Ausgabe 
2.9.1933 Frühausgabe
 
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Sie feierliche Eröffnung des parienongreM

Politik und Rasse

wenn diese politischen Kämpfer des deutschen Volkes leuchtenden Auges den 211111 zum Gruße ihrem Führer in Treue und Gehorsam entgegenstrecken, dann irren Sie nicht, indem Sie sagen, es ist der römische Gruß, der hier seine Nachahmung findet, sondern willen -sie dann, daß er der nationalsozialistische Heil­gruß, der u r d e u t s ch e Spcergruß, ist, mit dem unsere Vorfahren jahrhundertelang zum Zeichen des Sieges bei Spielen und Lanzenbrechcn zu grüßen pflegten.

oder m i l i t ä r ä h n l i ch e Formatio­nen, wie es vielfach in völliger Verkennung der Tatsachen geschieht, sondern dann sehen Sie in ihnen die Hüter vor dem Bol- s ch e w i s m u s in Deutschland, der einst von hier aus die Zivilisation der ganzen Welt be­drohte. Daß es heute anders ist, ist ihr großes Verdienst. Heute sind diese politischen Solda­ten die Garanten der politischen Ordnung in Deutschland. Dies sollen sie heute und für alle Zeiten sein. Und

wuchs, sondern immer zuerst die Rastenschichtung, denn die alten Kulturstaaten verdanken lyre Ent­stehung dem arischen Menschen nordi» (eben Bluts, der sie alle und ihre Kulturen geschaffen hat.

Aus diesem Wissen um die rassischen Ursachen der Völkerschicksale versucht der Nationalsozialis­mus heute die Zukunft unseres Volks zu gestalten. Er stellt bewußt in den Mittelpunkt die Sorge um die Erhaltung des Blutes unseres Volkes.

Deshalb stellt der neue Staat die Familie in den Mittelpunkt seiner Aufbauarbeit. Mit dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nach­wuchses hat der nationalsozialistische Staat als erster bewußt die Folgerungen aus den Erkennt­nissen moderner Wissenschaft gezogen.

Auch die Mischung mit fremdem Blut und damit das Einsickern fremdartiger Einflüsse ist unserem Volk nicht erspart geblieben. Auf diesem Gebiet hat unser neues Deutschland mit seinen Ge­setzen zur Wiederherstellung des Berufsbeamten­tums und der Ausschaltung Fremdrassiger aus ein­zelnen Berufen einen Schritt getan, der in der um­gebenden Welt lebhafte Diskussionen heroorrief und dort nicht selten befremdete, während er uns aus der rassischen Einsicht heraus selbstverständlich scheint. Der Staatsmann hat die Pflicht, sein Volk vor dem Einsickern fremden Bluts und der Zer­störung seiner tragenden Rasse zu bewahren. Man hat gesagt und man glaubte damit den Ras­senstandpunkt des Nationalsozialismus damit zu treffen, daß jede Raffe auf dieser Welt ein Gedanke Gottes fei. Gerade das glauben wir auch, und des­halb fordern wir reinliche Scheidung zwi­schen Blut und Blut, damit die Gedanken Gottes nicht verwirrt werden.

Nach dem Vortrag der Proklamation sprach der Leiter des Aufklär-ungsamtes für Bevölkerungs­politik und Rassenfragen,

Nr. med. Walter Groß-Berlin über »Politik und Baffenfrage".

Er fürte u. a. aus: Niemals hätte Deutschland die Wende dieses Frühjahres erleben können, wenn die müde Verzichtslehre vom schicksalhaften Ende unte­res Volkes allgemein Glauben gefunden hätte. Sie ist überwunden worden durch die Erkenntnisse einer rassigen Geschichtsbetrachtung. Als neuer be- herrscbender Wert im Bild der Geschichte steht die Rasse vor uns.

Der erste Vorgang biologischen Verfalls ist die Abnahme der Zahl. Nicht die Zahl an sich n acht den Wert im Leben, sondern allein die Zahl der Träger d osn Kraft und Tüchtig­keit, von Gesundheit und Leistung. Im Leben der Völker tritt immer wieder die Gefahr einer umgekehrten, einer verkehrten Aus­lese auf. Wehe dem Volk, das jene seltenen Ge­schlechter mit besonderer Hochwertigkeit ihres Erbes im Laufe seiner Geschichte bis zur Ausrottung ver­braucht, statt sic eifersüchtig zu wahren! Die Folge ist, daß allmählich die überragende Bega­bung fehlt, daß auf der anderen Seite die minder Wertvollen an Gewicht ge- w innen, und das bedeutet früher oder spater zwangsläufig den Niedergang von Staat und Kultur. Sehen wir auf die Volker, die im Laufe der Geschichte eine Rolle gespielt haben, >0 ergibt sich, daß sie meist M e n s ch e n v er s ch i e - denerRafsenabstammung enthielten. Aber nicht die Rassenmifchung war die Form, in der solche Verschiedenheit zu einem Volk zusammen­

marsch von 60 Standarten der einzelnen Gaue, jede von drei SA.-Männern betreut. Die Menge grüßt die Ehrenzeichen der nationalsoziali­stischen Bewegung, besonders die vorangetragene Blutfahne vom 9. November 1923. Nach dem Vorspiel zu denMeistersingern" spielt das Reichssymphonieorchester dasNiederländische Dank- gebet". Die Blutfahne wird neben dem Rednerpult aufgestellt, unmittelbar vor dem Führer. Neuer Fanfarenstoß. Der stellvertretende Führer Rudolf Heß nimmt das Wort zu seiner Eröffnungsrede. Als dann der Stabschef die Namen der im deutschen F r e i h e i t s k a m p f Gefalle­nen verliest, erheben sich die Zehntausende von ihren Sitzen. Die Angehörigen der Gefallenen ha­ben unmittelbar vor dem Podium einen Ehrenplatz eingenommen, unter ihnen die Mutter und die Schwester H 0 r st Wessels. In stillem Gedenken hebt alles den Arm und lenkt den Blick auf das Blutbanner, das sich zu Ehren der Toten senkt.

Mit herzlichem Beifall wird dann bei den wer­teren Degrüßungsworten die Anwesenheit der Vertreter des Faschismus unter Hinweis auf die freundlichen Beziehungen zwi­schen Deutschland und Italien zur Kenntnis ge­nommen. Jeder Sah, den Rudolf Heß am Schluß seiner Ansprache an den Führer richtet, löst brau­sende Bravorufe und langanhaltendes Händeklat­schen aus. Das Sieg-Heil auf Adolf Hitler und die deutsche Zukunft dröhnt durch den riesigen Saal.

Dann betritt der Frankenführer Gauleiter Streicher mit starkem Beifall empfangen das Rednerpult. Seine Rede ist ein herzlicher Dank für den Entschluß des Führers, die Hauptstadt des Frankenlandcs für die Zukunft zur Stadt der Par^ teitage zu machen. Der Vizesekretär der Faschisti­schen Partei, Exzellenz Prof. Mar picati dankt in italienischer Sprache kurz für die Einladung zum Kongreß und die Uebermittlung der Grüße und hob die enge Verbindung zwischen der natio­nalsozialistischen und der faschistischen Weltanschau­ung hervor. Er schloß mit dem von der Versamm­lung bei der Uebersetzuna mit herzlichem Beifall aufgenommenen RufHeil Hitler Heil Musso­lini!". Dann folgte die Verlesung der Pro­klamation des Führers durch den baye­rischen Innenminister Wagner.

Das Ausland und der Nationalsozialismus.

Reicbsvressechef Or. Oietr.ch fordert ge,üh»smaß.ge Erfassung der heroischen, auf der Macht der verchnbchkeit beruhenden und ein fnedliches Nebenemanderleben der Volker erstrebenden * Weltanschauung des Nationalsozialismus.

Nürnberg, 1. Sept. (WTB.) Der Weg der Teilnehmer zur Festhalle im Luitpold-Hain, in der heute vormiltag der Parteikongreß der NSDAP, eröffnet wurde, war ein einziger Triumphzug. In der herrlich geschmückten gewaltigen Halle waren die rund 30 000 Sitzplätze fast im gleichen Augen­blick besetzt, in dem die Eingänge geöffnet wurden. Unter den Ehrengästen auf der Tribühne un­mittelbar hinter dem Rednerpult bemerkte man die von Mussolini entsandten führenden italie­nischen Fa s ch i st e n in ihren geschmackvollen Uniformen. Das farbenprächtige Bild wurde ver­stärkt durch die Uniformen der mit dem Reichs­wehrminister Generaloberst v. B l 0 m b e r g er­schienenen hohen Reichswehr- und Polizeioffiziere. Unter den Vertretern der Kirche wurde besonders Landesbischof Ludwig Müller bemerkt, der mit der goldenen Amtskette geschmückt erschienen war. Hinter den Ehrengästen hatten 140 Mann des Reichssymphonieorchesters Platz genom­men. lieber der Eingangspforte in silberner Schrift der Leitspruch des ParteitagesFür die Einigkeit des Volkes, für die Stärke des Reiches!" Helle Baldachine wölben sich unter dem Dach. Mit Blu­menschmuck und Tannenarün sind die rot umklei­deten und mit silbernen Adlern versehenen Seiten­pfeiler durchsetzt.

An der dem Eingang gegenüberliegenden Seite befindet sich aus erhöhter Tribüne der Platz des Führers, zur Linken hat Stabschef Röhm feinen Sitz, rechts der Stellvertreter des Führers, Heß, weiter sämtliche Gauleiter und viele Ehrengäste. Unten vor dem Rednerpult "haben mit Vizekanzler v. Papen sämtliche Mitglieder des Re i ch s k a b i n e tt s Platz genommen. Staats­sekretär Meißner, die Reichs st atthalter, die Spitzen der übrigen Reichs-, Staats- und Lan­desbehörden, Reichsbankpräsident Dr. Schacht und viele andere. Auch die Angehörigen der Gefalle­nen der Bewegung sieht man unter den Ehren­gästen. Gegen 10.30 Uhr flammen die Scheinwerfer auf. Der Führer erscheint, stürmisch emp­fangen, mit ihm kommen die Reichsminister Dr. Goebbels und General Gorin g, der über der ordensgeschmückten braunen Uniform die breite grüne Schärpe mit dem italienischen Mauritius­orden trägt. Die beiden hohen Faschistenführer, die am Parteitag teilnehmen, begleiten ihn.

Nach einem Fanfarenstoß erfolgt der Ein-

Nürnberg, 1. Sept. (WTB.-Fuil,pruch.) Jin Rahmen des Nürnberger Parteitages fand heute vormittag ein großer Em «0, Meltvreffe statt, bei dem der Reicysprene Äf der NSDAP, Dr. Dietrich, nach einem Dankwort an die Pressevertreter u. a. etwa folgendes ausführtc: Dieser Generalappell der Nationalsozialistischen Partei, soll weniger den aktuellen politischen Taget,sragc.n gewidmet sein als dem politischen Erleben. Wie der Na- tionaliozialismus eine Bewegung st, d« nicht intellektuell projektiert und nicht aus konstrur- tiver Grundlage aufgebaut wurde, Indern ans dem deutschen Volke selbst her au sg e» ach- f en ist und auf gefühlsmäßigen Werten ba- fielt, so muß man den Nationalsozialismus in feinem tiefen Wesen auch "gendwi 9 - sühlsmäßig erfassen, um ihn verstehen. Biel leicht ist hier die Quelle sener beklagenswerten Irrtümer und bedauerlichen Mlßverstandniße, denen das nationalioziallstische Wollen ui Wirken weniger aus Bo-r-haftigkelt aU aus Unkenntnis in der Welt ausgesetzt *1*. 4. er tiefe Wandel sowohl der inneren seelischen, w?e der äußeren Haltung unseres Volkes, den die nationalsozialistische , Revolution zum Durchbrach gebracht hat, ist selbst sur dleicni- gen, die nie in vorderster Front die,es gigan­tischen Kampfes gestanden haben, von unerhör­ter, kaum faßbarer Eindringlichkeit.

Das Dritte Reich ist Wirklichkeit geworden. An der wiege des Dritten Rei­ches stand die wacht der Personlich- k e i t, die sich in Adolf Hitler verkörpert. Ihre Bedeutung für das Werk und für das Gesingen ist überragend. Sicherlich hat die heutige Zeit noch zu wenig verstanden von dem Geschehen dieser Tage, um es in welthistorischer Perspek­tive zu sehen. Wan muß die Woge von Liebe und Begeisterung, die dem Führer heute aus allen Schichten des Volkes entgegenftrömf, an seiner Seite tagtäglich mit- erleben, um zu wissen, daß diese im staatsmän­nischen so ganz besondere Erscheinung keine wirklichkeitsfremde Konstruktion, sondern eine Tatsache ist.

Adolf Hitlers Fahrten durch das Land find e i n einziger Triumphzug. Wo ist ein Herrscher oder ein gekröntes Haupt so vom Volk umiubelt worden, wie Adolf Hitler? Wer nicht selbst dabei war, kann sich einfach keine Vorstellung davon ma­chen. Es ist nichts Aeußerliches, nichts Gemachtes, nichts Vorbereitetes oder gar Befohlenes. Impul - i 0 folgen sie alle dem Zug ihres Herzens, wie von einer inneren unbestechlichen Macht getrieben. Das Volk hängt am Führer. Es liebt ihn und vertraut ihm rückhaltlos und ohne Grenzen. Aus dieser einzigartigen lebendigen Beziehung zum Volk schöpft Adolf Hitler immer neue Kraft für fein Werk. In dieser Wechselwirkung von Volk und Führer liegt aber auch eine unver­siegbare Quelle fortschreitender nationaler Entwicke­lung. Das Letzte an der Persönlichkeit Adolf Hitlers wird uns wohl immer ein Mysterium bleiben. Der gottbegnadete Mensch geht seinen Weg, weil er ihn gehen muß. Hier gilt das Wort, daß der Glaube Berge versetzt. Wenn jemals das Wort, daß der Charakter die Tatsachen formt, sich als richtig erwiesen hat, dann ist es in diesem Helden­kampf der nationalsozialistischen Bewegung der Fall gewesen. Das hohe Lied der Treue und Opferbe­reitschaft, die heroische Weltanschauung erlebten mitten aus dem Volke heraus ihre Auferstehung.

Wenn Sie den Aufmarsch der nationalsozialisti­schen Bewegung, den Sie in diesen Tagen hier in Nürnberg miterleben, mit diesen Augen ansehen, dann werden Sie, meine Herren Kollegen, insbe­sondere von der Auslandspresse, auch von Ihrem Standpunkt aus nicht die unwesentlichen Schattenseiten, sondern das Wertvolle und Positive dieser Bewegung erkennen, und zwar das Positive für die Zusammen­arbeit auch der Völker untereinander. Wir wissen, daß die Beziehungen der Staaten in Zukunft glücklicher und dauerhafter hergestellt wer­den können, wenn das Gesicht der Ration klar und geschlossen, wenn ihre Führung verant­wortlich und autoritär im Volke gegrün­det ist. Deshalb ist die (Erneuerung des politischen Lebens in Deutschland auch für die politische Ord­nung der Rationen im internationalen Leben von größter Bedeutung. Die großen Zeitfragen, die inter­nationaler Regelung bedürfen, verpflichten die Völ­ker geradezu, einer solchen gesunden und organi­schen Entwickelung in den einzelnen Ländern Ver­ständnis entgegenzubringen, ebenso wie sie selbst Verständnis für ihre nationalen Lebensinteressen er­warten können. Gerade die Presse kann hier uncnd- sich viel Gutes für die Gesamtheit der Völker tun.

Wenn Sie am Sonntag unsere S A. in Zucht und Ordnung marschieren sehen, dann erblicken Sie in ihnen nicht militärische

Gerade in einer Zeit wirtschaftlicher Röte und Sorgen ist es wichtig, allen Menschen klar zu machen, daß eine Ration auch noch höhere Aufgaben besitzt, als in gegenseitigem wirtschaftlichen Egoismus aufzugehen. Die Kul- turdenkmäler der Menschheit waren noch immer die Altäre der Gesinnung auf ihre bessere Mis­sion und höhere würde. Wenn Völker dies nicht mehr wissen wollen, dann haben sie den besseren Bestandteil ihres Blutes bereits verloren, und ihr Untergang ist nur mehr eine Frage der Zeit. Indem wir aber überzeugt sind von dem inne­ren wert des deutschen Volkes, wollen wir da­für sorgen, daß es durch seine politische und staatliche Führung Gelegenheit erhält, diesen seinen Wert auch unter Beweis ; u stel- l e n. Mögen sich die deutschen Künstler ihrer­seits der Aufgabe bewußt fein, die ihnen die Ration überträgt. Da Torheit und Unrecht die Welt zu beherrschen scheinen, rufen wir sie auf, die ftoljefte Verteidigung des deut­schen Volkes mit zu übernehmen durch die deutsche Kunst.

Dem Führer wurde mit brausendem Beifall ge­dankt. Das Reichssymphonie-Orchester schloß die Kundgebung mit dem vierten Satz der C-Moll- Symphonie von Brahms. Alfred Rosenberg sprach die Schlußworte. Durch eine enge Gasse begeister­ter Menschen schritt dann der Führer durch den Saal hinaus auf die Straße, wo der Jubel der Menschen durch fein Erscheinen minutenlang an­hielt. Die Sperren wurden immer wieder durch­brochen, die SA.- und SS.-Leute hatten alle Mühe, mit freundlichen Worten die Menge zuruck- zuhalten, um dem Führer wenigstens die Abfahrt zu ermöglichen.

Oie Hessen in Nürnberg.

Reichsstatthalter Sprenger begrüßt die Ankommenden.

Nürnberg, 1. Sept. Mit dem heutigen Tage war der erste große Anmarsch tag des Frontabschnittes Hessen-Nassau in Nürnberg. Ueberall, wo man unsere hessischen Truppen sah, fand man sie in bester und gehobe­ner Stimmung. Ihr Anmarsch in die Stadt und zum Standquartier begleitete durch alle Straßen freudige und anerkennende Zurufe der Nürnberger.

Der Reichs st atthalter in Hessen, Gauleiter Sprenger, hatte es sich nicht nehmen lassen, von morgens 4.15 Uhr ab bis abends gegen 23 Uhr die ankommenden Parteigenossen seines Gaues a u f öem Bahnhof persönlich z u empj f a n g.e n. Nach einigen Worten herzlicher Begrü­ßung sagte der Gauleiter, das wichtigste fei, in sich das Bild der riesigen Kraft der Partei zu v er tiefen, denn diese Kraft sei die einzige Quelle allen neuen Schaffens und aller neuen Arbeit in Deutschland. Darüber hinaus solle der Vergleich mit den Formationen der anderen Gaue der Bewegung ein Ansporn sein, die ehrenvolle Tradition unferee Gaues hochzuhalten, das aber bedeute: weiter an der Spitze marschieren.

Oer Gvnderzug mit den Berliner Diplomaten.

Berlin,!. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Der Sonderzug, der die Vertreter von 30 Ländern aus der ganzen Welt mitführt, die auf Einladung der Parteileitung der NSDAP, an dem Parteitag in Nürn­berg teilnehmen, ist heute früh um 8.15 Uhr vom Anhalter Bahnhof abgefahren. Die ausländischen Gäste wurden im Empfangs­raum des Bahnhofes, dem sogenannten Für­stenzimmer, von SS.-Gruppenführer Erb­prinz zu Waldeck als dem Vertreter der Partei und dem Gesandten Gras Basse- witz, dem Ches des Protokolls, empfangen. Ter Zug setzt sich zusammen aus einem Salon­wagen der Neichsregierung, sechs Schlafwag­gen I. Klasse, zwei Speisewagen und einem Liegewagen III. Klasse, in dem eine SS.- Mannschaft zur Begleitung mitfährt. Zur Er­leichterung ihrer Reise sind mehrere Abteile als Diktierräume für die Diplomaten ein­gerichtet, außerdem wurde ein besonderer Raum für einen Arzt zur Verfügung gehal­ten. Die ausländischen Gäste genießen wäh­rend der Tage die größte Bequem­lichkeit, die man ihnen bieten kann. Die Verteilung der Plätze im Schlafwagen ist so organisiert, daß jeder 'Diplomat ein ganzes Abteil für sich hat.

*

Um 15.45 Uhr traf auf dem Nürnberger Haupt­bahnhof der Diplomatenzug ein, der elf Gesandte und 20 Geschäftsträger in die Kongreßstadt brachte. Dem Chef des Protokolls gegenüber äußerten sie sich anerkennend über die freundliche Begrüßung, die ihnen auf allen Stationen, die der Zug pas­sierte, von der Bevölkerung entgegengebracht wurde. An etlichen Stationen hatten sich ganze Schul­klassen eingefunden, um die ausländischen Gäste zu begrüßen. Je näher es Nürnberg zuging, um so herzlicher fiel diese Begrüßung aus. Unter den Diplomaten befanden sich mehrere Herren, die die­ser Tage dem Reichspräsidenten ihre Beglaubi­gungsschreiben überreicht haben. Die den Zug be­gleitenden SS.-Leute vom Reitersturm unter Füh­rung des Sturmführers Brantenhaar konnten, da sie fast alle mehrerer Sprachen mächtig sind, sich mit den Diplomaten in ihren Landessprachen un­terhalten.

Arbeitsdienst und freie Wirtschaft.

Träger des Arbeitsdienstes nur öffentlich- rechtliche Körperschaften.

Berlin, 31. Aug. (TU.) Die Reichsleitung des Arbeitsdienstes teilt mit:

In einigen Kreisen besteht immer noch die Befürchtung, daß der Arbeitsdienst der freien Wirtschaft vorhandene Ar­beit fortnimmt und dadurch den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit erschweren könnte, obwohl immer wieder darauf hingewiesen wird, daß nur zusätzliche Arbeit ver­richtet werden darf, die entweder in der freien Wirtschaft nicht gemacht werden kann, weil die Mittel fehlen, oder den Arbeitslosen im Weiteren Verlauf der Arbeit neue Ar­beitsmöglichkeiten gibt.

Der Rcichsleitung des Arbeitsdienstes liegt aber außerdem sehr daran, daß die in der

Ehrenarbeit geleistete Arbeit auch sehr gut erhalten bleibt, damit die für die Ge­meinschaft geleistete Arbeit auch aus die Dauer Nutzen bringt. Wenn nun die im Arbeitsdienst geleistete Arbeit für private Genossenschaften, Vereine oder gar Privatpersonen gemacht wird, ist diese Gewähr naturgemäß meist nicht ge­geben. So haben verschiedentlich private Wei­degenossenschaften und Vereine versucht, eine Anerkennung eines Arbeitsvorhabens für den Arbeitsdienst zu erreichen. Nach einer Anord­nung der Reichsleitung des Arbeitsdienstes sollen in Zukunft nur für solche Arbei­ten die Förderung, d. h. die Gewährung von staatlichen Zuschüssen für die Arbeitsdienst­willigen anerkannt werden, bei denen der Träger der Arbeit ein Kreis, eine Gemeinde oder eine öffentlich- rechtliche Körperschaft ist. Da der Staat bei diesen Körperschaften ein weitge­hendes Aufsichtsrecht hat, ist die Gewähr für die Erhaltung der geleisteten Arbeiten ge­

geben. Im übrigen lasten sich auch ia bei jeher Bodenkulturarbeit solche Körperichaften, rote z. B. Wassergenossenschaften, Bodenverbeße- rungsgenofsenschaften, Deichverbände ufro. leicht gründen.

Neue Mittel aus dem Arbeits- beschaffungsprogramm.

Berlin, 31. Aug. (WTB.) In der letzten Kre- ditausschußsitzung der Deutschen Gesellschaft für öf­fentliche Arbeiten AG. (Deffag) wurden, wie vorn Reichsarbeitsministerium mitgeteilt wird, im neuen Arbeitsbefchaffungsprograrnrn weitere Dar- lehnsb ewilligungen im Betrage von rund 14,2 Millionen Mark ausgesprochen. Hiervon entfallen rund 4,8 Millionen Mk. auf Ar­beiten im Lande Sachsen; annähernd 2 Mill. Mk. wurden für Arbeitsbeschaffungsrnaßnahmen in der Provinz Westfalen, rund 1,25 Mill. Mark für Schleswig-Holstein, 1 Million Mark für Schlesien und 900 000 Mark für Baden bereit- gestellt; für Arbeiten der Stadt Hannover wurde ein Betrag von f Million Mark bewilligt.

Der Rest verteilt sich auf eine Reihe von Maßnah­men mehrerer Bezirke. Außerdem wurden vom Vor­stand der Deffag 12 3 Darlehen im Gesamt­beträge von 12 Millionen Mark b e = willigt.

Keine Blumen in den Wagen des Führers werfen!

Nürnberg, 31. Aug. Dem Führer sind auf seine Fahrten durch Deutschland und insbesondere am Mittwoch durch Nürnberg wiederum große Mengen Blumen in den Wagen geworfen worden. Der Führer bittet darum, diese Blumen, die für seine SA. bestimmt sind, sofort seiner SA. zu geben, da er von diesen Unmengen von Blumen auch keinen Bruchteil in sein Zimmer stellen kann. Im Zusammenhang damit wird darauf hingewiesen, daß bas Werfen von Blumen in den Wagen des Führers seit längerer Zeit verboten ist, weil bei schneller Fahrt durch geworfene Blumen­sträuße leicht Personen verletzt werden können.