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3.3.1933 Erstes Blatt
 
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Wahlkundgebungen in Gießen.

NSDAP.

Die NSDAP.. Ortsgruppe Gießen veranstaltete gestern abend im Cafe Leib eine Wahlkund­gebung.

Bevor der Redner des Abends, Lehrer Klo­st e r m a n n. M. d. L., das Wort ergriff wurde ein Teil der Rede des Ministers Göring und des Reichskanzlers, Hitler durch Lautsprecher übertragen. Der Reichskanzler lehnte in seiner Rede den Marxismus mit aller Entschiedenheit ab und forderte das gesamte Volk auf, mitzu­helfen am Aufbau eines neuen Staates. Auch wenn man das Reichstagsgebäude niedergebrannt habe, so könne dadurch der Aufbau nicht gehin­dert werben, man werde nach Potsdam ziehen und an der Grabstätte der alten Könige einen neuen Staat aufbauen.

CRod* der Rede des Reichskanzler- wurde ein Film aus den Befreiungskriegen von 1813 vor­geführt.

Anschließend führte der hessische Landtags­abgeordnete Lehrer Klostermann, u.a. aus: Wir leben in einer großen und ernsten Zeit. Wenn jemand glaube, der 5. März sei dazu da, Mandate zu erringen, so habe er, selbst wenn er Nationalsozialist sei, die Zeit noch nicht er­kannt, denn 'wir ständen mitten in einer Revo­lution von ganz gewaltigem Ausmaße. 3n diesen Tagen werde die Revolution von 1848 zu Grabe getragen. Die heutige Revolution stehe auch in keinem Bergleich zu der vom Jahre 1918. 3m Jahre 1918 habe sich das fremde Rassentum in Deutschland eingenistet in dem Glauben, ohne Grund unter den Füßen regieren zu können. Der 9. November 1918 sei eine schwache Stunde ge­wesen. noch der wir dieses Glend durchzumachen hätten. Nur ein Mann habe den Ernst der damaligen Zeit erkannt und sich gegen diese Führung gestellt. Die zwei Millionen Tote wollte man vergessen, und da sei es gerade die NSDAP, gewesen, die immer wie­der sagte, diese Toten könnten nicht vergessen werden, weil sie die Voraussetzung für eine neue Zeit gegeben hätten. Die Frage der Toten sei eine Charakterfrage in Deutschland geworden. Nur durch Schwierigkeiten und Hindernisse würden Charaktere g schaffen, und weil man der NSDAP, allerlei* Schwierigkeiten entgegensetzte, wurde sie stärker und fester. Hitler schuf Charaktere und habe sich dadurch die Macht erobert. Wenn die NSDAP, auch im November dreißig Mandate verloren habe, so bedeute das nichts, denn wäre die« nicht geschehen, hätte ein 30. Januar 1933 nicht erstehen können.

Der 30.3anuar habe eine gigantische Stunde gebracht, und Millionen Hände streckten sich zum Schwur gen Himmel. Heute schon sei der Ge­danke Horst Wessels erfüllt und habe sich in die Tat umgeseht, denn vom Karl-Liebknecht-Haus in Berlin wehe heute die Hakenkreuzfahne.

Der Redner kam dann auf die deutsche Jugend zu sprechen und hob hervor, daß auch dies eine Charakterfrage sei. Es gehe alles darum, der deutschen Jugend wieder Arbeit und Lebensmög­lichkeit zu schaffen. Die NSDAP, wolle alles aus­rotten, was unser Volk in dieses Elend gebracht habe. Man habe einmal gesagt,dann werden Köpfe rollen", aber heute könnten die National, sozialisten fernen, daß es ihre Köpfe nicht seien. Die NSDAP, wolle einen neuen Staat bauen, ihn aber -nicht höher bauen als das Volk selbst sei. Alles, was sich in dieser Hinsicht in den Weg stellt, werde erbarmungslos beiseite gescho- ben. Vierzehn Jahre habe die NSDAP, gekämpft, um zu einer Stärke von 14 Millionen zu gelangen. Aber auch das sei noch nicht genug, denn der Führer habe einst gesagt, es müßten 40 Millio­nen und mehr werden. Darum heiße es kämpfen und immer wieder kämpfen.

Der Redner beschäftigte sich dann mit dem Reichshaushalt und erwähnte, daß wir 32 Mil­liarden haben müßten, um alles in Ordnung zu bringen. Dies seien aber die Einnahmen des Reiches von vier Jahren. Weiter kam er auf die Erwerbslosen zu sprechen und hob hier her­vor. daß 11 Millionen Menschen in Deutschland heute keinerlei Ertderb hätten. 3n all diesem Dlend komme nun ein Mann und sage, daß in vier 3ahren kein Deutscher mehr ohne Arbeit sei. Diesem Manne stellten sich Leute entgegen mit der Behauptung, dies sei kein Programm. Mit diesen Leuten sehe man sich aber nicht aus- einander.

Nur noch drei Tage seien es bis zu einer Ent­scheidungsstunde. Jeder müsse sich mit seiner eigenen Person einsehen, daß die NSDAP, aus diesem Kampf als Sieger hervorgehe. (Lebhafter Beifall.)

Anschließend wurde noch ein Film vorgeführt.

in dem Bilder aus der Bewegung, insbesondere von Aufmärschen und Kundgebungen, gezeigt wurden, bei denen der Führer der Bewegung sprach.

Deutsche Volkspartei.

Im Saale des GasthausesHindenburg" ver­anstaltete gestern abend die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Volkspartei eine Versammlung, in der der Landesvorsitzende für Hessen, Abg. Bürger- meister Dr. Niepoth - Schlitz, über die politische Lage und die Ziele der Deutschen Volkspartei bei der bevorstehenden Reichstags wähl sprach. Unter Hinweis auf den Brand im Reichstagsgebäude be­tonte der Redner die Wichtigkeit des entschiedensten Kampfes gegen den Bolschewismus. Es bezeichnete es als eine Selbstverständlichkeit, daß die Deutsche Volkspartei ihrer ganzen bisherigen Linie ge­treu auch bei diesem Kampfe mit aller Entschie­denheit auf der Seite derer stehe, die den Kom- munismus in Deutschland radikal vernichten wollen.

Der Redner beschäftigte sich dann mit der Politik des Kabinetts von P a p e n, die auf die Beseiti­gung einer überspitzten Demokratie, die Ausmer­zung der Auswüchse des Parlamentarismus, die Beseitigung des ungesunden Dualismus Preußen- Reich und den Aufbau einer gesunden Wirtschaft gerichtet war. Er betonte, daß die Deutsche Volks­partei diese Politik Papens stets unterstützt habe und auch heute noch als durchaus richtig und för­dernswert ansehe.

Rach einer kurzen Betrachtung der Kanzlerschaft des Generals von Schleicher beschäftigte sich der Redner mit der gegenwärtigen Reichsregierung Hitler-Hugenberg. Er betonte, diese Regie­rung der Zusammenfassung aller nationalen Kräfte entspreche durchaus der Grundauffassung der Deut­schen Dolkspartei. Für die DDP. sei es ganz selbst­verständlich, daß sie immer zu einer nationalen Re­gierung gehöre, weil die volksparteiliche Politik schon immer das Ziel der Zusammenfassung aller nationalen Parteien verfolgt habe. Der Redner be­tonte, er wolle die Tatsache, daß man bei der Re­gierungsbildung an der Deutschen Volkspartei vor­beigegangen sei, nicht weiter erörtern, er müsse ober Stellung nehmen gegen den Aufruf der Reichsregierung, in dem die politische Arbeit der letzten 14 Jahre in Bausch und Bogen verdammt werde. Er widersprach diesem Aufruf und wies da­bei u. a. auf die außenpolitische Befreiungsarbeit Stresemanns hin, durch die erst die eigentliche Grundlage für die Arbeit der späteren Regierun­gen geschaffen worden sei. In Uebereinftimmung mit der jetzigen Reichsregierung verurteile er jedoch die parteipolitischen Auswüchse auf den verschieden­sten Gebieten der Innenpolitik und forderte hier entschiedene Besserung.

3n längerer Betrachtung beschäftigte sich der Redner mit grundlegenden Fragen der Wirt­schaftspolitik, wobei er u. die Ungewißheit be­tonte, ob künftig wirtschaftspolitisch die Ansicht Hitlers, oder die Meinung Hugenbergs richtunggebend sein werde. Vorn nationalpoliti­schen Standpunkt aus billigte er die Osthilfe, er bedauerte jedoch die vorgekommenen Mißbräuche. Ferner erklärte er sich gegen die Ausdehnung des landwirtschaftlichen Vollstreckungsschuhes auf das ganze Reich, da hieraus dem Bauerntum im Westen nur kreditpolitische Schwierigkeiten, ja so­gar Kreditversagungeii erwachsen könnten. Der Redner sprach sich weiterhin gegen alle Autar­kiebestrebungen und gegen Kontingentierungen aus, dagegen betonte er die Notwendigkeit eines gerechten Ausgleiches zwischen den wirtschaft­lichen Interessen der Landwirtschaft und denen der Industrie, ferner die Dringlichkeit der Stär­kung der Kaufkraft der breiten Bevölkerungs­schichten, um dadurch den Absatz der landwirt­schaftlichen und der gewerblichen Produktion zu fördern. Weiter betonte er, daß unter allen Um­ständen alle Währungsexperimente unterbleiben mühten, damit das Vertrauen des Volkes zur Währung nicht ein zweites Mal erschüttert werde.

Als das Ziel 'der Deutschen Volkspartei im Wahlkampf bezeichnete er die Schaffung einer Mehrheit der nationalen Kräfts im Reichstag durch den Zusammenschluß aller Parteien und Gruppen, deren oberstes Gesetz für das politische Handeln immer der nationale Gedanke sei. 3n diesem Zusammenschluß wolle die DVP. unter den alten Farben Schwarz-Weiß-Rot immer das Gewissen der nationalen Konzentration fein. (Leb­hafter Beifall.)

Anschließend fand eine längere Aussprache statt, die grundsätzliche Uebereinftimmung mit den von dem Redner vorgezeichneten politischen Richt­linien ergab. Die Aussprache schloß der Vor­tragende, nachdem er u. a. auch auf das unver­brüchliche Eintreten der Deutschen Volkspartei für eine starke und von parteipolitischen Bestrebun­

gen Bönig reingehaltene Reichswehr hingewiesen hatte, mit einem durch langanhaltenden starken Beifall der Versammlung unterstrichenen, ent­schiedenen Bekenntnis zum Wiederaufbau,Deutsch­lands auf dem geistigen Gedankengut der natio­nalen Konzentration.

Zentrum.

In einer Wahlversammlung des Zentrums sprach gestern abend im Katholischen Dereinshaus der Landtagsabgeordnete Prof. S t o h r - Mainz. Sei­nen Ausführungen fei folgendes entnommen: Bei der bevorstehenden Wahl wolle man einen bestimm­ten Ausgang erreichen. Die Rückwirkungen auf das Ausland würden aber nicht ausblsiben. Die Regie- rung unter der Führung des Herrn von Papen habe kühne Wirtschaftspläne entworfen, der Erfolg sei aber sehr gering gewesen, da das Ausland unse- rer Stabilität nicht traue. Dem Mittelstand sei nicht geholfen worden.

Vor der gegenwärtigen Situation müßten aber leider Fragen der Wirtschaft in den Hintergrund treten zugunsten von Dingen von untergeordneter Bedeutung. Es gelte, ml* ruhig prüfendem, nüch­ternen Verstand an die Arbeit zu gehen. Man habe es begrüßt, daß die Wahlen so schnell angesetzt wurden und der Wahlkampf dadurch abgekürzt werde. Bisher müsse man leider noch das Pro­gramm des He/rn Reichskanzlers vermissen. Ratio­nale Begeisterung sei etwas großes und sei nötig, sie dürfe aber nicht nur im Herzen sitzen, sondern müsse auch in kritischer Beleuchtung standhalten können. Die Begeisterung müsse still, selbstbewußt, klar bleiben, müsse den Menschen befähigen, das Letzte an Kraft zu geben. Die Begeisterung dürfe auch nicht jäh zusammenbrechen aus irgend einem Anlaß.

Der Reichskanzler wolle die Beseitigung des Klas- senkarnpfes, wolle die Menschen national und so- zial verbinden. Das feien Gedanken, die das Zen­tum durchaus begrüße. Man müsse aber auch in ber Lage fein, dem Marxisten die Hand zu rei­fen, denn der Arbeiter sei nur durch Jahrhunderte lange Schuld der Besitzenden zum Manismus ge­drängt worden. Man müsse verführte Menschen zu überzeugen wissen und sie für eine stärkere Bru­derliebe und für dienende Funktionen gewin­nen. Der Mensch dürfe von den Besitzenden nicht mehr als eine Maschine, sondern müsse als Bru­der und als Mitglied einer großen Gemeinschaft betrachtet werden. Nicht jede Partei in unserem

Dnterlandc dürfe glauben, daß sie der Staat fei. denn das würde den Kampf aller gegen alle bedeuten.

Das Zentrum wolle der Volksgemeinschaft wahrlich nicht in den Rücken fallen, es habe auch nicht die Bildung der jetzigen Regierung hinter­treiben wollen. Man müsse aber zu verstehen versuchen, daß der Reichstag nicht so ohne wei­teres einer Regierung für ein Jahr Dlankovoll« macht erteilen könne. Das Zentrum habe der Re­gierung bei ihrem Antritt einige wichtige Fragen gestellt, die Regierung habe aber daraus nur ein Rein" herausgelcsen. Die Fragen feien dann nicht beantwortet worden.

Man spreche gegenwärtig von einem Reichs- kommissar für Hessen. Im Zusammenhang damit sei es unangebracht, davon zu sprechen, daß das Zentrum den MarrismuS schuhe. Das Zentrum habe lediglich in einer Arbeitsgemeinschaft mit der Sozialdemokratie gestanden im Interesse des Volkes. Die geschästsführende Regierung könnte schon längst abgelöst sein.

Das Ringen in der Gegenwart gehe um einen neuen Staatsbegriff, um eine neue Weltanschau­ung. In der neuen Regierung sei der Geist von Potsdam wieder lebendig geworden, der seine Vorzüge und auch seine Nachteile habe. Es müsse ernsthaft versucht werden, auch den Arbeite« dem Staat zuzuführen. Cs sei erfreulich, daß heute der Prinz neben dem Arbeiter sitzen könne und ihm vorbehaltlos die Hand reiche. Bei der NSDAP, werde aber die Dlutsverbundenheit etwas zu hoch erhoben: das Christentum müsse Höheres bedeuten. Das Zentrum wolle die Ver­fassung von Weimar sicherlich nicht verewigen, es wolle aber einen wahren Volksstaat, in dem Brüderlichkeit gepflegt und der Brüderlichkeit auch Opfer gebracht werden. Das sei aber nur möglich, wenn Dottesglaube lebe und wirken könne. Im Zentrum habe man immer den christ­lichen Glauben vorangestellt und Anträge nach christlichem Gewissen gestellt und verfochten. Das religiös untermauerte Volksideal sei das Ideal des Zentrums. So weit die deutsche Zunge klinge, solle das Volk einig sein. Das sei der Wunsch des Zentrums. (Lebhafter Beifall!)

Landkreis Gietzen.

* Alten-Duseck, 3. März. Am morgigen Samstag, 4. März, kann der Altbürgermeister Wilh. Körber in großer geistiger und körper­licher Frische seinen 8 8. Geburtstag feiern.

Wirtschaft.

Frankfurt weiter fest.

Frankfurt a. M., 3. März. (WTB. Draht- melbung.) Die feste Tendenz, die bereits gestern die Börse beherrschte, setzte sich auch heute fort, wobei man insbesondere auf die weitere Beruhi­gung in innerpolitifcher Hinsicht verwies. Dane­ben wirkte auch die Anlagenerhöhung bei den preußischen Sparkassen günstig nach, und auch die gebesserte Tendenz der deutschen Werte im Aus­land fand Beachtung. Dagegen blieb die Dis­konterhöhung in Neuyork um 1 auf 3,50 Prozent fast ohne Einfluß. Die Käuserfchichten, die gestern schon im Markte waren, sanden sich auch heute meist wieder ein, insbesondere wollte man wie­der in verstärktem Umfange das Rheinland da­bei beobachtet haben. Gegen die bereits befestigte Abendbörfe betrugen die durchschnittlichen Kurs­erhöhungen etwa 1 Prozent. Die Umsahtätigkeit wcrv in Anbetracht der bevorstehenden Wahl als recht lebhaft zu bezeichnen und man konnte wieder ziemlich viel Prämienabschlüfse per Montag bzw. Dienstag nächster Woche feststellen. Vermehrtes Interesse bestand wieder für 3G., die zunächst mit 112,25 Proz. um 0,75 Proz. höher eröffneten und dann auf 113,5 Proz. anzogen. Deutsche Erd­öl, Goldschmidt und Rütgerswerke lagen bis zu 1,25 Proz. fester. Stärkere Kursgewinne hatten am Clektromarkt besonders Licht & Kraft und Schuckert mit je plus 2 Prozent. Siemens ge­wannen 1, Gessürel 1,38 und APG. 0,63 Prozent. Sehr fest lagen Contigummi mit plus 3,75 Proz., wobei die Derwaltungsäußerung, daß mit einer unveränderten Dividende von 8 Proz. zu rechnen fei, befriedigte. Fest eröffneten u. a. noch Reichs­bank, Zellstoffaktien und Holzmann, die Erhöhun­gen bis zu 2 Proz. auftoiefen. Montanwerte lagen etwas ruhiger, jedoch ebenfalls von 0,5 bis 1 Pro­zent hoher. An den Nebenmäickten betrugen die Besserungen von 0,5 bis 0,75 Prozent.

Der Rentenmarkt lag weiter ruhig und nur wenig verändert. Fest blieben Deutsche Kommu- nal-Sammel-Anleihe mit plus 1 Proz., Altbefitz lagen 0,13 Prozent und späte Reichsschuldbücher 0,25 Proz. sowie Stahlvereinbonds 0,5 Prozent höher, während Neubesitz behauptet waren. Die festverzinslichen Werte hatten etwas lebhafteres

Geschäft. Gold- und Liquidationspfandbriefe ge, wannen fast durchweg bis zu 1 v. H., Kommunal- Obligationen etwa 0,50 v. H. Stadtanleihen blieben vernachlässigt und auch Staatsrenten zeigten kaum Veränderungen. Jndustrievbligativnen zogen meist etwas an. Von fremden Werten lagen Zolltürken 0,13 v. H. höher

Raubüberfall auf einen Landbriefträger

Lauterbach, 3. März. Als gestern gegen 13 Ahr der öanbbricfträgcr Emil ® r e b mit fei­nem Fahrrad, von Allmenrod kommend, das Waldstück am Knoppsack passierte, wurde er von einem mit einem Knüppel und Revol­ver bewaffneten Fremden, der plötz­lich aus dem Wald herauskam, und dessen Gesicht durch eine Maske verdeckt war, mit dem Ruf Geld oder das Leben" angehalten. Der Räuber war aber an die falsche Adresse gekommen. Der unerschrockene Briefträger nahm ihm f e i - nen Knüppel ab und versetzte ihm damit mehrere Hiebe, worauf der Räuber, feine Mühe zurücklassend, in den nahen Wald floh. Geraubt wurde nichts. Die Polizei verfolgte sofort den Räuber, konnte ihn aber noch nicht fassen.

Kirchliche Nachrichten.

Katholische Gemeinden.

Freitag, 3. März

Gießen. 20.15 Uhr: Fastenpredigt.

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Die blau unterstrichenen Nummern kom­men nicht zur Versteigerung. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen.

Gießen, den 2. März 1933.

Hessisches Forstamt Schiffenberg.

I.D.i p. Gall.

Ludwig Hill, Sönihmacliernieister

ietzl Sdianzenslr. 8

Bekanntmachung.

Der Stadtrat hat in feiner Sitzung vom 24. Februar 1933 den Erlaß einer Steuer- orönung über die Erhebung einer Ge- Iränfefteuer in der Stadt Gießen beschlos­sen. Der Entwurf der Steuerordnung ist gemäß Artikel 21 der Hessischen Gemeinde- Ordnung vom 10. Juli 1931 vom 3. Mär; 1933 ab während einer Woche im Stadt­haus Bergstraße, Zimmer 17, während der üblichen Dienststunden offengelegt. Wäh­rend der Offenlegungszeit können Einwen- düngen gegen die Steuerordnung schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden.

Gießen, den 1. März 1933. 1518C

Bürgermeisterei Gießen. Dr. Keller.

Bekanntmachung.

Der Stadtrat hat in feiner Sitzung vom 24. Februar 193a den Erlaß einer Orls- sahung übet die Erhebung einer Bierff euer in der Stadt Gießen beschlossen. Der Entwurf der Ortssatzung ist gemäß Ar- titel 21 der Hessischen Gemeindeordnung vom 10. Juli 1931 vom 3. Mär; 1933 ab während einer Woche im Stadthaus Berg­straße, Zimmer 17, während der üblichen Dienststunden offengelegt. Während der Offenlegungszeit können Einwendungen ge­gen die Ortssatzung schriftlich ober zu Pro­tokoll vorgebracht werden. 1519C

Gießen, den 1. März 1933.

Bürgermeisterei Gießen, Dr. Kelley.

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