Geschichten aus aller Welt.
Schreckensnacht im Dorfe.
C. K. Stockholm.
Die 1200 Einwohner des Ortes Grenna in Mit-- i »elschweden haben in einer der letzten Nächte furcht- I joare Stunden der Angst durchlebt. Keiner hat in ? tiefer Nacht in Grenna ein Auge geschlossen. Was mar geschehen? Am späten Nachmittag war aus :ner an dem Ort vorüberführenden Landstraße ein Zirkus mit wilden Tieren in die Nähe des Ortes, gekommen, um nach Malmö weiterzufahren. Das ; Personal, das Material und die Käfige mit den Tieren waren in großen Lastkraftwagen verladen. Mn einer Kurve ganz nahe von Grenna stürzte der 2tzte Waoen in den Straßengraben und wurde itwas beschädigt. Es war nicht möglich, in der Nähe die Hilfsmittel auszutreiben, ein so schweres befährt wieder aufzurichten, man mußte vielmehr rnft mächtige Kranwagen aus Linköping holen, so !saß der Wagen die ganze Nacht über im Graden ieaendlieb.
In dem umgestürzten Wagen befanden sich die l j käsige mit drei Leoparden und einem prächtigen ^antherpüar, das ein Junges bei sich hatte. Die Tiere waren natürlich aufs höchste erschreckt, hatten !sei dem Sturz vielleicht auch etwas abbekommen ind wurden durch die unbequeme Lage, in der sie ' -erharren mußten, so gereizt, daß sie ein ohren- isetäubendes Gebrüll anfingen. Sie waren nicht zu «ruhigen, sondern erfüllten die ganze Nacht über He Gegend mit ihrem Lärm. In Grenna hörten die Einwohner deutlich das andauernde Brüllen der 'echs wilden Tiere, und in der inzwischen hereinge- 1-rochenen Dunkelheit verbreitete sich überall Angst imd Schrecken. Auch die Haustiere stimmten in Ins Geschrei ein, die Pferde wurden von einer Pa- lik ergriffen, einige brachen aus und jagten in ri'ild-er Flucht davon.
Nach einiger Zeit, mitten in der Nacht, verbrei- fcte sich plötzlich die Nachricht, daß ein Panther sich b°freit habe. Es war tatsächlich ein Panther aus- gckommen, aber es war nur das kaum drei Monate clte Junge, das noch so klein war, uap es ,:4a zwischen den Gitterstäben ins Freie Hindi * zwängen konnte. Die Leute, von Grenna abkL by,
gönnen ein wildes Telephonieren nach allen Seiten, um alle Bekannten zu warnen, der Panther wurde in ihrer Schilderung größer als ein erwachsener Löwe und wild wie ein bengalischer Tiger. In der Frühe des Morgens kam ein Bauer, der in einiger Entfernung von Grenga wohnt, und daher nichts von den Abenteuern der Nacht wußte, in den Ort und bemerkte in einem Stall den kleinen Panther, bei einer Kuh liegend, mit der er schon eine Freundschaft geschlossen zu haben schien. Das Tierchen war kaum größer als eine Katze und schleckte begierig die Milch der großen Kuh. Damit war die Schreckensnacht von Grenna zu Ende. Der kleine Panther wurde in den Käfig zurückgebracht, der Lastwagen konnte endlich wieder gehoben werden, und der ganze Transport fuhr in beschleunigtem Tempo weiter.
Ein englischer Blaubart.
Ndz. London.
Bor den Geschworenen in Leeds stand der öljährige William Burkitt. Drei Frauen hatten sich im Laufe der Jahre in ihn verliebt, und alle drei hat er ermordet. Und jetzt hörte er zum dritten Male den Spruch der Geschworenen: „Nicht schuldig des Mordes, schuldig des Totschlages!" — Es war ihm jedesmal bei seinen beiden letzten Morden zugute gekommen, daß die Geschworenen jeweils nichts von seinen Vorstrafen wußten. Eine für die Erfassung von Schwerverbrechern geradezu unsinnige Bestimmung des englischen Rechtes geht nämlich dahin, daß die Geschworenen das Vorstrafenregister des Angeklagten nicht erfahren dürfen, ehe sie ihren Wahrspruch gefällt haben. Infolge dieser Regelung wurde der Mörder Burkitt immer wieder auf die Menschheit losgelassen. 1915 hatte er eine Frau, mit der er zusammenlebte, erdolcht. Er fand milde Geschworene, die ihn nur des Totschlags schuldig sprachen, so daß er mir einigen Jahren Gefängnis daoonkam. 1925 tötete er wiederum eine Frau, die bei ihm gewohnt hatte, mit einem Dolchstich in den Hals. Und abermals hatte er das Glück, daß die ahnungslosen Geschworenen nur die Frage nach dem Totschlag bejahten. Zehn Jahre Zuchthaus sprach
Die Geschwindigkeitsgrenze für Kraftfahrer.
Unfallminderung und Materialersparnis.
Berlin, 26. Mai. (DNB.) Zur Geschwindigkeitsbegrenzung der Kraftfahrzeuge sagt Direktor Werl in von der Daimler-Benz-AG. im „Völkischen Beobachter" u. a. folgendes: Welche Nachteile erwachsen dem Kraftfahrer aus der G e s ch w i n - digkeitsbegrenzung? Sagen wir es rund heraus — gar keine. Die 60-Kilometer-Grenze im Stadtverkehr wird eine Herabsetzung sämtlicher Unfallarten, verursacht durch übermäßige Geschwindigkeit (27 500 im Jahre 1938), Vorfahren (50 700), falsches Einbiegen (21 000), falsches Ueberholen (27 000) nach sich ziehen. Schon die erste Woche seit der Geschwindigkeitsbeschränkung hat eine erfreuliche Abnahme der Unfälle gebracht.
Die meisten Kraftfahrer werden für die 60-Kilo- metergrenze volles Verständnis haben. -Was ihnen mehr weh tut, ist die Beschränkung der Maximalgeschwindigkeit auf 100 Kilometer im Fernst ratz e n v e r k e h r. Auf den Fernstraßen und Autobahnen konnte man in den letzten Jahren die Beobachtung machen, daß man mit einem Tempo von 100 Kilometer rund 90 v. H. aller Kraftfahrer überholte. Selbst mit stärkeren Wagen waren Durchschnitte von über 120 Kilometer aus Derkehrsrück- sichten nur selten erreichbar. Der Zeitunterschied zwischen dem vorgeschriebenen Maximaltempo von 100 Kilometer und dem höchstmöglichen Durch- schnittstempo Wirtes Wagens von 3 oder 4 Liter Motorgröße betrug auf einer Autobahnstrecke wie etwa München—Stuttgart kaum mehr als eine Viertelstunde.
Von dem gesamten Personenwagenbestand (rund 1,5 Millionen Fahrzeuge) entfallen praktisch nur etwa 135 000 Wagen unter die Beschränkung. Bei einer Durchschnittsleistung dieser 135 000 Fahrzeuge von 25 000 Kilometer pro Jahr ergibt sich
schon bei geringer Einschränkung eine Erspar, n i s von rund 6 7 Millionen LiterTreib- sto ff. Wenn darüber hinaus auch die Fahrer chwächerer Wagen ihre Maschinen nicht voll ausfahren würden, ergäbe dies eine Einsparung, die ür unsere Treibstoffwirtschaft geradezu von aus- chlaggebender Bedeutung ist. Es kommt noch dazu der Verbrauch an Reifen, der bei Geschwindigkeiten von über 100 Kilometer bis zur siebenfachen Höhe zunimmmt. Es ist heute erwiesen, daß der Treibstoffverbrauch mit der Zunahme der Geschwindigkeit bis zu 50 v. H. und mehr anfteigt. Außer den 3000 Kilometer Reichsautobahnen besteht der größte Teil des übrigen Straßennetzes, das sind 283 000 Kilometer, aus normalen Landstraßen, auf welchem erfahrungsgemäß die Maxi- malgefchwindigkeit bei vernünftigen Fahrern zwischen 60 und 80 Kilometer liegt. Es kann also die vorgeschriebene Maximalgeschwindigkeit gar nicht ausgenutzt werden.
Hier sei angeführt, daß der Führer, wovon ich mich oft selbst überzeugen konnte, auch auf den Autobahnen keine größere Geschwindigkeit fährt als 80 Stundenkilometer — und niemand dürfte es eiliger haben als er. Das sollten sich zuerst alle Kraftfahrer merken, die glauben, daß ihnen die Hundert-Kilometergrenze nicht genügt. Es ist zu hoffen, daß durch die neue Verordnung eine erhebliche Verminderung der Unfallziffern eintritt. Hierzu beizutragen, sind allerdings nicht nur die Kraftfahrer, sondern in gleicher Weise auch Fußgänger und Radfahrer verpflichtet. Die Zahl der Todesfälle von 8000 und 180 000 Verletzte jährlich ist einfach für die Zukunft unhaltbar, abgesehen von dem enormen Sachschaden, den die Versicherungsgesellschaften allein mit 300 Millionen Reichsmark im vergangenen Jahr angeben.
ht dem « heißt, Me Ab fickten der Sowsets bestünden darin, Konflikte, von Denen sie sich selbst fernhielten, für ihre revolutionären Ziele zu mißbrauchen. Im gegenwärtigen Augenblick zögen viele Franzosen es vor, auf die Sowjetrussen statt auf sich selbst zu zählen. Sie verstopften sich die Ohren und die Augen. Si'e wollten nichts hören von der Komintern und ihrer unabänderlichen Regel: Durch den Weltkrieg zur Weltrevolution. Der Jour stellt die Frage, wie Frankreich auf innerpolitischem Gebiet nach dem Paktabschluß mit Moskau sich der Wühlarbeit seines eigenen Verbündeten werde widersetzen können und wie es den anderen europäischen Ländern die Ueberzeugung beibringen wolle, daß es nicht wieder in die Irrtümer seiner jüngsten Vergangenheit verfallen werde.
polen und der Russenpakt.
London meldet Reise Becks nach Moskau.
London, 27. Mai. (DNB. Funkspruch.) „News Chronicle" meldet aus Warschau, Außenminister Beck habe eine Einladung zum Besuch Moskaus angenommen. Der Besuch würde schon in Kürze erfolgen und verfolge den Zweck, über die Lieferung bolschewistischer Munition nach Polen und den Bau strategischer Eisenbahnlinien zwischen den beiden Ländern zu verhandeln. Polen sei zwar nicht bereit,, einem englisch-sowjettussisch- französischen Pakt beizutreten, beabsichtige aber, öen polnisch-sowjetrussischen Nichtangriffspakt von 1933 und die polnischen Bündnisse mit Frankreich und England mit dem geplanten Dreimächteabkommen in eine Linie zu bringen. Der Warschauer Korrespondent des „Daily Expreß" meldet, daß nach Gerüchten aus Moskau die Sowjetregierung Polen in Kürze den Vorschlag machen werde, den Nichtangriffsvertrag in ein gegenseitiges Bei - standsabkommen umzuwandeln. Der Londoner Berichterstatter des „Figaro" lenkt die Aufmerksamkeit auf die Anwesenheit einer englischen Militär abordnung in Warschau und bringt dies in Zusammenhang mit den erhofften Generalstabsbesprechungen, die zwischen englischen, französischen und sowjetrussischen Sachverständigen stattfinden sollen.
Woroschilow zu den englischen Herbstmanövern eingeladen.
London, 26. Mai. (Europapreß.) Die englische Regierung hat den Oberbefehlshaber der sowjettus- sischen Armee, Woroschilow, eingeladen, im September den englischen Herbstmanö- vern beizuwohnen. Weiter erfährt man, daß auch führende Militärs anderer Nationen im September in London erwartet werden. Das englische Kriegsministerium soll den Wunsch hegen, im September mit militärischen Vertretern all der Staaten „Gedanken" auszutauschen, mit denen England neuerdings durch engere Bündnisse und Pakte verbunden ist. Das britische Kriegsministerium hat gleichzeitig mitgeteilt, daß keine Vorkehrungen für eine Reise des britischen Kriegsministers Höre Belisha nach Sowjetrußland getroffen seien.
Roch immer der Wesiwall-M.
Twn unserer Berliner Schriftleitung.
Die demokratische Lügenpresse vergeudet noch immer übergroße Mengen an Druckerschwärze, um ihren Lesexn klar zu machen, daß der deutsche Westwall eine völlige „Fehlkonstruktion" und „an falscher Stelle" errichtet worden sei, selbstverständlich sei die französische Maginot-Li-nie in jedem Fall viel Ibcffer. Die lächerlichen Schwindeleien versteigen sich Ibis zu der einer Tabouis würdigen Behauptung, .es feien Maßregelungen erfolgt nsw. Sehen wir «einmal davon ab, daß deutsche Ingenieurs-Arbeit ziviler wie militärischer Art nicht erst seit dem Welt- lkrieg, sondern schon seit Menschenaltern Weltruf hat «und daß auf dem ganzen Erdball Werke -der deut- jschen Jngenieurkunst im Dienst der^ Menschheit isstehen. Werfen wir nur gegenüber jenem kindischen fölötfinn einmal folgende Fragen auf: Wenn der Deutsche Westryall so minderwertig ist, warum macht iflnan dann nun schon acht Tage lang ein derart oaufgeregtes Geschrei in der Presse jener Länder, Denen dieser Westwall ein Dorn im Auge ist? Und llwenn er so schlecht ist, warum stellt man dann (feinen eigenen Kummer über dieses unbezwingliche Werk so offen zur Schau? Und wie kann man so umhöflich gegen Frankreich fein und dessen Magi- mobßinie in die Debatte hineinziehen, die zehn
Jahre älter als der deutsche Westwall und daher in manchen Dingen schon hinter der Zeitentwicklung zurückgeblieben ist? Im übrigen kann es uns Deutschen nur lieb sein, wenn die Herrschaften von der „anderen Sefte der Barrikade" sich selbst * so gründlich über den tatsächlichen Wert des Westwal- les täuschen. Es genügt uns völlig, zu wissen, was wir selbst davon zu halten haben.
England und Portugal.
London, 26. Mai. (Europapreß.) Vor der Vertagung über die Pfingstfeiertage wurde im englischen Unterhaus das englisch-portugiesische Verhältnis besprochen. Der parlamentarische Unterstaatssekretär Butler beantwortete die Anfrage des Arbeiterparteilers Arthur Henderson, ob England die kürzlich von Ministerpräsident Dr. S a l a z a r gemachten Ausführungen ebenso positiv beantworten könne, zustimmend. Die Erklärungen Salazars, wonach Portugal alle Verpflichtungen, die sich aus dem Verhältnis zwischen den beiden Län- ocrn ergeben, z u erfüllen bereit märe, seien in London mitlebhafter Genugtuung aus- genommen worden. Die englische Regierung zögere nicht zu erklären, sie sei gewillt, die ihr aus der portugiesisch-englischen Allianz zufallenden Verpflichtungen einzulöfen.
Noch keine Klarheit über die Llrsache der !l-Boot-Katastrophe in LISA.
N e u y o r k, 26. Mai. (DNB.) Die Nachforschungen nach der Ursache des W a s s e r e i n - bruches in das amerikanische U-Boot „ Squa - l u s" haben eine sensationelle Wendung genommen. Der Maschinistenmaat Alfred Prien, der den Schließmecharnsmus des Bootes zu bedienen hatte und der sich unter den Geretteten befindet, sagte bei seiner Vernehmung aus, die Kontrolllampen hätten angezeigt, daß alle Ventile durch die mechanische Schließanlage, die vorschriftsmäßig ausgelöst wurde, geschlossen seien. Auch als bereits das Wasser eindrang, hätten die Lichter am Kon- trollbrett noch alle hell aufgeleuchtet. Er könne sich nur vorstellen, daß ei n Sabotageakt vorliege. Nach Meldungen der „New Port Daily News" nannte Prien sogar den .Namen eines Mannschaftsmitgliedes, das er der Sabotage verdächtigte. Die Aussagen Priens wurden von dem befehlshabenden Offizier in Portsmouth notiert. Es wurde sofort Vorkehrung getroffen, daß weder
Prien noch ein anderes Mitglied der Besatzung sich der Oefsentlichkeit gegenüber über ihre Beobachtungen äußern können. Die offizielle Untersuchung soll erst weitergeführt werden, wenn das Unterseeboot gehoben und ins Trockendock gebracht worden ist. In der Pressekonferenz erklärte Roosevelt auf Befragen, man habe „keinerlei Anzeichen", daß das Unterseeboot „Squalus" das Opfer eines Sabotageaktes geworden sei. Es handele sich offenkundig um ein „menschliches Versehen ober einen technischen Defek t".
In einer amtlichen Bekanntmachung des Marinedepartements heißt es, daß die 26 in den über» fluteten Räumen des U-Bootes „Squalus" befindlichen Besatzungsmitglieder bei der Katastrophe i h r Leben eingebützt haben. Während des ganzen Donnerstags haben Taucher versucht, mit Hilfe der Taucherglocke in das U-Boot-Innere einzudringen. Nach unermüdlichen Anstrengungen der Ber- qung s man nf d) af te n gelang es schließlich gegen Abend zwei Tauchern, die Notluke des U-Bootes zu öffnen. Sie wurde jedoch sofort wieder ver- fchlofsen, als sich herausstellte, daß die Torpedoräume völlig unter Wasser standen und sich a'Ifo darin fein lebender Mensch mehr befinden konnte. Die Leichen der ertrunkenen Mattosen werden vorläufig im Unterseeboot gelassen.
Der Kommandant des Unterseebootes, Oliver N a q u i n , der mit 32 Vesatzungsmitgliedern gerettet worden ist und sich in dem Marinelazarett in Portsmouth befindet, bestätigte, daß alle lieber» lebenden ihr Leben allein dem Mut und der körperlichen Stärke des Matrosen Lloyd Ma netz verdanken. Als das Wasser eindrang, habe Maneß die Geistesgegenwart gehabt, im letzten Augenblick die zum hinteren Torpedoraum führende wasserdichte Stahltür zu schließen. In Anbetracht des steigenden Wasserdruckes und der schiefen Lage des U-Bootes fei zu der Schließung der Tür eine fast übermenschliche Stärke erforderlich gewesen.
Aus aller Welt.
Gangsterüberfall in Chikago.
Auf einer der verkehrsreichsten Straßen Chikagvs ereignete sich ein dreister Raubüberfall. Zwei bewaffnete Banditen hielten auf der Straße einen luxuriösen Kraftwagen an, in dem sich vier Damen der Chikagoer Gesellschaft befanden und zwangen sie mit vvrgehaltener Pistole unter Todesdrohung,
der Richter damals aus. Im August 1935 wurde Burkitt aus der Strafhaft entlassen. Und es sand sich nochmals ein unglückliches Opfer, die 48jährige Emma Brookes, die zu Burkitt kam. Und auch sie hat er nun ermordet. Sie habe ihn mit anderen Männern eifersüchtig machen wollen, sagte er zu seiner „Entschuldigung". Doch diesmal faßte wenigstens der Richter- zu, als die Geschworenen den Mord verneinten. Er erkannte auf die nach dem Wahrspruch mögliche Höchststrafe: lebenslänglich Zuchthaus.
Nackte Beine unerwünscht.
Ndz. R i v de Janeiro.
In Brasilien und namentlich in der Bundeshauptstadt ist man in Bezug auf ordentliche Kleidung sehr empfindlich. Erleichterungen, die man sich in Europa im Sommer selbstverständlich erlauben darf, sind dort vielfach verpönt. Es ist beispielsweise im höchsten Maße ungehörig, etwa nur mit Hemd und Hose bekleidet auf die Straße zu gehen, geschweige denn mit Shorts. Bei der letzten Hitzeperiode hatten einige junge Leute, namentlich Schüler und Schülerinnen, es sich angewöhnt, von der üblichen Fußbekleidung abzusehen und ohne Strümpfe in die Schule zu kommen. Eine Weile hatten sich die Behörden das wohl angesehen, aber jetzt ist auch damit wieder Schluß. Die Schüler, besonders -Die weiblichen, waren sehr betroffen, als sie eines Morgens vor dem Schultor erschienen und wegen ihrer nackten Beine nicht hineingelassen wurden. Der Schuldirektor bedeutete ihnen, daß ohne Strümpfe niemand mehr in die Schule komme. Da half nichts weiter, als die eben errungene Mode wieder abzu- fchütteln, nach Haufe zu gehen und schleunigst Strümpfe anzuziehen.
Der Blitz zieht einem Mann die Hosen aus.
Ndz. Kopenhagen.
Der Blitz erlaubt sich häufig seltsame Späße, aber ganz einzigartig dürfte doch das Abenteuer sein, das der Kopenhagener Bankangestellte Ulrik Palsleo beim letzten starken Gewitter in feinem Wochenendhaus bei Rörvig erlebte. Er stand pfeiferauchend in der offenen Tür und schaute dem Zucken der Blitze zu. Plötzlich ging ein Blitz auf das Dach seines Hauses nieder und traf den Mann. Aber er ging glimpflich mit ihm um. Er lief über. Hals.
ihre Juwelen sowie Bargeld im Gesamtwert voll ungefähr 2 0 0 0 0 Dollar herauszugeben. Die Banditen entkamen unbehelligt.
Acht Todesopfer eines Autounglücks in Griechenland.
Auf der Straße von Tripolis nach Vitina auf dem Peloponnes stießen zwei Omnibusse in voller Fahrt zusammen. Acht Fahrgäste wurden getötet, 20 mehr ober weniger schwer verletzt. Von Athen ging sofort eine Hilfskolonne an die Un- glücksstätte ab.
Den Bock zum Gärtner gemacht.
Die Polizei verhaftete einen Dienftlciter der Nationalen Französischen Eisenbahngesellschaft, der überführt ist, wiederholt Reisende ausge- plündert zu haben, nachdem er sie vorher mit Chloroform eingeschläfert hatte. Die geraubten Gegenstände versetzte er regelmäßig auf der Pfandleihe.
Drei Menschen vom Blitz erschlagen.
In Apulien schlug der Blitz bei Fuglia in ein Bauernhaus und tötete drei Personen; drei weitere wurden verletzt. — Auf offenem Feld schlug der Blitz in ein Fuhrwerk und tötete das Pferd, wäh-^ renb der Fuhrmann unversehrt blieb.
Kunst und Wissenschaft.
Röntgen-Tagung in (Stuttgart
In Stuttgart findet gegenwärtig eine Tagung der Deutschen Röntgen-Gesellschaft statt. Der erste Tag war den Problemen der röntgenologischen Herz,unktionsprüfung gewidmet, der zweite vorwiegend physikalisch-technischen Themen. U. a. wurden die biophysikalischen Probleme der Wirkung elektrischer Kurzwellen besprochen. Professor Rajewsky (Frankfurt) und Professor Schliephake (Gießen) hielten die Haupttefe- rate über „Grundlagen und Probleme der Kurzwellenbehandlung". Nach Rajewsky bietet dieses (3c-
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biet hauptsächlich zwei Problemkreise dar: die Frage der makroskopischen Verteilung der Kurzwellenenergie im behandelten Körperabschnitt und die Frage ihrer mikroskopischen Wirkung in den Zellen des Organismus. Der Kurzwellenstrom hat die Eigenschaft, auch isolierende Stellen des menschlichen Körpers zu durchdringen. So gelangt er — makroskopisch betrachtet — etwa in das Innere der Röhrenknochen, so gelangt er — mikroskopisch betrachtet — sogar in das Innere der Blutkörperchen. Wo er durch leitende Substanzen fließt, erwärmt er die betreffenden Körperstellen. Wie stärk die hervorgerufene Erwärmung ist, hängt dabei von dem elektrischen Widerstand ab, den das behandelte Organ dem Fließen des (Stromes entgegensetzt. Aber nicht nur Wärmewirkung ruft der Kurzwellensttom hervor, sondern es gibt — wie Professor Schliephake ausführte — auch Wirkungen, die in einer so ausgeprägten Weise von der Wellenlänge adzuhän- gen scheinen, daß man sie als eine besondere Folge („spezifische Wirkung") der Kurzwellen deuten muß. Sowohl bei der klinischen Anwendung der Kurzwellen als auch in Laboratoriumsexperimenten hat man solche Erscheinungen beobachtet. Allerdings find alle bisherigen Wahrnehmungen dieser Art noch so unklar, daß man sich über den physikalischen Weg, auf dem die spezifischen Wirkungen der Kurzwellen zustande kommen, noch keine genauen Vorstellungen machen kann.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck und Verlag: Bn'ihlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Vf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
und Brust herunter und teilte sich an der Hüfte so, daß an jedem Bein je ein Strahl herunterlief und dann durch die feuchte Holzschwelle im Boden verschwand. Palsleo blieb fast eine Minute lang schreckerstarrt stehen und sank dann ohnmächtig zu Boden. Die Nachbarn, die zu Hilfe eilten, mußten erstaunt fe-ststellen, daß der vom Blitz getroffene Palsleo wenig Schaden genommen hatte. Der Lauf des Blitzes ließ sich am Körper genau verfolgen, es war ein roter Verbrennungsstreifen, der aber nur die Außenhaut leicht verletzt hatte und nach ärztlichem Gutachten keine schlimmen Folgen haben wird. Der vom Blitz getroffene hat sich auch von der Schockwirkung schon erholt. Die Hosen und Stiefel find allerdings unbrauchbar geworden. Der Blitz hatte beide Hosenbeine wie mit der Schneiderschere zerschnitten, so daß der Mann beim Eintreffen der Helfer nur noch mit dem Hemd und mit zerrissenen Stiefeln bekleidet war.
Vater und Snhn fanden sich wieder.
AS. Belgrad.
Nach neunzehn Jahren fand der Kaffeesieder Dragischa Mitschewitsch seinen Vater in der südserbischen Stadt Bitolj. Im Jahre 1920 wurde Dra» gischa als Findling in einem Belgrader Heim für kleine Kinder ausgenommen. Als er sieben Jahre alt war, wurde er von einem alten kinderlosen Ehepaar aus der Stadt Bitolj adoptiert. Vor einigen Jahren beging sein Ziehvater Selbstmord, weil er sein ganzes Vermögen verspekuliert hatte. Dragischa mußte eine Beschäftigung juchen und wurde Kaffeesieder in einem Gasthaus in Bitolj. Vor kurzem erhielt der Frauenverein in Belgrad, der das Heim für Findelkinder erhält, ein Schreiben aus dem Dorfe Batschin in Nordjugoslawien, in welchem nach dem Schicksal des Knaben Dragischa angefragt wurde. Dem Schreiben waren Dokumente beigelegt, aus denen zweifellos hervorging, daß sich das Schreiben tatsächlich auf das Findelkind Dragischa bezog. In dem Schreiben erklärte ein Bauer namens Tabitsch, daß er damals seinen Sohn in dem Findelheim abgeben mußte, weil er keine Mög- keit hatte, ihn zu erziehen. Da er nunmehr etwas Vermögen geschaffen hatte, möchte er gerne mit seinem Sohn zusammenkommen und so feierten der Vater und der Sohn nach neunzehn Jahren ein Wiedersehn.


