Ausgabe 
1.6.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 126 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Donnerstag, L 3 um (9od

Erschein» lagllch, autzei Sonntags und Feierlags Beilagen: Die JHuttnert^ ©tefoener Familienblö ^ßorte Heimat im Bild Die Scholl, Ulonat$'0fjngspret$:

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Chefredakteur

Dr. Fnedr. Ivilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Erstst Dlumfchein und für den An­zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen.

Reichsminisler Goebbels über die Eindrücke

Italien bietet unter der Führung des Duce ein imposantes Bild von Zucht

Ordnung.

Rom, 31. Mai. (WTB., Reichsminister Dr. Goebbels hat heute vormittag feine Be­sichtigung faschistischer Einrichtun- ?e n fortgesetzt und dann nacheinander die talienische und deutsche Presse empfangen, um vor seiner für heute abend festgesetzten Abreise au ihren Vertretern au spre­chen Er machte dabei im wesentlichen folgende Ausführungen Der stärkste Eindruck, den das junge fafchistische Italien bei mir hinterlassen bat, ist M u s s o l i n t s e l b st. Er verkörpert in sich Willen und Deist in einer seltenen Harmonie

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Reichsminifler Dr Goebbels, seine (Sattln und ter italienische Luftfahrtminister General Balbo (Mitte) schauen auf dem Flugplatz den Landemanövern des Luftschiffs zu.

Wie derAngriff" berichtet, äußerte sich Mussolini bei dem gestrigen Empfang zu Ehren

Er ist eine Persönlichkeit, die weit über das Maß des hergebrachten Talents hinausragt, mit einem Mort ein politisches Genie Besonders ansprechend bei ihm ist sein ungemein herzliches menschliches Wesen. Wenngleich der Duce als Mensch und als Persönlichkeit alles andere weit überragt, so stehen doch um ihn herum eine ganze Reihe von ausgezeichneten Männern, bei denen ich den unmittelbaren Eindruck gewinnen konnte, daß sie für das Re­gime und für die konsequente Fortsetzung der fa­schistischen Politik von unschätzbarem Ruhen sind

Italien selbst bietet das imposante Bild von Zucht undOrdnung Mussolinis unsterb­liches Verdienst wird immer darin bestehen, daß er dem italienischen Volk die Ueberzeugung einge­impft hat. zu den Nationen ersten Ranges zu ge­hören Ich konnte bei einem Besuch in Lit- toria mich davon überzeugen, oon welch einer ungeheueren schöpferischen Kraft der Faschismus be­sessen ist Was 2000 Jahre vergeblich versuchten, das macht Mussolini wahr Die Pontinische Wüste wird urbarer Boden, und mitten im Frieden hat das junge Italien eine neue Provinz erobert.

Die Filmkunst des lalchistifchen Reaimes ist vielversprechend und erweckt große Hoffnungen. Auch sie ist eine der vielen Ausdrucksformen eines modernen politifchen Denkens, das abhold ist je­der reaktionären Gesinnung und mutig nach vorn stößt. Das kam mir am stärksten zum Bewußtsein beim Besuch der gewaltigen sozialen Einrichtun­gen des Dopo Lavoro.

Der Empfang in der Faschistischen Partei durch den Klab-Generalsekretär S t a r a c e hat mir eine große Freude bereitet Die um ihn versammelten Schwarzhemden boten den erquickenden Anblick von starker Kraft und männlicher Tugend. Ich habe das Bedürfnis, durch die Presse beider Can- bet dem bewundernswerten Duce, seiner Regie­rung und seiner Partei meine tiefe Dank­barkeit zum Ausdruck zu bringen für die so überaus herzliche Aufnahme, die ich in Italien ge­funden habe. Mein Gruß und meine herzlichsten Wünsche gelten dem königlichen Hause Savoyen, dem Faschismus, seinem Duce, seiner Idee und dem ganzen italienischen Volk.

Reichsminister Dr. Goebbels, dem zu Ehren die Deutsche Kolonie am Mittwoch noch einen stark besuchten Begrüßungsabend veranstaltet hat, trat heute abend die Rück­reise nach Berlin an. Aus der Rückreise wird der Reichsminister in M a i l a n d für einige Stunden Halt machen, um auch dort einige Institute zu besichtigen und die vor kurzem eröffnete große Ausstellung für angewandte Kunst zu besuchen. In Rom hatten sich zum Abschied außer dem deutschen Botschafter und Frau v. Hassel! eingefunden des Chef des Pro­tokolls und andere Beamte des italienischen Außenamkes, ferner eine außerordentlich starke Vertretung der Deutschen Kolonie.

Dr. Goebbels in der deutschen Botschaft in Rom über die politische Entwicklung in Deutschland. Er erklärte, daß Autorität, OrdnungundDisziplin die Grundlage eines jeden Staates seien, daß es, wie in Italien, nur eine einzige Partei geben dürfe. Diese Parte, müsse das Volk, müsse die Nation darstellen und alle Tugenden des Volkes zum Ausdruck brin­gen Als der Duce dann gefragt wurde, was er oon der Zukunft Deutschlands halte, erklärte er mit Be­stimmtheit:Ich halte die Zukunft der nationalen Revolution in Deutschland für unbedingt ge- sichert."'

Ministerpräsident Göring in Kastel.

Kassel, 1. Juni (CNB. Funkspruch ) Minister­präsident ©bring ist heule morgen in Ka, fel eingetroffen. Er wurde von den Behörden, Offi­zieren der Reichswehr und der Schutzpolizei sowie höheren SA.- und SS.-Fuhrern begrüßt. Der Mi- nisterpräsident, der oon einer großen Menschen­menge begeistert empfan g.en wurde, fuhr im Kraftwagen nach Bad Wildungen. Arn Wege hatten die Schulen Aufstellung genommen und die Arbeiter kamen aus den Fabriken, um dem Mi- nisterpräsidenten zuzuwinken und ihm Blumen zu I überreichen.

Das Präsidium der Abrüstuugskvnsereuz wird den endgültigen Entwurs der Konvention ausarbeiten. Als Grundlage des Abkommens gilt der englische Vorschlag. Oer Haupt- auSschuß wird bis zum 27. Juni vertagt.

Genf, 31. Mai. (111.) Das Präsidium der Abrüstungskonferenz faßte am Mittwoch abend nach dreistündigen streng geheimen verhand lungen. an denen auf besonderen Wunsch des Präsi­denten Henderson nut die Abordnungsführer keitnahmen, den Beschluß, nach dem Abschluß der ersten Lesung des Abkommensentwurfes, die voraus­sichtlich Mitte nächster Woche erfolgen soll, das Prä- sidium zu bevollmächtigen, die 2. endgültige LesungdesAbkommensentwurfesoor- jubereilen und einen endgültigen vertragstezt auszuarbeiten. Vas Präsi­dium erhält die Vollmacht, die in der 1. Lesung er­zielte Einigung in den vorzulegenden vertragstexi einjuarbeiten. die einzelnen Abänderungsanträge zu berücksichtigen, mit den einzelnen Mächten in Ver­handlungen einzutreten und Unter- und Redaktions­ausschüsse einzusetzen. Vas Präsidium hat ein­stimmig beschlossen entsprechend der deutschen Formulierung den englischen Abkom mensentwurf nicht mehr als Verhand­lungsgrundlage. sondern als Grundlage des künftigen Abrüstungsabkommens an­zunehmen. weiter ist beschlossen worden, daß die Vorarbeiten des Präsidiums bis zum 2 7. Juni

beendet sein sollen. Der Hauptausschuh oer 1 agtsich nach dem Abschluß der ersten Lesung Mitte nächster Woche bis zu diesem Zeitpunkt. Dem Präsidium der Konferenz ist es jedoch überlassen worden, den Hauptausschuß zu einem späteren Zeit­punkt einzuberusen, falls das Präsidium bis zum 27. Juni mit den vorbereitenden Arbeiten noch nicht fertig ist.

Der Beschluß des Präsidiums wird dem haupt- ausfchuß am Donnerstag zur Bestätigung vorgelegt werden. Er gilt In feiner weife als eine Vertagung der Konferenz, vielme ist ausdrücklich feftgefteUt worden, daß d i e Konferenz weiter zusam­men b I e i b t und die Arbeiten lediglich in einer engeren zusammengefahten Form der verhandlungssührung allein durch das Präsidium verlausen. Bestimmend für die grundlegende Umge­staltung der Konferenz ist offenbar die Auffassung der leitenden Konferenzkreise gewesen, daß die jetzt notwendigen endgültigen Entscheidungen, insbeson­dere über den ziffernmäßigen Rüstungsstand der ein­zelnen Länder die Zahl der Flugzeuge, Unterseeboote und Tanks usw. nicht in öffentlichen Ver­handlungen des Hauptausschusses ge­troffen werden können.

Oas neue Gesetz zur Verminderung her Arbeitslosigkeit.

Mit dem gestern vom Reichskabinett verab­schiedeten Gesetz zur Berminderung der Arbeits- lofigkeit hat die Reichsregierung den Ge­neralangriff auf das Grundübel un­serer Wirtschaftsnot eröffnet. Die ge­plante Ausgabe von Arveitsschatzanweisungen in einem Gesamtbeträge bis zu 1 Milliarde Mark zur Förderung von Instandsehungs- und Er- gänzungsarbeiten an öffentlichen und privaten Gebäuden und Wohnungen sowie für Siedlungs- Atoede, Fluhregulierungen, Bauvorhaben usw. stellt eine Maßnahme dar, die in ihrer Groß­zügigkeit weit über all das hinaus- a e h t, was von früheren Regierungen zur Be­hebung der Arbeitslosennot unternommen wor­den ist und was offenbar gerade wegen der Be­schränktheit der Mittel nur immer unvoll­kommenes Stückwerk und ohne wirklich durchgreifende Auswirkungen bleiben mußte. Eine wirklich erfolgreicheAnkurbelung der Wirt­schaft" ist nur dann zu erreichen, wenn die För- derung der privaten Initiative der völlig blut­leer gewordenen Wirtschaft auf allen Gebieten mit ganz umfassenden Mitteln in die Wege geleitet wird.

Diesem Gedanken entsprechen auch die weiteren Bestimmungen des Gesetzes über die geplante Steuerfreiheit und die Anregung des Reichskanzlers, sofort großzügige Arbeitsprojekte, in erster Linie ein Bauprogramm für Hausreparaturen und für Straßen- bauten in Angriff zu nehmen Die gleich­zeitig beschlossene Bildung einer Kommission unter Führung des Reichsbantpräsidenten zur Bearbeitung der mit diesen Arbeitsbeschaffungs­programm zusammenhängenden Finanzfragen und zur autoritativen Regelung und äleberwochung aller den Geld- und Kapitalmarkt betreffenden Angelegenheiten bietet schon in der Persönlich­keit ihres Leiters Dr. Schacht die Gewähr dafür, daß die Sicherheit des Geld- und Kapitalmarktes nicht durch falsche Dispositionen oder Eingriffe gefährdet wird.

Oie Finanzierung der deutschen Silmproöuffion gesichert.

Berlin, 31. Mai (WTB.) Die oon dem Reichs- Minister für Bolksaufklärung und Propaganda Dr. Josef Goebbels angekündigten Maßnahmen zur Gesundung nd Förderung der deutschen yilmroirt- schäft haben nach langwierigen Derbandtunoen zum

Abschluß einer großzügigen Aktion unter Zusammenfassung und Mitar­beit aller in der deutschen Filmwiri­sch a f t beteiligten Kräfte geführt und die Finanzierung des Iahresbedarfes in der deutschen Filmproduktion gesichert. Unter der Leitung des Staatssekretärs Funk vom Reichsministerium für Bolksaufklärung und Propaganda ist die Gründung der Filmkreditbank GmbH erfolgt Damit gelangt ein Teil des oon der Spitzenorganisation der deutschen Filmindustrie vorbereiteten Planes der deutschen Filmwirtschast zur Ausführung, der auf der Grundlage des unter staatlicher Förderung stehenden Selbsthilfegedankens der Wirtschaft beruht und jede wie auch immer geartete Subvention aus- schließt Die Ankurbeluna der Filmwirtschast durch gesunde und zuverlässig fundierte Kredite einerseits und die gleichzeitige Bereinigung der vielfach un» gesunden Marktoerhältnisse der Filmwirtschaft an­dererseits sind die großen Eckpfeiler des Planes, mit dessen Ausführung heute aus der Kreditseite dank der Inittatioe des Reichsministers Dr. Goebbels be­gonnen worden ist.

Die Front des deutschen Rechts

Ter Reichskanzler

an Rcichsjustiztommissar Tr. Frank.

Berlin, 31 Mai. (ERB.) ReichskanAler A d o l f H i t l e r hat an den Reicysjustiztommifsar und Führer des Rationalsozialistischen Iunsten- bundes Minister Dr. Frank ein Schreiben ge­richtet, in dem er feiner Freude darüber Ausdruck gibt, daß der Aufbau einer geschlos­senen Front zurReugestaltungeines deutschen Rechtes erfolgt ist.3u diesem Erfolg der Bewegung möchte ich Sie", heißt es in dem Schreiben weiter, ,aufrichtig beglück­wünschen und die von Ihnen als notwendig er­kannten Maßnahmen zur Bildung einer geschlosse­nen Rechtsfront bestätigen. Der Bund Rational- sozialistischer Deutscher Juristen ist unter Ihrer Führung zur Durchführung der großen, in der Zukunft zu lösenden Aufgabe der Schaffung eines deutschen Rechtes und der Reugestaltung der deutschen Rechts­ordnung berufen. Alle mit dem Recht verwur­zelten Berufsstände und Amtsträger werden da­her in der Front des deutschen Rechtes des Bun­des Rationalsozialistischer Deutscher Juristen a I s Standesgruppe in den kommenden ständischen Aufbau überaeführt wer­

den können. Ihre Ihnen diesbezüglich bereits er­teilten Vollmachten bestätige ich hiermit vollin­haltlich."

?achgruppe-Erzieher"im DVV.

Berlin, 31. Mai. (TU.) Der Kommissar vom Deutjchen Lehreroerein teilt mit: Sämtliche deutschen Lehrerverbände mit insgesamt fast 300 000 als Er­zieher tätige Mitglieder haben sich unter der Führung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes zu einer deutschen Erzieherge­meinschaft zusammengefchlosfen. Diese Erzieherge- mcinschaft, die am 8. Juni ö. I. in Magdeburg feier­lich konstituiert werden wird, tritt als organisches Ganzes mit der BezeichnungF a ch g r u p p e - E r - Ai eher" zu dem unter der Leitung des Reichs- statthaUers Sprenger stehenden Deutschen Be a m t e n b u n d. Da Mißverständnisse über die Zuständigkeit des Deutschen Beamtenbundes und de» NS.-Lehrerbunües entstanden sind, ist nach persün- sicher Vereinbarung zwischen dem Führer des Deut- schon Beamtenbundes, Pg. Sprenger, und dem Reichsleiter des NS.-Lehrerbundes, Pg. S ch e m nv eine Verfügung erlassen worden, in der es heißt:

Als LeiterderFachgruppe-Erzieher" im DBB. ist Herr Kultusminister Schern m bestellt. Unter dieser Bezeichnung vollzieht er die Einigung aller deutschen Erzieher. Als Grundlage dient der NS.-Lehrerbund. Außer ihm hat niemand das Recht, organisatorische Maßnahmen in bezug auf die Fachgruppe (Erzieher), Deutsche Erzieherge- meinschast auf der Grundlage des NS.-Lehrerbundes zu treffen. Mit der organisatorischen Durchführung und Gestaltung der Erziehergemeinschaft bleibt nach wie vor Dr. S a b l o t ny als mein Stellvertreter beauftragt.

Mehrleistungen in der Kriegsopferversorgung.

Berlin, 31. Mai. (TU.) Wie die beiden in der Nationalsozialistischen deutschen Kriegsopferversorgung" vereinigten Ver­bände, der NS.-Reichsverband der deutschen Kriegs- opfer und der Kyfshäuserverband der Kriegsbeschä- digten unh Kriegerhinterbliebenen, mitteilen, hat der Reichsarbeitsminister einige bedeutsame Mil­derungen in der Versorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen erlassen. Z. B. sind die Bersorgungsämter ermächtigt, Beschädigten, die die '21 n t r a g s j r i ft auf Versorgung ver­säumt haben, im Wege des Härteausgleichs ohne Prüfung des Bedürfnisses eine Versorgung vom fBeroilligungsmonat ab zu gewähren, wenn es sich um unmittelbare ober mittelbare Folgen einer Kriegsverwundung handelt. Dadurch ist allen im Weltkriege verwundeten Kriegsteilnehmern die Möglichkeit gegeben, auch jetzt noch Anträge auf Versorgung zu stellen. Dem gleichen Per- lonenfreife kann jetzt wieder Versorgung gewährt werden, wenn sie zwar früher eine Versorgung er­hielten, aber in der Inflationszeit ab» gefunden worden sind oder am 31. Juli 1930 eine Rente nicht bezogen. Auch diesen Kriegsbe- schädigten kann ohne Prüfung des Bedürfnijfes beim Vorliegen sonstiger Voraussetzungen Rente im Wege des Kannanspruchs vorn Bewilligungsmonat ab ge­währt werden. Bedürftigen Kriegseltern kann, insbesondere wenn der einzige Sohn oder mehrere Söhne an den Folgen einer Dienstbeschä­digung gestorben sind, eine lausende Unterstützung bis zum Höchbetrag von monatlich 20 Mark für ein Elternpaar und 12 Mark für ein Elternteil ge­mährt werden. Einmalige Unterstützungsbeträge können erwerbsuniäyigen Beschädig'' ten mit einer Rente von 30 und 40 v. H. in Höhe von 30 Mark und für jedes Kind 10 Mark gewährt werden, wenn sie aus anderen Gründen völlig er- werbsunfähig sind. Kriegsbeschädigte, die Heil­behandlung nach dem Reichsversorgungsgesetz erhalten, haben bis auf weiteres eine Rezept­gebühr von nur 25 P f. zu zahlen.

Große Gkagerrakfeier in Berlin.

Berlin, 31. Mai. (WTB.) Den 17. Jahrestag der Seeschlacht am Skagerrak feierte die Reichshaupt- ftabt mit der Weihe eines Skagerrak- Platzes, zu dem der ehemalige Kemper-Platz im Tiergarten umbenannt wurde. Kurz vor 10 Uhr er­schienen mit klingendem Spiel die Berliner Marine- vereine und Verbände, Abordnungen der Berliner Schutzpolizei, SS., SA., des Stahlhelms und zahl­reicher Jugendverbonde auf dem mit Flaggen des alten und neuen Deutschlands und mit Marineflag­gen geschmückten Plag. Unter den Ehrengästen be­merkte man Reichswehrmlnister v. Blomberg, den Chef der Marineleitung Admiral v Raeder, die Admirale v Schroder, Behncke, v. Reuter, v. Trotha, Rogge, sowie den Berliner Polizeipräsidenten Kon­teradmiral a. D. v. Levegow, den Ches der Ope­rationsabteilung in der Skagerrak-Schlacht und Oberbürgermeister Dr Sahm.

Nach dem Aufmarsch der Verbände hielt der Vor­sitzende des Bundes Deutscher Marinevereine Konter­admiral a. D. Lützow eine Ansprache, in der er zunächst der Schöpfer der deutschen Flotte Tirpitz und Köster gedachte. Nicht geringer aber sei das Verdienst der Konstrukteure, Ingenieure usw., die d-;u beigetragen hätten, die deutsche Flotte zu der Waffe zu machen, die am 31. Mai 1916 den Be­herrscher der Meere auf die Knie zu zwingen ver­mochte. Der Gedanke, diesen Tag zu feiern, ent­springe nicht kriegslustigen Motiven. Er soll vielmehr um die Seele des deutschen Volkes werben und dar­an erinnern, daß der Tag von Skagerrak die Frei­heit auf dem Meere gebracht habe.

Die kurze Feier, Der ungezählte Tausende bei­wohnten, wurde mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied Die Mnrinever-