u
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr.
Chefredakteur-.
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i.B.TH.Kümmel sämtlich in Gießen.
ttr|d)etni »ügltch, autzei Sonntag» und FeieNagS Beilagen; Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl»
Monarr-vezugspretr: Mi, 4 'Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen Dun einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. __ _
MM Eeneral-Anzeiger für Oberhessen
poftschecktonto: 1 ”
^ronffurt am Main liess, vrilck vnd Verlag: vrühl'sche UnlversttSl§-vuch- und Steinöniderei n. Lange in Gletzen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7.
Nr. 282 Erstes Blatt 185. Jahrgang Freitag, l. Dezember 1933
GietzenerAnzeiger
Reue Schliche der französischen Saarpolitik.
Das Scheitern der Annexionewunsche. — Kampf um den Status quo. — Wie man die für Frankreich unausbleibliche Katastrophe der Volksabstimmung verhindern möchte.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Paris, 28. November 1933.
Es ist geradezu auffällig, mit welchem Eifer |u. die französische Politik m der letzten Zeit Di. Saarfrage annimmt. Zwar hat man in Pari- dies Problem nie aus Öen Augen gelassen, aber es, waren in erster Linie kleine, wenn auch einfluh reiche Kreise, die, ohne daß die breite Oeftentlichkeu viel davon erfuhr, im Hintergründe für die fraii zöfischen Interesjen wirkten. Sie gruppieren sich um die „Association Franxaise de la Sarre", Die „Societe des arnis des Pays de la Sarre" und die neuerdings gegründete „Union Franco-Sa^ roise", die eine Art Verein der Saarländer in Frankreich darstellen soll. Mit dem Herannahen des Abstimmungstermins ist indessen die Entscheidung der Saarfrage offensichtlich in den Voröergrunö der offiziellen Politik gerückt und Regierung wie Qeffentlichkeit liefern tagtäglich Beweise des größten Interesses für die Saarproblematik. Es ist aber ungeachtet der vielfachen Formen, in denen sicb dieses Interesse bekundet, nicht ganz leicht, e i n klares Bild Der französischen Saarpolitit zu zeichnen, einfach deshalb, weil die Erkenntnis, daß die bisherige Grundlage der französischen rvaar- politik illusorisch geworden ist, sich erst in der letzten Zeit allgemein durchsetzte und infolgedessen die einheitliche taktische Linie noch fehlt. So versucht man im Augenblick von den verschiedensten Seiten her eine neue Plattform zu schaffen, von der aus die franzöfifchen Ziele mit Aussicht auf Erfolg durchgekämpft werden können, ohne daß sich die verschiedenen Auffassungen alle schon widerspruchslos zusammenfügen ließen.
Um die Schwenkung zu erkennen, die die franzö- ische Saarpolitik letzthin genommen hat, muh man olgenöes berücksichtigen: Die Versailler Lö- u n g des Saarproblems ist eine der wenigen Ent- cheiöungen der großen Friedensmacher gewesen, bei der Frankreich mit seinen Forderungen nicht durchdrang. Die erhoffte Annexion des Saargebiets blieb aus, trotz der Clemenceau- schen Lüge von den 150 000 Saarfränzosen. Allerdings reichte diese Geschichtsklitterung hin, um die unselige Patentlösung zu „rechtfertigen": preußische und bayrische Landesteile vom Mutterland abzutrennen, die zum vorher unbekannten Begriff „S a a r g e b i e t" zusammenzufetzen, diesem künstlich geschaffenen Land eine internationale Regierung zu geben und den franzöfifchen Zolltarif und französische Währung einzuführen. Die Zustimmung Frankreichs zu dieser Regelung gründete sich auf die Hoffnung, mit Hilfe dieses Saarstatutes die Annexion später doch zu erreichen — eine merkwürdige Nachwirkung der Clemcnceau- Lüge, die zu der Annahme führte, daß die Bevölkerung an der Saar in ihrer nationalpolltischen Auffassung einheitlich fei. Es hat lange gedauert, bis Frankreich sich von dieser Vorstellung freimachte; heute ist sie in Paris als Irrtum erkannt, ist der Traum von der französischen Mehrheit dahin und damit auch der Annexionsplan, der heute nur noch die Phantasie hitziger Chauvinisten belebt.
Die offizielle Politik hat sich indessen schnell zu einer gründlichen Revision der bisherigen Anschauungen entschlossen. Man läßt das alte Ziel resigniert unter dem Zwang der Wirklichkeit fallen, aber nur, um sich sofort ein neues zu stellen und ihm gelten heute alle Bemühungen. Warum, so argumentiert man, soll das, was im Großen nicht ging, nicht im Kleinen gelingen? Warum soll man es nicht mit der Minderheit versuchen, wenn es mit der Mehrheit nichts ist? Und so wie man plötzlich sein Herz für die arme gequälte Minderheit entdeckt, läßt man die illusorisch gewordene Annexion allen und proklamiert die Beibehaltung des „Status quo", die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Rechtszustandes, als das neue Ziel. Freilich, auf dem Abstim- mungsweg ist schwerlich etwas zu erreichen, kann man doch selbst nach hlesigen optimistischen Schätzungen höchstens wenige tausend Saarländer mobil machen, die für das französische Saarziel zur Urne schreiten würden. Aber auch da weiß man sich zu helfen: Frankreich wird die Saarentscheidung nicht an Ort und Stelle im Abstimmungskampf suchen, sondern wenn möglich auf dem glatten Genfer Parkett und dort, begünstigt von der berühmten Genfer Atmosphäre, den Hebel ansetzen!
Willkommene Hilfe sieht man in den bezahlten separatistischen Subjekten und den zahlreichen im Saargebiet sich tummelnden Emigranten und „politischen Flüchtlingen". 36nen gilt alle Sorge. Kammerabgeordnete hören sich die beweglichen Klagen dieser Herrschaften wohlwollend an, Paul-Boncour empfängt den Separatistenhäuptling Waltz, der ihm und den Abgeordneten in einer „Denkschrift" der Liga für Menschenrechte das „Material" liefert, mit dem die Saaraussprache in der Kammer bestritten wird — nach außen aber erfüllt Frankreich eine K u 11 u r m > f s i o n , es nimmt sich der „Saarländer" und ihres „herzbewegenden Appells" an! In der Praxis hofft man, aus dieser Entwicklung politisches Kapital genug schlagen zu können. Entweder, so lautet die Spekulation, wird die „Zersplitterung" der Stimmen beim Endkampf eine endgültige Beschlußfassung des Völkerbundsrates nicht ermöglichen, oder das Gebiet muß infolge der „unentwirrbaren Stimmabgabe" a u f g e t e i 11 werden.
Diese Aufteilungsidee spukt in vielen Köpfen, besonders in denen, für die das Saargebiet eine Kal
kulation innerhalb des Sicherheitsbedürfnisses ist. Zei dieser eventuellen Aufteilung würde das aus trategifchen Gründen wichtige linke Saarufer, ,der nach Lothringen hineinspringende Brückenkopf" mit den beherrschenden Bergeshöhen an Frankreich abzutreten sein, während das rechte Ufer in Deutschland fallen soll! Eine andere Richtung endlich möchte — ganz im Sinne des saar- ändischen Marxismus und Separatismus — die Volksabstimmung abwarten, durch den Völkerbunds- rat die geheime und unbeeinflußte Stimmabgabe a n 3 m e i f e (n (affen, um die Verlängerung Des Völkerbundsregimes zu rechtfertigen, das man ja aus guten Gründen fast der eigenen Herrschaft gleichsetzen kann. Bei dieser Gelegenheit I könnte das Saargebiet gleich eine neue Verfassung zum Geschenk erhalten, die sich in den 1
Ideenkreisen einer „autoritären Demokratie bewegt: etwa ein mit mehr Rechten als bisher ausgestattetes Parlament, um die schärfsten seit Jahren erhobenen Klagen einzudämmen, wobei aber die „Unabhängigkeit" der Regierung vom Volk jede Frankreich schädigende Aktion dieses „modernen" Parlamentes paralysieren würde. Man sieht, wie die französische Saarpolitik nach Ge n f tendiert. Schließlich ist es ja kein Zufall, daß der sonst übliche Grundsatz der Einstimmigkeit bei Ratsentscheidungen in der Saarfrage aufgegeben und wohlweislich durch die Mehrheitsentscheidung ersetzt wurde!
Man wird in Deutschland gut tun, die französische Saarpolitit in allen ihren Richtungen und Schattierungen sorgsam zu beobachten, um entsprechend handeln zu können.
In der Sackgasse.
Paris, 30. Roo. (LRB. Funkspruch.) 3m Auswärtigen Ausschuß der Sammer erklärte der Abgeordnete Fribourg gegenüber dem in der französischen Presse erörterten Plan eines französischen Verzichtes auf die Volksabstimmung zur Erleichterung von Wirtschafts- Verhandlungen mit Deutschland, wenn Frankreich auf diesen Grundlagen zu Verhandlungen bereit wäre, würde es im Saargebiet den Eindruck erwecken, als kapituliere es. Die Saarländer, die schon jetzt infolge der Zurückhaltung Frankreichs beunruhigt feien, würden an der Zukunft verzweifeln. Verhandlungen mit Deutschland würden auch im wiedergewonnenen Elsah-Loth- ringen als Beweis der Schwäche wirken und gegen Frankreich ausgebeutet werden. Auch andere Länder würden zu Forderungen gegenüber Frankreich ermutigt werden, und Frankreich würde auf diese weise mit eigener Hand einenwesent- liojcn Teil des Versailler Vertrages z e r st ö r e n. Frankreich müßte den friedlichen Kampf um das Saargebiet methodisch, mutig und m i t den „geeigneten Mitteln" führen. Dann werde es ihn gewinnen.
*
Das Referat des Abgeordneten Fribourg, zu dem sich die Regierung noch nicht geäußert hat, zeigt die ganze Besorgnis und Verlegenheit, die in Paris wegen der künftigen Entwicklung der Saarfrage besteht. Frankreich befindet sich durch feine eigene Schuld in einer Sackgasse; ob die Saarabstimmung stattfindet oder nicht —- das Verhalten der
Saarbevölkerung ist eine tägliche Volksabstimmung zugunsten der vollen Wiede r a n g l i e b e r u n g an Deutschland — das französische Saarexperiment kann nur mit einem Prestigeverlust für Frankreich enden. Dieser wird natürlich besonders groß sein, wenn bei einem feierlichen historischen Akt der genaue Prozentsatz der französischen Mißerfolge festgestellt wird.
Echo der presse.
Paris, 30. Nov. (TU.) Die Saardebatte des Auswärtigen Ausschusses der Kammer findet in der Pariser Presse einen starken Widerhall. Die Blätter stimmen ohne Unterschied der Parteirichtung den Ausführungen des Abgeordneten Fribourg zu und sprechen sich gegen Verhandlungen über d i e vorzeitige Rückgabe Des Saargebietes an Deutschland aus. Sie verschanzen sich dabei hinter dem Versailler Vertrag, der der Saarbeoölterung gewisse Rechte für ihre Abstimmung zugestehe. Diese dürften nicht „angetastet" werden. Man weist außerdem darauf Yin, daß es Frankreich überhaupt nicht „z u st e h e ", in dieser Angelegenheit irgendwelche Beschlüsse zu fassen, weil das Saargebiet unter dem S ch u tz des Völkerbundes stehe. Der „Temps" schreibt, daß die Aufhebung der Volksabstimmung einer öffentlichen Verletzung des Versailler Vertrages gleichkommen würde. Dadurch würde die Saarbeoölterung ihrer unantastbaren Rechte beraubt werden. Ganz abgesehen von einer Reihe anderer Fragen, die bas Saargebiet beträfen, bürfe biefe Möglichkeit überhaupt nicht in Erwägung ge- zogen werben.
403* Arbeit für eine Liertelmitlion Menschen im Freiwilligen Arbeitsdienst.
Staatssekretär Hierl über Gegenwartsaufgaben undZukunst des Arbeitsdienstes
Berlin, 30. Nov. (Vbz.) Der Reichsleiter für ben Freiwilligen Arbeitsbienst Staatssekretär Hierl gewährte einem Pressevertreter eine Unterrebung, in ber er erklärte: Dem Arbeitsbienst sei eine große volkswirtschaftliche Probuktivität zuzuerkennen. Schon jetzt finbe man überall im Reiche zahlreiche Stellen, die i m Vorjahr noch Oeblanb waren unb auf benen heute Kartoffeln ober Ge treibe wachse. Der Arbeitsbienst wolle ja burch bestmögliche Bearbeitung beutschen Bodens unser Volk unabhängig von der Einfuhr lebensnotwendiger landwirtschaftlicher Erzeugnisse machen.
Die volkswirtschaftliche Produktivität des Arbeitsdienstes werde in viel höherem Maße erscheinen, wenn es Gelungen sei, ben vom alten System hinterlassenen Zustanb eines planlosen Einsatzes zu über- roinben. Dazu wäre eine planvolle Arbeitsbeschaffung für ben Arbeitsbienst, gipfelnb in einer Zentralstelle bes Reichs unb Zweigstellen in ben Ländern ufw. notwendig.
Der jugendliche Arbeitslose koste dem deutschen Volk durchschnittlich 1,50 Mark täglich. Der Ar- beitsdienslwillige koste 2,14 Mark einschließlich ber Kosten für Führung unb Verwaltung. Für die Lchrkoslen von 64 Pfennig werbe erreicht, baß ber junge Mensch, anstatt für den volkswirtschaftlichen Produktionsprozeß aus; u - fallen, volkswirtschaftliche Werte schaffe unb bah er, anstatt durch Arbeitslosigkeit zu verkümmern, Leib und Seele bei ber Arbeit gesund erhalle unb zu einer hohen, sittlichen Auffassung vom Begriff „Arbeit" erzogen werde. Dieser Vorteil, ber sich burch Zahlen gar nicht ausbrücken lasse, sei von größter
Bedeutung auch für die Volkswirtschaft.
Eine Entlastung ber Gemeinben trete schon burch bas Ausscheiden der jungen Leute aus der Erwerbslosenfürsorge ein. Dazu komme noch die starke Belebung der ortsansässigen Wirtschaftskreise durch ein Lager, das 200 junge Leute mit ihren vielfältigen Bedürfnissen
umfaßt. Das Gelb, bas bem Arbeitsbienst für bie Unterhaltung ber Mannschaft unb Lager zur Verfügung gestellt werbe, fließe boch re st los in bie Volkswirtschaft zurück. Daher bemühten sich bie Gemeinben auch, Arbeitslager in ihren Bereich zu bekommen. Es sei selbstverstänblich, baß ein Abbau bes Arbeitsbienstes im tommenben Winter nicht ftattfinben werbe. Wetterfeste Unterkünfte, aUerbings teilweise von spartanischer Einfachheit, seien vorhanben. Daneben habe bie Reichsleitung transportfähige Holzbaracken entwickelt, bie bereits in zahlreichen Fällen in unbewohnten Gegenben errichtet würben. Zur Durchführung ber in Deutfchlanb vorhanbenen volkswirtschaftlich wertvollen Kulturarbeiten werben bei einem Jahres- einfatz von einer Viertelmillion Menschen noch mindestens 40 Jahre benötigt. Auch für ben Winter sei vorgesorgt. Im übrigen bleibe unverrückbares Ziel bie Einführung ber allgemeinen gleichen Arbeitsbienst- Pflicht für alle arbeitstauglichen jungen Deutschen. Die aus bem Arbeitsbienst Ausscheibenben würben vielfach schon vor ber Entlassung von Unternehmern angeforbert.
Oer Arbeitspaß.
Künftig ein wichtiges Dokument für arbeitssuchende junge Deutsche.
B e r l i n , 30. Roo. (WTB.) Mit dem 15. Dezember tritt eine wesentliche Neueinrichtung des Arbeitsdienstes ins Leben. An diesem Tage werden die im ganzen Reich eingerichteten Meldeämter für den Arbeitsdienst ihre Tätigkeit auf- nehmen, durch die von jetzt ab alle sich meldenden Freiwilligen eingestellt werben. Annahmen erfolgen täglich an den Wochentagen während der Dienst- stunden. Die Einstellung in den Arbeitsdienst erfolgt aber nur noch am 1. eines jeden Monats. Die Meldeämter werden auch die Entlassung regeln und werden jedem Angehörigen des Arbeitsdienstes einen Arbeitspah ausftellen. Dieser
ßanbesbirettor a. D. von Winterfelbt-Men» Ein, ber langjährige verdienstvolle Präsibent bes Deutschen Roten Kreuzes, ist nach Durchführung ber Umorganisation von feinem Amt zurückgetreten.
Der Herr Reichspräsibent hat an ihn ein persönliches Schreiben gerichtet, in bem er ihm herzlichen Dank und vollste Anerkennung ausspricht für alles, was ber Scheibende in langjäh- riger Arbeit für bas Deutsche Rote Kreuz unb damit für bas Vaterland geleistet hat, unb ihn zum Ehrenpräsidenten bes Deutschen R o - t e n Kreuzes ernennt. Der Reichspräsibent erinnert in seinem Schreiben Daran, daß bas Deutsche Rote Kreuz unter ber umsichtigen Leitung seines bisherigen Präfibenten nach Kräften bazu beigetragen hat, bie Not ber Nachkriegszeit im Vaterlanb zu I i n b e r n unb daß er hierbei feine vornehmste Aufgabe Darin gesehen hat, ben ©ebanfen se11dstloser Nächstenliebe gegen ben Ansturm zahlreicher Sonberinteressen und -wünsche zu verteidigen.
Paß wird in Deutschland bald ein sehr wichtiges Dokument sein, mit dem der Besitzer manchen vorteil erringen kann. Die junge Männerwelt Deutschlands hat also ein erhebliches Interesse daran, dafür zu sorgen, daß sie in den Besitz eines Arbeitspasses gelangt. Das ist nur möglich, über den Arbeit sdienst, der ein Ehrendienst für Deutschland ist.
Oer ständische Aufbau der Wirtschaft.
Berlin, 30. Nov. (WTB.) Im Reichswirtschaftsministerium hat am 28. November 1933 unter dem Vorsitz des Herrn Reichsministers Dr. Schmitt eine grundsätzliche Aussprache über ben ständischen Aufbau ber Wirtschaft ftattgefunben. Das Reichswirtschaftsministerium wirb unter Verwertung ber in ber Aussprache gewonnenen Ergebnisse Die organisatorische Grunblage für Den stänbischen Aufbau ber Wirtschaft fassen. Die Durchführung des stänbischen Aufbaues wird in steter Fühlung mit der Wirtschaft Schritt für Schritt unter vorsichtiger Ein- und Um- glieberung ber bestehenben wirtschaftlichen Verbänbe in Angriff genommen.
Der Reichswirtschaftsminister erwartet von ber beutschen Wirtschaft, daß sie die notwendige Disziplin wahrt und nicht durch eigensüchtige Unternehmungen den Gang Der Entwicklung und Damit die Wirtschaft stört.
Neues Oarlehen für die Riedmeliorationen.
Weitere fünf Millionen für Arbeitsbeschaffung.
Berlin, 30. Nov. (TU.) Wie bas Reichsarbeitsministerium mitteilt, hat Der Krebitausschuß ber Deutschen Rentenbank-Kreditan- ft a 11 für eine Regulierungsarbeit im badischen Be- Zirksamt Wiesloch ein Darlehen von über 600 000 Mk. bewilligt. Fast 1000 Arbeiter finben hier auf längere Zeit Beschäftigung. Aehnlich arbeitsintensiv sinb bis Meliorationsarbeiten im hes- s i s ch e n R i e b, für bie dem Dolksstaat Hessen vom Krebitausschuß ein weiteres Darlehen von 57 5 000 Mk. zur Verfügung gestellt würbe, ferner würben u. o. folgende Darlehen bewilligt: München-Gladbach 440 000 Mk. für eine Vorflutbeschaf- fung, dem Ruhrverband für ähnliche Arbeiten rund 300 000 Mk., dem Kreis Güstrow (Mecklenburg) und dem Amtsverdand Cloppenburg (Oldenburg) rund 360 000 Mk. bzw. 165 000 Mk. für den Ausbau von Siedlungswegen, Rosenheim (Bayern) rund 200 000 Mk. für Regulierung der Herderbach, Mannheim rund 180 000 Mk. für die Eindeichung ber Friesenheimer Insel. Auch für Arbeiten in notleibenben Erzgebirgsgemeinben konnten kleinere Beträge be- reitgestellt werben. Insgesamt belaufen sich Die in Der letzten Sitzung des Kreditausschusses ausgesprochenen Bewilligungen auf runb 5 Millionen Mark.
Der Deutsche Gruß bei den Behörden.
Berlin, 30. Nov. (WTB.) Der Reichs, innenminifter hat bie obersten Reichsbehörben unb bie ßänberregierungen gebeten, für bie Durch- ührung bes Deutschen Grußes folgenbes anzu- orbnen:
1. Der Deutsche Gruß für bie Beamten, Singe- stellten unb Arbeiter von Behörben im Dienst und


