Ausgabe 
3.1.1933 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

wurde man durch das Filmbild in eine Lehrküche in einen Kreis junger Mädchen geführt, die als angehende Hausfrauen mitSanella" ihre Gerichte bereiteten und geraten liehen. Um den Besuchern der Filmvorführung auch einen Ueberblick über die Herstellung derSanella" gewinnen zu lassen, führte der Bildstreifen in den sonnigen Süden, da­hin, wo die Kokospalmen reifen und das Grund­produkt, das pflanzliche Fett, liefern. Interessante, aus dem Leben und der Arbeit der Eingeborenen gegriffene Aufnahmen, Bilder von der Verladung der Kokosnüsse und deren Löschung im Hamburger Hafen, die Verarbeitung der Kokosnüsse zu dem in der Küche verwendbaren Fett, das alles sah man hier und konnte dabei gleichzeittg den Eindruck ge-

Der Mann, dem Europa sein heutiges Gesicht verdankt.

Leben und Taten des Königs Eduard VII. von England.

Don F. X Schlichters.

jeher Indien- und der Dardanellen wegen mih- trauisch gegen Rußland. Gleichzeittg hetzen die Sozicüisten wegen der arbeiterfeindlichen Autv- kratie des Zarentums. Auf der anderen Seite dagegen kommen Eduard die Aussen Stolypin und Iswolski entgegen: sie brennen darauf, ihr Re­gime nach ouhen durch einen eklatanten diplo­matischen Eriolg zu festigen. Es dauert lange aber im Februar 1907 kommen die Verhand­lungen von neuem in raschen Fluh: zu Ende August des gleichen Jahres sind sie zu erfolg­reichem Abschluh gebracht. Im Frühsommer 1908 wird das englisch-russische Abkommen aller Welt seierl.ch sichtbar gemacht durch c:ne Begegnung des Königs und des Zaren auf hoher See, durch das berühmte Treffen auf der Reede von Reval. Auf der Fahrt dahin wird Eduard in Kiel mit einer Parade und Flottenübungen empfangen. Die hierbei ausgebrachten Trink- sprüche hallen von Freundschaftsbeteuerungen - sie sind ebenso goldecht, wie es der Schwur des Zaren gewesen ist, niemals mit dem schlimmen .Onkel Bertie" einen Beitrag za schlichen. Der Onkel Bertie" ist jetzt plötzlich des Zaren Ein und Alles: Britannia and the King for evcr in all the worid: das ist der Tenor der Trinl- sprüche. die der Zar an Bord auf der Reede zu Reval ausbringt.Onkel Bertie" erwidert in gleicher Herzlichkeit. Er strahlt Liebe und Freude, und das ist sicherlich mehr als offizielles Muh!: ein für das Schick,al der Welt hoch- bedeutsames Werk ist ihm gelungen: der Drei­bund Cngland-Ruhland-Frankreich ist fertig! , , .

Was das heißt, wird die Welt 1914 zu spuren bekommen ...

Bei .Onkel Bertie" ist die Dündnispolitik zu der gleichen Leidenschaft geworden, wie sie früher das Spiel, das Pferderennen, das Eharmieren mit tausend und einer Frau war. Das Gespenst Deutschland läßt ihm keine Ruhe. Man lebt in derEpocheder F l o t te n p a n i ke n. England entrüstet sich und erbebt ob derDreistigkeit" der deutschen Flottenbaupolitik. Verhandlungen über Derhandlangen zwischen London und Berlin, um hier zu einem Verzicht Deutschlands zu gelangen. Onkel Bertie beteuert dem deutschen Reffen plötz­lich seine Liebe und seine Friedensinbrunst: .Wir wollen tun, als ob wir Freunde wären, lieber Reffe: aber du mußt gehorchen, mußt deine Flottenspielereien dem guten Onkel Bertie opfern, böser Reffe!"

Man weih, daß dieses Hin und Her nie in einer Verständigung seinen Abschluß fand. Der friedliebende Eduard gibt sich einmal eine Blöße: als im Frühjahr 1939 dem König der Entwurf der englischen Budgets mitgeteilt wird, beantwortet Eduard das Schriftstück mit der An­frage, ob das Kabinett die Möglichkeit eines europäischen Krieges berücksichtigt habe... Diese Frage fällt in die Zeit der hef- ttgsten Flottenkonflikte mit Deutschland beant­wortet wird sie im Jahre 1914 ...

Inzwischen geht der König an ein neues Werk. Er sieht, wie der böse deutsche Reffe sich um die Freunds chaft der Vereinigten Staa­ten bemüht, der einzigen Weltmacht, die im ersten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts frei von allen politischen Bindungen ist. Da muß man stö­ren! Auf Englands Geheiß beginnt Frankreich ein Liebeswerben um Amerika: auf dem üblichen Umweg schließt sich hier Eduard an. Er wechselt plötzlich Briefe mit dem Präsidenten Roosevelt, sendet ihm Geschenke, schickt, um mit ihm in stän­diger persönlicher Verbindung zu bleiben, seinen Detter, den Grasen Gleichen, als Militärattache nach Washington. Roosevelt ist geschmeichelt und hingerissen. Die erste Frucht tragen die Be­mühungen Eduards aus der Haager Friedens­konferenz. Roosevelt erklärt dem Vetter des eng­lischen Königs: . . . ,

.Eie können Ihrer Regierung sagen, daß ich

England bis zum Aeußersten auf der Haager Kon­ferenz unterstützen werde. Deutschland wird das nicht mögen, und es wird ihm unangenehm sein, aber ich werde es trotzdem tun!

Künftige Waffenbrüderschaft, wie sie der Welt­krieg zu Deutschlands Verderben wirksam sehen wird, wird vorausgeahnt. Roosevelt schreibt an den König:

.Ich bin von dem Gefühl durchdrungen, baß die Interessen der englisch sprechenden Völker im Atlantik und Pazifik identisch sind: wir sollten es allen zum Bewußtsein bringen, daß wir bereit und imstande sind, unsere Positionen zu wah- ren!

Der König erwidert:Ich vertraue darauf, baß bas Zusammenwirken der '''Hüb sprechenden Rchsen dcr machtvollste zivilisierende Faktor in der Weltpolitik werden wird!'

Der zivilisierende Faktor: ein Meer von Dlut, Reutralitätsschwindel, Waffenlieferungen, englische und amerikanische Heere auf französi­schem Boden zu einem gegliedert gegen die deutscheBarbarei", und zum Beschluß der Welt­betrug der berüchtigten Wilsonschen vierzehn Punkte! ,

Das Werk des an Königsjahme kurzen Da­seins Eduard VH. ist vollendet. Man sieht die Front: England Frankreich Rußland Japan Amerika. Die Kräfte sind mobili­siert, die Europa und darüber hinaus der Welt das heutige Gesicht geben werden...!

Eduard VH darf sich getrost zum Sterben le­gen; fein Werk wird leben und Früchte tragen.

, an denen kommende Geschlechter noch bitter zehren : I werden. (Schluß folgt.)

Einfluß auf die gesamte Wirtschaft und die Iniien- politik des Reiches nicht bewußt ist, sonst hätte man rechtzeitig Maßnahmen zum Schutze der deutschen Landwirtschaft getroffen, denn zu wirklich durch­greifenden Maßnahmen zum Schutze unserer deut­schen Landwirtschaft konnte sich die Reichsregierung noch nicht entschließen. Die Verbitterung in wetten Kreisen der Landwirtschaft steigt von Tag zu Tag und wird noch verstärkt durch die Entwicklung der Butterpreise in den letzten Tagen.

Die Landwirtschaft kann es nichk verstehen, daß die Reichsregierung keine Maßnahmen trifft, die eine Hebung der Preise landwirtschaft­licher Erzeugnisse und Verminderung der auf der Landwirtschaft ruhenden Lasten bringen.

Wie der Landwirt für seine Arbeit und Mühe be­lohnt wird, dafür ist der M i l ch p r e i s ein Beweis. Hat seither schon der Milchpreis die Gestehungs­kosten hießt gedeckt, so ist durch den Rückgang des Butterpreises in den letzten Tagen der Milch- preis für viele Erzeuger unter die Preisspanne gesunken, die ein Teil Des Milchhandels für den Verkauf der Milch v e r - dient. So wie die Verhältnisse auf Dem Gebiete der Milcherzeugung liegen, sind sie ähnlich bei Der Mehrheit der Preise landwirtschaftlicher Erzeug­nisse. Soll die Landwirtschaft immer noch auf durchschlagende Maßnahmen warten, weil die öfter wechselndenReichskabinette sich nicht auf ein e i n - heitliches, richtunggebendes Wlri­sch a f t s p r o g r a m m einigen können, in Dem Der deutschen und damit Der hessischen Landwirtschaft ausreichende Lebensmöglich leit gegeben ist?

Der Vorstand der Landwlrtfchaftskammer for­dert deshalb in kürzester Frist sofortige Maß- nahmen zur Behebung der Schwierigkeiten der Landwirtschaft.

Werden solche Maßnahmen nicht getroffen, dann muß Der Vorstand die Verantwortung für den Dann sicher zu erwartenden Zusammenbruch der deut­schen und hessischen Landwirtschaft ablehnen.

MMche Lage der hessischen Landwirsschast

Eine Entschließung deö Vorstandes der Hessischen Landw»rsschastskammer.

V.

Onkel Bertie" gewinnt Freund auf Freund.

Paris ist erobert, Frankreich zum Bundes­genossen gewonnen. Aber Eduard VII. rastet nicht. Er fühlt: Deutschlands Weltgel. t u n fl w äch st und wächst, hier steigt eine dro­hende Gefahr für das britische Imperium herauf. Es ist höchste Zeit, biese ton- ttnentale Großmacht zu isolieren und sich selbst Bundesgenossen zu suchen für ben Fall, baß ... Längst sieht er die Rottoenbigkeit, sich mit Rußland zu verständigen, dessen asiatische und orientalische Expansionspolitik immer mehr sich mit den kolonialen Interessen Englands kreuzt. Es güt also, kurzerhand aus einem Ri­valen «inen Bundesgenossen zu machen. Die Entente mit Frankreich ist das Fundament, auf dem man auch in dieser Beziehung aufbauen kann es bestehen bereits untergründifche Din. düngen zwischen Rußland und Frcmkreich ...

Aber schnell, schnell, schnell: denn sehr ge- fahilich ist die dicke Freundschaft zwischen den beiden gekrönten Dettern: zwischen dem Zaren und dem deutschen Kaiser, die eine deutliche Spitze der Abneigung gegen den englischen Onkel hat!

Die englisch-französische Entente ist genau sechs Tage alt, da weilt der betriebsameOnkel Bertie", wie ihn die beiden gekrönten Dettern in ihren Driesen nennen, bereits in Kopenhagen. 2lm Abend läßt er sich zu einem Lunch in die englische Botschaft laden: ausdrücklich auf sein Verlangen ist auch der russische Gesandte Is- wosski anwesend. Man kann sichunter vier Augen" unterhalten, kann seinen ganzen ver­führerischen Eharme spielen lassen. _ Zwei glan­zende Psychologen sitzen sich gegenüber unb spielen eine faszinierende politische Schachpartie.

Die englisch-französische Einigung erfüllt sich mit der schönen Hoffnung, durch dieselbe^ Me­thode zu noch wichtigeren Ergebnissen, naml.ch zu einer äijmlidjen Entente mit Rußland zu ge­langen, eine Entente, die immer der Gegenstand meiner aufrichtigsten Wünsche gewesen ist!"

Das ist der Kernpurckt des königlichen Geplau- ders, den Iswolski an den Zaren berichten kann. Der Zeitpunkt ist wichtig Eduard beginnt sein offizielles Werben umRußland kncchp vor den entscheidenden Riederlagen im Krieg gegen Japan. Aber diese Freuiidschaftsanbah- nung scheint scheitern zu wollen. Auf dem Weg nach Ostasien beschießt die russische Ostseeflotte die englische Fischerflotte von Hüll. Die englische Öffentlichkeit tobt, verlangt schwere Genug- tuungen, Presse und Militär fordert em Ein­treten Englands in den Krieg an der Sette Japans: schließlich hat man ja auch mit Japan ein Bündnis geschlossen .! Aber Eduard bremst trotz aller Angriffe gegen diese seine schlappe" Politik. Der ganze Zwischenfall endet ohne Demütigung Rußlands. Allerdings hat dieser Zwischenfall heimlich einen anderen Spie- ler in Bewegung gesetzt: Wilhelm II. sendet dem Zaren den Entwurf eines deutsch- russischen Bündnisses, mit deutlicher Marschrichtung gegen England. Der Zar ver­langt, daß man Frankreich zur Besprechung hin- zuziehe: der Kaiser verweigert das. Inzwischen brüht in Rußland die Fe b r u a r rev o lu 11o n des Jahres 1 905 aus. Der Kaiser hat den Eindruck, daß jetzt der Zar sturmreif sei. Roch vor Abschluß des Friedens von Portsmouth, als der Zar über die Zukunft seines Landes und die Bilanz seiner Verluste noch im Unklaren ist, verabreden die beiden Vettern eine >3 u- fammenlunft in ben FinnifchenScha- ren bei Djörlö.

DieHohenzollern", die !a "erliche Jacht, rawcht heran. Kurz daraus ist der Zar bereits an Bord und wird Dom Kaiser und vom Staat^ekretar für auswärtige Angelegenheit, von Tfchirchky, empfangen. Der Zar ist tief deprimiert: der Ärxg ist verloren, die inneren Angelegenheiten sind chaotisch verwirrt, er wird gehetzt von Atten­tatsfurcht. Auf diesen Mann stürmt der Kaiser mit glühendem Optimismus und den Bildern em er deutsch-ru'i schen Weltherrschaft ein und reißt ihn schnell in sein Fahrwasser. Ehe sich der Zar versieht, liegt ein Vertrag vor, der Äa.'er unter­schreibt, der Zar unterschreibt, gleichsam aus Höflichkeit. Staatssekretär von Tschirschly zeichnet gcg:n für den Zaren schleppt man euren Off- jier aus Dem Gefolge an den Tisch, den Ad­miral Dirilew, er muß ebenfalls gegenzeühnen, ohne die leiseste Ahnung von dem au haben, was er da unterschreibt. Den Abschluß dieser Handlung bildet ein Dan kett und bilden glü­hende Haßbeteuerungen der beiden Vettern gegen benOnkel Dertie", vor dessen Leidenschaft, Ver­träge zu schließen, der Kaiser den 3aren em- dringlich warnt. Der Zar schwört, niemals ferner- feitS mit diesem betriebsamen Onkel einen Cßer- trag ei nzugehen begibt sich auf seine Jacht und fährt nach Haufe.

Hier folgt die Enttäuschung den Hoffnungen auf dem Fuße. König Eduard hat etwas von einem Abkommen läuten hören, er macht Is­wolski und den Grafen Witte mobil d.e Folge ist, daß die russische Regierung sich glatt weigert, den Vertrag von Djörkö zu ratifiz^ren.

Jetzt stößt König Eduard unaMa,r.g Dor. ob- schon sich in seinem Land heftige Widerstande gegen eine vertragsmäßig gebundene Verstän­digung mit Rußland breitmachen. Man ist von

Darmstadt, 2. Jan. Der Vorstand der Landwirtschaftskammer für Hessen nahm in seiner heute stattgefundenen Dorstands- sitzung eingehend Stellung zu der gegenroarttgen La g e der Landwirtschaft. Mit größter Sorge mußte er hierbei feststellen, daß Die Entwick­lung unserer landwirtschaftlichen Verhältnisse in raschen Schritten Dem Abgrund entgegenführt.

Der schon feil Monaten zu beobachtende Rück- gang der Preise landwirtschaftlicher Erzeug- nisfe, insbesondere für Vieh, Milch, Molkerei­produkte, für Gemüse, Getreide u. a. ist heute auf einem Staub angelangt, der weil unter den Friedenspreisen liegt und z. B. für Vieh am . November nur noch 61,8 Prozent der Frie­denspreise ausmachte. Solche Preise müssen zum Ruin der landwirtschaftlichen Betriebe führen, da anderseits die Lasten (Steuern, soziale Ab­gaben u.a.) das Mehrfache wie im Frieden betragen.

Die große Mehrheit der hessischen landwirtschaft­lichen Betriebe ist vorwiegend auf die Gewinnung landwirtschaftlicher Beredlungser^eugnisse wie Vieh, Milch, Gemüse u. a. angewiesen. Deshalb wirkt sich der Rückgang der Preise für diese Erzeugnisse außerordentlich nachteilig auf die hessischen Betriebe aus. Wiederholt wurde von den verschiedensten Seiten der Landwirtschaft, nicht zuletzt auch durch Die hessische LanDwirtschaftskammer, aus Die zu­nehmende Verschuldung m der Landwirl- schaft und Die Unmöglichkeit, Die wichtigsten Be­triebsmittel der Wirtschaft, wie Derjenigen für Das Leben und die Erhaltung der Familie notwendigen Lebensbedürfnisse aus den Einnahmen des Be­triebes zu decken, hingewiesen. Alle diese Vorstel­lungen der gesamten deutschen Landwirtschaft haben bisher keinen Erfolg gebracht. Der Vorstand der Landwirtschaftskammer muß leider zu der Aus­fassung kommen, daß ein nicht geringer Teil per führenoen Reichsstellen sich der Lage der gesamten deutschen Landwirtschaft und deren ungünstigen

Die Tanne als Zutterbaum.

In der Zeit nach Weihnachten ist wieder daraus aufmerksam zu machen, daß der Weihnachtsbaum sich sehr gut als Futtermagazin für die hungernden Vogel Herrichten läßt. Röttg ist eine in Tala ein­geschmolzene Futtermischung, welche sowohl den insekten-, als auch Den körnerfressenden Vögeln das Reckte bietet. Man kann in Vogel- ober Samen­handlungen diese Mischung gleich fix und fertig in erkaltetem Zustande alsFutterstein" kaufen, die in einer passenden Pfanne nur erhitzt und über die Zweige der Tanne gelöffelt zu werden braucht. Wer die Futtersteine nicht bekommt, kann sich die Mischung auch selbst bereiten. Man nehme: Trocke­nes gemahlenes Weißbrot 150 Gramm, trockenes gemahlenes Fleisch 100 Gramm, Hanf 200 Gramm, gebrochenen Hanf 100 Gramm, Mobn 100 Gramm, Mohnmehl 50 Gramm, weiße Hirse 100 Gramm, Hafer 50 Gramm, trockene Holunderbeeren 50 Gramm, Sonnenblumenferne 50 Gramm, Ameisen­eier 50 Gramm, zusammen 1000 Gramm Trocken­futter. Aus diese Menge gebe man etwa 1400 Gramm Fett (Rinder-, Hammel- ober Pferdetalg) hinzu Das Fett wird zuerst in einem Tovf au, dem Feuer erhitzt, und wenn es flüssig ist, schüttet man bas Trockenfutter hinein, rührt den Brei gut durch unb löffelt ihn möglichst heiß auf die Zweige des Nadelbaumes. Nicht unbedingt notwendig ist, daß alle Bestandteile des oben angegebenen Futters vorhanden sind, keinesfalls darf aber der Hanf fehlen. Beim grünen Talgfutterbaum ist verhindert, daß das ben Vögeln gespendete Futter durch Schnee unb Nässe verdorben wird. Zngleick haben die Vö­gel Den ihnen bei großer Kälte so nötigen Fett­gehalt. Im Garten, vor Dem Fenster, auf Schul­höfen und dergl. ist solch ein Futterbaum eine rechte Augenweide. Ader er ist auch eine große Wohltat für die hungernden Vögel, die zu füttern Pflicht jedes mitleidigen Menschen ist. A. B.

Arbeitsbeschaffung in Dberheffen.

Wie wir vom Arbeitsamt Gießen erfahren, sind an der Beschaffung von Arbeitfürden Freiwilligen Arbeitsdienst oder für Rotstandsarbeiten neben den Kulturbauämtern noch folgende Behörden mit Planungen beteiligt: , _

Aus dem Kreise Alsfeld: die F o r st a m » ter: Göringen, Grebenau, Kirtorf und Rom­rod. sowie die r g er me i stereien : An­genrod, Homberg, Ermenrod, Elbenrod, Windyau- send und Zell.

Aus dem Kreise Büdingens Fvrstamt Konradsdors, sowie die Türgermei- st e r e i e n : Altenstadt, Aulendiebach, Bad Salz­hausen, Diebach am Hag, Dudenrod, Echzell, Lan­genbergheim, Ober-Mockstadt, Ortenberg, Ran­stadt, Rodenbach, Setters, Wallernhausen, We­nings, und Bahnmeisterei Büdingen.

Aus dem Kreise Friedberg: Forst amt Ober-Eschbach, sowie die Bürgermei­stereien: Assenheim, Dad-Rauheim, Gambach, Kaichen, Rieder-Roßbach. Ossenheim, Rockenberg, Stammheim, Steinfurth, Hausen, Hochweisel, Wol­fersheim, und Bahnverwaltung der Dutz- bach-Licher und Diebertalbahn.

Aus dem Kreise Gießen: Forstam t Gie­ßen, sowie die r ge r me i st e re ie n ^Bers­rod Climbach, Daubringen, Eberstadt, Geilshau­sen,' Gießen, Grünberg, Grosien-Buseck. Hausen, Heuchecheim, Langsdorf, Langd, Lich, Lollar, Nvn- nenroch, Reiskirchen, Rödgen, Treis a. d. Lumda, Londorf, W henb-.m-Sicunberg.

Aus Dem Kreise Lauterbach: Die Bürger­meistereien: Allmenrod, Altenschlirf, Angers­bach, Grebenhain einschl. Crainfeld, Nieder-Moos unb Vaitshain. Bei Der Maßnahme in Greben­hain handelt es sich um die größte bisher in Ober­hessen beabsichtigte: sie umfaßt 121 000 Tagewerke. Hörgenau, Landenhausen, Babenrob, Zahmen.

Aus Dem Kreise Schotten: die F o r st ä m ter: Eichelsdorf, Laubach unb Schotten, sowie die Bür­germeistereien: Breungeshain, Busenborn Eickels­dorf, Helpershain, Kölzenhain, Lardenbach, Ulfa, Schotten, Wetterfeld, Wingershausen.

Daten für Tiens ag, 3 Januar.

1829: der Philologe Konrad Duden aus Gut Bossigt bei Wesel geboren; 1929: der russische Großfürst Nikolai Nikolajewitsch in Antibes ge­

storben; 1931: der französische Marschall Joseph Jacques Ioftre in Paris gestorben.

(Steuerfreie Rückstellungen für Gratifikationen.

In denAktuellen 6teuerfragen", heraus­gegeben von dem Wirtschaftsprüfer und Leiter Der Steuerberatungsstette der Handwerkskammer Gießen, Hermann Will zu Gießen, lesen wir (Rundschreiben Rr. 1, Jahrgang 1933) folgendes:

Ein Kaufmann hatte für Ende des Jahres 1928 Gratifikationen zurückgestellt, die er aus Anlaß der Fertigstellung des Ichresabschtusscs 1928 an seine Angestellten im Frühjahr 1929 zu zahtev beabsichtigte. Das Finanzamt hatte die Zulässig­keit derartiger Rückstellungen bestritten und bte zurückgestellten Beträge erst im Jahre der Zah­lung (1929) als abzugsfäH.g erklärt.

Der Reichsfinan.hof hat den Standpunkt des Steuerpflichtigen für richtig erklärt und die Rück­stellung schon vom Gewinn 1928 zugelassen. Der Reichssinan.hof setzt damit seine Rech is-rechung fort, die er für Garantieverpflichtungen, Delkre­dere-Konten usw. aufgeftcllt Hat. (RFH.-LlrteÄ vom 12. 10. 1932 VIA 121/32, Steuer und Wirtschaft 1932 Rr. 1144.)

&uriu>H.ie*-

Aus dem Etadttheater-Dureau wird uns geschrieben: Als 14. Vorstellung im Dienstag-2ll>onnement heute 20 ilßr zu gewöhn­lichen Preisen der Schwank:Stöpsel", von Ar­nold und Dach Mittwoch, 4. Januar, 15.45 Hßr, zu Märchenspielpreisen vorletzte Aufführung des Märchens:Aschenbrödel", sechs Dilder mit Musik, Gesang und Tanz von Gömer. Leitung: DolckMoehlBaulke. Ende 18.15 Uhr. 19.30 Uhr als 13. Vorstellung im Mittwoch-Abon­nement das Frontstück: .Die endlose Sttaße", von Grass und Hintze. Spielleitung: der Intendant. Gewöhnliche Preise. Ende 22.45 Uhr. Am Freitag, 6. Januar, findet die nächste Wiederho­lung der Operettenrevue:3m weißen Rößl" statt. 13. Vorstellung im Freitag-Abonnement. Operet­tenpreise. Spieldauer von 19,30 Uhr bis nach 22.30 Uhr.

** Personaloeränderungen bei dem Ortsgericht Gießen. Mit Wirkung vom 1.Ja­nuar 1933 ab haben die Ortsgerichtsmänner Christ. Schmidt II. unb E. Röhr sen. in Gießen mit Rücksicht auf ihr hohes Alter ihre Aemter als Ge- richtsrnänner des Ortsgerichts Gießen niedergelegt. Von leiten Des Hessischen Amtsgerichts Gießen wurde ihnen für ihre langjährige ersprießliche Tätigkell und ihre Mühevolle Arbeit Dank unb Anerkennung ausgesprochen. An ihre Stelle wurden die seitherigen Ersatzgerichtsmänner Kaufmann Theodor L o o s und Architekt Heinrich F i s a) e r in Gießen zu Orts- Serichtsmännern des Ortsgerichts Gießen ernannt In Stelle Der letzteren treten als Ersatzgerichts- männer Die Herren Weißbindermeister Carl Wag­ner und Kaufmann Heinrich Erle, beide in @l** u f dem Wege der Besserung. Das Befinden des 22jährigen Photographen Walter Borst, der in der Nacht zum Montag auf der Marburger Straße von einem Kraftwagen ange- fahren, verletzt unb bann in die Chirurgische Klinik eingeliefert wurde, hat sich erfreulicherweise etwas gebelfert. Die erlittenen Verletzungen haben sich als leichterer Natur erwiesen. Die polizeilichen Ermitt­lungen über den Autofahrer, der ben Verunglückten ohne Hilfeleistung liegen ließ, haben inzwischen auch schon zu einem Ergebnis geführt Der in Frage fommenbe Kraftwagenführer ist ein Einwohner von Lollar. f . ,,

**Sanella-.Film im Lichtspielhaus. Im Lichtspielhaus Bahnhofstraße würbe gestern em Reklamesilm gezeigt, der sich durch geschickte Auf­machung auszeichnet. Der Bildstteifen lief unter dem Motiv des Fortschritts. Zunächst sah man Bil­der, die die Entwicklung der Technik, insbesondere vorn schreibenden Mönch bis zur Rotationsmaschine, vom Handpslug bis zum Traktor, ferner von der früheren unhygienifchen Kleidung bis zur heutigen Sportkleidung u. a. m. zeigten, um bann schließlich jenen Fortschritt zu kennzeichnen, ber auf bem Ge­biete ber Ernährungstechnik unb ber Verbesserung der Lebenshaltung in Erscheinung getreten ist. Hier

roinnen, daß bei der Herstellung berSanclla"- Buttcr mit größter Sorgfalt und unter Wahrung aller hygienischer Erfordernisse zu Werke gegangen wird. Zum Schlüsse sah man noch unter den Kock schülerinnen die bekannte Schauspielerin Evelyne Holt, die einen Keinen Schlager vom Fortschritt sang. Der interesiante Film dürfte seinem 'Zweck gut gedient haben._______________________________

«prcchftundcn vcr Ncdaktion.

1130 bis 1230 Uhr, 16 bi» 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

Anzeigcnauslräge sind lediglich an die Geschäftsstelle ,n richten.