der Pflicht. Hier ist die Wurzel deutscher Gemein - schaft unb Heldentums zugleich.
Was gibt dem Soldaten die Standhaftigkeit, was leiht ihm die Kraft und Ausdauer zu todesverachtenden Leistungen? Nicht jähe Begeisterung, nicht eitle Ruhmsucht, einzig der Geist der gemeinsamen Pflicht, der den Soldaten vom General bis zum letzten Wehrmann härtet und alle in einer auf Leben und Tod geschlossenen Gemeinschaft bindet; er gibt dem Antlitz des deutschen Soldaten sein einmaliges, scharfumrissenes Gepräge.
Aus wahrem Pflichtgefühl, das nur durch Manneszucht und Menschlichkeit gewonnen werden kann, erwachsen die übrigen „Soldatentugenden", von denen Clausewitz in seinen Schriften spricht: Gutmütigkeit, gläubige Gelassenheit, Heldenmut und Vaterlands liebe.
Die alte germanische Kampfstimmung, der es am wohlsten „im wilden Handgemenge" war und die sich im Angriffsgeist und in der Rauflust bis heute erhalten hat, ist gebändigt durch eine in Fleisch und Blut überaegangene Manneszucht, der auch das heldenhafteste Borgehen untergeordnet werden muß; jene Manneszucht, von der Fichte in feinen „Reden an die deutsche Nation" gesagt hat: „Frühe Zucht sichert vor der späteren sehr mißlichen Zucht und Verbesserung." Die deutsche Manneszucht hat kein Dichter packender behandelt als Heinrich von Kleist im „Prinzen vom Homburg": Die noch so wertvolle Tat des Einzelnen wird zum Frevel am Ganzen, wenn sie die Grenzen des Gehorsams mißachtet. Der soldatische Dienst ist das Sinnbild des Unpersönlichen, aber gerade die Unterordnung persönlichen Lebens stählt den Charakter; dieser wächst unter der Losung ,Lch dien'!"
Von der Menschlichkeit des deutschen Soldaten braucht man wohl kaum zu reden; von ihr sagt Lessing in seiner Hamburgischen Dramaturgie: „Es fei uns immer angelegener, Menschlichkeit zu zeigen als Lebensart." Goethe sagte: „Alle menschlichen Gebrechen sühnet reine Menschlichkeit." Diese uns abzusprechen blieb im Weltkrieg den Briten vorbehalten, die an das Wort ihres Staatsmannes James Fox erinnert feien: „Die Menschlichkeit gehört zu den schönsten Gedanken des Christentums, das uns lehrt, den Menschen nicht nur Gutes zu tun, sonbern sie auch als unsere Brüder zu lieben!"
Die Gutmütigkeit des deutschen Soldaten ist sprichwörtlich geworden. „Gutmütigkeit", weiß ein altes deutsches Sprichwort, „ziert den Mann mehr als Lorbeerreiser." <5ie ist die Eigenart des Deutschen, auf die in Krieg und Frieden unsere Gegner stets gesündigt haben.
Die unseren Soldaten angeborene Gelassenheit nannte Bismarck einen „Fonds von Gottesfurcht", der in Führern und Mannschaft nie verbraucht sei. In allen Kriegen ist diese vertrauende Gelassenheit ein machtvoller Antrieb zur Pflichterfüllung bis zum äußersten gewesen. Nicht durch fatalistischen Stumpfsinn oder chauvinistischen Dünkel, noch weniger durch Augenblicksbegeisterung erhält der Soldat seine charakterliche Selbstzucht, sondern durch eine im Schmelztigel des Krieges gehärtete gläubige Gelassenheit. Aus den vielen Briefen Gefallener wird deutlich, wie rege das religiöse Denken des deutschen Soldaten gewesen ist; gleichzeitig zeigen sie, daß der Soldat nicht nur von außen her mit irgendwelchen Mittelchen, sondern auch mit ideeler Seelsorge kampffteudig erhalten werden muß. Der Soldat braucht eine seelische Führung, die ihm die innere Unabhängigkeit läßt; sein hartes Handwerk bedarf einer verständigen religiösen Untermauerung dringender als jeder andere waffenlose Beruf.
Aus diesem Untergrund erwächst dem Soldaten der wahre Heldenmut, der im deutschen Heere keine beruft oder sportliche Angelegenheit ist; er wird weniger als besondere Leistung denn als erfüllte Pflicht gewertet, und dieser Pflichtbegriff beherrscht das soldatische Leben mit durchwaltender Strenge. Nur so wird der Soldat vertraut mit dem Tode. Dem Druck der Mühsale, Entbehrungen und dem drohenden Untergang muß ein stärkerer Gegendruck gegenüberstehen, als ihn noch so schöne Worte aus äußerlicher Erfahrung geben können, hier hilft nur der eigene Wille, der sich selbst befiehlt; ein Wille, der aus dem gelebten Wort Fichtes klingt: „Nur über den Tod hinweg, mit einem Willen, den nichts, auch der Tod nicht beugt und abschreckt, taugt der Mensch etwas!"
Kämpft der deutsche Soldat für die Pflicht oder für sein Vaterland? Diese unnütz erscheinende Frage fei gestellt, weil sich unsere Gegner im Weltkriege nicht genug tun konnten, den heiligen Begriff „Vaterland" zu verhöhnen; sie stellten es „vor Machthunger dcnnpfend" hin und wollten nicht wissen, daß der deutsche Soldat, wenn er an die Heimat
Zu wenig Boden
In England hat man sich darüber aufgeregt daß wir Bezugscheine einführten. Man hat anscheinend nicht damit gerechnet, daß die Regelung des Verbrauchs bei uns längst vorbe- reitet war und einen Bestandteil der Vorratswirtschaft darstellt. Es wäre besser gewesen, wenn die hochmütigen Leute auf der Insel darüber Ueberlegungen angestellt hätten, wie es denn um ihre eigene Ernährungslage bestellt ist. Es ist ja bekannt genug, daß das britische Volk e i n V 0 lkohn « Bauern ist. Siebenmal mehr Menschen sind in den Fabriken beschäftigt als auf dem Land; mehr als die doppelte Anzahl verdienen als Dienstboten ihr Brot. England hat sozusagen zu wenig Boden unter den F ü.ß e n. Die Agrarbasis reicht nicht aus, um das Volk zu ernähren.
1937 betrug die Weizenernte 1,53 Millionen Tonnen. Das ist etwas mehr als der Durchschnitt der Jahre 1930/31. Damit die Engländer genug Weizen hatten, mußten noch 5,3 Millionen Tonnen eingeführt werden. Mit den Kartoffeln war es nicht ganz so schlimm. Fünf Millionen Tonnen erzeugte man im Lande und etwa 170 000 Tonnen mußte man e i n f ü h r e n. 1937 legten die englischen Hühner 4,42 Milliarden Eier, Und mehr als die Hälfte mußte die Insel h e r e i n n e h m e n. Gegenüber 1914 war im Jahre 1938 zwar die Rindvieh Haltung um 12,3 v. H., die S ch a f- h a l 1 u n g um 4,6 v. H., und die Schweinehaltung um 107,9 v. H. gestiegen, aber dennoch mußte man im Ausland bzw. in den Dominions noch 1,5 Millionen Tonnen an Fleisch und Speck, 465 000 Tonnen an Butter und 146 000 Tonnen an Käse kaufen.
Die britische Regierung wußte naturgemäß um diese sehr schwierige Ernährungslage Bescheid. Ge
denkt, darunter die geweihte Stätte feiner Liebe/ Sorge und Arbeit versteht.
Aus der einstigen Heimat ist nun noch langen leid- und freudvollen Zeiten der wuchtige Raum des Vaterlandes geworden, ein Land von machtvoller Größe und gewaltiger Kraft, das der deutsche Soldat mit seinem Leibe schützt; seiner Ehre, seiner Macht und seiner Ordnung dient er, für dieses ,^ganze Deutschland" lebt uni) stirbt er.
Oer Unterschied
Der Nationalsozialistische Gaudienst Hessen-Nassau schreibt: Wenn man die englische Ernährungslage mit der deutschen vergleicht, dann wird man unwillkürlich an den Ausbruch der Verzweiflung des Königs Karl VII. in der „Jungfrau von Orleans" erinnert: Kann ich Armeen aus der Erde stampfen? Wächst mir ein Kornfeld in der flachen Hand!" Wo soll England die wichtigste Ernährung für seine Bevölkerung hernehmen, wenn seine Schiffe, die nicht ankommen, nichts mitbringen, wie Generalfeldmarschall Göring zutreffend in seiner großen Rede bemerkte. Die deutsche Hausfrau blickt auf die reiche Ernt« dieses Jahres, sie kennt die riesige nationale Reserve des vorigen Jahres, sie weiß, daß sich diese Reserve um die großen diesjährigen Ernteüberschüsse vermehrt, und sie blickt in eine gesicherte Zukunft.
Wie aber ist es in England? Die Waffe, mit der sie wieder deutsche Kinder, Frauen und Greise vermittels der Hungerblockade zu morden gedachten, wendet, sich gegen sie selbst. Heute schon herrscht Anarchie auf dem Ernährungsgebiet, die Preise steigen von Tag zu Tag in dem Maße, als das englische Pfund in die Tiefen der Entwertung sinkt. Graue Sorgen nisten in jedem englischen Haus, denn — es gibt keine Kornfelder, die in flachen Händen wachsen! Es gibt keine .Ernährungswirtschaft, wie sie Deutschland in vieljähriger Voraussicht und Kampfbereitschaft aufgebaut hat, es gibt keinen Nährstand, der wie der deutsche dem Heimatboden in unerhörtem Fleiße den Segen reicher Ernten abringt!
Das ist d e r Unterschied zwischen hüben und drübe-n und dann — der Frontgeist der Heimat, der auch die deutschen Frauen beseelt! Man muß sich diesen Unterschied vor Augen halten, um erst recht die weitreichende Kraft und lieber« legenheit der deutschen Ernährungslage zu verstehen und den Segen einer fürsorglichen Rationierung richtig ermessen zu köpnen.
unter den Füßen.
wisse Fachkreise haben auch rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht, daß eine Vorratswirtschaft zur Sicherung der Ernährung des Landes unbedingt notwendig sei. Heute allerdings müssen dieselben Sachverständigen zugeben, daß die Regierung diese Pflicht nicht erfüllt hat und daß die Vorräte höchstens ausreichen, um den Bedarf für zwei Monate sicherzustellen. In der englischen Fachpresse kann man die entsprechende Statistik, die sich nur auf die sichtbaren Vorräte bezieht, nachlesen. Was Weizen anbelangt, so schätzte man den Vorrat Ende August d. I. auf 29 Millionen Bushel. Mit dieser Menge könnte man einen Monat und sieben Tage auskommen. Zum gleichen Termin waren etwa 374 000 Tonnen Zucker vorhanden. Sie sind in etwas über 2 Monaten aufgebraucht. Die vorhandene Gerste reicht für 2 bis 3 Monate, die H a - fervorräte für einen halben Monat, die Mais Vorräte für 3^ bis 4 Monate. Und mit Vorräten an anderen Lebensmitteln hat es nicht viel besser ausgesehen. In der Fachpresse stand allerdings zu lesen, daß die Vorräte an Tee und Kakao, die Ende August 1938 vorhanden waren, für etwas über vier oder für dreizehn Monate gelangt hätten. Gewiß, die englische Bevölkerung braucht ihren Tee und ihren Kakao — um durchzuhalten. Aber man kann damit keinen Krieg gewinnen.
Im ganzen steht es um die Vorratswirtschaft an Nahrungsmitteln in England schlechter als zur Zeit, da der Weltkrieg begann. Im übrigen verlassen sich die Briten auf die Stärke ihrer Flotte, auf ihre allerdings zusammengeschrumpften Goldvorräte und die von ihnen abhängigen Lieferanten. Aber es wäre möglich, daß sie ihre Rechnung ohne die wachsamen und verteufelt schnell arbeitenden deutschen U-Boote gemacht haben.
Vorbildlicher Einsatz der HI. in den ersten Kriegswochen.
Berlin, 29. Sept. (DNB.) Die Reichsjugendführung teilt amtlich mit:
Auf Anforderung von Dienststellen der Partei, des Staates, der Wehrmacht und der Wirtschaft, aber vor allem auf ihr eigenes Drängen hin find in den ersten Kriegswochen große Massen Jugendlicher in der Heimat für wichtige Ausgaben durch die HI. eingesetzt worden. Zahlenmäßig war der Einsatz von Hitler- jungen und BDM.-Mädeln am stärksten bei der Landarbeit. Die Hackfruchternte machte den umfangreichen Einsatz Jugendlicher notwendig. Hinzu kamen Hilfsdienste für Polizei und Luftschutz, für Reichspost, Reichsbahn und Behörden. Erfolgreich führte die HI. Sammelaktionen durch, half bei der Verteilung von Bezugsscheinen; BDM.-Mädel wurden in k i n « derreichen Familien, beim Bahnhofsdienst der NSV., im Hilfsdienst der Braunen Schwestern, im Roten Kreuz, in Kindergärten, in Flüchtlingslagern usw. eingesetzt, wenn sie gebraucht wurden. Der Einsatz durch die HI. erfaßte im ersten Kriegsmonat im gesamten Reichsgebiet auf Grund der vorliegenden Berichte 1 019 000 Jugendliche. Es hat damit im Reichsdurchschnitt jeder zehnte Angehörige der HI. in der Heimat irgendeine besondere Aufgabe fteiwillig und mit Begeisterung übernommen.
Trotz dem ununterbrochen zum Ausdruck kommenden Willen der Jugend, besondere Aufgaben zu erhalten, wird die Reichsjugendführung die Jugend nur für solche Arbeiten einsetzen, für die nicht inzwischen freigewordene Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Wenn in Zukunft der Einsatz Jugendlicher zahlenmäßig sich verringern oder aber erneut ansteigen sollte, so wird die Reichsjugendführung in jedem Falle besonders für eine planmäßige Durchführung des regel mäßigen HI. - D i e n st e s , der körperlichen Ertüchtigung und seelischen Führung der Jugend Sorge tragen. Jeder Pimpf und Hitlerjunge, jedes Jungmädel und BDM.-Mädel sowie die Angehörigen des BDM.- Werkes „Glaube "nk> Schönheit" helfen der Heimat und unserem Führer in erster Linie durch regelmäßige Teilnahme am Dien st der HI.- Einheiten, auch wenn sie vor der Hand nicht zu einem Sondereinsatz herangezogen werden.
Gehen wie die Katzen.
Erst nach einer Stunde haben wir uns an die Dunkelheit gewöhnt?
Von Or. H. Woltereck.
Im Zeichen der Verdunkelung hat sich das abendliche Gesicht unserer Städte völlig verändert: die strahlenden Lichter sind verschwunden, und vorsichtig bewegt sich nach Einbruch der Dunkelheit der Strom der Menschen durch die Straßen. Wer genau ßusieht, wird allerdings bemerken, daß manche Passanten trotz der Dunkelheit ziemlich rasch und sicher vorankommen, während ander« sich mühsam vor- wärtstasten und einzelne besonders Langsame schließlich geradezu blind zu sein scheinen. Jetzt sind diejenigen gut daran, die über „Katzenaugen" verfügen, während die „Nachtblinden" des Abends am besten zu Hause bleiben. Woher kommen nun diese Unterschiede und was kann uns die moderne Wissenschaft über die Leistungen unserer Augen beim „Dunkelsehen" sagen?
Wenn wir des Abends aus einem beleuchteten Raume auf die dunkle Straße hinaustreten, dann sehen wir zunächst überhaupt nichts: unser Auge muß sich bekanntlich erst an die Dunkelheit „gewöhnen". Um das zu verstehen, müssen mir uns einen Augenblick mit dem Bau des Auges und seinen besonderen Eigenschaften für das „Dunkelsehen" etwas näher beschäftigen. Das Auge besteht aus verschiedenen durchsichtigen, optisch brechenden Schichten, Hornhaut und Kammerwasser, Kristalllinse und Glaskörper, die das Licht erst durchwandern muß, ehe es auf die Netzhaut stößt. Sie bilden sozusagen den optischen Apparat, der die Strahlen bricht, sie zusammenballt und die Gegenstände der Außenwelt scharf auf die Netzhaut, der photographischen Platte des Auges, abbildet. Hier sitzen die licht- und farbenempfindlichen Sinnes- 3eilen, Stäbchen und Zapfen; sie werden von den auftreffenden Strahlen gereizt, die Erregung sammelt sich im Sehnerv und fließt nun auf verschiedenen Wegen dem Großhirn zu. Die Netzhaut mit dem dicken Sehnerv ist eigentlich weiter nichts als eine besonders feine lichtempfindliche Ausstülpung, ein Vorposten des Gehirns, der von der Außenwelt nur
durch ein durchsichtiges glasklares Fenster geschieden ist.
In der Netzhaut unseres Auges find zahlreiche Apparate verborgen, die alle eine besondere Aufgabe besitzen und je nach den äußeren Anforderungen in Aktion treten ober sich ausruhen. Bei hellem Tageslicht arbeiten wir nun mit ganz anderen Netzhautbezirken als im Dämmerlichte und im Dunkeln. Der „Dämmerungsapparat" der Netzhaut kann nicht wie «ine elektrische Lampe blitzschnell ein- und aus- geschaltet werden, sondern er paßt sich erst langsam den erhöhten Anforderungen an. Die Netzhaut produziert nämlich in der Dunkelheit bestimmte Substanzen, den sogenannten Oeb purpur, der die Lichtempfindlichkeit des Auges gewaltig steigert. Die Anpassung des Auges an die Dunkelheit erfolgt sehr langsam: unser Sehvermögen steigt zunächst innerhalb der ersten 20 Minuten rasch und dann langsamer an. Den Höhepunkt hat die Leistungsfähigkeit des Auges beim Dunkelsehen er st nach einer vollen Stunde erreicht! Dann ist allerdings die Lichtempfindlichkeit unseres Sehorgans gegenüber dem Verhalten bei Tageslicht enorm gestiegen: sie ist bis zu 8000mal größer als im Hellen! Beim Sehen im Dunkeln funktionieren also, wie wir sahen, nur die „Stäbchen" unserer Netzhaut mit ihrer Sehsubstanz, dem Sehpurpur. Da diese Stäbchen aber keine Farben wahrnehmen, erscheint unserem Auge in der Dämmerung die ganze Welt grau in grau.
Dafür ist aber, wie gesagt, die optische Leistung unseres Auges sehr groß — sie übertrifft sogar die empfindlichste photographische Platte. Mit einem Photoapparat können wir eine Landschaft im hel- lenSonnenschein ohne weiteres mit einer tausendstel Sekunde Belichtungszeit auf die Platte bannen, während wir im ungewissen Mondlicht viele Minuten lang belichten müssen, um ein brauchbares Bild zu erzielen. Mit unseren Augen erkennen wir aber di« mondbeschienene Landschaft „i m Augen-
b I i cf" — der Sch purpur ist also um ein vielfaches empfindlicher als selbst der beste Film!
Dor kurzem erst entdeckte man ein neues Hormon, das eigens dazu bestimmt ist, die Lichtempfindlichkeit unseres „Dämmerungsauges" zu steigern. Man träufelte diesen eigenartigen Stoff tropfenweise ins Auge «in und erreichte damit, daß sich das Auge viel schneller an die Dunkelheit gewöhnte und bereits nach kürzester Zeit die maßgebenden Gegenstände in einem finsteren Zimmer deutlich unterscheiden konnte. Bekanntlich gibt es auch verschiedene Krankheiten, bei denen entweder nur das „Tag"- ober nur -das „Nacht"-Auge gestört ist. Ein Kutscher, der durch eine bestimmte Netzhautentzündung die Fähigkeit zum „Hellsehen" verloren hatte, konnte seinen Berus nur noch nachts ausüben, denn sein „Dämmerungsapparat" war völlig intakt, während er bei Tage die Straßenschilder und Hausnummern nicht mehr entziffern konnte. Umgekehrt gibt es auch „Nachtblinde", die mit dem Eintreten der Dunkelheit hilflos werden — man pflegt zu sagen „wie ein blindes Huhn". Das Huhn ist nämlich von Natur aus nachtblind, es besitzt in seiner Netzhaut fast nur Tagessehzellen.
Menschen, die „nachtblind" sind, haben es natürlich gegenwärtig im Zeichen der Verdunkelung sehr schwer, denn ihr Auge ist gar nicht oder nur sehr schlecht in der Lage, die Anpassung an die Dunkelheit zu vollziehen. Wie kommt nun dieses Leiden zustande? Einmal kann es sich um eine dauernde Unterfunktion der in Betracht kommenden Teile des Auges, vor allem der Netzhaut und ihres Seh Purpurs handeln: in solchen Fällen ist wenig zu machen, und die Betroffenen müssen sich eben bei ihren Gängen über verdunkelte Straßen helfen lassen. Solche Fälle sind aber recht selten, und die Mehrzahl der Nachtblinden verdankt ihr Leiden einer — Ernährungsstörung! Das ist zweifellos überraschend, aber an der Richtigkeit dieser erst kürzlich von der Wissenschaft festgestellten Tatsache ist nicht zu zweifeln.
Man hat nachgewiesen, daß in manchen Gebieten Europas eine znächst ganz unerklärliche Häufung der Fälle von Nachtblindheit im Frühjahr auftritt und bann im Laufe bes Sommers verschwindet. Nähere Untersuchungen dieser seltsamen Erscheinung führten schließlich zur Erkennung der Ursache dieser Fälle von Nachtblindheit: es handelte sich um eine
6er
Büchertisch.
!i? Drfst Welten 9 Nr «ckeuze 6'd) der üi um 11
1 Saal Mnstraß
ras
Hm und '^.-Fra
gestellten Vitaminpräparate nehmen, die diese« Stoff in konzentrierter Form enthalten. Diese heil!' methode wird, wie gesagt, nicht in allen Fälle«j helfen, da das Leiden auch andere Ursachen habe« kann — aber der Versuch ist zu empfeMen.
Wie Kino und Theater geht auch das Konzert- ; wesen in Deutschland unverändert weiter. Im Anschluß an die für die Weiterführung der Musik- i arbeit ergangenen Anweisungen wird es in den „Signalen für die musikalische Welt" als ein Gebot der Stunde bezeichnet, daß an dem Konzert« leben der Städte keine wesentlichen Abstriche erfolgen. Jedem, dem die Möglichkeit gegeben fei, an der Erhaltung der Substanz unsere« Musiklebens mitzuarbeiten, müsse es daraus ankommen, neben dem Weiterbestehen unserer Opern-
Eine Standarte für das VegleitbataiUon des Führers
Berlin, 29.Sept. (DNB.) Nach der Rückkehr des Führerhauptquartiers von, östlichen Kriegsschauplatz wurde aus bei, Einheiten der Wehrmacht, die bei den Frontfahrtei, des Führers den militärischen Schutz übernommen hatten, das Führerbegleitbataillon auf. gestellt. In der Kaserne bes Regiments General Göring in Berlin-Reinickendorf erfolgte der erst? Zusammentritt des Bataillons, das nunmehr bie Bezeichnung „Begleitbataillon des Führers" trägt. Der Führer und Oberst« Befehlshaber der Wehrmacht verlieh dem Bataillon eine Standarte, die die Führer-Embleme und die Hoheits- Zeichen des Reiches zeigt.
Generalmajor Rommel, der Kommandant des Führerhauptquartiers, übergab im Auftrage besj Führers die Standarte an den Führer des Batail- Ions und sprach den Einheiten seine Anerkennung für die vollbrachten Leistungen aus. Er erwähnte besonders die Leistungen der Frontgruppe, bi« trotz unerhörter Marschleistungen unb schlechtester Stra« ßenverhältnisse in Polen auf jeder Front, fahrt bes Führers zur Stell« war und dazu oft Tag und Nacht hintereinander kreuz unb guer durch Polen fuhr. Er erinnerte an die großen Erfolge der deutschen Truppen an der Front unb ermahnte mit eindringlichen Worten das Führer- begleitbataillon zu weiterer treuester Pflichterfüllung.
Oas deutsche Musikleben qebt weiter.
w- D, wie M 3° ß(en rou lute ft fern, ft i Unb a W-Har.'
l m eir r. Und i iteittNst,
i statt. M unb
der Hausmusik so gut wie die Kriegszeit, in L
der die Daheimgebli ebenen sich wieder auf die innt- ' 1
ren Werte des Familienlebens und einer häuslichen : $
Kultur zu besinnen pflegten. Es gehe nicht an, den । u Musikunterricht gedankenlos als einen entbehrlichen Luxus zu betrachten. Eine weitere Kategorie von Angsthafen fielen jene Gaststättenbesitzer, die bas Derb o t der Tanzmusik in selbstsüchtig:« Weis« zum Anlaß nahmen, ihre Hauskapelle 3u entlassen oder beträchtlich einquschränken. Es we-de dabei vollkommen vergessen, daß durch den Ausfall der Tanzmusik die Ensemblemusiker wieder vor, biie Ausgabe gestellt seien, der guten Unterhal
ts Sl
Häuser unb Kulturorchester auch die Summe all jener Konzerte nicht verringert zu sehen, die von Solisten, Kammermusikvereinigungen und Chören alljährlich veranstaltet werden. Eine Rundfrage bei den Berliner Konzertbirektionen habe ergeben, daß z. B. bei den bisherigen Konzerten der Berlin» Konzertgemsinde nur 5 v. H. der Besuche« ausgeblieben sind, ein Ergebnis, das alle Erwartungen übertroffen habe. Die Verdunkelung sei keine Gefahr für den Fortbestand des Konzertlebens. Die Menschen zu Beethovens Zeiten seien auch unbeleuchtet und unbeschadet zu ihren Konzerten gekommen.
Der Aufsatz wendet sich weiter gegen getmffe Angsthasen, die in den ersten Kriegslagen foforti den Musiklehrer auf die Straße setzten. Keine Zeit bereite in der Heimat den Boden für die Pfleg«
In." d
— Henry d e Montherant: „Nutzlose^ Dienen". Verlag Karl Rauch, Markkleeberg be Leipzig. Preis gebunden 3,60 RM. — (262) — Dieser Essayband ift vielgestaltig wie Montherant Leben selbst und zeigt in besonders ausgeprägter Form die Grundlagen seiner Kunst unb seiner Denkens. Vornehmlich finben wir hier literarisch < M Dokumente der kritischen Lebenseinstellung Mauths- . Kz , rants. Doch ist diese leidenschaftliche Kritik getragen * th*-" ‘ vom Wissen um das wahre Leben unb bie höhere« Werte bes Menschen: bie Selbstsicherheit eines fta^ ken Charakters, besten Grundsatz „Die Ehre übel alles" ihm schon in die Wiege gelegt wurde, den kritischen Abhandlungen ihre schöpferische Krall und ihre allgemeingültige Bedeutung. „Meine Roll' ist es, anzugreifen", schrieb er, „aber es möge si« halt bie Gesellschaft verteidigen!" Sein Werk steht i£ Gegensatz zum „Zeitgeist" des „Nachkriegsfrankreich : es ist der sittlich-künstlerische Protest gegen Versio chung ober Entartung feiner Umwelt: es ist Werk eines „Moralisten".
Sie1 iSricbrii 113 Aad fc, bie ■ IN ij I fr® c Molk' Bm Mez M un ff unb
Mlitik ejM der Mezeu
iMckz
feortung zil und 1 t(n von' \ ben Ta« SftpnbeT
Mit
ir iS
L täglich
DB in B ti
mangelhafte Versorgung des Körpers mit einem bestimmten Vitamin, dem sogenannten Vitamins. Fehlt dieses Vitamin in der Nahrung, uw das namentlich im Frühjahr der Fall sein kann, dann tritt bei manchen Menschen Nachtblindheit auf. Ein« ganze Reihe von Menschen braucht nun am- scheinend besonders viel Vitamin A, um nicht nachtblind zu werden — sie haben das nur in normale« Zeiten nicht bemerkt. Wer also jetzt in diesen Tugen bei der Verdunkelung festgestellt hat, daß er sich auf den finsteren Straßen schlechter als andere M rechtfindet, dem ist zu empfehlen, einmal einen Versuch mit der Vitamin-A-Kur zu machen. Besonders reich an Vitamin A ist die Tomate. Fernei kommt als Lieferanten für dieses Vitamin Lebertran in Frage. Er kann also Tomaten essen, ei kann aber auch eines der von i
tungsmusik größere Bedeutung zu verschaffen), eine Wendung zum Guten, di« aus der Not ein« Tugend mache.
Das Tragen der Spange zum (?. K 2. Kla^e.
Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse aus bein Kriege 1914/18, denen jetzt für Tapferkeil vor dem Feinde wiederum das EK. II verliehen wird, erhalten, um beide Auszeichnungen zweckvoll tragen und von einander abheben zu können, diesmal, wie bereits gemeldet, eine Spang« zum E.K. II. Diese Spange wird auf dem mit- gelieferten schwarz-weißen Band befestigt und bas Band im obersten Knopfloch des Tuchrockes oben des Waffenrockes befestigt.
R jHlU.W
. ' Ute
Xomaten e||en, ti ;»yolb der Industrie her ijfe Ma Mrtfd« LJ*’ Q(j)j[ b? den fr l"id, u 'N i
krbeiter, bie Na Millio
lachen 21 ifrtre Fro toi, die e
I d Merr I r hs beu; \ ft bafe fei finb c
Schmer I ftn dem Meer k Bauer,
A


