Ausgabe 
29.4.1939
 
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Nr. M Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

29./3O. April (939

Oie große Rede des Führers vor dem Reichstag

Die deutsche Lösung

Das Verhältnis zu England

(Fortsetzung aus dem 1. Blatt.)

Es wäre im übrigen aber auch gar nicht notwendig gewesen, daß die Konferenz von Mün­chen stattfand; denn diese Konferenz war nur des­halb zu Stande gekommen, weil die erst zum Wider­stand um jeden Preis aufhetzenden Staaten später, als das Problem so oder so zur Lösung drängte, in einer mehr oder weniger anständigen Form ver­suchen mußten, sich den Rückzug zu ermöglichen; denn ohne München, d. h. ohne die Einmischung dieser westeuropäischen Staaten wäre die Lösung des ganzen Problems wenn es überhaupt zu einer solchen Zuspitzung gekommen sein würde wahrscheinlich spielend möglich gewesen.

Die Münchener Entscheidung führte, nun zu folgendem Ergebnis:

1. Rückkehr der wesentlichsten Teile der deutschen Randbesiedlung in Böhmen und Mähren zum Reich.

2. Offenhaltung der Lösung der übrigen Pro­bleme dieses Staates, d. h. der Rückkehr bzw. des Ausscheidens der noch vorhandenen ungarischen und

keinen Zweifel darüber gelassen, daß, wenn die Tschechei irgend welche Schritte unter­nehmen würde im Sinne der politschen Tendenzen des abgetretenen Herrn Dr. B e n e j ch, Deutschland eine Entwicklung in dieser Richtung nicht hinnehmen, sondern schon im Keime auslöschen würde. Ich zielte damals auch darauf hin, daß die Aufrechterhaltung eines so gewaltigen militä­rischen Arsenals in Mitteleuropa ohne Sinn und Zweck nur als Gefahrenherd an­gesehen werden müsse.

Wie richtig diese meine Warnung war, wurde durch die spatere Entwicklung erwiesen. Durch eine fortgesetzt sich steigernde Flüsterpropaganda sowohl als durch ein allmähliches Abgleiten tschechischer Zeitungen in die frühere Tonart mußte auch dem Einfältigsten klar werden, daß in kurzer Zeit d i e alten Zustände wieder vorhanden sein würden. Die Gefahr einer militärischen. Aus­einandersetzung war um so größer dann, als ja immer damit gerechnet werden mußte, daß sich

deutschen Volkes. Vordem war Deutschland ein großes Weltteich. Es beherrschte einst das Abend­land. In.blutigen Kämpfen und religiösen Streitig­keiten sowie aus den Gründen einer inneren staat­lichen Aufsplitterung ist dieses Reich an Macht und Größe gefallen und endlich in tiefem Schlaf ver­sunken. Allein als dieses alte Reich sein Ende zu nehmen schien, da wuchs bereits der Keim zu seiner Wiedergeburt. Aus Brandenburg und Preu­ßen entstand ein neues Deutschland, das Zweite Reich, und aus ihm wurde nunmehr endlich das Deutsche Volksreich. Es müßten nun alle Engländer begreifen, daß wir nicht im ge­ringsten das Gefühl einer Inferio­rität den Briten gegenüber besitzen. Dazu ist unsere geschichtliche Vergangenheit zu gewaltig! (Stürmischer Beifall.)

England hat der Welt viele große Männer ge­schenkt, Deutschland nicht weniger. Der schwere Kampf um die Lebensbehauptung unseres Volkes hat im Laufe von drei Jahrhunderten nur in der Verteidigung des Reiches von uns Blutopfer ge­fordert, die weit darüber hinausgingen, was andere Völker für ihre Existenz zu bringen hatten. Wenn Deutschland als ewig angegriffener Staat aber trotzdem feinen Besitzstand nicht zu wahren vermochte, sondern viele Provinzen opfern mußte, dann nur infolge seiner staatlichen Fehlentwicklung und der daraus bedingten Ohn­macht! Dieser Zu st and ist nun über­wunden. Wir haben daher als Deutsche nicht im Geringsten die Empfindung, dem britischen Volke etwa unterlegen zu sein. Die Achtung vor uns selbst ist genau so groß wie die eines Engländers vor England. Die Geschichte unseres Volkes hat in ihrer nunmehr fast 2000jäl)rigen Dauer Anlässe und Taten genug, um uns mit einem aufrichtigen Stolz zu erfüllen. (Lebhafter Beifall.)

Wenn nun England für diese unsere Ein­stellung kein Verständnis aufbringf, sondern in Deutschland glaubt vielleicht einen Vasallen st aal erblicken zu kön­nen, dann ist allerdings unsere Liebe und unsere Freundschaft an England umsonst bargeboten worden. Wir werden deshalb nicht verzweifeln oder verzagen, sondern wir werden dann gestützt auf das Bewußtsein unserer eigenen Kraft und auf die Kraft unserer Freunde die Wege finden, die unsere Unabhängigkeit sicherst ellen und

unserer Würde keinen Abbruch tun. (Lebhaster stürmischer Beifall.)

Ich habe die Erklärung des britischen Premier­ministers vernommen, nach der er meint, in Ver­sicherungen Deutschlands kein Vertrauen setzen zu können. Ich halte unter diesen Um­ständen es für selbstverständlich, daß wir weder ihm noch dem englischen Volk weiterhin eine Lage zumuten wollen, die nur unter Vertrauen denkbar ist. Als Deutschland nationalsozialistisch wurde und damit seine Wiederauferstehung ein- leitete, habe ich im Verfolg meiner unentwegten Freundschaftspolitik England gegenüber von mir aus selbst den Vorschlag einer freiwilligen Begrenzung der deutschen Seerüstung gemacht.

Diese Begrenzung setzte allerdings eines vor­aus, nämlick den Willen und die Ueberzeugung, daß zwischen England und Deutschland niemals mehr ein Krieg möglich sein würde. Diesen Willen und die Ueberzeugung besitze ich auch heute noch. Ich muß aber nunmehr feststellen, daß die Politik Englands inoffiziell und offiziell keinen Zweifel darüber läßt, daß man i n London dieseUeberzeugungnicht mehr teilt, sondern im Gegenteil der Meinung ist, daß ganz gleich, in welchen Konflikt Deutschland einmal verwickelt werden würde, Großbritannien stets gegen Deutschland Stellung neh­men müßte. Man sieht also dort den Krieg gegen Deutschland als etwas selbstverständliches an. Ich bedaure dies tief, denn die einzige For­derung, die ich an England stellte, und immer stel­len werde, ist die nach Rückgabe unserer Ko­lonien. (Stürmischer Beifall.) Ich ließ aber keine Unklarheit darüber, daß dies niemals der Grund für eine kriegerische Ausein­andersetzung sein würde. Ich war immer des Glaubens, daß England, für das diese Kolonien kei­nen Wert haben, einmal Verständnis für die deut­sche Lage aufbringen würde und die deutsche Freund­schaft dann höher bewerten müßte als Objekte, die keinerlei realen Nutzen für Eng­land abwerfen, während sie für Deutschland lebenswichtig sind. Ich habe aber, davon ab­gesehen, nie eine Forderung gestellt, die irgendwie britisches Interesse berührt haben würde oder die dem Weltreich hätte gefährlich werden können und mithin für England irgendeinen Schaden bedeutet haben könnte. Ich habe mich immer nur im Rahmen jener Forderungen bewegt, die auf das engste mit dem deutschen Le- b e n s r a u m und damit dem ewigen Gesicht der deutschen Nation Zusammenhängen.

Wenn nun England heute in der Publizistik und offiziell die Auffassung vertritt, daß man gegen Deutschland unter allen Umständen

und aufrechterhalten kann.

Deutschland hat daher auch auf eine wenige Tage vor der Auflösung dieses Staates von England und Frankreich eingegangene Anfrage über eine Garantie diese abgelehnt; denn es fehlten ja 'n [le seinerzeit in München dafür vorgesehenen Vor­aussetzungen. Im Gegenteil. Als sich endlich die deutsche Reichsregierung nachdem das ganze Ge­bilde in Auflösung begriffen war und sich auch schon praktisch aufgelöst hatte, entschloß, nunmehr ihrerseits ebenfalls einzugreifen, geschah dies nur in Vollzug einer selbstverständlichen Pflicht; denn folgendes ist noch zu bemerken:

Die deutsche Reichsregierung hat bereits beim ersten Antrittsbesuch des tschechischen Außenministers C h v a l k o v s k i in München ihre Auffassung über die Zukunft der Tschecho-Slowakei klar zum Aus­druck gebracht. Ich selbst habe damals dem Herrn Minister Chvalkovski versichert, daß wir unter der Voraussetzung einer loyalen Behandlung der in der Tschechei verbliebenen großen deut­schen Minderheiten und einer Voraussetzung einer Beruhigung des ganzen Staates eine loyale Haltung Deutschlands stcherstellen würden und von uns aus diesem Staat keinerlei Hindernisse bereiten wollten. Ich habe aber auch

slowakischen Minoritäten,

3. blieb noch offen die Frage der Garantie. Die Garantie dieses Staates war, soweit es sich um Deutschland und Italien handelte, von vorn­herein abhängig gemacht worden von der Zu­stimmung aller an diesem Staat angren­zenden Interessenten und damit von der tatsächlichen Lösung der diese Interessenten beruf)- renben und noch offen gebliebenen Fragen. Fol- ( genbe Fragen aber waren offen geblieben:

1. Rückkehr ber magyarischen Teile zu Ungarn;

2. Rückkehr der polnischen Teile zu Polen;

3. Lösung der slowakischen Frage unb

4. Lösung der ukrainischen Frage.

Wie Ihnen bekannt ist, haben nun, nachdem kaum die Verhandlungen zwischenUngarnundder Tschecho-Slowakei begonnen hatten, sowohl die tschecho-slowakischen als auch die ungarischen Un­terhändler an Deutschland unb an das an unserer Seite stehende Italien die Bitte gerichtet, als Schiedsrichter die neue Grenzziehung zwischen der Slowakei, der Karpatho-Ukraine unb Ungarn vorzunehmen. Damit haben bie Betroffenen selbst von der Möglichkeit an d i e vier Mächte zu appellieren keinen Gebrauch gemacht, sondern ausdrücklich Verzicht geleistet, d. h. sie abgelehnt. Und dies war selbstverständlich. Alle die in diesem Lebensraum Wohnenden wollten Ruhe unb Frieben erhalten. Italien unb Deutschland waren bereit, biesem Ruf zu folgen. Ein Einspruch gegen diese, an sich ja schon die Münchner Abmachung formell verlassende Abmachung wurde weder von England noch von Frank­reich erhoben unb konnte nicht erhoben werden; denn es wäre ja wahnsinnig gewesen, etwa von Paris oder London aus zu protestieren gegen eine Handlung Deutschlands ober Italiens, die allein auf Grund des Ansuchens der Betrof­fenen selbst stattfand. Der Schiedsspruch von Italien und Deutschland hat wie in solchen Fällen stets keine Seite re st los befriedigt. Er krankte von vornherein daran, daß er von beiden Seiten freiwillig anerkannt werden mußte. Als daher dieser Schiedsspruch zur Verwirklichung kam, erhoben sich sofort in kurzer Zeit nach der Annahme von zwei Staaten heftige Einsprüche. Un­garn forderte aus allgemeinen und besonderen In­teressen die Karpatho-Ukraine, Polen forderte des­gleichen eine direkte Verbindung mit Ungarn. Es war klar, daß unter solchen Umständen auch der R e ft ft a a t dieser einstigen Versailler Geburt zum Tode bestimmt war.

Tatsache war, daß an der Aufrechterhaltung des bisherigen Staates vielleicht überhaupt nur ein ein­ziger Staat interessiert war, nämlich Rumänien, das durch seinen berufensten Mund mir persönlich zum Ausdruck brachte, wie erwünscht es ihm wäre, über bie Ukraine unb Slowakei vielleicht einen direkten Weg nach Deutschland er­halten zu können. Ich erwähne dies als eine Illu­stration für das Gefühl der Bedrohung durch Deutschland, unter der die rumänische Regierung nach der Auffassung amerikanischer Hellseher gelitten haben soll. (Lachen.) Es war aber nun klar, daß es nicht die Aufgabe Deutschlands sein konnte, sich auf die Dauer einer Entwicklung zu widersetzen ober gar für einen Zuftanb zu kämpfen, für den es keine Verantwortung hätte übernehmen können.

Es kam daher jener Augenblick, in dem ich mich namens der Reichsregierung enlfchloh, zu er­klären, daß wir nicht daran dächten, uns länger mit dem Odium zu betasten, um etwa eine deut­sche Vormarschstraße nach Rumänien offenzu­hatten. dem gemeinsamen Grenzwunsch der Polen und Ungarn zu widersprechen. Da außer­dem die tschechische Regierung zu ihren alten Wethoden zurückkehrte und auch die Slowakei ihre Selbsiändigkeitswünsche offenbarte, war von einer weiteren Erhaltung des Staates keine Rede mehr. Die Versailler konstruklion der Tschecho-Slowakei hat sich s e l b st überlebt. Sie verfiel der Auflösung, nicht weil Deutschland dies wollte, sondern weil man am Konferenztisch auf die Dauer nicht künstlich lebensunfähige Staaten konstruieren

Ich glaube, es ist ein Glück für Millionen unb Abermillionen Menschen, baß es mir gelungen ist, bank ber in letzter Minute wirksam roerbenben Einsicht verantwortlicher Männer auf der anberen Seite eine solche Explosion verhindert unb eine Lösung gefunben zu haben, bie meiner Ueber­zeugung nach bieses Problem als einen mittel­europäischen Gefahrenherb enbgültig aus ber Welt schafft. (Lebhafter Beifall.)

Die Behauptung, daß nun diese Lösung i m Gegensahzur AbmachungvonWün- ch e n stünde, kann durch gar nichts be­grün b e t oder erhärtet werden. Die Wünche- ner Lösung konnte unter keinen Um- ständen als eine endgültige gelten; denn sie hat selbst zugegeben, daß weitere Probleme noch der Lösung bedürften und gelöst werden sollten. Daß sich nun die Be­troffenen und dies ist entscheidend nicht an d i e vierTNächte gewandt haben, son­dern nur an Italien und Deutsch­land, kann wirklich nicht uns vorgeworfen werden. Ebensowenig auch, daß der Staat end­lich als solcher von selb st verfallen war und damit eine Tschecho-Slowakei nicht mehr existierte. Daß aber, nachdem das ethnogra­phische Prinzip schon längst außer Kraft gesetzt worden war, nunmehr auch Deutschland seine immerhin tausendjährigen Interessen, die nicht nur politischer, sondern auch wirtschaftlicher Art sind, in seine Obhut nahm, ist wohl selbstver­ständlich. (Lebhafter Beifall.) Ob die Lösuna, die Deutschland gefunden hat, richtig oder nicht richtig ist, wird die Zukunft erweisen. Sicher aber ist das eine, daß die Lösung nicht einer englischen Kontro11e ober eng­lischem Prinzip untersteht. Denn bie Länber Böhmen unb Währen haben als letztes Restgebiet ber ehemaligen Tschecho-Slowakei m i t ber Wünchener Abmachung überhaupt nichts mehr zu tun. So wenig, als etwa englische Wahnahmen, sagen wir in 3rlanb, mögen sie richtig ober falsch sein, einer beutschen Kontrolle ober Kritik un­terstellt sinb, so wenig ist dies bei biesen alten deutschen Kurfürstentümern der Fall. (Wieder­holter stürmischer Beifall.)

Wie man aber bie in München zwischen Herrn Chamberlain unb mir perfön- l i ch betätigte Abmachung auf diesen Fall beziehen kann, ist mir gänzlich unverstänblich, benn biefer Fall ber Tschecho-Slowakei war ja in dem Münchener Protokoll ber vier Mächte geregelt worben, soweit er eben bamals geregelt werben konnte. Darüber hinaus war nur vorge­sehen, baß, wenn bie Beteiligten nicht zu einer Eini­gung kommen würben, sie sich an bie vier Mächte würben roenben könnten. Unb biese wollten bann nach brei Monaten zu einer weiteren Beratung zu­sammentreten. Nun haben aber biese Beteiligten sich überhaupt nicht mehr an bie vier Mächte gewandt, sondern nur an Deutschland und Italien. Wie sehr diese dazu doch letzten Qmbes berechtigt waren, geht daraus hervor, daß weder England noch Frankreich dagegen Einspruch erhoben haben, sondern den von Deutschland unb Italien gefällten Schiebsspruch ohne weiteres auch selbst akzeptierten.

Rein, die Abmachung, die zwischen Herrn Chamberlain und mir getroffen wurde, hat sich nicht auf dieses Problem be­zogen, sondern ausschließlich auf Fragen, die das Zusammenleben Englands und Deutschlands betreffen. Das geht auch eindeutig hervor aus der Feststellung, daß solche Fragen im Sinne des Wünchener Abkom­mens und des deutsch-englischen Flottenver­trages in Zukunft also freundschaftlich behan­delt werden sollten, und zwar auf dem Wege der Konsultierung. Wenn sich aber dieses Ab­kommen auf jede künftige deutsche Betätigung politischer Art bezogen haben würde, dann dürfte auch England keinen Schritt mehr unter­nehmen, sei es z. B. in Palästina oder wo anders, ohne sich mit Deutschland erst zu kon­sultieren. Cs ist selbstverständlich, daß wir dies nicht erwarten, ebenso aber lehnen wir jede ähnliche Erwartung, die an uns gestellt wird, ab. Wenn nun Herr Chamberlain daraus folgert, daß diese Wünchener Abmachung damit hinfällig sei, weil sie von uns ge­brochen worden wäre, so nehme ich nunmehr diese Auffassung zur Kenntnis und ziehe dar­aus die Konsequenz en. (Stürmische Bei­fallskundgebungen.)

irgendwelche Wahnsinnigen ber aufgestapelten u n - geheuren Kriegsmaterialien bemäch­tigen konnten. Dies barg in sich bie Gefahr von Explosionen unabsehbaren Umfanges. Ich kann nicht umhin, zum Beweis Ihnen, meine Abgeordneten, einen Einblick zu geben in bie geradezu gigantisch anmutenben Zahlen dieses mitteleuropäischen internationalen Spreng st offlagers. Seit ber Besetzung dieses Gebietes wurden be­schlagnahmt und sichergestellt:

A. Luftwaffe: Flugzeuge 1582, Flak­geschütze 501; 8. Heer: Geschütze (leichte und schwere) 2175; Minenwerfer 785, Panzerkampf­wagen 469, Maschinengewehre 43 876, Pistolen 114 000, Gewehre 1090 000; C. Munition: Jnfanteriemunition über 1 000 000 000 Schuß, Artil­leriemunition über 3 000 000 Schuß; D) Son­stiges Kriegsgerät altert 21 r t wie: Bruckengerät, Horchgerät, Scheinwerfergerät, Meß­gerät. Kraftfahrzeuge unb Sonberkraftfahrzeuge in größten Mengen!

Ich habe während meiner ganzen politischen Tä­tigkeit immer den Gedanken der Herstellung einer engen deutsch - englischen Freunb- schaft unb Zusammenarbeit vertreten. Ich fand in meiner Bewegung ungezählte gleichgesinnte Menschen. Vielleicht schlossen sie sich mir auch wegen dieser meiner Einstellung an. Dieser Wunsch nach einer deutsch-englischen Freundschaft und Zusam­menarbeit deckt sich nicht nur mit meinen Gefühlen, die sich aus der Herkunft unserer beiden Völker ergeben, sondern auch mit meiner Einsicht in die im Interesse der gangen Menschheit liegende W i ch- tigkeit der Existenz des britischen Weltreiches. Ich habe niemals einen Zweifel darüber gelassen, daß ich im Bestände dieses Reiches einen unschätzbaren Wertfaktor für die ganze mensch­liche Kultur und Wirtschaft sehe. Wie immer auchGroß- britannien seine kolonialen Gebiete erworben hat ich weiß, es geschah dies alles durch Gewalt und sehr oft durch brutalste Gewalt, so bin ich mir doch darüber im klaren, daß kein anderes Reich auf anderem Wege bisher entstanden ist, und daß letzten Endes vor der Weltgeschichte weniger die Methode als der Erfolg gewertet wirb, unb zwar nicht im Sinne des Erfolges ber Methode, sondern des allgemein nen Nutzens, der aus einer solchen Methode entsteht. Das angelsächsische Volk hat nun ohne Zweifel eine unermeßliche kolonisatorische Arbeit auf dieser. Welt vollbracht. Dieser Arbeit gehört meine aufrichtige Bewunderung. Der Gedanke an eine Zerstörung dieser Arbeit erschiene und erscheint mir von einem höheren menschlichen Standpunkt aus nur als ein Ausfluß menschlichen Herostraten­tums. Allein dieser mein aufrichtiger Respekt vor dieser Leistung bedeutet nicht einen Verzicht auf d i e Sicherung des Lebens meines eigenen Volkes. Ich halte es für unmöglich, eine dauernde Freundschaft zwischen den deutschen unb dem angelsächsischen Volk berzultellen, wenn nicht auch auf ber anderen Seite die Erkenntnis vorhanden ist, daß es nicht nur britische, sondern auch deutsche Interessen gibt, daß nicht nur die Erhaltung des britischen Weltreiches für die britischen Männer Lebensinhalt und Lebenszweck ist, sondern für die deutschen Männer die Frei­heit und Erhaltung des Deutschen Reiches! Eine wirkliche dauernde Freundschaft zwischen diesen beiden Nattonen ist nur denkbar unter der Voraussetzung ber gegen­seitigen Respektierung Das englische Volk beherrscht ein großes Weltreich. Es hat dieses Weltreich gebildet in einer Zeit der Erschlaffung des

auftreten müßte unb dies durch die uns be­kannte Politik der Einkreisung bestätigt, dann ist damit die Voraussetzung für den Flottenvertrag beseitigt. Ich habe mich daher entschlossen, dies der britischen Regierung mit dem heutigen Tage m i 1 z u - leiten. Es handelt sich dabei für uns nicht um eine materielle Angelegenheit denn ich hoffe noch immer, daß wir ein Wettrüsten mit England vermeiden können, sondern um einen Akt der Selbstachtung. Sollte die britische Regierung aber Wert darauf legen, mit Deutschland über dieses Problem noch einmal in Verhandlungen einzutreten, dann würde sich niemand glücklicher schätzen als ich, um vielleicht doch noch zu einer klaren und eindeutigen Verständigung kommen zu können. 3m übrigen kenne ich mein Volk und ich baue darauf. Wir wollen nicht, was uns nicht einst gehört hat, kein Staat wird von uns in feinem Eigentum jemals beraubt werden, allein jeder, der Deutschland glaubt angreifen zu können, wird eine Wacht und einen Widerstand vorfinden, gegenüber denen die des 3ahres 1914 unbe­

deutend waren. (Stürmischer Beifall.)

Ich möchte im Zusammenhang damit auch gleich jene Angelegenheit besprechen, bie von denselben Kreisen, bie einst die Mobilisierung der Tschecho- Slowakei veranlaßten, als Ausgangspunkt der neuert Kampagne gegen bas Reich gewählt wurde. Ich habe schon eingangs meiner Rede Ihnen, meine Ab­geordneten, versichert, daß ich niemals, fei es im Falle Oesterreich ober sei es im Falle der Tschecho- Slowakei in meinem politischen Leben eine andere Haltung eingenommen habe, als wie sich mit den nunmehr. vollzogenen Ereignissen vereinbaren ließ. Ich habe daher auch dem Problem des Memel» b e u t s ch t u m s gegenüber darauf hin gewiesen, daß diese Frage, wenn sie nicht von L i t a u e n f e 1 b ft in einer vornehmen unb großzügigen Weise ihre Lösung finden würde, eines Tages Deutschland auf den Platz rufen müßte. Sie wissen, daß das Memelgebiet einst durch das Diktat von Versailles ebenfalls gänzlich willkürlich vom Deut­schen Reich gerissen wurde, unb daß endlich im Jahre 1923, also schoninmittendestief» ft en Friedens, dieses Gebiet von Litauen besetzt und damit mehr ober weniger beschlag- nahmt worden war. Das Schicksal der Deutschen ist dort seitdem ein wahres Martyrium ge­wesen. Es ist mir nun im Zuge der Rückgliederung Böhmens und Mährens in den Rahmen des Deut­schen Reiches auch möglich geworden, eine A b» machung mitderlitauischen Regierung zu finden, die die Rückkehr dieses Gebietes ebenfalls ohne jeden Gewaltakt und ohne Blut­vergießen nach Deutschland gestattete. Auch hier habe ich nicht eine Quabratmeile mehr verlangt, als wir vorher besaßen und uns geraubt worben war. Das heißt also, es ist nur bas Gebiet, bas die wahnsinnigen Friedensdiktato» ren non Versailles von uns gerissen hatten, wieder zum Deutschen Reich zurückgekehrt. Für das Ver­hältnis Deutfchlanbs zu Litauen wird aber diese Lö­sung dessen bin ich überzeugt nur vorteil­haft sein. Denn Deutschland hat dies würbe ja durch unser Verhalten bewiesen nunmehr fe i n anderes Interesse, als auch mit diesem Staat in Frieden unb Freundschaft zu leben unb unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu ihm zu fin­den und zu pflegen. Und hier muß ich grundsätzlich eines erklären: Die Bedeutung wirtschaft­licher Abmachungen mit Deutschland liegt nicht nur darin, daß Deutschland a(f ExPor»