Schach-Ecke.
Bearbeitet von K. Helling.
Ein Ueberfall.
In einem polnischen Turnier entstand nach den Zügen 1. t)4, Sf6. 2. <5c3, d5. 3. ßg5, ßf5. 4. f3, c5. 5. e4, be4: 6. ßb5+, Ld7. 7. ßb7:+, Sbd7: 8. b5, es: 9. Df3: g6. 10. 0—0—0, Db6. 11 Sh3, Se5. 12. De2, Sfb7. 13. b6, eb6: 14. Sd5, Da5 bie abgebilbete Stellung. Der letzte Zug von Schwarz war ein Fehler. Wie kann Weiß biesen ausnützen?
Angriff und Gegenangriff.
b
8
7
6
6
4
8
2
1
8
'7
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4
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2
1
d e f g h
ab c b e f g h
In einer Partie zwischen Krähling (Weiß) unb Birwer (Schwarz) aus ben Dortmunder Vereins» kämpfen kam es nach den Zügen 1. Sf3, Sf6. 2. 2. b4, g6. 3. c4, ßg7. 4. Sc3, 0—0. 5. ßg5, c5.
6. Dc2 cb4: 7. Sd4:, Sc6. 8. Tdl, Dao. 9. H4, d5. 10. Sb3. Db4. 11. cb5: ßf5. 12. Db2, Tab8. 13. Df4, Se4. 14. f3 zur abgebilbeten Stellung.
Weiß hoffte, mit Hilfe bes letzten Zuges zum Damenaustausch zu kommen unb unter Preisgabe feines Mehrbauern eine befriebigenbe Stellung zu erreichen. Das erwies sich jedoch als Irrtum. Schwarz konnte bie Partie sofort für sich entscheiben. Wie gewann Schwarz?
Lösung
der Schachaufgabe „Elegante Entscheidung".
Weiß (Eliskases): Kgl, Db3, Tbl, Tel, ßf6, Sb4, Ba2, b2, e5, f4, g2, H3 (12). Schwarz (Bogoljubow): Kg8, De8, Tc8, Tf8, ßg7, ßb7, Ba7, b6, b5, f7, g6, H7 (12). Weiß gewinnt. — 24. Sb4—f5! (Das Springeropfer führt zur Zerstörung ber schwarzen Ro- chabestellung.) 24. ..., g6Xf5. (Auf anbere Züge folgt entweber ßf6Xg7 ober Sf5—e7+ mit ent- scheidendem Materialgewinn.) 25. Db3—g3, unb Schwarz kann bas Matt auf g7 nicht becken.
Lösung
der Schachaufgabe „Ein Dame-Turm-Endspiel".
Weiß: KH2, Df6, Tb7, Ba2, f2, g3, H3 (7). — Schwarz: Kg8, Df8, Tc2, Ba7, c6, f7, g6 (7). Weiß gewinnt. — 1. Tb7—b4! (Der Turm soll auf bie h-ßinie gebracht werben. — Auf 1. KH2—g2 könnte sich Schwarz mit 1...., Tc2—e2. 2. Td7—b8, Te2—e8 ausreichenb oerteibigen.) 1. ..., Te2Xa2. (Verläßt ber schwarze Turm bie zweite Reihe, so folgt natürlich Tb4—b8.) 2. Tb4—H4, Df8—g7. 3. 2)f6—b8+, Dg7—f8. 4. TH4—1)8+, unb Weiß gewinnt burch fein Uebergeroi*f.
Schachweltkämpfe in Stuttgart.
In Stuttgart wurde die große Veranstaltung bes Großdeutschen Schachbundes beendet. Die Schachmeisterschaft für Damen, die zum er|tenmal in Deutschland ausgetragen wunde, gewann Frau Rinder gegen Fräulein Hof. Im Kampf um die Mannschaftsmeiste r sch ah^ um den Hanns-Schemm-Pokal fiel bie Entscheidung erst in letzter Minute. Die Berliner Schachgesellschaft von 1827, Deutschlands ältester Schachklub, siegte mit 28V2 Punkten vor dem Deutschen Schachverein Wien mit 25 Punkten, Hamburg, Mannheim, München und Leipzig. In ber zweiten Klasse wurde der Mannschaftskamps von Jena mit 14V-2 Punkten gewonnen, und zwar vor Königsberg mit 13*/2.
Oie Narrenkappe.
Curl Goeh telegraphiert.
Curt Goetz — der Napoleon, der an allem schuld ist — hat sich bereits vor Jahren mit dem großen Korsen beschäftigt. Seine Aehnlichkeit mit dem Kaiser veranlaßte damals eine ^süddeutsche Bühne, ihm bie Napoleonrolle in bem Stück „Ma- bame sans gene" für 2000 Monatsgage anzubieten. Das war bem Schauspieler aber zu wenig. Er ging daher aufs Postamt und sandte folgendes Telegramm ab:
„Akzeptiere mit 3000 Goetz — sonst von Ber- lichingen."
Newtons heiratsanlrag.
Der große englische Naturforscher Newton war in seinem persönlichen ße-ben ungemein zerstreut. Einst las er dem Mädchen, bas er liebte, aus einem Buch vor. Plötzlich schloß er bas Buch, setzte seine Pfeife in Brand und ergriff schweigend die Hand bes Fräuleins. Eine lange Pause folgte, in ber ber Gelehrte offenbar eifrig nach Worten rang. Das Mädchen harrte gebulbig auf seine Erklärung.
Endlich drückte Newton lebhaft bie Hand des Mädchens — bann ergriff er den Zeigefinger dieser Hand und drückte ihn mehrfach kräftig in den glimmenden Tabak seines Pfeifenkopfes, zerstreut wähnend, er habe seinen Pfeifenstopfer in ber Hgnd.
Die Angebetete floh mit einem Schmerzensschrei. Doch halb banach wurde sie dennoch Newtons Frau.
O. G. F.
Der Arzt und bas Ei.
Der bebeutenbe französische Arzt P. hatte einem Patienten eine bestimmte Diät verschrieben, bie diesem wenig besagte.
Als er ihn eines Tages besuchte, fühlte er ihm den Puls und sagte streng: „Sie haben ja trotz meiner Anordnung ein weiches Ei gegessen!"
„Was!" rief ber ertappte Patient erschrocken, „bas merken Sie an meinem Puls?"
„Gewiß? Das Ei enthält Phosphor, Schwefel und afbuminöfe Bestandteile, die bie Magenwände reizen. Das merke ich dann sofort am Puls."
Der eingeschüchterte Patient versprach reuig Besserung. —
„Großer Mann", wurde P. beim Verlassen des Hauses von feinem Assistenten angeredet, „Sie haben am Puls erkennen können, daß er ein weiches Ei gegessen hat!"
„Ach, Unsinn! Er hatte Eigelb auf bem Hemb."
Rie.
Beförderungen.
Der alte Kaiser Wilhelm empfing in Bonn eine Reihe von Offizieren. Einer von ihnen würbe zum ersten Male bem Kaiser vorgestellt, unb ber Abjutant, ber sich vorher erfunbigt hatte, flüsterte bem Monarchen im Augenblick ber Vorstellung zu: „Ist soeben zum Rittmeister beförbert worden." Der Kaiser sprach den Betreffenden freundlich an
und gratulierte ihm zu feiner Beförderung. Nun war der so Angeredete noch keineswegs an der Reihe, Rittmeister zu werden, und erstarrte vor freudiger Ueberrafdjung. Sogleich nach beendetem Empfang eilte er zu seinem Kommandeur, um ihm zu melden, welche Ehre ihm widerfahren sei. Der Kommandeur erkundigte sich über den Sachverhalt bei dem Adjutanten, und da kam es denn heraus, daß der Adjutant den älteren Bruder des jungen Offiziers, der tatsächlich soeben zum Rittmeister befördert worden mar, mit ihm verwechselt batte. Der Adjutant mußte sein Versehen dem, Kaiser reumütig eingestehen. Dieser lächelte.nur und sagte: „Nun, da ich dem Herrn einmal zum Mittmeister gratuliert habe, muß er es wohl bleiben." Einige Zeit später war der Empfang bei Hofe. Der soeben 3um Major beförderte, jedoch noch als Rittmeister erschienene Herr von B. wurde dem Kaiser vorgestellt, und der Adjutant flüsterte ihm zu: „Soeben zum Major befördert." Darauf drehte der Kaiser sich lächelnd um unb sagte: „Nee, mein ßieber, barauf fall ich nicht mehr rein!"
ffiefferbericbf
Unser Bezirk blieb über die Feiertage in einem kräftigen Strom kühler ßuftmaffen aus Nord, in bereu Bereich zwar vielfach aufheiterndes Wetter herrschte, es aber auch zu einzelnen Niederschlägen kam. Durch die Ostwärtsoerlagerung des westeuropäischen Hochdruckgebietes hat sich sein Einfluß auf unser Wetter verstärkt und wird vorerst auch bestimmend bleiben.
Vorhersage für Mittwoch: Bielf ach heiter, trocken, Mittagstemperaturen über 20 Grad, lebhafte Winde um Ost.
Vorhersage für Donnerstag: Fortdauer der vielfach heiteren Witterung.
Lufttemperaturen am 29. Mai: mittags 18,8 Grab Celsius, abenbs 12,1 Grab: am 30. Mai: morgens 11,6 Grab. Maximum 19,1 Grab, Minimum 6,9 Grab. — Grbbobentemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Mai. abenbs 17,3 Grab; am 30. Mai: morgens 13,3 Grab. — Sonnenscheinbauer 12,3 Stunden.
Hauptschriftleiter Dr. Friebrich Wllhelm ßange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik unb biß Bilder: Dr. Fr.W. ßange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Emst Blumschein; für Sport: Heinrich ßubroig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck unb Verlag: Brühlsche Universitäts- bruckerei, R. ßange, K.-G, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis- liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
Bekanntmachung.
Auf Grund einer Verfügung des Herrn Reichsstatthalters vom 5. Mai 1939 soll die Rattenbekämpfung allgemein durchgeführt werden.
Ich ersuche daher alle städt. Grundstücksbesitzer, das Vorkommen von Ratten bem Stabtbauamt, Asterweg 9, mitzuteilen. Die Bekämpfung ber Ratten wirb burch bas Stabtbauamt burchgesührt. Den Arbeitern ber Stabt ist zur Auslegung von Rattengift Zutritt zu ben in Frage kommenden Grundstücken zu gewähren.
Gießen, den 27. Mai 1939. 3941D
Der Oberbürgermeister.
Stadtbauamt. I. V.: G r a v e r t.
gesucht.
3946D
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Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsre Mitglieder vom Ableben unseres lieben Alterskollegen
Paul Hennig
geziemend in Kenntnis zu setzen. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Gießen, den 30. Mai 1939.
3947V Der Vorstand.
im 89. Lebensjahre.
Heuchelheim, Ablar, den 30. Mai 1939.
3948D
Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 31. Mai, an seinem Geburtstag, nachm. 5 Uhr, vom Sterbehause Bachstraße 59 aus statt.
Die trauernd Hinterbliebenen: Familie Fr, Wilh. Weber Familie Wilh. Weber.
Nach einem arbeitsreichen Leben verschied plötzlich und unerwartet heute nacht unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater. Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel
Herr Philipp Renner, Landwirt
STADTTHEATER GIESSEN
Dienstag, den 30. Mai 1939, 20 Uhr: EIN MALIGES GASTSPIEL der Tegernseer Bauernbühne Anderl Schultes Das blauseidene Strumpfband Lustspiel von Anton Maly
Als besondere Einlagen: Meisterjodlerin Sekkerl Höser mit bayrischen und tiroler Jodlern, das Tegernseer Musikterzett und Original oberbayrische Schuhplattlertänze
Außer Miete - Preise: 0.60,1.-, 1.35,1.85, 2.60, 3.10 RM.
3879V
Klein-Linden, den 27. Mai 1939.
02675
Allen, die uns ihre herzliche Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen entgegenbrachten, sagen wir innigen Dank. Besonders danken wir der Krankenschwester Lina für die liebevolle Pflege.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Politz.
Heute Dienstag die grobe Premiere
PQLRST____Giessen
3940 a
PKKW
Maria Cebotari, Gaby Morlay, Fosco Glachetti
Der größte musikalische Film der Spielzeit. Leben und Liebe des weltberühmten Komponisten Verdi als Thema eines von starker Spannung und Dramatik erfüllten Films. Drei Frauen als aufopfernde, entsagende Lebens- gelahrten eines schöpferischen Kämpfers. Gigli in der Rolle des Tenors Mirate, eines Freundes Verdis, spielt und singt die großen unsterblichen Opernpartien Verdis.
Ufa -Ton -Woche und Beiprogramm.
Täglich 4.00, 6.00, 8.30, Sonntag 3.00, 5.30 und 8.30 Uhr.
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