Ausgabe 
2.6.1933 Erstes Blatt
 
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Monat August bei den Postanstalten gegen andere Postwertzeichen umgetauscht werden. Der Um< tausch der Wertzeichen ist gebührenfrei. Karten, Briefumschläge usw., die von der Rcichsdruckerei auf besonderen Antrag mit dem Freimarken­stempel bedruckt tout*n, werden nur gegen Frei­marken umgetauscht.

D i e Abfertigung von Fahrrä­dern und Faltbooten bei der Reichs- bahn. Durch die Tagespreise ging die Nachricht, daß die seither auf 250 Kilometer beschränkte einfache Abfertigung von Fahrrädern und Falt­booten auf Fahrkarten ab 15. Akai bis auf 900 Kilometer erweitert worden sei. Wie der WSR.- Dienst von zuständiger Stelle erfährt, tritt diese Erweiterung erst ab 15. 3uni in Kraft.

* GineAusstellung alter hessischer Töpferwaren wird in der Zeit vom 13. bis

20. Juni in den Räumen der ständigen Kunstaus­stellung im Reuen Schloß gezeigt. Die Ausstel­lung bringt Arbeiten alter hessischer Töpfereien, aus der Werkstätte von 3ohn und Wilhelm Schneider (Marburg), Erzeugnisse deS rheini­schen Steinzeug-Handwerks aus der Werkstatt Höher, außerdem eine Reihe von pla­stischen Kunstwerken, die unter den Händen hand­werklich schaffender Künstler entstanden sind. Die Schau wird an den Werktagen von 9 bis 18 und an Sonntagen von 11 bis 17 Ufrr geöffnet sein.

" Diebstähle- Der Polizeibericht meldet: Aus einem im Aulweg gelegenen Garten wurde eine Flügel-Handpumpe, mit roter Farbe ange­strichen, entwendet. Don einem Reubou in der Marburger Straße wurde ein zweirädriger Drückkarren gestohlen. Mitteilungen werden an die Kriminalabteilung erbeten.

.Beschränkt chr, Weisen dieser Welt" von Bach vorgetragen von Fräulein Stoll, Lehrerin in Rieder-Ohmen, die mit ihrer klaren, reinen Alt­stimme sich in den Dienst der guten Sache stellte, und ebenso auch durch zwei Chöre deS Kirchen- chorS Leihgestern.

3m Mittelpunkt des Festgottesdienstes am Rachmittag stand die Predigt von Pfarrer Schultheiß- Großen-Linden Er sprach über .Die Grundlage der DesangvereinSarbcit und der Weihe, die über der Ar^it liegen soll". Zwei Massenchöre, vorgetrogen von den Kirchengesang­vereinen Allendors (Lohns, Großen-Linden Klein- Linden und Leihgestern, unter Leitung des Ehor- meistcrS Köhler (Großen-Linden) verfehlten ihre tiefgehende Wirkung auf die Zuhörer, die die Kirche diesmal kaum faßte, nicht.

Die Rachversammlung unter den schat­tigen Bäumen des Schulhofes der neuen Schule, die wiederum einen Massenandrang aufwieS, zeigte die einzelnen Dereine, zu denen noch als Gastverein der Kirchengcsangverein von Hochel­heim gekommen war, mit je drei Liedern, die alle ein beredtes Zeugnis ablegten von der hin­gebenden Arbeit der Dereine und ihrer Dirigenten. Dekan G u ß m a n n überbrachte die Grüße des Dekanats Gießen, gab seiner Freude Ausdruck, daß an an Stelle der alten Schlager und sonstiger übler Machwerke in Gestalt von sogenannten Lie­dern, das alte echte deutsche Volkslied einem jetzt wieder überall als ein neue- Lied entgcgenklinge. Er knüpfte daran die Mahnung, daß der 3ubcl- verein, der noch Zahl seiner Mitglieder wie nach Leistung immer mit an der Spitze der Kirchen- oesangvereine des Dekanats marschiert sei, auch fernerhin, ein dienendes Wertzeug der Gemeinde, das alte Kirchenlied mit neuer Begeisterung pfle­gen sollte. Der Posaunenchor der christlichen Ge­meinschaft Leihgestern stellte sich auch diesmal gern in den Dienst der kirchlichen Feier und trug durch ein Platzkonzert vor der Kirche vor dem Rachmit- tagsgottesdienft. wie auch in der Rachversamm­lung durch seine feinen Melodien viel zur Hebung des Ganzen bei. Mit einem Schluß- und Dankes- wort des Ortsgeistlichen und der Aufforderung an sämtliche Kirchengesangvereine

.auch du sollst deine Kräfte bringen, sollst singen Seele! Singen, singen!"

und mit dem gemeinsam gesungenen Choral von Leuthen schloß der sicherlich allen unvergeßlich bleibende Festtag.

Steinbach.

is. Steinbach, 30. Mai. Das hier abgehaltene Iahresfest der eoang. Kirchengesang- vereine des Dekanats Gießen war em Freudenfest für unsere Gemeinde, an dem Alt und Jung regen Anteil nahm. Außer den Bereinen von Burkhardsfelden, Gießen, Hausen, Lich, Oppenrod, Steinbach, Watzenborn-Steinberg und Heuchelheim war noch eine große Anzabl von Gästen erschienen. Die große, geräumige Kirche konnte die Teilnehmer nicht alle fassen, viele mußten sich außerhalb der Kirche einen Platz suchen. Der Posaunenchor Lich eröffnete den Festgottesdienst. Pfarrer Weisel- Heuchelheim hielt die Festpredigt. Die unter Leitung des Dirigenten Sommer- Watzenborn vorgetrage­nen gemischten Chöre und Frauenchöre kamen her- vorragenid gut zu Gehör. Alle Gäste wurden gast- freundlich von den hiesigen Familien mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Die Nachoersammlung, die eben­falls in der überfüllten Kirche abgehalten wurde, brachte schöne Gesangsvorträge der einzelnen Ver­eine und zeigte die gedeihliche Entwicklung des Kir­chengesanges. Die ganze Veranstaltung bewies, daß .das kirchliche Leben wieder mehr im Interesse der Allgemeinheit steht.

Treis a. d. Lumda.

+ Treis a. d. Ld a., 30. Mai. An dem am Sonntag auf dem Schulhof hier abgehaltenen I a h - ressest der evangelischen Kirchenge­sangvereine des Dekanats Gießen, nahmen die Vereine von Allendorf, Beuern, Großen- Bufeck, Treis a. d. Lda., der Frauenchor von Alten- Vuseck und der zum Dekanat Grünberg gehörige Kir- chenaesangoerein von Londorf teil. Im Festgottes- dienst wurden zwei Massenchöre sowie zwei Frauen­chöre gesungen. Die Massenchöre leitete Lehrer Walter von hier, die Frauenchöre Dirigent Schreiner von Alten-Buseck. Die Festpredigt hielt Pfarrer Naumann- Alten-Buseck. Die Ge­sänge der Gemeinde wurden vom hiesigen gut ge­schulten Posaunenchor begleitet, der auch zur (Eröff­nung und zum Schluß der Feier passende Chöre vor- trug. In der Nachversammlung brachten die Vereine nach der Begrüßungsansprache des Ortspfarrers und einem Gesamtchor ihre Einzeldarbietungen, die von vortrefflicher Durcharbeitung der dargebotenen Chöre und von gutem Stimmenmaterial zeugten. Auf Einladung nahm auch der Superintendent der Provinz, Oberkirchenrat D. Wagner- Gießen an der Feier teil und hielt eine eindringliche Ansprache, in der er zum rechten Singen in Verein und Kirche ermahnte. Die Feier schloß nach einem Massenchor und einem gemeinsamen Lied. Der Turnver - e i n hielt am Samstag bei Wirt Kehr eine S ch l a g e t e r f e i e r ab, bei welcher der 1. Vor­sitzende, Lehrer Walter, in einem eingehenden Vortrag das Lebensbild Schlageters zeichnete und ihn der Jugend als Vorbild der rechten Treue und Vaterlandsliebe vor Augen stellte.

Wirtschaft.

Frankfurt fest.

Frankfurt a. M, 2. Juni. (DTB. Drahtmel- duna.) Die letzte Börse vor den Feiertagen verkehrte in fetter Tendenz. Die Umsatzlatigkeit war sehr lebhaft. Die Kabinettsdeschlüsse für Ver­minderung der Arbeitslosigkeit wirkten nach und hat zahlreiche Kauforders der Kundschaft gebracht, da­neben nahm die Kulisse weitere Meinungskäufe vor, so daß gegenüber der an sich schon festeren Abend- bör|\ neue durchschnittliche Gewinne von 1 bis 1.50 d. Sy zu verzeichnen waren. Im Vordergrund des Interesses standen fernerhin Montan- und Bau­werte, sowie die Aktien der Zulieferungsindustrie. So eröffneten Holzmann 3,50 p. H., Conti-Gummi 3,75 v. H., Deutsche Linoleum 2,50 v. H. und Allge­meine Lokal und Kraft 2,75 v. H. fester. Am Mon- tanmarkt machte vor allem die Erholung von Man- nesmann (plus 2 v. H.) Fortschritte, ferner zogen Gelsenkirchen 1,75 o. H., Harpener 2 v. H. und Ilse Bergbau-Genüsse 3 v. H., sowie die übrigen Werte bis zu 1 v. H. an. Am Chemiemarkt lagen IG. bei lebhaftem Umsatz 2,13 v. H., Metallgesellschaft 2 v. H. höher. Von Elektrowerten gewannen Memens 2,50 d. Sy, Licht & Kraft und Gesfürel je 2 v. H., Lech- werke 1,25 v. H., Schuckert und die übrigen Werte bis zu 1 v. H. Sehr fest tendierten Reichsbankanteile mit plus 3 v. H. Sonst kamen noch Zement Heidel­berg 1 v. H., Daimler Motoren und Aka je 0,75 v. H. und Schiffahrtswerte 0,25 bis 0,50 v. H. höher zur Notiz. Nachdem nach den ersten Notierungen für einzelne Spezialwerte weitere Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. eingetreten waren, wurde es im Ver­lause etwas ruhiger. Doch blieb die Tendenz durch­aus fest und die Kurse waren voll behauptet.

Am Rentenmarkt stimulierte das Entschul- dungsgesetz für die Landwirtschaft, zumal die Pfandoriefinstitute keinen materiellen Schaden er leiden und keine Zwangseingrisfe in Zinsen erfolgen sollen. Am Pfandbriefmarkt zogen Goldpsandbriefe überwiegend 1 o. H. an. Sehr fest lagen Liquida- tionspsandbriefe und Kommunalobligationen, die bis zu 2 v. H. gewannen. Auch Stadtanleihen, die vielfach mit Plus-Plus angeschrieben waren, waren stärker gebessert, ebenso konnten sich Stadtanleihen befestigen. Don Deutschen Anleihen gewannen Alt­besitz 1 c. Sy, Neubesitz 0,40 o. Sy, späte Reichsschuld buchforderungen und Industrie-Obligationen zogen etwa 1 d. Sy an. Don fremden Werten lagen beson­ders Mexikaner fest und bis zu 1 o. H. höher, fer­ner Lissaboner Stadtanleihe, die um zirka 2,50 v. H. auf 42 v. H. anstiegen, Tagesgeld war zu 4 v. H. unverändert.

Bürgermeister-Tagung in Schotten.

o. Schotten, 31.Mai. Im Rachaussaal fand eine Versammlung der Bürgermeister tatt, die sich mit der Landesplanung be- chäftigte. Nach der Begrüßung durch den Leiter >er Versammlung, Regierungsrat Schwan, hielt Regierungsbaurat Steinbach vom Kulturbau- amt^iehen einen Vortrag über die Bedeutung und Wichtigkeit der Landesplanung. Reichs- und Lan­desregierung stellen einen großzügigen Arbeitsplan auf, der für Jahre hinaus Arbeiten vorsieht, die von den Gemeinden in Aussicht genommen werden sollen. In erster Linie kommen volkswirtschaftlich wertvolle Arbeiten, wie Feldbereinigung, Drainage, Meliorationen, Wegebauten, Aufforstungen in Frage, die demnächst von den Arbeitslagern für die Ge­meinden durchgeführt werden. An Hand von aus- führlichen Fragebogen, die mit den einzelnen Ver­tretern der Gemeinden in der Versammlung durch­gesprochen wurden, erfolgt eine genaue Erhebung und Aufstellung der vorzunehmenden Arbeiten. Auch die Forstämter Schotten, Eichelsdorf, Laubach, Ulrichstein und das Landwirtschaftsamt wohnten der Versammlung bei. Die kleineren Arbeitslager wer- den bis zum Oktober verschwinden und in größere Arbeitslager nicht unter 200 Mann zufammcnge- faßt. Mittels Fahrräder und Lastautos werden die jungen Leute an die Arbeitsstätten gebracht, so daß weite Anmarschwege wegfallen und die Arbeits­leistung erhöht wird.

Wettervoraussage.

Zentraleuropa liegt zur Zeit im Bereich hohen Druckes. Absinkende Luft führte zu weiterem Be­wölkungsrückgang, so daß in unserem Bezirk sich die Umgestaltung zur Schönwetterlage vollzogen hat. Zunächst dauert der Hochdruckeinfluß fort, jedoch dürsten sich bis Sonntag infolge Sonnenstrahlung und durch Zufuhr warmer Luft lokale Gewitter- störungen herausbilden, nach denen eine leichte Auf­frischung erfolgt.

Aussichten für Samstag: Sehr war­mes und aufheiterndes Wetter, später aufkom­mende Gewitterneigung.

Aussichten für Sonntag: Bildung lo­kaler Gewitterstörungen und leichte Abkühlung.

Lufttemperaturen. Am l.Iuni: mittags 16,0 Grad Celsius: abends 10,5 Grad. Am 2. Juni: morgens 11,4 Grad: Maximum 17,3 Grad, Minimum 5,0 Grad; Niederschläge 0,1 Millimeter; Sonnenschein­dauer WYi Stunden. Erdtemperaturen in zehn Zentimeter Tiefe. Am l.Iuni: abends 18,7 Grad; am 2. Juni: morgens 12,5 Grad Celsius.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

Lin neuer Weg zur Arbeitsbeschaffung.

Befreiung der Helferinnen von der Pflicht zur Arbeitslosenversicherung.

Dom Arbeitsamt Gießen wird uns fol­gendes geschrieben:

Die starke Wirtschaftskrisis hat viele Familien veranlaßt, ihren Hausgehilfinnen zu kundigen. Besonders belastend wurde die Höhe der Sozial- Deiträge empfunden, die häufig den Darlohn überstieg. Die gesetzliche Festlegung, daß die Hausgehilfin einen Teil der Dersicherungsbei- träge selber zu zahlen hat, konnte sich in der Praxis nicht durchsetzen. Die Reichsregie­rung hat nun neue Wege beschritten, um auch der weiblichen erwerbslosen 3ugend zu hel­fen und mit der Hinlenkung auf die frauliche Ar­beit in der Hauswirtschaft zugleich auch ein na­tionales Ziel anzustreben. Sie hat durch Gesetz und Verordnung verfügt, daß in Zukunft d i e Hausangestellte nicht mehr der Ar- b e i t s l o s e n v e rf i ch e ru n g s p f l i ch t un­terliegt und daß weiterhin für Hausangestellte, die nicht mehr als 50 Mark monatlichen Darlohn beziehen, 3nvalidenversicherungsbei- träge der Lohnklasse II zu entrichten sind. Die weiteren Bemühungen gehen dahin, auch die Krankenversicherungsbeiträge zu senken.

Die Bemühungen der Reichsregierung können aber nur dann Erfolg haben, wenn auch die Hausfrauen ihrerseits zu einer vermehrten Ein­stellung von Hausgehilfinnen Übergehen.

Es ist nicht nur eine selbstverständliche Pflicht fegenübet überlasteten Hausfrauen, ihnen mög- iche Erleichterungen zu schaffen, sondern auch eine nationale Crziehungsaufgabe des jugendlichen weiblichen Rachwuchses. Deim Arbeitsamt sind genügend junge Kräfte gemeldet, um den An­forderungen gerecht werden zu können. Das Arbeitsamt wird bei einer Erhöhung der Zahl der offenen Stellen für Hausgehilfinnen dahin wirken, daß geeignete weibliche Arbeitsuchende auch aus anderen Berufen der Hauswirtschaft zugeführt werden. Durch geeignete Schulungs- Maßnahmen wird erreicht werden können, daß auch diese Kräfte als durchaus brauchbare Kräfte zugewiesen werden können. Die Lohnfestsehung wird dagegen von dem Arbeitsamt nicht beein­flußt werden; sie muh in weitestem Umfange den Hausfrauen und den Hausgehilfinnen überlassen bleiben, schon deshalb, weil der Hauptbestandteil des Entgelts in der Gewährung des Lebens­unterhalts liegt.

Zur Klärung einiger Zweifelsfragen wird noch bemerkt, daß nach den Bestimmungen des Ge­setzes nur dasjenige weibliche Personal befreit ist, das häusliche Arbeiten gegen Lohn aus­führt und in die häusliche Gemeinschaft des Arbeitgebers aufgenommen ist.

Unter »häusliche Arbeiten" sind Dienste zu verstehen, die geeignet sind, einen Haushalt in Gang zu halten, wie z. B. Reinigen der Wohnräume, Heizen, Kochen, Bedienung der Mit­glieder des Haushalts, Wartung der Kinder u. ä. Dagegen werden Tätigkeiten wie die von Haus­damen. Gesellschafterinnen, die bisher ange» stelltenversicherungspflichtig waren, auch weiterhin einer Dersicherungspflicht für die Arbeitslosenversicherung unterliegen. Ein wei­teres wesentliches Merkmal ist nach der Recht­sprechung des Reichsversicherungsamtes für den Begriff der Hausgehilfin die Ausnahme in die häusliche Gemeinschaft. 3n die häusliche Ge­mein s ch a f t des Arbeitgebers ist derjenige regelmäßig ausgenommen, der auch bei ihm wohnt. Run veranlassen verschiedene Umstände, insbesondere der Raummangel in der Wohnung des Arbeitgebers, daß sich Hausgehilfinnen nur tagsüber in der Wohnung des Arbeitgebers auf­halten, für die Rächt aber in ihre eigene, oder in die Wohnung ihrer Eltern zurückkehren. Auch in diesen Fällen tarnt die Beschäftigung das Ge­präge einer echten Hausgehilfinnenstelle gleich­wohl behalten, wenn sich die Hausgehilfin z. B. den ganzen Tag über in der Wohnung des Arbeitgebers beschäftigt und zu den Wohn- und Wirtschaftsräumen in der gleichen Weise all­gemeinen Zutritt hat wie üblicherweise das Haus- personal und schließlich auch die volle Kost in dem Haushalt des Arbeitgebers erhält.

Es sind also ;. V. Kräfte, die lediglich für einen Tag oder für einige Stunden des Tages vorn Arbeitgeber beschäftigt werden, wie z. B. Stun­denfrauen, Reinemachefrauen, Zugeherinnen, Waschfrauen, Näherinnen und ähnliche Arbeit­nehmer keine Hausgehilfinnen. Ferner ge­hören nicht zu den Hausgehilfinnen Kellne­rinnen, Zimmermädchen und sonstiges Bedie­nungspersonal in Pensionen und Pflegeanstal­ten; sie sind vielmehr Gewerbegehilfinnen.

Findet die Beschäftigung zum Teil in der eigent­lichen Hauswirtschaft und zum Teil im Betriebe ober Erwerbsgeschäft des Arbeitgebers statt, so ist die Dersicherungspflicht gegeben, es sei denn, daß die Beschäftigung im Betriebe oder Erwerbs­geschäft so geringfügig ist, daß sie für sich allein betrachtet frei von der Krankenversicherungspflicht wäre. Derartige gemischte Beschäftigungen liegen häufig bei Küchen- und Hausmädchen in Gast­höfen, bei Hausmädchen in Haushaltungen von Bäckern, Fleischern, kleinen Kaufleuten und bei ähnlichen Arbeitsverhältnissen vor.

Auskünfte erteilt die weibliche Vermittlung des Arbeitsamts Gießen, Frankfurter Straße 29.

Zahresseste der Krchengesangvereme

25 Zahre Kirchengesangverein Leihgestern.

Leihgestern, 29. Mai.

Die Sonne grüßt den jungen Tag und schmückt mit Perlen Halm und Hag. Steh' auf und grüße froh die Welt, die neu sich dir entgegenstellt, tritt mutig in das offne Tor, schau gläubig an den Glanz empor!

Auch du sollst deine Kräfte bringen sollst fingen, Seele! Singen, fingen!

Diese Gedanken des Dichters standen gestern über dem Festtag, der, ein echter Maienfonntag, unser mit Fahnen und Ehrenpforten reich ge­schmücktes Dors grüßte. 3m Mittelpunkt des Vormittagsgottesbienstes stand die Predigt des Ortsgeistlichen mit dem Thema: »Die Ausgabe der Kirchengesangvereine im Aufbruch der deutschen Ration". Wie die Väter sich einst um einen Paul Gerhardt scharend, sich über den Brandstätten und Trümmern des 30jährigen Krieges in den Glau- bensliedem des Dichters die Kraft holten zum inneren und äußeren Aufbau, wie der lutherische Choral im geistigen Aufbruch der Ration zu dem Sturmgesang wurde, der des Reformators gro-

hes Werk vollenden half, und Emst Moritz Amdt mit feinem geistlichen Lied der Freiheit eine Gasse brach 1813, so müssen unsere Kirchengesang­vereine das heilige Lied im Herzen und auf den Lippen, zuBannerträgern werden des neuen Deutschland von 1933. Oberkirchenrat D. Wag­ner überbrachte die Grüße des Hess. Landes» kirchenamtes, erinnerte an die Verdienste der Kir­chengesangvereine als Spender der Kraft, des Trostes und der Freude und mahnte, sich vor allem im Herzen zu dem gelungenen Lied zu bekennen. Der Derttauensmann der Kirchengesangvereine des Dekanats Gießen, Pfarrer S t a u b a ch - Watzenborn, erinnerte rückwärtsblickend an die 25 3ahre, die mit ihrem reichen Erleben in der Kriegs- und Rachkriegszeit für die Kirchengesang, vereine nicht immer leicht gewesen feien. Sein Glückwunsch für die feiernde Gemeinde, die er aus früheren Vertretungen wegen ihres fleißigen Got- tesbienstbesuches besonders lieb gewonnen hat, klang aus in dem Gedanken: 3n alter Treue zum Kirchengcsang in die neue Zeit zum Segen des Dorfes und des Volkes. Der ganze Gottesdienst, zu dem sich auch der Gründer des festgebenden Vereins, Herr Kirchenrat Strack aus Gießen eingefunden hatte, wurde noch auf eine besondere Höhe geführt durch zwei Lieder: »Komm Gna­dentau befeuchte mich" von Frank-Riedel und

GALLON

neu bereifen.

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QUALITATS < ARBEIT y

Die stoßfangende Wirkung schont den Wagen und lohnt die Neubereifung. sa-we

Wie ein Billardball rollt Ihr Wagen auf schlechtesten Straßen erschütterungsfrei dahin, wenn Sie mit

DUNLOP