Ausgabe 
2.6.1933 Frühausgabe
 
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mar? derRentenbankkreditanstaltzur Verfügung gestellt, die diese Mittel an die Ent­schuldungsstellen ohne jede Verteuerung weiterzu­leiten hat. Die Rückzahlung dieser Kredite er­folgt aus den eingehenden Tilgungsbeträgen. Außerdem ist eine weitgehende Lombardierung für auszugebende Entjchuldungspfandbriefe vor­gesehen.

Oie Landabgabe.

2leben den geschilderten beiden Möglichkeiten der Entschuldung sieht das neue Gesetz auch die Möglichkeit einer Entschuldung durch Land­abgabe seitens des Betriebsinhabers vor, wo­mit gleichzeitig die landwirtschasttlche Siedlung ge­fördert werden soll.

Äeichsmimster Hugenberg erläutert das Entfchuldungsgeseh

B e r I i n, 1. Juni. (CNB.) Vor Vertretern der Presse gab Reichsminister Hugenberg einige Erläuterungen zu dem neuen Gesetz zur Neuregelung der landwirtschaftlichen Schuldenveryältnisse. Er be­tonte die enge Verbundenheit dieses Gesetzes mit der allgemeinen Wirtschaftspolitik und wies insbesondere auf den Erfolg der Neuordnung der Fettwirtschaft hin, die zu einer Stei­gerung der Milch- und Butterpreise geführt habe. Eine Milchpreissteigerung um 1 R p f. bedeute so viel wie ein Drittel der Z i n s e n, die die Landwirtschaft heute zu zah­len habe. Der Lösung der Zinsfrage müsse die Be­hebung der landwirtschaftlichen Absatznöte vor­angehen, und so sei dem Fettgesetz gewissermaßen als abschließende Maßnahme das vorliegende Gesetz über die landwirtschaftliche Entschuldung gefolgt. Das Gesetz halte eine Verschuldungsgrenze für diejenigen Güter, die sich dem Entschuldungs­oerfahren unterziehen, und die da liege, wo die Mündelsicherheit aufhöre. Das Gesetz bringe ferner, wichtige Bestimmungen zur Frage der Siedlung. Es werde in der nächsten Zeit eine Anzahl großer Güter, die sich als nicht entschuldbar erwiesen hätten, aufdenMarktkommen. Der Vollstreckungsschutz halte augenblicklich diese Güter aufrecht, auch solche, die nicht durch die Entschuldung gerettet werden könnten, und das neue Gesetz laufe darauf hinaus, durch ein beschleunigtes Verfahren den Vollstreckungsschutz zu lösen, um sie d e r S i e d - l u n g zuzuführen. In diesem Zusammenhang teilte Dr. Hugenberg mit, daß der Fonds für dieSiedlungim laufenden Jahr u m 2 5 M i l l. R M. erhöht werden solle.

Bezüglich der Eingriffe in die Zinsver - hältnifse durch das neue Gesetz äußerte sich Dr. Hugenberg dahingehend, daß ein Zinssatz für die mündelsicheren Hypotheken von 4 Prozent und für die nichtmündelsicheren von 4,50 Prozent angemeffen und entgegen anderen Auffassungen für die Landwirtschaft auch tragbar sei, zumal sie vor dem Krieg den gleichen Zinssatz ge­tragen habe. Das Reichskabinett habe sich auf den Standpunkt gestellt, daß man diesen Zins­satz zugrundelegen müsse, und zwar aus der Erwägung, daß der Landwirtschaft auch für die Zukunft die Möglichkeit zur Neuauf­nahme von Krediten gegeben werden müsse Vei der Schilderung des Entschuldungs­verfahrens hob Dr. Hugenberg wiederum den Grundsatz der Freiwilligkeit hrvor, und wies abschließend darauf hin, daß die Folge des Gesetzes eine Wiederbelebung des ört lichen Kreditwesens sein werde, das durch die falsche Kreditpolitik seit Anfang des Kriegs in Einordnung geraten sei.

Mittel zur Förderung des Eigenheimbaues.

Berlin, 1. Juni. (ERB.) Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Ar­beitslosenversicherung hat Mittel zur Förderung des Cigenheimbaues zur Verfügung gestellt. Hier­bei handelt cs sich um D-arlehen in Höhe von 80 0 M k. f ü r jedes Eigenheim. Bei Einbau einer Anliegerwohnung erhöht sich das Darlehen auf 1203 Mk. Die Verzinsung und Til- gung beträgt insgesamt 4 v. H. Mit Rücksicht auf

| die geringe Höhe des Darlehens kommen nur I Eigenheime in Frage, die nach Llmfang und Ausstattung sehr bescheiden sind und deren Herstellungskosten in der Regel unter 5000 M k. liegen. Der Bauherr muß min­destens 30 v. H. als Eigenkapital nach­weisen. Wenn er ein schuldenfreies Grundstück be­sitzt, ist neben einer ersten Hypothek nur ein ver­hältnismäßig geringer Barbetrag erforderlich.

Reichsmrmster 0r. Goebbels an Mailand.

Mailand, 1. Juni. (TU.) Reichsminister Dr. Goebbels ist am Donnerstagmorgen von Rom kom­mend in Mailand eingetroffen. Dr. Goeb­bels nahm an einem Empfang im deutschen General­konsulat teil und besuchte die d e u t s ch - i t a l i e n i - sche Kulturvereinigung, wo er von dem Präfekten der Ambrosiana begrüßt wurde. Es folgte eine Besichtigung des größten Mailänder Kultur­instituts, Circolo Filologico. wo Minister Goebbels wiederum Gegenstand herzlicher Ehrungen war. Gegen mittag besichtigte der Minister die große Internationale Kun st- und Architek- turausstellung Triennale und stattete der alten Wirkungsstätte Mussolinis, demPopolo d'Jta- l j a " einen Besuch ab. Der Oberkommandierende der faschistischen Milizen, General Preti, überreichte dem Minister im Namen der italienischen Milizen als sichtbares Zeichen freundschaftlicher Verbunden­heit mit dem Nationalsozialismus das Symbol des Milizsoldaten", einen Ehrendolck. Dr. Goeb­bels wurde dann in das ehemalige Arbeitszimmer des 1931 verstorbenen Direktors desPopoli d'Jta- lia", Arnaldo Mussolini, geleitet, das in sei­nem ursprünglichen Zustand als Gedenkraum erhal­ten bleibt. Hier verlas Dr. Goebbels eine demPo­poli d'Jtalia" gewidmete Botschaft. Dr. Goebbels begab sich gegen 16.00 Uhr mit seiner Begleitung im Kraftwagen nach Verona, von wo er am Abend mit dem fahrplanmäßigen Zug nach Berlin weiter­fuhr. Die Mailänder Presse widmetdem Eroberer des roten Berlins", wie Dr. Goebbels überall ge­nannt wird, herzliche, weit über die üblichen inter­nationalen Höflichkeiten hinausgehende Ausfüh­rungen.

Die Loccunier Vereinbarungen über die Vischosfrage.

Berlin, 1. Juni. (CNB.) Von amtlicher kirch­licher Seite wird wie der Evangelische P r e s s e d i e n st meldet mitgeteilt: Durch einige Blätter geht erneut die Behauptung, die ßoccumer Vereinbarung (modus procedendi) sei hinsichtlich der Wahl des Reichsbischofs verletzt worden. Dies ist unrichtig. Es handelt sich bei jener Vereinbarung um eine auch vom Wehrkreispfarrer Müller un­terzeichnete Verabredung über ein schrittweises Vor­gehen in dem kirchlichen Reformwerk. Darin heißt es (Punkt 2), daß bei der Beratung der Vertreter der Landeskirchen über den Grundplan der Ver­fassung eine Einigung über di e Person des zukünftigen Reichsbischofs erfolgen sollte, aber es ist mit keinem Wort davon gesprochen worden, daß die Wahl des Reichsbischofs noch ir­gendeiner weiteren Abstimmung un­terstellt werden müßte. Vielmehr waren sich alle Beteiligten darin einig, daß dies unzweckmäßig fei und einen Rückfall in das allseitig bekämpfte par­lamentarische System bedeuten würde. Damit fallen alle Vorwürfe, die ßoccumer Vereinbarung sei durch die kirchlichen Bevollmächtigten verletzt worden, in sich zusammen.

Aus aller Welt.

Große Kundgebung am Rotkreuztag.

Am Sonntag, dem 11. Juni, findet im ganzen Reich der Rotkreuztag statt. Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, von Winter- f e l d t - M e n k i n, hat an alle Mitgliedsvereine die Aufforderung gerichtet, den Rotkreuztag in die­sem Jahre durch öffentliche Kundgebungen und Ver­anstaltungen besonders eindrucksvoll zu begehen, um damit das Bekenntnis und den ein­

Herr Bim und Grit und Bobby nebenbei.

Erne pfingstgefchichte.

Von Hans dichter.

Herr Bim liegt im Boot und blinzelt mit halben Augen den Flug an, Grit liegt am Ufer im Grase, pat die Arme hinter dem Kopf verschränkt und schaut in den blauen Himmel, lieber all dem brütet die warme Sonne eines Psingstsamstags, eines Tages al|o, dem zwei wundervoll freie Tage folgen wer­den eigentlich sogar zweiundeinhalber.

Herr Bim ist ein weißer Sealyham, ordnungs­gemäß drahthaarig, ordnungsgemäß mit einem Mo- nofel aus grauen und gelben Haaren ums linke Auge, ordnungsgemäß mit einem Stummelschwänz­chen. Herr Bim und das Boot es ist ein Falt­boot für zwei Personen sind das, was die blonde Grit rund alsmein Besitz" bezeichnet. Herr Bim ist schon seit längerer Zeit Hausgenosse, das Boot ist neu. Das Boot ist eigentlich für zwei Personen ge­dacht das ist wichtig es wird zur Zeit aber nur von Herrn Bim bevölkert.

Und über diesen zweiten unbesetzten Platz denkt die blonde Grit nach. Sie hat es nicht ganz leicht, sie hat ein Examen gemacht und erteUt nun Gym- nastikunterricht. Kindern und Damen. Kindern am liebsten. Es gibt aber nicht genug Schüler und des­halb gibt es nicht genug Honorar. Trotzdem hat es für das Boot gereicht. Das wurde am Donnerstag festgestellt. Am letzten Donnerstag.

Und da hat Bobby gesagt: Natürlich kaufst du einen Einer, das ist sportlich.

Und Grit: Ich möchte einen Zweier haben.

Und Bobby: Achselzucken.

Und Grit: Muckschen.

Und nun wiegt sich der Zweier leise auf dem Wasser, und Bobby ist nicht da. Und Grit denkt über das nach, was sie sich oorgespiegell hat, als sie das Boot kaufte. Und das sah so aus: Sonne über einem weiten See, das Boot darauf, und in dem Boot Bobby und Grit. Herr Bim, das ist selbstver­ständlich. Sie lassen sich treiben, Bobby sitzt hinten und Grit liegt lang ausgestreckt da und hat den Kopf in seinen Armen gebettet. Das kann man stun- denlang tun und Sonne haben. Erzähl mir etwas, sagt Grit. Bobby erzählt, er kann wundervolle ßuft- fchlösser bauen, mit Wänden aus Glas und mit Tür­men aus Gold. Oder: Sie haben das Zelt aufge­baut, dicht am Wasser, und es ist Abend. Der Mond

wird bald aufgehen, dann wird das ßagerfeuer bunte Reflexe auf Grit und Bobby werfen, und es wird in öer Luft leise klingen. Und Bobby wird Spiegeleier braten er macht immer Spiegeleier und Grit wird Kaffee kochen. Und nachher holt Bobby die Zupfgeige und singt und dann kriechen sie in ihre Schlafsäcke und am anderen Morgen geht es kopfüber in die Flut und dann kommt wieder ein langer Tag voll Sonne. Schade, daß sie ihm das nicht gesagt hat.

Nun ist es so: Bobby trainiert für irgendein Rennen, Bobby ist eifriger Sportsmann und mäch­tig ehrgeizig. Und Grit ist allein. Dabei hat er erst vor acht Tagen gewonnen. Er hat einen gewaltigen Schlag, Grit hat auf dem Steg vor dem Klubhaus gestanden und ihr Herz hat geklopft.Der ist richtig!" hat einer gesagt.Hieltet Junge!" hat eine gesagt. So eine Pute! Und bann hat Bobby gewonnen. Aber er muß boch nicht immerzu gewinnen.

Herr Bim fängt an sich zu langweilen. Mit ihm ist das so: Er liebt Grit abgöttisch, aber er liebt eben auch Bobby. Grit ist zärtlich zu ihm, und Bobby ist roilb. Manchmal tolpatschig, finbet Bim. Aber gerabe das gefällt ihm, weil es feiner Art fo ähnlich ist.Dumme Töle!" sagt Bobby und lacht jungenhaft. Man muß den Kopf ganz schief legen und sich wundern, wenn er so lacht. Und dann muß man mitlachen. Das tut man mit dem Stummelschwa nz- Aen und zuletzt dehnt man sich und macht einen Katzenbuckel.

Doof!" findet das Bobby.

Und Grit findet das von Bobby wieder scheußlich. Lind Bim ist selig über beide.

Familienleben!

Töeil Bobby nun nicht da ist, und weil Grit fräumt. hat Bim nur das Boot und den Fluh. Das Boot ist ein totes Ding, gerade gut, in ipm zu schlafen weil die Sonne da besonders wärmt. Der Fluh ist schon lustiger. Manchmal ist er ganz ruhig und träge, manchmal hat er vergnügt tanzende Wellen, und manchmal wird er ganz wild. Dann überschlägt er sich und tobt und kollert. Es ist einfach zum totbellen.

Jetzt ist er träge, und außerdem ist das Boot festgemacht. Mit einer Leine. Genau so eine Leine hängt manchmal im Garten und man kann sie knautschen. Das darf man eigentlich nicht, aber wenn Grit nicht zusieht.

Ob man vielleicht?

Bim hat sich erhoben und schwuhlt zuerst ein­mal die Leine an, dann Grit. Grit schläft und die Leine pendelt. Lind weiter draußen ist der Fluh mächtig lustig.

drucksoollen Einsatz aller Organe und Kräfte des Deutschen RotenKreuzes für den nationalen Staat darzutun. Um für den Erfolg des Rotkreuztages die breiteste Grundlage zu gewinnen, wird der Rot­kreuztag auf Anregung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda unter ein einheitliches Motto gestellt, das in der Be­zeichnungOpferdank am Deutschen Rot­kreuztag 193 3" zum Ausdruck kommt.

Die Hitler-Spende des Reichslandbundes.

Der Reichskanzler empfing den geschäfts- führenden Präsidenten des Reichslandbundes Weinberg zur Entgegennahme der Hitler- spende des Reichslandbundes. Danach werden über 5 0 0 0 0 Mitkämpfer von S S-, SA., RSBO. und Stahlhelm aus den Städten zu mehrwöchiger Erho­lung bei Landbundmitgliedern aus­genommen- Der Reichskanzler sprach seinen Dank und seine besondere Befriedi­gung darüber aus, daß durch diese Tat des Reichslandbundes die Volksverbunden­heit zwischen Stadt und Land in so starker und herzlicher Weise zum Ausdruck komme.

Der Deutsche philologen-verband gibt für die Hitler-Spende.

Der Vertretertag des Deutschen Philologen- Verbandes beschloß, 10 0 0 Mark für dieOp- fer der Arbeit, und 300 Mark zur Er­richtung eines Grab st eines für den ermorde­ten Kollegen Studienassessor Günther Roh und als Beihilfe für die Hinterbliebenen zu spenden. Huldigung der deutschen Korpsstudenten für Reichs­präsident und Reichskanzler.

Der Kösener SC., Verband deutscher Korpsstudenten, nahm auf feiner Pfingst- togung als Huldigung für den Reichspräsidenten und den Reichskanzler eine Entschließung an, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß das deutsche Korps- ftubententum keinen größeren Wunsch habe, als sich in die Marschkolonnen der nationalen Erhebung einzureihen. Angesichts der Un° geklärtheit der Lage sollen jedoch entscheidende Be­schlüsse einem späteren Kongreß überlassen werden. Die Entschließung, in der die Gründe für die Ver­tagung der entscheidenden Entschlüsse im einzelnen bargelegt werden, wurde dem Reichspräsidenten, dem Reichskanzler, dem Reichsinnenminister Dr. Frick, der Reichsleitung der NSDAP, und der Reichslei­tung des nationalsozialistischen Studentenbundes zu- geleitet. Ein durch Beiträge der Korpsstudenten ge­sammelter Bettag wurde dem Reichskanzler Hitler zur beliebigen Verwendung für Linderung der N o t der deutschen Volksgenossen zur Verfügung gestellt.

Die erste hillerglocke.

Eine alte Glocke im West türm der Klo­sterkirche zu Maulbronn (Württemberg) war während des Krieges geopfert worden. 3n diesen Tagen konnte sie durch eine neue ersetzt werden, die den Ramen Adolf Hitler trägt und die erste Hitlerglocke in Deutschland sein dürfte.

Erfolglose Revision im Lübecker Lalmette-Prozetz.

Die Revisionsverhandlung im Lübecker Calmette- Prozeß beginnt vordem Reichsgericht unter Vorsitz des Reichsgerichtsrats Schmidt. Der in Lü­beck im Februar v. I. wegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung zu zwei Jahren Gefängnis oerurteilte Professor Deyke vom Lübecker Krankenhaus und der wegen der gleichen Vergehen zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis verurteilte Lübecker Obermedizinalrat Dr. Altstaedt haben gegen das Urteil Revi­sion eingelegt. Die Lübecker Staatsanwaltschaft hat gegen den Freispruch des Angeklagten Profes­sor Dr. K1 o tz Revision eingelegt. Ebenso haben die als Nebenkläger im Lübecker Prozeß zugelassenen Eltern der verstorbenen Säuglinge Einspruch gegen das Urteil des Lübecker Gerichts erhoben. In dem Lübecker Prozeß handelte es sich darum, daß mehr als 70 Säuglinge, an denen das so­genannte Calmette-Schutzimpfoerfah- ren gegen Tuberkulose zur Anwendung gekommen war, nach der Behandlung an Tuber­kulose gestorben waren. 168 Säuglinge waren

Drrr macht Herr Bim. Ganz leise. Grit hört nichts. Nrrrrr Pfote drauf, Zähne hin­ein. Ordentlich schütteln einmal, das Boot fängt schon recht hübsch an zu wackeln. Noch einmal: Rrrrr Rrrrr. Spaßig: Jetzt ist überall Fluß und Grit? Eben war sie doch noch da? Jetzt ist viel Wasser zwischen ihr und Herrn Bim. Lustiger, springender Fluß.

Herr Bim steht aufrecht, hat beide Pfoten auf bas Waschbord gelegt und freut sich. Das ist beinah so schön als ob man mit Bobby spiele. Der wird manchmal auch tapsig, manchmal sogar sehr tapsig, dann bekommt man genug. Eine Welle schlägt ins Boot und macht Herrn Bim naß.

Viel zu tapsig, der Fluh!

lind außerdem fehlt Grit. Vorhin war sie noch da, aber jetzt kann man sogar nicht mehr sehen. Nur der Fluß ist da. lind der wird wilder und wilder.

Noch freut sich Herr Bim, aber das kleine Hundeherz beginnt doch schon ängstlich zu schla­gen. Man mag nicht allein sein. Grit fehlt. Außerdem wird es erst richttg lustig, wenn sie mit dem Holzpaddel so komisch das Wasser schlagt, daß man immerzu die Tropfen fangen pochte. Dieser Fluß wird d'u wild, wenn man allem ist. Noch wilder als Bobby.

Herr Bim bellt schon ein wenig ängstlich. Aber niemand hort ihn, der schäumende Fluh verschlingt jeben Laut.

aufwacht ist kein Doot mehr da. Bim! schreit sie.Kleiner Bim!" Lieber Him- mel, das Boot muh abgetrieben sein und ein paar Kilometer weiter unten beginnen die Strom- Fnellm Da liegen Felsen im Fluhbett, und Strudel sind da. Em führerloses Doot muh ken­tern.

Lind Dirn!

Sie rast am ^fer entlang, sie denkt fieberhaft nach: Sie wird das Doot einholen, sie wird sich ms Wasser stürzen, sie wird schwimmen! Wenn man letzt nur em Doot hätte. Sie läuft und läuft - biegt um eine Ecke. Da, ein Zelt! Den Wimpel kennt sie doch? Em Doot davor! Ein Mensch'

Dobby! Dobbh!

Fliegende Worte erklären alles, was notwen- dig ist, dann ist das Doot im Wasser und schießt davon. Dobby hat wirklich einen mächtigen Schlag!

Aber so ein führerloses Doot kommt auch wei­ter. Manchmal dreht es sich ja. aber dann schießt es wieder nach vorn. Herr Dirn steht aufrecht.

unter tuberkuloseoerdächtigen Erscheinungen er­krankt. Als Ursache des Unglücks sah bas Gericht in feiner Urteilsbegründung entweder eine Ver­wechselung oder aber eine Verunreini­gung der Jmvfkulturen an, für die es die beiden verurteilten Angeklagten verantwortlich machte, während feiner Auffassung nach gegen den An­geklagten Professor Klotz und die ebenfalls an­geklagte Schwester Anna Schütze keine Schuld­beweise beigebracht werden konnten.

Zu Beginn der Verhandlungen machte der Vor­sitzende die Prozeßbeteiligten darauf aufmerksam, daß der vom Lübecker Gericht festgestellte Sachver­halt nicht angegriffen werden könne und die Ver­teidigung sich vor dem Revisionsgericht auf die rechtliche Kritik des angefochtenen Ur­teils zu beschränken habe. Das Reichsgericht ver­warf auf Kosten der Beschwerdeführer sämtliche gegen das Lübecker Urteil eingelegten Nechtstitel. Sämtliche Revisionen find erfolglos geblieben, abge­sehen von einer formellen Berichtigung, die eine ge­ringfügige Aenderung in der Kostenfrage herbei­führt.

Ein Brilkmfenbieb auf offener Straße erschossen.

Ein aufregender Vorfall ereignete sich in Dres­den. Ein Unbekannter hate einem Mädchen Drillanten zum Kauf angeboten. Das war einem Automobilisten ausgefallen, der sofort einen in der Nähe befindlichen Polizeibeamten auf baä Auffällige dieses Kaufangebotes auf­merksam machte. Als der Polizeibeamte an den Unbekannten herantrat, zog dieser einen Revolver und legte auf den Deamten an. Es gelang dem Polizisten, dem Llnbekannten d i e Waffe aus der Hand zu schlagen, wo­bei sich ein Schuh löste und den Drillantenver­käufer tödlich in den Kopf traf. Wie sich heraus­stellte, waren die Drillanten kurz vorher gestöhlen worden.

Kleine politische Nachrichten.

Reichspräsident v. Hindenburg ist am Donnerstagnachmittag nach Neudeck abgereist.

Reichskanzler Adolf Hiller ist am Donerstag kurz vor Mitternacht vom Flughafen Tempelhof aus nach Köln abgeflogen und dort gegen 2.15 Uhr gelandet. Nach kurzem Aufenthalt setzte der Reichskanzler mit feinem Gefolge die Reife mit dem Kraftwagen nach Bad Godesberg fort, wo inzwischen die An­kunft erfolgt ist.

Alle deutschen Sender verbreiten am heutigen Freitag Don-21.30 bis 22.15 ilfjr einen Vortrag des Staatssekretärs Reinhardt über das Arbeitsbefchaffungsprogramm der Regierung.

Am Pfingstsonntag um 9 ilfjr hält der Beauf­tragte des Reichskanzlers, Wehrkreispfarrer Müller mit Reichsleiter Pfarrer Hossen- f e l d e r in der Kirche Wang im Riesengebirge einen Gottesdienst ab, der durch Rundfunk übertragen wird.

Nach den der Glaubensbewegung Deutsche Christen zugegangenen Meldungen errang diese bei den Wahlen zur Brandenbur- gischen Provinzialsynade die absolute Mehrheit, nämlich 51,3 o. H. für die Liste Hossen- felber, Kube, Schlange. Das ergibt 77 Abgeordnete der Deutschen Christen gegen 73 aller bisherigen Kirchenparteien.

*

Wie WTB. meldet, hat Ministerpräsident Gö­ring den Potsdamer Polizeipräsidenten Graf H e l l d o r f ins preußische Innenministe­rium berufen.

Der Reichswirtschaftsminister hat mit Bezug auf die Vorgänge in den Haus- und Grund­besitzerverbänden den Major a. D. Johann Georg Roenneberg, Berlin, bis auf weiteres zu seinem Beauftragten für die Reichs­verbände des Haus-- und Grundbe­sitzes und ihren Zusammenschluß in der bestehen­den Führergemeinschaft bestellt.

Für das Feuilleton verantwortlich:

i. V. Dr. Fr. W. Lang e.

drinn und winselt, er hat eine ganz gemeine Hundeangst und möchte nicht mehr mitmachen. Aber dieser tapsige Fluh will es anders.

Lind die Stromschnellen kommen immer näher.

Bobby spurtet! Dobbh ist nicht umsonst Wild- wassermann und Regattensieger. Das soll doch! Dobby holt gewalttg aus und denkt nicht an die Gefahr.

Aber Grit denkt daran. Sie kann Bobby nicht mehr sehen, aber der Fluh neben ihr tobt und nun hat Grit Angst um Bobby und um Bim. Zuerst einmal um Bim, dann um Dobby und immer mehr um Bobby, während die Stromschnellen näher kommen. \

Dabei findet Dobby, dieser Llnmensch, das ganze nur lustig. Er schafft wie ein Flößer und hält Ausschau. Drüben, wo der Sog in den Kessel zieht, entdeckt er das Boot. Lind Herrn Bim. Das Doot tanzt, weicht geschickt dem Felsen aul aber so ein Doot ist eben ein dummes Ding rüno bis zum Ende wird es nicht gut gehen.

Bestimmt nicht.

Also vorwärts!

Dabei spritzt und sprüht es. Hoho! schreit Bobby. Hoho! Der Renneiner springt über das Wasser, der Renneiner schießt wie eine Rakete.

Jetzt hat auch Herr Bim Dobbh entdeckt und jault: Hierher! Hierher!

3eht schießt das Doot dicht hinterher. Jetzt ist es nebenan. Eine Pranke fährt Herrn Dirn zuerst einmal ans Genick und holt ihn herüber. Wirft ihn ins Boot. Man kann nicht einmal Danke schön!" sagen. Lind dann eine Leine fest- gemacht am Steven, Kunststück das, denn der Sog will nun nicht loslassen.

Er muh loslassen den ganzen Schleppzug.

Eine halbe Stunde später liegt ein müder Dobby vor dem Zelt und läßt sich von Grit den Kopf krauen. Lind zwei Doote liegen nun wirklich fest am Ufer.

Einer ist doch eine gute Sache", sagt Grit.

Morgen machen wir die Sttomschnellen zu zweien", sagt Dobby.

Lind Herr Bim?"

Herr Bim ist eine Töle!" sagt Dobbh.

Dim nimmt ihm das nicht übel, er hat ben Kops auf die Vorderpfoten gelegt und schwuhlt einmal Grit an, und einmal Dobbh.

7?orgen wird es sehr schön werden, nicht nur weil Pfingsten ist, und übermorgen auch.

Herr Bim schläft ein.

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