Ausgabe 
28.6.1939
 
Einzelbild herunterladen

General Dalle in Berlin.

Engste Zusammenarbeit der Luftwaffen Deutschlands und Italiens.

Berlin, 27. Juni. (DNB.) Aus Anlaß des Besuches des italienischen Staatssekretärs der Luft* ah«, Lustarmeegeneral Dalle, und Frau gab der Reichsminister der Lustfahrt und Oberbesehls­haber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Go­rina, im Haus der Flieger einen Empfang. Der Staatssekretär der Luftfahrt und Generalinspekteur der Luftwaffe, Generaloberst Milch, begrüßte die Gäste und sagte dann: Es sind noch nicht. vier Wochen vergangen, seit wir ein großzügiges Programm der Zusammenarbeit auf- t estellt haben, dessen Inhalt bereits in dieser kurzen Zeit von beiden Seiten in schneller und kamerad- chaftlicher Zusammenarbeit in die Tat um- gesetzt worden ist. Und schon die wenigen Stun- den, da wir im engsten Kreise über wertere Fragen uns unterhalten konnten, haben den Beweis er­bracht, daß beide Luftwaffen nicht nur bei ihren Taten in Spanien, sondern auch in ihren Gedanken über Organisation und Einsaß des gleichen G e i st e s sind. Gerade die faschistische und natio- nalsozialistische Weltauffassung hot uns gelehrt, und auch das hat der Einsaß unserer jungen Mannschaft in Spanien erhärtet, daß5 neben den guten Nerven der Führung' und dem bei beiden Völkern vorhandenen erstklassigen technischen Material in erster Linie aus das Herz unserer Soldaten ankommt. Die Gemein­samkeit unserer Auffassungen und Empfindungen hat mir das Leuchten Ihrer Augen bestätigt, als wir uns über die leßten Fragen der Zukunft un­serer Luftwaffen unterhielten. Unsere enge, gemein- ame Arbeit wird aus Grund unserer Vereinbarun­gen sich noch enger gestalten, so weit dies überhaupt möglich ist.

Staatssekretär Lustarmeegeneral Dalle ant- wartete:Als ich vor einigen Jahren das erstemal Gast der deutschen Luftwaffe war, gab es noch keinen abessinischen und spanischen Krieg. Damals hatte ich schon die Gewißheit über die entscheidende Bedeutung der Luftwaffe, und damals schon gab ich Ihnen, Herr General Milch, zu verstehen, daß unsere beiden Luftwaffen immer stärker werden und ein Band herz­licher Freundschaft knüpfen müßten. Ich bin ein guter Prophet gewesen und bin deshalb heute besonders glücklich, weil das Schicksal mir gestattet, hier meinen Duce und Luftfahrtminister zu vertreten unter dem herrlichen Eindruck unseres Militärbündnisses, welches den einzigen Weg zur Erhaltung des Friedens, für den Fortschritt der Kultur in der ganzen Welt darstellt. Ich habe die deutsche Luftwaffe in einem Zustande höch ster materieller und personeller Leistungsfähigkeit angetroffen, und zwar derart, daß sie hinter keiner anderen Macht der Welt zurücksteht. Auch Sie haben wie wir das Ver­

trauen zu der Kraft unserer neuen Waffe, die de- stimmt ist, in einem kommenden Krieg ein ent­scheidendes Wort mitzusprechen. Auch Sie sehen in ihr den Ausdruck einer jungen und starken Gene­ration, die vom Geist seines Führers und Pro­tektors erneuert wurde. Die Fliegerei ist fundiert auf der technischen Vervollkommnung, auf der Aus­nutzung natürlicher Rohstoffvorkommen unserer Länder, welche uns durch keinerlei Einkreisung oder Sanktionen genommen werden kann. Hinzu kommt die Einsatzsreudigkeit, der Mut und die Opferbereit- schäft unserer Besatzungen. Die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Völkern wird auf tech­nischem und ausbildungsmäßigem Gebiet entspre- chend den Befehlen, die ich vom Duce erhalten habe, durchgeführt werden. Unsere beiderseitigen Flug­zeugführer kennen und schätzen sich gegenseitig mit den kameradschaftlichsten Gefühlen, welche ihre Untermauerung in dem Blut, welches für das ge- meinfame Ideal unter spanischem Himmel geflossen ist, gefunden hat. Die italienischen Legionärslieger und die Freiwilligenflieger der Legion haben e i n hervorragendes Sonnen gezeigt, haben immer' gegen eine große Ueber - macht gekämpft und stets gesiegt. Diese Erkenntnis stellt ein wiederholtes Beweismittel für unsere beiderseitige Annäherung dar."

Oie italienischen Frontkämpfer in Berlin.

Brrlin. 27.3uni. <DNB.) Di- 500 als Säfte der Vereinigung deutscher Frontkämpferverbände in Deutschland weilenden italienischen Frontkämp- er, die am Sonntag bei Beginn ihrer Deutsch! and- fahrt in München vom Führer begrüßt worden find, rasen am Dienstagnachmittag, von Nürnberg kom­mend, zu einem mehrtägigen Aufenthalt in Berlin ein. Die Bevölkerung und die Frontkämpferver- bände der Reichshauptstadt bereiteten den italieni­schen Kameraden einen herzlichen Empfang. Der Präsident der Vereinigung deutscher Frontkämpfer­verbände, Herzog von Coburg, gab für die führenden Männer der Frontkämpfer einen Emp­fang im Kaiserhof. Danach leisteten die Gäste einer Einladung des Oberbürgermeisters und Stadt- präsidenten Dr. Lippert zu einem kameradschaft­lichen Beisammensein im Berliner Rathaus Folge. Den Dank der italienischen Gäste für die herzliche Aufnahme in der Reichshauptstadt brachte General di Crollalanza zum Ausdruck. Die enge Ver­bundenheit des faschistischen Italiens und des natio­nalsozialistischen Deutschlands leite sich nicht aus dem unlängst geschlossenen Pakt her, sondern ent­springe dem aufrichtigen Willen beider befreunde­ten Nationen.

Note vom 8. Oktober 1818 legte Lansing Wert darauf, festzustellen, daß damit die Bedingungen Wilsons angenommen seien, und daß eine nunmehr folgende Diskussion (die mit Deutschland gar nicht eingeleitet wurde) nur dem Zweck dienen würde, sich über die praktischen Einzelheiten der Anwendung zu verständigen. Am 12. Oktober bestätigt Staats­sekretär Solf das ausdrücklich.

In einer zweiten Lansing-Note vom 14. Oktober 1918 ist wiederum von den Friedensbedingungen die Rede, die die deutsche Regierung nunmehr a n genommen habe. Die vierte Note vom 5. No­vember bestätigt die Annahme der Bedingungen auch durch die Alliierten und ihre Bereit- schäft, den Frieden herbeizuführen, und gibt die Einschränkungen bekannt, die diese zu machen wünschten. Sie beziehen sich auf den Begriff der Freiheit der Meere und auf die Forderung nach Wiederherstellung der besetzten französischen Ge­biete. Nach Herstellung dieses völligen Einverständ­nisses sollten dann die Bedingungen des Waffenstill­standes bekanntgegeben werden. Dieses Einverständ­nis enthält folgender von Lansing wörtlich mitge­teilter Satz des Memorandums der Alliierten:Mit folgenden Einschränkungen erklären sie (die alliier­ten Regierungen) ihre Bereitschaft zum Friedensschlüsse mit der deutschen Regierung auf Grund der Friedensbedingungen, die in der Ansprache des Präsidenten an den Kon­greß vom 8. Januar 1918, sowie der Grundsätze, die in seinen späteren Ansprachen niedergelegt sind."

Was aus diesen Grundsätzen dann in Versail­les geworden ist, wie sie mit Füßen getreten und in ihr Gegenteil verkehrt worden sind, ist bekannt und wird ja auch selbst im Lager der früheren Alliierten kaum noch bestritten. Daladier, Chamber­lain und Lord Halifax haben von den Fehlern und Irrtümern gesprochen, die in Versailles begangen worden feien. Sie hätten das Kind beim Namen nennen sollen. Es war ein bewußter und gewollter Wortbruch, der begangen wurde, um die Herrschaft der Gewalt in der Welt zu verewigen. Ja selbst das wortbrüchige Diktat von Versailles ist in der späteren Zeit noch mehrfach wieder gebrochen worden, man denke nur an den Ruhreinbruch, die Besetzung Frankfurts und andere Akte nackter und schamloser Gewalt an dem wehr­losen Deutschland.

Was ist demgegenüber in letzter Zeit von Seiten des Reiches geschehen? Die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Mutterland, die Heimkehr des Sudetenlandes und des Memellandes und die Schaffung des Protektorates Böhmen und Mähren. Keine dieser politischen Handlungen liegt außer­halb des Rahmens der Wilfonschsn Grundsätze, keine wäre notwendig geworden, hätte nicht der Wortbruch der Alliierten unerträgliche und wider­natürliche Verhältnisse erst geschaffen. So lautet zum Beispiel der zehnte von Wilsons 14 Punkten:Den Völkern Oesterreichs-Ungarns, deren Platz unter den Völkern wir fichergestellt und zugesichert zu sehen wünschen, sollte die freieste Gelegenheit zu autono­mer Entwicklung gewährt werden." Diese Autono­mie besitzen die Tschechen heute, genau so wie die Slowaken. Daß bei den Völkern Oesterreichs nicht an die Bilduikg eigener unabhängiger Staaten ge­dacht war, ergibt sich nicht nur aus der Formulie­rung selbst, sondern auch daraus, daß für die Polen ausdrücklich die Schaffung eines eigenen unabhängi­gen Staatswesens gefordert wurde. Bis zum heuti­gen Tage hat also Advlf Hitler nichts anderes ge­tan, als den Wilsonschen Grundsätzen gegenüber den Versailler Gewaltmächten Geltung zu verschaffen. Auch an der Nordostirenie des Resches gibt es noch Verhältnisse, deren Bestehen weit über das durch die 14 Punkte bestimmte Maß an Verpflichtungen des Reiches hinausgehen, und deren hartnäckige und böswilliae Aufrechterbaltuna als solche schon wieder einen Akt der Gewalt darstellt.

Weder eine noch so scharf organisierte Agitation, noch so selbstgerechte Ministerreden In den West­staaten werden das deutsche Volk von seiner lieber zeugimg ab bringen, daß es, indem es handelt, auch im Rechte ist, und daß die Wortbrecher und Ge­waltpolitiker außerhalb der deutschen Grenzen zu suchen find.

suchen sind. Wenn die Weltgeschichte das Weltge­richte ist, dann hat sie es niemals so drastisch be­wiesen wie an diesem Dokument des Wahnsinns, das Datu bestimmt sein sollte, eine brüchig gewor­dene Weltordnung für ewige Zeiten zu stabilisie­ren, und das doch In Wirklichkeit den Ausgangs­punkt für eine ganz neue Gestaltung aller politischen Verhältnisse und Anschauungen im europäischen Raum bildete. Dieser Umbau ist heute in vollem Gange, und er wird vollzogen von dem Volk, das die Friedensmacher der Entente vor zwanzig Jah­ren glaubten vernichtet zu haben. 20 Jahre nach Unterzeichnung von Versailles ist das entwaffnete und entrechtete Deutschland von damals zu einer Weltmacht, zugleich auch die stärkste Wehrmacht der Welt geworden. Das ist die Antwort eines 2fboii Hitler an die Wilson, Clömenceau und Lloyd George. Und 20 Jahre, nachdem der ärgste Deutschenhasser unter den französischen Staatsmännern der letzten 50 Jahre das Wort sprach:Es albt 20 Millionen Deutsche zuviel in der Welt", ist aus dem zer­stückelten Rumpf-Deutschland von Versailles das Großdeutschland mit rund 80 Millionen Menschen geworden. Das ist Adolf Hitlers Antwort auf jenen von krankhaftem Haß diktierten Wutschrei. So sehen wir heute den 28. Juni als einen Tag nicht der deutschen Unterwerfung, sondern als einen Tag, an dem die deutsche Erhebung, die deutsche Revo­lution gegen Unrecht, Willkür, Ausplünderung und alles politische Verbrechertum ihren Anfang nahm.

Jüdische Golidariiai

Englands Kriegsminister Hoare B e l l f h a ist Jude. Er würde selbstverständlich auf eine entspre­chende Frage die entrüstete Antwort geben, daß er in erster Linie Engländer fei und daß alle feine Handlungen durch die Interessen England» bestimmt wären. Eme derartige Antwort wäre in der Tat echt jüdisch. Denn wenn jüdische Interessen auf dem Spiele stehen, dann wirkt auch in Hoare Belisha das Blut feiner israelitischen Vorfahren stärker als die Pflichten, die ihm durch Eid auferlegt worden sind. Wie Hoare Belisha aber die vermeintlichen und vor- geblichen Rechte feiner Raffe wahrnimmt, ergab sich im Prozeß gegen den britischen Poli - zeiofsizier Gobdard. Ein Zeuge stellte aus­drücklich fest, der englische Friegsmimster, also der Jude Hoare Belisha, habe jüdischen Revisionisten erklärt, er sei mit der illegalen Einwanderung von Juden nach Palästina einverstanden, wenn die Einwanderer aus militärisch geschul- ten Personen beständen. Mit andern Worten: Hoare Belisha wünscht sich in Palästina Juden, die mit dem Schießprügel und mit Dynamitbomben um- zugehen wissen, also auch fähig und bereit sind, den Dernichtungskampf gegen die Araber zu verstärken. Damit sie in ihrem sauberen Handwerk nicht gestört werden, hat jetzt das britische Kriegsministerium,

selbstverständlich nur auf Anweisung feines Chefs, dem Kommandierenden in Palästina den Befehl, er­teilt, zwischen Juden und Arabern einen sichtbaren Unterschied zu machen, also auch die jüdischen Siedlungen zu schonen. Zur Durchsuchung jüdischer Siedlungen und Stadtviertel hat man sich überhaupt erst entschlossen, nachdem der radikale Teil der Judenschast in Palästina zu Terrorakten übergegangen ist, die jedesmal 50 bis 100 Tote und Verwundete zur Strecke brachten. Jedoch dürfen nach dem jüngsten Befehl aus London diese Durch­suchungen nurzart", wie es wörtlich heißt, also mit Glacehandschuhen durchgeführt wer­den. Kein Jude darf hart angefaßt, keine Judin überhaupt berührt werden. Unter dem britischen Militär, besonders unter den Offizieren, herrscht helle Empörung über diesen Befehl. Man be­schwert sich, in Palästina für die Juden die Haut zu Markte tragen zu müssen.

England scheut die Wahrheit.

Zwei deutsche Journalisten aus Jerusalem ausgewiesen.

Berlin, 27. Juni, (DNB.) Die Vertreter der Deutschen Nachrichtenbüros in Je­rusalem, Dr. Reichert und Dollhardt, sind von den englischen Behörden aus dem Mandats­gebiet Palästina ausgewiesen worden. Gründe für diese Maßnahme werden nicht mitgeteilt. Beide DNB.-Vertreter haben das Land inzwischen ver­lassen, ohne von der ihnen zugestandenen Verlänge­rung der Ausweisungsfrist Gebrauch zu machen.

Vom Deutschen Nachrichten-Büro wird hierzu fest- gestellt, daß sowohl Dr. Reichert als auch Vollhardt den Weisungen der BerlinerZentrale des DNB. gemäß sich bei ihrer Berichterstat- tun-g jeglicher Uebertreibungen oder tendenziöser Entstellungen der Vor­gänge in Palästina enthalten haben. Alle ihre Meldungen und Berichte entsprechen den Tatsachen und der Wahrheit. Es kann also englischerseits nicht der Vorwurf erhoben werden, daß die DNB.-Vertreter in irgendeiner Welse ihre journalistische Pflicht einer gewissenhaften und ehr- lichen Berichterstattung verletzt hätten. Der Grund der Ausweisung kann daher lediglich der fein, daß man sich englischerseits zweier unbequemer Zeugen des englischen Vorgehens in Palästina entledigen wollte.

Oie Aufrüstung der Türkei.

Mit englischem Geld

und französischen Ingenieuren.

Varis, 27. Juni (Europapreß). Die offizielle Ueoertragung der Souveränität über den Sandschak Alexandrette an die Türkei wird am 22. Juli er­folgen. Kleinere türkische Truppenabteilungen sollen bereits zum Schutz des türkischen Eigentums ein- marschiert sein. Die Pariser Ausgabe des ,,New Port Herald" bestätigt die Gerüchte, wonach die Türken den Golf o o n A le x a n d r e 11 e zu einem bedeutenden Luft- und Flottenstützpunkt ausbauen würden. Gleichzeitig würden die tür­kischen Befestigungen nördlich des Marmararneeres von Adrianopel bis zum Bosporus nach dem Muster der ftanzösifchen Magi- not-Linie modernisiert werden. Französische Ingenieure, die an der Maginot-Linie gearbeitet hätten, würden zu diesen Arbeiten herangezogen. Die Finanzierung erfolge durch die 16-Mil- lionen-Pfund - Anleihe, die Großbritannien vor einiger Zeit der Türkei gewährt habe. Neben der türkischen Luftwaffe würde auch die Kriegs­marine verstärkt werden. Nach Durchführung

des neuen Rüstungsplanes werde sie aus zwei neuen Kreuzern, dreißig Zerstörern und sechzig Unterseebooten bestehen.

Aus einem Bericht desPester Lloyd" aus Istan­bul gebt hervor, daß fn der türkischen Hauptstadt die Auffassungen über den Wert und die Aus­wirkungen des türkisch-französischen Vertrages über die Abtretung des Sandschaks von Alexandrette sehr geteilte sind. In dem Bericht heißt es, besonders in Wirtschaftskreisen zeige man sich besorgt. In wirtschaftlicher Beziehung bilde, nach Ansicht der türkischen Wirtschaftskreise, der Vertrag eine große Gefahr für die Türkei. An leitender türkischer Stelle habe man allerdings diese Gefahr aus politischen Gründen nicht ein seh en wollen.

London zu allem bereit

Die neuen Instruktionen für die Unterhändler in Moskau.

London, 28. Juni. (DNB. Funkspruch.) Wie die Times" berichtet, ist die Antwort an Moskau gestern abend fertiggestellt worden. Sie wird heute beim britischen Botschafter in Moskau eintreffen. Sobald auch der französische Botschafter seine In­struktionen erhalten habe, würde man um eine neue Unterredung mit Molotow nach» suchen. Die jüngsten britischen Beratungen seien daraus abgestellt,eine Einigung näherzubringen" und die Form der Zusammenarbeit klarzustellen. DerDaily Telegraph" weift daraus hin, daß man in Londonzu einer Kapitulation vor den Moskauer Forderungen deren Kernpunkt sich be­kanntlich auf den Fernen Osten bezieht i m m er mehr bereit wenn nur eine tragbare For­mulierung gefunden wird. Die neuen Instruk­tionen an den britischen Botschafter sollten für die Moskauer Regierungüberzeugend" sein, für Eng­lands Entschluß, sein Hilfeversprechen zu erfüllen und Englands Bereitschaft, sofort die Mittel ,yu er­örtern, mit deren Hilfe diese Zusammenarbeit am besten wirksam gestaltet werden könnte.

Daily Sketch" schreibt, daß man über den Wert eines Bündnisses mit Sowjet ruß land zwar ver­schiedener Meinung fei, daß man aber so­wohl in diplomatischen wie in Finanzkreisen den Abschluß des Paktes alsäußerst wesentlich für den Frieden" ansehe. Mit der Bemerkung, die britische Regierung wolle eineeuropäische Rege­lung" jetzt erörtern, wo die Atmosphärenoch einigermaßen gefunb fei", umschreibt auch er die immer stärkere Bereitschaft Londons, noch grö­ßere Opfer für eine Beendigung der peinlichen Verhandlungen mit Moskau zu bringen.

Daladier

kündigt neue Nüstungen an.

Hinausschiebung der Wahlen möglich.

Varis, 27. Juni (DNB.) Ministerpräsident D a- lädier erklärte in der Kammer kurz vor der Ver­kündung des Dekrets über die Schließung der or­dentlichen Session 1939, die Lage in Europa und in der Welt sei noch nie so delikat und ernst gewesen wie gegenwärtig. Es fei fein« Pflicht zu sagen, daß die Regierung die Landesver­teidigung noch weiter verstärken müsse. Die Regierung habe zu den vielen Milliarden, Die bereits ausgegehen seien, noch 18 Milliarden binzugeben müssen. Er wisse, daß dies eine schwere Last sei. Den Gesetzen entsprechend habe Frankreich Arnar nicht mobil gemacht, aber eine Reihe von Disponiblen unter die Fahncn gerufen. Durch ihre Anwesenheit an den Grenzen fei der Friede garan-

Italiens Luftwaffe.

Es sind auf den Tag genau drei Jahre her, daß General Dalle zum ersten Mal nach Deutschland kam, um mit den führenden Persönlichkeiten der jungen deutschen Luftwaffe Fühlung zu nehmen. Wenn der italienische Geschwadergeneral, der als Staatssekretär der Königlich-Italienischen Luftwaffe diesen Wehrmachtsteil nach den Direkttven des Duce leitet, auf Einladung Hermann Görings nunmehr einen Besuch wiederholt, so ist er dem deutschen Volke und vor allem den deutschen Fliegern fein Unbekannter mehr. Das Gefühl herzlicher Kamerad- chaft zwischen der deutschen und italienischen Luft­waffe ist heute vielleicht dasselbe wie vor drei Jahren. Aber wie hat sich diese Kameradschaft in­zwischen bewährt und welche großen Aufgaben ind ihr erwachsen! Der Kampf gegen den Bolsche­wismus und die demokratischen Eindringlinge in Spanien war eine gemeinsame Bewährungsprobe, und nun gilt es, die aus dem deutsch-itallenischeft Bündnispakt sich ergebende Zusammenarbeit noch enger und wirkungsvoller zu gestalten, als dies ohnehin schon der Fall war. Nachdem das militärische Funktionieren der Achse für die beiden anderen Wehrmachtsteile bereits durch das Treffen der leitenden Persönlichkeiten in Innsbruck und Friedrichshafen, roo dieser Tage Großadmiral Raeder mit Dem italienischen Unterftaatsfefretar der Marine, Admiral Cavagnari, Besprechungen ab­hielt, fichergestellt worden ist, wird nunmehr durch General Valle und seinen Gastgeber die Zusammen­arbeit der beiden erfolgreichsten Luftmächte der Welt in Krieg und Frieden festgelegt werden.

Neben Mussolini selbst und General Balbo hat General Valle an dem bewundernswerten Auf­bau der italienischen Luftwaffe in erster Linie mit* gewirkt. General Dalle ist ein alter Luftfahrtpionier. Er nahm bereits 1912 mit dem lenkbaren Luft- schiff PII am italienisch-türkischen Krieg teil und organisierte Dann den Dienst Der lenkbaren Luft­schiffe im italienisch-österreichtschen Krieg, wofür er vorzugsweise zum Major befördert und mit zwei silbernen Medaillen ausgezeichnet wurde. Im Jahre 1919 gewann er den Dauerflugpreis. Don 1926 bis 1929 war er Ko mmand eur der Luftaka, Demi« und erhielt Dann als General das Kom­mando der Luftbrigade. Im Jahre 1930 nahm er an dem von Balbo ausgeführten großen Ge* schwaderflug nach Brasilien teil und wurde dann General st abschef der italieni­schen Luftflotte. Trotz seiner großen Inanspruch­nahme durch den aktiven Dienst fand er noch Zeit zu wissenschaftlicher Arbeit und veröffenttichte mch- rere Schriften über Luftfahrttechnik. Als Balbo, der bis dahin Luftfahrtminister war, im Jahre 1933 3um Gouverneur von Lydien ernannt wurde, wurde Dalle fein Nachfolger als Staatssekretär, unter dem Duce, der sich die Leitung Des Mini­steriums selber vorbehielt. General Dalle, der fein Flugzeug grundsätzlich selbst führt, hat Großes zur Ausbildung der italienischen Flieger geleistet. Ende Juli 1936 flog er mit Der Savoya S 79 im 400« Kilometer-Tempo nach Berlin, um den Besuch Her­mann Göring aus dem Jahre 1933 zu erwidern und gleichzeitig Gelegenheit zu nehmen, die Ein­richtungen der zivilen Luftfahrt sowie das mili­tärische Luftfahrtwesen in Deutschland kennen zu lernen.

Seitdem sind in der Entwicklung der beiden be­freundeten Luftwaffen ungeheure Fortschritte ge­macht worden. Wir alle wissen um die Rekord­leistungen der deutschen Luftfahrtindustrie, wir wissen um Die Erfolge der Legion Condor, wir wissen um die zahlenmäßige und qualitattve lieber- legenheit der deutschen Luftmacht. Aber auch die Italiener sind in diesen Jahren nicht müßig gewesen. Mit dem Jahre 1937 hat eine vollkommene Neuorganisierung der italienischen Luft­waffe begonnen. Es wurde schon damals die Wehrpflicht für Den italienischen Flieger nach- wuchs anstelle Des bisher geltenden Freiwilligen- syftems eingeführt. Es wurde aber auch eine außer« ordentliche materielle Verstärkung der Luftwaffe durch Einführung und Massenproduktion neuer Typen vorgenommen, so daß das faschistische Imperium heute über viele Dausende von Front­flugzeugen und Zehntausende von Piloten verfügt. Wie groß die Begeisterung der italienischen Jugend für die Fliegerei, wie groß auch ihre Eignung hier­für ist, dafür nur ein Beispiel. Als kürzlich eine Ausschreibung für 500 Pilotenposten ftattfanb, mel­deten sich insgesamt 2784 Anwärter, von denen nur 299 Der ärztlichen Tauglichkeitsprüfung nicht stand- hielten.

Das Ziel der Neuorganisierung war, entsprechend Der zentralen Lage Italiens in feinem mittelmeerl- 1 schen Lebensrau^m und entsprechend den Lehren Douhets die Schaffung einer Luftflotte, die zu selbständigen, operativen Unterneh­mungen mit größter Schlagkraft befähigt ist. Diese Luftarmee, Die trotz ihrer großen Masse eine große Beweglichkeit im Einsatz auf weisen soll, ist heute in vollem Aufbau begriffen. In welchem Tempo dieser Aufbau geschieht, wird nicht nur durch die Erhöhung Des Haushaltsvoranschlages 1939/40 um 905 Millionen Lire auf 2165 Millionen gegenüber dem Des Vorjahrs bewiesen, sondern auch durch die erst kürzlich verfügte Bereitstellung wei­terer zusätzlicher Mtttel in Hohe von 1250 Millionen Lire. Ausschlaggebend aber ist wie immer der kämpferische Geist, von dem die italienischen Flieger wie ihre deutschen Kameraden beseelt sind und von dem sie in den letzten Jahren so viele hervorragende Proben abgelegt haben.

tiert. Frankreich sei zu jeder Anstrengung einer friedfertigen Zusammenarbeit bereit. Es müsse einig und wachsam fein. Alles müsse Der Verteidigung des Landes untergeordnet werden. Wenn die auswärti­gen Ereignisse es erfordern sollten, werde Die Re­gierung nicht zögern, die Verantwortung für Hin* ausschiebung der Wahlen auf sich zu neh­men, das heiße aber nicht, daß die Regierung Die Bedeutung Der Zusammenarbeit mit dem Parlament unterschätze. Möglicherweise würden Die Parla­mentsferien kürzer fein als man glaube.

36n Sauds Gondergesandter in Item.

Rom, 27. Juni. (Europapreß.) Der Vertrauens­mann Ibn Sauds, des Königs des Hodschas. Khalid al Hud, Der vor wenigen Tagen vom Führer empfangen wurde, ist am Dienstag in Rom eingetroffen. Dazu schreibt das halbamt­licheGiornale d'Jtalia", das große Interesse, das man besonders in England für diese Reise xeiqe, sei nicht unverständlich. Die Lage in Palästina und die grausamen Verfolgungen der A?aber könn­ten Ibn Saud nicht gleichgültig lassen. Anderseits müsse ihn auch das Wiederauftauchen der Türken unter den Arabern einigermaßen beun­ruhigen. Die Abtretung des Sandschaks Alex- anbrette, die eng verknüpft |et mit Dem eng-