Hr.ZZ Zweiter Blatt
Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
sreilag.Zl. März 1939
„Der Führer sei immer euer Vorbild."
von
Mir ist
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herzlich wohl, wenn ich es spiele!‘
sollten. Das Bild selbst zeigt eine so schöne und.
wws7!e schon ost gesprochen. Heute sei ein über»
Dir Jahren 1505/06 von Albrecht Dürer in
3unflfrau maria uni) da- Thristu-kmd hnm^ »iS @e $te aüÄten
d°r. Trotz. unoerkennb°r-r >t°- wonach -- angeblich nach Amerika verkauft wer- Einfluss- i|t es eines der michtigsten öcn fo[Ik Bi“ @c aI)r tatsächlich bestanden, ^ £l3urm5 ?eut d,En Malerei der de- aber damit ist es nun °lbst°-rst-indlich ein für
Sinwnten Neuzeit überhaupt. allemal vorbei —
allemal vorbei —
। (tinci jvuuul qeroejen i|i. öl und wird es immer bleiben.
W. Appelf.
Kuriose Theaterzettel.
„Llavigo oder das Leichenbegängnis."
Der Theaterzettel, den wir heute so selbstverständlich benutzen und den auch im Kino trotz der umfassenden Vorankündigungen im Film selbst viele nicht missen wollen, hat noch keine sehr lange Geschichte. Als die meisten Menschen nicht lesen konnten, im Mittelalter, gab es natürlich keinen Theaterzettel, sondern vor den Mysterienspielen trat meist ein Prologsprecher auf, der alles mitteilte, was zum Verständnis notwendig war, und in den Fastnachtspielen stellten sich die Personen einfach selber vor. Die Ankündigung, daß ein Theaterspiel stattfinden würde, geschah gewöhnlich noch bis tief in das 17. Jahrhundert hinein durch Ausrufer, die mit Trommeln und Trompeten, von der ganzen Truppe begleitet, durch die Straßen zogen und umständlich mitteilten, welch großartiges Schauspiel das verehr-!
wurde schon im März 1938 auch äußerlich wieder deutscher Besitz — was es ideell immer gewesen ist. Für das Prager „Rosenkranzfest" ist in diesem Zusammenhangs jedoch noch mitzuteilen, daß seit
i wie sonst nur wenige Werke Dürers. Zu nenüen ist hier noch — freilich Mit einer ganz anders angepackten Lösung des Problems — das nicht minder berühmte „Aller- Heiligenbild" (oder „Die Anbetung der Hl. Dreifaltigkeit"). Es hängt in der Wiener Galerie und
Die deutschen Kaufleute in Venedig hatten es bei ihm als Altarbild für ihre Begräbniskapelle San Bartolommeo bestellt. Da einige der Stifter nnt ihren Frauen porträtähnlich auf dem Bild sein wollten, wie es einer Sitte damaliger Zeit ent» sprach, nahm die Arbeit viele Monate in Anspruch,
gänzlich fern lag. So war Haydn nach Ablauf seiner Chorknabenjahre an der Stefanskirche in Wien ganz auf sich selbst gestellt, mußte sich als blutjunger Kerl mit Stundengeben, mit Tanz- und Serenadenspielen durchschlagen — kurz, er war damals ein richtiger Volksmusikant. „Eigentliche Lehrer habe ich nicht gehabt. Mein Anfang war überall gleich das Praktische, erst im Singen und Jnstrumentenspiel, hernach auch in der Komposition" — so sagte er von dieser Zeit. Ein Volksmusikant ist Haydn zeitlebens, als fürstlich Csterhazyscher Kapellmeister und als weltberühmter Komponist, geblieben: er erreichte die höchsten Stufen künstlerischen Gestaltens, ihm war wie nur ganz wenigen die Kraft des musikalischen Ausdrucks gegeben, aber er blieb das Kind.seiner bäuerlichen Erde. Auch in seinen Sinfonien und Oratorien erhielt er sich die Unmittelbarkeit, zu seinem Volk zu sprechen, und die schlichte menschliche Herzlichkeit, von der Mozart sagte: „Keiner kann alles, schäkern und erschüttern, Lachen erregen und tiefste Rührung, und alles gleich gut als Haydn."
Die Hymne „Gott erhalte Franz, den Kaiser" entstand in der bewußten Absicht, den Völkern Oesterreichs eine Nationalhymne zu geben, die, der damaligen Zeit entsprechend, in erster Linie mit der Person des Kaisers verknüpft sein mußte. Haydn hatte auf seiner ersten Englandreise die gewaltige Wirkung der englischen Nationalhymne „God save the king" erlebt und den Plan gefaßt, etwas Aehnliches für Oesterreich zu schaffen. Aus einen ministeriellen Befehl hin entstand die „Dichtung", die „die treue Anhänglichkeit des österreichischen Volkes an feinen guten und gerechten Landesvater vor aller Welt kundtun" sollte. Es war im Jahre 1797, in der Zeit, da aus Frankreich die Marseillaise grell herüberklang und österreichische Truppen im Kampf gegen das französische Revolutionsheer standen, als Haydn zu den trockenen höfischen Reimen des Professors Haschka feine Weise' fand. Sie wurde am Geburtstag des Kaisers in allen Theatern feierlich gesungen unb offiziell zur
• Der Umschwung in Litauen mit einer Regierungsumbild una, die die Hereinnahme führender Persönlichkeiten oer bisherigen Opposition umfaßt und auf die Initiative des litauischen Armeeführers Generals Rasti kis zurückgehen soll, ist nur scheinbar so vlötzlich und so weitgehend gekommen. Es heißt, daß man den ins Kabinett eingetretenen Oppositionsführern die Auflösung der Tautininkai- Partei habe zusichern müssen. Das wird sich erst noch Herausstellen müssen. In jedem Fall aber reicht der innerlitauische Kampf gegen die Alleinherrschaft der Tautininkai, die nur eine kleine Minderheits- .gruppe innerhalb des litauischen Volkes umfaßt, zurück bis zu jenem Dezembertag des Jahres 1926, an dem die Tautininkai die bis dahin herrschenden christlichen Demokraten stürzte und sich durch einen Staatsstreich der Regierungsgewalt bemächtigte. Es ist bezeichnend, daß damals sich den 85 Abgeordneten des Kownoer Parlamentes nur drei an dem Staatsstreich beteiligten, der im übrigen mit Hilfe d e s Militärs besonders der kleinen Fliegertruppe, durchgeführt wurde. Der Partei erster Ministerpräsident war Wolde-
Mpk Linern Jahrzehnt ist das Bild einmal in DeitWnnd gewesen: 1928, zur Gedenkausstellung ausü-Maß des 400. Todestages seines Schöpfers,
t tfc er Erziehungsarbeit d i e große Gemein- slh ft aller Mädel erhalten, die einheitlich im gieinen Geist ausgerichtet sind. JDiefe Erziehungs- c 'M-fei die schönste Aufgabe, die einem Menschen l jeisaupt gestellt werden könne. Diese schwere Auf-
Nur zwei Werke wurden hier als Beispiele ede- len deutschen Kunstgutes genannt, das nun wieder im Reiche ist. Gerade das Schicksal des „Rosenkranzfestes" und die näheren Umstände seines Hin-
gemalte „ R o s e n k r a nz f e st ". Dieses Diejfprige Bild stellt die Krönung von Kaiser, Pailpiiund anderen Vertretern der Christenheit
5SG. Am Donnerstag sprach Gauleiter Sprenger n Der Jugendherberge in Frankfurt a. M. vor • 0' I u n g m adelführerinnen - 21 n nxä r = (innen, die tn einem Lehrgang unter Leitung ist Jungmädelbeauftragten des Obergaues, Erika -ech, auf ihre zukünftigen Aufgaben vorbereitet »einen.
l$r Gauleiter führte den jungen zukünftigen Füh- ernnen zunächst vor Augen, von welch hoher Be- lentng es sei, daß der Führer der Hitler- sUMd seinen eigenen Namen verliehen ob. Damit habe er ihr die Verpflichtung auferlegt, e h e m Vorbild z u folgen. Die Aufgabe er Führerschaft sei es, den Glauben an Adolf .jit r, der Deutschlands Werdegang, Inhalt und jitlinft bestimme, weiterzutragen und in ihm die : ioveradinnen durch das eigene Beispiel . » -Ziehen. Das natürliche Vorbild sei der, in dem • 'Ewer, Geist und Seele in der Hebung national; fiZi-istischer Tugenden zu einer Einheit verschmol- ?. in icten. Wenn diese Tugenden und diese Haltung ituer Nein ft en Kameradschaft gegen- fjdii: anerzogen werden, dann werden wir am Ende
Nationalhymne erklärt. Damit drang das Lied in einem Siegeszug ohnegleichen durch das ganze Volk, und fein Schöpfer wurde mit einemmal der volkstümlichste Komponist. Auch der einfache Mann, der nichts von feinem reichen Lebenswerk, von seinen 144 Sinfonien, feinen 83 Quartetten, feinen vielen Konzerten, Sonaten, Opern und Oratorien wußte, verehrte in „Vater Haydn" den bedeutendsten Musiker seiner Zeit.
Soiterbt?mne wurde Dolkshymue.
Im äußersten Norden des volksdeutschen Raumes, auf der Insel Helgoland, dichtete der Königlichpreußische Unioersitätsprofessor Hoffmann von Fallersleben im Jahre 1841 das Lied „Deutschland, Deutschland über alles". Immer wieder wurde dieser Text vertont, allein bis zum Jahre 1872 zählte Hoffmann 58 Melodien! Darunter die von Josef Haydn, die sich mit diesen Versen so selbstverständlich zusammenfand. Freilich, die deutschbewußten Oesterreicher mußten seine Weise als ^Kaiserhymne" respektieren, und so fangen sie ihr „Deutschland über alles" einstweilen auf eine andere Melodie. Fast hundert Jahre nach der Entstehung der Verse und beinahe 150 Jahre nach der Geburt der Weise mußten vergehen, bis das Lied, zu dem der deutsche Süden wie der Norden fein Teil gegeben hatte, als freies und stolzes Bekenntnis der in einem großen Reich vereinigten Deutschen erklingen konnte.
Josef Haydn war sich des Wertes und der Schönheit feiner Melodie bewußt. Er liebte sie sehr und gab ihr in den Variationen des „Kaiserguar- t e 115 " eine unsterbliche künstlerische Formung. Als ihn zwei Jahre vor seinem Tode der berühmte Schauspieler Jffland besuchte, ließ es sich der alte, gebrechliche Mann nicht nehmen, seinem Gast etwas oorzuspielen. Jffland schildert, wie Haydn sich mühsam zum Instrument geleiten ließ und das „Gott erhalte" intonierte: „Er spielte die Melodie ganz durch, und zwar mit unverkennbarem Aus-
Dann entwickelte der Gauleiter ein Bild der früheren Not und Zerrissenheit in Deutschland, um ihnen daran zu zeigen, welch feste Gemeinschaft der Führer geschmiedet und wie er damit erst den Weg in die Zukunft geöffnet. Den Alten Kämpfern folge die Jugend, die organisch in der nationalsozialistischen Weltanschauung ausgerichtet immerwährend die Kampffront ergänze. Das Wunderbare für um fere Jugend fei, selbst teilzuhaben an diesem Marsch in die große Zukunft unseres Volkes. Besonders ermahnte er sie dann, nichts zu vergessen und nichts als selbstverständlich hinzunehmen. „Versucht immer wieder, das Vergangene im Bewußtsein zu behalten, die Selbstverständlichkeit schläfert- ein", so rief er den zukünftigen Führerinnen zu, „und denkt immer daran, daß wie im täglichen Leben auch im Leben eines Volkes am Anfang aller Dinge der Kampf steht."
Gauleiter Sprenger ging dann auf die besondere Aufgabe des BDM. ein, der das Mädel von feinen jüngsten Jahren an zur nationalsozialistischen Frau zu erziehen habe. Dieser Werdegang solle allen das Bewußtsein geben, Glied einer ununterbrochenen Geschlechterfolge zu sein. Bei aller Arbeit, auch wenn sie einmal zu viel zu werden scheine, solle ihnen das Vorbild des Führers vor Augen stehen, so schloß der Gauleiter, der Tag und Nacht für die Einheit des deutschen Volkes und die Größe des Reiches arbeite.
Hochschulnachnchten.
Professor Dr. Max K o e r n i ck e , Ordinarius für landwirtschaftliche Botanik an der Universität Bonn, wurde wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden.
Professor Dr. Berkenkopf, Ordinarius für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Münster, wurde in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Köln berufen.
Dem Dozenten Dr.^Jng. Werner Ofenberg in Dresden wurde unter Ernennung zum Ordinarius an der Technischen Hochschule Hannover der Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen übertragen.
Dem ao. Professor Dr. med. Herbert Fuß in Graz wurde unter Ernennung zum o. Professor an der Universität Wien der Lehrstuhl für Syphilidologie und Dermatologie übertragen.
druck, mit einigen Haltepunkten, welche fein schimmerndes Auge ausfüllte. Nach Erledigung des Liedes blieb er noch eine Weile vor dem Instrument stehen, legte beide Hände darauf und sagte mit dem Ton eines ehrwürdigen Patriarchen: Zch spiele dieses Lied an jedem Morgen, und oft habe ich Trost und Erhebung daraus genommen in den Tagen der Unruhe. Ich kann auch nicht anders, ich muß es alle Tage einmal spielen. '
Das „Uosenkranzsest"
Ein berühmtes Dürerbild wieder auf deutschem Boden.
s- unter großen NUihen nach 9lürnberg ge- unu kN« nuyeitn umiiunue sellles §)!N-
brcwttjrnorben. Alle, die es damals sahen, bebauen j gelangens nach Prag beweisen, wie eng schon in tem'sHmerzttch den schlechten Erhaltungszustand früheren Jahrhunderten die Zusammengehörigkeit und^b entstellenden Uebermalungen. Wohl nicht der jetzt befreiten Länder mit Deutschland und ZU urscht wurde hierfür die unsachgemäße Be-, seiner Kultur gewesen ist. Sie wurde es wieder — hackldüg im Prager Stift Strahow verantwort gemacht, wo das Bild lange gewesen war, ehe ?t: ns Rudolfinum der böhmischen Hauptstadt kama besonders die den Mittelgrund bildenden reliMm Hauptgestalten sind stark in ihrer Schön- heitt std in den einstigen koloristischen Werten beeiiMcMigt. Doch sind u. a. glücklicherweise zwei mirMiiei Nebenfiguren besser erhalten: Dürer selbst.nid fein Freund und Förderer Pirkhei- meit.Nachdem nun das Bild auf deutschem Boden würfen wir seine Erhaltung, die unter den bisHe-c n Umständen fraglich erscheinen mußte, 0- ansehen. Die gewissenhafte Tätigkeit
feinfMjger deutscher „Bilderärzte" wird zweifel- los Werk des Nürnberger Meisters unter Wahiizg oder Wiederherstellung seiner ursprüng- ich^kinstlerischen Eigensprache retten. Der beut» hilft und Kultur wäre damit ein unschätzbares-Dienst erwiesen.
Prag war das Bild durch Kaiser Rudolf II. Sr SS?3”' . 65 in Venedig gekauft hatte. Der Au tlic.1 zu dem Bilde hat übrigens den Anlaß zur,! o iten Jtalienreise des Künstlers gebildet.
Oer Ausbau des Langemarck-Gtudiums.
Anläßlich des Einrückens einer weiteren Gruppe von Langemarck-Studenten in die Hochschulen im Sommersemester 1939 gab der Leiter des Lange- marck-Studiums der Reichsstudentenführung, Dr. Ulrich Gmelin, Auskunft über diese Auslese der für die akademischen Berufe speziell geeigneten Jungarbeiter und Bauern. Ohne Rücksicht auf ihre finanziellen Verhältnisse, ihr soziales Herkommen und ihre schulische Vorbildung werden die Langemack-Studenten ermittelt. Die ersten Vor- studienlehrgänge waren 1934 in Heidelberg und Königsberg begründet worden. Gerade jetzt haben daher die ersten Langemarck-Akademiker die Hochschulen verlassen können. Sie haben sich bei den Prüfungen als weit über dem Durchschnitt siebend erwiesen, ein Beweis für die Richtigkeit der Auslese- und Betreuungsmetho- ben. Es bestehen z. Z. vier Lehrgänge mit zusammen rund 200 Langemarck-Studenten an den Hochschulen in Hannover, Heidelberg, Königsberg und Stuttgart. Die eineinhalbjährigen Vorstudien-Lehrgänge beginnen am 1. November jeden Jahres. Es kommen vor allem Volksschüler und Mittelschüler zwischen 18 und 24 Jahren in Betracht. Die höhere Schule soll als der normale Weg zur Hochschule nicht berührt werden. Das Langemarck-Studium will nicht möglichst viele Arbeiter und Bauern auf die Hochschulen bringen, sondern es will die speziell für liche Publikum zu sehen bekommen würde. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts bürgerte sich der Theaterzettel bei den Wandertruppen immer mehr ein, und er enthielt manchmal sehr lange Inhaltsangaben der Stücke, so daß engbedruckte Folioblätter auf beiden Seiten gefüllt waren. Oft aber wurde er auch ausgiebig zu Anpreisungen^ und zu allen möglichen Mitteilungen benutzt, die sich auf einem Theaterzettel sehr sonderbar ausnehmen.
Vorläufer des Theaterzettels gab es an einzelnen Stellen allerdings schon vor dem 17. Jahrhundert. Der erste Theaterzettel, ber‘uns erhalten ist, war eine geschriebene Ankünbigung einer Passionsaufführung in nieberbeutfdjer Sprache. Darin wird bie Veranstaltung ber Aufführung für bie „Stille Woche" zu Ostern 1466 angefünbigt, und es wird im Auftrag des Rats gebeten, „daß jeder nach feiner Möglichkeit mit gutwilliger Handreichung und Förderung beweise, daß das Werk zum Besten ber Seelenseligkeit aufgerichtet werben möge. Die Herren des Kapitels unb vom Rat werben bafür Sorge tragen, baß bas Geld für nichts anderes ausgegeben werden wird."
Der älteste gedruckte Theaterzettel bezieht sich auf eine Aufführung in Rostock im Jahre 1520 und be- gmnt mit den Worten: „Durch Gunst und Erlaubnis der geistlichen und der weltlichen Obrigkeit wird man hier am kommenden Sonntag zu ber Ehre Gottes ein schönes, inniges und bedeutsames Spiel veranstalten vom Stand der Welt und sieben Altersstufen der Menschen, wodurch in sieben Kapiteln das Leiden Christi dargestellt wird usw." Handschriftlich ist vorsichtigerweise darunter geschrieben: „Sofern sich das Wetter zur Klacheit anschicken wird."
Unter den Ankündigungen ber späteren Theaterzettel sind befonbers beliebt die Entschulbigungen des Prinzipals, ber für spätere Aufführungen noch immer Besseres verspricht. So bemerkt zum Beispiel ber „starke Mann" Johann Carl von Eckenberg, ber 1739 mit seinen „von Jhro Kömgl. Majestät in Preußen allergnäbigst priviligierten Hofkomöbianten, Seiltänzern, Voltigirern unb Luft-Springern" auftrat, auf einem Theaterzettel vom 14. Oktober: „Wenn etwa unsere gestrige Arbeit unb vorgestellten Exercitien nicht nach genügsamer Contentement einer angewesenen Assemble repräsentiert werben, oerhoffet man, solche zu excusieren, weil es der Anfang gewesen, promittiren aber anbei, was in genügsamer Vergnügung gestern manquiret, anhe,ute mit desto mehrern Fleiß zu ersetzen."
Die Bitte um guten Besuch wird häufig de- und wehmütig unter Anführung der intimsten Familien- oerhältnisse oorgebracht, ebenso die Bitte an bas
3i unserer Zeit erklingt bas Deutschlanblied in emite''Bebeutung wie niemals zuvor in ber beutschen Mstchte. In Jahresfrist kehrten Millionen Deutsche im Leich zurück, unb der Augenblick, da sie nach TI!chim der Unterdrückung und Not als freie Men- sdiSMhr „Deutschland, Deutschland über alles" an» st Msen konnten, schloß sie symbolisch wieder in Hi t-'butsche Volksgemeinschaft ein.
Kunstwerk und Volkslied zugleich.
O seltsame Macht dieser schlichten Melodie ruht im dm Geheimnis eines einzigartigen Zusammen- trihffcis von Volkslied-Erbe unb künstlerischer Ge- stlUNig. Wir wissen alle, daß ein großer Meister, 3 ’> H H a Ydn , sie schuf, und doch empfinden wir, aß diese Töne so allgemeingültig und zeitlos firfö.Die nur immer ein „Volkslied" sein kann. Und es; Iss.t sich auch wirklich ber wissenschaftliche Nachweis serbringen, daß die musikalischen Motive des LiLdk schon Jahrhunderte vor Haydn immer wieder ini di" deutschen Musik erklingen. In vielen geift» lielfen und weltlichen Liedern, in einer Invention vom Lach, einem Menu.ett seines Zeitgenossen T il Ium a n n und ebenso in Liebern, Kanons und Kdüiitiermusiken nach Haydn stößt man auf ver- toqnte Wendungen und mitunter auf genaue lieber» eir ifiinmungen.
Diyalb war Josef Haydn natürlich kein „Pl^gsator"! Ganz abgesehen davon, daß es ba= nwjL nod) keinen so ausgeprägten musikalischen Gt-^iriium&begriff gab wie heute, hat Haydn in feiinii ,F!aiserhymne" nicht etwa bewußt „Volks- MMtir " verarbeitet, sondern er hat gewissermaßen eiiMNmiusikalischen Urstoff in fein Werk einströmen lassstnund ihm die reife künstlerische Form gegeben. Dalitz?s gerade Josef Haydn gelingen konnte, auf dieiik Weise höchste Kunst mit der Herzenseinfalt cimssWolksliedes zu verschmelzen, ist kein Zufall, wenninan fein Leben unb seine Herkunft betrachtet.
|fa|: Haybn stammte aus einer sangesfrohen niedchsterreichischen Hanbwerkerfamilie, ber zu- nariiitieinc solche Entwicklung ihres Sohnes gewiß
jpbi bereu Lösung ber ernsten Vorbereitung be= fc; * tonne nur burch Kameradschaft .11 Leistung erfüllt werden.
moros.
Seitdem standen zwei Richtungen gegen bie Alleinherrschaft der Tautininkai auf unb versuchten immer wieder eine Rückkehr zu dem Mehrparteien- System durchzusetzen:. in erster Linie bie bereits genannte Partei ber Christlichen Demokraten, die sich in erster Linie auf bie katholifche Geistlichkeit und auf Kreise der Intelligenz stützen und in diesem nördlichsten katholifchen Lande so etwas wie ein Zentrum mit nationaler Richtung vorstellen: zweitens die sog. „W oldem aras-Aktivi st e n", bie zwar im Regierungslager selbst standen, aber einen ausgesprochen rechtsradikalenFlügel ber Tautininkai bilden. Diese Richtung wurde bereits im November vergangenen Jahres sehr aktiv und setzte es durch, daß sie die Posten des Verkehrsministers und des Landwirtschaftsministers erhielt. Eine dritte Richtung, die sog. D o 1 k s s o z i a l i st e n, die ebenfalls in Opposition zur Regierungspartei steht, hat keine besondere Bedeutung erlangt.
3m Spätherbst 1935 wußte man sich in Kowno bann gegenüber den immer dringlicher werdenden Forderungen der Opposition nicht anders als mit dem Verbot ber Parteien zu helfen, denen man damals sogar die Anstiftung von Streiks unb bie Urheberschaft ber wieb erholt en Bauernunruhen zuschob. Im Dezember vergangenen Jahres sah sich die Regierung bann veranlaßt, den Ausnahmezustand zu verhängen. Die Erweiterung der Monopolregierung zu einer Koalitionsregierung ist bereits Anfang Dezember vergangenen Jahres von dem Führer der Christlichen Demokraten, dem früheren Ministerpräsidenten Dr. Bistras, dem Staatspräsibenten Smetona vorgeschlagen worden. Er wurde damals verhaftet und ist jetzt als Minister in bas neue Kabinett eingezogen. Man sagt seiner Partei nach, daß sie eine Außenpolitik für richtig hält, die eine stärkereAnlehnungLi- tauens an Polen zum Ziel hat. In jedem Fall wird man bie innere Entwicklung Litauens in ber nächsten Zeit aufmerksam verfolgen müssen.
verehrte Publikum, die Bühne nicht zu betreten. Auch Fundsachen werden ausgeboten, so zum Beispiel noch 1775 auf einem Theaterzettel des Direktors 2lbel Seyler, auf dem es zum Schluß heißt: „Am Freitag ist beim Eingang an ber Kaffe ein Gelbbeutel liegen geblieben, ber (Eigentümer, ber sich darüber gehörig legitimieren kann, beliebe sich bei mir in ben Drei Schwanen zu melben."
Die ungewollte Komik ist in ben barocken An- Preisungen all ber Wunder, die in ben „Maschinen- fomöbien" gezeigt werden, für ben heutigen Leser überwältigend: das damalige Publikum nahm es aber sehr ernst, wenn ihm zum Beispiel in einem Zettel der „Neuberin" in dem Schauspiel vom 'ruchlosen Leben und erschrecklichen Ende des weltbekannten Erz-Zaubrers Dr. Johann Faust" mitgeteilt wird, man werde sehen: „(Ein Rabe kommt aus ber Luft und holt bie Hanbschrift des Dr. Faust. Ein fürwitziger Hofbedienter, welcher ben Faust verspottet, bekommt sichtbarlich Hörner an ber Stirn. Ein Bauer hanbelt bem Dr. Faust fein Pferb ab, unb fobalb er es reitet, verwanbelt es sich in ein Bündel Heu. Hans Wurst will gern viel Gelb haben: ihn zu vergnügen, läßt Mephistopheles Gold regnen usw."
Um dem Publikum gleich durch den Titel einen größeren Anreiz zu geben, wurde gewöhnlich noch ein zweiter Titel mittels „oder" angehängt, also zum Beispiel „Emilia Galotti ober ber Hintergangene Fürst" — „Minna von Barnhelm ober ber Major mit bem steifen Arm" — „Romeo unb Julia ober ber unvermutete Ausgang auf dem Kirchhofe" — „Clavigo ober das Leichenbegängnis" — ,^Der Postzug ober bie um einen Zug Pferbe verhandelte Braut" usw. fb.
Die ewige Weise Der Deutschen.
Zum Geburtstage von Joses Haydn am 31. März. - Die Geschichte Deutschlandliedes. - „Mir ist herzlich wohl, wenn ich es spiele..Z'
bie akabeniischen Berufe Geeigneten in Erfüllung des Punktes 20 bes Parteiprogramms begabungsgerecht einsetzen. Jeber deutsche Volksgenosse kann aufgenommen werden, der überburchschnittliche geistige Begabung, hervorragenbe charakterliche Haltung, politische unb weltanschauliche Bewährung und körperliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit ausweist. Die Finanzierung erfolgt durch das Reichsstudentenwerk und burd) örtliche Mib teln. Die Partei, ihre Gliederungen und ange» schlossene Verbände, bie DAF., Werkscharen, 2lr= beitsbienst unb Wehrmacht schlagen bie geeigneten männlichen Anwärter vor. Weibliche kommen bisher nicht in Betracht. Der Ausbau bes Sange» marck-Studiums wirb am 1. November b. I. fortgesetzt durch die (Eröffnung von Vorstudien-Leyr- gängen an einer Anzahl weiterer Hochschulen. Fest steht bereits bisher bie Neueröffnung i n Sresben, Jena unb Rostock.
Der Gystemwechsel in Litauen
Jr? JLÄW die Schäftung & für D^r- Kunst anrege^ und merlunll sein Erutldjlanbs durch ben Führer bedeutungs- sEen Das Bilb selbst : ........ '
voSst /aochste nationale Kulturwerte sind durch fie | ffqurenreirfjc Komposition mrtCir auf Deutschen Boden und tn gute deutsche ™ - - - - v
DbÜti ngetommen. Von den Baudenkmälern Prags
ragipii.-s Werk deutscher Kunst genannt, bas nun wisDc innerhalb der deutschen Grenzen ist: das in


