Ausgabe 
27.5.1939
 
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Lustschuh auf

Wenn nach einer Mitteilung des Statistischen Reichsamtes die Viehzählung in Deutschland folgende Ergebnisse hatte, so beweisen diese die zwingende Notwendigkeit eines wohlor'gani- fierten Luftschutzes auf dem Lande. Im Altreich waren vorhanden am 3. Dezember 1938: 3,44 Millionen Pferde, 19,91 Millionen Stück Rindvieh, davon 9,96 Millionen Milchkühe', 23,54 Millionen Schweine, 4,81 Millionen Schafe, 2,51 Millionen Ziegen und 97,13 Millionen Federvieh (Hühner, Gänse und Enten). Es kommen noch hinzu 2,56 Millionen Stück Bienen st öcke und 8,04 Millionen Kaninchen, davon 0,23 Millionen Angora-Wollkaninchen. Der Gesamtwert unseres Viehbestandes dürfte auf rund 15 Milliarden Reichsmark zu veranschlagen sein. Unsere Haustiere produzieren jährlich für 2,3 Mil­liarden Reichsmark Milch, für 3,6 Milliarden Fleisch (einschließlich Federvieh) und für eine halbe Mil­liarde Eier. Allein der Gesamtwert der deutschen Schlachtviehproduktion (ohne Geflügel) liegt mit einem Wert von 3,3 Milliarden Reichsmark erheb­lich l)üher, als die in Deutschland jährlich erzeugte Getreidemenge mit mindestens 2 Milliarden Reichs­mark und die Kohlenförderung mit rund 2,5 Mil­liarden Reichsmark.

Diese gewaltigen Zahlen rücken die hohe Bedeu­tung des ländlichen Luftschutzes in ein Helles Licht. Wir ersehen auch, wie stark das Tier als Nahrungs­mittel in das Leben unseres Volkes eingreift und wie ausgedehnt sich unsere Gesamtwirtschaft mit der Landwirtschaft und mit den dazugehörigen Betrieben (Molkereien. Metzgereien, Häute- und Fettoerwer­tung) darauf einstellt. Ziel jedes Volkes, ganz beson­ders aber des unsrigen, ist es aber, hinsichtlich seines Nahrungsbedarss so unabhängig vom Ausland zu werden,' wie es irgend möglich ist.

Es liegt auf der Hand, daß ein Feind im Ernst­fall versuchen wird, auch von der Luft her die Ernährung unseres Volkes durch Ver­nichtung wichtiger Lebensmittel zu erschweren, wenn ihm eine Aushungerung wie 1914/18 auch nicht nrehr gelingen wird. Der Kampf des Feindes gilt dann nicht nur den Tieren und dem Brotgetreide, sondern auch den für die Ernährung unserer Haus­tiere wichtigen Futtermitteln. Von diesen sind Heu, Stroh und noch andere leicht brennbar und-bieten so lohnende Angriffsziele. Auch sind in einem dicht­besiedelten Landstrich, wie z. B. in Oberhessen, An­griffe aus der Luft wesentlich erfolgversprechender als im weiträumigen Norden oder Osten unseres Vaterlandes, wo auf einen Hektar vielleicht nur der dritte ober fünfte Teil unseres diesbezüglichen Groß­viehbestandes kommt.

Auf dem Lande kommt nach Lage der Verhältnisse als Abwehrmaßnahme im Luftschutz in allererster Linie der Brandschutz in Frage. Brände ver­nichten Werte und belasten die seelische Widerstands­kraft der Bevölkerung, heißt es mit Recht. Haupt­sächlich werden drei Arten von Brandbomben ver­wendet: die Phosphor-, die Elektron- und die Elek- tron-Thermitbrandbombe. Die erstere ist die übelste. Sie entwickelt einen unerträglichen Rauch und stört so die Löscharbeiten außerordentlich. Auch läuft der brennende Phosphor weiter und schafft leicht weitere Brandherde. Gelöscht wird am besten mit Sand, der rechtzeitig bereit zu stellen ist und im Notfall wirklich greifbar sein muß. Die Elektron- Thermitbrandbombe enthält bekanntlich zur besseren Brandwirkung einen. Sauerstoffspender. Löschung nach Möglichkeit durch ausgiebige Wasserstrahlen. Die Brandbomben wiegen zwischen einem und fünf Kilo und treffen bei weitern nicht alle. Nach den bisherigen Erfahrungen und Versuchen gehen min­destens 75 v. H. der abgeworfenen Bomben am Ziel vorbei, und von den treffenden übrigen 25 v. H. zündet auch nur der vierte Teil. Mit der nötigen Ruhe und mit gründlichen Vorbereitungen kann man also der Brandgefahr Herr werden. Zu letz­teren gehört das Bereit stellen von Wasser. Dabei ist an die Verwendung der rechtzeitig in Ordnung gebrachten Weiher und Brunnen zu denken, da hie Wasserleitung durch einen Treffer zerstört oder unbrauchbar werden kann. Nicht ver­gessen werden darf auch die .Entrümpelung des Gehöftes, d. h. die Befreiung von allen überflüssigen oder zur Zeit.nicht gebrauchten Maschi­nen und Geräten, die meist da aufgestapelt sind, wo sie im Ernstfall erheblich stören, nämlich in der Tenne der mit Getreide, Heu oder Stroh gefüllten Scheune. Man muß an den Brandherd heran kön­nen, wenn man schnell und zweckmäßig löschen will. Daß gepreßtes Stroh oder Heu schlechter brennt und daher nach Möglichkeit hergestellt werden sollte, sei nebenbei erwähnt. Keinesfalls fehlen darf eine z u - verlässige Brandwache, aus einem Wacht­habenden und einigen Meldern bestehend, die von einem erhöhten Standpunkt aus, z. B. vom Kirch­turm her, das Entstehen von Bränden beobachtet und sofort die Feuerwehr alarmiert. Letztere be­steht im Ernstfall in der Hauptsache aus Frauen und Jugendlichen und soll sich reHzeitig mit Ruhe und Energie wappnen.

Hinsichtlich des Tierluftschutzes ergibt sich die wichtige Frage: Soll man bei Bränden den Stall räumen oder nicht? Hierzu ist ausdrücklich zu sagen, daß nur bei direkter und unmittelbarer Ge­fährdung eines Stalles zur Räumung geschritten werden soll, also wenn es bedrohlich nahe und wirklich erheblich im eigenen oder Nachbar­gehöft brennt. Selbstverständlich wird es gut sein, nach Kriegsausbruch alle Stallböden von allen leicht brennbaren Futtervorräten zu räumen und nicht massive Stalldecken durch Aufschütten von Erde und Sand zu verstärken. Aber wie gesagt: nur im wirklichen Notfall den Stall rüu- men! Wer einmal einen Brand erlebt hat, wird wissen, wie aufgeregt die Tiere, sowohl die Rinder, als auch die intelligenteren Pferde, durch den Feuer­schein und den Brandgeruch werden. Dieser Auf­regung sollen sie zur Vermeidung eines gefährlichen Durcheinanders nur notgedrungen ausgesetzt wer­den. Aber wie? Nachdrücklichst ist davor zu war­nen, alle Tiere im Stall auf einmal losmmachen und ins Gehckft oder auf die Dorfgassen yinauszu- jagen, wenn sie überhaupt hinausgehen. Sie müs­sen im Notfall einzeln herausgeführt werden. Zu diesem Zwecke sind in jedem Gehöft in aus­reichender Zahl Nasenketten, Halftern oder starke, in Halfterform zu verwendende Stricke bereitzuhalten. An den Anbindeketten, den sogenannten Halsketten, kann man keine Tiere führen, da der Kopf nicht ge­nügend festzuhalten ist. Ohne Frage müssen sich aber die Kühe und Rinder schnellstens von ihrer Anbindekette lösen lassen, was nach unseren Er­fahrungen leider häufig nicht der Fall ist, so daß im Ernstfall folgenschwere Verzögerungen eintreten würden. Also sehe jeder in dieser Hinsicht nach dem

n Lande zwingen e für Brandschutz und Tierlufi Rechten. Beim Herausführen aus einem brandge­fährdeten Stall soll man den Tieren feuchte Decken über Au gen und Nase legen oder binden, zum Zwecke der beruhigenden Blendung und des Schutzes vor Rauch und Reizstoffen. Die störrischen Kühe, die sogenannten Stallböcke, sind rückwärts herauszuriegeln. Einsetzbare Nasen- ringe leisten in allen Fällen gute Dienste.

Zwei Gründe sind es, welche gewichtig dafür sprechen, bei einem Fliegerangriff unsere Haustiere möglichst im Stall zu belassen. Erstens sind unsere heutigen, massiv gebauten Ställe nahezu spli11er- sich er, und zweitens lassen sie sich mit behelfs­mäßigen Mitteln schnell und leicht k a m p f st o f f - dicht machen. Die feindlichen Flieger werden uns ja vermutlich nicht den Gefallen tun, auf dem Lande nur Brandbomben abzuwerfen, sondern sie schmei­ßen auch Spreng- und Kampfstoffbomben dazwi­schen, um die Bewohner möglichst vom Löschen ab­zuhalten und sie außerdem unter die Gasmaske zu zwingen.

Wie für die Menschen, so sind auch für das Tier drei Arten von chemischen Kampfstoffen gefährlich, die Nasen- und Nachenreizstoffe (Blaukreuz), die er­stickenden Kampfstoffe (Lungengifte, Grünkreuz) und die ätzenden Hautgifte (Gelbkreuz). Von allen diesen

Aus der engi

100 Zähre Spar- und Leihkasse Hungen

* Hungen, 26. Mai. Am gestrigen Donners­tagvormittag hielt die Spar - und Leihkasse Hungen ihre 100. ordentliche Generalversamm­lung ab, zu der annähernd 200 Mitglieder erschie­nen waren. Am Nachmittag fand unter Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden, Bergverwalter Kirch- Höfer, die Feier des 100jährigen B e - stehens der Kaffe statt, zu der neben den Mit- gliödern auch deren Frauen erschienen waren. Die Partei wurde durch den Ortsgruppenleiter vertreten, der sowohl für die Partei, als auch für die Stadt herzliche Glückwünsche überbrachte. Wei­terhin nahmen Vertreter der DAF. aus Gießen an der Feier teil, ferner als Vertreter des Landes­bauernführers der Hauptabteilungsleiter III der Landesbauernfchaft, Verbandsleiter Weyrauch, der als Vertreter des Landesbauernführers und zu­gleich als Vertreter des Revisionsverbandes sprach, die Bedeutung des Genossenschaftswesens im all­gemeinen in richtunggebenden Ausführungen be­handelte und schließlich herzliche Glückwünsche über­mittelte Als Vertreter der Landesbauernkasse sprach deren Direktor Eid mann. Ferner wzilten als Gäste noch Genossenschafts- und Bankenvertreter aus Gießen im Kreise der Feiernden. In Vertretung des erkrankten Direktors Köhler sprach das Vor­standsmitglied Hesse über die Entwicklung der Kasse in den verflossenen 100 Jahren, wobei man u. a. vernahm, daß die Kasse in den langen Jahren ihres Wirkens auf zahlreichen Gebieten auch mit gemeinnützigen Werken in weitem Ausmaß in Er­scheinung getreten ist und damit sehr zur Förderung unseres Gemeinwesens 'beigetragen hat. Verbands- leiter Weyrauch überreichte dem Vorsitzenden die Verbands-Ehrenurkunde, während die Kasse allen Mitgliedern, die über 25 Jahre der Kasse an­gehören, Ehrenurkunden aushändigte. Nach dem/ offiziellen Teil verblieb man noch in schöner Kame­radschaft einige Stunden gesellig beisammen.

75 Zahre Spar- und Borschußverein Alien-Buseck.

* Alten-Buseck, 26. Mai. Der Spar- und Vorschußverein feierte in Anwesenheit von etwa 300 Mitgliedern und deren Angehörigen sein 75jähriges Bestehen. Der Direktor des Ver­eins, Lepper, hieß die Gäste und Mitglieder will­kommen. Der Vorsitzende des Aussichtsrats, Bürger­meister Kahl, gab einen Rückblick über die Ent­wicklung des Genossenschaftswesens in Deutschland und der Dorfkasse in Alten-Buseck. Die Kasse hat sich aus kleinsten Anfängen stetig günstig weiterent­wickelt und umfaßt heute die ganze Gemeinde. Der Vertreter des Landwirtschaftlichen Genossenschafts­verbandes, Oberrevisor Hartmann in Gießen, überreichte Direktor Lepper die Verbands-Ehren- urfunbe und dem Rechner Theodor Krämer für 25jährige treue und vorbildliche Mitarbeit ebenfalls eine Urkunde, zugleich mit den Glückwünschen der Verbandsleitung und seinen persönlichen herzlichen Wünschen. Direktor Jolk überbrachte die Glück­wünsche der Landesbauernkasse und überreichte dem Direktor ein sinniges Geschenk für den Verein. Bei froher geselliger Unterhaltung mit dem Gesang schöner alter Volkslieder verblieb man bann noch einige Stunden beisammen.

Vorsicht bei Torausfahrten.

* Grünberg, 26. Mai. Als der Personenkraft­wagen eines hiesigen Einwohners heute nachmittag aus der Toreinfahrt des Hauses in der Rosengasse hinausfuhr, kam im gleichen Augenblick ein Perso­nenkraftwagen aus Gießen an dieser Stelle vorbei. Dabei erfaßte das Auto aus Gießen den aus der Toreinfahrt an rollend en Wagen. Zum Glück ent­stand nur Sachschaden, so daß der Unfall noch ver­hältnismäßig glimpflich verlies. Immerhin sollte der Vorfall eine erneute Mahnung fein, bei Torausfahr­ten größte Vorsicht walten zu lassen.

Gemeinderat in Scholten.

A Schotten, 26. Mai. Der Gemeinderat befaßte sich in seiner gestrigen Sitzung mit meh­reren gemeindlichen Angelegenheiten. Die Sied­ln n g s v o r h a d e n an der Laubacher Straße 21 um eg und die dortigen Bauvorhaben wurden be­sprochen. Seitens der Stadt wird die Wasserleitung, Kanalisation durchgeführt und eine Zufahrtsstraße bald ausgebaut. Für die Durchführung xbes RennensRund um Schotten" am 9.Juli werden die erforderlichen Ausbauarbeiten an Start und Ziel ebenfalls baldigst in Angriff genommen. Im Städtischen Krankenhaus sind meh­rere Derbefserungen und bauliche Veränderungen vorzunehmen, denen der Gemeinderat zustimmte. Eine neue elektrische Kühlanlage soll beschafft wer­den. Das Wirtschaftskonzessionsgesuch von Lothar Maletzke, Kurhotel Vogelsberg wird befürwortet.

Kommunales aus Schotten

8. Schotten, 26. Mai. Die Vorarbeiten für Las große RennenRund um Schotten" am

Notwendigkeit

chemischen Kampfstoffen werden unsere Haustiere im Stall kaum belästigt, wenn rechtzeitig also bei Fliegeralarm die Vorbeugungsmaß­nahmen getroffen werden. Fenster u n'ö Stall­türen sind mit armdicken Strohseilen abzudichten, die man mit alten Lappen um­näht und mit Chlorkalkbrühe getränkt hat. Die Fensterscheiben sind gegen das Zerspringen kreuzweise mit Papierstreifen zu überkleben. Die Stalltüren find durch das Vorsetzen von Mist gegen das Durchschlagen von Splittern zu sichern. 21 Ue 2ib= wehrmittel sind allerdings schon bereitzustellen, so­bald der Luftschutz aufgerufen wird. Außerdem kann man die Augen und die Nasenöffnungen der Tiere durch überhängte feuchte Säcke zu schützen suchen, ober ihnen Futterbeutel umhängen, auf deren Boden mit Chlorkalkbrühe getränkte Lap­pen liegen. Rechtzeitige und gründliche Schutzmaß­regeln sind im Kamps gegen chemische Gifte wie gegen Brandgefahren dringend nötig. Auch hier gilt der alte medizinische Grundsatz: Verhüten ist leichter als Heilen! Und wie zum Krieg­führen Geld, Geld und nochmals Geld gehört, so gehört zum Luftschutz im allgemeinen, wie zum Luftschutz auf dem Lande auch dreierlei, nämlich Ruhe, Pu he und nochmals Ruhe!

?ren Heimat.

9. Juki sind eifrig im Gange. Es wird eine Para- lellstraße von Betzenrod nach der Abfahrt zum Petershainer Hof erbaut, die es ermöglicht, daß eine Ab- und Zufährt auf .der nordwestlichen Seite ohne Störung der Rennstrecke erfolgen kann. In Rudingshain wird das alte Backhaus niedergelegt, die Rennstrecke an einer Kurve im Dorf mehr be­gnadet. Mit den Arbeiten am Start und Ziel wird 'begonnen; ein festes massives Zielrichterhaus wird erbaut werden. An Sonntagen kann man schon jetzt das Knattern der Motore einiger Rennfahrer hören, die mit ihrem Trainina schon ab und zu beginnen. Eine neue Brücke hat die Stadt über die Nidda, dem Bahnhof gegenüber, errichten lassen, die bald für den Verkehr freigegeben wird. Die alte Brücke war bei einem Hochwasser im ver­gangenen Jahr eingestürzt. Der jetzige Durchlaß ist wesentlich erweitert worden. In den Anlagen gegenüber dem Postamt hat der hiesige Turn­verein einen großen Basaltfindling, der eine Plakette des Turnvaters Jahn trägt, errichten lassen. Auf diesem Platz wurden in den 1850er Jahren, als die Turnerei hier Eingang fand, die ersten Turnübungen abgehalten. Eine geschmack­volle Anlage, Hecke, grüner Rasen wird diesen neuen Platz wesentlich verschönen. Die hiesige Schweinemastanstalt ist wesentlicht vergrö­ßert worden. Die Stadt hat einen weiteren Stall ausgebaut. Zusammen können jetzt 50 Schweine ge­mästet werden.

Bauernversammlung in Atzboch

O 2ltzbach, 24. Mai. In der Gastwirtschaft Tasch fand hier eine gut besuchte Bauernver­sa m m l u n g statt. Bezirksbauernführer Langs­dorf sprach über landwirtschaftliche Tagesfragen, insbesondere über den diesjährigen Arbeitseinsatz für die Frühjahrsbestellung und die Erntearbeiten. Da im Zusammenhang mit der Landflucht die Landarbeiternot in unserem Kreise besonders groß ist, sollen frühzeitig alle Vorarbeiten getroffen wer­den, damit alle Grundstücke genutzt und später auch die Ernte restlos geborgen werden kann. Der Einsatz des Reichsarbeitsdienstes erfolgt in diesem Jahre auf drei verschiedene Arten. Jetzt schon werden, zumeist in größeren Betrieben, Arbeitsdienstmänner grup­penweise eingesetzt. Außerdem kann der Arbeits­dienst noch eingesetzt werden als Gesindeersatz in besonders dringenden Fällen. In diesem Falle 'scheidet der Arbeitsmann aus dem Arbeitsdienst aus und wird bis zum 1. November 1939 von dem Arbeitsamt für diesen Betrieb verpflichtet. Hierbei ist der ortsübliche Tariflohn zu zahlen. Die dritte Art des Arbeitsdienfteinfatzes ist der allgemeine Einsatz zur Erntebergung der nach denselben Richt­

Sonntag, 28. Mai (Pfingstsonntag).

6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10:Wie wunderbar, mal nichts zu tun!" Sorgenlos hinein in die Feiertage! 9: Deutsche Meister. Franz Schubert. Einlage: Was mich nicht bricht, macht mich stärker!" 10: Frühling, das liebliche Fest, ist gekommen, es grünen und blühen Feld und Wald. Eine morgend­liche Sendung unserer Jugend. 10.30: Chorgesang. Ausführung: Frauenterzett, Männerchor, und ge­mischter Chor des Reichssenders Frankfurt. Ein­lage: Dichter unserer Zeit: Richard Euringer. 11.15: Ach, du klarblauer Himmel!" Hörfolge mit Tex­ten zeitgenössischer Dichter und Liedern von Franz Schubert, Friedrich Silcher u. a. 12: Von Stuttgart (aus der Reichsgartenschau): Mittagskonzert. Es spielt das Musikkorps des IN. 119. 13: Musik am Mittag. 14: Unser Kasperl für groß und klein. Krach um Kasperle im Hinterhaus. Ein heiteres Spiel. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. (Jndustrie-Schallplatten und 'Eigenaufnahmen.) 15.15: Volkstum und Heimat: Gold überglänzt den Heimatgau, das wollen wir erwandern." Frohes Pfingstwandern mit der NS.- GemeinschäftKraft durch Freude". 16: Nachmit­tagskonzert. Ausführung: Das Städtische Kur­orchester Wiesbaden. Einlage: 17 bis 17.15: Reichs­modellwettbewerb: Modelle fliegen in der Rhön. 18:Hinaus ins Grüne."Sah nach der Angel ruhevoll ..." Von der Stippfischerei bis zum Angelweidwerk. 19: Gute Unterhaltung, liebe Hörer! 19.45: Sportspiegel des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.15: Tanz mit Schwung für alt und jung. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30 bis 24: Un­terhaltung und Tanz.

Montag. 29. Mai (Pfingstmontag).

6 Uhr: Hafenkonzert an Bord des DampfersCo­lumbus" des Norddeutschen Lloyd. 8.10: Kammer­musik für Violine und Klavier. 9: Wie schön ist so ein Feiertag! Frohsinn auf Schallplatten. (Jndu- strie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 10: Chor­gesang anläßlich der 100-Jahr-Feier des Sänger­gaues Kurhessen. 10.30: Drei Meister der leichten Muse. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnah­men.) 11: Unterhaltungskonzert. Ausführung: Das Kleine Orchester des Reichsfenders Frankfurt. 12:

Union wie im Vorjahr erfolgt. Der Einsatz von Militär erfolgt erst dann, wenn der Arbeitsdienst restlos eingesetzt ist.

Einen zweiten Vortrag hielt Betriebsleiter See­ger von der Molkereigenossenschaft Schöffengrund in Oberwetz über genossenschaftliche Fragen im Rahmen der genossenschaftlichen Milchverwertung. Erfreulich war die Feststellung, daß in Atzbach jetzt täglich etwa 105Ö Liter Milch angeliefert werden, eine Tatsache, die um so mehr zu werten ist, als anfänglich Schwierigkeiten mit der Milchanlieferung bestanden. Mit dem Gruß an den Führer wurde die Versammlung von dem Ortsbauernführer ge­schlossen.

Waldfest bei Ruppertsburg.

)( Ruppertsburg (Kreis Gießen), 24. Mai. Am Sonntag feierten die Waldarbeiter der Graf- Solms-Laubacher Försterei Rupperts­burg in ihrem reizend gelegenen Schutzhaus beim Pflanzgarten ihr diesjähriges Waldfe-st, an dem auch der Forstmeister, Kreisjägermeister O st h e i m , Laubach, und Förster Becker, Friedrichshütte, mit ihren Familien teilnahmen. Die Arbeiterinnen hatten den Platz und das Haus prächtig geschmückt. Ihre Gäste bewirteten sie mit Kuchen und Kaffee.

Schleussner Film

mit Garantieschein gegen F.ehlbelichlung

Nach einem von Förster Becker verfaßten und von zwei Mädels vorgetragenen Begrüßungsge­dicht begannen die Darbietungen. Die Dorfkapelle Ruppertsburg, der Gesang alter schöner Volks- und Waldlieder sowie Scherze'erzeugten bald eine frohe Stimmung, so daß es schwer wurde, bei herein- brechender Nacht Schluß zu machen. Bei feenhafter Beleuchtung feierte man bis gegen Mitternacht. Die vielen Einwohner von Ruppertsburg, die dem fröh­lichen Treiben zufchauten, schieden mit dem Gedan­ken:Hier versteht man es, mit einfachen Mitteln ußd geringen Kosten ein schönes Fest zu feiern."

Landkreis Gießen

)( Ruppertsburg, 25. Mai.Kampf den Schädlingen im Gartenbau!" Das war die 'Parole für den Schulungsabend der Frauen und Mädchen unserer Gemeinde, der vorgestern im hie­sigen Gemeinüeabend unter Leitung unserer Ortsbäuerin Frau Marie H o r st stattfand. Der von gründlicher Sachkenntnis zeugende anschauliche Vortrag der Lehrerin Frl. Oechelhäuser von der Landwirtschaftsschule Grünberg fand bei den zahlreich Erschienenen großes Interesse und dankbare Aufnahme. Wie verlautet, sollen weitere aufklärende Vorträge stattfinden.

Rhein-Mainrsche Börse.

Leichte Besserungen.

Frankfurt a. M, 26 Mai. Im letzten Bör­senverkehr vor den Feiertagen zeigte sich über­raschender Weise 'etwas mehr Geschäft Auf dem er­mäßigten Kursstand bestand kleines Kaufinteresse, so daß auch kursmäßig am Aktienmarkt eine leichte Besserung festgestellt werden konnte. Aller­dings waren noch nicht alle Märkte frei von einigen Abgaben. So gingen Rheinstahl noch ein wenig zu­rück auf 129,75 (130) und DDM. verloren erneut 1 v. H. auf 171. Höher setzten dagegen u. a. ein: Hoesch 108,13 (108,25), Mannesmann 106,25 (105,75), Verein. Stahl 101 (100,65), Holzmann 156,50 (156), Berger Tiefbau 140,75 (140), Metall­gesellschaft 114,25 (113,25), Nheinmetall 125,75 (125,25), AG. für Verkehr 119 (118,75). Stärker er­holt waren Licht und Kraft auf 128,5(^127). IG - Farben weiterhin zwar still aber voll behauptet mit 149,50. Gesfürel glichen einen 0,50prozentigen Rückgang sofort aus mit 131,50 nach 131.

Bis zum Schluß der Börse war das Geschäft ruhig, nachdem nach den ersten Notierungen das Interesse nachließ. Auch kursmäßig blieb meist alles unverändert, sehr fest aber Holzmann mit 158,75 nach 156.50. IG.-Färben 0,25 v. H. höher mit 149,75. Bei den später notierten Papieren über­wogen Erhöhungen um 0,50 bis 1 v. H., Scheide- anstalt plus 2 v. H. auf 203.

Im Freiverkehr gingen nach Pause Verein. Fränk. Schuh mit 78 bis 80 (80 bis 82) um. Tages­geld weiter erhöht auf 2,75 (2,50) v. H.

Mittagskonzert. Es spielt der Musikzug der SA- Standarte 1/119. 13.05: Schloßkonzert. 14: Für unsere Kinder:Die Glockenblume". Ein Rundfunk­märchen. 14.30: Operetten-Drehbühne. (Eigenauf­nahmen des Deutschen Rundfunks.) 15.15: Klang der Landchaft: Ein Besuch auf der romantischen Sponeck Hörfolge. 16: Kurzweil am Nachmittag. Einlage: 17 bis 17.15: Reichsmodellwettbewerb in der Rhön: Der letzte Tag. 18: Woll'n uns auf die Fahrt begeben, das ist unser schönstes Leben ... Eine Fahrt mit unfern Jungen und Mädeln durch die schönsten Jugendherbergen unserer Heimat. 19: Sportberichte: 1. Gautreffen der Postsportvereine in Freiburg. 2. Reit- und Fahrturnier in Wies­baden. 19.15: Allerlei zur Unterhaltung. (Jndustrie- Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 19.50: Reichs­modellwettbewerb in der Rhön: Die Sieger der Wettbewerbe. 20: Nachrichten. 20.15:Schön ist die Welt". Operette von Franz Lehar. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30 bis 24: 'Unterhaltungs­musik.

Dienstag. 30. Mai.

5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer merk auf! 6: Nachrichten. 6.05: Gymnastik. 6.30: Frühkvnzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Rat­schläge für den Garten. 8.40: Froher Klang zur Werkpause.. Es spielen die Münchner Rundfunk­schrammeln. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskon­zert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Schrittmacher der Freude. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 16: Nachmittagskonzert. Einlage 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Volk und Wirtschaft: Deutsche Wertarbeit in aller Welt. 18.15: Deutsche Hochschulen im Dienste des Vierjahresplanes. 18.30: Schwarzwälder Volksmusik. 1915: Tagesspiegel. 19.30: Was uns allen Freude macht ... Frohe Fahrtenlieder und lustige Fahrtenmusik. 20: Nach­richten. Anschließend:Hier spricht die Reichsgar­tenschau". 20.15:Blutender Stein". Schicksal und Landschaft am Main zwischen Bamberger Reiter, und Mainzer Dom. 22: Nachrichten. 22.20: Poli­tische Zeitungsschau. 22.35 bis 24: Tanz und Un­terhaltung.