Keitas, 29. September 1939
Ar. 228 Zweites Blatt
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
1. Oktober 1939, kann
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Seilere Fahrplanverbefferungen der Reichsbahn
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DerwaltungSinspektor Brückel 25 Jahre im städtischen Dienst.
Vorläufige Verbrauchsregelung für Geflügel im Gau Heffen-Tlafsau
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NSG. Um eine gerechte Verteilung der zur Verfügung stehenden Geflügelmengen an alle Volksgenossen zu gewährleisten, ist vom Landesernährungs- amt im Einvernehmen mit dem Gauwirtschaftsberater der NSDAP, und dem Cierwirtschaftsver- band bis zum Erlaß einer Reichsregelung für das Gebiet des Gaues Hessen-Nassau folgende vorläufige Verbrauchsregelung für Geflügel getroffen worden:
Die Abgabe von Geflügel erfolgt nur auf Grund einer Voranmeldung bei dem Wild- und Geflügelhandel auf die Reichsfleischkarte.
Die Anmeldung hat unter Vorlage sämtlicher Fleischkarten zu erfolgen und gilt nur, wenn die Abstempelung auch auf sämtlichen Fleischkarten durch den Wild- und Geflügelhändler auf der Rückseite in der Mitte erfolgt ist.
Die Anmeldung darf nur bei einem Geflügel- Händler erfolgen. Der Wild- und Geflügelhändler nimmt bei der Anmeldung die Eintragung des Verbrauchers in eine Kundenliste vor, wobei die genaue Kopfzahl nach der zur Abstempelung vorgelegten
Ab Montag, 2. Oktober, treten bei der Reichsbahn nachstehende Reisezug-Fahnplanverbesse- rungen ein:
Strecke Frankfurt a. M.—Marburg.
Pz. 799 Gießen — Marburg, Gießen ab 5.28 Uhr, Marburg an 6.07 Uhr, verkehrt werktags ab Lang-Göns, Lang-Göns ab 5.07 Uhr, Gießen an 5.17 Uhr. Sonntags beginnt dieser Zug wie bislang in Gießen.
Pz. 781 Frankfurt a. M. — G i e ß e n , Abfahrt in Frankfurt a. M. um 18.17 Uhr, Ankunft in Gießen um 19.42 Uhr, hat in Gießen Anschluß an einen neuen Zug (Pz. 708) nach Marburg, Gießen ab 19.59 Uhr, Marburg an 20.37.
Pz. 707 Frankfurt a. M. — Kassel, Frankfurt a. M. ab 16.28 Uhr, Gießen an 18.10, ab 18.20 Uhr, verkehrt ab Gießen 5 Minuten später, also Gießen ab 18.25 Uhr.
Strecke Marburg—Frankfurt a. M.
Pz. 708 Marburg — Gießen, Marburg ab 18.51 Uhr, Gießen an 19.31 Uhr, verkehrt als neuer Zug und hat in Gießen Anschluß an den Pz. 708 Gießen—Frankfurt a. M, Gießen ab 19.52 Uhr, Frankfurt a. M. an 21.28 Uhr.
Pz. 720 Butzbach —Friedberg, Butzbach ab 6.51 Uhr, Friedberg an 7.07 Uhr, verkehrt als neuer Zug und hat in Friedberg Anschluß an den Pz. 720 Friedberg—Frankfurt a. M., Friedberg ab 7.08 Uhr, Frankfurt a. M. an 7.48 Uhr.
Strecke Betzdorf—Dillenburg—Gießen.
Pz. 1636 Betzdorf —Dillenburg, Betzdorf ab 17.19 Uhr, Dillenburg an 18.19 Uhr, verkehrt als neuer Zug und hat in Dillenburg Anschluß an den Pz. 1636 Dillenburg—Gießen, Dillenburg ab 18.23 Uhr, Gießen an 19.24 Uhr.
Strecke Gießen—Lollar—Grünberg.
Pz. 2561 W Gießen —Lollar—Grunde r g , Gießen ab 17.00 Uhr, Grünberg an 18.00 Uhr, verkehrt als neuer Zug. Er verkehrt nur werktags.
Pz. 2557 W L o l l a r — G r Ü N b e r g, Abfahrt in Lollar um 18.29 Uhr, Ankunft in Grünberg um 19.22 Uhr, beginnt wieder wie früher in Gießen. Abfahrt in Gießen um 18.20 Uhr.
Strecke Grünberg—Lollar—Gießen.
Pz. 2568 W Grünberg —Lollar —Gieße n , Abfahrt in Grünberg um 5.12 Uhr, Ankunft in Gießen um 6.17 Uhr, verkehrt als neuer Zug. Er verkehrt nur werktags in nachstehendem Plan: Grün-
„Trinke, wem Getränk gegeben, Ob es warm ist oder kalt, Denn der Trunk erhält das Leben, Und wer lange trinkt, wird alt! Trinken macht die Stimme voller, Doller macht es auch den Mann, Daß er Falstaff oder Roller Donnernd deklamieren kann.
Darum, edler Mime, trinke Becher, Gläser, Humpen, Faß, Daß die Stimme tiefer sinke, Und sich selbst ertränkt im Bah!"
„Vornan eines Arztes."
Der Film, der seit gestern im Gloria-Palast gezeigt wird, schildert einprägsam ein Lebensschicksal. Dem Film liegt der Roman von Curt Reinhard Dietz „Ins Leben zurück" zugrunde, dessen Verfasser auch am Drehbuch mitarbeitete. Es geht dabei um einen Arzt, der, um seinem Söhnchen die Mutter zu erhalten, für seine Frau, die ein Verbrechen begangen hat, die Schuld auf sich nimmt und ins Gefängnis geht. Nach seiner Freilassung aber muß er erfahren, daß sein Sohn inzwischen gestorben ist, da es die Mutter im entscheidenden Augenblick einer Krankheit an der nötigen Sorgfalt hat fehlen lassen. Er erkennt, daß sein Opfer umsonst war. Aber doch findet er wieder in das Leben zurück, findet eine andere Frau und kann auch wieder Arzt fein. Wie es im Einzelnen geschieht, erzählt der Film glaubhaft und folgerichtig.
In der ganzen Anlage des Filmes, wie auch in der Darstellung, fällt die Sorgfalt auf, mit der die einzelnen Künstler eingesetzt wurden. Nur wenige Personen stehen im Vordergrund und diese wenigen sind klar gezeichnet. Albrecht Schoenhals, der Arzt aus innerer Berufung, wirkt in feiner Gemessenheit ungemein sympathisch. Er vermeidet alles, was Effekt bedeuten könnte. Neben ihm hat Camilla Horn die undankbare Rolle der leichtfertigen Frau, der lieblosen Mutter, der ungetreuen Gattin zu übernehmen und viel darstellerisches Können zu beweisen. Theodor Loos, der treue Freund des Arztes und sein Rechtsanwalt weiß die innige Anteilnahme an dessen Schicksal überzeugend aus- zudrücken. In liebenswerter fraulicher Gestalt offen* bart sich Maria Andergast als zweite Gattin des Arztes. Fritz G e n f ch o w, der Chauffeur, markiert eine originelle Berliner Type. Ein darstellerisches Kabinettstück bietet Albert Flo rath als Landarzt. Der Film (ein Gustav-Althoff-Film) unter der Regie von Jürgen von Alten entstanden, löst viel Nachdenklichkeit aus und entläßt uns nicht ohne Erschütterungen. Heinrich Ludwig Neuner.
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Das Urbild des Giriefe.
Von Alice Flieget.
Striefe, das kostbarste Exemplar eines reisenden Theaterdirektors, war keine Erfindung Franz von Echönthans, sondern wanderte direkt aus bem Leben auf die Bühne — in den „Raub der Sabi- lerinnen" hinein.
Die alte Reichsstadt Bopfingen an der Bahn Stuttgart—Nördlingen war ein romantisches Nest, tinftbegeiftert und voller Poesie, aber natürlich viel zZ klein, um ein Theater zu erhalten. Hier residierte Friedrich Wohler, das Urbild des Stnese, und runnte sich stolz „Direktor des Stadttheaters zu Bopfingen".
Am kommenden Sonntag, 1. Ok der Verwaltungsinfpektor Karl B 25jährige Dienstzeit bei der Gießener Stadtverwal- tung zurückblicken. Der Jubilar trat am 1. Oktober 1914 beim Städtischen Rechnungsamt ein, wo er mit der Bearbeitüng der Familien-Unterstützungs- Angelegenheiten während des Weltkrieges beauftragt wurde: diese Tätigkeit übte er fast während des ganzen Krieges aus. Nach dem Weltkrieg fand er weiterhin dienstliche Verwendung beim Rechnungsamt. Im Jahre 1922 legte er die erste Der- roaltungsprüfung ab, im Jahre 1926 bestand er die zweite Verwaltungsprüfung. Am 1. Oktober 1922 erfolgte seine Ernennung zum Verwaltungs-Oberassistenten, am 1. Dezember 1922 die Ernennung zum Verwaltungs-Sekretär. Am 1. Juli 1926 wurde er zum Derwaltungs-Obersekretär, am 1. Oktober 1927 zum Verwaltungs-Inspektor ernannt. Beim Rechnungs- und Steueramt wurde er bis 3um 1. April 1936 beschäftigt. Von diesem Tage ab wurde ihm die Leitung des damals neugebildeten Rechnungs-Prüfungsamtes übertragen. Diese Stellung bekleidete er bis zum 1. September 1939. Seitdem obliegt ihm die Leitung des feit Kriegsausbruch bestehenden Ernährungs- und Wirtschaftsamtes der Stadt Gießen. Die Jubilar hat sich in amtes der Stadt Gießen. Der Jubilar hat sich in
Augen leuchteten im Feuer einer neuen Begeiste
Die blasse schmale Frau Direktor ließ ihre großen Kinder in bunten Fantasien und himmelhohen Hoffnungen schwelgen. Sie lächelte dann und wann einmal in alle die großen Worte hinein ihr stilles, geduldiges Lächeln, stopfte die Handtücher und nahte die abgeriffenen Hosenköpfe wieder an. Aber sie stellte 'auch manches verloren gegangene seelische Gleichgewicht wieder her, denn sie wußte aus ihrer eigenen Jugend, wie bitter es ist, allein und ohne ein Wort verstehender Liebe zu fein. Sie war Mutter, Heroine, Komische Alte, Garderobiere, Schneiderin, Friseuse, Waschfrau, Kassiererin und Repräsentantin in einer Person. Ihre großen Kinder wunderten sich oft, wo sie, die am wenigsten atz und am wenigsten schlief, die Kraft zu ihren vielen P lichten hernahm. In den Zeiten der Not ging so viel Tröstendes und Tapferes von ihr aus daß der Name „unsere Frau Direktorin" einen fast andächtigen Ton bekam.
Friedrich Wohler war ein Förderer der Klassiker und ein begeisterter Anhänger Schillers Seme Neueinstudierung der „Räuber" ist noch heute — nach 85 Jahren — in Bopfingen unvergessen. In manchen alten schwäbischen Familien hat man die köstliche Ankündigung der Ausführung aufbewahrt.
Ich mache das edle Publikum von Bopfingen aus di-" großen Schönheiten dieses Trauerspieles aus- merksam Die Räuberszenen >m Walde sind mit aräßlicher Wahrheit hingestellt. Die Scklaßszene mit Amalia und Franz und dem alten Maar athmen aerwustetes Familienglück und heuchlerische Tucke. D^e Szene, in welcher sich Franz Maar mit der Schnur von seinem Hute erhängt spiele uf). gaiij Sm* dem Originale. Schweizer, em ftauptrauber rettet mich, indem er durch das brennende Schloß bereinstürmt und mich abschneidet. dasur kommt Roller recte vom Galgen, mit dem Strick um den 6a 5 auf einen Abdekcer-Karren. Eine herzzer- ileilchende Szene. Den Räuberchor singen >ung-. anaehend- Dilettanten; S)t. Krabler den Ihr aus Enb ers Bierbaus. seiner schönen Batzsi.mme wegen V.nnt mirt> iidi ertra ein Räuberlied einlegen. Die Decorationen sind nach den Kupferstichen van Choda- wiecki gemalt; das Costume neu, bis aus das der Räuber denn diese gingen histarisch ,n abgetragenen Wämsen herum. Es sind also keine Kosten gespart wurden um di- Räuber nach der Natur darzuste - len Die einzige Loge unseres Schauspielhauses ist bereits vergriss-n. Der Ansang .st. wegen des Nach- mittoaskränzchen in Eyblers Bierhaus, um 8 Uhr 7b nds Man bittet, die Hausschlüssel mitzunehmem , Ar N Uhr geht die Vorstellung mcht zu Ende.
ertragenes Frieren.
Da erkrankte der .Schwarz". Wohler wagte es nicht, die Rolle zu streichen — aus Furcht, daß die kunstbegeisterten Schwaben, die das Stück zum zweiten Mal sahen, einen Skandal machen ober ihr Geld zurückverlangen würden. Der Angstschweiß brach ihm aus allen Poren, wenn er daran dachte, daß das schnell Gewonnene ebenso schnell wieder zerrinnen würde. Er verbrachte den unglücklichsten Tag und die von den schrecklichsten Träumen gepeinigte Nacht seines Lebens, bis er auf den Rat seiner Frau den Lehramtskandidaten für die Rolle des kühnen Räubers engagierte. Auf der Probe war der Kandidat überraschend gut und sicher, aber als er am Abend vor dem Publikum stand, verwirrte ihn ein so heftiges Lampenfieber, daß er die so gewissenhaft gelernten Worte nur mit Mühe und stotternd fand. Schon hörte man hier und dort ein leises Lachen aus den dunklen Reihen des Publikums. Noch war es gutmütig, aber Friedrich Wohler kannte diese sanften Anfänge, die bis zu einem Johlen und Toben anwachsen konnten, in dem jede Vernunft erstickte. Er warf dem armen, sich in seiner Angst windenden Lehramtskandidaten Ermunternde Blicke zu, und es schien besser zu gehen. Aber als die Stimme Karl Moors in fürchterlicher Wut die Frage donnerte: „Wer blies dies Wort dir ein? Höre, Karl!", da zeigte der zu Tode erschrockene Kandidat in den Souffleurkasten und rief, cm ganzen Leibe zitternd: „Die Frau Direktorin!"
Eine der Hauptstützen der Wohlerschen Truppe war Herr Kirchmeyer, der Heldenvater. Er hatte eine schöne, tiefe Stimme, und die ihm nicht wohl wollten, sagten, er t)abe sie vom Bordeaux. Kirchmeyer war nicht böse über solche Worte, er wünschte sich nur, daß ihm ein gütiaes Schicksal immer die Möglichkeit schenkte, sich seinen guten Boß durch einert guten Bordeaux zu erhalten. Als Kirchmeyer sein fünfundzwanzigfähriges Bühnenjubiläum feierte, dichtete ein Kollege die Verse, die Friedrich Wohler begeistert beElamierte;
Wohler kam sich ,
ternehmungslust steigerte sich. Er zeigte eine Wiederholung der „Räuber" an. Der Vorverkauf übertraf alle Erwartungen, und Friedrich Wohler sonnte sich im Silber glanz des immer neu heranrollenden Geldes. In Gedanken baute er sich schon ein eigenes herrliches Theater und schenkte feiner Frau Direktorin einen neuen pelzbesetzten Wintermantel, denn in dem alten fadenscheinigen gab es oft ein tapfer
Der flammende Aufruf des „Bopfinger ©triefe" verfehlte feine Wirkung nicht. Das Theater war ' " Kaffe zeigte ungeahnte Reichtümer, wie ein Krösus vor, und feine Um
ein pflichteifriger und wertvoller Mitarbeiter er» wiesen, der sich die sorgfältigste Erfüllung feiner Amtspflichten allezeit besonders angelegen fein ließ. Er hat sich dadurch um unsere Stadt große Verdienste erworben und sich zugleich in weiten Kreisen unserer Stadt hohe Wertschätzung gesichert.
Am (Sonntag Feierstunde für kinderreiche Mütter.
NSG. Am Sonntag findet im Großdeutschen Reich eine Feierstunde der deutschen Mütter statt. In ihr soll den deutschen Frauen eine schlichte Ehruna zuteil werden, denen das Vaterland für ihren Kinderreichtum zu besonderem Dank verpflichtet ist. Im Gau Hessen-Nassau wird in allen Ortsgruppen der Partei diese Feierstunde durchgeführt, zu der kinderreiche Mütter eingeladen werden; sie beginnt um 12 Uhr. Im Mittelpunkt der Stunde der deutschen Mutter steht eine Rundfunkübertragung auf alle Reichssender.
Andere Backwaren auf Brotkarte.
Durch eine Anordnung der HV. der Getreide» und Futtermittelwirtschaft wird beftimmt, daß nach Wahl des Verbrauchers an Stelle von Brot auf die einzelnen Kartenabschnitte auch andere Backwaren entnommen werden können, und zwar in folgendem Verhältnis:
An Stelle von je 100 Gewichts teilen Brot
1. 70 Gewichtseinheiten Knäckebrot,
oder 2. etwa 92 Gewichtseinheiten Kleingebäck, oder 3. etwa 80 Gewichtseinheiten Zwieback.
Bekanntlich wird Knäckebrot im allgemeinen in Packungen in den Verkehr gebracht, die etwa 210 Gramm netto Inhalt haben. Für eine derartige Packung wären daher 3 Kartenabschnitte von je 100 Gramm Brot abzugeben.
Von der Bezugscheinpflicht sind vorläufig ausge» - nommen Fein- und Dauerbackwaren, d. h. Backwaren, die auf 90 Gewichtsteile Getreidemahlerzeug- rttffe ober sonstige mehlartige Stoffe und ntirtbe- ftens 10 Gewichtsteile Zucker oder Fettstoffe enthalten. Eine Ausnahme bilden nur Zwieback aller Art, der nur auf Kartenabschnitte der Reichsbrotkarte abgegeben werden darf. Die HV. behält sich weiter vor, für Dauerbackwaren (Feinbackwaren, die durch längere Lagerung in ihrer Genußfähigkeit nicht beeinträchtigt und in der Regel ohne Ausstrich verzehrt werden, insbesondere'Keks, Biskuit, Waffeln, Delikateß-Brezel^, Oblaten, Lebkuchen, Honigkuchen) mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft ergänzende Bestimmungen zu erlassen.
An Stelle Brot können auf je 100 Gewichts-
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berg ab 5.12 Uhr, Beltershain 5.18, Lumda 5.22, Geilshausen 5.27, Odenhausen 5.31, Kesselbach 5.34, Londorf 5.39, Allendorf (Lumda) 5.45, Treis 5.50, Mainzlar 5.57, Saubringen 6.00, Lollar 6.09, Gießen an 6.17 Uhr.
Strecke
Gießen—Grünberg—Burg« und Rieder-Gemünden.
Pz. 561 W Gießen —Burg- und Nieder- Gernünden, Abfahrt in Gießen 18.51 Uhr, Burg- und Nieder-Gernünden an 19.49 Uhr, verkehrt als neuer Zug. Er verkehrt nur werktags.
Pz. 558 V? Mücke—Gießen. Abfahrt in Mücke um 6.16 Uhr, Ankunft in Gießen 6.58 Uhr, verkehrt als neuer Zug. Er verkehrt nur werktags.
Anmerkung.
In den kommenden Wochen wird der Reisezugfahrplan immer weiter vervollständigt.
Neue v-Züge.
Die jetzt zwischen Berlin (Potsdamer Bahnhof) und Kassel verkehrenden Spätzüge D 180 / D 179 werden, beginnend mit D180, erstmalig in der Nacht vom 1. zum 2. Oktober und D 179 am 2. Oktober über Kassel hinaus bis und ab Neunkirchen (Saar) gefahren.
D 180 Berlin (Potsdamer Bahnhof) — Neunkirchen (Saar) über Gießen—Frankfurt a. M., trifft in G i e- ß e n 7.11 Uhr ein und fährt um 7.13 Uhr ab. Der Zug triff in Frankfurt a. M. um 8.15 Uhr ein.
D 179, Neunkirchen (Saar) — Berlin (Potsdamer Bahnhof) über Frankfurt a. M.—Gießen fährt um 22.40 Uhr in Frankfurt a. M. ab, trifft in Gie - feen um 23.42 Uhr ein und fährt um 23.44 Uhr weiter.
Durch dieses neue Zugpaar verändert sich der Fahrplan des zur Zeit verkehrenden D 17 Frankfurt a. M—Berlin (Schlesischer Babnbof) — zur Zeit Gießen an 23.44 Uhr, ab 23.46 Uhr — ab 1. Oktober wie folgt: Frankfurt a. M. ab 22.50 Uhr, Gießen an 23.52 Uhr, Gießen ab 0.02 Uhr, Kassel an 1.31 Uhr.
Ferner sind eingelegt: D 68 Frankfurt a. M. ab 18.31 Uhr nach W i e n und D 67 von Wien nach Fr an kfurt a. M, an 11.34 Uhr, mit Schlafwagen Würzburg—Wien und zurück.
In den kommenden Wochen wird der Reifefahrplan immer weiter vervollständigt.
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Anzahl der Reichsfleischkarten einzutragen ist. Gleichzeitig stellt der Wild- und Geflügel Händl er einen Ausweis aus, der zum Bezug des Geflügels berechtigt,, und ruft die jedem Kunden ausgehän- digte Nummer durch Aushang im Schaufenster feines Geschäftes auf.
Die Ausgabe an den Verbraucher erfolgt nur gegen Vorzeigung des Ausweises, wobei der Bezug durch Abstempelung vermerkt wird.
Die abzugebende Menge richtet sich wöchentlich nach der sich ergebenden Versorgungslage in Geflügel. Kranke sind gegen entsprechende Abstempelung des Attestes bevorzugt zu beliefern.
Bis zum 3. Oktober können Verkäufe nicht mehr stattfinden, da die zur Verfügung stehenden geringen Vorräte zur Versorgung der Krankenhäuser, Lazarette und Kranken gegen Atteste benötigt werden. Die erste Ausgabe kann voraussichtlich am Dienstag, 3. Oktober, erfolgen. Anmeldungen bei dem Wild- und Geflügelhandel können jedoch bereits von Freitag, 29. September, an oorgenommen werden.
Aus der Stadl Gießen.
Oer Herbst im Volksspruch.
Aus Wind und Wetter bestimmter Tage pflegt :s Landvolk feit alten Zeiten Künftiges abzuleiten, em Bauern, der fast täglich im Freien schafft, . fenbaren sich Zusammenhänge im Leben der Na- > nr, die den anderen mehr oder weniger fernbleiben. 1 ! äs mancherlei Anzeichen sucht er sich im voraus 1 Üewißheit oder wenigstens einen Anhalt über das ' iietter der kommenden Wochen und Monate zu 1 irschaffen, und damit auch über das Gedeihen ' Liier Saaten und den Ertrag seiner Ernte. Das als 1 ifjer Erkannte aber formt er sich zu Reimen.
„Auf Wies', auf Flur, an Wegen — Findst du , in Gottessegen", heißt es ganz allgemein im Herbst- irjnat. „Pflücke auch die Kräuter fein — das bringt ir Gesundheit ein", rät ein anderer Bauernsprury. ,^e mehr großköpfige Disteln sind, desto besser gerät dir Wein", heißt es weiter. Da der Herbst aber auch d? Zeit der neuen Aussaat ist, meint eine Wetter- «gel: „Herbstregen — kommt der Saat gelegen".
Dor allem interessiert es den Landmann, aus dem $ etter des Herbstes das des Winters zu erkennen, hft im Herbst das Wetter hell — Bringt er Wind inb Winter schnell", meint man, und von einem normen Herbst schließt man auf einen langen Win- hr, wie auch Donner im Herbst einen zeitigen Win- tir mit hohem Schnee verkünden soll. Manche Tiere tLIen durch ihr Verhalten in dieser Zeit auch auf interliches Werden schließen lassen: „Je größer der meisenhügel — je straffer des Winters Zügel", ab „Wenn viele Spinnen im Herbst kriechen — schon den Winter riechen".
Dornotizen.
Tageskalender für Freitag.
Stadttheater: 20—22.45 Uhr: „Agnes Bernauer". loria-Palast, Seltersweg: „Roman eines Arztes".
Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fräulein".
„Agnes Bernauer“
>n Hebbel zur festlichen Eröffnung im Sladllhealer.
Das Stadttheater eröffnet heute Abend die Win- rspielzeit mit einer Neuinszenierung von Hebbels gnes Bernauer". Der festttchen Aufführung vor- is gehen die „Egmont"-Ouvertüre von Beethoven, spielt vom städtischen Orchester unter Leitung von aul Walter und eine kurze Ansprache des stell- rtretenden Intendanten. In den Hauptrollen wir- neben den bekannten Darstellern folgende neue äste mit: Jngeborg Riehl, Hans Caninenberg, iegfried Lowitz, Hilmar Manders, Gerhard Reu- , Hans Albert Scheine. Das.. Bühnenbild schuf rl Löffler. Die Vorstellung findet als erste Por- llung der Freitag-Miete statt.
Hitler-Jugend Bann 116.
Gefolgschaft 4/116.
Die Gefolgschaft 4 tritt am Sonntag, 1. Oktober, im 7.45 Ühr zur großen Geländeübung am Lswaldsgarten an. Sämtliche Jungg. der Gefolg- haft 4, die als Erntehelfer eingeteilt sind, haben cn Sonntag zu diesem Dienst unbedingt zu er« Heinen. Die Junggenossen sind als Erntehelfer für tiefen Dienst zu beurlauben.
Der Führer der Gefolgschaft 4/116.
DOM.-ttntergau 116 Gießen.
Betr.: h3.«Beranftaltungsring.
Ich mache die Mädel-Gruppen darauf aufmerk- iin, daß der HJ.-Veranstaltungsring bis auf 50 Aätze besetzt ist. Die säumigen Gruppen müssen sich V.mnad) mit ihren Anmeldungen beeilen.
Die Untergauführerin.
Polizeistunde in Gießen 24 Uhr.
Der Polizeidirektor gibt heute bekannt, daß in Abänderung der Bekanntmachung vom 23. September die Polizeistunde für den Stadtkreis Gießen mit ffortiger Wirkung auf 24 Uhr festgesetzt ist.
Wohler war ein rührender Mensch, ein großes lind voller Eitelkeit — mit einem guten Herzen. Ct trug eine wallende Lockenmähne, seine Sttmme rar reich an Pathos — mit scharfrollendem Rrrrr. Venn er den Auftrag gab, die Stühle schon gerade h Reih und Glied zu stellen, so meinte man, em lommanbo für eine Schlacht zu hören. Er konnte k inem Menschen etwas Intrigantes oder auch nur Unfreundliches antuh. Sein jung und gläubig ge- l-iebenes Herz war immer bereit, die Welt voller Qunber und Hoffnungen und die Menschen hilfreich inb gut zu sehen. Seine Gestalt war robust und । bäffig, und trotz der vielen Tage im Lause eines -lonats, an denen Schmalhans Küchenmeister war, torfügte Friedrich Wohler über eine stattliche tfuue. : bn Gegensatz zu seiner kleinen dünnen Frau, der M M.Frau Direktorin", zu der alle Schauspieler em rod] ! ndliches Vertrauen wie zu einer Mutter hatten.
^ie war die Seele des kleinen unsicheren U riiternehmens, das bunt zusammengewürfelte Menst Wen vereinte. Ihrer Sparsamkeit und unermud- st lchen Arbeit war es zu danken, daß es auch m schlechten Zeiten weiterging und keiner der großen x amilie hungern mußte, wenn auch die Portione kst sehr klein wurden. Diese seltsame Schauspieier' huppe brauchte ihres Direktors stolze Eitelkeit und \ ine Ueberzeugung, daß sie alle noch einmal den großen wohlverdienten Erfolg haben mürben, g - r-au so wie das tägliche Brot, das ihnen die Frau Direktor mehr oder weniger dick schmierte. Wenn <5 ihm am schlechtesten ging, dann baute tfriebrid) Döhler die größten Luftschlösser und .redete sich selbst in einen fanatischen Glauben hinein, datz f cllle noch zu etwas ganz Großem bestimmt waren. 26a bekam mancher gesunkene Mut wieder neu i ebenstraft und matt und hoffnungslos gewordene


