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226 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Aus dem Reiche -er Krau
Die Krastzenlrale
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die Schürze (rechts oben) mit der
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Allerlei Praktisches fürs Haus, das mit einigem Geschick auch aus bereits gebrauchten Sachen angefertigt werden kann, schlagen wir heute vor. So kann der warme Hausmantel (Mitte) etwa aus neuem oder gebrauchtem bunten Gardinenkretonne mit einem Futter, zu dem wir einen alten Bademantel zertrennen, hergestellt werden. Ebenfalls aus gestreiftem, tariertem ober geblümtem Garbmen-
ben Buben nicht gut fleiben? Warum benn bann Neues kaufen?
Machen wir's also wie Anno 14! Wenn wir einen neuen Anzug brauchen, so sehen wir erst mal nach, ob wir nicht einen Anzug im Schranke haben, ber sich menben läßt. Wenn bas Kinb etwas zum Anziehen braucht, so wirb Mutter in ber Kramkiste schon noch ein paar Stoffreste finben, aus benen sich mit etwas Geschicklichkeit etwas Nettes machen läßt. Ein alter Winterhut für bas Töchterlein, chemisch gereinigt, mit einem neuen Banb ver-
2>ie Zeit ist reich an Aufregungen, von denen die mtften ganz unnötig sind, nur hervorgerufen durch Un’cnntms ober Gerüchte. Kräfte werden baburch
worben. In ben Nähstuben wirb unermüblich genaht, in ben Lebensmittelgeschäften, vor allem ba, wo ber Mann eingezogen ist unb bie Frau allem bas Geschäft aufrechterhalten will, helfen bie Frauen, um die Bezugsscheine und Abschnitte einzutragen und aufzuheben. „Wenn sich die Frau vom Hauptmann J nicht bereit erklärt hätte, mir bie Kartoffeln auszuwiegen — ich allein hätte es nicht geschafft , sagt bantbar unsere Gemüsefrau.
Aber es ist natürlich nicht allen Frauen möglich, sich auf mehrere Stunben frei zu machen, unb boch wollen auch sie gern helfen. Mit ber Nachbarschaftshilfe, ber Betreuung kleiner Kinber in ben Kmber- tagesstätten ober auch mit ber Gemeinschaftsverpflegung machen sich viele Frauen nützlich, auch wenn sie Beruf, Familie unb Haushalt zu versorgen haben. Schon kommen bie ersten Berichte von ber zahlenmäßigen Erfassung solcher freiwilligen Hilfsbienste. Da hat Frau G. übernommen, bie Wasche ber Nachbarin wöchentlich mitzuwaschen, ein Frauenschafts- mitqlieb kocht für eine alleinftehenbe Kranke das Essen mit — so zahlreich und so vielfältig sind die Leistungen der Frauen, die anderen Helsen wollen, daß es unmöglich ist, sie auch nur einigermaßen aufzuzählen. Aber gerade diese Vielzahl an Arbeits- möqlichkeiten erfordert immer noch neue Kräfte. Jede Frau wird gebraucht, und jede wird den Platz finden, an dem sie wirksam auch im kleinsten mitarbeiten
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sehen und dieses Mal auf dem linken statt auf dem rechten Ohr getragen, wird es auch einmal tun! Nur feine 2Ingft! So haben wir's Anno 14 auch gemacht, und es ist merkwürdigerweise auch geganger^! Sparen wir daher Stoffe für Anzüge, Kleider, Mäntel, indem wir unsere abgelegten Sachen noch 'einmal wenden lassen! Ganz abgesehen davon, daß wir uns selbst einen Dienst erweisen, sparen wir dem Daterlande Rohstoffe und schaffen dem selbständigen Schneider Hausarbeit, bie er bringenb gebrauchen kann. OWA.
^Neben biesen unscheinbaren, still mirfenben Frauen, die so unauffällig ihre Pflicht tun, daß es nur bem Eingeweihten sichtbar wirb, stehen bie Schwestern unb Helferinnen bes Deutschen Roten Kreuzes, bie vielleicht manchmal ein wenig beneibet werben, weil sie bas Wort „helfen bürfen" in ber Pflege ber Verwunbeten am sichtbarsten einsetzen können. Viele Hunberte stellen sich täglich auf ben Rote-Kreuz- Melbestellen. Am liebsten möchten sie gleich an bie vorberste Front. „Ich halte es einfach hier zu Hause nicht mehr aus!" Das kann man bort immer wieber in neuen Abwanblungen hören. Wenn baruber hinaus jebe Frau als klug bewußte Derbrauchslenkerm, als sparsame, sinnvoll wirtschaftenbe Hausfrau „ihren Mann" steht, bann wirb sich bas Wort ber Reichsfrauenführerin erfüllen: „Wir sinb zur Stells!" L*1 •
Gurken-Rezeple.
Gefüllte Gurken.
2 bis 3 dicke Gurken, Salz, Essig. Fülle: 100 g Schweinehackfletsch, 1 Brötchen, Zwiebel, Petersilie 30 g Fett, 4 Eßlöffel Tomatenmart, 2 Eßlöffel Mehl. Die Gurken schälen, ber Länge nach halbieren, mit einem Eßlöffel die Kerne herausnehmen, mit Salz unb etwas Essig einreiben, durchziehen lassen. Die eingeweichten, ausgedrückten Brötchen mit Zwiebel unb Petersilie dämpfen, mit dem Fleisch unb Gewürzen gut verrühren. Die Gurken- häffte damit Men, zusammensetzen, mit Bindfaden umwickeln und festbinden. Die. Gurken in heißem Fett mit Zwiebel anbraten, mit Tomatenmark unb etwas Wasser ablöschen, zugedeckt auf dem Herb ober offen im Backofen weichdämpfen. Kurz vor dem Anrichten bas angerührte Mehl zugeben unb mitdämpfen. Die Gurken auf die Platte legen, die Tunke, wenn nötig, seihen unb darüber geben.
Senfgurfen.
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)ie durch unsere Ausweiskarte für jeden ein» ,f;Ten gesicherte Versorgung mit Lebensmitteln läßt eir?n Schatten auf dem Bilde dieser Tage nicht aus- ko,men, der die ersten Augusttage 1914 hie und babod) recht verdunkelte: der Hamsterei durch un- vmünstige Volksgenossen — denn nicht nur die Simen, auch Männer waren damals oft sehr eigen» mtig — ist ein wirksamer Riegel vorgeschoben. Us sehr sich bie Frau von heute als Versorgerin de; Haushalts von den ängstlichen Erscheinungen je-r Tage unterscheidet, sehen wir erst so recht, j mm wir uns in Tatsachenberichte von damals getiefen und sie mit der Lage von heute Vergleichs. So heißt es in einer Darstellung schon vorn 31 7. 14: „Der Verkehr in den ßebensmittelge» giften, der schon gestern sehr rege war, nahm Lite ganz ungewöhnliche Dimensionen an. Allzu anfflliche Hausfrauen suchten sich zu „verprovian- likien". Hausfrauen aus allen Ständen, Arbeiterstuen mit einfachem Strohkorb, vornehme Damen Ijm ihren Hausmädchen, die mit mehreren großen iKrkttaschen ausgerüstet waren, drängten sich vor |k Lebensmittelgeschäften und -Ständen in den !Mrkthallen. Namentlich Mehl unb1 Eier wurden tt:ehrt und bie Hänbler konnten stellenweise ben 'iSlifturm nicht bewältigen. Löben mußten zeitweilig «en UeberfüUung geschlossen werben. Es war fffftverstänblich (!), baß bie Preise bei bem starken Lidrang hier unb bort etwas stiegen. Das Pfund I6ih wurde um etliche Pfennige teurer bezahlt, feferflocken stiegen um 5 Pf., Mehl um 3 Pf.; sich bie Eier würben höher bezahlt ..."
Ein anderer Bericht: ,Zn einem Berliner Vor- ari verlangte ein Kolonialwarenhöndler von einer ^kaufenden Frau bie Bezahlung in Golbgeld. Als ■ b'u Frau erklärte, nichts anberes als einen Hunbert- ; mirkschein zu haben, war er mit ber Bezahlung nur bem einverstanben, wenn er zehn Mark Zinsen ■ iciir bekäme. Die Käuferin ließ sich auch tatsach- : fit einschüchtern und bezahlte zehn Mark über ben
Bitraq ihres Einkaufs. Auf bie sofortige Vorstel- - hr'g des Ehemanns bei der Polizei erfolgte die : siizeiliche Schließung des Ladens. Die erbitterte : i K: nge machte bereits Miene, ben "oben zu | Iflirmen." Nicht minber ernst war eine Mel- 'ihng aus bem Ruhrgebiet: „Für Lebensmittel wer- 11 Vl hier teilweise Wucherpreise verlangt, für Salz
IÖ Mark für ben Zentner, für Kartoffeln ebenfalls Dit höhere als übliche Preise. Die Polizei wies tiife Wucherer vom Markte. Da es an kleinem ge- m njtem Geld fehlte, gestaltete sich ber Klemhanbel ’?ir schwierig ..." Daß bie Behörben bie em Reiben nach Möglichkeit zu steuern suchten, besagt fee Meldung vom 3. 8. 1914, in ber es heißt- Fine Bekanntgabe bes Oberbefehlshabers der Mar- !en warnt vor Lebensmittelwucher und setzt Hochst- st-ise fest für ein Pfund Roggenmehl 27 Pf-, Wu- nmeljl 30 Pf, Salz 20 Pf. fixere Preise dürfen pif)t verlangt roefben. Zuwiderhanbelnde Geschäfte Kirben polizeilich geschlossen."
l Geber a m ft e r e r n o <f) ® u<6'e r e r tonn s heute geben. Jedem ist fein Anteil an Meng «Tb Berdienst gesichert. Das sollte lebe Hausftuu penenten, ber mit ihrer Ausweiskarte die Mo glich - leü gegeben ist, ben auf ihre Familie entfallenden til an Nahrungsmitteln zu kaufen, ohne an Li?nge ober Preis übervorteilt zu werden^ •
| .Wenn ich bas alles gewußt hätte, fo hätte ich nr noch schnell einen neuen Anzug getauft, c kitt Volksgenossen, bie in ben letzten Tagen so ge- ld)t haben. Nun müssen sie zur Kenntnis nehmen ik3 alle Textilien burch bie KriegswirtschaftLorbnung uoßt würben, unb daß Anschassungen nur auf ^.zugsschein möglich sinb. Keiner braucht zu gla - kn, baß Stoffe nun etwa eine Seltenheit geworben «en. Nein, so ist es auch wieber nicht. Es gibt hnug Stosse im Lanbe unb genug Fabriken, M te lag unb Nacht Herstellen. Aber es muß eben [ebigeteilt werben, baß jeber Volksgenofse bie Mog- licoteit hat, Stoff für einen Anzug zu erwerben ober Üqo einen fertigen Anzug zu kaufen. Für viele aber ->f! jetzt Sparsamkeit oberstes Gebot, sie können ^on Ins reinen Sparsamkeitsgrünben nicht an bie Neu- nfschaffsing von Kleibern unb Mänteln unb An- Ligen benten. Mögen sie einmal hergehen unö -ö n 6 hi ntur halten in ihrem Kleiberschranke. Hong Ui nicht ber alte blaue Anzug, ber vor brei Jahren hdt war, unb ber nur beswegen nicht mehr beheb hi. weil di- Aermel etwas blank geworden sind/ 3t da nicht der alte Wintermantel m,t dem Loch h t genug, um den Stoss zu liefern für eine warme itiinterjade, die ber Jüngste zur Schule trag Itonn? Läßt sich der blaue Anzug nicht tressllch wen- bn unb sieht bann wieber wie neu aus. Wiro Itinteriatfe aus Vaters ehemaligem Wintermantel
Zu Senfgurken verwendet man große, reife gdbe Gurken, bie aber fest fein müssen. Sie werben geschält, halbiert unb von ben Kernen befreit. Dann schneibet man sie zu Stücken von etwa 2 cm Breite unb 4 bis 5 cm Länge unb salzt sie leicht ein. Auf 5 kg Gurkenstücke rechnet man etwa 300 g Salz. Arn nächsten Tage läßt man bie Flüssigkeit ablaufen, schichtet bie Gurken mit geschälten unb in Scheiben geschnittenen Schalotten, etwas Meeretttch, sehr wenig Anis, Wachholderbeeren, etwas Basilikum, Bohnenkraut unb Senfkörnern in Steintöpfen ein unb bebeeft sie mit Weinessig. Nach einigen Tagen gießt man bie Flüssigkeit ab, kocht sie auf, gießt sie kochenb über die Gurken, bie man mit einem Beutelchen mit Senfkörnern in Steintöpfen ein und bebeeft sie mit Weinessig. Nach einigen Tagen gießt man bie Flüssigkeit ab, kocht sie auf, gießt sie kochend über bie Gurken, bie man mit einem Beutelchen mit Senfkörnern bebeeft unb mit einem Schief erstem beschwert. Dann bindet man ben Topf zu. Wird die Flüssigkeit trübe, muß man sie abgießen und neue Essiglösung einfüllen. Man kann die Gurken auch mit den gleichen Gewürzen in große Einmachgläser füllen unb 15 Minuten auf 80 Grad sterilisieren. g
Gewürzgurken in Scheiben.
3 kg Gurkenscheiben, % 1 Weinessig, 34 1 Wasser, 125 g Salz, 200 g Zucker, 750 g Zwiebelscheiben, 6 Blüten Dill, Estragon, 2 Lorbeerblätter, 2 Eßlöffel Meerettichwürfel, 10 g Senfkörner, 2 1 Kochessig. Grüne Gurken mit wenig Kernen schälen, in dicke Scheiben fchneiben, bie Zwiebel in bunne Scheiben dazu, mit bem Salz gut vermischen und 3 Stunden stehen lassen. Dann wirb der Salat ausgebrückt, mit 2 1 kochenbem Essig übergossen und zugedeckt bis zum nächsten Tag stehen lassen. Mer Tage hintereinander ben Essig abgiehen, aufkochen unb kochend wieber über bie Gurken gießen, bann ausbrücken, mit allen Zutaten einschichten, ben mit Zucker gekochten, mit Wasser verdünnten Weinessig kochenb darüber gießen, einen Senfbeutel barauflegen unb nach bem Erkalten zubinden.
Brusttasche unb ben einfarbigen Säubern. Aus warmem Wollstoff ist ber Hausanzug links in praktischer, nicht zu empfindlicher Farbe und der weiße Kittel (rechts unten) für Küche ober Labor in neuer, burchgeknopfter Form mit weitem, losem Rücken kann aus neuem wie gebrauchtem Köper, Leinen ..... 1 H.
Ich erwarte auch von ber beutschen Frau, baß i sie'sich in eiserner Disziplin vorbilblich in diese große i Kampfgemeinschaft einfugt. Diese Worte bes Fuh- ( rers in seiner Reichstagsrebe am 1. September 1939 haben ber beutschen Frau ben Weg gewiesen ben i zu gehen allen eine selbstverständliche Psticht be- . beutet. Währenb unsere Manner, Vater unb Bruber an ber Front für beutsches Lebensrecht kämpfen, erfüllen die beutschen Frauen ihren Dienst in ber Heirat, opfer- unb einsatzbereit - als Kämpferinnen ^Schon^h^Osich ein großes Heer ber Frauen in diese Kampfgemeinschaft eingeorbnet. Da haben mir das Fräulein Briefträgerin auf ihrem 2lrbeitsgang begleitet unb auch bie Frau Straßenbahnschaffnerin ausgesucht. Zuerst hat bas Publikum erstaunt auf» gesehen wenn wir unseren Dienst tun - aber jetzt hat man sich schon an unseren Anblick gewohnt. Ob ihnen ihr Beruf Freube macht, ob er nicht zu anftrenqenb ift? „O nein, bie paar Treppen laiffe ich qern bafür komme ich ja so schon an bie frische Luft " erzählt bie junge Briefträgerin. „Unb o b es Freube macht, so gebraucht zu werben unb emen wichtigen Platz auszufüllen!" meint bte Schaffnerin, ^hr ift ja auch bie Arbeit nicht gonz ungewohnt, benn sie hat bereits 1918 als junges Mabchen Dienst qetan, bamals, um bie krank geworbene Mutter ab ?u Öfen bie ihrem Mann an ber Front ben Arbeits- vMtt erhalten wollte. „Freube macht alles wo man helftn kann", fügt sie hinzu, unb man sieht ihr an, welche Befriedigung sie gefunben hat-
freube macht alles, wo man helfen kann Dieses fcbhdite Wort steht auch ungeschrieben über ber Arbeit ber vielen taufenben Frauen, bie jebe freie Mi- nute opfern um ehrenamtlich anberen Frauen zu Helsen Und wieviel Hände notwendig gebraucht werden wieviel Einfatzbereitschast notwendig ist. das «M man wenn man die vielen Einrichtungen auf- Mi in benen nichts anderes getan wird als ganz fud,.Lin Durch den NS.-Bahnhofsdi-nft m einfach ,,hellen ^urry Unterbrechung die
trauen ^der NS.Hrauenschaft und des Roten jrauen ue norfphen ift tn ben Tagen bes
?^e5kd ü«rt’b« uAb burÄ das immer ub"^°M„e^nd Eintreten volksdeutscher Flucht- s. ALL Lö3«p.«.u
as sollen wir tragen?
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
Das erste Frühstück.
Auf die Wichtigkeit des ersten Frühstücks ist schon oft hin gewiesen worden. Trotzbern gibt es immer noch Mutter, die das „arme Kind" lieber 10 Minuten länger schlafen lassen unb ihm dafür bie geruhsame erste Fruhstücksmahlzeit erlassen. Dann bekommt Dieter einfach ein Brätchen in bie Hand gebrückt, bas er auf bem Schulweg hinunterfchlingt, währenb er vorher noch schnell eine Tasse Milch ober Malzkaffee hinuntergießt, wenn er sie nicht stehen lassen muß, weil sie zu heiß ist.
Das erste Frühstück ist, wie immer wieder von ärztlicher Sette festgestellt würbe, bie w i ch - tigste Grunblage für ben ganzen Tag. Man kann baher nichts schlechteres tun als btefe wichtige Mahlzeit beim Kinde überspringen. Uebn- gens hat sich ergeben, daß Menschen, bie von klein auf an eine geordnete Frühstücksmahlzeit gewöhnt sinb (es schabet nichts, wenn biefes „gewöhnen" manchmal nur burch Tränen unb Strafen erreicht werben kann) auch in ihrem späteren Leben ohne diese Mahlzeit gar nicht auskommen bzw. arbeiten können. Don ihnen hört man, baß sie die 10 Minuten Schlaf, bie bei einer etwas lang geworbenen Nacht, was bei Erwachsenen vorkommen soll, tatsächlich eine Rolle spielen, lieber opfern, um in Ruhe frühstücken zu können — bie Grunblage für ben ganzen Tag! Es gilt ckffo, Dieter unbedingt baran zu gewöhnen.
Aber nicht nur das „sich Zeit nehme n" für bas erste Frühstück ist wichtig, sondern auch was wir frühstücken. Erwachsene, die seit 30 ober 40 Jahren an ihren Morgenkaffee und bas obligate Brötchen mit Butter oder Marmelade gewöhnt sind, kann man nur schwer davon überzeugen, wieviel gesünder eine Suppe oder das berühmte Müsli '.st. Aber unseren Kindern wollen wir auf jeden Fall die Erkenntnisse der modernen Ernährungswissenschaft zugute kommen lassen und ihnen nicht immer die Tasse Milch ober Malzkaffe mit Brot ober Brötchen vorsetzen. Da die Rezepte für Müsli und Porridge überall bekannt find, bringen wir einige Rezepte, bie von zahlreichen Hausfrauen ausprobiert wurden:
Falsche Schokoladensuppe. Mehl wird eingebrannt, aber nicht zu scharf, halb Wasser und halb Milch zugefüllt unb mit Zucker unb etwas Zimt, evtl, einer Messerspitze Kakao abgeschmeckt.
Schwarzbrot-Quark. Schwarzbrot wird fein gerieben ober härteres Schwarzbrot einen Tag vorher eingeweicht mit etwas Milch, bann, kurz vor bem Anrichten, mit Quark untermischt und mit Zucker abgeschmeckt.
Schwarzbrot-Obst. Eingeweichtes oder geriebenes Schwarzbrot wird mit geschnittenen ober geriebenen Aepfeln ober Bananen gemischt und mit Zucker evtl, etwas Zittonensaft abgeschmeckt.
Warme Suppen: Hafermehl — ober Mehl- fuppen werden ziemlich fest eingekocht unb mit rohen geschnittenen ober geriebenen Aepfeln, Bananenstückchen, Zitronen- ober Apfeffinensaft vermischt unb mit Zucker adgeschmeckt. Statt Obst kann man auch Tomaten- oder Mohrrübensaft ober -mark ber Suppe zusetzen und nach Belieben mit Zucker ober etwas Salz abschmecken. P-
Mmpsecinnen hinter der Front.
Wir sind zur Stelle!« - Oie Hote-Kreuz-Helferin, die Schaffnerin und alte d»e ehrenamtlichen Helferinnen bilden eine große Kampfgemeinichast.
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en’ W Unkenntnis ober Gerüchte. Kräfte werden baburch e‘n- osichwindet, Haltung geht verloren. Nun ist es Qgit, baß bie Kraftzentralen zu arbeiten beginnen. Aff'? Kraftzentralen in ben einzelnen Zellen bes Bchs sinb bie Mütter, bie Hausfrauen.
' Las alles wird im Laufe bes Tages an sie her- !er X getragen an Mitteilungen, bie ein schwaches Ge- ' 10 ?i, entnerven können! Doch sie, obwohl sie selbst en 5 V |0 rtart mit Sorgen belastet ist, verliert nicht ihre ePtembtT l|Xre Harmonie, ihre stille Heiterkeit. Sie hört allis an, sie spricht ruhig über alles, sie gibt schon tzg.urch, baß sie Anteil nimmt unb boch überlegen "***> bkbt, bem andern Fassung und Haltung, spendet Kifft durch ihre seelische Stärke, wirkt beispielhaft uni fördernd. Meist weiß sie selbst es gar nicht, ff^rche wertvolle Aufgabe sie erfüllt und ihre Aeuße- mgen sind vielleicht ganz gemeinplätzlich: „Es öi-b nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird; nici muß aus allem bas Beste zu machen ver- faß.en; gibt Gott ein Häschen, gibt er auch ein fischen .. " Es ist nicht bas, was gesagt, sondern Wi es gesagt wird — mit ruhiger Zuversicht. Diese ^erficht aber ist eine starke Kraft, bie außer- or^ntlid) beeinflussend und aufrichtend wirken kan. Mögen sich unsere Frauen dieser Kraft be- Mßt sein, bie in ben meisten von ihnen ruht und mn zum Wirken erwachen foll!
Eva Schauwecker.


