Ausgabe 
28.2.1939
 
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werde sich dann jährlich um 100000 und später um 200 000 Menschen verringern. Einer solchen verhäng­nisvollen Entwicklung könne nur dadurch begegnet werden, daß man die wirtschaftliche Lage der heute vielfach verelendeten kinderreichen Familien bessere.

Die italienische Siedlung in Ostafrika.

Rom, 27.Febr. (Europapreß.) DasGiomale d'Italia" veröffentlicht einige Zahlen über die ita» lienische Siedlung m Ostafrika. Die Ziffern erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, bilden aber einen Beweis für die große Expansionskraft des italienischen Volkes. In Eritrea, demBrücken­kopf des Imperiums", wo vor der Eroberung Abes­siniens nur einige tausend Italiener ansässig waren, wohnen heute 67 554 Italiener, davon etwa ein Fünftel Frauen. Addis Abeba, die Hauptstadt von Italienisch-Ostafrika, hat bereits 26 952 italie­nische Einwohner. Im übrigen wurden ermittelt: In der Provinz Schoa rund 4500, in der Provinz Harrar rund 8000, in Somaliland und Amhara wohnen ebenfall rund 8000, und in Gondar rund 2000 Italiener. Gerade in diesen Tagen sind 68 Familien aus allen Teilen des Mut­terlandes nach der Provinz Schoa unterwegs, wo sie vollständig eingerichtete Sied­lungshäuser mit Grundstücken von je 60 Hek­tar erhalten werden. Dieses Siedlungswerk wird vom nationalen Kriegsteilnehmerwerk durchgeführt.

Deutschland muß leben."

Eine Wanderausstellung des Rassenpolitischen Amtes.

NSG. Das Rassenpolitische Amt des Gaues Hessen-Nassau hat in einjähriger Arbeit eine große Wander-Ausstellung vorbereitet, die unter dem LeitwortDeutschland muß leben" am Samstag im Saalbau in Darmstadt eröffnet wird. Anschließend wird die Ausstellung in Worms, Mainz, Frankfurt und in allen übrigen Kreisen unseres Gaues gezeigt.

Das Rassenpolitische Amt hat seit seinem Bestehen in fünfjähriger Arbeit eine umfangreiche raffen» politische Aufklärung, Erziehung und Schulung in die breitesten Dolkskreise getragen, um die Gesamt­heit unseres Volkes auf die ewigen völkischen Gesetze auszurichten. Diele Maßnahmen unserer Staats­führung gehen von diesen rassenpolitischen Erkennt­nissen aus, die heute schon zum großen Teil All­gemeingut geworden sind. Dennoch ist es immer wieder notwendig, in klarer Form diese ewigen Lebensgesetze herauszustellen und von den Maß­nahmen des Nationalsozialismus auf diesem Gebiete ein Bild zu geben.

Die Wanderausstellung, die das Rassenpolitische Amt im Gau Hessen-Nassau aufgebaut hat, dient in 12 Abteilungen der großen Erziehungsaufgabe, die der Partei auf diesem Gebiet gestellt ist. Die Gesetze des ewigen Lebens in der Natur eröffnen die Folge von Darstellungen, die weiter die Gesetze der Auslese, Ver­erbung und die bevölkerungspolitischen Erkenntnisse behandeln. Zwei Abteilungen sind den politischen Kirchen und dem Juden­tum als Gegnern des Rassegedan- k e n 5 gewidmet. Die aufbauende Arbeit unseres Staates findet ihre Darstellung in der national­sozialistischen Siedlungspolitik, dem Müt - t e r b i e n ft des Deutschen Frauenwerks, der Be­völkerungspflege in der NS.-Volkswohlfahrt und in dem Wirken des Reichsarbeitsdienstes, der Hitler-Jugend und des Reichsbundes für Kinderreiche. Die Ausstellung, in der täglich Filme des Raffenpolitischen Amtes gezeigt werden, schließt mit einem Ueberblick über die Entwicklung des Rassenpolitischen Gedankens in der Welt.

Keine Einkommensteuererhöhung für Ledige mit kleinem oder mittlerem Einkommen.

Berlin, 27. Jebr. (DJtB.) Durch Staate- sekretär Reinhard wird dem Deutschen Rach- richlenburo auf Anfrage bestätigt, daß sich die Er- Höhung der Einkommensteuer der Ledigen nur bei denjenigen Ledigen auswirken wird, die monatlich mehr als 442 Mark Lohn oder Gehalt haben, und bei den Veran­lagten, deren Jahreseinkommen 4250 Mark übersteigt. Die Ledigen mit kleinem oder mittleren Einkommen erfahren damit durch das Linkommensteueränderungsgeseh keine Mehr­belastung.

Oie Reichsfrauenführerin in Rom.

Rom, 28. Febr. (DNB.) Die Reichsfrauenfüh­rerin Scholtz - Klink ist, einer Einladung der Faschistischen Partei folgend, am Montagabend in Begleitung von Dr. Martha Unger, Leiterin der Hauptabteilung Grenz- und Ausland, und Erika K i r m f f e, Leiterin der Hauptabteilung Presse und Propaganda, in Rom eingetroffen. Zur Begrüßung auf dem Bahnhof hatten sich Parteisekretär Minister Starace, die Inspektorinnen des faschistischen Jugendoerbandes (GIL.), Marchesa Medici , und Frau Franceschini, sowie Botschafter 'von Mackensen eingefunden. Außerdem waren Abteilungen des faschistischen Iugendverbandes mit Musik und Frauenformationen angetreten. Die Reichsfrauenführerin wird zwei Tage in Rom blei­ben und anschließend die faschistischen Frauenorga­nisationen in Turin und Mailand be­sichtigen.

Deutsch-polnische Besprechungen in Berlin.

Berlin, 27. Febr. (DNB.) Wie bereits mit­geteilt worden ist, hat der Reichsminister des Aus­wärtigen, von Ribbentrop, anläßlich feines Staatsbesuches Ende vorigen Monats mit dem pol­nischen Außenminister, Oberst Beck, vereinbart, Fragen der Behandlung der beider­seitigen Volksgruppen alsbald zum Gegen­stand besonderer Besprechungen zwischen Vertretern der deutschen und der polnischen Regierung zu machen. Diese Besprechungen wurden heute in Ber­lin durch den Staatssekretär des Auswärtigen, Freiherrn von Weizsäcker, eröffnet. Deut­scherseits nehmen daran teil: Ministerialdirektor Dr. 23 e II e rt vom Reichsministerium des Innern und Legationsrat Bergmann vom Auswärtigen Amt, polnischerseits Ministerialdirektor Zyborski vom polnischen Innenministerium und Ministerialrat K u n i d i vom polnischen Ministerium für aus­wärtige Angelegenheiten.

Die Tabakspfeife und ihre Urahnen.

Rauchsitten vor der Entdeckung Amerikas.

Von Werner Lenz.

Tobacks-Pfeiffen sind bekannte Maschinen, deren man sich zum Rauchen des Tobacks bedienet. Die allergebräuchlichsten bestehen aus Thon. Weil aber dieselben sehr zerbrechlich sind, so hat der unauf­hörliche Gebrauch des Tobacks dem menschlichen Witze verschiedene Erfindungen eingegeben, und man hat die_ Röhren bald von Leder, bald von Horn, die Köpfe aber von einer anderen festen Materie, die wider das Feuer bestehen kann, ver­fertiget." Der Historiker aus der Zopfzeit, der anno 1745 diese durchaus zutreffende Definition von der Pfeife und ihrem Zwecke gab, ahnte nicht, daß die Sitte des Pfeiferauchens uralt, viel älter als die Entdeckung Amerikas ist und zwar auch in Europa. Denn daß die von Columbus und feinen Nachfolgern drüben vorgefundenen Dolks- fitten dortzulande altüberkommen waren, mußte ja ohne weiteres als selbstverständlich gelten Wenn aber jemand im Zeitalter der Aufklärung, im 18. Jahrhundert, behauptet hätte, daß auch die Vor­fahren der Mitteleuropäer schon geraucht hätten, wäre er als Narr und Schwindler betrachtet wor­den. Und doch stimmt es!

Man fand in keltischen Siedlungen, die der vor­geschichtlichen, frühen Eisenzeit angehorten, eine bronzene Pfeife, ebenfalls eine keltische Münze, die das Bild eines Pfeifenrauchers zeigt. Diese beiden Funde sind einzeln und auffallend, also für Spezial­forschungen besonders wichtig. Für die weite Ver­breitung des Rauchens in keltischen Landen zeugt aber die Tatsache, daß man häufig in keltischen Wohngebieten Galliens und Helvetiens Eisenpfeifen ausarub, die die typische Form neuzeitlicher Ton­pfeifen haben, also kulturgeschichtlich als Urformen der späteren Pfeife anzusprechen sind. Interesiant ist es sodann, zu vermerken, daß in der römischen Kaiferzeit sich in römischen Kolonien Gallien, Schweiz, Rheinland, Spanien, England Rauch- pfeifen fanden, deren Art und Vorkommen mit Sicherheit darauf schließen läßt, daß die Romer die Sitte des Pfeifenrauchens bei ihrem siegreichen Vordringen von den Kelten übernommen hatten und meitertrugen. Nunmehr fand man Pfeifen aus Esten, Bronze, Ton; manche hatten für ein Mund­stück aus Horn oder Holz; andere befaßen sogar schon Deckel, die mit Scharnieren befeftigt waren. So gut sich viele dieserRauchmaschinen" hielten, so wenig hielt sich natürlich der Rauchstoff selbst. Tabak gehörte nicht zum europäischen Naturkreise; also müssen es andere aromatische Kräuter gewesen sein, die man damals schmauchte; wahrscheinlich waren bevorzugte Duftpflanzen Quendel und Lavendel so­wie Hanf; auch erwähnt Plinius Riedgräser als Rauchmaterial. Daß Lavendel beliebt war, können wir mittelalterlichen Berichten entnehmen, die er­zählen, daß dieser Pflanze Rauch munter erhält, also gewiß von Militär-Wachtposten geschätzt wurde.

Ja, auch bas Mittelalter hat die Pfeifenraucherei keineswegs ganz vergessen. Es gibt sogar zwei alte Raucherdenkmäler", die nach jener keltischen Münze wohl als älteste Raucherdarstellungen Europas anzusprechen sind. Das eine ist eine Statue in der irischen Abtei Corcumare; sie stellt einen Mann der Karolingerzeit mit einer Pfeife im Munde dar; das andere stt ein Säulenkapitel der Kirche zu Hubeville mit dem gleichen Motiv aus dem 11. Jahrhundert.

Immerhin, als die neue Welt entdeckt wurde, war das Pfeifenrauchen in europäischen Kultur­kreisen bereits so stark aus der Erinnerung gekom­men, daß es Aussehen erregt, als ein Begleiter des Columbus von Rauchern aus Haiti berichtete, die

mittels einer doppelröhrigen Pfeife einberauschen­des Kraut" durch die Nasenlöcher rauchten. Sonst war im mittleren Amerika die Zigarre vor­herrschend. Die nordamerikanischen Stämme jedoch kannten nur die Pfeife; sie das paßt zu Europa kannten auch keinen Tabak, sondern qualmten" gewürzige Wildkräuter, besonders be­liebt war eine rötliche Weidenrinde. Heber die Rauchsitte der Indianer von Louisiana schreibt um 1710 dasCurieuse Bücher- und Staats-Cabinet": Die Louisianer sollen der Sonnen zu Ehren Toback rauchen. Sie kehren ihr Angesicht nach der Sonnen, die sie in ihrer Sprache ,Louis' nennen, um da­durch ihren Respect, den sie gegen dieselbe tragen, an den Tag zu legen, und präfentiren also ihre Pfeiffen, so bald dieselbe angezündet, diesem Ge­stirn mit den Worten: »Tschenti ouba, Louis!', das heißet »Rauche, Sonne!'. Sie fahren niemals im Rauchen fort, als wenn sie die Sonne vorher unter diesem Nahmen ,Louis' gehuldigt haben, wie denn auch das Land selbst von der Sonnen den Nahmen hat. daß es Louisiana oder Sonnenland Heist." Hier liegt natürlich ein Irrtum des alten Historikers des Curieusen Cabinets" zugrunde. 1682 hatten Fran­zosen jenes Gebiet des südlichen Nordamerikas be­siedelt, hatten es zu Ehren Louis XIV.Louisiana" genannt und den braven Ureinwohnern wahrschein­lich allerlei Prächtiges von chremSonnenkönig" erzählt. Daraus schöpften die Naturkinder dann wohl die Ahnung, daß ein guter, fonnenhaftsr Gottfürst jenseits des großen Wassers walte, dem zu Ehren sie die gewiß ältere Tabakshuldi­gung alsRauchopfer" darbrachten.

Interessieren mag es, daß die ersten Tabakston­pfeifen 1585 aus Virginien in Augsburg eingeführt wurden, wo man jene Urpfeifen die dort in der Nähe des römischen Limes auch geraucht worden sein dürften längst vergessen hatte Eine Erzeu­gung im Großen vor rund 200 Jahren fand in dem Dorfe Horpke bei Helmstedt statt, wo als eine bedeutende Leistung jeder Pfeifenmacher täglich rund tausend Stück herstellte. Um jene Zeit rauchte auch dasmondäne Frauenzimmer"; es wurden extra zierlicheJungfernpfeifen" angefer­tigt. In Deutschland hielt sich die Sitte nicht, doch rühmt ein Reisender von England schon in früherer Zeit:Das englische Frauenzimmer ist schlank, schon von Gesichte und charmant; sie machen auch ein Pfeifgen Toback mit."

Wie verbreitet im deutschen Bauerntums seit dem Dreißigjährigen Kriege die Tabakspfeife war, be­zeugt ihre Stellung im Brauchtum. Noch in neuerer Zeit gab man auf dem Lande dem Verstorbenen seine Tabakspfeife mit in den Sarg; zum Zeichen, daß im Hause Trauer herrsche, stellte man mancher­orts kreuzweise aneinandergelegte Pfeifen hinters Fenster. War aber Hochzeit ober Kindtaufe im Bauernhause, so wurden die Tabakspfeifen des Hausherrn mit bunten Federn geschmückt und fest­lich an irgendeinem auffälligen Platze ausgestellt. Auch in der Dolksheilkunde war das Tabakrauchen sehr geschätzt:Der Tobacco zertheilet alle Haupt- Flüsse und Kopfschmerzen, er clarifizieret die Augen, schärftet das Gehör und couriret alle Zahnschmerzen in wenig Minuten." Ein Rückweis auf dasvor- tabakliche" Rauchen ist deruioch nicht verschwundene Volksbrauch, Huflattichrauch durch ein Rohr gegen allerlei Leiden einzusaugen.

Die wichtigste Verbesserung der alten Pfeife ge­schah 1689 durch den österreichischen Arzt Franz 23icarius, der den Abguß und Nikotinfänger er­fand.

Krankheiten ist das Verhällnis vielfach umgekehrt. Von 1800 Genickftarrefällen führten 842 zum Tode, also mehr als an Scharlach, von 287 Gehirnent­zündungen 160. Insgesamt ist festzustellen, daß fast überall ein Rückgang der Sterbefälle eingetreten ist, woraus sich ergibt, daß der Kampf gegen die In­fektionskrankheiten auch da, wo eine Eindämmung ihrer Verbreitung noch nicht möglich war. erfolg­reich geführt werden konnte.

Kleine politische Nachrichten.

Nachdem der Reichsführer ff und Chef der deut­schen Polizei, Himmler, am Sonntagabend im großen Saal des Wiesbadener Kurhauses in mehr als zweistündiger Rede die die Schutzstaffeln bewegenden Probleme behandelt hatte, sprach er am Montagvormittag in Anwesenheit von Gauleiter Reichsstatthalter S p r e n g e r und Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen zu den Polizei­offizieren des Bereichs des höheren ff- und Polizei­führers Rhein.

Am 27. Februar 1939 konnte der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, General der Flieger Chri­stiansen, auf eine 25jähri ge aktive Tä­tigkeit als Flugzeugführer zurückblicken. Er wurde bei den Caspa-Werken in Hamburg- Fuhlsbüttel durch den heute noch im NS.-Flieger­korps als Fluglehrer tätigenPapa Krumsik" aus­gebildet.

In Berlin stattete der Chef des Protokolls, Ge­sandter von Dörnberg, der Witwe des ver­schiedenen Geschäftsträgers der Vereinigten Staaten

lHerrlich erfrischend

gründlich reinigend und dabei den Zahnschmelz schonend.

Srofle Tube 40 'BI., kleine Tube 15 <BI.

von Amerika, Frau Gilbert, einen Besuch ab, um ihr das Beileid des Reichsministers des Aus­wärtigen von Ribbentrop und der Reichsregierung zu übermitteln.

*

In der Suez-Kanalzone beginnen am Dienstag gemeinsame englisch-ägyp­tische Manöver, an denen etwa die Hälfte des ägyptischen Heeres sowie der in der Kanalzone sta­tionierten englischen Truppen teilnimmt. Die Ma­növer stehen im Zusammenhang mit der soeben ab­geschlossenen Inspektionsreise des englischen Gene­ralstabschefs Viscount Gort.

In Tunis istderErbprinzvonTunesien, Mahmud Bey, ein Vetter des jetzigen Bey von Tu­nis, gestorben. Die Beisetzung wird im Beisein des Herrschers, des französischen Generalresidenten und der militärischen und zivilen Behörden statt­finden. Der neue Erbprinz wird voraussichtlich der Neffe des augenblicklichen Beys, Tahar Bey, fein, der im Jahre 1877 geboren ist.

Die italienischen Polizeibehörden haben die Schweizer Journalisten Gentizon, Hödel und Pedrazzini aus dem italienischen Staatsgebiet ausgeroiefen. Die Genannten haben Italien innerhalb von acht Tagen zu verlassen.

Aus aller Wett.

Dreifaches Todesurteil gegen einen Auioräuber.

Schaffendes Deutschland.

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Für die 5. Reichs st raßensarnrnlung des WHW. am 4. und 5. März wurden diese mannig­faltigen und schonen Porzellanfiguren, dte das schaffende Deutschland darstellen, angefertigt.

(Scherl-Bilderdienst-M.)

Oie Beamten im Ehrendienst für den Führer.

NSG. Reichsbeamtenführer Hermann Neef hat anläßlich des Einsatzes der Beamtenschaft zur Reichs st raßensarnrnlung am 4. und 5. März nachstehenden Appell an die deutschen Beamten gerichtet:

Wiederum werdet ihr, meine Berufskameraden, aufgerufen, euch der großen Selbsthilfeorgqnisation des deutschen Volkes in tätigem, persönlichem Ein­satz zur Verfügung zu stellen. Am Samstag, dem 4., und Sonntag, dem 5. März, wird die Beamten­schaft im Verein mit den deutschen Handwer­kern und den Amtsträaern des Reich sluft- schutzbundes für das Dinterhilfswcrk öffentlich

sammeln. Ihr werdet damit erneut die willkommene Gelegenheit haben, euren aktiven Einsatz für d i e Volksgemeinschaft unter Beweis zu stellen.

Das nationalsozialistische Beamtenkorps ist stolz auf diesen Ehrendienst für den Führer! Unbeschwert von Aktenoorgängen und Berufsgedanken werdet ihr an diesem Tage mit innerem Schwung und Überzeugungskraft an die Gebewilligkeit aller deutschen Volksgenossen appellieren. Denkt daran, daß das Ergebnis, das für Inland und Aus­land sichtbarer Ausdruck des deutschen So­zialismus ist, von dem Geist freudiger und un- ermüdlicker Hingabe eines jeden Sammlers entschei­dend abhängt. Kameraden, frisch ans Werk in dem beglückenden Bewußtsein, durch eigenes Hqn - beln anderen helfen zu können. Gesinnung und Tat sind eins."

Erfolgreicher Kampf gegen die Infektionskrankheiten.

Aber Lungentuberkulose weist immer noch die meisten Sterbesälle aus.

Für alle sogenannten Infektionskrank­heiten ist eine Anzeigepflicht an das Gesundheits­amt oorgeschrieben. Nach der am 1. Januar in Kraft getretenen Neuregelung unterliegen jetzt 2 2 übertragbare Krankheiten der Melde­pflicht. Nach einem Bericht für das Jahr 1938 stand die Diphtherie mit rund 150 000 Erkrankungs­fällen weitaus an erster Stelle. Den zweiten Platz hat der S ch a r l a ch mit rund 114 000 Fällen. Im Gegensatz zu Diphtherie ist hier eine kleine Verringerung eingetreten. Ein leichter Rück­gang ist auch bei den Neuzugängen an Tuber­kulose der Atmungsorgane von 63 000 auf 60 000 Fälle festzustellen. Neben diesen drei Infektions­krankheiten erscheinen die übrigen zahlenmäßig fast bedeutungslos. Lupus wurde in rund 1000 Fällen, übertagbare Genickstarre in 1800 Fällen ge­meldet. Die Kinderlähmung ist mit 5700 Fällen, der Unterleibstyphus mit rund 3000, der Paratyphus mit 3200, die Ruhr mit 5200 Fällen vertreten, die fieberhafte Fehlgeburt mit 2800 Fällen, das Kindbett- Heber mit rund 3000 Fällen. 37 Fälle von Papageien krank he it wurden gemeldet. Cholera, Fleckfieber, Gelbfieber, Pest, Pocken, Rück­fallfieber, Rotz und Tollwut hat es 1938 in Deutsch­land überhaupt nicht gegeben.

Bei den Sterbefällen steht die Lungen­tuberkulose mit 30 600 Füllen an der Spitze. Nichts kann die Gefährlichkeit der Tuberkulose besser illustrieren als die Tatsache, daß die Zahl der Todes­fälle mehr als die Hälfte der Neuerkran­kungen beträgt. Im Gegensatz dazu entfallen auf die vielen Diphtherie-Erkrankungen nur knapp 5300 Sterbefälle, trotz Zunahme der Erkrankungen roeni» ger als im Vorjahr. Noch weit seltener ist die Sterb­lichkeit beim Scharlach, 759 Todesfälle bei 114 000 Erkrankungen. Bei den scheinbar bedeutungslosen

Berlin, 27. Febr. (DNB.) Das Sondergericht II fällte in Moabit das Urteil gegen die Autoräuber Gebrüder Gose, die auf der Landstraße von Ber­lin nach Straußenberg bei der Ortschaft Marzahn nach zwei mißlungenen Ueberfallsoersuchen auf vor­beifahrende Kraftwagen einen Kraftfahrer ausgeplünbert hatten. Dank der vorbildlichen Arbeit der Polizei wurden die Verbrecher mit dem geraubten Kraftwagen am nächsten Tage bereits gefaßt und überführt. Der 19 Jahre alte Angeklagte Arthur Gofe wurde wegen Verbrechens gegen das Gesetz gegen Straßenraub mittels Auto­fallen in drei Fällen, von denen einer in Tat­einheit mit schwerem Raub begangen wurde, in je­dem dieser drei Fälle zum Tode verurteilt. Ferner wurde der Angeklagte des Verbrechens gegen § 1 Z. 1 des Gesetzes zur Gewährleistung des Rechtsfriedens in Tateinheit mit versuchtem Mord für schuldig be­funden und deshalb zu einer Zuchthausstrafe oon zehn Jahren verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf Lebenszeit aberkannt. Der 16jäh- rige Bruder Heinz wurde ebenfalls wegen des 23er» brechens gegen das Gesetz wegen Straßenraub mit­tels Autofallen in drei Fällen für schuldig erklärt, in einem Falle in Tateinheit mit schwerem Raub. Er erhielt mit Rücksicht auf seine Jugend eine Ge­samtstrafe von sechs Jahren Gefängnis. Der 19 Jahre alte Angeklagte Georg H der mit Arthur Gole in dem geraubten Kraftwagen nach der Tfchecho-Slowakei fliehen wollte, erhiell wegen Hehlerei sechs Monate Gefängnis.

SchulschiffSchlesien" in Irland.

Das deutsche Schulschiff S ch l e f i e n " traf zu einem Besuch in der südirischen Stadt Cork ein. Bevor das Schiff vor Anker ging, wurde der übliche Salut gefeuert, der von einer Batterie der Corker Hafengarnison erwidert wurde. Nachdem das Schiff angelegt hatte, begaben sich der deutsche Geschäfts­träger in Dublin, Thomsen, und der Kapitän Power, als Vertreter der südirischen Regierung, in Begleitung einer Reihe südirischer Militär- und Zioilbehärdenvertreter an Bord, um Offiziere und Mannschaften des Schiffes zu begrüßen. Der Kom­mandant derSchlesien" stattete in Begleitung meh­rerer Offiziere im Anschluß an die Begrüßung dem Militärkommandanten in Cork sowie dem Präsi­denten des Stadtrates von Cork einen Besuch ab, den dieser später an Bord erwiderte.

Deutsche Beteiligung am Sahara-Rundflug.

Zu dem vom 5. bis 12. März vom Königlich-Ita­lienischen Aeroklub veranstalteten vierten Sahara- Rundflug hat auch die deutsche Luftfahrt ihre Teilnahme angemeldet. Drei Flugzeuge der Luft­waffe und ein Flugzeug des NS.-Fliegerkoros werden die deutschen Farben auf diesem internatio­nalen Wettbewerb vertreten, und zwar wird die deutsche Luftwaffe zwei Messerschmitt-Taifun- und eine zweimotorige Siebe! SH 104 mit Oberleutnant Goetze , Dipl.-Jng. Bader und Dipl.-Ing. Diet­rich als Flugzeugführer und das NS.-FUrgerkorps eine wettere Siedel SH 104 mit Flugzeugkapitän Ziese ins Rennen schicken. Ausgangspunkt des Wettbewerbs ist der Flugplatz Tripolis. Don hier geht es acht Tage über die Sahara in einem Rund-