Ausgabe 
29.4.1939
 
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in

Polen Hal das deutsche Angebot abgelehnt

gegenseitige; A b- Wie oft haben mir das

Aichtangriffspakt besieht nicht mehr

Ltnerschütterttches Vertrauen

2. Erleichterungen für den Durchgangsverkehr durch den Korridor zu erwägen.

Ich habe diese mir unverständliche Haltung der polnischen Regierung aufrichtig bedauert, jedoch, das allein ist nicht das Entscheidende, son­dern das schlimmste ist, daß nunmehr, ähnlich wie die Tschecho-Slowakei vor einem Jahr, auch P o - len glaubt, unter dem Druck einer verlogenen Welthetze Truppen einberufen zu müssen, obwohl Deutschland seinerseits überhaupt nicht einen einzigen Mann eingezogen hat und nicht daran dachte, irgendwie gegen Polen oorzugehen. Wie ge­sagt, dies ist an sich sehr bedauerlich, und die Nach­welt wird einmal entscheiden, ob es nun wirklich so richtig war, diesen von mir gemachten einmaligen Vorschlag abzulehnen. Dies wie gesagt war ein Versuch von mir, eine die ganze deutsche Nation innerlich bewegende Frage in einem wa'hr= hast einmaligen Kompromiß zu lösen, und zwar zu lösen zu Gunsten beider Länder.

Meiner Ueberzeugung nach war Polen bei dieser Lösung überhaupt kein gebender Teil, sondern nur ein nehmender, denn daß Danzig niemals polnisch werden wird, dürfte wohl außer Zweifel stehen. Die Deutschland nunmehr von der Weltpresse einfach angedichtete Angriffsabsicht führte in der Folge zu dem Ihnen bekannten Jo- genannten Garantieangebot und zu einer Verpflich­tung der polnischen Regierung, für einen gegen­seitigen Beistand, der also Polen unter Umständen zwingen würde, im Falle eines Konflikts Deutsch­lands mit irgendeiner anderen Macht, durch den wieder England auf den Plan gerufen würde, nun seinerseits gegen Deutschland militärisch Stellung zu nehmen.

Ich habe nunmehr der polnischen Regierung folgenden Vorschlag unterbreiten lassen:

1. Danzig kehrt als Freistaat in den Rahmen des Deutschen Reiches zurück.

2. Deutschland erhalt durch den Korridor eine Straße und eine Eisenbahnlinie zur eigenen Verfügung mit dem gleichen exterritorialen Charakter für Deutschland, als der Korridor ihn für Polen besitzt. Dafür ist Deutschland bereit:

1. Sämtliche wirtschaftlichen Rechte Polens in Danzig anzuerkennen.

2. Polen in Danzig einen Freihafen beliebi­ger Größe und bei vollständigem freien Zugang sicherzustellen.

3. Damit die Grenzen zwischen Deutschland und Polen endgültig als gegeben hinzunehmen und zu akzeptieren.

4. Einen 25jahrigen Richtangriffspakt mit Polen abzuschließen, also einen Pakt, der weit über mein eigenes Leben hinausreichen würde, und

5. die Unabhängigkeit des slowakischen Staa­tes durch Deutschland, Polen und Ungarn ge­meinsam ficherzustellen, was den praktischen Verzicht auf jede einseitige deutsche Vormacht­stellung in diesem Gebiet bedeutet.

Die polnische Regierung hat dieses mein Angebot abgelehnt und sich

1. nur bereit erklärt, über die Frage des Er­satzes des Volkerbundskommissars zu verhandeln und

allein 14 Kriege geführt worden, an denen allerdings Deutschland in keinem Fall beteili.gt war, wohl aber Staaten derwestlichen halbkugel", in deren Ramen Herr Präsident Roosevelt ebenfalls das Dort ergreift Dazu kommen aber noch im selben Zeitraum 26 gewaltsame Interven­tionen und mit blutiger Gewalt durchgefutzrte Sanktionen. Auch daran ist Deutsch­land gänzlich unbeteiligt gewesen. Die amerikanische Union allein hat in sechs ballen seit 1918 militärische Interventionen durchgeführt. Sowsetruhland hat feit 1918 zehn Kriege und militärische Aktionen mit blutiger Gewalt geführt. Auch hieran war Deutschland in keinem Falle beteiligt. Es war auch nicht

die Ursache eines dieser Vorgänge.

Es würde also in meinen Augen ein Irrtum fein, anzunehmcn, daß die Furcht der europäischen oder außereuropäischen Völker vor Kriegen gerade in diesem Augenblick auf wirkliche Kriege selbst zu- rückgeführt werden könnte, für die Deutschland ver­antwortlich gemacht werden dürfte. Der Grund für diese Furcht liegt ausschließlich in einer ungezügelten, ebenso verlogenen wie niederträchtigen P r e fJ e s Hetze, in der Verbreitung übelster Pamphlete über Jremde Staatsoberhäupter, in der künstlichen Panikmache, die am Ende so weit führt, daß selbst Interventionen von Planeten für möglich gehalten werden und zu heillosen Schreckenszenen führen. Ich glaube, daß, sobald die verantwortlichen Regierungen sich selbst und ihren publizistischen Organen über die Beziehungen der Völker untereinander und in Sonderheit über die inneren Vorgänge bei anderen Völkern die not­wendige Zurückhaltung und Wahrheitsliebe auf­erlegen, die Kriegsangst sofort verschwinden wird und die von uns allen erwünschte Ruhe eintreten könnte.

2. Herr Roosevelt glaubt in seinem Telegramm, daß jeder größere Krieg, sogar wenn er auf andere Kontinente beschränkt bleiben sollte, sich während feiner Dauer und noch auf die ganze Lebenszeit mehrerer Generationen nachher schwer auslösen wird.

Antwort'. Dies weiß niemand mehr als das deutsche Völk, denn dem deutschen Volke wurden i m Friedensvertrag von Versailles Lasten aufgebürdet, die in nicht ei nm al hundert Jahren abzutragen gewesen wären, obwohl ge­rade amerikanische Staatsrechtslehrer, Historiker und Geschichtsprofefforen nachgewiesen haben, daß Deutschland am Ausbruch des Weltkrieges genau so schuldlos war, wie irgendein anderes Volk. Allein ich glaube nicht, daß jeder Kampf sich für eine ganze Umwelt, d. h. für die ganze Erde, katastrophal aus- wirken muß, dann, wenn man nämlich nicht künst­lich durch ein System undurchsichtiger Paktverpflick)- hingen die ganzer Erde planmäßig in solche Kon­flikte hineinzieht. Denn da die Welt bisher in früheren Jahrhunderten und wie ich eingangs in meinen Antworten nachwies auch in den letzten Jahrzehnten fortgesetzt Kriege erlebte, würde im Falle des Zutrefens der Auffassung Roosevelts schon jetzt in der Zusamrnenaddierung der Aus­wirkung all dieser Kriege die Menschheit noch Jahr- Millionen zu tragen haben.

3. Herr Rooofevelt erklärt, daß er sich schon bei einer früheren Gelegenheit an mich gewandt Hobe im Interesse der Regelung politischer, wirtschaftlicher und sozialer Probleme auf friedlichem Wege mit der Hoffnung, dabei ohne Appell an die Waffen oorzugehen.

Antwort: Ich habe diese Auffassung bisher auch selbst stets vertreten und, wie die Geschichte es ja auch erweist, ohne Waffengewalt, dH. ohne Appell an die Waffen die notwendigen poli­tischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme ge­regelt. Leider ist diese friedliche Regelung aber durch die Hetze von Politikern, Staatsmännern und Presseleuten erschwert worden, die von den in Frage stehenden Problemen weder betroffen oder auch nur berührt werden konnten.

4. Herr Roosevelt glaubt, daß dieZeitströ- m u n g" jetzt wieder drohende Waffengewalt mit sich bringe und daß, wenn derartige Bedrohungen fortdauern, es unvermeidlich erscheine, daß ein großer Teil der Welt gemeinsam dem Verderben anheimfalle.

Antwort: Soweit es sich um Deutschland handelt, ist mir von einer derartigen Bedrohung

verfässer herumstellten, von denen jedes einzelne außerdem noch mit kaum auslöschbaren Lunten ver­sehen worden war. Man kann nun diese Probleme nicht nach irgendeinem alten Schema lösen, sondern ich halte es für notwendig, daß man hier neue Wege geht. Denn der Weg Polens zum Meer durch den Korridor und umgekehrt ein deutscher Weg durch diesen Korridor haben überhaupt keinerlei militärische Bedeutung. Ihre Bedeutung liegt ausschließlich auf psychologischem und wirtschaftlichem Gebiet. Einem solchen Verkehrs­strang eine militärische Bedeutung zuweisen zu wollen, hieße, sich einer militärischen Naivität von seltenem Ausmaß ergeben.

So hat die deutsche Reichsregierung auch im tief­ten Verständnis das Recht der Aktion des ita­lienischen Freundes in Albanien begriffen und diese daher begrüßt. Ja, der Faschismus hat nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, in dem Ita­lien von Natur und Geschichte zugewiesenen Le­bensraum für die Aufrechterhaltung einer Ordnung zu sorgen, durch die allein eine wirkliche Blüte der menschlichen Kultur begründet und gesichert er­scheint. lieber die zivilisatorischen Arbeiten des Fa­schismus kann man in der übrigen Welt aber letz­ten Endes genau so wenig im Zweifel sein wie über die des Nationalsozialismus. In beiden Fäl- » len sprechen unbestreitbare Tatsachen gegen das haltlose Geflunker und die unbewiesenen Behaup­tungen der anderen Seite. Die Verengung der Be­ziehungen Deutschlands zu Italien und zu Japan ist bas dauernde Ziel der deutschen Staatsführung. Wir sehen in dem Bestand und der Erhaltung der Freiheit und Unabhängigkeit dieser drei Weltmächte das stärkste Element der Aufrechterhaltung einer wirklichen menschlichen Kultur, jener praktischen Zivilisation, sowie einer gerechteren Weltordnung für die Zukunft.

Wie nun schon eingangs erwähnt, erhielt die Welt am 15. April 1939 Kenntnis des Inhalts von einem Telegramm, das ich dann später tatsächlich auch versönlich zu sehen bekam. Es ist schwierig, dieses Dokument zu klassifizieren ober in eine bekannte Ordnung einzureihen. Ich will daher vor Ihnen, meine Abgeordneten des Deutschen Reichstages, und damit vor dem ganzen deutschen Volk eine Ana- lysierung des Inhalts dieses merkwürdigen Schrift­stückes versuchen und daran anknüpfend auch gleich in Ihrem Namen und im Namen des deutschen Volkes die notwendigen Antworten geben.

1. Herr Roosevelt ist der Meinung, daß auch ich mir darüber klar sei, daß in der ganzen Welt Hunderte von Millionen der menschlichen Wesen häufig vor ständiger Furcht vor' einem neuen Krieg, ja sogar vor einer Reihe von Kriegen lebten. Dies ginge auch das Volk der Vereinigten Staaten, dessen Wortführer er sei, nabe an, und ebenso müsse es auch alle die anderen Völker der ganzen westlichen Halbkugel angehen.

Dn-n wäre zu sagen, daß diese Furcht vor Kriegen ohne Zweifel seil jeher die Mensch­heit und mit Recht erfüllt hat. So sind zum Beispiel nach dem Friedensschluß von Versailles vom Iahre 1919 bis 1938

Was in den letzten Wochen diese internationalen Kriegshetzer an verlogenen Behauptungen zusam­menfälschten und vor allem in den zahlreichen Zei­tungen zum Besten gaben, ist zum Teil ebenso kindisch wie bösartig. Der erste Erfolg ist soweit dies nicht den innenpolitischen Zwecken der demokratischen Regierungen dienen soll die Verbreitung einer nervösen Hysterie, die im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten zur Zeit bereits die Landung von Marschbewohnern für möglich hält. Der eigentliche Zweck soll allerdings die Vor­bereitung der öffentlichen Meinung sein die eng­lische Einkreisungspolitik als notwendig anzu­sehen und sie mithin auch im schlimmsten Falle z u unter st ütze n.

Das deutsche Volk kann demgegenüber mit größter Ruhe seiner Arbeit nachgehen. Seine Grenzen werden vom besten Heer der deutschen Geschichte verteidigt, sein Luftraum wird von der gewaltigen Luftflotte geschützt, unsere Küsten sind für jede feindliche Macht unan­greifbar gemacht. Im westen ist das stärkste Verteidigungswerk aller Zeiten entstanden. Das

Entscheidendste aber ist die Geschlossenheit des Volkskörpers selbst, das Vertrauen der Deut­schen untereinander, auf die gemeinsame Wehr­macht und ich darf dies wohl aussprechen das Vertrauen aller auf die Führung.

Nicht geringer aber ist das Vertrauen von Füh­rung und Volk zu unseren Freunden. Und hier an der Spitze zu dem Staat, der uns in seiner schicksalhaften Verbundenheit in jeder Hinsicht am nächsten steht. Auch in diesem Jahr hat bas faschi­stische Italien bas höchste Verständnis für die berechtigten beutschen Interessen aufgebracht. Es bars niemand wundernehmen, wenn auf unserer Seite das gleiche Empfinden gegenüber den italieni­schen Lebensnotwendigkeiten besteht. Der Bund, der diese beiden Völker umschließt, ist unzerreiß­bar. Jeder Versuch, an dieser Tatsache zu rütteln, erscheint uns als lächerlich. Er erhält in jedem Fall seine beste Illustrierung und Aufklärung in dem Artikel, den vor wenigen Tagen erst eine große demokratische Zeitung schrieb, daß man nicht mehr daran glauben dürfe, Italien und Deutschland aus- einanber manövrieren zu können, um sie bann im einzelnen zu vernichten.

Diese Verpflichtung widerspricht der Abmachung, die ich seinerzeit mit dem Marschall Pitsudski getroffen habe. Denp in die­ser Abmachung ist ausschließlich Bezug genom­men auf bereits, also damals bestehende Verpflichtungen, und zwar auf die uns bekann­ten Verpflichtung Polens Frankreich gegen­über. Diese Verpflichtungen nachträglich zu erweitern, steht im Widerspruch zur deutsch-polnischen Rich tau gri f ss - Pakterklärung. Ich hätte unter diesen Umständen damals diesen Pakt nicht abgeschlos­sen. Denn was haben Richtangriffspakte über­haupt für einen Sinn, wenn sich der eine Part­ner praktisch eine Menge von Ausnahmefällen offen läßt! Es gibt entweder kollektive Sicher­heit, d.h. kollektive Unsicherheit und ewige Kriegsgefahr, oder klare Abkommen, die aber auch grundsätzlich jede Daffenwirkung unter den Kontrahenten ausschließen. Ich sehe des­halb das von mir und dem Marschall Pil- sudski seinerzeit geschlossene Abkommen als durch Polen einseitig verletzt an und damit als nicht mehr bestehend! Ich habe dies der polnischen Regierung mitge- teilt. Ich kann aber auch hier nur wiederholen, daß dies keine Aenderung meiner grundsätzlichen E i n st e 11 u v g zu den angeführten Problemen bedeutet. Sollte die polnische Regierung Wert darauf legen, zu einer neuen vertraglichen Regelung der Be­ziehungen zu Deutschland zu kommen, so werde ich das nur begrüßen, allerdings unter der Vor­aussetzung, daß eine solche Regelung bann~ a u f einer ganz klaren und gleichmäßig beide Teile bindenden Verpflich­tung beruht. Deutschland ist jedenfalls gerne bereit, solche Verpflichtungen zu übernehmen und zu erfüllen. ,

Wenn nun aus diesen Anlässen in den letzten Wochen eine neue Unruhe über Europa herein­gebrochen ist, dann ist verantwortlich dafür aus­schließlich jene uns bekannte im Dienst internatio­naler Kriegshetzer stehende Propaganda, die von zahlreichen Organen in den demokratischen Staaten betrieben, versucht, durch eine fortgesetzte Steige­rung der Nervosität, durch bas Fabrizieren an= bauernber Gerüchte Europa reif für eine Kata­strophe zu machen, jene Katastrophe, von der man bann erhofft, was auf anderem Weg bisher nicht gelungen ist: die bolschewistische Vernich­

tung der europäischen Kultur! Der Haß dieser Hetzer ist um so verständlicher, als ihnen unterdes einer der größten Gefahrenpunkte der eu­ropäischen Krise dank des Heldentumes eines Man­nes, seines Volkes und bas barf ich aussprechen auch bank der italienischen und der deutschen Freiwilligen entzogen wurde. Deutschland hat in diesen Wochen mit der heißesten Anteilnahme den Sieg des nationalen Spaniens miterlebt und ge­feiert. (Lebhafter Beifall.) Als ich mich einst ent­schloß, dem Ruf Francos und feiner Bitte, gegen­über der internationalen Unterstützung der bolsche­wistischen Mordbrenner ihm auch durch bas natio­nalsozialistische Deutschland Hilfe zukommen zu las­sen, zu entsprechen, wurde dieser Schritt Deutsch­lands von diesen selben internationalen Hetzern in der infamsten Weise mißdeutet und beschimpft. Man erklärte damals,, daß Deutschland die Absicht habe, sich in Spanien festzusetzen, daß wir spanische Ko­lonien zu nehmen gedachten, ja, es wurde in einer niederträchtigen Lüge die Landung von 20 000 Mann in Marokko erfunden, kurz, man hat nichts unterlassen, den Idealismus unserer und der ita­lienischen Unterstützung zu verdächtigen und daraus die Elemente für eine neue Kriegshetze zu finden.

In wenigen Wochen wird nun der siegreiche Held des nationalen Spaniens feinen feierlichen Einzug in der Hauptstadt feines Landes halten. Das spa­nische Volk wird ihm zujubeln als dem Erlöser von einem unsagbaren Grauen, als dem Befreier von Mordbrennerbanden, die nach den Schätzungen allein an Hingerichteten und Ermordeten über 775 000 Menschen auf dem Gewissen haben. Man hat die Bevölkerung ganzer Dörfer und Städte förmlich abgeschlachtet unter der stillen, huldvollen Patronanz westeuropäischer und amerikanischer Humanitätsapostel. An diesem seinem Siegeseinzug nehmen in den Reihen der tapferen spanischen Sol­daten neben den italienischen Kameraden auch die Freiwilligen unserer deutschen Le­gion teil. (Lebhafter Beifall.) Wir hoffen, sie ganz kurze Zeit später bei uns in der Heimat begrüßen zu können. Das deutsche Volk wird dann erfahren, wie tapfer seine Söhne auch auf diesem Platze für die Freiheit eines edlen Volkes mitgekämpft haben und damit letzten Endes für die Erret­tung der europäischen Zivilisation. Denn der Sieg des bolschewistischen Unmenschen- tums in Spanien hätte nur zu leicht seine Wellen über ganz Europa schlagen können. Daher auch der Haß derer, die es bedauern, daß Europa nun wie­der nicht in Feuer und Flammen auf ging. Sie wollen sich daher erst recht keine Möglichkeit ent­gehen lassen, um zwischen die Völker das Mißtrauen I zu säen und die für sie erwünschte Kriegsstimmung | anderwärts zu schaffen.

t c u r befähigt ist, fast alle industriellen Anforderun­gen zu erfüllen, sondern daß es zugleich auch a l s gewaltiger Konsument der Käufer zahl­reicher Produkte ist, die es anderen Ländern über­haupt erst ermöglichen, ihrerseits am Welthan­del teilzunehmen. Wir haben nun ein Int er- effe daran, diese wirtschaftlichen Märkte uns nicht nur zu erhalten, sondern vor allem sie auch zu pflegen. Denn barauf basiert zu einem hohen Pro­zentsatz bie Existenz unseres Volkes. Es gehört wieder zur Größe f »genannter demokratischer Staatsmänner, einen eminenten politischen Erfolg darin fehen zu wollen, einem Volk seinen Absatz zum Beispiel durch Boykott an Verkaussmärkten zu verschließen, um es damit so nehme ich wohl an zum Aushungern zu bringen.

Ich brauche Ihnen nicht zu versichern, daß mei­ner Ueberzeugung nach bie Völker nicht ver­hungern, sondern daß sie unter solchen Umstän­den eher noch immer lieber kämpfen wür­den. (Lebhafter Beifall.) Was Deutschland betriffi, ist es jedenfalls entschlossen, sich gewisse lebenswich­tige Märkte nicht durch terroristische Eingriffe von außen oder Drohungen rauben zu lassen. Dies liegt aber nicht nur in unserem Interesse, sondern ebenso auch im Interesse unserer Handels- Partner. Es ist hier roi? bei jedem Geschäft, nicht eine einseitige, sondern eine gegenseitige A b- h ä n g i g k e 11 vorhanden. Wie oft haben wir das Vergnügen, in den dilettantischen wirtschaftlichen Abhandlungen unserer demokratischen Pressen zu lesen, daß Deutschland deshalb, weil es mit einem Land enge wirtschaftliche Beziehungen unterhält, dieses Land in seine Abhängigkeit bringt Ein ge­radezu haarsträubender jüdischer Unsinn. Denn wenn heule das Deutsche Reich einem Agrarstaat Maschinen liefert und dafür von diesem Lebens­mittel erhält, dann ist das Reick als Konsument von Lebensrnitteln von diesem Agrarstaat mindestens ebenso, wenn nicht noch mehr abhängig, als der Agrarstaat, der von uns als Bezahlung Industrie- Produkte empfängt.

kommen darstellt, das an sich denkbar war. Ich habe wie schon betont, bie Notwendigkeit eines Zuganges dieses Staates zum Meere stets eingesehen und damit auch^in Rechnung gestellt. Ich bin ja kein demokratischer Staatsmann, sondern ein realistischer Nationalsozialist. Ich hielt es aber auch für notwendig, der Warschauer Regierung klar­zumachen, daß so, wie sie einen Zugang zum Meere wünscht, Deutschland einen Zugang/ braucht z u seiner Provinz im Osten. Es sind dies nun einmal schwierige Probleme. Dafür ist nicht Deutschland verantwortlich, sondern lene Zauber­künstler von Versailles, die in ihrer Bosheit ober

ihrer Gedankenlosigkeit in Europa hundert Pul-

Deulschland sieht in den baltischen Staaten mit bie wichtigsten Handels­partner. Wir sind aus diesem Grunde inter­essiert. daß sie ein eigenes und unab­hängiges geordnetes nationales Leben führen. Dies ist in unseren Augen die Voraussetzung für jene innere wirtschaftliche Entwicklung, die selbst wieder die Voraus­setzungen für den Tauschverkehr liefert. Ich bin daher glücklich, daß wir auch mit Litauen den Streitpunkt, der zwischen unseren Ländern lag, beseitigen konnten. Denn damit ist das ein­zige Hindernis aus dem Wege geräumt für eine freundschaftliche Politik, die sich nicht in poli­tischen Komplimenten, sondern in wirtschaft­licher praktischer Arbeit bewähren kann, und wie ich überzeugt bin bewähren wird. Die demokratische Welt hat allerdings auch hier zutiefst bedauert, daß bas Blutvergießen ausblieb, daß also 175 000 Deutsche in die von ihnen über alles geliebte Heimat zurückkehren konnten, ohne daß ein paar Hunderttausend andere deshalb er­schossen wurden! (Lebhafte Zustimmung.) Dies schmerzt die humanen Weltapostel tief. Es war da­her nicht verwunderlich, daß sie sofort im Anschluß daran nach neuen Möglichkeiten Ausschau hielten, die europäische Atmosphäre eben doch noch einmal gründlich zu stören. Und so, wie im Falle der Tsche- cho-SIowakei griffen sie dieses Mal wieder zur Be­hauptung deutscher militärischer Maßnahmen, d. h. also einer sog. deutschen Mobilmachung. Das Objekt dieser Mobilmachung sollte Polen fein, lieber bas deutsch-polnische Verhältnis ist wenig zu sagen. Der Friedensvertrag von Versailles hat auch hier, und zwar natürlich' mit Absicht, dem deutschen Volke die schwerste Wunde zugefügt. Durch die , eigenartige Festlegung des Korridors Polens zum Meer sollte vor allem auch für alle zukünftigen Zeiten eine Verständigung zwischen Polen und Deutschland verhindert werden. Dos Problem ist wie schon betont für Deutschland vielleicht das allerschmerzlichste. Allein trotzdem habe ich unentwegt die Auffassung vertreten, daß die Notwendigkeit eines freien Zuganges zum Meer für den polnischen Staat nicht übersehen werden kann, und daß überhaupt grundsätzlich auch in die­sem Fall die Völker, die nun einmal von der Vor­sehung dazu bestimmt oder meinetwegen verdammt sind, nebeneinander zu leben, sich zweckmäßigerweise nicht künstlich und unnotwendig das Leben noch verbittern sollten.

Der verstorbene Marschall P i l s u d s k i, der der­selben Meinung anhing, war daher bereit, die Frage einer Entgiftung des deutsch-polnischen Verhältnisses zu überprüfen und endlich das Ab­kommen abzufchließen, durch das Deutschland und Polen in der Regelung ihrer beiderseitigen Bezie­hungen entschlossen waren, auf das Mittel des Krieges endgültig zu verzichten. Diese Abmachung hatte allerdings eine einzige Ausnahme: 1 Sie wurde praktisch Polen zugestanden. Es wurde , festgestellt, daß die von Polen schon bisher getrof­fenen Beistandspakte, es war dies der Bei­standspakt mit Frankreich, dadurch nicht be­rührt werden sollten. Es mar aber selbstverständ­lich, daß sich dies ausschließlich aus den bereits vorhandenen Beistandspakt be­ziehen konnte und nicht aus beliebig neu abzuschließende. Tatsache ist, daß das deutsch- oolnische Abkommen zur außerordentlichen Ent­spannung der europäischen Lage beitrug Immerhin war zwischen Deutschland und Polen eine Frage offen, die früher ober später ganz natürlich gelöst werden mußte, die Frage der deutschen Stadt Danzig. Danzig ist eine deutsche Stadt, und sie will zu Deutschland. Umgekehrt hat diese Stadt ver­tragliche Abmachungen, die ihr allerdings aufgezwungen waren durch die Versailler Friedens- biftatoren mit Polen. Da nun außerdem der Völkerbund früher als größter Unruhestifter, nunmehr mit einem allerdings außerordentlich takt­vollen Hohen Kommissar vertreten ist, muß späte­stens mit dem allmählichen Erlöschen dieser unheilvollen Institution das Problem Danzig s o oder so erörtert werden. Ich sah nun in der friedlichen Lösung dieser Frage einen wei­teren Beitrag für eine endgültige europäische Ent­spannung. Denn dieser Entspannung dient man sicherlich nicht durch die Hetze wahnsinnig gewor­dener Kriegstreiber, sondern durch die Beseitigung wirklicher Gefahrenmomente.

Ich habe nun der polnischen Regierung, nachdem das Problem Danzig schon vor Monaten einige Male besprochen worden war, ein konkretes Angebot unterbreiten lasten. Ich teile Ihnen, meine Abgeordneten, nunmehr dieses Angebot mit. und Sie werden sich selbst ein Urteil bilden, ob es nicht im Dienste b es europäischen Friedens das gewaltigste Entgegen-