weil sie in der Persönlich­keit des Führers der nationalen Regierung eine Gewahr dafür sieht, daß alle Belange der Heran­wachsenden Jugend, insbesondere auch die der stu­dierenden, gefördert werden, weil ja die Jugend die Hoffnung des Volkes ist.

Wenn in diesen Tagen allüberall die gelb-weiß- roten Flaggen in der Stadt wehen, dann soll dies eine Aufforderung an die Kommilitonen und an die Bürgerschaft sein, dieses Fest des 50jährigen Be­stehens der Hasso-Rhenania mit ihr zu feiern und hierdurch zu bekennen, daß sie wie die Hasso-Rhena­nia allzeit von dem Gedanken beseelt waren und sind: Einer für alle, alle für einen. P.

** Die Einlösung der Gewerbe­scheine für 1 9 3 3 kann noch bis 10 Juni ohne weitere Kosten erfolgen. Man beachte die heutige Bekanntmachung des Finanzamts.

** Die Herbstmesse in Gießen betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei im heu­tigen Anzeigenteil. Interessenten werden besonders darauf hingewiesen.

** Einbruch in eine Gastwirtschaft. In der Nacht zum Freitag drangen Diebe in die Gastwirtschaft von B o p p zu Lang-Göns ein und entwendeten dort neben 7 Mark Wechselgeld etwa 12 Tafeln Schokolade und für einige Mark Zigaret­ten. Die Diebe kamen durch den Garten und ver­schafften sich durch Eindrücken einer Fensterscheibe Zutritt zum Gastraum. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Gendarmeriestation Gießen.

** Schwerer Unfall durch Blitzschlag. Aus dem Felde an der Straße Klein-LindenDuten­hofen ereignete sich am Donnerstag durch einen Blitzschlag ein schwerer Unglücksfall. Der 25 jährige

Landwirt Ludwig Weller aus Klein-Linden, der mit seinen Angehörigen damit beschäftigt war, Dick­wurz zu pflanzen, wurde plötzlich von einem Blitz­schlag der kurzen Gewittererscheinung zu Boden ge­worfen, wo er, schwer getroffen, bewußtlos liegen blieb. Auch eine ältere Frau, die in seiner Nähe arbeitete sowie zwei Kühe wurden zu Boden ge­worfen, ohne daß sie jedoch ernstere Verletzungen erlitten. Der junge Mann trug schwere Verbren­nungen, auch Fleischwunden davon, und wurde außerdem des Augenlichts beraubt. Ein zufällig mit feinem Kraftwagen des Weges kommender Arzt aus Herborn leistete dem Verunglückten die erste Hilfe unj^ rief ihn zunächst ins Leben zurück. Der be­dauernswerte junge Mann wurde dann in die Augenklinik gebracht. Man hofft jedoch, daß ihm das Augenlicht wiederkehren wird. Sein Zustand ist ernst.

** Die Erziehungsan st alt für Mäd­chen 3 u Arnsburg veranstaltet am 2. Pfingst- feiertag, 14 Uhr, ihr Jahresfest. Festredner sind

"Gießener Anzeiger") 3.6.19(33

Pfarrer Winterberg- Betzdorf uni cand. Hei­mann- Gießen. (Siehe Anzeige.)

** Obstmarkt in Ober-Rosbach. In Ober-Rosbach (Kreis Friedberg) findet Dom nächsten Dienstag ab um 18 Hljr Kirschen- und Erdbeer­markt statt. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen.

Staatssekretär Zung und Polizei» kommiffar Or. Best in Mainz.

WSR. Mainz, 2. 3uni. Staatsekretär Jung und Polizeikommissar Dr. Be st statteten heute der AusstellungHaus der Technik" einen Besuch ab. Rach Begrüßung durch den kommis­sarischen Oberbürgermeister Dr. Barth und den Hilfskommissar Saurmann unternahmen die Gäste unter Führung von Inspektor Berg von der AussteUungsleitung einen Rundgang durch die Stadt.

Lleberführungen

ins Konzentrationslager Osthofen.

WSN. Bad-Nauheim, 2.Juni. Am vorigen Sonntag wurde hier eine Anzahl von Personen in Schutzhaft genommen. Sechs von ihnen darunter drei langjährige Stadtratsmitglieder der SPD. sind jetzt nach O st Hofen in das Kon­zentrationslager verbracht worden.

Säuberungsaktion in einem Kommunistennest.

Biedenkopf, 2. Juni. (WSN.) Das benach­barte Dorf Endbach ist schon lange eine Hoch­burg der Kommunisten, auch jetzt noch mach­ten sich immer wieder kommunistische Um­triebe bemerkbar. Aus diesem Grunde unternahm die Landjägerei mit Hilfe von zwei SA.-Stürmen eine Durchsuchung des gesamten Ortes vor, nachdem das Dorf schon frühmorgens vollständig abgeriegelt worden war. Die Aktion hat sich sehr gelohnt. Neben einer großen Anzahl Schlag- und S ch i w a f f e n wurde zahlreiches b e l a st e n ° des Material hochverräterischen In­halts vorgefunden. Die festgenommenen Kommu­nisten mußten unter Bewachung durch SA.-Leute die S ch m i e r e r e i en, die sie an Steinbrüchen, Eisen- dahnüberführunaen usw. angebracht hatten, selbst wieder entfernen. Die Aktion verlief ohne Zwischenfälle.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

£. M. 100 Gießen. Sie müssen sich an das Hess. Ministerium des Innern, Abteilung für Arbeit und Wirtschaft, in Darmstadt, wenden.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 4. Juni: Die Meister­singer von Nürnberg. Anfang 17.30 Uhr. Montag, 5. Juni: Der Graf von Luxemburg. Anfang 19.30 Uhr. Dienstag, 6. Juni: Carmen. Anfang 19.30 Uhr. Mittwoch, 7. Juni: Der fliegende Holländer. Anfang 20 Uhr. Donnerstag, 8. Juni: Der Graf von Luxem­burg. Anfang 19.30 Uhr. Freitag, 9. Juni: Das Rheinaold. Anfang 20 Uhr. Samstag, 10. Juni: -Der Waffenschmied. Anfang 20 Uhr. Sonntag, 11. Juni. Die Walküre. Anfang 18 Uhr.

Schauspielhaus. Sonntag, 4. Juni: Schlier- feer Bauerntheater: Ehestreik. Anfang 20 Uhr. Mon­tag, 5. Juni, Dienstag, 6. Juni, Mittwoch, 7. Juni und Donnerstag, 6. Juni: Schlierseer Bauerntheater: Erster Klasse. Hierauf:s Jungfernweh. Anfang 20 Uhr. Freitag, 9. Juni, Samstag, 10. Juni, und Sonntag, 11. Juni: Nationalsozialistische Gastspiel­buhne Berlin: Der Wanderer von Dr. Josef Goeb­bels. Anfang 20 Uhr.

Wettervoraussage.

Das Hochdruckgebiet über Zentraleuropa hat sich weiter gekräftigt und wird die nächsten Tage das Wetter bestimmen. Wir haben daher schönes, sonniges und recht heißes Psingstwetter zu er­warten. Bei der starken Erhitzung des Festlandes ist allerdings späterhin die Möglichkeit zur Bil­dung von Wärmegewittern gegeben, die sich aber nur vorübergehend auswirken wird.

Vorhersage für Sonntag: Meist hei­ter, heiß und trocken.

Vorhersage für Montag: Fortdauer der Schönwetterlage, doch Bildung lokaler Wär­megewitter möglich.

Lufttemperaturen am 2. Juni: mittags 20,7 Grad Celsius, abends 14,8 Grad; am 3. Juni: morgens 13,8 Grad. Maximum 23,4 Grad, Minimum 7,0 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Juni: abends 22.3 Grad, am 3. Juni morgens 15,0 Grad. Sonnenscheindauer 14s Stunden.

Dunlop-Lrsolg im Avus-Rennen. Das Avus-Ren­nen der großen Wagen endete mit dem überlegenen Siege der von Varzi und Graf Czaykowski gesteuer­ten Bugatti auf Dunlop-Reifen.

Die Geschwindigkeit wurde gegenüber dem Tempo des Vorjahrssiegers um fast 12 Km. gesteigert (schnellste Runde 221,72 Km.). Trotz gewaltiger Lei« ftungsfteigerung durchfuhren die Sieger das lange Rennen ohne Reifenwechsel. 3447V

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