Anwesen in der Kälbergasse wurde von dem Arbeiter Heinrich Jung (bisher Kommenturgasse) übernommen; dessen Anwesen ging ort den Arbeiter Alfred Kammer, bisher Bahnhofstraße, über.
kreis Alsfeld.
l. Flensungen, 26.Jan. Der hiesige Wagner Hermann Wallenfels war heute morgen mit dem Behobeln von Kanthölzern an der Hobel- maschine beschäftigt. Durch Ausrutschen eines Holzes geriet der bedauernswerte Mann in den Hobel und erlitt an drei Fingern erhebliche Verletzungen. Infolge starken Blutverlustes rnpßte der
Verletzte zur ärztlichen Behandlung nach Nieder- Ohmen gebracht werden.
e. K i r s ch g a r t e n , 26. Jan. Am Dienstag trug man den ältesten Einwohner unserer Gemeinde, Konrad D ö l z i n g, zu Grabe. Völzing starb nach kurzem Krankenlager im Alter von 86 Jahren. Weit über seinen Heimatort hinaus war er bekannt und erfreute sich großer Beliebtheit. Nicht nur auf dem Gebiete der Landwirtschaft und Bienenzucht, die er noch bis zum 84. Lebensjahre selbst bewirtschaftete, auch auf vielen anderen Gebieten besaß er ein großes Wissen. Er war Mitbegründer des Bienenzuchtvereins Mücke.
Ser richtige Einsatz jüdischen Grundvermögens.
NDG. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau weist auf folgendes hin:
Die Veräußerung von in jüdischen Händen befindlichen land- und forstwirtschaftlichen Betrieben sowie Grundstücken und sonstigem Vermögen ist durch eine Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens vom 3. Dezember 1938 geregelt. Danach kann Juden aufgegeben werden, ihr'Grundvermögen <auch gewerbliche Betriebe usw.) binnen einer bestimmten Frist unter Auflagen zu veräußern. Mit anderen Worten besagt diese Regelung, daß das jüdische Vermögen, insbesondere auch die Grundstücke, in richtiger Weise eingesetzt werden sollen. Namentlich werden die vielfach in Händen von Juden befindlichen Parzellen-Krundstücke zum Zwecke der Anliegesiedlung (Erbhofbildung) zu verwenden sein.
Das nach der Verordnung und den Ausführuntzs- bestimmungen vorgeschriebene Verfahren sieht eine sorgfältige Prüfung der Person des Erwerbers und der Angemessenheit des Preises vor. Die Genehmigung derartiger Grundstücksveräußerungsgeschäfte
wird für den Regierungsbezirk Wiesbaden (preußische Gebiete der Landesbauernschaft) durch den Oberpräsidenten in Kassel und für Hessen durch den Reichsstatthalter, Landesregierung, Abteilung VI (Obere Siedlungsbchörde) in Darmstadt erteilt. Um eine sachgemäße Vorbereitung der Entscheidungen der Genehmigungsbehörde zu gewährleisten, sind die Dienststellen des Reichsnährstandes (Landesbauernschaft und Kreisbauernschaften) mit der Vorprüfung des agrarpolitisch zweckmäßigsten Einsatzes des Grundvermögens befaßt.
Es empfiehlt sich daher zunächst, daß die an der Uebernahme von bisher in jüdischem Eigentum stehenden Grundstücke interessierten Personen einen schriftlichen Antrag unter Darlegung ihrer Verhältnisse unmittelbar an den für sie zuständigen Kreis- bauernführer richten. Solange ihnen von dort oder seitens der obengenannten Genehmigungsbehörden keine Mitteilung zugeht, ist es ratsam, von einer notariellen Beurkundung abzusehen, damit für den Fall der Versagung der Genehmigung unangenehme Kosten und Aerger erspart bleiben.
Berufsfragen des Oachdeckerhandwerkes
Obermeistertagung des Bezirkes Hessen in Gießen.
Für den Bezirk Hessen des Reichsverbandes des Dachdeckerhandwerks fand am Sonntag im „Burghof" zu Gießen eine Tagung der Obermeister, Jn- nunasbeiräte, Lehrlingswarte und Mitglieder der Meisterprüfungsausschüsse unter dem Vorsitz des Bezirksinnungsmeisters Hener (Wiesbaden) statt, die von den Innungen aus Hessen, Nassau und Kurhessen besucht war.
Nachdem der Obermeister für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach, Hermann Röhrig (Gießen), den Berufskameraden den Willkommgruß in Gießen übermittelt hatte, eröffnete Bezirksinnungsmeister Heuer (Wiesbaden) die Tagung mit dem Hinweis auf die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung des Dachdeckerhandwerkes und schloß in das Gedenken an die für Deutschland Gefallenen auch die verstorbenen Berufskameraden im Reich ein.
Gaufachschaftswalter Aulmann von der DAF., Frankfurt a. M., ging nach einigen Rückfragen auf die „Verpflichtungen aus dem Dachdeckertarif und den Sonderbestimmungen" ein. Der Vortragende gab Aufschluß über die vielseitigen Verpflichtungen des Betriebsführers hinsichtlich des Tarifes, der sozialen Verpflichtungen, der Steuerabgaben, des Urlaubs, der Jugendschutzgesetzgebung und soweit sie mit Fragen der Auftragsbeschafsung zusammenhängen. Abschließend gab er den Obermeistern einen Weg dafür an, wie sie zweckmäßig und schnell für die Abstellung mancher Mängel sorgen können, d7e durch die Umgehung der Gesstz-esvorschriften und Verordnungen auftreten.
Der Vorsitzende des Meisterprüfungsausschusses Darmstadt, Berufskamerad Keller, sprach über die Meisterprüfungen im Dachdeckerhandwerk. Dabei hob er hervor, daß das Gesetz über den Befähigungsnachweis und die Rede des Reichs-Jnnungs- meifters 1938 in Mayen die Grundlagen klar umschreiben, die der Prüfling beherrschen muß. Der Vortragende empfahl den Obermeistern, in den Jn- nungsoersammlungen eine gründliche Besprechung
dieser Rede des Reichsinnungsmeisters durchzuführen, die wertvolle Anregungen für alle Berufskameraden enthält und die sich auf praktische Erfahrungen im Meisterprüfungswesen stützt. Für die Prüflinge, auch für diejenigen selbständigen Berufs- kameraden, die bis 1940 ihre Meisterprüfung abzulegen haben, stellte Keller die Notwendigkeit heraus, neben der Beherrschung der fachlichen Vorschriften und der Erfüllung des großen Befähigungsnachweises rechtzeitig an eine gründliche Vorbereitung heranzugehen.
In seinem Vortrag über „Rohstofffragen und Rohstoffbeschaffung" gab der Leiter der Gewerbeförderungsstelle Hessen, Dipl.-Jng. Spieker, der auch die Grüße des Landeshandwerksmeisters Garner und der Handwerkskammer Darmstadt überbrächte, Aufschluß über wichtige und dringende Fragen des Dachdeckerhandwerks.
Bezirkshandwerksmeifter H e n e r behandelte die Frage der zusätzlichen fachlichen Schulung. Er gab die Anordnung bekannt, nach der alle diejenigen, die bis 1940 ihre Meisterprüfung ablegen, durch die Obermeister zu kreismäßig festgesetzten Vorbereitungskursen aufgefordert werden, an denen sie unbedingt teilzunehmen haben. Weiterhin besprach er die Anleitungen für die zusätzliche Schulung der Lehrlinge, die bereits 1937 zur Pflicht gemacht wurde. Der Hauptzweck dieser Hebung ist, daß der Lehrling mit den praktischen Arbeiten und Kenntnissen vertraut gemacht werden soll, die er in der Werkstatt nicht lernen kann. Weiterhin verwies er auf die fachliche Fortbildung der Gesellen.
Gaufachschaftswalter Aulmann sprach noch über „Maßnahmen für den Arbeitseinsatz im Jahre 1939" und gab Anregungen für ein Zusammenarbeiten auf genossenschaftlicher Grundlage zur Sicherung des fachlichen Nachwuchses und zur Bewältigung der Aufträge und Aufgaben.
In einer Aussprache wurden noch viele 'Einzelstagen geklärt.
Wirtschaft.
Pflichtangebot an die Wehrmacht aufgehoben.
ZdR. Der Reichsnährstand veröffentlicht im Verkündigungsblatt des Reichsnährstandes Nr. 6 vom 26.1.1939 eine Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Getreide- und Futtermittelmirtschaft über das Pflichtangebot an die Wehrmacht. Durch diese Anordnung ist, im Einvernehmen mit der Wehrmachtsoerwaltung, das Pflichtangebot für Roggenund Hafer aufgehoben worden. Diese Erleichterung bedeutet nicht, daß sich Verkäufe an die Wehrmacht erübrigen. Die Verteiler sollen vielmehr auch weiterhin die Wehrmacht insbesondere mit Hafer beliefern. Es müßte mit einer Wiedereinführung des Pflichtangebotes gerechnet werden, wenn die Wehrmacht auf dem Wege des freien Ankaufs nicht genügend Getreide erhält. Soweit Verteiler bereits Lieferungsverträge mit der Wehrmacht abgeschlossen haben, bleiben diese Verträge in Kraft. Die Lieferungstermine aus solchen Verträgen können längstens bis 31. 3. 1939 verlängert werden.
Mein-Mainische Börse.
Freundlich.
Frankfurt a. M., 30. Jan. Die Kurse am Aktienmarkt lagen zu Beginn nicht ganz einheitlich. Am Rentenmarkt war das Geschäft weiter still. Im Verlaufe erhielt sich die freundliche Stimmung, von Stromwerten AEG. bis auf 119,75 nach 118,50 in Erwartung der Dioidendenerklärung gesteigert, Siemens knapp gehalten. Der Freiverkehr lag säst umsatzlos, Growag nannte man 0,50 v. H. schwächer.
Die Abendbörse stand, wie nicht anders zu erwarten war, weiter im Zeichen der bevorstehenden Reichstagssitzung. Es herrschte fast völlige Umsatzlosigkeit. Die wenigen zur Notierung kommenden Werte hielten sich durchweg auf dem Mittagsschluß.
Frankfurter Getreivebone
Frankfurt a. M., 30. Jan. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 9 206, W 11 208, W 12 209, W 13 210, W 18 215, W 19 217, W 20 219, Roggen R 11 191, R 12 192, R 14 194, R 15 195, R 17 198, R 18 199, R 19 201, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete; Futtergerste und Futterhafer nicht notiert; Weizenmehl Type 812 W 13 29,55,
W 16 29,55, W 18 29,55, W 19 29,55, W 20 Kreis Alzey 29,55, W 20 Kreis Worms 29,90, Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich; Weizenfuttermehl 13,60; Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11,— W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenfuttermehl R 19 12,50, Roggenvollkleie R 19 11,—, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfeftpreis ab Mühlenstation; Treber —; Wiesenheu 5,20 bis 5,40. handelsüblich, gesund, trocken, mit Besatz (bis ein Drittel) an minderwertigen Gräsern; Wiesenheu, gut, gesund, trocken, mit unerheblichem Besatz (bis etwa ein Zehntel) an minderwertigen Gräsern 6,20 bis 6,40; Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,— bis 7,50, Luzerneheu, gut, gesund, trocken 7,50 bis 7,80, Weizenstroh bindfadengepreßt und gebündelt 2,80, Rog- genstroh 3,—, Hafer- und Gerstenstroh 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeugerverladestation.
' Frankfurter Schtachtoieymarkt
Frankfurt a. M., 31. Jan. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 912 Kälber, 216 Schafe und Hümmel, 3109 Schweine. Es kosteten: Kälber 36 bis 65 Mark, Hammel 38 bis 50, Schafe 18 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig.
Rundfunkprogramm
Mittwoch, 1. Februar.
6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Karl Löwe, ein Meister der deutschen Ballade. 11.30: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Kleine Operettenreise. 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Der Deutsche Kleinempfänger 1938. 15.30: Frauenschaffen der Gegenwart: „Meisterin im Maschinenschreiben". 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: „Die Verlobten". Kurzerzählung von Josef Martin Bauer. 18: Ein Wort an alle. 18.10: Artisten im Rampenlicht. 18.30: Klang der Landschaft: Alemannische Volkslieder (I). 19: Fliegendes Deutschland: In der Waschküche. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher und ... Erwin Bolt. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: „Undine". Romantische Zauberoper von Albert Lortzing. 23.15: Musik aus Wien. 24 bis 2: Nachtkonzert.
Zum 60. Geburtstage von Karl Esselborn.
Wenn der Direktor der Hessischen Staatsbibliothek, Professor Dr. jur. et phil. Karl Esselborn, am 1. Februar seinen 6 0. Geburtstag feiert, so ist das ein Tag, der nicht nur für seine Familienglieder und Fachgenoffen Bedeutung hat, sondern für alle, die sich in Südwestdeutschland, besonders in Hessen und im Rhein-Main-Gebiet für Heimatgeschichte, Landes- und Volkskunde interessieren. Esselborn hat auf diesen Gebieten mit großem Erfolge gearbeitet, die Zahl seiner Veröffentlichungen ist so groß, daß sie hier nicht all genannt werden können. Ein großer Teil seiner geschichtlichen Untersuchungen bezieht sich auf die Stadt Darmstadt, auf Hessen in der Landgrafenzeit und auf hessische Familien. Esselborn hat die Werke des großen Humoristen und Darmstädter Lokaldichter Ernst Elias Niebergall in mustergültiger Form neu herausgegeben und dem kürzlich verstorbenen Obern walddichter Adam Karrillon zwei Abhandlungen gewidmet. Ein besonderes Verdienst hat er sich dadurch erworben, daß er Schriften autobiographischen Inhaltes, die vergessen in den Bibliotheken ruhten, namentlich in der von Wilhelm Diehl herausgegebenen Sammlung „Hessische Volksbücher" neu hat erscheinen lassen. Hierher gehören die Aufzeichnungen hessischer Offiziere über ihre Beteiligung an dem Kriege in Spanien in den Jahren 1808 bis 1814 und an ihre Gefangenschaft in Spa
nien und die Schilderung des im Jahre 1863 in Gießen verstorbenen Majors Friedrich P e p p l e r über seine Gefangenschaft in Rußland von 1812 bis 1814. Ein ganz eigenartiges Stück deutschen Volkslebens beschreibt das Buch „Aus dem Leben eines reisenden Handwerkers" von Adam H e n ß. Diese und die übrigen Veröffentlichungen Esselborns geben das Leben der alten Zeit in anschaulicher Weise wieder. Die Fülle von Anmerkungen, meist biographischer Art, die diesen Publikationen beigegeben ist, zeugt von dem Riesenfleiße des Herausgebers, diese Anmerkungen sind genau so interessant wie die Schilderungen selbst. Auch als Dichter hak sich Esselborn hervorgetan, manches feinsinnige Sonett entstammt seiner Feder. Noch sei bemerkt, daß der regsame Gelehrte sich auch als Hebersetzer betätigt hat.
Heber den äußeren Lebensgang des nun Sechzig- jährigen sei angegeben, daß er als der Sohn des Professors Karl Esselborn und seiner Ehegattin Adela, geb. Mittler, in Stuttgart geboren, aber ■ schon als Kind mit den Eltern nach Darmstadt übergesiedelt ist. Seine Ausbildung erhielt er auf dem dortigen Gymnasium, sodann auf den Hniver- fitäten Heidelberg und Gießen. Esselborn ist von Haus aus Jurist, ging aber im Jahre 1904 zum Bibliotheksdienst und leitet seit dem 20. August 1935 als Direktor die Hessische Landesbibliothek in Darmstadt. — Den Lesern des Gießener Anzeigers ist Esselborn vor allem als Mitarbeiter der „Heimat im Bild" seit langem bekannt.
Heinrich Bechtolsheimer.
SJi.-fpOTt
Das Hallensportfest des VfB-Reichsbahn.
Der VfB.-Reichsbahn Gießen trat am Wochenende mit einem Hallensportfest vor die Oeffentlich- feit, das recht erfolgreich verlief. Die weitläufige Halle auf dem Gelände der früheren Oberhessischen Werkstätten erwies sich für den Zweck sehr geeignet. In den zahlreichen leichtathletischen Wettbewerben wurde guter Sport geboten. Hervorzuheben sind der Kugelstoß von Luh (VfB.-R.) mit 14,63 Meter, die 1,73 Meter im Hochsprung von Schlehen- b e cf e r (To. Ruttershausen) und S t a h l h u t h (To. Heuchelheim) sowie die vier Siege von Frl. Staudt (RSV. Limburg), die mit 1,53 Meter den Hochsprung, 5,11 Meter den Weitsprung, in 4 Sek. den 30-Meter-Lauf und mit 152,8 Punkten den Sieg im Dreikampf an sich brachte. Ein spannendes Basketballspiel ergab den Sieg des VkB.-Reichsbahn Gießen über den Mto. Gießen mit 35:27. Die wichtigsten Ergebnisse:
Tttänner:
Hochsprung: 1. Schlehenbecker (Tv. Ruttershausen), 1,73 Meter; 2. Stahlhuth (Tv. Heuchelheim), 1,73 Meter; 3. Moos (SA-Kampfgemeinschaft Gießen), 1,53 Meter.
Weitsprung: 1. Menzel (VfB.-R.), 6,43 Meter; 2. Bürbach (Hniv. Marburg), 6,38 Meter; 3. Stahlhuth (Tv. Heuchelheim), 6,31 Meter.
Kugelstoßen: 1. Luh (VfB.-R ), 14,63 Meter, 2. Schlehenbecker (Tv. Ruttershausen), 12,90 Meter; 3. Schuhbach (RbSV. Limburg), 12,67 Meter.
30-Meter-Lauf : 1. Schuhbach (RbSV. Limburg), 3,6 Sek.; 2. Möll (VfB.>R. Gießen), 3,6 Sek.; 3. Stahlhuth (To. Heuchelheim), 3,7 Sek.
Dreikampf: 1. Schuhbach (RbSV. Limburg), 2061,9 Punkte; 2. Menzel (VfB.-R. Gießen), 1984,7 Punkte; 3. Stahlhuth (To. Heuchelheim), 1971,9 Punkte.
Frauen:
Hochsprung: 1. Staudt (RbSV. Limburg), 1,53 Meter; 2. Klarius (Mto. Gießen), 1,43 Meter; 3. Diehl (VfB.-R. Gießen), 1,35 Meter.
Weitsprung: 1. Staudt (RbSV. Limburg), 5,11 Meter; 2. Röhmig (Mto. Gießen), 4,76 Meter; 3. Weber (VfB.-R. Gießen), 4,58 Meter.
Kugel st oßen: 1. Röhmig (Mto. Gießen), 11,15 Meter; 2. Staudt (RbSV. Limburg), 10,86 Meter; 3. Geßler (Mto. Gießen), 10,50 Meter.
^0-Meter-Lauf: 1. Staudt (RbSV. Limburg), 4,0 Sek.; 2. Ludwig (VfB -R. Gießen), 4,2 Sek.; 3. Reinstädtler (Tv. Heuchelheim), 4,2 Sek.
Drei kämpf: 1. Staudt (RbSV. Limburg), 152,8 Punkte; 2. Röhmig (Mto. Gießen), 135,8 Punkte; 3. Diehl (VfB.M. Gießen), 113 Punkte.
Deutsch-italienische
Bergsteiger-Kameraksschast.
In Gegenwart des Grafen Bonacossa, als Vertreter des Nationalen Italienischen Olympischen Komitees, und des Reichssportführers,v. Tfcham- mer und Osten haben sich in Gckrmisch-Parten- kirchen Exz. Manaresi, der Präsident des Centro Alipinistico Jtaliano und Reichsstatthalter Dr. Seyß-Jnguark, der Führer des Deutschen Alpenoereins, getroffen und übereinstimmend fest- gestellt:
„Die Schicksalsverbundenheit des italienischen und deutschen Volkes ist feierlich erklärt und durch die geschichtlichen Ereignisse der letzten Jahre bekräftigt worden. In diesem Geiste werden der CAI. und der DAV. als Verbände, die allein berufen sind, das Bergsteigen in ihren Ländern zu betreuen und die Bergsteiger ihrer Länder führen, in Zukunft die Bestrebungen des anderen Verbandes mit aller Kraft und in engster Kameradschaft unterstützen, diese Kameradschaft und Hnterstützung auch allen Mitgliedern der beiden Verbände tatkräftig angedeihen lassen und gemeinsame Betätigung der Bergsteiger in die Wege leiten und fördern. Beide Verbände stellen fest, daß irgenwelche strittigen Fragen zwischen ihnen weder bestehen, noch jemals bestehen werden.
In Anwendung dieser grundsätzlichen Erklärung haben der CAI. und der DAV. vereinbart, gegenseitig den Mitgliedern des anderen Verbandes die vollen Mitgliedsrechte einzuräumen und sagen überdies einander zu, alle Bemühungen zur weiteren Förderung der bergsteigerischen Betätigung der Mitglieder des anderen Verbandes bei den eigenen Behörden bestens zu unterstützen."
Wie wir dazu noch ergänzend erfahren, tritt das Gegenrecht auf den Schutzhütten am 15. Februar in Kraft.
Generalversammlung des Fußballklubs Saasen.
Der Saasener Fußballklub hielt im Dereinslokal unter dem Vorsitz des Vereinsführers feine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer Böcher gab die Jahresbilanz bekannt und sprach über die Erfolge des vergangenen Jahres. Der Rechner gab den Kassenbericht bekannt. Trotz großer Ausgaben zeigte die Kasse einen guten Stand. Dereinsführer und Vorstand blieben unverändert im Amte. In den Spielausschuß wurden berufen: Wilhelm und Heinr. Bücher, Heinrich Wagner und Ewald Leib. Der Vereinsführer dankte den Helfern und Gönnern des Vereins und forderte dazu auf, sich im kommenden Jahre in gleicher Weife für den Verein einzusetzen und den Fußballsport zu fördern.
Garbenleich I — Lich I 1:7.
Mit gemischten Gefühlen fuhren am Sonntag die Rasenspieler zum fälligen Pflichtspiel nach Garbenteich, mußten doch u. a. der rechte Verteidiger sowie der Linksaußen ersetzt werden. Während bei den Lichern die neu aufgestellten Spieler vorzüglich einschlugen, hatte der Gastgeber, der ebenfalls nicht komplett antreten konnte, mit seinen Ersatzspielern kein Glück. Schon in der 5. Minute gingen die Gäste durch einen wundervollen Schuß von Ringshausen in Führung. Bei überlegenem Spiel konnten die Grün-Weißen bis zum Wechsel durch Weisensee auf 2:0 erhöhen. Im ersten Drittel der zweiten Spielhälfte versuchten die Garbenteicher das Spiel zu diktieren, und es gelang ihnen auch die wieder hervorragende Licher Hintermannschaft einmal zu schlagen. Die Gäste wußten aber, um was es ging, und rissen sofort das Spiel wieder an sich, und in kurzen Abständen erhöhten Stark, Fey und Merle (Elfmeter) die Tordifferenz. Bei weiter anhaltender Feldüberlegenheit konnten die Rasenspieler gegen Schluß durch Ringshausen und Stark das hohe Ergebnis Herstellen. Einer der besten Spieler war Rings- Hausen, der in feinem ersten Spiel eine ganz hervorragende Partie lieferte.
Aachtsuchsahrt im Kampf mit Nacht and Eis.
NSG. Die 4. Nachtsuchfahrt der NSKK.-Motor- gruppe Hessen begann am Samstag an den Start- erten Frankfurt a. M. und Kassel. Obergruppenführer S e y d e 1 und Gruppenführer Richard Prinz von Hessen, der Veranstalter der Nachtsuchfahrt, wohnten dem Start in Frankfurt am Main bei.
Kurz vor 21 Hhr erfüllt das Donnern der Motoren die Luft, als die Fahrzeuge, geordnet nach Klaffen, jeweils zu dreien an den Start rollen. Die verschlossenen Briefumschläge, in denen die 20 Kontrollorte und das Ziele der Nachtsuchfahrt enthalten sind, werden nebst den Kontrollkarten in Empfang genommen, und hinein geht es in die dunkle Nacht, durch Wald und Feld, über Berg und Tal durch kleine, verträumte Städtchen und stille, einsame Dörfer, dem Ziel Alsfeld entgegen. Gespenstisch gleitet der Scheinwerfer suchend durch die Nacht.
An der Autobahnausfahrt Bad-Nauheim biegen die meisten Fahrer nach rechts ab, und vorbei ist es mit dem bequemen Fahren. Schlechte Wege, tiefe Schlaglöcher, Kurve an Kurve, so wird man mit der Strecke vertraut gemacht. Steil bergauf, steil bergab, und auf der Höhe glitzert der Boden kristallen im Scheinwerferlicht — Eis, dazu ein ganz leichter Sprühregen! Wer über den Vogelsberg nach Dierlammen fährt, muß durch Schnee und Eis, wer Dorf-Gill oder Atzenhain aufsucht, wird durchgeschüttelt vom holperigen Weg, von Schlaglöchern und Wasserfurchen, und nach Günterod und Steinperf heißt es „geschoben". Nach
Höingen hinauf führt der Weg über Eis und Schnee bergauf und bergab auf schmaler Spur. Schröck ist besonders schwer zu finden. Michels- berg, der höchste Punkt der Fahrt, liegt im tiefen Schnee. Auch Roda, der nördlichste Kontrollpunkt im Burgwald, hat seine besonderen Schwierigkeiten, da es über unbekannte Wege und einsame dunkle Waldstrecken geht, die jedem Fahrer das höchste an Fahrtechnik abverlangen.
Ab 2 Hhr morgens treffen die ersten Fahrer der Motor-HI. am Ziel in Alsfeld ein. Dann geht es Schlag auf Schlag, gegen 6 Hhr treffen bereits die ersten Wagen ein, und gegen 8.45 Hhr ist der Letzte in der Wertung liegende Fahrer im Ziel. Die Fahrzeugzustandsprüfung beweist, daß der „angedrohte Punkteoerlust" genügt hatte, um die Fahrzeuge fast alle unbeschädigt ans Ziel zu bringen.
Nachdem alle Fahrer sich von den Anstrengungen der Nacht ausgeruht hatten, findet im „Deutschen Haus" um 14 Hhr die Siegerverkündung statt. Der Führer der Motorgruppe Hessen, Gruppenführer Richard Prinz von Hessen, schreitet zur Kritik, und spricht den Fahrern und allen Beteiligten an der Nachtsuchfahrt sein- Anerkennung aus. Bon den 408 gemeldeten Fahrern starteten 375 und 281 wurden gewertet. Die verhältnismäßig große Anzahl von „Goldenen Plaketten" bedeutet nicht, daß die diesjährige Nachtsuchfahrt leicht war, sondern sie ist ein Beweis für die ausgezeichnete motor- sportliche Erziehungsarbeit, die im vergangenen Jahre geleistet wurde.


