Ausgabe 
1.9.1933 Erstes Blatt
 
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ihren Plan vorzubereiten.

Nachdruck verboten!

25. Fortsetzung.

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Großes Konzert!

Heute abend

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Putzt und reinigt olles!

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Vereins Wieseck.

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geliebt, wenn sie ihm das nur gewesen, Zeit zu ge­

muhte lockte!

Ernst Hosch, Gießen Wetzsteinstraße 32

halt, was

Sonntag, 3. 9. nachmittags

Zusammenkunft mitdenWetzlarer Kameraden auf dem Gleiberg.

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Lautsprecher-Llebertragung vom Aeichsparteitag in Nürnberg

auch nicht wirklich antun konnte!

Ferne gerichtet.

Wie weh ihr das Herz tat! Doch sie der Stimme folgen, die sie rief und Unwiderstehlicher Zwang war es!

17. Kapitel.

es verspricht etwas Bessres gibt es nicht /

Sie antwortete nicht. Eine bange inhalt- schwere Pause entstand: denn jeder fühlte, daß jetzt eine Entscheidung fallen mußte. Beide hat­ten miteinander um gegenseitiges Nachgeben gerungen, in dem Bestreben, sich nicht selbst aufzugeben. Eduard, aus tiefer Liebe, feinen berechtigten Groll bezwingend und da noch bit­tend und bettelnd, wo jeder andere Mann be­fohlen und verboten hätte, aber es gab eine Grenze, an der er sein Mannestum behaupten mußte, um nicht die Achtung vor sich selbst zu verlieren. Gegen seine innerste Ueberzeugung konnte er nicht handeln!

Wie sehnsüchtig er ihre Antwort erwartete!

Auch ich kann nicht anders, Eduard! kam es endlich leise, aber klar und entschlossen von ihren Lippen. t . .. m..,

Du willst damit sagen, daß du die Buhne deinem Manne und deinem Hause vorziehst fragte er, und seine Stimme schwankte bedenk­lich- t A .

Sie schüttelte den Kopf. z ,

Nein, das will ich nicht sagen, ich ziehe die Bühne nicht vor, wenn ich auch beabsich­tige, mich ihr zu widmen."

Mit meiner Erlaubnis aber nicht! Nie­mals, Magussi, kannst du damit rechnen!"

Dann ohne deine Erlaubnis, Eduard!" entgegnete sie ruhig und sanft, dennoch sehr bestimmt. , .

Er legte die Hand über die Augen und -wandte sich ein wenig zur Seite. Zwar hatte er die Antwort erwartet: da er sie nun als festen, unwiderruflichen Entschluß gehört, tat sie ihm weh bis in die tiefste Seele.

Magussi, bist du dir auch der Tragweite deines Entschlusses bis zu den letzten Auswir­kungen klar?"

Ja!"

Du weißt also auch, was es für uns be­deutet?" fragte er schwer.

Nichts, Eduard, nichts, was du nicht willst! Ich bleibe dir dieselbe!"

Er beachtete ihren Einwurf nicht: langsam sagte er:Für uns bedeutet es Trennung!"

Sie zuckte zusammen und schloß die Augen. Daran hatte sie doch nicht gedacht!

Ja, Magussi, denn ich kann nicht teilen! Für mich heißt es: alles oder nichts! Ueber- rpnp und überdenke dir alles, und sage mir

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Deutscher Stenografenbund Ortsgruppe Gießen Samstag, d. 2.9.3$ 20l/i Uhr 5413»

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Da waren wir

am Sonntag!

Und hier hast Du den guten Wein getrunken. Weißt Du noch. Ja, in 10 Jahren wissen Sie noch, wie schön es war wenn Sie eine Photo-Chronik führen. Photogra­phieren Sie die freudvollen Stun­den im Leben und kleben Sie die Bilder ins Album.

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Ihr beiden lieben Menschen! Könnten Sie Magussi nicht doch ein wenig entgegenkom- men?"

Trübe schüttelte er den Kopf.Nein, Durch, laucht nach heute abend gar nicht! Nie­mand kann zween Herren dienen. Magussi ist eine große begnadete Künstlerin, ich sehe cs ein darum habe ich gar nicht das Recht mehr, sie für mich allein behalten zu wollen ich verzichte zugunsten der Allgemeinheit-^ ich kann nicht teilen, und sie hat gewählt!" Eine tiefe Bitterkeit klang aus seiner Stimme. Mitleidig sah ihn die Fürstin an: Qual zuckte über sein charaktervolles sympathisches Gesicht.

Er geleitete die Dame zu ihrem Auto. Tief neigte er sich über die ihm entgegengestreckte Hand.Ehrerbietigsten Dank, Durchlaucht!"

Ich werde Frau Magussi mit mir neh­men!" sagte sie. Er verneigte sich nochmals und ging dann schnell weiter. In irgendeiner Straße bog er ein gleichgültig, wohin sie führte. Nur keine Bekannten jetzt sehen, allein sein mit seinen quälenden Gedanken, denen er doch nicht entfliehen konnte!

Gleich am nächsten Morgen nach ihrer ver­hängnisvollen Aussprache mit dem Gatten hatte Magussi bei der Fürstin telephonisch an­gefragt, ob ihr Besuch willkommen sei. Und dann hatte sie der hohen Frau alles erzählt.

Mein Gott, Kind!"

Durchlaucht, so lieb ich meinen Mann habe, es ist aber etwas in mir, das mich vor­wärts treibt! Ich muß singen, und wenn es mein Glück kostet! Furchtbar leide ich, daß mein Mann mich darin nicht verstehen will, doch ich kann nicht anders! Und ick; bin es ja nicht, die die Trennung wünscht e r ist es."

Ich werde mit Ihrem Gatten sprechen, Frau Magussi."

Dankbar küßte Magussi der Fürstin die Hand.

Durchlaucht sind so gütig! Ich zweifle aber am Erfolg, da mein Vater hinter ihm steht!"

Magussi hatte mit ihrer Annahme recht. Eduard war den Vermittlungsversuchen der Fürstin unzugänglich.

Ich kann nicht, Durchlaucht! Ich werde unsere Eheangelegenheit dem Rechtsanwalt übergeben! Magussi soll frei und ungehemmt von Rücksichten auf die Familie sich ausleben."

Warum so bitter, mein Freund? Sie alle begreifen ja leider die außerordentliche Künst- lerschaft der kleinen Frau nicht! In ihr glüht das heilige Feuer! Viel hatte ich schon von ihr erwartet, und alle Erwartungen hat sie übertroffen! Hören Sie am Sonntag selbst; ich werde Sie in meiner Loge erwarten! Be­stimmt werden Sie einsichtsvoller urteilen!"

Nein, Durchlaucht, ich kann nicht!" (Fortsetzung folqt.l

Kehle.

Plötzlich zuckte er zusammen eine Hand strich über sein Haar immer wieder in lei­ser zärtlicher Bewegung Magussi! Ein Hoff­nungsstrahl leuchtete blendend vor ihm auf vielleicht war sie zur Einsicht gekommen! Er hielt ihre Hand fest, ohne sich umzudrehen, und preßte seine Lippen darauf. Sie drückte seinen Kopf gegen ihre Brust.

Wie schön könnte es doch sein, Eduard, wenn du mir meinen Wunsch erfülltest!" sagte sie leise.

Diesen letzten Schritt hatte sie ihrem Trotz noch abgerungen, so schwer es ihr wurde, nach­dem er das WortTrennung", an das sie wahrhaftig nicht gedacht, ausgesprochen! Aber ihre Liebe zu Eduard war groß wie groß sie war, war ihr erst in diesem entscheidenden Augenblick zum Bewußtsein gekommen! Und sie wollte ihn auch nicht verlieren, wollte alles tun, ihn sich zu erhalten bis auf das eine: auf ihre Künstlerlaufbahn konnte sie nicht verzichten! Und das eben verlangte er immer und immer wieder mit bittenden, drängenden Worten!

Sie schüttelte den Kopf.Ich kann nicht, Eduard. Ich muß meinen mir vorgezeichneten Weg gehen!"

Traurig stand sie da, den Blick in die weite

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Sonntag, den 3. September, 15 Ubr am Bootshaus Der Gießener Mer-GeselWafl 1877 Rudern

Schwimmen Paddeln

Wasserballspiel

Städteachter Gießen-Wetzlar

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Mit ihren ernsten, gütigen Augen Fürstin Waldenau auf den Mann, der im Hintergrund ihrer Loge saß, das Gesicht in

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Großen- Linden für das Ri- 1933 liegt vow 2. Sep­tember 1933 eine Woche lang auf der Bür­germeisterei zur Einsicht offen. Einwendun­gen gegen denselben können während dieser Zeit dort mündlich oder schriftlich oorge- bracht werden.

Es wird eine Umlage erhoben, zu der aud) die Ausmärker herangezogen werden.

Großen-Linden, den 31. August 1933.

Hessische Bürgermeisterei.

Lang. (5443D

den Händen verborgen.

Längst hatten die Zuschauer den Theater­raum verlassen: er rührte sich nicht, bis sie ihm sanft die Hand auf die Schulter legte, ihn aus seiner Versunkenheit reißend.

Verstehen Sie nun, daß sie ihren Weg gehen muß?" fragte die Fürstin leise:wäre es nicht Sünde, das zu vergraben und es ver­kümmern zu lassen?"

Ja!" sagte er gepreßt: er erhob sich, bei­nahe mechanisch, noch in den Banden eines schweren Traumes.

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Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten, was man hat, muß scheiden. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsern lieben, treusorgenden Vater, Schwiegervater und Großvater, unsern lieben Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffen

Herrn Ludwig Ulm III.

Schaffner i, R.

im 53. Lebensjahr nach kurzer, schwerer Krankheit zu sich zu nehmen.

In tiefer Trauer.-

Die Kinder, nebst allen Angehörigen.

Aliendorf a. d. Lahn, den 31. August 1933,

Die Beerdigung findet Samstag, den 2. Sept, nachmittags 3 Uhr statt

5419 D

Das Wunder der Magussi Weiser Roman von Fr. Lehne. Urheberschutz durch C. Ackermann, Stuttgart

morgen deinen Entschluß, - du weißt, um "s/reakto ihr Trotz, 6er tatoe. Wollte er ihr drohen und dadurck) ihren Willen um» Bk,®u?fennft meinen Entschluß, Eduard, Sr ist" unwiderruflich!"

Schmerzlich sah er sie an.

Ist das deine Liebe, Magussi?

Soll ich dir diese Frage zuruckgeben, Eduard? Do» »ns Frauen verlangt m« d,e arößten Opfer und nimmt sie al» selbstver- stündlich hin: man verlangt ein Aufgeben un­serer ganzen Persönlichkeit! Aber uns Frauen kommt man nicht einen Schritt entgegen! Ma­gussi war sehr erregt,-warum drohst du nur mit einem Wort, das zwischen uns doch gar nicht einmal gedacht werden darf?

Noch einmal, Magussi: du hast zu wählen: zu Zugeständnissen kann ich mich tn diesem Falle nicht verstehen!"

Er war todernst: sie sah, daß er durch nich^ umzustimmen war! Man hatte auch genug ge­redet! Und sie? Sollte sie nachgeben? Immer wieder nachgeben und ihr Talent verküm­mern lassen? Ihr Talent, das ihr eine gütige Natur zur Freude und Erbauung der Mit­menschen geschenkt? Sich fügen, ent,agen müs­sen, nur weil es der Familie nicht beliebte aus Laune, aus Kleinigkeit? Sie wurde dann neben ihm hergehen als eine unzufriedene, verbitterte Frau mit der immerwahrenden Sehnsucht nach ihrer Kunst im Herzen und das würde sich wie ein tötender Raiihreif auf ihre Liebe und ihr bisher so glückliches Ehe­leben legen! ..... ,

Ich hätte wohl deine Frau und ausübende Künstlerin sein können! Doch da du es nicht willst, unterwerfe ich mich deinen Bestimmun­gen. Von vornherein bin ich mit allem, was du beschließest, einverstanden! Um das eine nur bitte ich dich: sorge, daß unsere beidersei­tigen Eltern mich nicht mit Vorwürfen und so weiter quälen. Es ist ja nichts mehr zu

sie sachlich und nüchtern sprach! Ohne Spur von Erregung! Als ob sie nur auf diese Lösung gewartet, wie er sich selbstquälerisch einreüete! ,

Nein, Magussi, es ist Nichts mehr zu an­dern!" sagte er mit tonloser Stimme.

Einen Augenblick stand er gebeugt, wie zu­sammengedrückt von einer untragbaren Last, dann raffte er sich gewaltsam auf.

Ohne seine Fran anzublicken, ging er hin­aus, nach seinem Arbeitszimmer. Schwer fiel er dort in seinen Schreibstuhl.

Wie ein wüster Traum erschien ihm die letzte Viertelstunde. Sein Glück zerschlagen um ein Nichts, um ein Phantom, dem die geliebte Frau nachjagte! Dann hatte sie ihn

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Dann war alles winnen, um sich für . .. . ,

Kurz vor der -vochzett hatte sie ihm ja deut­lich genug gesagt, wie es innerlich um sie stand! Er stützte den Kopf in die Hand und starrte vor sich hin. Seine Maaussi, sein über alles geliebtes Weib! Heiß und naß stieg es ihm in die Augen. Er konnte sich nicht länger beherrschen: er legte das Gesicht auf die Arme, und ein schluchzender Laut brach aus seiner

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