Ausgabe 
27.6.1939
 
Einzelbild herunterladen

Hr. HZ Erstes Blatt

189. Zahrgang

Dienstag, 2r.)unit939

Erichetni täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild DieScholle Monats-Bezugspreis:

Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Stehen

Postscheckkonto:

Zrankfurt am Main 11686

Siebener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: Sriihlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und SeschSstsftelle: Schulftrohe?

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags

Grundpreise für \ mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text­anzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzoorschrift nach vorh. Dereinbg. 25°/0 mehr.

Ermäßigte Grundpreise:

Stellen-, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei. gen, Bäder., Unterrichts- u. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B

England gibt auf der ganzen Linie nach

Dr. Li. London, 27. Juni.

laen der

Sowjetunion eintreten.

Die Londoner Presse steht im Zeichen der ängst­lichen Erwartung, ob dieallerneuesten" Vorschläge, die England nunmehr in Moskau unterbreiten will, endlich bei 'den Sowjets Gnade finden werden. Im übrigen versuchen die Blät­ter zum Teil wieder von den Hauptschwierigkeiten, die in den Fernost-Problemen beschlossen liegen, abzulenken, indem sie die praktisch längst erledigte Frage der baltischen Garantien in den

seines Volkes und seines Landes lösen kann, wenn alle persönlichen und parteipolitischen Interessen hintangestellt werden.

von Holz verschiedenster Qualität. Die wirkliche jähr- liche Holzerzeugung des deutschen Waldes aber deckt heute knapp Zweidrittel dieses Bedarfes.' In den letzten Jahren haben allein die angeordneten M e h r e i n s ch l ä g e die volle Deckung des Holzbedarfes bewirkt.

3m 3ahre 1939 wird sich der gesamte Bedarf Grotzdeutschlands an Holz auf über 80 Millio­nen Festmeier Derbholz belaufen. Mit einem wesentlichen Rückgang dieses Gesamtbedarfes ist für absehbare Zelt nicht zu rechnen. Dafür sorgt allein schon die Bau wirtschaft als größ­ter Holzverbraucher. Wenn einmal die Bauten für die Reichsverteidigung, die repräsentativen Bauten für Partei und Staat und der un­geordnete Umbau großer Städte vollendet sein werden, wird voraussichtlich der angestaule Wohnungsbedarf noch für lange, lange Zeit den Bauholzverbrauch auf großer höhe halten.

Die Holzmengen, die der heimische Wold nicht hergibt, können auch nicht mehr, wie einst vor dem Weltkriege, ohne alle Schwierigkeiten etwa aus dem Auslanbe bezogen werden. Das ist nicht allein eine Folge der gegenwärtigen Devisenlage. Auch die Verhältnisse in den europäischen Holz­exportländern spielen eine Rolle. Einige von ihnen industrialisieren sich, um ihr Holz in eigenen Wer­ken zu verarbeiten und als Halb- oder Fertigwaren aussühren zu können. Andere haben in den Kriegs­und Nachkriegsjahren ihre Wälder mindestens in den nicht mit Transportmitteln erreichbaren Teilen so ausgenützt, daß sie sich wohl oder übel zu be­trächtlicher Einschränkung ihrer Holzausfuhr ge­zwungen sehen. In den meisten Holzausfuhrländern wird schließlich die wachsende Erkenntnis von der Bedeutung der Nachhaltigkeit der Walbwirffchaft, die seit mehr als 150 Jahren den obersten Grund­satz der deutschen Forstwissenschaft bildet, zu einer Herabsetzung der Holznutzung führen. Da uns auch die Auswertung der großen Waldflächen in un­seren Kolonien durch den Raubzug von Ver­sailles heute noch entzogen ist, stehen wir in der Holzwirtschast vor den gleichen Erfordernissen, wie auf vielen anderen Gebieten unseres nationalen Lebens: Was uns an naturgegebenen materiellen Reichtümern fehlt, müssen wir anderweitig ersetzen, und zwar durch sparsamste und zweck-

Siamesische Offiziere sagen Besuch in Singapur ab!

Singapur, 26. Juni. (Europapreß.) Die Be­suchsreise einer Offiziersabordnung der siamesischen Luftwaffe nach dem Flotten- und Luftstützpunkt Singapur ist abgesagt worden. Das Kommando der Luftwaffe von Singa­pur erhielt ein Telegramm aus Siam, wonachu n- oorhergesehene Umstand e" es nötig ge­macht hätten, den Besuch, zu dem eine Gruppe siamesischer Offiziere eingeladen worden war, einst­weilen zu verschieben. Eingeladen waren 13 höhere siamesische Offiziere, die in zehn Flugzeugen am 4. Juli zu einem zweitägigen Besuch in Singapur eintreffen sollten.

Finnland wählt seinen Reichstag

Von unserem H.-Korrespondenien.

HermannGöringforhertschärfsteLeistungssteigerung her deutschen Forstwirtschaft.

Sparsamste Verwendung des kostbaren Rohstoffes Holz.

der Staatsgewalt ihren Stempel aufzudrücken. An Versuchen hierzu hat es nicht gefehlt.

Im Hinblick auf das kommende Wab> gebnis kann angenommen werden, daß Sozialdemo­kraten und Sammlungspartei auf Kosten der Agrarpartei einige Sitze gewinnen wer­den. Dieser Umstand hat aber, neben politischen, zweifellos auch ganz natürliche Gründe; denn die Folgen der immer stärker werdenden Landflucht müssen sich in den Parteien, die sich am stärksten auf das Landvolk stützen, am entscheidendsten bemerkbar machen. Durch das gegen sie angestrebte Verbot hat die JKL. etwas Wind in die Segel bekommen. Gleichgültig, wie die Wahl ausfällt, eines ist sicher: Der kommende Reichstag ist vor noch schwerere Aufgaben gestellt, die er nur dann im Interesse

worden.

In dem nun abgeschlossenen Reichstag hatte die Regierung in der Mehrzahl der Fälle zwel Drittel aller Stimmen hinter sich. Dadurch, daß die Sozial­demokraten aus ihrer bisherigen Oppostttonsstellung herausgekommen und Regierungspartei geworden find, mußten sie auch ihre negative Haltung zur Wehrfage einer gründlichen Revision unter­ziehen. Das ist jedoch nicht immer ohne Konflikt abgegangen. Sammlungspartei, JKL. und die Schweden bildeten die eigentliche Opposition kne be­sonders in der letzten Zeit ihre Stimmen entscheidend in die Waagschale geworfen hat, so daß die Regie­rungsgruppe sehr oft mit einem starken Gegenwind zu kämpfen hatte. In der Regierungsgruppe hatten sich gerade im letzten Jahr verschiedene Strömungen bemerkbar gemacht, die den Einfluß der Gruppe ge­fährdeten. Ein bekanntes finnisches Blatt schrieb da­zu daß eine Art Regierungsermüdung mcht abzu- leüqnen wäre, die ohne Zweifel zu einer mnerpoli. tischen Pichtungsänderung führen könne, wenn das kommende Wahlergebnis ober andere Ereignisse da­zu den kleinsten Anstoß gäben. Wie bereits betont, hatte der nun verabschiedete Reichstag em gewal­tiges Arbeitspensum zu erledigen. Aus Grund der Regierungsoorschläge sind zahlreiche wichtige Ent­scheidungen getroffen worden, wie z.B. das^Dolks^ Versicherungsgesetz, Zoll- und Seegesetz und der Re- gierunqsvorschlag über die Verteidigung Aalands. Die Sachlichkeit, mit der fich^der Reichstag gegen­über den behandelten Fragen verhi^t, ist aller Am erkennung wert. Da« bürgerliche Denken hat sich insofern stärker erwiesen, als es den Sozialdemo­kraten bisher nicht gelungen ist, den Entscheidungen

Helsinki, Ende Juni 1939.

Aus einigen Wvhlvorschlägen, die bisher in den finnischen Zeitungen veröffentlicht worden sind, haben die bestehenden Wahlen des finnischen Reichs­tages noch keine großen Schatten vorausgeworfen. Erft dieser Tage, eine Woche vor der Wahl, hat die Wahlpropaganda gewissermaßen über Nacht einge­setzt. Ein Gang durch die Esplanade, die Süd-West- Achse Helsinkis, ist ein Gang durch ein Spalier der verschiedensten Wahlvorschläge, die um die Gunst der Passanten werben. Da man in Finnland keine Litfaßsäulen kennt, werden die Wahlplakate auf zu diesem Zweck besonders geschaffenen Staffeleien auf­gezogen. Die Wahldiener tun dazu noch ein übriges und binden die Plakattafeln der verschiedensten Par­teien an ein und demselben Baumstamm fest, so daß sich hier oft links und rechts Rot und Weiß brüder­lich vereint zusammenftnden.

(eben schlechthin. Er gestaltet in feiner natur- bedingten Mannigfaltigkeit das Bild der deutschen Landschaft, die im Laufe der Jahrtausende Wesenszüge unserer Kultur und Art geprägt hat. Nirgends ist die Ver­bundenheit von Mensch und Wald stärker und inniger als in unserem Vaterlande. Den deut­schen Wald in seiner natürlichen Schönheit und organischen Lebenskraft zu erhalten, unserem Volke eine unersetzliche Quelle echter Freude und eine Stäste der Erholung und inneren Erbauung zu bewahren, ist und bleibt

die vornehmste Pflicht des Forstmannes.

Der unumstößliche Grundsatz der Nachhaltig­keit der Waldwirtschaft verpflichtet uns zu einer Zeit, in der wir aus nationalpolitischen Gründen ver st äxkten Holzeinschlag vornehmen müs­sen, auch zu äußersten Anstrengungen im pro­duktiven Aufbau. Um das vom Führer ge­steckte hohe nationalpolitische Ziel zu'erreichen, muß ich als Beauftragter für den Dierjahresplan aus allen Zweigen der deutschen Wirtschaft dasAeußerste an Leistung herausholen. Don ollen Berufen muß ich selbstlose Mitarbeit und stete Opferbereitschaft fordern. Wir müsfen heute scheinbar Unmögliches möglich machen. Und ich weiß, es geht, wenn der Wille dazu in allen vorhanden ist. Es geht, wenn sich alle aufraffen und an sich selbst höchste An­sprüche stellen. Das Bewußtsein, der Ehre, Freiheit und Größe unseres deutschen Volkes zu dienen, sol­len wir an jedem Werktag in uns tragen. Herrlich ist bas Ziel, stolz ist die Aufgabe stahlhart sei unser Wille, unbeirrbar unser Streben! Dann schrecken uns auch nicht die ärgsten Widerstände.

Die Ansprüche, die heute an die Forstwirtschaft Großdeutschlands gestellt werden, sind ungeheuer groß. Der nationalpolitische und nativnalwirtschaft- liche Aufbau erfordert Holz in riesigen, ja in geradezu unvorstellbaren Men- q e n. Holz ist neben Eisen, Kohle und Steinen der wichtig st e Roh st off unserer industriellen Ar­beit geworden. Er ist für zahlreiche Gewerbezweige unentbehrlich, namentlich für die Bauwirtschaft, den Bergbau und die Papierherstellung. Auf seiner Grundlage entwickeln sich in schnellstem Tempo neue Industrien, so insbesondere die Fabrikation von Textilfaserstoffen und die Holzzuckererzeugung. Alle diese Gewerbezweige stellen feit. Jahren wach­sende Anforderungen an die Lieferung

Der Reichstag der nun abgeschlossenen Wahl­periode ist kürzlich in einer Schlußsitzung feierlich verabschiedet worden. Er hatte ein gerüttelt Maß voll Arbeit zu leisten, was nicht zuletzt daraus her- vorgeht, daß dieser Reichstag am längsten von allen bisherigen getagt hat. Nach kurzen Sommer­ferien tritt d e r neue Reichstag, der nun am 1. und 3. Juli gewählt wird, am 1. September zu­sammen. Er wird in seiner Zusammensetzung vor­aussichtlich anders aussehen; wie, darüber ist es zwecklos, irgendwelche Vermutungen anzustellen. Als der jetzige Reichstag 1936 gewählt wurde, war die politische Konstellation sowohl innen- als außen­politisch völlig anders als jetzt. Die Angelegen­heiten des Landes wurden vor der letzten Reichs­tagswahl von dem Präsidenten Svinhufvud betreut, und das Ministerium Kivimäki führte die Regierung. In jener Wahlperivde setzte nach einer anfänglichen Isolierung Finnlands d i e s k a n- dinavische Orientierung ein. Nach einer Amtszeit von vier Jahren trat die Regierung Kim- mäki im Herbst 1936 zurück. Obwohl die Neuwahlen keine entscheidenden Kräfteverlagerungen zeitigten, brachten sie doch einen weiteren Vormarsch ber Sozialbemokraten, die, verstärkt durch die Mitglieder der 1930 verbotenen K o mmuni- stischen Parte-i, von 66 Sitzen auf 83 aufge- rückt sind. Es war vorauszusehen, daß auch die neue Regierung weiterhin in den Händen der bürgerlichen Gruppen bleiben würde, zumal die Agrarpar­tei den Kampf gegen Sozialisten und Sozialismus auf ihre Fahne geschrieben hatte. Mit einer Stim­menmehrheit der Bauern und Sozialisten wurde der neue Reichstag mit dem Staatspräsidenten Kyösti K a l l i o gewählt, der aus der Agrarpartei hervorgegangen ist.

In dem finnischen Reichstag der nun abge­schlossenen Wahlperiode verfügte die Regie­rungsmehrheit über 143 Stimmen, wovon 83 auf die Sozialdemokraten, 53 auf die Agrarpar­tei und 7 auf die Fortschrittspartei entfielen Die Vaterländische Volksbewegung. (JKL.) sowie dieKonservativeSammlungspar- te i verfügten über 14 bzw. 20 Sitze. Dazu kamen noch 21 schwedische Abgeordnete und zwei Ver­treter kleiner Spitzengruppen. Die bereits in den letzten Jahren der Kivimäki-Regierung einsetzende Neuorientierung ist durch die allgemeine politische Sage in Europa und durch das Versagen G e n f s , auf das man gerade im Norden die größ­ten Hoffnungen gefetzt hatte, begünstigt worden. An Stelle der abgegriffenen Schlagworte von kollektiver Sicherheit und Völkerbund traten skandinavische Orientierung und Neutralität, wobei unter skandina­vischer Orientierung in erster Linie eine Anleh­nung an Schweden zu verstehen ist. Jrn Hin­blick auf Sowjetrußland ist Schweben bas für Finnland unentbehrliche Hinterland und die Brücke zur Welt. Durch Zusammenarbeit und durch die gemeinsame Behandlung der nordischen Neu- ttalitätsregeln und ber im Herbst 1938 plötzlich stark in den Vordergrund getretenen Aalandfrage ist die Bindung dieser beiden Länder noch enger ge-

Berlin, 26. Juni. (DNB.) Im festlich ge­schmückten Reichstagssitzungssaal der Krolloper wurde die Großbeutsche Reichstagung der beutschen Forstwirtschaft eröffnet. Fast 2000 Mitglieber des Deutschen Forstvereins hotteft sich versammelt, neben ihnen zahlreiche ausländische Forstleute. Besonders stark war die italienische Abordnung vertreten. Das Landesorchester Berlin leitete die Feierstunde ein. Nach einem feierlichen Vorspruch eröffnete General­forstmeister Staatssekretär Alpers, der Leiter des Deutschen Forstoereins, die Tagung. Nach alter deutscher Forstmannssitte grüßte die Versammlung ihren Reichsforstmeister mit einem Hellen: Horrido! Dieser Ruf erneuerte sich nochmals, als dann Gene- ralselbmarschall Reichsforstmeister Göring selbst das Rednerpodium bestieg und sich an die deutschen Forstmänner wandte.

Die politischen Ereignisse der jüngsten Vergangen­heit, so führte er aus, überschatten in ihrer^über- ragenden Größe auch diese heutige Tagung. Sie ist die erste großbeutsche Veranstaltung ihrer Art unb bildet als solche einen Markstein in ber Entwicklung unseres Forstwesens. Denn die Heimkehr alten beut­schen Sieblungsraumes in das Reich bebeutet zu­gleich eine wesentliche Ausweitung u n - serer Forstwirtschaft. Das'gilt nament­lich für bie Ostmark und bas Subetenlanb. ^Dort leben viel Tausende von Volksgenossen von Forst- unb Holzarbeit. Die Forstwirtschaft in diesen neuen Gauen nach nationalsozialistischen Grundsätzen .zu ge­stalten, überkommene Schäden auszumerzen und bie Bestände weiter zu entwickeln, ist eine bereits in Angriff genommene Sonbe rauf gäbe. Sie ist um so wichtiger, als bie gesamte Forstwirtschaft Groß- beutschlanbs heute v ckr neuen und g " w a 1 - tigen Anstrengungen steht. Denn die Poli­tik unseres Führers stellt uns vor wachsende Auf­gaben. Und diese Aufgaben, bas wirb stets ber Stolz jebes rechten Forstmannes fein, find auf unserem Gebiet überaus bebeutungsnoll, aber auch schwierig und sehr vielseitig.

Die Arbeii am deutschen Walde ist ich tone rs immer wieder nicht allein eine ökonomische Angelegenheit. Sie greift in wesentlichen Teilen weit darüber hinaus Deut­scher Wald ist deutsches Volksgut. Tief und nachhaltig find feine Einwirkungen nicht nur auf das Klima und den Schuh der bäuerlichen Scholle vor Verkarstung ober Ver­steppung. fonbern auch auf das gesamte volks-

Die englische Regierung hat, wie die- Morgen­blätter übereinstimmenb melden, beschlossen, den sowjetrussischen Forderungen in allen Punkten nachzugeben. Auf Grund der Beschlüsse des Außenpolitischen Ausschusses des Kabinetts soll der englische Botschafter in Moskau, Sir William S e e d s, Anweisung erhalten haben, eine neue Unten ebun g niit Molotow nachzusuchen. In bieser soll bann der Botschafter mitteilen, daß die englische Regierung bereit sei, die baltischen Staaten ausdrücklich und namentlich zu garantieren. Diese Garantie werde in einem Protokoll zu einem Bündnis enchalten sein, das aber nicht veröffentlicht werden solle. Außerdem werde bie englische Regierung unmittel­bar nach bem Abschluß der PaktveHandlun. in Ge-neralstab sb e sprechun ge7r mit

Englische Korruption in Palästina.

Unbequeme Zeugen werden ermordet.

Ein englischer Staatsanwalt führte im Prozeß gegen den englischen Polizeioffizier Gobbard, ber des Amtsmißbrauchs wegen Begünsti- gung ber jübifchen illegalen Einwan­derung angeklagt mar, drei Arader als feine Zeugen. Sechsunbekannte" englische Zivilisten haben einen bieser arabischen Zeugen bes englischen Staatsanwalts in feigster unb ge­meinster Weife ermorbet unb bie beiden ande­ren arabischen Gerichtszeugen zur Fluckft gezwun­gen. Der Prozeß selbst und diese seine unglaublid>en Begleiterscheinungen legen eine Eiterwunde der britischen Palästinapolitik bloß, wobei als Hinter« gründ eine hanebüchene Korruption britischer Der- maltungsbeamter offenbar wird. Die Times schrieb vor wenigen Tagen, daß die Zahl der ungesetz - lichen jüdischen Einwanderer in Po- läftina wahrscheinlich die Zahl derjenigen erreiche, denen es gesetzlich erlaubt worden ist, einzuwan­dern. Im Vorjahre betrug noch die Zahl ber Jega» len" Einwanderer 12 868, während die ber ungesetz­lichen Einwanderer auf 7000 geschätzt wurde. In diesem Jahre übertrifft die ungesetzliche 15 i n - Wanderung bereits die Zahl der rechtmäßig zugelassenen Einwanderer. Dieser Einwanderer­schmuggel vollzieht sich in der Weise, daß die Juden entweder als Touristen in das Land kommen oder auch in der Nacht auf flachgehenden Booten von den Schiffen an den Strand gebracht werden, von wo sie schleunigst mit Autobussen weiteroerfrach- tet werden. Die neuen,Enthüllungen gewinnen da­durch besonderes Gewicht, daß zwei britische Minister diese ungesetzliche Einwanderung be­günstigt haben und dadurch in den ganzen Skam dal verwickelt sein sollen.

England vermehrt seine Zlugzeug- geschwader in Llebersee

London, 26. Juni. (Europapreß.) Luftfahrt- Minister Sir Kingsley Wood erklärte auf der Jah­reskonferenz der Vereinigung der Emptte-Preffe, innerhalb der nächsten zwei Jahre werde die Zahl der dauernd auf Außenposten des Empire stationierten Luftgesch waber vergrößert wer­ben. Unter den neuen Einheiten in llebersee würben sich Geschwaber von Erkunbungsfliegern befiyben, bie besonders dem Schutz der lebenswichtigen Han­dels schiffahrtslini en dienen sollten. In den überseeischen Besitzungen sollen jetzt auch Ausbil­dungsmöglichkeiten für eine freiwillige Luftwaf­fenreserve geschaffen werden.

des Abkommens dadurch möglichst zu beschleunigen. Daily Telegraph" meint, daß die neuen Instruk­tionen den "britischen Boffchafter in die Lage ver­setzen würden, Molotow um eine weitere ll n - terredung zu bitten. Man sei ber Ansicht, baß es jetzt kein Hinbernis mehr für ben Abschluß eines Abkommens gebe, wenn bie Moskauer Regierung ein solches wirklich wünsche.News Chro- nicle" beutet an, daß man englifcherseits bereit ist, über die Wünsche der drei baltischen Staaten glatt zur Tagesordnung überzugehen, und einen Pakt schließen werde, selbst unter der Bedingung, daß die drei baltischen Staaten namentlich im Vertrag erwähnt würden unb daß ihre Integrität und ihre Unabhängigkeit garantiert würde, gleichviel ob s j e das wünschen ober nicht.Daily Mail" meint, die Regierung werde sich auch für sofortige ©cneralftabs - Besprechungen noch Unterzeichnung des Vertrages bereit erklären, um bie Umstände festzulegen, unter benen man sich automatisch gegenseitig Hilfe geben werde.

Sämtliche Forderungen Moskaus sollen erfüllt werden.

Vordergrund stellen. DieTimes" beeidet, die , Sowjetunion habe alle ihre Bedingungen für bas Abkommen aufrecht erhalten, bie sie in ihrem letzten Entwurf für das Dreimächteabkommen" aufgestellt hatte. Nach einer eingehenden Erörterung durch den Kabinettsausschuß sei beschlossen worden, dem bri­tischen Botschafter unb Strang schnellstens neue Instruktionen zu senben, um ben Mschluß