fei. sich dem Bündnis zwischen dem Reichspräsidenten und der neuenRe- gierung anzuschließen. Deshalb sei diese Wahl etwas ganz anderes als die Wahlen des Jahres 1932. Jetzt kämpften die Regierungsparteien nicht nur für ihr Programm, nicht nur für die nationale Staatsidee, sondern f ü r Deutschland schlechthin gegen eine Opposition. die nichts anderes cinzuschen habe als die Berufung auf die Unfähigkeit ihrer Regierungen in den letzten 14 Jahren. Die Wahl rufe das Volk auf, einer Regierung, die einen völligen Systemwechsel in Deutschland und das Ende des Deutschlands von 1918 bedeute, einen arbeitsfähigen Reichstag zu geben.
Die RGOAp. eröffnet den Wahlkampf.
Hitler an der Spitze sämtlicher Listen der NSDAP.
Berlin, 2. Febr. (ERB.) Die Reichspressestelle der RSDAP. teilt mit, daß am Donnerstag in Berlin in Anwesenheit Hitlers eine Gauleiter- und A m t s w a l t e r t a g u n g der RSDAP. stattgefunden habe, auf der dieRicht- linien für den Wahlkampf gegeben wurden. Reichspropagandaleiter Dr. G oe b b e l s habe über Taktik und Technik im Wahlkampf gesprochen, der diesmal unter Einsatz aller technischen Mittel und mit der ganzen Kraft und dem ganzen Elan der Bewegung geführt werden müsse.
Hitler, so besagt die Mitteilung, zeichnete ein Bild der durch den Regierungseintritt der RSDAP. geschaffenen innerpolitischen Lage: er führte u. o. aus: Die RSDAP. habe in dem ersten nunmehr abgeschlossenen Teil ihres Kampfes den Beweis erbracht, dah Zähigkeit und Beharrlichkeit zum Ziele führen müssen. In dem zweiten Abschnitt des Kampfes, in den die nationalsozialistische Bewegung jetzt eingetreten sei, gelte es nunmehr für die RSDAP.. nicht nur negativ, sondern, auch positiv zu kämpfen. Dem Gegner dürfe keine Zeit gelassen werden, sondern die RSDAP. werde mit einer Vehemenz ohnegleichen unverzüglich zum Angriff übergehen und mit ihrer Propaganda nach größten Gesichtspunkten einsehen. Er selbst werde sich in diesem Wahlkampf vor die Partei stellen und an der Spitze sämtlicher Listen der RSDAP. kandidieren.
Im Anschluß ckn die Gauleitertagung fand im Beisein Hitlers eine Tagung sämtlicher landwirtschaftlichen Gaufachberater der RSDAP. statt, in der der Amtsleiter für den agrarpolitischen Apparat Walter Darre ^den Vorsitz führte.
Geringfügige Äenderung des Wahlgesetzes.
Beschränkung der kleinsten Splittergruppen
Berlin, 2. Febr. (WTB.) Durch Verordnung des Reichspräsidenten ist das Reichswahlgesetz in einigen Punkten geändert worden. Aus- l andd eutsch e, die sich am Wahltag im 3n« land aufhalten, können an der Wahl teilnehmen. indem sie einen Stimmschein ausgestellt erhalten. Das gleiche gilt für die deutschen diplomatischen und konsularischen Beamten und ihre Hausstandsangehörigen, ferner die Besatzung von See- und Binnenschiffen, die für keinen festen Landwohnsitz polizeilich gemeldet sind. Damit wird Reichsdeutschen, denen man billigerweise die Ausübung des Wahlrechts nicht vorenthalten kann, die Möglichkeit zur Beteiligung an der Wahl eröffnet.
Weiterhin sind neue Bestimmungen über die Einreichung der Kreiswahlvor- schlage getroffen. Kleine,' völlig unbedeutende Wählergruppen, die vielfach über keinerlei örtliche Organisation verfügten, hatten, teilweise unter offenbarem Mißbrauch des Wahlgesetzes, die Aufnahme ihrer Wahlvorschläge in den amtlichen Stimmzettel erreicht. Wählergruppen, die keinen Abgeordneten in den letzten Reichstag entsandt hatten, müssen nunmehr für mindestens einen ihrer Kreiswahl v o r s ch l ä g e soviel Unterschriften aufbringen, als Stimmen zur Erlangung eines Sitzes im Wahlkreisver-
Gießener Stadttheater.
Austausch-Gastspiel des Stadttpeaters Koblenz: „Gestern und Heute" von Christa Winsloe.
Die in dieser Spielzeit eingeführte Neuerung eines Austausch-Gastspiels zwischen den Stadttheatern von Gießen und Koblenz gestaltete sich im ersten Versuch nicht zu einer gegenteiligen Vorstellung des kompletten Ensembles beider Bühnen, sondern zu einem Austausch der weiblichen Kräfte von Koblenz mit dem gesamten Herrenpersonal von Gießen: während unsere Leute am Rhein mit dem Kriegsstück „Die endlose Straße" zu Wort kommen werden, das keine einzige Damenrolle aufweist, ersckienen die Koblenzer bei uns mit dem Schauspiel „Gestern und Heute", das von einer Frau geschrieben wurde und unter lauter Frauen spielt.
Das Stück hat, nicht allein um dieser Besonderheit willen, bei seinem Erscheinen einen starken Erfolg gehabt und ist dann durch die Film-Fassung „Mädchen in Uniform" in ganz Deutschland und auch über unsere Grenzen hinaus bekannt geworden. Der Film — er wurde vor einiger Zeit in Gießen gezeigt — schließt sich in seinem Handlungsaufbau eng an die Bühnenfassung an, nur ist deren katastrophale Schlußwendung zugunsten einer milderen Lösung, was indessen an der Gesamtauffassung wenig ändert, im Film vermieden worden: die Heldin wird im letzten Augenblick gerettet, ehe sie ihrer ausweglosen und verzweifelten Verwirrung des Gefühls durch einen tödlichen Sprung ein,Ende machen kann.
Im übrigen schien sich, rein äußerlich, die Verfilmung des Schauspiels schon in dessen Dramaturgie amubieten: Christa Winsloe verzichtete auf die absolute und strenge Akteinteilung (von gestern) zugunsten der lockeren Bilderfolge (von heute). Vielleicht wird diese Formel für Schauspiel-Technik morgen schon nicht mehr gültig sein. Aber die Antithese des Titels ist ja allerdings auch nicht in diesem technischen Sinn zu verstehen, worauf hier nur im Vorübergehen hingedeutet werden sollte.
Gestern und heute: das ist die immer wieder zur Gestaltung reizende Spannung zwischen den Generationen; der Gegensatz zwischen der alten und einer neuen Zeit; die Empörung des Gefühls wider die Regel, gegen die Vernunft, gegen eine als überlebt und unnatürlich empfundene Gesinnung und Satzung.
band erforderlich sind, also 60 000. Ist diese Bedingung erfüllt, so genügen für jeden anderen Kreiswahlvorschlag dieser Partei 50 Llnlerschrif- ten. wenn es sich um durch Verbindung im Verband oder Anschluß an einen Reichswahlvorschlag innerlich zusammenhängende Kreiswahlvorschläge handelt.
Der Reichsinnenmknister hat angeordnet, daß die Stimmlisten und Stimmkarteien vom 19. bis 2 6. Februar auszulegen sind. Die Landesregierungen sind durch Rund- telegromm ersucht worden, sofort alle Vorbereitungen zu treffen und die Gemeinde- und Verwaltungsbehörden mit entsprechender Weisung zu versehen.
Kein außenpol.tischerKurSwechsel
Ein Interview mit dem neuen Pressechef.
Paris. 2. Febr. (ERD.) Ein Sondervertreter des „Jntransigeant" ist an den neuen Reichspressechef, Ministerialdirektor Funk, M. d. R., mit dem Wunsch herangetreten, von ihm eine Erklärung über die Ziele der national« sozialistischen Außenpolitik zu erhalten. Die Erklärung, die ihm hierauf zuteil wurde, hat nachstehenden Wortlaut:
„Wenn Sie mich nach den Zielen der nationalsozialistischen Außenpolitik fragen, dürfen Sie vor allem nicht übersehen, daß bereits seit Jahren die letzten Reichskabinette sich bemüht haben, wesentliche Teile des außenpolitischen Programms der RSDAP. sich anzueignen, um der Bewegung den Wind aus den Segeln zu nehmen. Der sogenannten, von uns immer und immer bekämpften Crsüilungspolitik, die Deutschland nur immer tiefer in nationales und wirtschaftliches Elend führen sollte, muhte der Rücken gekehrt werden. Es begann offen der Kampf um die Beseitigung der Reparationen, der Kampf um die Gleichberechtigung. Dieser Kampf wurde mit geistigen Waffen geführt. So ist auch bereits neulich von berufener Stelle festgestellt worden, dah auch die neue Regierung den Wunsch hat, mit aller Welt in Frieden und Freundschaft zu leben und entsprechend dieser ihrer Grundeinstellung ihre Ziele zu verfolgen. Unsere Politik kann sich daher auch nur gegen denjenigen richten, der sich der Erfüllung der gerechten Forderungen des deutschen Volkes, das in dem Versailler Vertrag vielfach eine Verletzung der Wilsonschen Punkte erblicken muh, entgegen st eilt. Wir führen hierbei einen „Prozeh gegen Unbekannt", und naturgemäß ist derjenige, aber auch nur derjenige, der uns unseren Platz an der Sonne mißgönnt, unser Gegner. Der deutsche Rationalismus ist gewiß insofern ein positiver, als er für sich dieselben Rechte beansprucht, die ein jeder seiner Ehre bewuhte Staat für sich und seine Volksgenossen verlangt. Er ist aber auch ein negativer insofern, als e« jedem Volk seine Existenz gönnt und jede Einmischung in die Rechte und Lebens- bedingungen anderer Völker ablehnt und verurteilt."
Meine politische Nachrichten.
Wie wir erfahren, werden Reichspräsident vonHindenburg und wohl auch eine Reihe von Mitgliedern des Reichskabinetts Freitagabend dem Reit-undFahrturnierausderGrünen Woche beiwohnen.
Der Reich'skommissar für das Preußische Kultusministerium, Professor Dr. K a e h l e r, hat dem Reichskommissar für Preußen, von Papen, sein Rücktrittsgesuch überreicht. Popen bat das Gesuch entgegengen om men. Professor Dr. Koehler wird die Geschäfte tw zur Ernennung seines Nachfolgers weiterführen.
Der Führer der Deutschnationalen Volkspartei, Dr. H u g e n b e r g, Hot nach Verkündung der Auflösung des Reichstags den Parteitag der Deutschnationalen Volkspartei zum 12. Februar nach Berlin einberufen. — Da Dr. Hu- genberg durch die Uebernahme der Wirtschaftsministerien an der regelmäßigen Ausübung seiner Tätig-
Neu ist der Einzelfall, Umwelt und Schauplatz, der etwas farblos als eine Stadt in Norddeutschland bezeichnet wird. Wer Ohren hat zu hören, dem kann nicht entgangen sein, daß dieses Stück vom Frühlingserwachen in Potsdam spielt.
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An einem Schauplatz also, der für so jugendlich- stürmiscke Regungen nach Tradition, Charakter und Atmosphäre höchst ungeeignet ist. Wir befinden uns in einem Stift für adlige Fräuleins, für junge Mädchen, die hier im spartanischen Drill einer Kadettenanstalt erzogen werden sollen. Aus der Menge der in der Anstaltstracht uniformierten Mädchen hebt sich ein kleines Einzelfchickfal, die jugendlich unreife und unfertige Individualität einer neuen Elevin heraus. Dieses Mädchen, obwohl aus der gleichen Sphäre stammend wie alle übrigen hier, läßt sich nicht etnfügen in Ordnung und System des Instituts; sein mißhandeltes und mißverstandenes Gefühl revoltiert, verwirrt und verstrickt sich hoffnungslos und findet am Ende als letzten „Ausweg" nur noch die Kraft, sich auszulöschen.
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Auch auf der „Gegenseite", unter den Erzieherinnen, hebt sich kraft ihrer Persönlichkeit eine heraus; sie fjat Verständnis und Gefühl für die Verwirrung und Ratlosigkeit der jungen Elevin, die wiederum in einem schwärmerisch-überschwänglichen Aufbruch ihr Herz ganz an diese Lehrerin verliert. Das ist natürlich gegen die Regel; ein unmöglicher Zustand schon im Geheimen. Und als dieser Ausnahmezustand durch einen törichten Zufall und unter mehr komischen als traurigen Umständen an den Tag kommt, da ist das Schicksal des kleinen Fräuleins entschieden. Die geliebte Lehrerin vermag ihr weder ihr „Verbrechen" begreiflich zu machen noch sie vor dem Aeußersten zu bewahren: während die Erzieherin, nun selber revoltierend gegen den Geist des Stifts und dessen Leiterin, für ihren Schützling sich einsetzt, ist das Unglück schon geschehen.
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Die hier im Umriß angebeutete Handlung be- schränkt sich übrigens nicht, wie aus der lockeren Technik geschlossen werden könnte, auf eine (woyl aus eigener Erfahrung der Autorin geschöpfte) eindringende Milieuschilderung im Bilderbogenstil. Zwar kommt die eigentlich entscheidende Auseinandersetzung erst im letzten Bild; doch ist zwischen dieser und der ersten Szene — was eben das Schau- spiel als Drama qualifiziert — der gedrängte Ablauf einer inneren Entwicklung sichtbar gemacht worden: bas kann auch durch die gelegentlich ziemlich
feit als Parteiführer gehindert ist, hat Dr. von Winterfeld die ständige Vertretung des Parteiführers übernommen.
Neuordnung der Führerscheine für Kraftfahrzeuge.
Berlin, 2. Febr. (WTB.) Der Reichsverkehrs. Minister legte in der heutigen Sitzung des Reichsrates eine Novelle zur Kraftfahrzeugverordnung vor, die die Zustimmung der
aggressive Schärfe der Dialektik und der Charakterzeichnung nicht verdeckt werden. —
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Was die Aufführung angeht, so ist zu wünschen, daß unsere Leute in Koblenz ebenso vorteilhaft abschneiden und einen so angenehmen Eindruck hinterlassen, wie die Koblenzer bei uns. Die Inszenierung des Intendanten Bruno Schoenfeld stand in jedem Bild auf beachtlichem Niveau: sie bewies, worauf es hier ankommt, vor allem einen spürsinnigen Instinkt für die Schaffung der eigentümlichen Atmosphäre, aus der heraus das Schauspiel seinen inneren Antrieb und seinen dramatischen Nerv erhält; einige dialektische und darstellerische lieber- belichtungen haben die unmittelbare Bühnenwirkung eher gesteigert als geschwächt. Aus dem gepflegten und sehr sauber zusammenarbeitenden Ensemble entwickelte sich Spiel und Gegenspiel in interessanter, geschickt gestufter Einzeldarstellung. — Dazu auf der Drehbühne die gut gesehenen Bühnenbilder von Löffler, die in ihrer betonten Kargheit die gei- füge Landschaft des Stückes unmißverständlich ab- grenzten.
Zufall ober Absicht —: die Darstellung im einzelnen war stellenweise der Filmbesetzung überraschend angenähert. Erika Z w e t g e r t als Manuela: eine starke junge Begabung mit ausgesprochener Eignung für den problematischen Charakter ihrer Rolle, mit der richtigen Witterung für die differenzierte Charaktermischung und die frühreifüberhitzte Gefühlslage des empfindsamen Adelsfräuleins. Die Entwicklung war in ihrer gebrochenen Kurve ganz folgerichtig nachgezeichnet; einige dialektische Ueberfteigerungen werden sich einebnen.
Die darstellerisch reifste Leistung bot wohl Nelly Lenzals Fräulein von Bernburg: sehr sympathisch, sehr sicher in der Wahl ihrer Mittel, geistig und gefühlsmäßig gleichmäßig überzeugend; abgerundetes Bild einer reifen und menschlich wertvollen Persönlichkeit.
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Hedwig Schlichter, Berlin, spielte als Gast die Rolle des Fräuleins von Kesten, in der wir sie im Film kennen gelernt haben, im Schauspiel mit derselben Eindringlichkeit und einer überaus treffend pointierten Umrißzeichnung. Olga Hage- bauer als Oberin: kategorisch drohende Verfechterin des Potsdamer Imperativs; im Typus an die i Filmdarstellerin erinnernd, gelegentlich knapp an der I Karikatur vorbei, was aber mit an der Rolle liegen I mag. — Das Gießener Stammpublikum feierte
Sondervertreter fand. Danach werben die Füh» r e rscheinkla f s en 3 a und 3b z u einer neuen Klasse zusammengelegt. Die alten Führerscheine dieser Klassen sind künftig einander gleichwertig. Außerdem wird eine neue Kleinwagenklasse 4 für Fahrzeuge bis zu 400 Kubikzentimeter Hubraum geschaffen, die unter den gleichen Voraussetzungen wie der Kraftrad- führerschein erworben werden kann. Das bedeutet eine große Verbilligung.
Wiedersehen mit Ilse Jahn, die sich erfreulich herausgemacht hat und mit naiver Unbekümmertheit und erfrischendem Temperament einen richtigen Backfisch spielte. Die Damen 21. Hoster, H. R au - nach, Erna Bonn, Betty Peters, Maria Neuburger und Irmgard Hahn zeichneten sich mit hübschen Leistungen aus.
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Die Gäste wurden mit lebhaftem und verdientem Beifall willkommen geheißen. hth.
Oie schielende Katze.
In Amerika gibt es unter mancherlei verrückten Klubs solche, die Wettbewerbe veranstalten, um alljährlich den Münchhausen von USA. zu ermitteln. In diesem Jahre wurde der Meistertitel einem gewissen Mac Carthy auS Denver zugesprochen für seine Gefchihle von der schielenden Katze, bei deren Anblick die Mäuse vor Schreck tot umfielen. Er erzählte: „Ich war Ingenieur in einer Mühle. Reben mir gab es dort sehr oieie Mäuse, zu deren Vertreibung ich eine Katze kaufte. Diese Katze aber war faul, und zwar so faul, dah sie sich von den Mäusen das eigene Futter wegfressen lieh. Eines Tages fiel die Katze auf ihre Beine. Rechtes Vorderbein gebrochen. Ich amputierte sie und gab der Katze ein Holzbein. Von diesem Tage an, meine Herren, Sie mögen das glauben oder nicht, wahrscheinlich werden Sie es nicht glauben, war die Katze ein anderes Tier ge* worden. Sie war wie umgewandelt und fing die Mäuse. Wie? Ganz einfach, indem sie ihre Holzpfote als Keule benutzte und die Mäuse totschlug. Oft schlug sie fünfzehn Stück in der Minute tot. Den Rekord hält sie mit 4704 Mäusen in 49 Tagen. Plötzlich bemerkte ich aber an den toten Mäusen eine sonderbare Veränderung. Ihr Haar sträubte sich in der entgegengesetzten Richtung. Ich forschte nach und fand bald die für die Mäuse haarsträubende Tatsache. Die Katze hatte sich an einem Pfosten aufgestellt, der ein Loch hatte. Mit einem Auge sah die Katze durch das Loch, und mit dem anderen schielte sie um den Pfosten herum. Wenn Sie jemals", so schloß der preisgekrönte Lügner seine Geschichte, „eine schielende Katze gesehen haben, dann werden Sie wohl wissen, weshalb die Mäuse vor Schreck tot umfielen und sich nicht mehr tvtschlagen zu lassen brauchten."
Letzte Vegegmmg mit Alfred Wegener.
Deutscher Forscherkampf um Grönland. — Oer Tod im ewigen Eis.
Der Tod des Polarforschers Alfred Wegener im Jahre 1930 inmitten der Eiswüste Grönlands hat zu vielen Erörterungen und Vermutungen Anlaß gegeben. Im Zusammenhang damit ist eine Darstellung beachtenswert, die ein Teilnehmer der damaligen Grönland-Expedition, Karl Schis, zur Verfügung gestellt hat. Er schildert darin seine Begegnung mit Wegener einige Zeit vor dessen Tod. Karl Schis befand sich Ende September als Mitglied einer Hilfsexpedition mit zwei Propellerschlitten au fdern Rückweg von der Station Eismitte zum Hafen Umanaf an der Westküste Grönlands. Auf dem etwa 500 Kilometer langen Weg sollte die Eignung der Propellerschlitten erprobt werden.
Ungefähr 300 Kilometer von Eismitte entfernt traf die Expedition auf Wegener, der eine mühsame Fahrt gehabt hatte. Mit dreizehn Hundeschlitten war er von der Station West los- gezogen und geriet unterwegs von einem Schnee- sturm in den anderen. Die Verhältnisse gestalteten sich so schwierig, dah er 100 Kilometer von der Station West entfernt, die übrigen Expeditionsteilnehmer mit zehn Hundeschlitten wieder zurückschickte. Wegener setzte nach dieser kurzen Begegnung mit der Hilfsexpedition seine Reise nach Eismitte fort, wo er am 31. Oktober mit seinem Begleiter Dr. Löwe und einem Eskimo wohlbehalten anlangte. Dr. Löwe blieb hier zurück, Während Wegener und der Eskimo
nach einigen Tagen wieder den Rückweg nach Westen antraten. Man versuchte ihn von diesem Vorhaben abzubringen, da im Rovemb;r der Polarwinter mit seinen bedeutend tieferen Temperaturen beginnt. Gemessen wurden im Jahre 1930 auf der Station Eismitte als tiefster Stand —65 Grad, während im Polarsommer die Temperaturen sich zwischen 0 und —20 Grad bewegen.
Lieber die letzte Fahrt nun, Wegeners Todesfahrt, erhält man nur aus den vorgefun- denen Aufzeichnungen einigen Aufschluß. Schon in den ersten Tagen der Reise sind bei der großen Kälte einige Hunde erfroren. Schließlich blieb nurmehr ein Hundeschlitten übrig, den der Eskimo übernahm. Wegener folgte auf Skiern. 189 Kilometer von der Westküste entfernt, ist Wegener gestorben. An dieser Stelle fand man später zwei Skier, die aus dem Schnee herausragten und stieß beim Rachgraben auf die Leiche Wegeners. Der Eskimo hatte ihn eingegraben und wird dann höchstwahrscheinlich auch umgekommen sein, denn man hat von ihm nichts mehr vernommen. Beide werden an Erschöpfung zugrunde gegangen sein. Alle Aufzeichnungen wurden be ider Leiche Wegeners vorgefunden, und nur über die letzten Stunden Wegeners wird man nie etwas erfahren.
Aus aller Wett.
Eine Ehrung
der allen „Emden" durch die auslralische Regierung.
An Bord des soeben aus Australien nach Hamburg zurückgekehrten Hapag-Dampfers „Magdeburg" befand sich in einer Eiskiste ein Eisblock mit einem eingefrorenen Lorbeerkranz, der die Reichsmarine als Empfänger hat. Der Kranz wurde von der australischen Regierung auf den Weg gebracht und ist eine großzügige Anerkennung des deutschen Mutes. Ursprünglich wurde der Kranz am 9. Rovember v. I. in Sydney an dem Siegesdenkmal, das man dem Andenken an die Vernichtung der „Emde n" einst errichtete, niedergelegt, dann aber fortgenommen und über die deutsche Botschaft nach Deutschland geschickt. Der Kranz hat die Reise im Eis gut überstanden. Da der Chef der Reichsmarine seine Entscheidung noch nicht gefällt hat, wohin der Kranz gebracht werden soll, muh er bis auf weiteres in einer Lagerhalle warten. Man verhandelt zur Zeit noch zwischen Berlin und Wilhelmshaven, wo man in der Garnisonkirche den Kranz niedergelegt sehen möchte.
Drei Erwerbslose beim äohlensammeln erstickt.
Im Tagebau des „Einigkeit"°Schachtes in Zuckmantel bei Teplitz-Schönau wurden drei junge Arbeitslose aus Eichwald in einer brennenden Kohlenstaubhalde t o t aufgefunden. Sie waren in den Schacht gekommen, um Kohlen zu stehlen. Anscheinend haben sie gefroren und sich auf den wannen Boden gelegt. Dort drangen Kohlengase hervor, an denen sie erstickten.
Dnternafionale Kirchenberatungen in Berlin.
Die Tagung des Exekutivkomitees des Weltbundes für internationale Freund- schaftsarbeit der Kirchen in Berlin hat
nach viertägigen Beratungen ihren Abschluß gefunden. Die Verhandlungen, an denen führende Kirchenmänner aus Deutschland, Amerika, England, Frankreich, Schweden, Dänemark, der Schweiz und anderen Ländern teilnahmen, galten u. a. den Vorbereitungen einer Konferenz in Sofia, die sich mit der Frage der Revision der Friedensverträge unter religiös-sittlichen Gesichtspunkten beschäftigen wird. Ferner sollen schwebende Fragen der religiösen Minderheiten behandett werden.
Sämtliche Magdeburger Schulen wegen Grippe geschloffen.
Auf Anordnung des Kreisarztes und im Einvernehmen mit den Aufsichtsbehörden wurden die höheren, mittleren und Volksschulen sowie die Berufsschulen in Magdeburg wegen der zahlreichen Grippeerkrankungen der Lehrer und Schüler bis zum 8. Februar geschlossen.
Hilfsärzte für die Berliner Krankenhäuser gesucht.
Wie das Städtische Rachrichtenamt Berlin mit» teilt, werden infolge der wachsenden Zahl von Grippeerkrankungen Assistenz- und Hilfsärzte für die städtischen Krankenhäuser gesucht. Meldungen werden von der Zentrale der Gesundheitsverwaltung der Stadt Berlin entgegengenommen.
Das Rheineis an der Loreley in Bewegung.
Auf dem Rhein ist das P a ck e i s an der Loreley bei St. Goarshausen, das bis über Caub hinausreichte, in Bewegung gekommen. Lediglich an der Pfalz flauen sich die Eismassen noch etwas. Das Eis treibt langsam ab; daher besteht keine Gefahr, daß es Schaden anrichten könnte. Im übrigen sind sämtliche Schiffe In Sicherheitshäfen untergebracht.


