Ausgabe 
29.4.1939
 
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Deutschland sorderte seinen Lebensraum

Der Trabant der ptutokratie

Trinkt Kathreiner, den guten Kneipp Mahkaffee /

2. der

Ich habe nun über diese meine Auffassung und Einstellung ebenfalls Niemals einen Zweifel ge­lassen. Gewiß, solange Deutschland selbst ohnmäch­tig und wehrlos war, konnte man die Vergewal­tigung von fast vier Millionen Deutschen ohne praktischen Widerstand des Reiches eben durch­führen. Nur ein politisches Kind aber dürfte alau- den, daß die deutsche Nation für alle ewigen Zeiten im Zustand des Iabres 1919 bleib-n wurde Nur solange die vom Ausland crusgebaltenen inter­nationalen Landesverräter die deutsche Staatsmh- rung innel>atten, war mit einer geduldigen yyin* nähme vieler schandbaren Zustände zu rechnen. (Lebhafter Beifall). Sowie seit dem Siege des Na­tionalsozialismus diese Landesverräter ihr Domizil dorthin verlegen mußten, woher sie ja auch die Sub- sidiengelder bezogen hatten, war die Losung di-'es Problems nur eine Frage der Zeit iMe- d^rbolt lebhafter Beifall). Und es bandelte sich dabei ausschließlich um eine Frage der davon betroffnen Nationalitäten, nicht um eine Frage West­europas. Daß sich Westeuropa für den in seinem Interesse geschaffenen künstlichen Staat interessierte, war ja wohl beareillich. Daß aber di- um diesen Staat liegenden Nationalitäten dieses Interesse als für sie maßgeblich ansehen würden, war ein viel­leicht für manche bedauerlicher Trugschluß. Inwie­weit dieses Interesse nun auf die finanziell« Fun­dierung dieses Staatswesens gerichtet war, wäre von deutscher Seite nichts einzuw-nden gewesen, wenn nicht dieses finanzielle Interesse lebten Endes

Volk verdient in seiner Summe geschickter Fähig­keiten, seiner Arbeitsamkeit, seinem Fleiß, seiner Liebe 'zum eigenen Heimatboden und zum eigenen Volkstum unsere Achtung. Tatsächlich gab es Zeiträume, in denen diese Respektierung der beider­seitigen nationalen Gegebenheiten etwas Selbstver­ständliches war.

Die demokralischen Friedensmacher von Ver-

Es gibt aber ebenso wenig keine Zeile und keine Rede, in der ich in den anderen Fällen etwas anderes ausgedrückt habe, als ich das durch mein praktisches handeln

Böhmen und Mähren. Als im Zuge Völkerwanderung deutsche Stämme aus dem

Diesen Zustand zu beseitigen habe ich stets als meine höchste und heiligste £e- bensausgabe angesehen. Diesen Dillen zu proklamieren, habe ich nie unterlassen. Und ich war zu jeder Stunde entschlossen, diese mich Tag und Rächt verfolgenden Gedanken zu verwirk­lichen. Ich hatte mich an meiner Berufung durch die Vorsehung versündigt, wenn ich in dem Be­streben, meine Heimat und mein deutsches Volk der Ostmark an das Reich und damit zur deut­schen Volksgemeinschaft zurück;uführen, zum Verräter geworden wäre. (Langanhaltender Bei­fall.) Ich habe damit aber auch die schandbarste Seite des Versailler Vertrages ausgelöscht.

Ich habe für 7V2 Millionen Deutsche das Selbstbestimmungsrecht wiederherge- stellt. Ich habe die demokratische Vergewaltigung dieser 7'/- Millionen beseitigt. Ich habe das Verbot, über ihr Schicksal abzustimmen, aufgehoben und vor der Geschichte diese Abstimmung durchgeführt. Sie hat ein Resultat ergeben, das nicht nur ich erwartet habe, sondern das auch die

legen , , . ,

' Wenn diese Spannung nun t r o n d e m ent­standen ist, dann ist dafür nicht Deutsch­land verantwortlich, sondern es sind jene internationalen Clemente, die diese Span- nung planmäßig herbeiführen, um ihren kapitalistischen Interessen dienen zu können.

Denn ich habe einer ganzen Reihe von Staaten bindende Erklärungen abgegeben. Kerner dieser Staaten kann sich beklaaen, daß auch nur einmal die Andeutung einer Forderung Deutsch­lands an ihn gerichtet worden wäre, die zu dem im Gegensatz stände. Keiner der nordischen Staats­männer z. B. kann es behaupten, daß ihm von feiten der deutschen Reichsregierung oder von feiten der deutschen öffentlichen Meinung jemals em An­sinnen gestellt wäre, das mit der Souveränität oder Integrität diefer Staaten nicht vereinbarlich ge­wesen wäre. Ich war glücklich darüber, daß eine Anzahl europäischer Staaten diele Erklärungen der deutschen Reichsregierung mm Anlaß nahmen um auch ihrerseits den Willen .zu einer unbeding­ten Neutralität auszusprechen und zu vertiefen. Dies gilt für h o l l a n d. B e l a i e n, die S timet z. Dänemark usw Ich habe Frankreich schon ermähnt. Ich brauche nicht zu erwähn en^I t al ie n mit dem uns die tiefste und engste Freundschaft verbindet, oder Ungarn und I u a oslawien , mit denen wir als Nachbarn das Glück haben, herz­lich befreundet zu fein.

Ich habe umgekehrt vom ersten Muaenbluf meiner politischen Tätigkeit an keinen Zweifel darüber gelassen, daß esandere Zustände gab, die eine so gemeine und grobe Bet- lehungdes Selbsthestirnmungsrech- f e s unseres Volkes darstellen, daß wie sie n i e akzeptieren und annehmen würden können. Es existiert von mir nicht eine Zeile, und es gibt keine Rede, in denen ich gegenüber den vorher erwähnten Staaten eine andere öal- tuna angenommen hätte als die angegebene.

heutigen böhmisch-mährischen Raum aus uns uner­klärlichen Ursachen weiterzuwandern begannen, schob sich in diesen Raum und zwischen die noch zurück­bleibenden Deutschen ein fremdes slawisches Volk. Sein Lebensraum wird seitdem vom deutschen Volks­tum hufeisenförmig umschlossen. Wirtschaftlich ist auf

| bie Dauer eine selbständige Existenz dieser Länder, außer im Zusammenhang mit dem deutschen Volk und seiner Wirtschaft, nicht denkbar. Darüber hinaus lebten aber in diesem b ö h - misch- mährischen Raum fast vier Mil­lionen Deutsche. Eine besonders seit dem Ver­sailler Diktat unter dem Druck der tschechischen Mehrheit einsetzende völkische Dernichtungspolitik, zum Teil aber auch wirtschaftliche Bedingungen und die steigende Not, führten zu einer Auswanderung dieses deutschen Elements, so daß die zurückbleiben- den Deutschen auf rund 3,7 Millionen absackten. Das Gebiet ist am Rande geschlossen deutsch besiedelt, besitzt aber auch im Innern große deutsche Sprachinseln. Das tschechische Volk ist seiner Herkunft nach em uns fremdes. Allein in tausendjähriger Gemeinschaft ist seine Kultur im wesentlichen durch den deutschen Einfluß geformt und ge­bildet worden. Seine Wirtschaft ist das Ergebnis der Zugehörigkeit zur großen deutschen Wirtschaft. Die Hauptstadt dieses Landes war zeitweise deutsche Kaiserstadt, sie besitzt die älteste deutsche Universität. Zahlreiche Dome, Rathauser, Adels- und Bürgerpaläste sind die Zeugen des deut­schen kulturellen Einflusses. Das tschechische Volk selbst hat sein Verhältnis zum deutschen Volk m Jahrhunderten bald enger, bald loser gestaltet. Jede Verengung führte zur Blüte des deutschen und tsche­chischen Volkes, jede Entzweiung zur Katastrophe Die Vorzüge und Werte des deutschen Volkes sind uns bekannt. Allein auch das tschechische

sailles können für sich das Verdienst in An­spruch nehmen, diesem tschechischen Volk die besondere Rolle eines gegen Deutschland an­sehbaren Trabanten zugedacht zu haben. Sie haben zu diesem Zweck dem in seiner tschechischen Volkssubstanz überhaupt nicht lebensfähigen Staat willkürlich fremdes Volksgut zu- gesprochen, d. h. also andere Ratio­nalitäten v e r g e w a l ti g t, um auf solche Welse eine latente Bedrohung der deutschen Ration in Mitteleuropa staat­lich sicherstellen zu können.

Denn dieser Staat, dessen sogenanntes Staats- volk in der Minorität war, konnte nur durch eine brutale Vergewaltigung der volklichen Majoritäten erhalten werden. Diese Vergewaltigung aber war wieder nur denk­bar unter der Zubilligung eines Schutzes und einer Hilft von feiten der europäischen Demokratien. Diese Hilfe aber war selbstverständlich nur dann zu erwarten, wenn dieser Staat die ihm anläßlich seiner Geburt zugedachte Rolle getreu zu über­nehmen und zu spielen bereit war. Diese Rolle aber hieß nichts anderes, als die Konso­lidierung Mitteleuropas 3" verhin­dern, eine Brücke bolschewistischer Agressivitat nach Europa darzustellen und vor allem Lands­knechte der europäischen Demokratien gegen Deutschland zu sein. Alles weitere er­gab sich dann von selbst.

essierl sie ein kleines braves Volk, was kümmert sie das Leben von hunderttausend braven Soldaten, die das Opfer ihrer Politik werden mußten? Diesen westeuropäischen Frie- denshehern kam es nicht darauf an, Frieden zu stiften, sondern Blut vergießen zu lassen, damit es ihnen durch dieses Blutvergießen ge­lang, die Völker zu verhetzen und dann noch mehr Blut fließen zu lassen. Deshalb wurde die deutsche Mobilmachung erfun­den und der Prager Oeffentlichkeit vorgeschwin- dell. Sie sollte der tschechischen Mobilmachung die Argumente liefern. Durch sie glaubte man dann vor allem aber auch, die nicht zu um­gehenden Wahlen im Sudetenland unter den erwünschten militärischen Druck sehen zu können. Rach ihrer Meinung gab es dann für Deutsch- land nur zwei Möglichkeiten: entweder die Hin­nahme dieser tschechischen Mobilisierung und da­mit das Einstecken einer beschämenden Rieder­lage oder die Auseinandersetzung mit der Tschecho- Slowakei, einenblutig en Krieg, und damit vielleicht die Möglichkeit, die an diesen Dingen gar nicht interessierten Völker Westeuropas zu mobilisieren, sie ebenfalls in den notwendigen Blutrausch zu bringen, um dann die Menschheit in eine neue Kata­strophe zu tauchen, bei der die einen die Ehre besitzen, ihr Leben zu verlieren, und die anderen die Annehmlichkeit, Kriegsgeschäfte zu machen.

Sie kennen, meine Abgeordneten, meinen damals Pfort gefaßten Entschluß-. 1. Lösung dieser Frage, und zwar noti im Jahre 1938, spätestens am 2. Ob tober; 2. Vorbereitung dieser Lösung mit all jenen Mitteln, die keinen Zweifel darüber lassen konnten, daß jeder Versuch einer Einmischung nunmehr von der geeinten Kraft der Nation abgewehrt werden mürbe. Ich habe damals den Ausbau unserer Westbefestigung angeordnet und befohlen. Sie war bereits am 25. September 1938 in einem Zustand, der die Widerstandskraft der einstigen Siegfriedslinie des Krieges 30» oder 40mal über» traf. Sie ist nunmehr im wesentlichen fer­tig g e st e l l t und erhält zur Zeit die später von mir neu anoegeben"n Linien vor Aachen "nb Saarbrücken. Auch biese sinb bereits in einem, hohen Ausmaß verteibigungsfertig. In bem Zustand, in bem sich bieses gewaltigste Fe» stungswerk aller Zeiten heute frefinbet, kann die deutsche Nation die beruhigenbe Ueberzeugung ihr eigen nennen, baß es keiner Matit ber Welt gelingen wirb, diese Front jemals zu durch­brechen. r , v

Nachbem ber erste Provokationsversuch burti bte tschechische Mobilisation noch nicht zum gewünschten Ergebnis führte, begann bie zweite V H ass, in ber bie Tendenz für biese ausschließlich Mitteleuropa angehenbe Angelegenheit erst recht unverhüllt zu Tage trat. Wenn heute der Schrei in der Welt er­hoben wirb:Niemals mieber Münti en!", bann ist bies bie Bestätigung dafür, daß den Kriegs­hetzern bie friebtitie Lösung bes Problems als bas verberblichste erschien, was jemals geschah. Sie bebauern, baß kein Blut geflossen ist. Nicht ihr Blut natürlich: benn diese Hetzer stehen ja nicht bort, wo geschoßen, sondern nur bort, w o d erbt en t wirb. (Lebhaft« Zu­stimmung.) Sondern bas Blut viel namenloser Sol­daten.

(Fortsetzung im 2. Blatt.)__________

zubringen.

Ich brauche es nicht noch einmal zu wiederholen, daß Deutschland im Mai des vergangenen Jahres keinen Mann mobilisiert hatte, wohl aber, daß wir alle der Meinung waren, daß gerade das Schicksal des Herrn Schuschnigg allen anderen raten mußte, auf dem Wege einer gerechteren Behand­lung der nationalen Minoritäten eine Verständigung anzubahnen.

Ich für meine Person war jedenfalls bereit, mit Geduld und wenn notwendig auch aus Jahre hin eine solche friedliche Entwicklung zu versuchen.

Allein gerade diese friedliche Lösung war den Hetzern der Demokratien ein Dorn im Auge. Sie Haffen uns Deutsche und möchten uns am liebsten ausrotten. Aber was find für sie auch fchon Tschechen? Prag war für sie auch nur ein Mittel zum Zweck! Das inter-

w formen und eine neue Ordnung herzustellen, gehört schon jetzt ber beutschen Geschichte an Was ich heute vor ihnen als Einleitung aber klarstellen will ist vor allem bte Zielsetzung meiner politischen Absichten nach außen unb ihre Verwirklichung. m

den schandbarsten Vergewaltigungen des Ver­sailler Diktates gehört für alle Zeiten bte Zer­reißung ber deutschen Nation sowie bte politische Auflösung ^s Lebensrau­mes in den sie nun einmal seit Jahrtausenden gestellt HL Ich habe, meine Abgeordneten, Männer bes Reichstages, nie einen Zweifel darüber gelassen, daß es an sich in Europa kaum möglich ist, jemals eine allseitige befriedigende Uebereinftimmung staat­lichen und völkischer Grenzen zu finden. Die un Laufe ber letzten Jahrhunberte allmählich zum Stilb stand gekommene volkliche Wanderung einerseits und die Bildung großer Gemeinwesen anderseits schuf auf diesem Gebiete einen Zustand, der nach der einen ober anderen Seite hin von den betroffenen fast stets als unbefriedigend empfunden werden wirb. Allein gerabe die Art des allmäh­lichen Abklingens dieser volklichen unb staatlichen Formungen ließ im vergangenen Jahrhundert für viele die Hoffnung als berechtigt erscheinen, daß am Ende zwischen der Respektierung bes nationalen Eigenlebens der europäischen Völker unb ber An­erkennung gewordener staatlicher Gebilde et n Kompromiß gefunden werben würbe, der ohne Zerstörung der staatlichen Ordnung in Europa und damit der nun einmal in ihr gegebenen wirtschaft­lichen Grundlagen trotzdem bie Erhaltung der Volkskörper ermöglichen würde.

Diese Hoffnungen hat derWelt- krieg beseitigt. Durch bas Versailler Frie- densdiktat ist weder dem einen noch dem anderen Prinzip Genüge getan worden. Es wurde weder das Selbstbestim- mungsrecht der Völker beachtet, noch wurden die staatlichen oder gar wirtschaftlichen Rotwen- digkeiten oder Bedingungen der europäischen Entwicklung in Rechnung gestellt. Trotzdem ober habe ich nie darüber einen Zweifel ge­lassen, daß wie schon betont auch eine Revision des Versailler Vertrages irgendwo ihre Grenze finden würde. Und ich habe dies in freimütiger Weife auch immer offen ausge- sprachen: und zwar nicht aus taktischen Grün­den, sondern aus tief innerster Ueber­zeugung. Ich habe als nationaler Führer des deutschen Volkes keinen Zweifel darüber gelassen, daß es mir mit dieser Auffassung heiliger Ernst ist. Ich habe aus diesem Grunde für eine ganze Anzahl von vielleicht strittigen Gebieten endgültige Lutsche»- y düngen getroffen und sie nicht nur nach außen, sondern auch nach innen bekannlgegeben und ihre Respektierung durchgesetzt.

ebenfalls ausschließlich den rnachtpoliti- chen Zielen ber Demokratien unter- stellt gewesen wäre.

Auch die finanzielle Förderung bieses Staates verfolgte nur einen leitenden Gedanken: Einen militärisch gut gerüsteten Staat zu schaffen mit der Aufgabe, eine in bas Reich hinein- reichende Bastion zu bilden, bie fei es als Aus­gangspunkt militärischer Unternehmungen in Ver­bindung mit westlichen Einbrüchen ins Reich oder nur als Flugzeugstützpunkt einen unzweifelhaften Wert versprach.

Was man von diesem Staat erwartet hatte, geht am eindeutigsten aus der Feststellung des französischen Luftfahrtministers Pierre Lot hervor, der es ruhig aussprach, daß es die Auf­gabe dieses Staates wäre, in jedem Konflikt­fall Bombenlande- und Bombenab- flugplatz zu fein, von dem aus man die wichtigsten deutschen Industriezent- ren in wenigen Stunden würde vernichten können. Ls ist daher verständlich, wenn die deutsche Staatsführung ihrerseits ebenfalls den Entschluß faßte, diesen Bombenabflugplatz zu vernichten. (Lebhafte, anhaltende Heilrufe und Händeklatschen).

Je mehr dieser Staat dieser seiner Ausgabe ent- prech n wollte, um so größer wurde der Wider- taub der sich dem wibersetzenden nationalen Mino­ritäten. Je größer sich aber biefer Wiberstand aus­wuchs, um so stärker mußte bie U n t er- drückung einsetzen. Diese zwangsläufige Derstei- ung ber inneren Gegensätze führte wieder zu einer um so größeren Abhängigkeit von den demokra­tischen Staatsbegrünbern und Wohltätern. Denn: Sie allein waren fa in der Lage, auf bie Dauer die unnatürliche künstliche Existenz bieses Gebilbes wirt- chaftlich aufrechtzuerhalten. Primär hatte nun Deutfchlanb im wesentlichen nur ein In - t«r esse: Nämlich biese fast vier Millionen D e u t sch e n in diesem Land aus ihrer unerträg­lichen Situation zu befreien und ihre Rück­kehr in ihre Heimat und damit zum tausend­jährigen Reich zu ermöglichen. Daß dieses Problem ofort das gesamte übrige Nationalitätenpro­blem ausrollte, war selbstverständlich. Ebenso aber auch die Tatsache, baß bas Abziehen aller Nationa­litäten b e n R e st sta a t um jebe Lebens- Möglichkeit bringen mußte, etwas, was ben Versailler Staatsgrünbern ja auch klar war, benn w e il sie bieses wußten, haben sie ja bie Vergewalti­gung ber anberen Minoritäten beschlossen unb biese gegen ihren Willen in diese dilettantische Staats­konstruktion hineingezwungen.

haben. Ich bin glücklich, baß es, wenn auch zum Aerger ber demokratischen Interessenten, gelungen ist, diese mitteleuropäische Katastrophe bank unserer eigenen Mäßigung unb bank aber auch ber Einsicht bes tschechischen Volkes zu verm eiben. Das, ür was bie besten unb einsichtsvollsten Tschechen einst jahrzehntelang gekämpft hatten, wirb biesem Volk im nationalsozialistischen Reich von vorn- Heroin zugebilligt, nämlich bas Recht auf bas eigene Volkstum unb bas Recht auf bie Pflege bieses Volkstums unb bas Recht auf das Ausleben in biesem Volkstum. Das national» sozialistische Deutfchlanb benkt nicht baran, bie Rassengrundsätze, bie sein Stolz sinb, jemals zu verleugnen. Sie werden nicht nur den Deutschen, fonbern auch bem tschechischen Volke zugute kommen. Was wir verlangen, ist bie Respektierung einer geschichtlichen Notwendigkeit unb einer wirtschaft­lichen Zwangslage, in ber wir uns alle befinben.

Als ich die Lösung dieses Problems am 22. Fe­bruar 1938 im Reichstag ankündigte, war ich über­zeugt, hier einer mitteleuropäischen Not­wendigkeit zu gehorchen. Noch im März 1938 aber war ich des Glaubens, daß es gelingen könnte, auf dem Wege einer langsamen Evolution die Minovitätenfrag« in diesem Staate zu lösen und früher ober später durch eine vertragliche Zusam­menarbeit jene gemeinsame Plattform sicherzustellen, bie nicht nur politisch, sondern vor allem auch wirtschaftlich für unser aller Interesse nütz­lich sein konnte. Erst als ber sich restlos in ben Händen seiner international demokratischen Finanziers be­findlich« Herr B e n e s ch bas Problem zu einem militärischen auftrieb unb eine Welle von Un» terdrückung über das Deutschtum losließ, zugleich i aber durch die bekannte Mobilmachung ver- i suchte, dem deutschen Staat eine internationale Nie- - Vertage zuzufügen unb sein Prestige zu schäbigen, wurde mir klar, daß auf diesem Wege eine Lösung nicht mehr gelingen konnte. Denn die damalige Lüge einer deutschen Mobilmachung war ja ersichtlich vom Ausland inspiriert und ben Tschechen unterbreitet worben, um dem Deutschen Reich eine solche Prestige-Niederlage bei»

Ich habe nicht, wie Frankreich im Jahre 1870/71 es tat, die Abtretung Elsaß-Lo th ringens als für bie Zukunft untragbar bezeichnet, sondern ich habe hier einen Unterschied gemacht zwischen den damaligen und ben beiden einstigen Reichendem. Und in dieser meiner Einstellung ist feine Revision erfolgt noch wird eine Revision er» folgen. Unb ich habe diese Einstellung im Innern weder publizistisch noch sonst irgendwie ein einziges- mal durchbrechen ober in Frage stellen lassen. Die Rückkehr des Saargebietes hatte sämt­liche territorialen Probleme zwische Frankreich unb Deutschland aus ber Welt geschaff t. Ich habe es allerdings immer als bedauerlich empfun­den baß bte französischen Staatsmänner biese Hal­tung als etwas Selb st ver st ändliches be­trachteten So liegen diese Dinge nun nicht. Ich habe biese Einstellung nicht etwa gepredigt aus Angst vor Frankreich. (Lebhafter Beifall.) Ich sehe al«; einstiger Soldat keinerlei Veranlassung für em« solche Angst. Außerdem habe ich ja in bezug auf bas Saargebiet feinen Zweifel gelassen, daß bie Nichtzurückgabe dieses Gebietes an Deutschland von uns nicht hingenommen werden würde. Nein, ich habe diese Einstellung Frankreich gegenüber betätigt als ben Eindruck einer Einsicht in bie Notwenbigkeit, in Europa irgenbroie zum Trieben zu kommen, unb nicht burch bie Offenhaltung unbearenzter Forberungen und ewiger Revisionen den Keim für eine fortdau­ernde Unsicherheit ober gar Spannung zu

Sie hat bissen Entschluß nicht gefaßt etwa aus Haß gegen bas tschechische Volk. Eher im Gegenteil. Denn im Laufe eines tausendjährigen Zusammen­lebens hat es zwischen bem deutschen und tsche­chischen Volk oft jahrhundertelange Perioden engster Zusammenarbeit gegeben unb dazwischen allerdings nur kurze Perioden von Spannungen. In solchen Spannungszeiten kann sehr wohl die Leidenschaft ber in ben vorbersten Sapven der volklichen Stellung mHeinanber ringenden Menschen bas Gerechtigkeits­gefühl perbüftern unb dabnrch zu einer falschen (Sefamtbeurteiluna führen. Dies ist ein Merkmal in iebem Krieg. Allein, in ben großen Epochen bes verständnisvollen Zusammenlebens waren sich die beiben Völker noch immer darüber einig, baß sie beiderseits einen heiligen Anspruch auf die Achtung unb Respektieru n g i h re s V o l k s t u m e s erheben konnten. Ich selbst trat aber auch in biefen Jahren bes Kampfes dem tschechischen Volk nie anders geaenüber benn als Wahrer nitit nur eines einseitigen Volks- unb Reichsinteresses, fonbern auch als Achter des tschechischen Volkes selbst. Eines ist sicher: Wenn es ben demokratischen Geburtshelfern bieses Staates gelungen fein würbe, ihr letztes Ziel zu erreichen, bann wäre bestimmt nicht bas Deutsche Veiti zugrunde gegangen, obwohl wir ebenfalls Verluste haben könnten. Nein: bas tschechische Volk würbe es vermutlich seiner Größe unb Lage nach furchtbarere, ia, wie ich überzeugt bin, katastrophale Folg e n zu tragen gehabt

feither erhärtete.

1. Oesterreich. Die älteste Ostmark bes beut« chen Volkes war einst die Schutzmark ber beutschen Nation nach dem Südosten bes Reiches. Die Beut- chen in biesem Land« rekrutieren sich aus Siedlern aus allen deutschen Stämmen, wenn auch ber bajuwarische Stamm den Hauptanteil gestellt haben mag. Später wurde biese Ostmark die Hausmacht eines halbtausendjährigen deutschen Kaisertums und Wien damit bie Hauptstadt bes damaligen Deutschen Reiches. Dieses Deutsche Reich ist im Zuge einer allmählichen Auflösung durch den korsischen Napo­leon endgültig zerschlagen worden, lebte bann aber als Deutscher Bund weiter und hat, wenn auch nicht mehr in staatlicher, so doch in volklicher ersehnter Einheit den größten Krieg aller Zeiten neuerdings gemeinsam gekämpft und ge­meinsam erduldet. Ich selbst bin ein Kind dieserOstmark. Durch die Versailler Verbrecher ..... -------

wurde nicht nur das Deutsche Reich zerschlagen, Versailler demokratischen Dölkervergewaltiger ge« Oesterreich aufgelöst, sondern auch ben Deutschen n a u vorausgesehen hatten. Denn warum verboten, sich zu jener Gemeinschaft zu bekennen, hätten sie sonst die Abstimmung über ben Anschluß der sie über tausend Jahre lang angehört hatten. I verboten?