Ausgabe 
27.10.1939
 
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Nr. 252 Zweites Blatt

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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Neuerungen im Kamilienunierhattsrechi

beitsamt vorgesehen. Ab 1. Oktober 1939 ist diese

Verechimngs-Veispiele

3.

222,75

245,50

22,75

Zusammen

Miete monatlich

222,75

50, RM.

134,50

Wandel am Geliersior

19,50

1.

Miete

188,50

2.

47,

von

52,

r.

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47,

10,

E

Insgesamt anrechnungsfrei =

57,

(Nachdruck verboten.)

26. Fortsetzung.

irg<

84,50

19,50

188,50

22,75

64,

60,

32,

Der Straßenzug des Hindenburgwalles erfährt unmittelbar am Selterstor eine Umgestaltung. Gegenwärtig werden die Bäume gefällt, die der Zufahrt zu dem Parkplatz, der dort entstehen soll, im Wege stehen würden. Unser Bild zeigt die Bau­stelle beim gegenwärtigen Stand der Arbeiten. Im Betonkanal verläuft der Schorgraben. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Gesamt-Familienunterhalt

Es wird also als Familienunterhalt der

Letztes monatliches Einkommen des Ein­gezogenen =

Unterhaltsberechtigt: Ehefrau; 3 Kinder unter 16 Jahren; 1 Mädchen über 16 Jahren, Verdienst monatlich netto 47 RM.; laufende Kinderbeihilfe = 10 RM.; Miete 32,50 RM.

Familienunterhalt (monatlich): Ehefrau

3 Kinder unter 16 Jahren

1 Mädchen über 16 Jahre

Miete beträgt L5 RM. monatlich.

Familienunterhalt:

Ehemann

Ehefrau

Familieneinkommens:

Arbeitsverdienst

Zumindest anrechnungfrei = XA 156 RM. =

65, Betrag

+ 47 RM. 4- 10 RM. = Jetziges Einkommen: a) Familienunterhalt b) Sonstiges Einkommen

enkei he & nb er kr. iteni* Jen ®r

165,75

57,

Familienunterhalt

Ayrechnungsfähigkeit des

RM. 67,50 32,

99,50

35,

RM. 188,50 57,

RM.

84,50

50,

134,50

50,

RM. 115,

Familienunterhalt

Vergleichmit dem frühe

Einkommenshöchstgrenze = + 65 RM. =

Jetziges Einkommen:

Familienunterhalt Renteneinkommen

RM. 195,

Meldepflicht grundsätzlich aufgeho­ben. Wer indessen im Arbeitsverhältnis steht, kann aus dem Vorstehenden nicht den Grund herleiten, das Arbeitsverhältnis niederzulegen.

Zur Erläuterung der vorstehend skizzierten neuen ^.stimmungen seien einige Beispiele für die praktische Auswirkung des neuen Rechts angefügt.

Die Einkommenshöchftgrenze ist über­schritten um

Um diesen Betrag ist der Familien­unterhalt zu kürzen.

Familienunterhalt

Ab

hier, da oder dort auf und begegnet dabei Menschen an Stellen, wo man ihn das ganze Jahr nicht sah, Mil er den Menschen gemeinhin aus dem Wege fleht und es im übrigen Jahre keinem Menschen ein- sällt, ihn dort zu suchen, wo er eigentlich zu Hause ist, nämlich draußen an der Lahn. So ist das mit demfliegenden Edelstein", bevor er winters in der

eilt sie in die Prinz-Ludwig-Straße, wo die Fabri wohnt. Sie hat Glück. Die Schauspielerin, die nach dem Zerwürfnis mit ihrem Verlobten drei Tage lang unauffindbar war, ist zurückgekehrt und öffnet selbst die Tür.

Ach, das ist ja Fräulein Ferber!"

Guten Tag, können Sie mir Auskunft geben, wo ich Herrn Doktor Severin treffe?"

Das kann ich. Er wohnt jetzt Unteranger 1, 2. Stock, Pension Pickelmann. Franz hat nämlich einen Zettel in den Briefkasten geworfen, während ich in Wiessee war. Ich war verreist, weil es ein bißchen Meinungsverschiedenheit zwischen uns beiden gegeben hat; das kommt vor, nicht?" lächelt Riele und denkt gehässig: sieh' mal an, was er sich da für ein hübsches Mädchen ausgesucht hat! Und da will mir dieser Heimtücker weismachen ... Die braucht bloß in andere Kleider gesteckt zu werden, dann kann sich ein Herzog mit ihr sehen lassen.

Vielen Dank. Ich muß nämlich wegen der Praxis etwas mit ihm besprechen. Entschuldigen Sie die Störung."

Während des Treppabsteigens stellt Nikoline fest: die Nase von der, das laß ich mir nicht neh­men, ist viel zu groß; auch sonst haperts. Aber be­greif einer die Männer! Die Verabschiedung oben war knapp und höflich; so verabschieden sich Diplo­maten nach der Kriegserklärung ihres Landes.

Kurze Zeit später steht Nikoline vor dem über­raschten Dr. Severin, der ihr einen Stuhl anbietet. Mit einem Blick hat sie das ganze Zimmer einge­fangen: unsaubere Vorhänge, lieblose Möbel. So wohnt man nur, wenn es bergab geht. Und gar nicht gut sieht er aus, konstatiert sie.

Sind Sie krank?"

Bißchen Zahnweh heute nacht, Sie wissen ja Bescheid mit meiner Plombe. Wenn ich in den Zug komme, macht sie Geschichten. Ich bin so viel herumgelaufen die letzten drei Tage."

Aha,' denkt das hellhörige Mädchen Nikoline mit leiser Genugtuung. Sie soll ihm nur einheizen!

Wie haben Sie mich denn gefunden?"

Ich habe Ihre Adresse von Fräulein Fabri."

Ach so, ist sie jetzt da?" fragt er hastig und er­löst.Haben Sie Neuigkeiten für mich?^

Eine dumme Sache. Friedrich. Lesen Sie mal." Sie zieht den Brief aus ihrem abgetragenen Hand­täschchen.

Sehr geehrter Herr, der Junitermin ist verstri­chen, ohne daß Sie Ihren Zinsverpflichtungen nachgekommen sind. Im Auftrag meines Mandaten Friedrich ersuche ich Sie hiermit, die beiden Raten in Gesamthöhe von 3000 RM. zuzüglich der ange­fallenen Zinsen und Anwaltsgebühren im Betrage

gleichen. Dio sozialen Umstände des Einzelfalles und die durch den besonderen Einsatz gebotenen Einschränkungen sind zu berücksichtigen und zu be­achten. Als Beihilfe dieser Art sind d i e Auftven- dungen zu gewähren, die zur Entlohnung und Un­terhaltung einer Hausgehilfin notwendig sind, wenn die geordnete Erziehung und Pflege der Kinder, oder die Pflege von sonstigen Angehörigen, oder Gesundheitszustand, oder Schwangerschaft der Frau diese bedingt, weil die Fortführung des Haushalts ohne Hilfskraft nicht zumutbar ist. Diese Voraus­setzung ist im allgemeinen immer gegeben, wenn irrt Haushalt 2 Kinder unter 14 Jahren leben. Beson­dere vertragliche Verpflichtung zur Beschäftigung einer Hausgehilfin (etwa hauswirtschaftliches Jahr) rechtfertigt gleichzeitig die Beihilfe.

5. Reicht der festgesetzte Unterhaltssatz zur Deckung eines Sonderbedarfs nicht aus, z. B. Anschaffung eines dringend notwendigen Haushaltsgegenstandes, so kann in besonderen Fällen eine einmalige zusätzliche Beihilfe gewährt werden. Solche ein­maligen SonderbeihÄfen sind auch für die Fälle vorgesehen, in denen laufender Familienunterhalt nicht gewährt wird, die Beihilfe aber zur Sicherung

Die Einkommenshöchstgrenze ist über­schritten um

Um diesen Betrag ist der Familien­unterhalt zu kürzen:

Familienunterhalt

Ab

(Berechnung des Familienunterhalts, Vergleich zwi­schen den Ünterhaltssätzen vor 1.10.1939 und dem Tabellensatz nach 1.10.1939. Voraussetzung für die Anwendbarkeit des Tabellensatzes ist, daß die Ehe-

des notwendigen Lebensbedarfs des Berechtigten erforderlich ist.

Stadttheater: 20 bis 22.15 UhrFür die Katz". Tloria-Palaft, Seltersweg:Zentrale Rio". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Renate im Quartett".

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Stadt gesichtet wird.

Vornotizen.

Tageskalender für Freitag.

Es sind daher anrechnungsfrei

Desgleichen nach dem Gesetz Kinder­beihilfe

1. Beispiel.

(Familienunterhaltsberechnung nach dem 1.10.1939)

Der Sohn ist eingezogen, der der Ernährer seiner Eltern war. Sein Einkommen betrug monatlich netto 240 RM.; hiervon gab er monatlich 65 RM. an die -Eltern als Unterhaltsbeitrag ab. Sonstiges Einkom­men der Eltern aus Invalidenrenten 50 RM. Die

156, 32,50

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Gesamt-Familienunterhalt

Sonstiges Einkommen

Gesamtbetrag, der der Familie zur

Verfügung steht:

3. Beispiel.

Vergleich mit dem früheren

Familieneinkommen:

Einkommenshöchstgrenze:

195 RM. 15 v. H. = 165,75 RM.

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gewährt, den der Sohn als Unterhaltsbeitrag an die Eltern gezahlt hat.

2. Beispiel.

(Familienunterhaltsberechnung vor dem 1.10.1939)

84,50 renEinkommen:

djen und sonstigen unfaulbaren Feststoffen ausgelegt, hier treibt er sich mit seinem Weibchen den ganzen Sommer über herum, bis die Jungen hoch sind, und wacht ängstlich und mit jedem nur erdenklichen Auf­gebot von Futterneid und Eifersucht über die Gren­zen seines Brutstandortes. Zum Reisen aber, wie im Winter, hat er als Standvogel keine Zeit. Die väterlichen Pflichten halten ihn am Brutplatz fest, und der liegt vor der Stadt.

Anders ist es, wenn die kalten Tage kommen, der Winter mit seiner Unbill, seinem Bacheis, Hart­frost und seinem Nahrungsmangel vor der Türe steht und das Flußwasser trübe ist und undurchsich­tig vom vielen Herbstregen. Nicht daß der Eisvogel während dieser Zeit wie die Zugvögel außer Landes ginge und weite Reisen machte. Ein Einsiedler von chtem Fischerblut, der langweiliges Sitzen an Ort und Stelle als Lebensprinzip erkoren hat, bei dem Trägheit und Gleichgültigkeit Trumpf zu sein schei­nen, kann dazu gar nicht fähig sein. Er wandert nidit weiter als er muß, um neue Nahrungsauellen zu finden und wird auf dieft Weise zum Strich­vogel. Ubi bene, ibi patria, die alte Tiervarole. vo mirs gut geht, ist mein Vaterland", das ist nun wintersüber sein Lebensgrundsatz. Und so geht er dem Zufrieren von Teichen und Bächen recht­zeitig aus dem Wege, wenn Regengüsse und Schnee- i schmelze das Wasser undurchsichtig oder reißend machen, so daß sich die Kleinfische nicht mehr zu halten vermögen, und taucht je nach Wasserzustand und Witterung, Ueberschwemmung oder Verebbung

Spitalbruder, diesen Parsunke. Aber der dreht sein Gesicht flugs in den Schatten und geht gemächlich davon. Severin legt sich verwundert die Frage vor: Nanu, wie gerät denn der nach München? Oder sollte ich mich getäuscht haben? War das etwa gar nicht Parsunke? Es gibt zuweilen solch auffallende Ähnlichkeit. Einerlei, Herr Parsunke ist nicht wich­tig.

Severin setzt in übler Verfassung seinen Weg fort. Der Krach mit Riele hat ihm zu den übrigen Kamalitäten gerade noch gefehlt. Es ist ein scheuß­liches Gefühl, so herrenlos einsam ohne Rieles zärt­liche Gesellschaft, durch die nächtlichen Straßen zu wandern. Wie verstoßen kommt man sich in dieser großen Stadt vor. Auch die Krankenhaussache macht Sorgen. Wie, wenn das mit dem Verkauf nun nicht glückt? Die ganze Zukunft ist mit einemmal nebel- verhangen, grau, unsicher. Man ist an dem Punkt an gelan gt, wo sich Zweifel anpirschen, festfetzen, breit machen und ein verwegen errichtete Gebäude von Hoffnungen zu untergraben anfangen. Es ist eine abscheuliche Stunde voll Verlassenheit und voll Sehnsucht nach der Nähe von Menschen, nach Stim­mengewirr und betäubender Unterhaltung.

Nikoline sitzt in der Eisenbahn, weil gestern die­ser bedrohliche Brief gekommen ist, den sie mit ihrem Chef besprechen muß. Dr. Wenz hat sie zur Station gefahren, nachdem Schlosser Putz den in­validen Lucki wieder auf den Glanz hergerichtet hat. Die Kinder hat Nikoline dem leichtfertigen Mädchen Gunda ans Herz gelegt, unter vielen Drohungen unö Versprechungen. Sie hat alles bestens geord­net und dennoch hundert Befürchtungen. Werden die Kinder keinen Unfug machen? Wird die Gunda mit dem Essen zurechtkommen? Wird Dr. Wenz tm Sprechzimmer das Wohnzimmertelephon Horen? Und wie wird Severin ihr Kommen aufnehmen? Sie findet selbst, daß ihr Pflichtgefühl zu weit gellt Was haben sie die finanziellen Verhältnisse ihres Brotgebers zu kümmern; er soll das doch mit seiner Verlobten ausmachen. Kümmert sich etwa jemand um ihre Sorgen? .

In München sucht sie sogleich das Hotel in der °ft,ttreUfmein Fräulein. Der Gast ist vor eini­gen Tagen ausgezogen. Aber ich will mal nach­schauen", sagt ein beschäftigter Herr, em Brett mit vielen Schlüsseln hinter sich. Die Notierung Seve­rins neuer Adresse ist indessen nirgends zu finden und der zweite Portier ist seit heute morgen krank.

Vielleicht erkundigen Sie sich auf der Polizei , rät man Nikoline. Nikoline weiß Besseres als Polizei und verlangt nach dem Adreßbuch. Dann

Aus der Giad« Gießen.

»Fliegende Edelsteine" an der Lahn.

Zwischen Herbst und Winter pflegt es regelmäßig zu geschehen, daß man den bunten Eisvogel ent­deckt". Dieser durch die Prachtentfaltung seines I Luntgefieders auffallende tropenartige Vogel mit seinem pfeilgeschwinden Flug, zur Familie der- nigssischer gehörig und von der ZunftEisvogel" benannt, ist bei uns zwar einzeln vorkommend je­doch keineswegs selten. Was dieser sperlingsgroße Zöget, dessen Rücken schön smaragdgrün bis türkis­blau glänzt, während die Bauchseite rostrot leuchtet ah Eigenheiten aufweist, ist der Umstand, daß er' je nach der Jahreszeit, als seßhafter Standvogel, oder als zigeunernder Strichvogel aufzutreten pflegt.

Standvogel ist er im Sommer, und er kann schon deshalb meist an jenen Plätzen nicht erscheinen, wo man ihn im Winter tagelang zu Gesicht bekommt, weil er nur ganz bestimmte Orte für sein Brut- Nkschäft gebrauchen kann. Daran hält er fest, wenn auch der Fischreichtum an anderen Orten noch so groß sein mag und die Seichtstellen mit den Myria­den junger Brut den Tisch für ihn noch fo gut ge­deckt haben. Er hat nämlich die Angewohnheit, sein Nest in Form einer Brutröhre in überhängende, rutschsichere Lehmwände zu graben, oft bis zu einem Meter tief in ine Steilwand hinein, ähnlich der Art, wie das auch die Uferschwalben an manchen Lahn­hängen und in den Wiesecker Sandkauten zu tun pflegen. Diese Höhle, die durch zähes Hacken mit dem Schnabel und eifriges Kratzen und hühner- artigem Scharren mit den Füßen etwa ein bis drei Meter über dem Wasserspiegel angelegt wird, wobei als Maßstab für die Höhenlage offensichtlich ganz instinktiv der höchstmögliche Hochwasserstand der jeweiligen Stelle maßgebend ist, endet im In­nern in einem backofenförmigen Napf und wird mit Träten und Kleinfischen, Libellenhäuten, Krebssüß-

Zusammen

Ab Invalidenrenten in voller Höhe

2Iuf Grund des Einsatz-Wehrmachtsgebührnis- gesetzes vom 28. 8.1939, in Kraft getreten am 1. 9. 1939, find die bis dahin bestehenden gesetzlichen Vorschriften über die Familienunterstützung in man­chen Beziehungen geändert bzw. verbessert worden. Vor allem ist angeordnet, daß die Leistungen nicht mehrFamilien- Unter st ützun g", sondern Fa­milien- Unterhalt" heißen. Wenn auch schon nach dem seicherigen Recht die gewährten Beträge keine Leistungen der öffentlichen Fürsorge waren, so soll mit der neuen Bezeichnung auch rein äußer­lich zum Ausdruck kommen, daß es sich bei den Unteehaltsbeträgen nicht um Unterstützung handelt. Da? wesentliche Merkmal einer öffentlichen Unter­stützung, nämlich die Rückerstattung, entfällt. Der Gesetzgeber hat mit dieser Aenderung den Beden­ken, die mit dem BegriffUnterstützung" zusam­menhängen, Rechnung getragen und will die Be­teiligten von psychologischen Hemmungen ftei- machen.

Neben dieser Beizeichnung und anderen formalen Vorschriften bringt ein ministerieller Runderlah vom 2. 10. 1939 wesentliche Verbesserungen in materiel­ler Hinsicht, die hier kurz angedeutet werden sollen:

1. Die Ehefrau des Einberufenen, die mit ihm bis zum Gestellungstage in Haushaltungsgemein­schaft gelebt hat, erhält nicht mehr den richtsatz- mäßig aufgebauten Unterhaltsbeitrag, sondern den T a b e l l e n s a tz. Der Tabellensatz richtet sich nach dem Einkommen, das der Einberufene im letzten Monat vor dem Gestellungstage bezog, wobei das Nettoeinkommen maßgebend ist. Der Abzug des er­sparten Lebensunterhaltes des aus der Haushalts­gemeinschaft ausgeschiedenen Einberufenen, der bei der Festsetzung des richtsatzmäßigen Unterhaltsbei­trags der übrigen Berechtigten anzusetzen ist, fällt in diesen Fällen weg. Die Einkommensstufen be­ginnen bei 100, RM. und enden bei 580, RM. Die Tabellensätze fangen mit 40, RM. an und schließen mit 200, RM. ab. Einkommenstufen und Tabellensätze beziehen sich aus den Zeitraum eines Monats. Neben den Tabellensätzen werden die Kinderzuschläge und die volle Miete ge­währt.

2. Berechtigte (Ehefrau, Kinder, Eltern usw.), die nach dem Gestellungstag in ein Arbeitsverhältnis eintreten, werden insofern besser gestellt, als sich die Einkommenshöchstgrenze um das Nettoeinkom­men aus dem Arbeitsverdienst erhöht.

3. Bis Ende September 1939 wurde für einen berechtigten Wohnbedarf" ein Mietanteil über­nommen. Ab 1. Oktober 1939 ist in jedem Falle die tatsächlich zu entrichtende Miete zu übernehmen.

4. Zur Sicherung der Fortführung des Haushalts können besondere laufende Beihilfen gewährt werden, um nicht zumutbare Unterschiede gegenüber dem bisherigen Lebens stand auszu-

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Das wirst du nicht tun, Frang. Wenn du mir tos antust, hör mal, dann kannst du was erleben , entgegnet sie wütend.Glaubst du denn, ich lasse mich von dir bloßstellen? Was sollen Ulrike und bie Firma denken? Die Fabri läuft ein Zimmer, Md dann winselt sie, daß man es zurücknimmt. Du bist ein Narr, ein Tyrann; gut, daß ich das heraus- bobe. Wie man nur so kleinlich und schäbig sein kann. Mutest du mir tatsächlich zu, in deinen plunbrigen Eschelbrunner Möbeln zu wohnen? Zwi­lchen altmodischen Plüschstühlen? Solche Garnituren i! sieht man ja nur noch in schlechten Filmen.

Still jetzt und kein Wort mehr!" zischt Severin. Die Plüschmöbel haben ihn tief verwundet.Du bist ja aus einer sehr noblen Familie, meine Liebe, aber deshalb lasse ich mich noch lange nicht von mr heruntersetzen. Deine Voreiligkeit wird rückgängig -emacht und damit basta."

Ein paar Worte Severins hätten alles erklärt, hotten eine andere Situation geschaffen. Sie xner= gen nicht gesprochen. Manchmal scheint die spräche ben Menschen nur zu dem Zweck verliehen zu fein, um sich auseinanderzureden.

Nett von dir, Franz, daß du dich wenigstens vorher entpuppst. Meine Karriere habe ich deinet- öegen hingeschmissen, und das ist nun wein daß man wie ein Dreck und wie ein Nichts be­handelt wird. Aber täusche dich nicht in wir. Die fabri ist kein kleines Mädel, das trautes Gluck im Winkel spielt, das zu jedem Wink seines Herrn und Schiefers Ja und Amen sagt. Ich habe, kein Ta­lent für solche Rollen. Unterhalte dich gut; ich habe es jetzt satt. Oh, bemühe dich nicht; ich verziehe auf bei ne Höflichkeit", stößt sie hervor, erhebt sich und geht mit raschen, sicheren Schritten zum Ausgang, vhne nach rechts ober links zu schauen.

Ich bin ein Schaf, benff ber 3urücfbleibenbe Se­verin ärgerlich. Ich hätte ihr alles schildern sollen urb sie hätte mir recht gegeben. Jetzt habe 'ch alles versiebt und kann sehen, wie es mieber ms Gleis lommt. Er trinkt hastig sein Glas aus, zahlt und verläßt in ber nächsten Pause das Lokal. Er tr ttf die Straße, zündet sich nervös eine Zigarette or und erblickt, an einen Lichtmast gelehnt, diesen

von 10,92 RM. bis längstens 8. Juni Ifd. I. mittags 12 Uhr an mich gelangen zu lassen, widrigenfalls gerichtliches Vorgehen erfolgen müßte.

Dr. jur. DyFer, Rechtsanwalt."

Schöne Schweinerei", murmelt Severin und legt den Brief nachdenklich aus der Hand. Er ist ein bißchen blaß geworden, und feine Stimme klingt belegt.Dieser Friedrich geht verdammt scharf ins Zeug! Wenn ich vielleicht persönlich mit ihm sprechen würde?"

Was soll das nützen? Der will Geld sehen; der ist halsstarrig wie ein Maulesel, wenn es um seinen Geldbeutel geht. Damit komme ich auf bie anbere Sache. Drei Private haben noch bezahlt, 92 Mark im ganzen. Aber biesen Betrag habe ich für Re­paraturkosten hinlegen müssen; Dr. Wenz hat Mal­heur mit Lucki gehabt. Man müßte jetzt alle übri­gen Patienten, Die nicht bezahlt haben, verklagen. Was meinen Sie bazu?"

Von verklagen will ich nichts wißen, Fräulein Ferber. Wenn bie Leute zahlen könnten, hätten sie es getan. Ich will mir nicht bie Manieren von Herrn Friedrich zu eigen machen. Ich kann boch nicht pfänben lassen, ich bin boch kein Halsab- schneiber!"

Das ist entschuldigen Sie den Ausdruck Wahnsinn. Wer dankt es Ihnen denn? Die aller­meisten haben es nicht einmal für nötig befunden, sich zu enttchuldigen", grollt Nikotine.

Die Leute genieren sich halt. Ich kann mich da schon hineindenken. Aber nun die Hauptsache. Wie stehts mit dem Verkauf? Sie sagten letzthin, einer jei fest entschlossen?"

Abgesprungen. Und auf den habe ich so be­stimmt gerechnet. Abgefchrieben hat dieser Angst­meier", bekennt Nikoline verdrießlich.

Ja, aber warum denn?"

Sehen Sie, das ist immer dieselbe Leier. Erst sind sie mächtig begeistert. Krankenhaus, Operieren, jchmuckes Städtchen das imponiert ihnen. Dann horchen sie in der Gegend herum, erkundigen sich- und fallen um wie die Fliegen. Zu kleine Praxis, heißt es, zu wenig Hinterland, zu arme Bevölke­rung, keine Bahn, kein Cafe, kein Kino für die Frau, nochmal überlegen und weg sind sie. Der eine hat die Handapothekenkonzession nicht, dem andern ist der Preis zu hoch. Jeder hat etwas anderes auszusetzen. Was ich mir schon für Mühe gegeben habe, ist nicht zu sagen. Ich bin mit diesen Onkels halbe Tage herumgelaufen, habe ihnen alles erklärt, habe ihnen zugeredet wie kranken Rössern nichts hat geholfen."

(Fortsetzung folgt.)

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6. Grundsätzlich sollten die arbeitsfähigen Berech- tigten dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, wobei zu prüfen war, ob die Arbeit zumutbar war. Zi Dementsprechend war eine Meldepflicht beim Ar- Best

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