Ausgabe 
2.9.1933 Frühausgabe
 
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Nr. 2s 5 SrühatrSsabe

185. Jahrgang

Samstag. 2. September 1933

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DjeRaffealsGmndlagederMtmimnationalsozjaWschenStaat

Nie Programmrede des Führers auf der Kulturtagung des Nürnberger Reichspartestags.

nationalen Demokratie und ihren Auswir­kungen.

Diese nationalsozialistische Weltanschauung führt zwangsläufig zu einer Neuorientie­rung auf fast sämtlichen Gebieten des völkischen Lebens. Ausgehend von der Erkenntnis, das; auf die Dauer alles Geschaffene nur durch dieselben Kräfte zu erhalten ist, die vorher die Träger der Schöpfung waren, wird der Nationalsozialismus im deutschen Volke das Wesen derjenigen Be- standteile zu dominierendem Einfluß und damit zur sichtbarsten Auswirkung bringen, die die Bil­dung unseres deutschen Dolkskörpers im Laufe vieler Jahrhunderte angeregt und durchgeführt haben.

Die Vorsehung will zur Aufrechterhaltung jeder menschlichen Gesellschaft gewisse Prinzipien vertre­ten wissen, ohne Rücksicht darauf, ob alle Einzelnen sich damit einverstanden erklären, wie auch das kul­turelle Bild eines Volkes geformt wird nach seinen besten Bestandteilen und dank ihrer Art einzig dazu geborenen Trägern der Kul­tur. Was aber den dazu nicht Geborenen dann an innerem Verständnis fehlt, was sie an Herz und Seele nie zu fassen vermögen, das muß durch bewußte Erziehung sie zumindesten in scheuen Respekt versetzen. 9m übrigen müssen sie

Der Ziisammechmg von Stil und Haffe.

Es ist das Zeichen der grauenhaften Dekadenz der vergangenen Zeit, daß sie vonZielen" redete, ohne ihre rassischen Bedingtheiten zu erkennen. Der Grieche hat nie international gebaut, sondern grie­chisch. D. h., jede klar ausgeprägte Rasse hat ihre eigene Handschrift im Buche der Kunst, so­fern sie nicht, wie z. B. das Judentum, ohne eigent­liche künstlerische produktive Fähigkeit ist. Wenn Völker aber eine artfremde Kunst kopieren, so ist dies nicht der Beweis für die 9nternationalität der Kunst, sondern nur der Beweis für die Möglich­keit, etwas intuitiv Erlebtes und Geschaffenes mechanisch abschreiben zu können (Beifall). Nur dort kgnn man von einem wirklich verständ­nisvollen Eingehen eines Volkes in die Kunst eines anderen reden, wo über alle zeitlichen und sprach­lichen Entfernungen hinweg ein und dieselbe rassische Wurzel vorhanden ist. Was immer sich auch am äußeren Weltbild verändern mag, die innere Veranlagung der Rassen selber verändert sich nicht, Jahrtausende sind einflußlos, solange nicht die Erbmasse selbst blutmäßig verdorben wird. Daher wird das Schönheitsideal der antiken Völker und Staaten unvergänglich fein, solange Menschen gleicher Veranlagung, weil gleicher Her­kunft, die Erde beleben. Nicht der Stein oder die tote Form sind in ihrer Schönheit unvergänglich, sondern nur d i e Menschen sind es, die ihre Herkunft derselben Wurzel verdanken.

Es ist daher auch ein Irrtum zu glauben, daß die schöpferische Urkraft einer Rasse die Form ihrer künstlerischen kulturellen Aeußerungen durch irgend ein stilistisches Gesetz bestimmt oder reglementiert erhält. Rein: Rur das Instinkt- unsichere, weit rassisch uneins gewordene Volk, benötigt der Regeln, um nicht den wun­derbaren Faden zu verlieren, den die un­komplizierten, weil natürlichen Repräsentanten

Der arisch-nordische Mensch als Träger und Wegbereiter höchster Kunst.

ja nur lernen, diese Lebensäußerungen der einen Seite ihres Volkes genau so anzuerkennen wie die andere sich auch mit ihrer Mentalität abfinden muß.

Es haben daher zu allen Zeiten die Weltan­schauungen nicht nur das Wesen der Politik, son­dern auch das Bild des kulturellen Le­bens bestimmt. Die Dichter haben Helden be­sungen, wenn heldisches Zeitalter diese in Erschei­nung treten ließen oder sie fliegen in die Niede­rungen des alltäglichen Lebens, wenn die Zeit unheroisch wurde und ihr entsprechende Menschen den Ton angaben. Denn niemals kann man b i e Sun ft vorn Menschen trennen. Das Schlagwort, daß gerade die Kunst international sei, ist hohl und unverständig. Wenn man schon andere Funktionen des Lebens durch Erziehung angelernt erhalten kann, zur Kunst muß man geboren fein. D. h., die außer aller Erziehung liegende grundsätzliche Veranlagung und damit Eignung ist von entscheidendster Bedeutung. Diese Veranlagung aber ist ein Bestandteil der Erbmasse. Nicht jeder braucht deshalb schöpferischer Künstler zu sein, weil er rassisch gesehen, zu dieser bestimmten Art zu rechnen ist. Wohl aber wird sich nur auf einer solchen das wirkliche Genie erheben können, und nur diese Rasse allein wird es empfinden und ver­stehen.

einer begnadeten Rasse einst gefunden hatten. (Es ist dabei lächerlich zu meinen, daß man ohne weltanschauliche (Erneuerung und damit rassische Klärung einen neuenGebens-, Kultur- und Kunststil" finden könnte, wie es lächerlich ist, anzunehmen, daß die Ratur mit dieser hell­seherischen Aufgabe jeden durchschnittlichen Stümper betraue. Rur der klarste menschliche Geist kann die Wege zur erhabendsten Schön­heit finden.

Der letzte Maßstab dafür aber liegt in der Er­kenntnis einer kristallklar erfüllten Zweckmäßigkeit. Dies hat gar nichts zu tun mit jener vermeint­lichenSachlichkeit", die nicht begreifen will, daß der Mensch animalische Primitivität nicht verwech­seln soll mt harmonischer Schönheit. Nicht jeder Künstler wird diese letzte Vollendung finden; allein alle sollen sie suchen. Jedem Volke sind seine natür­lichen Grenzen gezogen. Der gottbegnadete Künst­ler aber wird als die einmal Mensch gewordene komprimierte Fähigkeit seines Volkes stets den durchschnittlichen allgemeinen Erkenntnissen voran eilen und unbewußt jene Gestaltung finden, die als höchste und erhaben st e Schön­heit empfinden und gesehen, als klarste Zweck­mäßigkeit aber oft er ft nach Jahrtausen­den bewiesen werden kann. So wie der edle Mensch sich gegenwärtig in beiden Geschlechtern stets der Schönheit bewußt war, um wohl erst nach Jahrtausenden zu erkennen, daß die höchste Schön­heit des Weibes in der zweckmäßigen Gestaltung und Vollendung feines Körpers und Wesens genau so wie umgekehrt auch beim Manne liegt, so kann die konstruktive und tektonische Form der Lösung ihrer beiden Aufgaben dem wirklich begnadeten Künstler gelingen, ehe noch die sogenannte exakte Wissenschaft den Beweis für die tatsächliche statistische Richtigkeit der gefundenen Lösung zu liefern vermag.

Nürnberg, 1. Sep'. (WTB.) Die Kultur- tagung im Kulturvereinshaus gestaltete sich zu einem der Höhepunkte des Reichsparteitages. Der ?roße Saal war einschließlich seiner Emporen über- üllt, dennoch drängten Tausende auf der Straße, an den (Eingängen, in den Gängen und vor den Saaltüren. Die Ordner mußten sich die größte Mühe geben, um wenigstens für die Ehrengäste, insbesondere für die ausländischen Diplomaten, die in großer Zahl erschienen waren, Sitzplätze zu er­halten. In der Reihe der Diplomaten saß auch Vizekanzler o. P a p e n. Der Reichskanzler sowie mehrere Reichsminister konnten Sitzplätze nicht mehr bekommen. Sie standen dicht gedrängt vor der Bühne, auf der das Reichssymphonie- Orchester unter dem Dirigenten Adam in hervor­ragend künstlerischer Weise mit der Böcklin-Suite von Max Reger die Kulturtagung einleitete. Alfred Rosenberg, der Führer des Kampfbundes für deutsche Kultur hieß im Namen der Reichsleitung der NSDAP, die zur Kulturtagung erschienenen Gäste und Teilnehmer willkommen. Darauf nahm der Führer das Wort zu einer großen Rede, in der er u. a. folgendes ausführte:

Nie Rede des Führers.

21m 30. Januar 1933 wurde die Nationalso­zialistische Partei mit der politischen Führung des Reiches betraut. Ende März war die national­sozialistische Revolution äußerlich abgeschlos - s e n. Abgeschlossen, insoweit es die restlose äleber- nahme der politischen Macht betrifft. Allein nur der, dem das Wesen dieses gewaltigen Ringens innerlich unverständlich blieb, kann glauben, daß dann der Kampf der Weltanschauun­gen seine Beendigung gefunden hat. Dies wäre dann der Fall, wenn die nationalsozialistische Be­wegung nichts anderes wollte, als die sonstigen landesüblichen Parteien. Diese pflegen allerdings am Tage der ilebernabme der politischen Füh­rung den Zenith ihres Wollens und damit ihrer Existenz erreicht zu haben. Weltanschauungen aber sehen in der Erreichung der politischen Macht nur die Voraussetzung für den Be- ?inn der Erfüllung ihrer eigent- ichen Mission. Schon im WortWeltan­schauung" liegt die feierliche Proklamation des Entschlusses, allen Handlungen eine b e stimmteAusgangsauffassungundda- mit sichtbare Tendenz zugrunde zu le­gen. Eine solche Auffassung kann richtig oder falsch sein: Sie ist der Ausgangspunkt für die Stellungnahme zu allen Erscheinungen und Vor­gängen des Lebens und damit ein bindendes und verpflichtendes Gesetz für jedes Wirken. Je mehr sich nun eine solche Auffassung mit den natürlichen Gesehen des organischen Le­bens deckt, um so nützlicher wird ihre bewußte Anwendung für das Geben eines Volkes sein.

Alle geschichtlich feststellbaren Weltanschauun­gen sind nur verständlich in ihrer Verbindung mit den Lebenszwecken und der Lebensauffassung be­stimmter Rassen. Es ist daher sehr schwer, zu der Richtigkeit oder Unrichtigkeit solcher Auffassungen Stellung zu nehmen, wenn man nicht ihre Aus­wirkung den Menschen gegenüber prüft, auf die man sie angewendet wissen will oder nicht. Denn was einem Volke natürlichste, weil ihm angeborene und damit zukommende Lebensäußerung ist, be­deutet für ein anderes wesersfremdes Volk unter ilmftänben nicht nur eine schwere Bedrohung, son­dern sogar das Ende. Auf keinen Fall aber kann ein Volk, das sich aus verschiedenen Rassenkemen zusammensetzt, sein Leben in den wichtigsten Be­langen auf die Dauer von zwei oder drei Au ffassungen zu gleicher Zeit be- st i m m e n lassen und nach ihnen aufbauen. Dies führt zwangsläufig früher oder später zur Auflösung einer solchen widernatürlichen Ber­einigung. Soll dies daher vermieden werden, dann ist entscheidend, welcher rassische Bestandteil sich durch sein Wesen weltanschaulich durchzusehen ver­mag. Das bestimmt dann aber die Linie, in der die Entwicklung eines solchen Volkes weiterhin verläuft.

Der Rationalsozialismus ist eine Weltanschau­ung. Indem er die ihrer innersten Veranla­gung nach zu dieser Weltanschauung gehörenden Menschen erfaßt und in eine organische (5c- meinschast bringt, wird er zur Partei derjeni­gen, die eigentlich ihrem Wesen nach einer be­stimmten Rasse zuzusprechen sind. (Er erkennt dabei die Gegebenheit der verschiedenen rassischen Substanzen in unserem Volke. (Er ist auch weit entfernt, diese Mischung, die das Gesamtbild des Lebensausdruckes unseres voslkes gestaltet, an sich abzulehnen. (Er weiß, daß die normale Spanne unserer Fähigkeiten durch die innere rassische Gliederung unseres Volkes bedingt ist. Er wünscht aber, daß die politische und kultu­relle Führung unseres Volkes das Gesicht und den Ausdruck jener Rasse behält, die durch ihren Heroismus, allein dank ihrer inneren Ver­anlagung aus einem Konglomerat verschiedener Bestandteile das deutsche Volk überhaupt erst geschaffen hat. Der Rationafozialismus be­kennt sich damit zu einer heroischen Lehre der Wertung des Blutes, der Raffe und der Per­sönlichkeit sowie der ewigen Auslesegesehe und tritt somit bewußt in unüberbrückbare Gegen­sätze der Weltanschauung der pazifistisch-inter­

wir aber wissen von uns, daß im Altertum und in der neuen Zeit der arisch-nordische Mensch stets die zwingende Synthese gefunden hat zwi­schen der gestellten Ausgabe, dem Zweck und dem gegebenen Material. Sein freier schöpfe­rischer Geist ist sich immer gleich geblieben und wenn auch Jahrhunderte lang bestimmte Welt­anschauungen als äußerer Ausdruck anderen volkstumes die Menschheit unter Stilgesehe- zwangen, die für ihre Zeit weltanschaulich rich­tig sein konnten, dem wahren inneren arischen Wesen aber widersprachen, so hat doch dieser Geist immer wieder nach einem Ausweg in feine eigene, wenn auch vergangene Welt ge­sucht.

3n eben dem Maße, in dem der nordische Geist seine bewußte Wiederauferstehung erlebt, wird er die kulturellen Aufgaben der heutigen Zeit mit nicht minder großer Klarheit und damit in ästhe­tischer Schönheit zu lösen haben, wie seine rassi­schen Vorfahren bie ihnen gestellten Probleme mei­sterten. Es ist dabei ebenso lächerlich, ja kindisch, den von seinen Vorfahren bereits gefundenen klassischen Formen und Ausprägun­gen künstlerischer Schöpferkraft ängstlich aus dem Wege gehen zu wollen, wie es dumm wäre, an­dere Erkenntnisse und Erfahrungen im Leben nur deshalb abzulehnen, weil frühere Genera­tionen schon diese Wahrheiten gefunden hat­ten. Die Menschheit würde entarten, die Kultur sich rückbilden, wenn e^t die Scherl einreißt.

eine brauchbare Erbmasse an Leben s- und Kul t u rgütern weiterzupfleg en nur deshalb, weil dekadente oder rassisch-fremde Clemente in ihrem geistigen Anarchismus oder ihrer herkunftsmäßig bedingten Ablehnung am liebsten die Brandfackel an alle Leistungen der Vergangenheit überhaupt legen möchten. Um­gekehrt wird aber eine schöpferische Rasse die Gesamtsumme der Leistungen ihrer Vorfahren als Stil nicht zu einem tyrannischen Ge­setz erheben dürfen, das jede weitere eigene Leistung begrenzt oder gar vergewaltigt.

Rur aus Vergangenem und Gegen­wärtigem zugleich baut sich die Zukunft auf. Der gegebene Zweck, das konstruktive Können der Gegenwart sowie das technische Material sind die Elemente, aus denen und mit denen der wahr­haft schöpferische Geist seine Werke gestaltet, ohne Angst, das gefundene und überlieferte Gut der Vorfahren zu verwenden, mutig genug, das selbst­gefundene gute Reue mit ihm zu verbinden! Es ist überhaupt falsch, von einem zu suchenden neuen Stil" zu reden, sondern man kann nur hoffen, daß unser bestes Menschentum von der Vorsehung erwählt werden möge, aus dem blut- mäßig bewegten inneren Wesen heraus, die uns heute gestellte Aufgabe genau so souverän zu lö­sen, wie dies zum Veispiel den arischen Völkern des Altertums gelungen war. Entscheidend ist nur, daß wir durch das bewußte Herausstellen der unser Volk tragenden rassischen Substanz sowie durch die souveräne Prokla­mierung ihres Wesens und der ihr entsprechenden

Weltanschauung einen Kern schaffen, der für lange Zeiträume seinen schöpferischen Geist auswirken lassen kann.

Es ist kein Zufall, daß das weltanschaulich ver­schwommenste Zeitalter in seiner libcralistischcn Freizügigkeit sprich Unsicherheit auch auf dem Gebiete des kulturellen Schassens unsicher war. In knapp einem Jahrhundert wurden die Kunstleistungen der Völker und die Welt­anschauungen fast aller Zeiten durchprobiert und wieder abgelegt. In dem ku­bistisch-sadistischen Primitivitätskult hat diese Un­sicherheit endlich den einzig passenden, weil sicheren Ausdruck gefunden. Es ist dies die kulturelle L e b e n s ä u ß e r u n g des kulturlosenBo- densatzes der Nationen. Der Marxismus mündet nicht nur politisch, sondern auch kulturell zwangsläufig in den Nihilismus.

(Eine neue künftlerische Renaissance des arischen Menschen nahm ihren Ausgang bemerkenswerterweise von den Auf­gaben, für deren Lösung Vorbilder überhaupt nicht vorhanden waren. Die moderne Tech - n i k zwang den Menschen, eigene Wege zu suchen. Aus Zweck und Material wurden nun Formen gefunden und entwickelt, die in der Aestetik vieler Maschinen ;. V. mehr griechischen Geist atmen als manches schlecht nachempfun­dene Bauwerk. Dieses gewaltige neue Gebiet hat als Reuland die geistigen Denkmäler eines ebenso modernen wie ästetisch befriedigenden Schassens aufzuweisen. Von hier aus geht über die neuartigen Baustoffe wie Stahl, Eisen, Glas, Beton usw. die Entwicklung zwangsläu­fig einen den Bauzwecken und diesen Materia­lien entsprechenden Weg.

Aber auch hier ist nicht jeder Durchschnittsmensch berufen, Unsterblicyes zu leisten. Wer nur das Neue sieht um des Neuen willen, ver­irrt sich nur zu leicht in das Gebiet der Narreteien, da das Dümmste, in Stein und Material ausge­führt, natürlich umso leichter das wirklich neu­artigste zu sein vermag, als ja in früheren Zeit­altern nicht jedem Narren genehmigt wurde, die Umwelt durch die Ausgeburten seines kranken Hirns zu beleidigen. Unter der Paroleneu fein um jeden Preis" kann jeder Stümper etwas Besonderes leifken. Man soll sich aber hüten, in solchen Experimenten allein schon den Beweis für die Bedeutung eines Menschen und seiner Arbeit sehen zu wollen. Nur wenigen Gottbegnadeten hat zu allen Zeiten die Vorsehung die Mission aufge­geben, wirklich Neues zu gestalten. Damit find diese aber die Wegweiser für eine lange Zu­kunft. Die Kunst ist eine erhabene und zum Fana­tismus verpflichtende Mission. Wer von der Vor­sehung ausersehen ist, die Seele eines Volkes der Mitwelt zu enthüllen, sie in Tönen klingen oder in Steinen sprechen zu lassen, der leidet unter der Gewalt des allmächtigen, ihn beherrschenden Zwan­ges, der wird seine Sprache reden, auch wenn die Mitwelt ihn nicht versteht ober verstehen will, wird lieber jede Not auf sich nehmen, als auch nur ein­mal dem Stexn untreu zu werden, der ihn inner­lich leitet.

Die nationalsozialistische Bewegung und Sfaafs- führung darf auch aus kulturellem Ge­biete nicht dulden, daß solche Richtskönner ober Gaukler plötzlich ihre Fahne wech­seln und so, als ob nichts gewesen wäre, in den neuen Staat einziehen, um dort auf dem Gebiete der Kunst und Kultur-Politik abermals das große Wort zu führen. Ob die Vorsehung uns alle die Männer schenkt, die dem politi­schen Wollen unserer Zeit und seinen Leistungen einen gleichwertigen kulturellen Ausdruck zu schenken vermögen, wissen wir nicht. Aber das eine wissen wir, daß unter keinen Umständen die Repräsentanten des Verfalles, der hinter uns liegt, plötzlich die Fahnenträger der Zu­kunft fein dürfen.

Entweder waren die Ausgeburten ihrer da­maligen Produktion ein wirklich inneres Erleben, dann gehören sie als Gefahr für den gesunden Sinn unseres Volkes in ärztliche Ver­wahrung, oder es war dies nur eine Speku­lation, dann gehörten sie wegen Betruges in eine dafür geeignete Anstalt. Aus keinen Fall wollen wir den kulturellen Ausdruck unseres Reiches von diesen Elementen verfälschen lassen; beim das ist unser Staat und nicht der ihre.

Dieser neue Staat wird aber der Pflege des Kulturellen eine ganz andere Aufmerksamkeit schenken als der alte. Immer wird die politische Führung stofflich und tatsächlich die Voraus­setzung liefern müssen für das Wirken der Kunst. Selbst wenn ein Volk erlischt und Menschen schweigen, werden dann die Steine reden, solange das eigene Volk lebt oder es andere Völker gibt mit annähernd gleichem kul­turellem Vermögen. Es wird daher jedes große politische Zeitalter in der Weltgeschichte das Recht seines Daseins durch die sichtbarste Urfunbe seines Wertes sich ausstellen, bie es gibt, durch seine kulturellen Leistungen.

Die Meinung, daß in materiell dürftigen Zeiten kulturelle Fragen in den Hintergrund treten müßten, ist ebenso töricht wie gefähr­lich. Denn wer die Kultur etwa nach der Seite ihres materiellen Gewinnes hin einschätzen will, oder auch nur zu beurteilen trachtet, hat keine Ahnung ihresWesens und ih rerAuf- gaben. Gefährlich aber ist diese Auffassung, weil sie damit das gesamte Leben airf ein Ri^eau her- abbrütft, auf dem endlich höchstens noch bie Zahl der Minderwertigen entscheidet.