Ausgabe 
28.6.1939
 
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Die Lufthansa vor neuen Ausgaben.

Von unterer Berliner Schristleitung.

kisch-türkischen Doroertrag, habe das Gleichgewicht im östlichen Mittelmeer erschüttert und die arabische Welt tief erregt.Dies sind Tatsachen", so schließt das Blatt,die im gegenwärtigen Augenblick ihr Gewicht haben."

Zum Tode

Graf Costanzo Cianos.

Einer derültestenKämpferdesFaschismrrs.

R. G. Rom, 27. Juni.

Das schon gemeldete Ableben des Kammerpräsi­denten Admiral Graf Costanzo Ciano di Cortellazzo, des Vaters des italienischen Außenministers, der im Weltkrieg für seine Flot­tenunternehmungen mit der Goldenen Tapferkeits­medaille ausgezeichnet wurde, hat im ganzen Lande tiefe Trauer ausgelöst. Graf Costanzo Ciano, eine

populäre Gestalt des Faschismus, hatte feine Aus­bildung auf Der Marineakademie seiner Heimatstadt Livorno genossen. Bei Kriegsausbruch war er Kor- vettenkavitän. Er zeichnete sich durch verschiedene Unterneymungen der italienischen Flotte in der Adria und besonders als Kommandant der Schnell­boot-Flottille von Venedig aus. Der Verstorbene war der erste faschistische Abgeordnete von Livorno. Nach der Machtübernahme durch Mussolini trug Graf Costanzo Ciano als Post- und Verkehrsmini- ster viel zur finanziellen Gesundung der Staats­bohnen, zur Elektrifizierung sowie zum Ausbau der Handelsflotte bei. Seit 1934 war er Kammer­präsident und damit Mitglied des Großen Rates des Faschismus.

Graf Ciano ist am Montag um Mitternacht un­mittelbar nach der Ankunft auf der Schwelle seiner Sommervilla von Ponte al Moriano einem Schlag­anfall erlegen, nachdem er den Sonntag in seiner Heimatstadt Livorno verbracht hatte. Schon auf der Fahrt war er von einem Unwohlsein befallen wor­den, so daß seine Gattin bei einem Dorfarzt hielt, um ihrem Manne eine Einspritzung geben zu lassen.

Montagmorgen traf als Erster sein Sohn, Außen­minister Graf Ciano, im Kraftwagen aus Rom kommend ein, und kurz nachher Parteisekretär Mi­nister Starace mit der Parteifahne, die neben der Leiche aufgestellt wurde. Später traf der K ö» nig und Kaiser aus seiner nahen Sommervilla Rossore zu einem Beileidsbesuch ein. In den Vor­mittagsstunden kam der Duce mit seiner Gattin im Flugzeug an und blieb mehrere Stunden bei seinem Schwiegersohn. Aus Rom sind alle Minister und Unterstaatssekretäre, der Vizepräsident der Kammer, Paolucci, und Senatspräsident Suardo, sowie zahlreiche Abgeordnete aus Livorno unter­wegs. Die Leiche wird am Montagabend nach Li­vorno übergeführt, um am Sitze Der Partei auf­gebahrt zu 'werden. Alle Ministerien in Rom und Die Kammer haben halbmast geflaggt und im gan­zen Lande herrscht Trauer.

Präsident Albert pietzsch.

Der Leiter der Reichswirtschasts» fAmmer, Präsident Albert Pietzsch, feiert am 28.3üni seinen 65. Geburtstag. Pietzsch wurde als Sohn des Professors W. Pietzsch in Zwickau geboren. Nach der Reifeprüfung machte er in den Reparaturwerstätten der kgl.-sächsiscken Staatsbahnen sein praktisches Lehrjahr durch. 1894 begann er dann an der Technischen Hochschule Dresden das Studium, wobei er besonderen Wert auf Mathematik und Naturwissenschaft legte. Nach dem Staatsexamen blieb er drei Semester Assistent am elektrochemischen Laboratorium bei Professor Hallwachs. Als Betriebsingenieur erweiterte Pietzsch in Buckau bei Magdeburg seine Kenntnisse, die er bei der Gründung der elektrochemischen Werke in München nutzbringend anwenden tonnte. Allen Schwierigkeiten zum Trotz gelang es Pietsch, genieinsam mit dem Berufschemiker Dr. G. Adolf das Wasserstoffsuperoxyd in einer als fabriktechnisch bisher für unmöglich gehaltenen Rem- heil herzustellen. Die vielseitigen Interessen des Ingenieurs Albert Pietzsch gelten aber auch den wirtschaftspolitischen Fragen. Nach einemi Zusam- menireffen mit Adolf Hitler im Jahre 1925 wurde er dessen eifrigster Mitkämpfer. Nach seinem Em- tritt in die NSDAP. 1927 widmete sich Pietzsch vor allem der wirtschaftspolitischen Schulungsarbeit in der Partei und gründete im Rahmen des von Dr Pfaff geschaffenen Schulungskurses einen F i - nanzausfchuß, der sich vor allem mit der Kapitalbeschaffung und dem Geldwesen befaßte. Pietzsch, der das Goldene Chrenabzeichen der Partei trägt, wurde nach dem Umbruch Präsident der Industrie- und Handelskammer München und spater mit der Leitung der Wirtschaftskammer Bayern beauftragt. Als Wirtschaftsbeauftragter des Stell­vertreters des Führers gründete er eine Stelle für zentrale W i r t f ch a f t s b e ob acht un g , Die den Zweck hat, die für Die Wirtschaftslenkung notwendigen Unterlagen zu schaffen, und von der Reichswirtschaftskammer später übernommen wurde. 1934 wurde Pietzsch Mitglied des Reichsoerwattunas- rates und im Dezember 1936 Leiter Der Reichs- wirtschaftskammer.

Wiedersehensfeier

aller Tannenberg-Kämpfer.

Berlin, 27.Juni. (DNB.) Am Sonntag, dem 27. August 1939, findet am R e i ch s e h r e n m a l ein Staatsakt aus Anlaß Der 25. Wiederkehr des Tages der Schlacht bei Tannenberg statt. Dieser Staatsatt, an Dem führende Männer von Staat, Partei und Wehrmacht teilnehmen, wird v o n über 100000 Teilnehmern besucht wer­den. Vornehmlich werden jedoch die ehern a l i - gen Mitkämpfer Der Schlacht bei Tannenberg

Berlin, 27. Juni.

In diesen Tagen legt die Deutsche Lufthansa wiederum Bilanz und Bericht für das vergangene Geschäftsjahr vor. Besonders groß war der Auf­schwung der Oesterreichischen Luftver­kehrs AG., deren Betrieb zum Jahreswechsel von Der Lufthansa milübernommen wurde. Wäh­rend sich Die Flugleistung der Ostmark um ein Drittel gegenüber dem Vorjahre erhöhte, stieg die Ziffer Der zahlenden Fluggäste um 64,6 v. H. und die Ziffer Der Fluggastkilometer sogar um 81,9 v. H. Die Beförderungsleistungen im Fracht- und Post- verkehr nahmen um 23,7 hzw. 155,6 o. H. zu. Die Nachfrage nach Plätzen auf Der Strecke Berlin Wien ist so groß, daß die Flugzeuae dauernd aus- verkauft find. Eine außergewöhnliche Flugbegeiste­rung scheint in Wien zu herrschen, was sich darin äußert, daß Dort allein in den letzten beiden Mo­naten 25 000 Schulkinder an den Rundflügen der ,Hansa Flugdienst G. m. b. H." teilnahmen. Uebri- gens hat diese Organisation, die am 30. April 1938 für Rund- und Sonderflüge jeder Art, Insbesondere auch zur Weckung des fliegerischen Interesses unter der Jugend gegründet wurde, schon recht befrie­digende Ergebnisse erzielen können. Beförderte sie in den acht Monaten des Vorjahres noch 167 477 Rundfluagäste, so hatte sie allein im Juni 1939 bereits 60 000 Passagiere zu verzeichnen.

Zu diesen Beobachtungen steht scheinbar die Tat­sache in Widerspruch, daß 1938 Die Zahl der be- föroerten Fluggäste im europäischen P l an - verkehr der Lufthansa um 8,2 v. H. zurück- gegangen ist. Aber dieses Minus hat andere, zum Teil einmalige Ursachen. Durch das außerordent­lich starke Ansteigen der beförderten L u f t post- mengen Zunahme Der Tonnenkilometer um 78,5 v. H. wurde nämlich ein entsprechend größe­rer Anteil des vorhandenen Laderaumes bean­sprucht und eine Beschränkung der Passa­gier p l ä tz e bedingt. Dazu kam, daß die' Flug- gastbuchungen wegen Der ungünstigen Witterungs­verhältnisse zeitweilig nachließen und daß schließ­lich auch die politischen Ereignisse den zwischen­staatlichen Verkehr beeinflußten. Es handelte sich also um eine vorüb ergehende Schwankung, was auch durch die günstige Entwicklung der Beförde­rungsleistungen im neuen Jahr bewiesen wird. Die Ergebnisse der ersten drei Monate 1939 zeigen nämlich im Vergleich zum Vorjahr, daß sich allein die Zahl der Fluggäste um 30 v. H. vermehrt hat, ohne daß deshalb der Aufschwung des Postdienstes langsamer geworden wäre.

30 neue Eondormaschinen

Der Ausbau des europäischen Strek- fenn^es ist im wesentlichen beendet. Nachdem im Jahre 1938 neu die Strecke BerlinBu- dapestBukarest hinzukam, wird am l.Juli d I'. noch die Strecke B e r l i n I st a n b u l er­öffnet werden. Damit ist dann aber das europäische Flugnetz geschlossen. Im innerdeutschen Streckennetz sind einige schlechtbenutzte Strecken fortgefallen. Auch wurde im Winterflugplan auf eine Reihe von Zwischenlandungen verzichtet, fer­ner wurden meteorologlsch ungünstige Häfen sowie Strecken mit einer Länge von weniger als 250 km möglichst vermieden, Da in den Wintermonaten durch tiefliegenden Nebel oft Startverzögerungen ent­stehen und so Die Zeitersparnis gegenüber den end- gebundenen Verkehrsmitteln illusorisch machen. Die noch offenstehenden Probleme im europäischen Flugverkehr laufen: Wie legen wir die Linien zeit­lich richtig und wie befriedigen wir die in Zukunft immer mehr ansteigenden Derkehrsbedürfnisse (Post, Fracht, Passagiere) auf den vorhandenen Linien? Es ist klar, daß die Lösung der Meilen Frage nur durch Den vermehrten Einsatz von Flugzeugen und vor allem von größeren Einheiten erfolgen kann. Die Lufthansa hat deshalb beschlossen, m Diesem und im nächsten Jahr 30 weitere Groß­raum f lu g z e u q e des neuen viermotorigen Mu­sters Focke-'Äulf FW200 (Condor) in Dienst zu stellen Daneben werden die bisherigen Derkehrs- träger Ju52, Ju86, Heinkel He 111 sowie die neue Junkers Ju90 auch weiterhin im planmäßigen

Dienst verwendet werden. Obgleich es durch die geplanten Neuanschaffungen notwendig wird, das Grundkapital auf 50 Millionen RM durch Ausgabe von 25 000 neuen Inhaberaktien über je 1000 RM. zu verdoppeln, Darf von dieser Verbesserung des Flugzeugparks doch eine weitere Steigerung Der Eigenwirtschaftlichkeit des Unter­nehmens erwartet werden. Auch im letzten Jahr hat sich das Verhältnis Der Eigeneinahmen 3U Den Beihilfen, das im Vorjahr 59,37 v H. : 40,63 v. H betrug, auf 63,03 v. H. : 36,97 verbessert.

Nie Transasien-Gtrecke.

Jrn Gegensatz zum innerdeutschen und euro­päischen Flugbetrieb liegt das Hauptproblem Der außereuropäischen Lufthansa-Arbeit noch immer in ihrer weiteren Ausdehnung. Die trans­kontinentalen und transozeanischen Strecken bleiben im größten Maßstabe ausbau­fähig, und es ist das selbstverständliche Bestreben Der Lufthansa, den deutschen Anteil an dieser Ent­wicklung zu verstärken. Unsere Fluglinie nach Dem Fernen O st e n, die ab 1. April 1938 b i s Teheran ausgebaut und gleichzeitig auch für die Beförderung von Fluggästen eingerichtet worden war, ist im vorigen Sommer bis Kabul ver­längert. Da eine Weiterführung über das Hoch­land von Pamir wegen der unsicheren Verhältnisse in Sinkiang vorerst nicht möglich ist, wurden die Vorarbeiten für die Fernoststrecke über Indien aufgenommen. Zwar ist die offizielle Genehmigung von Siam noch nicht eingetroffen, aber die Ver­längerung Der Strecke bis Bangkok ist für die nächste Zeit beabsichtigt. Welcher Beliebtheit sich schon das bisherige Teilstück Der Dftafienlinie bis Kabul erfreut, geht daraus hervor, daß hier die Beförderung von Fluggästen um 61,8 und von Post um 552,5 v. H. zugenommen hat.

0er ©pruna über den Ozean.

Auch Der Flugverkehr Der Lufthansa Über Den SüDatlantif hat sich weiterhin günstig ent- wickelt. Das steigende Postaufkommen für diese Ozeanstrecke erforderte in Den letzten Monaten 1938 den Einsatz von Flugzeugen mit größeren Nutz­laderäumen. Es wurde deshalb das bei den Nord- atlantitflügen erprobte viermotorige Muster Blohm & Voß Ha 139 in Dienst gestellt. Damit nicht ge­nug, ist auch eine Verdichtung des Dien- st e s auf je zwei Flüge in der Woche ab 1. Oktober 1939 beschloffen worden. Auch Die französische Luft­verkehrsgesellschaft 2flr France, die in kamerad­schaftlicher Zusammenarbeit mit Der Lufthansa den Südamerikadienst versieht, wird eine solche Ver­doppelung vornehmen, so Daß unsere Post Demnächst viermal wöchentlich über Den Ozean fliegen kann. Außerdem wurde Der Deutsche Luftpostdienst auf Dem süDarnerikanischen Konti­nent selbst noch weiter ausgedehnt. Durch die Er­öffnung Der Strecke La Paz Lima im An­schluß an Die Linie Rio De JaneiroCor umba unD die Linie Cor umba L a Paz ist heute eine durchgehende Postverbindung zwischen Deutsch­land und Peru hergestellt. Abseits von unserem südamerikanischen Streckennetz wurde in E c u a d o r eine nationale Luftverkehrsgesellschaft SEDTA ge­gründet, mit Der Die Lufthansa durch Beteiligung verbunden ist, und Die einen Flugdienst zwischen der Hauptstadt Quito und Der Hafenstadt Guayaquil eingerichtet hat.

So erfreulich Die Entwicklung des deutschen Flug­dienstes in Südamerika war, so groß sind Die Widerstände bet Der Einrichtung des Nordat- lanti kdienstes. Die USA. stellen sich immer noch schwerhörig und verweigern unter allerhand Ausflüchten die Genehmigung zur Einrichtung eines Flugdienstes Der Lufthansa nach Den Vereinigten Staaten. Diese Haltung berührt um so merkwür­diger, als auch Die 28 Ozeanflüge, die im Jahre 1938 planmäßig angesetzt und ohne jeden Zwischen- fall mit minutiöser Pünktlichkeit Durchgeführt wur­den, die Aufnahme eines regelmäßigen Luftver­kehrs durch Die Lufthansa absolut berechtigt er­scheinen lassen.

wurden bisher durch Unterricht an den Musikschulen und durch privaten Musikunterricht über 120 000 Jugendliche ersaßt. 1200 B l ä s c r e i n h e i t e n (Musik-, Fanfaren- und Spielmannszüge) mit 36 000 Mitgliedern wurden aufgebaut. 100 B e - rufsrnusikerzieher wurden durch das Stu­dium des Jugend- und Volksmusikleiters ausgebil- bei und weitere 110 befinden sich in Ausbildung. In Der Mustkarbeit Der Jugend sind über 1000 Musikerzieher Haupt« und nebenberuflich tätig.

Bevölkerungspolitik auf lange Gicht.

Im Haus Der deutschen Erziehung in Bayreuth findet ein Reichslehrgang der Gausachbearbeiter für Rassenfragen statt. Der Leiter der Hauptstelle für praktische Bevölkerungspolitik im Rassenpolittsck)en Amt, Dr. Knorr, wies eindringlich darauf hin, daß Die Hebung Der Geburtenzahlen durchaus kein einfaches kurzfristig zu erreichendes Ziel fei, sondern eine Arbeit auf lange Sicht, deren Gelingen eine völlige Umwandlung der Umwelt- beDingungen zur Voraussetzung habe. Auf dem Gebiet der Ratzenpflege sei manches erreicht. Aeußer- lich sei das Judentum überwunden, indirekt wirkten feine Einflüsse aber noch in mancherlei Er- cheinungen nach. Die Zigeunerfrage müsse ähnlich wie die Judenfrage gesetzlich geregelt wer- Den. Eingehend besprach Dr. Knorr die Ausschal­tung der erblich Unerwünschten. Hier sei Die Bekämpfung Der Fortpflanzung Schwachsinniger besonders wichtig. Der besondere Kampf gelte aber auch dem asozialen Menschentum, das ein schwerer Schädling des Bolkskörpers sei und dessen Fortpflanzung wegen der Erblichkeit der asozialen Anlagen genau so gesetzlich unterbunden werden müsse wie die anderer Erbkranker. Schließlich be­handelte Dr. Knorr die Bedeutung Der FrÜheh « und des Familienlastenausgleichs und wies auf die Notwendigkeit des Vorbildes hin. Unser Volk wolle keine Vorschriften, sondern Vor­bilder. Die Kraft zu solchem vorbildlichen Handeln fließe aus der Familie.

Unzulässige Zremdwerbung im Gchaufenster.

Der Werberat der deutschen Wirt­schaft hat in einem Schreiben an di e Wirt- schaftsgruppe Einzelhandel Dagegen Stellung genommen, daß in Den Schaufenstern mancher Einzelhandelsgeschäfte noch immer unzu- lässige Werbung durch Z e 11 e l a u s h a n g ftir andere betrieben wird. Es handelt sich dabei um Angebote für Zimmervermietung, für den An- und Verkauf von Gegenständen usw. Der Aushang sol­cher Antigen, für die auch Gebühren erhoben wer­den, widerspricht Den geltenden Bestimmungen und i st' u n t e r f a g t. Es handelt sich hier nicht um eine Werbung für das Geschäft selbst, sondern um Fremdanzeigen, die in den Anzeigenteil Der Presse ober an öffentliche Anschlagsäulen gehören.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer hat dem italienischen Außen­minister Gras Ciano telegraphisch seine An- teilnahme zum Ausdruck gebracht. Ferner hat der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribben­trop, dem Grafen Ciano fein herzliches Beileid ausgesprochen. Im Namen der Reichsregierung hat der deutsche Botschafter von Mackensen ;m Palazzo Chigi das herzliche Beileid zum Ableben des Präsidenten der Faschistischen und Korporativen Kammer ausgesprochen. *

Reichsminister Dr. Goebbels traf auf dem Flugplatz Trier ein, wo er vom Kommandeur der Grenzkommandantur Trier, Generalmajor Mat- tenklott, empfangen wurde. Unter seiner Führung besichtigte er Anlagen der Westwall-Befestigungen im Trierer Bezirk. Nach einem kurzen Aufenthalt In Trier selbst begab sich Dr. Goebbels nach Vogel- fang, von wo aus er geminfam mit Oberpräsident Gauleiter Terboven und Gauleiter Staatsrat Grohs der Hermann - Göring ° Meisterschule für Malerei in Kronenburg einen Besuch ab« stattete und sich mit hoher Anerkennung über Die Dort geleistete Arbeit aussprach: er machte der Anstalt zwei wertvolle mittelalterliche Werke für ihre kunsthistorische Bibliothek zum Geschenk.

Am 25. Juni verstarb Der kommissarische Sie­gelbewahrer des Deutschen Reichs­bauernrates Altlandesbauernführer Johan­nes Freiherr von Reibnitz in Leipzig.

Gauleiter und Reichsstatthatter Konrad Hen- l e i n wird am Donnerstag seinen ersten offizielle» Besuch in Der Hauvtstadt Des Pro- te ktorates abftatten und dabei in einer großen öffentlichen Kundgebung *bas Wort ergreifen.

Mit dem SchnelldampferEuropa" Des Nord­deutschen Lloyd traf von Neuyork kommend Frau Dr. P o s ch i o k a , die Leiterin Der japanischen Frauen- und M ä d ch e n o r g a n i s a t i o n , in Bremerhaven ein, sie wird für ein halbes Jahr als Gast der Reich'sfrauenführerin Deutschland be­suchen, um Die sozialen Einrichtungen der 916? Frauenschaft unD Des Deutschen Frauenwerks ten« nenzulernen.

Die Ausgaben Englands für Die Aufrüstung in Den Jahren 1935 bis 1938 be­zifferte Schatzkanzler Sir John Simon in Beant­wortung einer Anfrage des Abgeordneten McGovern (Unabhängige Arbeiterpartei) auf 088 588 932 Pfund Sterling (etwa 11,5 Milliarden Reichsmark) Davon sind nur 193 Millionen Pfund, b. h. 19,5 Prozent, durch Anleihen auf Grund der der Regierung er­teilten Ermächtigung gedeckt worden.

In Den nächsten Wochen werden in En gland Drei L u f ts ch u tz ü b u n g e n ftattfinben, Die etwa drei Viertel des Landes erfassen werde» und Damit nahezu 30 Millionen Menschen. Es soll auch eine totale Verdunkelung ftattfinben, in Die ßum ersten Male auch Die Hauptstadt*einbegriffen wird.

Der Marinekommissar Der Sowjetunion, Kusne­zow, hat sich nach dem Schwarzen Meer begeben. Er wird Dort Die Kriegsflotte besichtigen und auch Flotten-Uebungen beiwohnen.

Das Kaiserreich Siam hat feinen Namen geändert; es heißt nunmehr Thai. Das ist der ursprüngliche Name des Landes und bedeutet Land der Freien". Die neue Bezeichnung tritt in Siam sofort in Kraft, doch sind die aus­wärtigen diplomatischen Vertreter angewiesen wor­den, Den neuen Landesnamen erst zu gebrauchen, wenn er sich durchgesetzt haben wird.

dieser großen Kundgebung beiwohnen. Mit der Er- assuna der Teilnehmer der Schlacht bei Tannenberg und der Interessenten aus dem Reiche ist der NS- ReichskriegerbundKyffhäuser beauf­tragt. Alle Wünsche zur Teilnahme an Diesem Staatsakt, Der zugleich zu einer großen WieDer- sehensfeier aller Tannenberg-Kämpfer werden soll, sind sofort zu richten an alle Dienststellen des NS.-Reichskrieg e rb un desKyffhäuser .

2Redjf und Arbeit.

Ein rechtspolitischcs GemeinschaftHlager.

Erwitte, 26.Juni. (DNB.) In Der Reichs­schulungsburg begann ein rechtspolitisches Gernem- schaftslager für alle führenden 21 rb el t s re ch t - l e r Des Reiches, veranstaltet vom Reichsrechtsamt der NSDAP, in Gemeinschaft mit der DAF. Reichs­organisationsleiter Dr. Ley eröffnete Die Schulung mit einem Vortrag überArbeit und Arbeiter irn Dritten Reich". Er ging von Dem Begriff des Rechts überhaupt aus. Recht fei alles, was der Fortent­wicklung Des Volkes unD Der Erhaltung der Raffe Dient. Wenn es um unser Volk geht, gibt es nur ein Recht, Das zugleich subjektives Recht ist. (Es gibt nur eine Ehre, Das ist Die Frage nach der Lei­st un g für das Volk. Alles, was Das Volk scha- Diät, ist unrecht. Man kann aber erst Dann vorn Volke eine rechtliche Auffassung verlangen, wenn es vorher erzogen morDen ist. Die Partei habe die Aufgabe der Erziehung des Volkes. Erft nach Dem Erzieher komme der Richter. Der Staat müsse Dann sichern, was Die Partei anerkannt habe.

Reichsjustizminister Dr. Gärtner betonte, Die Entwicklung auf arbeitsrechtlichem Gebiet stehe mit­ten im Fluß. Das Gesetz des nationalfozialistifchen Staates wolle nicht nur das regeln, was unbedingt notwendig ist, sondern auch den Bekenntnis- wert eines Gesetzes besitzen und zum Aus­druck bringen, daß aus Gemeinschaftsarbeit ge­meinsame L e i st u n g s v e r p f 11 ch t u n g e n von selbst entstehen. Diese Frage werde beim Recht des Arbeitsvertrages eine gewisse Rolle spielen. Auch bei völliger Durchgestaltung unseres Arbeitsrechtes werde die Einrichtung des Rechts­spruches nicht unentbehrlich werden. Die schlichtende Tätigkeit habe Den Zweck, Den Arbeitsfrieden zu sichern und zu erhalten. Um so mehr werde Diese Aufgabe erfüllt, je mehr der schlichtende Spruch sich mit Dem Willen Der beiden Parteien decke.

Das Ehrenzeichen für deutsche Volkspsiege.

Das vom Führer gestiftete Ehrenzeichen für deutsche Volkspflege schafft auch die Möglichkeit, den unbekannten Helfer Der NSV und des WHW. für besondere Verdienste auszuzeichnen. Für das Gebiet der Volkswohlfahrts­pflege wird daher Die Stiftung des neuen Ehren­zeichens ganz besonders begrüßt... Irn übrigen wird imNS.-Volksdienst", Dem Organ des Haupt- amtes für Volkswvhlfahrt, festgestellt, daß zur Volkspflege im Sinne der Verordnung über Das Ehrenzeichen gerechnet werden Volkswohlfahrt, Winterhilfswerk, Pflege Der Kranken und Verwun- Deten im Frieden und im Kriege, Rettungswesen, Pflege des deutschen Volkstums sowie Fürsorge für deutsche Volksgenossen im Ausland. Das Ehren­zeichen für deutsche Volkspflege habe nicht Den Cha­rakter einer Treudienstauszeichnung, werde also nicht ohne weiteres nach einer bestimmten Zahl von Dienstjahren verliehen. Die Verleihung setze viel- mehr immer ein besonderes Verdienst voraus, wobei naturgemäß auch Die Dauer der Mit­arbeit von wesentlicher Bedeutung sein dürfte. Der unbekannte Helfer der NSV. und des WHW. habe entscheidenden Anteil an Der Schaffung Der Volks­gemeinschaft. Seine Auszeichnung für Verdienste bei Der Lösung dieser Aufgaben werde für ihn nicht nur Ehrung, sondern auch Verpflichtung bedeuten.

Oie Musikerziehung der HZ.

In einer Ansprache in Weimar erklärte Der Reichs- jugendfährer:Mir ist es lieber, in Den Bergen Tirols die musikbegabten Jungmädel mit ihren Blockflöten spielen und fingen zu hören, als Die höhere Tochter von einst bei Der dilettantischen Wie­dergabe einer Mozart- oder Verdie-Arie ertragen zu müssen. Es ist nicht wahr, daß ich Den Jnstrumental- unterricht ablehne, ich will im Gegenteil dem deut­schen Volk einen Nachwuchs an Orchester- m u f i f e r n schaffen, wie er in solcher Stärke bis­her in unserem Volk noch nicht vorhanden war." Seit dem Jahre 1938 wurden durch Die HI. einge­richtet: 35 JugenDmusikschulen mit durch­schnittlich je 350 Schälern; weitere 20 befinden sich im Aufbau. Es gibt ferner im ganzen Reich bereits 500 S p i e l f ch a r e n mit 30 000 Mitgliedern, von Denen 1 8 000 3n ft r u mc n t c n f pi c 1 e r sind. Durch Die Werbung für Den Jnstrumentalunterricht