Ausgabe 
1.8.1933 Frühausgabe
 
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Hr.izz KrübauSsabe

183. Jahrgang

Dienstag, l.August 1935

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Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Thynot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undiürdenAn. zeigenterl i. D. Th.Kümmel sämtlich in Gießen.

Oer U. August.

Heute vor 19 Jahren muhte Deutschland die Waffen ergreifen, um in hem von den Entente­mächten planmäßig vorbereiteten und dem deut­schen Dolle aufgezwungenen Kriege die ei­nt a t gegen d i e feindliche Grobe- rungslust z u verteidigen. Lieber vier Jahre lang leisteten die deutschen Heere in heroischem Ringen gegen eine Welt von Feinden heldenmütigen Widerstand. 3m Felde, zur See und in der Luft unbesiegt, muhte die deutsche Kriegsmacht im Rovember 1918 die Waffen niederlegen, durch Hunger und Entbehrungen geschwächt, von einer durch marxistische Zer­setzung vergifteten Heimat im Stich gelassen. An Stelle des dem deutschen Dolle durch Wilsons gleihnerische Derheihungen feierlich zugesagten Rechts friedens zwang ihn ein rache- und hah- ersüllter Gegner den Diktat frieden von Der- sailles auf.

Die feindlichen Staaten hatten schon lange vor diesem Kriege die ganze Welt gegen Deutschland einzunehmen versucht. Leider blieben sie damit, wie sich 1914 zeigte, nicht erfolglos. Insbesondere waren es die alten Wirtschaftsvölker, die sich gegen uns wandten, und hier vor allem Eng­land. Llrn den gefährlichen deutschen Konkur­renten zu schwächen und aus seinen weltwirt­schaftlichen Stellungen zu verdrängen, verbündete es sich mit dem französischen Imperia­lismus, über dessen Beweggründe gegen Deutschland es keines Wortes weiter bedarf. Deide wieder, und dies war das Sinnlose an jener Koalition, fanden im z a r i st i s ch e n R u h- l a n d ihren mächtigen Helfer. So geriet Deutsch­land in jenen Zweifrontenkrieg, bei dem die feindliche Seite in jeder Hinsicht von vorneher- ein hoch überlegen war. Welch ein anderes Dolk hätte es angesichts dieser Sachlage überhaupt wagen dürfen, sich zum Kampfe zu stellen?

In der Tat, es bedurfte hierzu einer tief verwurzelten Lieberzeugung, dah das Recht unbestreitbar auf unserer Seite lag. Wir meinen jenes Recht, das mit den Völkern geboren ist: ihr Recht auf Leben, ihr Recht auf Dehauptung und ihr Recht auf Wachstum! Wir sind in der abendlän­dischen Welt ein zu spät gekommenes Dolk. Blut und Boden sind das Schicksal der Dölker, und deutsches Schicksal ist, dah deutsches Blut frucht­barer ist als deutscher Boden (August Winnig). Der wirtschaftliche Ausweg aus der Gefahr un­serer Llebervöllerung war die Industrialisierung, und die soziale Behauptung unserer ins Prole­tariat abgestürzten Bauernsöhne und -Töchter hing davon ab, inwieweit wir auf dem Welt­markts Fuß faßten. Was man dann deutschen Wirtschaftsimperialismus genannt hat, gegen den sich die alten Wirtschaftsvölker der abendländi­schen Welt schärfer und schärfer wandten es war sehr viel weniger ein Ausdruck des natür­lichen Profitstrebens des deutschen Llnternehmer- tums: seine eigentliche Antriebskraft war der Lebens- und Wachstumswille un­seres Dolkstums, insbesondere seiner Mas­sen der Arbeiter und Angestellten.

Anfang 1944. so erzählte einst August Win­nig, machte ihm der französische Gewerkschafts­führer Iouhaux in Paris auf einem Kon­greh schwere Dorwürfe, dah die deutschen Ge­werkschaften denkaiserlichen Imperialismus" mehr und mehr unterstützten, statt ihn immer entschiedener zu bekämpfen.Was wollt ihr Deutsche eigentlich, warum stört ihr uns und die anderen Dölker überall in der Welt", so etwa entrüstete sich der Franzosen.Wir" antwortete ihm der Deutscheunterstützen damit nicht unsere Kapitalistenklasse, wir verfechten die Sache des deutschen Proletariats. Es ist von vornherein ein grundsätzlicher Unterschied zwischen dem Imperialismus Deutschlands und dem der anderen Völker. Die anderen treiben weltwirtschaftlichen Imperialismus, um ihre Lebenshaltung immer höher zu steigern, wir Deutsche hingegen, um nicht in einen Dauerzustand des Entbehrens und des Siechtums zu geraten." Damit war alles gesagt. Und wie der Mensch, der im Ueberflusse lebt, den­jenigen bekämpft, der aus feinem Mangel aufbe­gehrt und am Reichtum dieser Welt wenigstens so­viel 'Anteil haben will, dah er auskömmlich leben und bescheiden aufsteigen kann, so auch im Leben der Völker. Deutschland sollte das zu spät gekommene Volk bleiben, es sollte für alle Zeit gleichsam der Proletarier der Welt sein, wie einst durch die Jahrhunderte, ohne politisches Eigenleben sollte es auch wirtschaftlich und sozial wieder in ein Nichts gestoßen werden.

Das war der Inhalt des Angriffs, den die feindliche Koalition 1914 offen begann. Es war ein umfassender, vom Vernichtungswil- l e n getragener Anschlag gegen das Leben des deutschen Volkes, insbeson­dere gegen seine Arbeiter und Angestellten. Be­greift 'man, warum diese Massen damals die sozial­demokratische Gedankenwelt verabschiedeten, ent­schlossen zu den Waffen griffen und sich vierein­halb Jahre hindurch so heldenhaft schlugen, wie es bis dahin ohne Beispiel in der Weltgeschichte ge­wesen war. Wenn kürzlich in Berlin auf einer gro­ßen Kundgebung von dem Bündnis, von der un­löslichen Verbindung zwischen Arbeitern und Stu­denten gesprochen wurde nun, sie entstand am 1. August 1914 und sie wuchs zusammen in den Gräben und Trichtern, in den Materialschlachten und Bajonettangriffen.

Wir verteidigten in diesem Kriege das, was Deutschland seit der Reichs- gründung politisch und wirtschaftlich

Freie Bahn dem deutschen Export!

Die Londoner Weltwirtschaftskon­ferenz hat ihre Aufgabe, die gestörten inter­nationalen Handelsbeziehungen wieder anzuknüp- fen und neue Grundlagen für den Austausch der Güter unter den Rationen zu schaffen, nicht zu lösen vermocht. Rachdem so eine allgemeine Reuordnung der Weltwirtschaft an dem Wider­stande derer, die Rutznießer der gegenwärtigen anarchischen weltwirtschaftlichen Zustände zu sein glauben, gescheitert ist, muh Deutschland, das unter den Hemmungen des Warenaustau­sches am meisten leidet, den Dersuch machen, durch Einzelabmachungen mit anderen Ländern seiner Ausfuhr neue Wege zu bahnen. Das ist möglich, und es können hierdurch sogar recht wertvolle Ergebnisse erzielt werden. Denn es handelt sich ja um Gegenseitigkeits­geschäfte, die beiden vertragschließenden Par­teien Dorteile bringen sollen. Lind Deutschland hat auf Grund seines großen Bedarfs an Roh­stoffen und sonstigen Einfuhrwaren seinen Der- tragskontrahenten außerordentlich viel zu bieten. Diejenigen Wirtschaftsverhandlungen sind immer die gesündesten, die auf dem Prinzipdo ut des (wenn du mir etwas gibst, gebe ich dir auch etwas» beruhen und darum beiden SeitenVor­teile bringen.

Der Reichswirtschaftsminister hat zweifellos die Auffassung der breitesten deutschen Wirtschaftskreise zum Ausdruck gebracht, als er in einer Unterredung mit demVertreter des Reu­ter-Bureaus erklärte:Deutschland, auf sich selbst besonnen und wirtschastlich gesundet, wird sich nicht von der Welt abschließen, son­dern wird immer Wert darauf legen, ein ange­sehener und wertvoller Beteilig­ter im Kreise der Völker äu sein." An Mitteln zur Erreichung dieses handelspolitischen Zieles wird es auch nach dem Scheitern der Lon­doner Konferenz nicht mangeln. Der Hansa- Bund für Gewerbe, Handel und Industrie hat sich nach seiner Umstellung unter seinen neuen Führer Dr. Danielcik die besondere Auf- gabe> gestellt, auf dem Gebiete der Exportförde­rung neue Wege aufzuzeigen und gangbar zu machen. Auch er fordert vor allem die Auf­nahme von Verhandlungen mit ausländischen Wirtschaftsvertretern mit dem Ziele, durch Aus­tauschverträge den deutschen Export syste­matisch auszuweiten. Der Hansa-Dund hat be­reits wertvolle Vorarbeiten für den Abschluß sol­cher Kompensationsverträge geleistet. Er hat z. V. mit einer ausländischen Firma private Ver­handlungen aufgenommen, die, wenn sie zum Ziele führen, der deutschen Maschinenindustrie Ex­portaufträge im Werte von 40 Millionen Dol­lar einbringen würden.

Man wird sich, wenn man dem deutschen Ex­port neue Absatzwege erschließen will, häufig auf bisher unbegangenen Wegen vorarbeiten müssen. So wäre es z. V. sehr wichtig, wenn es gelänge, für die bisher durch öffentliche Ausfallbürgschaft geförderten Rußlandgeschäfte, die infolge der Verschlechterung der Lage in Rußland kaum eine starke Belebung werden erfahren können, einen Ersatz zu finden. Einen solchen kann vielleicht das

Chinageschäft bieten, wenn das Finanzie- rungsproblem auf ähnliche Weise, wie es bisher beim Rußlandgeschäft geschah, gelöst werden würde. 3m letzten Heft derOstasiatischen Rund­schau" wird in einem beachtenswerten Artikel von F. Hasenöhrl gezeigt, wie ausdeh­nungsfähig das deutsche Chinage­schäft wäre, wenn es anstatt mit Hilfe aus­ländischer Banken, die natürlich kein 3ntereffe daran haben, den deutschen Handel zu fördern, von deutschen Bankinstituten finan­ziert werden könnte. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie durch systematische Exportförderung die deutsche Ausfuhr ausgeweitet werden kann.

Linier den verschiedenen Mitteln der Arbeits­beschaffung ist die Steigerung der deut­schen Ausfuhr eines der wichtigsten. Rach­dem die Hoffnungen auf einen gemeinsamen Wiederaufbau des Welthandels durch die Lon­doner Weltwirtschaftskonferenz so schwer ent­täuscht worden sind, muß Deutschland jetzt allein ans Werk gehen, um feine Stellung im Welthandel wieder zu stärken. Die Voraus-

Berlin, 31. Juli. (CNB.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht sprach gestern im Radio nach den Vereinigten Staaten über die We11wirt- schaftskonserenz, indem er noch einmal das Fazit aus dem Mißerfolg dieser Konferenz zog und die Konsequenzen für Deutschland schilderte. Seine Ausführungen gipfeln in einem Appell an den gesunden Menschen- v e r st a n d , um der bestehenden Schwierigkeiten Herr zu werden. Dr. Schacht ist der Meinung, daß, auch wenn in der Währungsstabilisierung eine Eini­gung erreicht worden wäre, ein wirklicher Erfolg für die Konferenz ausgeblieben wäre, weil zwei große Probleme, nämlich das der Schulden und das der Arbeitslosigkeit, vor denen die ganze Welt stehe, zu lösen seien. Die internationa­len Schulden, soweit sie aus politischen Gründen entstanden sind, können nach seiner Mei­nung nur durch politische Arrangements geregelt werden. Solche Arrangements liegen aber außerhalb der Sphäre von Wirtschaftskonferenzen. Bezüglich der internen Verschuldung be­tonte Dr. Schacht, daß sie vorwiegend ein Problem der nationalen Politik sei.

(Er halte die Währungsverschlechterung für kein geeignetes Wittel zu einer Lösung, vielmehr gebe es natürlichere Wittel, wie Herabsetzung des Schuldendienstes im Zins und gegebenenfalls im Kapital, Senkung von Steuern für den Schuld­ner oder ähnliche staatliche Hilfsmaßnahmen.

Auf jeden Fall könnte das Schuldenproblem am besten nur in direkten Verhandlungen zwischen den beteiligten Parteien gelöst werden. Bei der Ar­beitslosigkeit handelt es sich, wie Dr. Schacht ferner betonte, erst recht um eine rein n a t i o «

schung hierfür war eine Belebung der deutschen Binnenwirtfchaft. Aber für einen großen Teil der deutschen Wirtschaft kann die Stärkung des Binnenmarktes allein den Exportverlust nicht ausgleichen. 3n einer Vollversammlung öcc Industrie- und Handelskammer zu Solingen hat der Vorsitzende, Fabrikant Hartkopf, soeben betont, dah sich die bisher ergriffenenMaß­nahmen der Ausfuhrförderung noch nicht a.Z ausreichend erwiesen haben, und er hat desha 5 die Errichtung einer besonderen Abteilung für Außenhandelspolitik im Reichswirtschastsministc- rium, sowie eines Exportrats der deutschen In­dustrie vorgeschlagen. Viag nun die Schaffung neuer Organisationen für die Exportbeförderung^ notwendig sein oder nicht, in jedem Falle wird das Ziel, die Stellung Deutschlands auf den inter­nationalen Märkten zu stärken und den deutschen Export wieder auszuweiten, nur erreicht werden, wenn Staat und Privatwirtschaft ge­meinsam diese Aufgabe jetzt in Angriff neh­men und alle Anstrengungen auf sie konzen­trieren.

nalc Aufgabe. Mit Nachdruck hob Dr. Schacht hervor, daß die deutsche nationalsozialistische Regie­rung im Gegensatz zu der früheren marxistischen be­strebt sei, sich auf die eigenen Kräfte der Nation zu verlassen. Solange der Welthandel nidjt wieder belebt fei, bedeute dies natürlich in gewisser Hinsicht wirtschaftliche Selbstverleugnung und die Bereitwilligkeit, mit geringeren Luxusaus­gaben zufrieden zu sein

Es bedeute ferner, daß den ärmeren Ständen durch höhere Besteuerung der wohlhabenderen Stände Arbeit verschafft werden müsse. Die hier­aus gewonnenen Gelder würden für Ausführung öffentlicher Arbeiten allgemeinen Ruhens ver­wandt.

In diesem Zusammenhang ging Dr. Schacht auf Inhalt und Sinn des großen Arbeitsbe­schaffungsprogramms der Regierung ein und wies besonders darauf hin, daß diese gav.e Politik ihren Stützpunkt in dem neuen Hitlerge.st finde, der jeden mit dem Grundsatz erfüllt habe, daß Gemeinnutz vor Eigennutz gehe. Viele in Deutsch- land arbeiteten heute für die Gemeinschaft zu einem freiwilligen niedrigen Entgelt. Gleid)zcitig werde der Versuch gemacht, die V e r w a l t u >, g z u ver­einfachen und weniger für den Staat, jedoch mehr für das Volk auszugeben. Da die Welt­wirtschaftskonferenz ein so verhängnisvoller Fehl­schlag geworden sei, werde Deutschland seine Be­mühungen um eine Ausweitung des Welthandels durch zwei - oder mehrseitige Handels­abkommen mit dem Auslande intensiver ge­stalten.

Weiter wies Dr. Schacht in seiner Radioansprache an das amerikanische Volk noch auf die außer-

ReichsbaOräßdent Dr. Schacht an Amerika.

Eine Radioansprache Über das Fiasko der Weltwirtschastskonferenz.

geworden war, wir schlugen uns für das Lebensrecht unseres Volkes. Das verlieh unserem Willen die Härte, - unserer Kraft die Stärke, das befähigte uns, die beispiellose Summe körperlicher und seelischer Belastungen zu tragen. Wir fühlten die tiefe sittliche Rechtfertigung dieses Widerstandes, denn wenn ein Volk elementar in seinem Leben bedroht wird, so fordert das Schicksal, so fordert Gott, daß es sich mit aller Lei­denschaft und aufs äußerste wehrt. Das ist nicht nur sein Recht, das ist (eine Pflicht.

Seit dem 28. Juni 1919 lastet auf dem deutschen Volke die ganze Schwere des Diktats von Versailles und seiner Folgewirkungen. Das Bestreben der früheren Regierungen, durch eine Politik der Erfüllung" die Unerfüllbarkeit des Versailler Diktats zu erweisen, ist gescheitert und mußte scheitern. Erschwert und gehemmt wurde der Kamps gegen Versailles durch die innere Uneinig­keit des deutschen Volkes, durch die Quertreibereien jener Kreise und Gruppen, die dem Auslande gegenüber den Eindruck erweckten, als sei es dem deutschen Volke gar nicht ernst um diesen Kampf. Der Kampf um das deutsche Recht tfinn mit Aussicht auf Erfolg nur durchgefochten werden, wenn das Volk in sich einig ist. Im Zeichen der deutschen Erhebung und Wiedergeburt nach den furchtbaren Jahren seit 1919 kann Deutsch­land den Kampf um sein Recht, seine Ehre unö seine Freiheit nun um so nachhaltiger, zielbewuß­ter und erfolgversprechender führen.

Die deutsche Erhebung richtet sich gegen fein anderes Land und gegen kein anderes Volk. Gerade weil sie im Innern eine gewaltige Mission zu erfüllen hat, strebt sie den Frieden auch nach außen, die Verständigung mit allen anderen, auch den durch Versailles und die anderen Pariser Vor­ortverträge geschaffenen neuen Staaten an. Das neue nationale Deutschland verlangt für sich keine Sonderrechte, aber was es an-- ftrebt, fordert und für sich in Anspruch nimmt, ist Recht und Gleichberechtigung. So gilt der Kampf der Ueberroinbung jener Friedens- oder besser gesagt jener Unfriedensverträge, die nicht nur Deutschland geknechtet und an den Rand des Abgrundes gebracht haben, sondern auch den Frieden der anderen Staaten und Völker be- ; drohen. Der Kampf gegen dieVerträge" muß I nicht nur deshalb geführt werden, weil sie rechts­

ungültig sie widersprechen Punkt für Punkt dem Präliminarfriedensvertrage vom 8. November 1918 und den 14 Punkten Wilsons und schäd - lief» sind, sondern auch deshalb, weil siegegen die sittliche Weltordnung, sowie gegen das be­stehende Recht verstoßen". Damit wird der Kampf der Deutschen gegen den Rechtsbruch zugleich ein Kampf für eine neue Rechtsordnung. Aus diesen Gründen ist der Kampf gegen Versailles nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht.

Eins der wenigen Rechte, die Deutschland im Versailler Diktat zugesprochen werden, ist, daß die deutsche A b r ü ft u n g die Einleitung einer all­gemeinen Rüstungsbeschränkung sein sollte. Deutschland hat läng sterfüll t", aber das deutsche Recht auf die Abrüstung heran- deren i ft bisher illusorisch geblieben. Seit 1925 arbeitet die Abrüstungskommission in Genf, seit länger als VA Jahre arbeitet die Ab­rüstungskonferenz selbst. Aber der Erfolg ist gleich Null. Auch Hendersons europäische Rundreise hat, soweit es sich bisher beurteilen läßt, zu Ergebnissen nicht geführt. Wenn auch die amt­liche französische Darstellung über Hendersons Be­sprechungen mit den französischen Staatsmännern gewisse Aussichten auf eine Verständigung eröff­nende Fortschritte feststellt, so heißt es auf der an­deren Seite:Große Schwierigkeiten bestehen da­gegen weiter zwischen der französischen und der deutschen These, insbesondere darüber, ob die Zeit, während welcher die Gleichberechtigung auf dem Rüstungsgebiete dem Reich tatsächlich zugebilligt werden könnte, in zwei Perioden zu teilen ist, eine Periode der Prüfung der Kontrolle und eine Pe­riode der Verwirklichung ..." Mit anderen Worten: Frankreich ist nach wie vor nicht ge­willt, die Deutschland durch das Fünfmächteab­kommen theoretisch zugesicherte Gleichberech­tigung auf dem rüstungs- und sicherheitspoliti­schen Gebiete praktisch zu verwirklichen. Wenn die anderen nicht abrüsten, so kommen sie ihren Verpflichtungen nicht nach und verletzen damit ihre eigenen Verträge, von deren Unverletz­lichkeit sie immer wieder sprechen. Indem sie aber ihre eigenen Verträge verletzen, verwirken sie gleichzeitig das Recht, an Deutschland irgendwelche Forderungen zu st eilen.

Kundgebung des Präsidenten des Kyffbäuserbundes.

Berlin, 31. Juli. (TU.) Der Präsident des Deutschen Reichskriegerbundes K y f f- Häuser, General d. Art. a. D. von Horn, er­läßt wie die Hauptpressestelle des Kyffhäuser- bundes mitteilt zum 19. Jahrestage des Kriegs­ausbruchs folgende Kundgebung:

Zum 19. Male jährt sich heute der Tag, an dem das deutsche Volk in Waffen den Marsch in den Verteidigungskrieg antrat.

Weder Greuelmärchen, noch die völlig ent­hüllte Lüge von der Schuld Deutsch­lands an diesem größten aller Kriege, werden vor der Geschichte Bestand haben. Rein in Ehr und Wehr hat die alte deutsche Armee in diesen viereinhalb Jahren gekämpft. Sie ist unsterblich ge­worden durch den Ruhm ihrer Tapferkeit, ihrer Leistungen und ihrer Disziplin.

Das einige, völkische, nationale Deutschland, das der Frontsoldat Adolf Hit­ler nach heißem Ringen im 14. Jahre nach Been­digung dieses Krieges schuf, ist die Erfüllung aller Frontsoldaten. Der Volkskanzler ist der Vollstrecker unseres Glaubenstestaments. Darum stehen wir in engster Frontverbundenheit zu ihm und seinen Kämpfern, die den Sinn dieses Krieges zum Wohle Deutschlands zu Ende führen.

Unter der Führung Adolf Hitlers werden nun die Nöte der Kriegsopfer anders ge­lindert werden, als bisher. In feiner Regierung herrscht der F r o n t g e i st desPflichtbewuß'- feine und der Kameradschaft. Sie wird den Soldaten wieder an den Ehrenplatz stellen, der ihm gebührt.

Unser großer deutscher Soldatenbund, der sich freudig bekannt Hatzum Staate Adolf Hitlers, hofft, daß in künftigen Jahren der 2. August als besonderer Tag des deutschen Sol­daten auch äußerlich zum Ausdruck bringt, daß das ganze nationalsozialistische Deutsch­land durchdrungen ist von dem Worte seines Füh­rers:Mögen Jahrtausende vergehen, so wird man nie vom Heldentum reden, ohne des deutschen Heeres des Weltkrieges zu gedenken!"

Ehre dem Soldaten, der Gut und Blut für sein Volk eingesetzt hat!"