Ausgabe 
1.7.1933 Erstes Blatt
 
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Die Regierung fußte dabei auf dem Artikel 7 des Staatsvertrages, der lautet:Zum Vorsitzenden einer Behörde der Kirchenleitung oder einer höhe­ren kirchlichen Verwaltungsbehörde sowie zum In­haber eines kirchlichen Amts mit dem der Vorsitz oder die Anwartschaft auf den Vorsitz einer solchen Behörde verbunden ist, wird niemand ernannt wer­den, von dem nicht die zuständige kirchliche Stelle durch Anfrage bei der Preußischen Staatsregierung festgestellt hat, daß Be­denken politischer Art gegen ihn nicht bestehen." Statt dieserAnfrage", die man bei einer kommis­sarischen Besetzung anscheinend nicht für erforderlich gehalten hat, wurde von dem Eisenacher Beschluß dem Minister lediglich Mitteilung gemacht, worauf dann der Minister mit der Einsetzung des Kirchenkommissars antwortete. Die angeordnete Neubildung der vom Staatskommissar aufgelösten kirchlichen Vertretungen und die Uebernahme der Leitung des Evangelischen Kirchenbundes durch den Vertrauensmann des Reichskanzlers, Wehrkreis- vfarrer Muller, sollen der schnellen Durchführung des in Angriff genommenen großen kirchlichen Reformwerks dienen.

So wenig die Kirche den neuen lebendigen Strö­mungen, die die nationalsozialistische Revolution freigemacht hat. sich entziehen kann oder darf, so wenig auch die Presse. Daß sie es gar nicht will, sich vielmehr mit dem ganzen Gewicht ihrer auch im Zeitalter des Rundfunks kaum vermin­derten geistigen Macht entschieden hinter den Führer des neuen Deutschland stellt, dafür war ein erneuter Beweis der kürzliche Besuch des Reichskanzlers im Berliner Heim der deutschen Zeitungsverleger. Der Kanzler kennt Freud und Leid der Zeitungsverleger, Bedürfnisse und Sor­gen der Presse auch nach Der wirtschaftlichen Seite hin genau aus seiner langen Zusammenarbeit mit dem Gründer und Leiter des nationalsozialistischen Zentralverloges, Max Amann, dem neuen Bor- sitzenden des Vereins deutscher Zeitungsverleger. So sprachen die Ausführungen des Kanzlers aus einer Sachkenntnis, die weitaus den meisten seiner Vorgänger abging zum Schaden der Presse, nicht minder aber auch zum Schaden des Staates. Denn nur ein auf gesunden wirtschaftlichen Funda­menten ruhendes Zeitungswesen vermag dem lei­tenden Staatsmann eine schlagkräftige Waffe in die Hand zu geben, wie sie im Kampf um Deutsch­lands Weltgeltung nach außen und seinen mora­lischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau im In­nern notwendig ist. So sprach sich der Kanzler auch ganz eindeutig für die Erhaltung und Stär­kung der privaten Unternehmerinitiative im Zei­tungswesen aus und forderte unter starker Beto­nung des Führerprinzips auch in der Presse, wobei er auf den eigenen, Autoritäten geleiteten Verlag hinwies, das freie Wirken der schöpferischen Per­sönlichkeit in Verlag und Redaktion, wobei selbst­verständliche Voraussetzung sei, daß jeder in der deutschen Presse verantwortlich tätige Verleger und Redakteur im Sinne der großen weltanschau­lichen 2inie mitarbeite. Wie die Mehrzahl der mit Volk urti) Boden der Heimat verwurzelten deutschen Provinzblätter, hat auch der Gieße- nerAnzeiger diesen Forderungen des Reichs­kanzlers freudig entsprochen. Wie seine fast auf zwei Jahrhunderte zurückgehende Geschichte Dienst an Volk und Staat war. so war ihm das Be­kenntnis zur nationalen Erhebung eine selbstver­ständliche, gern erfüllte Pflicht im Sinne der star­ken nationalen Traditionen seines Hauses. So kann der Gießener Anzeiger es auch nur aus gan­zem Herzen begrüßen, wenn der Reichskanzler sich mit aller Entschiedenheit zu den wirtschaftlichen Grundsätzen bekannte, die ein gesundes Zeitungs­unternehmen vorausseht, wenn es seine Aufgabe erfüllen soll, und der neue Führer der deutschen Zeitungsverleger, Reichsleiter Max Amann in ebenso eindeutigen Wendungen die Rotwendigkeit eines gesunden, die gemeinsamen Standespflichten nicht verletzenden Wettbewerbs der Zeitungen unterstrich. Die von ihm angekündigte Bildung eines Reichs ll andes der Presse wird zweifellos in oiefer Richtung festigend und klärend wirken und darüber hänaus die deutschen Zeitungen, die sich ihrer hohen Verantwortung bewußt in den Dienst des nationalen Aufbaus ge­stellt haben, zu einem starken Instrument der deutschen Politik machen können.

Einigung in der Wahrungsfrage.

Wird Roosevelt der Londoner Formel zustimmen?

London. 30. 3uni. (WTB. Reuter.) Die Vertreter der Goldstandardländer auf der Welt­wirtschaftskonferenz sind nochmals zu einer Sit­zung zusammengetreten, an der auch Macdo- n a l d und der Vertrauensmann Roosevelts Pro­fessor M o l e y teilnahmen. Die Goldstandardlän­der nahmen eine Entschließung an, deren Tenor etwa folgendes besagt:

Es ist nofroenbigi daß die Goldwährung in allen Ländern, die augenblicklich noch auf der Goldbasis stehen, aufrechterhalten bleibt. Alle Länder, die die Goldwährung verlassen haben, sollten sich ihr womöglich wieder an- schließen. Der Prozentsatz der Stabili­sierung sowie der zur Stabilisierung geeig­nete Zeitpunkt müssen jedem dieser Länder in voller Unabhängigkeit über­lassen bleiben. Die Länder mit Goldwährung sind fest entschlossen, ihre Stellung um jeden Preis zu verteidigen. Die Län- der mit abgewerteter Währung billigen die feste Haltung, die von den Ländern mit Gold­währung eingenommen wird.

21m Freitagabend war eine Zustimmung Roo s e v e l t s zu der einstimmig angenommenen Wahrungsformel noch nicht eingetroffen. Die Antwort wird voraussichtlich erst am Samstag in London eintreffen, worauf erst eine a li­sch l i e ß e nd e Zusammenkunft der an den Wahrungsoerhandlungen beteiligten Ländern statt- slndet. Die Aussichten auf eine Annahme der For­mel durch Roosevelt werden jedoch optimistisch be­urteilt, um so mehr, als sich der vereinbarte Er- klarungsentwurf nicht auf eine Stabilisierung, son­dern lediglich auf eine Vereinbarung über eine B e- g r e n g u n g der Währungsschwankun» g e n bezieht. Nach Meldungen von der Insel Cam- vobello in Neubraunschweig, dem gegenwärtigen Aufenthalt des Präsidenten, soll Roosevelt Bericht­erstattern geantwortet haben, er halte eine zeit­weilige Stabilisierung vielmehr für eine Ange - legen^eit der Zentralbanken als für eine Aufgabe der Regierungen. Infolgedessen glaube er, daß das Thema außerhalb des unmittel­baren Bereiches der Weltwirtschaftskonferenz liege. Immerhin soll sich Roosevelt den Berichterstattern gegenüber für eine gemeinsame A b - m a ch u n g in London über die Stabilisierungsfrage günstig ausgesprochen haben.

Aus den Goldfeldern von Kakamega Bilder von einer Afrika-Reise.

Don Dr. Paul Rohrbach

Eldoret (Ostafrika), Juni 1933.

Eldoret, Kakamega seltsame Namen. Aber El­doret hat nichts mitEldorado" zu tun, und Kaka­mega nichts mitgroßen liebeln", wie jemand zu übersetzen versucht sein könnte, wenn ihm griechische Schulerinnerungen kommen. Es sollen Namen aus der Massaisprache oder einem verwandten Idiom sein. Vor der Zeit der europäischen Herrschaft waren die Massais, die nur von Viehhaltung und Raub lebten, überall dort auf dem ostafrikanischen hoch, land die Herren, wo ihre Rinder ohne Gefahr vor der Tsetsefliege weiden konnten.

Eldoret ist ein Städtchen an der Bahnlinie von Nairobi zum Viktoriasee. Es hat etwa 400 weiße Einwohner und bildet den Mittel­punkt eines sehr hoch, im Durchschnitt 1800 bis 2000 Meter, gelegenen Farmdistriktes, in dem sich auch viele Deutsche niedergelassen haben: zwischen hundert und zweihundert Seelen, von denen wir einen großen Teil besucht haben. Rund 100 Kilo­meter west-südwestlich liegt Kakamega, das vor ein paar Jahren nur ein ganz unbedeutendes Ein­geborenendorf war, dessen Name aber jetzt in ganz Ostafrika als die Bezeichnung eines hoffnungsvollen Goldgebiets bekannt geworden ist. Auch nach Kakamega hat sich eine Anzahl Deutscher gezogen, namentlich solche, die durch die schlechte Zeit oder eigene erfolglose Wirtschaft sich nicht mehr auf ihren Farmen haben halten können.

Gefunden haben das Gold ursprünglich einige Prospektoren aus Südafrika. Der Granit, der hier aus der vulkanischen Umgebung auftaucht, ist von massenhaften Quarzgängen, sogenannten Riffen, durchsetzt, und in diesem Quarz steckt das Gold. Um eine Vorstellung davon zu geben, wie fein es ver­teilt ist, wiederhole ich die mir auf den Feldern von Kakamega gemachte Angabe, daß eine englische Unze (28 Gramm) auf die Tonne Gestein öfters gewon­nen wird, ausnahmsweise auch bedeutend mehr. Eine Tonne Quarz denke man sich als den dritten Teil eines Steinwürfels von je einem Meter Kanten- länge. Zehn Männer hätten daran zu tragen. In dieser Menge Gestein findet man alfo Gold, bas un­gefähr soviel wiegt, wie ein Bries von vier bis fünf Bogen!

Der Hauptunternehmer in dem Goldgebiet ist ein Amerikaner namens De Ganahl, schon ein älte­rer Mann. Sein Sohn, der die Arbeiten leitet, sagte mir, daß er vorläufig nur prospektieren lasse und erst in anderthalb bis zwei Jahren imstande sein werde, den tatsächlichen Golsdreichtum der von ihm erworbenen und belegten Felder zu beurteilen. Er holte aus feinem Kassenfchrank einige interessante Proben von Golderz hervor, das zum Teil sicht­bare Goldkörnchen von nicht viel mehr als Steck- nadelkopfgröße enthielt: außerdem ein Glas mit einem mehrere Pfund schweren Klumpen von Goldamalgam: durch Quecksilber aus goldhal­tigem Schlamm ausgezogenes und mit Quecksilber legiertes Gold. Der Klumpen war einige tausend Mark wert, aber die Gehälter und Löhne, die De Ganahl an seine hundertzwanzig weißen Angestell­ten und zweitausend farbige Arbeiter zahlt, be­tragen allein 2000 Pfund Sterling im Monat. Es stecken schon M i l l i o n en in dieser großartigen Untersuchung. Durch senkrecht in die Erde getrie­bene, etwa 30 Meter tiefe Schächte, von deren Grund radienförmig Suchstollen ausgehen, werden die Quarzgänge verfolgt und der Goldgehalt der einzelnen Felder vermutungsweise festgestellt, lieber bas Ergebnis herrscht vorläufig Stillschweigen, doch kann man wohl annehmen, daß es zum min­desten nicht entmutigend ist. Sonst würde mit den Uoßen Ausgaben kaum fortgefahren werden. Am Witwaters Rand bei Johannesburg wird ein Golb- erz verarbeitet, dessen Gehalt nur die Hälfte und selbst noch weniger im Vergleich zu den bisherigen Ergebnissen von Kakamega beträgt.

Am interessantesten war uns der Besuch eines

kleineren, einer 0 eutschen Gruppe gehöri­gen und von den Teilhabern direkt betriebenen Un­ternehmens. Der eine von ihnen, ein alter Süd­wester, erzählte uns, wie er sich mit anderthalb Schilling in der Tasche und zerrissenen Schuhen, nachdem ihm alles andere fehlgeschlagen war, mit ein paar Kameraden in ähnlicher Lage zusammentat und in einem Bachbett anfing, Gold zu waschen. Bis an die Knie im Sand und Schlamm, die glühende Aequatorsonne über den Köpfen, schmutzig und abgerissen, eine nach (Eingeborenenart gebaute Hütte als Wohnung, so arbeiteten die Männer wochenlang und gewannen kaum soviel Gold, wie sie zum notdürftigsten Lebensunterhalt brauchten. Dann aber kam das Glück. Sie fanden ein nur mit einer dünnen Erdschicht bedecktes Riff. In irgend­welcher Vorzeit muß fein oberer Teil als eine fuß- dicke, aus dem Granit herausgewitterte Quarzmauer in die Luft geragt haben. Dieser Mauerzug lag um- gebrochen, nur von wenig Schutt und roter Erde bedeckt, da. Und gerade in dem abzuräumenden Trümmerwerk aus Quarzbrocken, Grus und Lehm, von dem noch Tausende von Kubikmeter über dem umgefallenen Stück des Riffes liegen, findet sich ein Goldgehalt von einer Unze pro Tonne. Das Riff selbst geht in einem Winkel von etwa 60 Grad in unbekannte Tiefen hinein. Um es weiter zu ver­folgen, und um die im Tagebau aufzudeckende solide Quarzmasse zu zertrümmern, wären große Spreng­arbeiten nötig. Vorläufig bedarf es aber ihrer nicht, denn es liegt genug von der Natur selbst aufbereite­tes Material umher.

Unter einem Schutzdach, das aus Baumstämmen und Gras errichtet ist, stehen zwei, durch einen Dieselmotor angetriebene, Erzstampfer. Diese zer- trümmern das goldhaltige Gestein zu Staubgröße, ein Wasserstrom wird hineingeleitet, und der ganz dünnflüssige goldführende Schlamm wird über zwei geneigte, mit einem Quecksilberbelag versehene lange Platten geleitet. Im Darüberfließen wird das in winziger Korngröße verteilte, mit freiem Auge nur ausnahmsweise sichtbare Gold vom Quecksilber auf- geschluckt. Es verbindet sich mit ihm zu Gold-Oueck- filberamalgam, wird von Zeit zu Zeit von den Platten mit einem breiten Blechspatel abgeschabt und in niedrige breithalsige Gläser gefüllt. In einem halbvollen ehemaligen Pfund-Honigglas zeigte uns unser Südwester für 2000 Schillinge Gold. Die monatliche Ausbeute der Deutschen betrug zu­letzt 20 000 Schilling. Sie haben sich jetzt schöne Hüt­ten gebaut, arbeiten aber die ganze Woche noch immer fest im Pochwerk mit, in ununterbrochenen Tag- und Nachtschichten. Nur Sonntags ist Ruhe. Dann ziehen sie sich sauber an, essen etwas Gutes, rauchen ihre Pfeife und fahren unter Menschen, nach Eldoret oder nach dem neuen Stadtplatz Ka­kamega. Er besteht vorläufig aus einer breiten Straße, die auf beiden Seiten mit Jnderläden, Ben­zintankstellen undRefreshment-Rooms" besetzt ist. Man kann jedes Getränk haben, von Tee und Zi­tronenlimonade, bis zu Sekt undfranzösischem" Kognak. Whisky und Bier werden aber bevorzugt.

Auf den Goldfeldern arbeiten verschiedene Oe- sellschaften und eine Menge kleiner Gruppen, die ihr Glück versuchen, aber es lange nicht immer fin­den. Mit der Zeit, wenn ein solider und ausgedehn­ter Gehalt der Quarzriffe bis in größere Tiefen nachgewiesen ist, wird wohl alles dem Großkapital anheimfallen, wie in Johannesburg. Die Chance der kleinen Leute, die fündig geworden sind, besteht darin, daß sie ihreClaims", ihre Rechte auf den von ihnen erworbenen Feldern vorteilhaft verkaufen können. Goldsuchen, zumal in den Tropen, ist eine Lotterie, in der nur wenige für ihren Einsatz an Leben und Gesundheit etwas gewinnen. Trotzdem sind schon von weither, bis hinunter nach der Kap- kolonie und Südwestafrika, Glücksucher in Kakamega zusammengeströmt. Niemandem aber sei geraten, ihre Zahl zu vermehren!

Einschreiten gegen Hilssverbände des Zentrums in Preußen.

Berlin, 1. Dull (LNB.Funkspruch.) Der Amt­liche Preußische Pressedienst teilt mit: Dos Geheime Staatspolizeiamt hat im Laufe des heutigen Ta­ges in ganz Preußen die Geschäfts stellen folgender Verbände geschlossen und deren Schriftmaterial und sonstiges Vermögen sichergestellt: Friedensbund Deutscher Katholiken, windthorstbund, Kreuzschar, Sturmschar, Volks- verein für das katholische Deutschland und Volks- verein-Verlag GmbH., Katholischer Zungmänner- verband, sowie Personenvereinigungen, die als Fortsetzung der genannten Organisationen anzu­sehen sind.

Diese Maßnahmen waren notwendig, da sich her­ausgestellt hat, daß die genannten konfessionellen Hilfsverbände des Zentrums sich staatsfeind­lich betätigt haben und durch eine sy­stematische Hetze die natürliche Ein- gliederung großer Teile des katholl- schen Volkes in das nationale Deutsch­land zu sabotieren suchten. Bei dem Miß­brauch religiöser und kirchlicher Einrichtungen für parteipolitische Zwecke mußte das Verhältnis zwi- schen dem nationalen Staat und der katholischen Kirche ernstlich gefährdet werden. Richt berührt von den Maßnahmen bleiben die christlichen Vereine, die sich von einer parteipoli­tischen Einmischung sernhielten und lediglich sozialen und karitativen Zwecken dienten.

Selbstauslösung des Christlich-sozialen Volksdienstes.

Berlin, 1.3uli. (WTB. Funkspruch.) Die Reichsleitung des Christlich-Sozialen Volksdien- stes hat die Auflösung des Volks- dienstes beschlossen. Den Abgeordneten des Christlich-Sozialen Volksdienstes ist, wie der Christlich-Soziale Volksdienst mitteilt, zugesichert, nach vollzogener Auflösung als Hospitanten den Fraktionen der RSDAP. beitreten zu können.

Das Staatsbegräbnis für SA-Mann Klein.

Berlin, 30. Juni. (CNB.) Unter außerordent­lich großer Beteiligung von SA., SS., Hitler- fugend, Stahlhelm, Abordnungen der NSBO. wurde

heute das dritte Opfer des marxistischen Ueberfalles in Köpenick SA.-Mann Wil­helm Klein zu Grabe getragen. Unter den vielen Kranzspenden befand sich ein Kranz von lauter Ro­sen, den der Führer und Kanzler A d o l f H i t l e r dem toten Kämpfer gewidmet hatte. Am Grabe sprach der stellvertretende Gauleiter von Berlin G ö r 1 i tz e r tief empfundene Worte des Gedenkens. Solange Deutschland Söhne habe, die bereit seien, fürs Vaterland ihr Leben dahinzugeben, werde es nicht untergehen. Als dann Erdschollen langsam den Sarg bedeckten, erklang das Horst-Wessel-Lied.

Aus aller Welt.

Das italienische Augzeuggeschwader zum Transatlantikflug gestartet.

O r b e t e 11 o, 1. Juli. (MTB. Funkspruch.) Das italienische Flugzeuggeschwader, bestehend aus acht Staffeln zu je drei Flugzeugen, ist heute früh zu dem großen Transatlantikflug nach Ame- rika gestartet. Sämtliche Flugzeuge hatten guten Start. Das erste Flugzeug flog um 5.39 Uhr ab. bas letzte um 6.02 Uhr. Das Ziel der ersten Etappe ist Amsterdam. Gegen %% Uhr hatte das Geschwa­der Genua, kurz nach 8 Uhr Mailand erreicht. In Splügen verläßt das Geschwader bas italienische Hoheitsgebiet. 7lad) bem letzten Funkspruch hat ble Spitze bes Geschwabers bei Basel-Lörrach bas beut- jd)e Hoheitsgebiet erreicht. Die Flugzeuge nehmen nörblidjen Kurs, wobei sie zunächst bem Lause bes Rheins folgen. Die Maschinen fliegen in ziemlicher höhe.

Dauerregen über Thüringen. Hilfsmaßnahmen für die Lanbwirtschaft.

Seit Donnerstagabenb regnet es in weiten Teilen Thüringens abermals ununterbrochen, so daß nun­mehr für die thüringische Landwirtschaft eine außerordentlich ernste Gefahr eingetreten ist. Der Boden ist nicht mehr aufnahmefähig, und selbst da, wo Überschwemmungen größeren Ausmaßes noch nicht zu verzeichnen waren, hat man Sorge um Menge und Qualität der Ernte. Die thüringische Regierung hat für die durch das Unwetter beson­ders schwer geschädigten Landwirte zunächst einen Vorschuß von 50 000 Mark zur Verfügung geftellt, der zur Linderung der größten Not «nenen soll. Für die preußischen Teile hat der Re­gierungspräsident von Erfurt die am meisten be­troffenen Gebiete des Unstruttales besichtigt und mit der Regelung der Ueberfdjmemmungs- schaden besondere Ausschüsse beauftragt

Schrecklicher Tob eines Kinbes.

Ein Unfall, der an den Tod der bekannten Tän­zerin 3sadora Duncan vor zwei 3ahren in Nizza erinnert, kostete in Paris einem sechsjähri­gen 3ungen das Leben. Der 3unge spielte auf der Straße mit einem kleinen Auto unter der Auf­sicht seines Großvaters. Nachdem sich dieser für einige Augenblicke entfernt hatte, fand er bei der Rückkehr seinen Enkel tot in dem Auto auf. Sein Schal hatte sich, wie damals im Falle Duncan, um eines der Räder gewickelt und dem Kinde die Kehle zugezogen.

Kleine politische Nachrichten.

3m ersten Prozeß gegen den vorläufig seines Amtes enthobenen ostpreußischen Generalland­schaftsdirektors Dr. v. H i p p e l in .Königsberg wurde der Angeklagte wegen Betruges zu zwei 3ahren Gefängnis, drei 3ahren Ehrverlust und 15 030 Reichsmark Geldstrafe ver­urteilt.

Wie wir hören, steht innerhalb der Bayeri­schen Volkspartei der Beschluß fest, sich ebenfalls felbft aufzu 1 ösen. Einzelheiten darüber sind in den allernächsten Tagen zu er­warten.

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21m 9. 3uli findet in Koblenz ein großes Treffen der Motor stürme der SA. und der NSKK. des ganzen Westens statt. Zu diesem Treffen, das größte dieser Art in Deutschland, werden viele Tausende von Kraft­fahrern in Koblenz erwartet.

Der 3ugendführer des Deutschen Reiches, Baidur v. Schirach, hat zum Länderbeauf­tragten für das Land Hessen Dannführer Heinz D e i n e r t und zum Provinzialbeauf­tragten für _ Hessen-Nassau und Rheinprovinz Obergebietssührer Hartmann Lauterbacher ernannt.

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3n Warschau wird der Danziger Völker­bundskommissar R o st i n g erwartet. Dieser Be­such steht mit der bevorstehenden Reise des Dan­ziger Senatspräsidenten Dr. Rau sch ning nach Warschau in Verbindung.

Aus ver Pwvinzialhauptffavt.

unendlich wertvolles Element^.

Ausgehend von der Erkenntnis, daß die Wieder­belebung der Wirtschaft für den nationalen Aufbau von entscheidender Bedeutung ist, hat die nationale Regierung ein umfangreiches Arbeitsbeschaffungs­programm ins Werk gesetzt, das vielen deutschen Volksgenossen die Wiedereingliederung in den Pro­duktionsprozeß ermöglichen soll. Dieses Streben der Regierung mit allen Kräften zu unterstützen, ist Pflicht eines jeden einzelnen wie aller Glieder der Wirtschaft. Die Sparkassen als öffentlich-rechtliche, gemeinnützige Einrichtungen sind sich dabei ihrer besonderen Pflicht bewußt, dem obersten Grundsatz des neuen Staates in seiner Wirtschaftspolitik zum Durchbruch zu verhelfen, daß Gemeinnutz vor Eigen­nutz zu gehen habe.

Die Aufgaben der Sparkassen umriß der baye­rische Staatsminister Dr. Wagner kürzlich bei einer Sparkassentagung mit folgenden Worten: Aufgestapeltes Geld ist aufgestapelte Arbeitslosig­keit. Es muß Sorge dafür getragen werden, daß jeder vorhandene Vermögensstand der Arbeit zu­geführt wird. Der Begriff des Sparens muß wieder ins Volk getragen werden. Es bedarf noch einer großen Erziehungsarbeit, damit die Menschen wie­der das sind, was sie waren. Der Begriff bes Spa­rens wurde diskreditiert, weil man den Menschen bie Achtung vor dem Geld genommen hat. Die Ach­tung vor dem Pfennig muß wieder in die Menschen hineingetragen werden. Es genügt jedoch nicht, Pfennig auf Pfennig zu stapeln, sondern der Begriff des Sparens muß eine natürliche Fortsetzung fin­den. Die Sparkassen müssen dafür sorgen, daß diese Sparpfennige wieder in Arbeit umgesetzt werden, um so mehr, weil ja tatsächlich in den Sparkassen der Geist der Sorge um b;» nationale Wirtschaft herrscht. Die Sparkassen sin Verwalter wert­vollsten deutschen Gutes. Sie tragen daher auch die Verantwortung für einzig deutsches, nicht für inter­nationales Gut und sind daher ein unendlich wertvolles 6 le ment beim Wiederauf­bau Deutschlands. Sie verwalten nicht nur Geld, sondern das Vertrauen der Menschen, Der­jenige, der ihnen den Sparpfennig bringt, weiß, daß dieser gut aufgehoben ist. Wer dieses Vermögen an Vertrauen angreift, ist nicht wert im neuen Staat zu leben. Mit Gott wird das Hauptbuch geführt werden. Mit Gott für das Volk wird die geleistete Arbeit ihr (Ergebnis zeitigen. Das Werk wird ge­lingen, wenn alle pflichtgemäß an die Arbeit gehen."

Oberhessische Gesellschaft für Aaiur- und Heilkunde.

3n der vorletzten Sitzung der Gesellschaft sprach Studienrat Dr. Heuhel überDie Erzeugung von Schwingungen mittels der Elektronenröhre". Der Vortragende setzte feine Ausführungen von der 3anuarsihung fort. Cs wurden zunächst Schwingungen gezeigt mit einer Frequenz von 1,2 Hertz, die so langsam verlaufen, daß das Auge ihnen folgen kann. Mit Verkleinerung der Kon­densatoren und Spulen steigt die Frequenz, bis ein tiefer Ton entsteht, der immer höher wird und schließlich an der oberen Grenze der Hörbar­keit verschwindet. Es war interessant, festzustellen, wie die jüngeren Zuhörer noch Töne hörten, die für die älteren schon außerhalb des Hörbereichs lagen. Die Frequenz wurde dann weiter erhöht, die Schwingungen wurden mit Hilfe der Resonanz nachgewiesen. Die höchste mit der gleichen sog. Dreipunktschaltung erreichte Frequenz betrug etwa 100 Millionen je Sekunde. Dabei nehmen die Einzelteile des ganzen Versuchsgerätes immer einfachere Form an. Als Resonator diente zrm Schluß noch ein einfacher 1,50 Meter langer Me­tallstab, in dessen Mitte ein kleines Glüh- lämpchen eingeschaltet war.

Rach dem Vortrag fand eine lebhafte Aus­sprache statt die das 3nteresse der zahlreich erschienenen Zuhörer an dem behandelten Thema erwies.

_ Iti^en Sitzung behandelte Herr Prof. Dr. W. 3. Schmidt im Zoologischen 3nftitut der älniversität: Neueres über den Feinbau der tierischen Gewebe". Der Vortragende ging von der Tatsache aus, daß der Auflösungsfähigkeit unserer Mikroskope unüberschreitbare physikalische Grenzen gesetzt sind. Die Erforschung des Baues tierischer Gewebe bedarf also im s u b mikrosko­pischen Bereich anderer Methoden. Neben der Ancmlhse der Quellungserscheinungen stehen sntramitroflop, Röntgendiagramm und polari»