Ausgabe 
27.5.1939
 
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Aufbau und Dienst der SA.-Wehrmannschafien.

Ausführungsbestimmungen des Stabschefs.

Europa fruchtbarer gemacht für das Walten der Gerechtigkeit und des Friedens. Beide haben Euro­pas Karte neu und besser gestaltet. Es ist nur natürlich, daß sich schon dagegen die finsteren Kräfte wenden, die das Gold vom Elend der anderen Völker erpreßten, und die heute alles tun, um den alten Zustand wiederherzustellen. Die beiden Achsen­nationen Europas, von der Nord- und Ostsee bis über Sizilien nach Afrika, haben ihre Arbeitsamkeit, ihr Sichzurechtfinden auch im engen Raum, ihr Genie und ihren Willen, vorwärts zu kommen und bessere Zustände zu wollen, im Kampf gegen die alten Gewohnheiten durchgesetzt, die als Demokratis- mus und Plutokratie, Bolschewismus und Entgött- lichung der Welt keinen schärferen und prägnan­teren Ausdruck finden konnten als in ihren Un­friedensdiktaten, diesen Gipfelleistungen des Wahn­sinns, des Hasses und der Vernichtungssucht.

Wenn sie jetzt wieder die gleichen Versuche unter Albions Leitung unternehmen, um das Festland nach den englischen Pfund-Interessen zu zerteilen, wenn sie die Völker belügen und verwirren zu dem Endzweck, ein allgemeines Chaos anzurichten und die abendländische Kultur zu zerstören, dann muß- gegenüber dieser blinden Hödurtat doch gerade zur Rettung Europas und seines Geistes, dessen unaus- loschbarer Teil der deutsche ist, festgestellt werden: Der Wille von 150 Millionen ist einmütig darauf gerichtet, den Frieden und das Lebensrecht der Völker mit den Waffen gegen jeden hinterlistigen Versuch zu schützen, der nach dem Geständnis eines französischen Blattes vor dem Weltkriege nur Erfolg hatte, weil der Deutsche nicht darauf achtete, was hinten hexum" angezettelt wurde. Ein zweites Mal aber wird ein solcher Versuch nicht Erfolg haben.

Denn die besten Kräfte der deutschen und der italienischen Nation sind jetzt gesammelt und zu­sammengebunden in einem Geist und zu einer Schicksalsgemeinschaft. Die fortschrittlichsten Natio­nen Europas und gleichzeitig die stärksten haben Kampf, angesagt allem, was politisch und geistig nach Versailles neigte und sich ihm wieder verschroben hat. Niemals in der Geschichte sind ein Schanddiktat und eine bösartige Zerteilungssucht so schnell ad absurdum geführt worden wie durch die Zusammen­schweißung des innerlich gefestigten Großdeutschland mit dem neuen imperialen Italien. Damit war nicht nur die deutsche Treue und Tapferkeit im Unglück siegreich gewesen, die selbst der chauvinistische fran­zösische Geschichtsschreiber Thiers loben mußte, son­dern der Werdewille brach übermächtig hervor und ließ allen Gewalten zum Trotz die Aeste in Blüte stehen wie die Bäume und Sträucher, die in der deutschen Natur die Stürme des Winters über­wanden und die Frostriesen abwehrten, weil tief in ihrem Innern schon die Naturgesetze arbeiteten für eine neue Auferstehung und ein neues Erfüllen.

Jeder einzelne Deutsche weiß, daß das Leben ein Kamps ist, und auch im Pfingstgeftt ist dieser Kampfcharakter enthalten. Schiller hat in seinem FragmentDeutsche Größe" prophezeit:Jedes Volk hat feinen Tag in der Geschichte, doch der Tag der Deutschen ist die Ernte der ganzen Zeit." Uns und die kommenden Generationen zur Ernte vor­zubereiten, das ist die freudevolle Aufgabe, der wir am Tage deutscher Naturseligkeit und Einkehr ge­denken. E. S.

Reichsminister Or. Lammers 60 Jahre.

Berlin, 27. Mai. (DNB.) Der Chef der Reichs­kanzlei, Reichsminister Dr. Hans-Heinrich Lam­mers, begeht am heutigen Samstag seinen 6 0. Geburtstag. Lammers ist Beamtensohn. Er wurde in der oberschlesischen Kreisstadt Lublinitz geboren, besuchte die Fürstenschule in Pleß, studierte an der Universität Breslau, legte 1901 die erste juristische Staatsprüfung ab, promovierte 1904, wurde 1907 Gerichtsassesor, anschließend Richter an verschiedenen Gerichten Schlesiens, zuletzt beim Landgericht Beuthen. Dr. Lammers rückte in den ersten Tagen des Weltkrieges mit dem Landwehr- korps Woyrsch an die Front, wunde 1916 Haupt­mann der Reserve und mit dem E. K. 1 ausgezeich­net. Nach Verlust der Felddienstfähigkeit war er beim Verwaltungschef des Generalgouvernements Warschau.

Seit 1920 gehörte Dr. Lammers dem Reichsmini­sterium des Innern an, wo er 1922 zum Ministe­rialrat ernannt wunde. Sein Hauptarbeitsgebiet war Verfassungsrecht des Reiches und der Länder. Stets im scharfen Gegensatz zu den Parteien der Weima­rer Koalition und mit manchem Disziplinarverfahren bedacht, hat er es fertiggebracht, als Verfassungs­referent nie den Eid auf die Weimarer Verfassung zu leisten. Lange vor der Machtübernahme bekannte Dr. Lammers sich zur NSDAP, und betätigte sich öffentlich für sie in Versammlungen. So berief ihn der Führer, den er schon 1922 kennengelernt hatte, am 30. Jan. 1933 zum Staatssekretär in der Reichskanzlei und ernannte ihn 1937 zum Reichsminister und Chef der Reichskanzlei. Unter feiner Leitung hat sich die Reichskanzlei, der Be­fehlsapparat des Führers als Kanzler und Regie­rungschef des Großdeutschen Reiches, zu einem po­litischen Instrument ersten Ranges entwickelt. Reichsminister Dr. Lammers, der ^-Gruppenführer ist, führt außerdem die Geschäfte des Geheimen Ka­binettsrates und ist Führer des Reichsverbandes Deutscher Verwaltungs-Akademien. Seine unermüd­liche Schaffenskraft, feine soldatische Pflichtauffai- fung und streng rechtliche Gesinnung sowie seine natürliche Liebenswürdigkeit im persänlichen Ver­kehr haben ihm die Achtung und Verehrung aller gesichert, die ihn kennen. Beim Reiten und auf der Jagd findet Reichsminister Dr. Lammers Erholung.

Zusammenarbeit zwischen

AS.-Lehrerbund und Wehrmacht.

Bayreuth, 27. Mai. (DNB.) Zwischen dem NS.-Lehrerbund und dem Oberkommando des Heeres ist eine enge Zusammenarbeit in Bezug auf alle Fragen der schulischen Erziehung der Jugend zur Wehrhaftigkeit vereinbart worden. Der Reichswalter des NS.-Lehrerbundes, Gauleiter W ä ch t l e r, hat die gesamte Schulungs­arbeit des NSLB. für bas kommende Jahr unter d i e Parole des Walles im Westen als der Verkörperung des Lebenskampfes der Nation und der Sicherheit des Reiches gestellt. Unter die­sem Thema wird die deutsche Erzieherschaft alle Fragen der Wehrhaftigkeit des Volkes in umfassen­der Weise als erzieherisches Prinzip herausarbeiten. Der Oberbefehlshaber des Heeres hat den In­spekteur der Kriegsschulen mit der Wahr­nehmung der Ausgaben der wehrgeistigen Erziehung beauftragt. In der Reichsschule Danndorf - Bay­reuth des NSLB. sprach Oberstleutnant Hesse in Vertretung des Inspekteurs der Kriegsschulen vor den Gauschulnngswaltern des NSLB. Er stellte den .. Unterschied heraus zwischen der vormilitärischen

Berlin, 26. Mai. (DNB.) Auf Grund der Der- ügung des Führers voin 19. Januar erläßt der Stabschef der SA. Richtlinien für die vor- und nachmilitärische Wehrerziehung, die den Anforderun­gen der drei Wehrmachtsteile an die mit dem Erlaß des Führers geforderte Ausbildung entsprechen. Die Richtlinien, die wir hier auszugsweise bekanntgeben, treten mit dem 1. Oktober 1939 in Kraft.

Aufstellung der Wehrmannichasten.

1. Zur Durchführung der nachmilitärischen Wehr­erziehung werden Wehrmannschaften gebil­det. Sie gliedern sich in Wehrmannschasten des Heeres, der Luftwaffe und der Kriegsmarine und werden bei b e n SA. -Einheiten aufgestellt.

2. Die Wehrmannschaften umfassen die Wehr­pflichtigen des Beurlaubten ft andes aller Waffengattungen, soweit sie nicht anderen Gliederungen (ff, NSKK., NSFK.) zur Sonderausbildung zugewiesen werden. Der von einer Eingliederung in die Wehrmannschasten auf­genommene Personenkreis wird noch gesondert be­kanntgegeben werden.

3. Die Zugehörigkeit zu den Wehrmannschaften ist für Wehrpflichtige d. B. Pflicht. Zunächst werden in die Wehrmannschasten eingereiht:

a) die Offiziere und Beamten der Reserve im Range eines Oberleutnants und Leutnants bis zum vollende­te n 3 5. L e b e n s j a h r,

b) die Reservisten I und II einschl. der im Kriege zu a) und b) als unabkömm­lich Erklärten. Die Reservisten I und II, die während der Zugehörigkeit zu den SA.- Wehrmannschaften das 35. Lebensjahr voll­enden, bleiben in der Betreuung durch die SA.-Wehrmannschaften.

4. In den Wehrmanschaften werden die Wehr­pflichtigen nach Waffengattungen zu­sammengefaßt, um eine enge Verbindung zwischen den örtlichen SA.-Einheiten und den ein­zelnen Truppenteilen zu gewährleisten.

5. Alle Wehrpflichtigen d. B, die neuzeitlich ausgebildet und für Mod-Verwen­dung als K r a f t f a h r er bestimmt find, leisten im NSKK. Hebungen zur kraftfahrtechnischen Fortbildung ab. Diese Hebungen rechnen auf den bei den ' SA.-Wehrmannschaften abzuleistenden Dienst an. Die Zugehörigkeit der Wehrpflichtigen d. B. zu den SA.-Wehrmannschaften bleibt durch diese kraftfahrtechnische Fortbildung unberührt. Wehrpflichtige d. B. der Luftwaffe, soweit diese

Ausbildung der Jugend im Auslande und der Idee einer wehrgeistigen Erziehung der Jugend in Deutschland. Während jene im wesentlichen auf eine körperlich-technisch Betätigung der Jugend abzielt, soll die Erziehung der deutschen Jugend zur Wehr­haftigkeit in erster Linie der Bildung einer politisch- weltanschaulichen und charakterlich - pflichtbewußten und die Autorität bejahenden Haltung, einer echten Wehrgesinnung dienen, mit Einschluß eines gewissen Wehrwissens und selbstverständlich auch einer körper­lichen Ertüchtigung. Der Begriff der Wehrerziehung sei kein selbständiges Hnterrichtsfach. sondern ein durch die gesamte Arbeit des Erziehers und der Schule hindurchgehendes Erziehungsprinzip.

Das Altakademikerium auf dem Großdeutschen Studententog

Würzburg, 26. Mai. (DNB.) Die lebhafte Anteilnahme, die das Aldakademikertum dem deut­schen Studententum unserer Tage entgegenbringt, kam im Rahmen des Großdeutschen Studenten­tages besonders sinnfällig in der Kundgebung zum Ausdruck, die der NS.-Ältherrenbund veranstaltete. Nach kurzen Begrüßungsworten des Amtschefs des NS. - Altherrenbundes, S t e i n l e, würdigte der Neichsstudentenführer Dr. Scheel die Bedeutung des Einigungswerkes des deutschen Studenten- tums, das die Verwirklichung eines jahrzehntealten Wunsches der akademischen Jugend und den sieg­reichen Durchbruch des Bekenntnisses zur Einheit, Freiheit und zum völkischen Glauben brachte. Gau­leiter und Reichsstatthalter Konrad Henlein schilderte die geschichtlichen und völkischen Voraus­setzungen, auf denen Kampf und Sieg im Sudeten­land beruhten. Das Bewußtsein der völkischen Ein­heit habe die Vorbedingungen nicht nur für das Einigungswerk im Innern, sondern auch für den Sieg über die volksfremde Herrschaft geschaffen. Die Sudetendeutschen hätten aber nie allein das Ziel, ins Reich zurückzukehren, erreicht. Erst der Führer habe ihnen den Glaube« an den Sieg ge­geben.

Gipfel der Oeutfchenhehe in USA.

Neuyork, 26. Mai. (Europapreß.) Der ver­diente Leiter des Amerikanischen Volksbundes, Fritz Kuhn, ist am Donnerstag von der Neu- yorker Staatsanwaltschaft verhaftet worden. Damit ist es antideutschen Hetzkreisen der Vereinig­ten Staaten, denen dieser Mann, der die große Sammelorganisation der Volksdeutschen in den Ver­einigten Staaten zu einer machtvollen Organisation entwickelt hatte, endlich gelungen, diesen für fie so unbequemen Gegner wenigstens vorläufig unschäd­lich zu machen. Bezeichnend für die schmutzige Kamp- sesweise dieser Kreise aber ist es,, daß man Kuhn der Steuerhinterziehung und falscher Angaben gegenüber den Behörden verdächtigt, um ihn so zum ehrlosen Manne zu stempeln und ihn leichter zu Fall bringen zu können.

Generaloberst Milch beim Duce.

Rom, 26. Mai. (DNB.) Der Staatssekretär der Luftfahrt, Generaloberst Milch, hat in Beglei­tung von Staatssekretär General Valle eine Be­sichtigungsfahrt durch das pontinifche Gebiet ge­macht. Nachmittags hat Generaloberst Milch in der Gedächtnishalle für die Gefallenen der Faschisti­schen Miliz einen Kranz niedergelegt und den Saal der Erinnerung an die italienischen Spanien- freiwilligen besichtigt. Dann begab er sich in den Palazzo Venezia, wo er vom Duce empfan­gen wurde, der sich nach einer herzlichen Unter­redung auch die Offiziere der deutschen Mission vorstellen ließ. Abends hat Staatssekretär Valle zu Ehren seines deutschen Gastes, der am Samstag­vormittag im Flugzeug wieder nach Berlin zurück­kehren wird, ein Abschiedsessen veranstaltet.

dem fliegenden Personal angehören, erfahren^ihre nachmilitärische Wehrerziehung durd) das NSFK.

6. Um die soldatisch-kameradschaftliche Verbunden­heit innerhalb des eigenen Lebenskreises zu pflegen und die politische Erziehung der Wehrmannschasten unter Einsatz der Schlagkraft der Partei wirksam zu gestalten, werden die Wehrmannschasten nach, den für die SA. geltenden Gesichtspunkten regio- n a l g e g l i e d e r t, d. h. alle Wehrpflichtigen d. B. eines sturmbereiches werden zu einer oder mehre­ren Wehrmannschaften zusammengefaßt und dem SA.-Sturm zur Wehrerziehung und Ausbildung angegliedert. Damit steht der Angehörige einer Wehrmannschaft in seinem gewohnten Lebenskreise, in dem er sich auch auf dem Gebiete der geistigen Wehrerziehung seiner gewohnten Umgebung gegen­über voll auswirken kann.

7. Zur Durchführung der vormilitärischen Wehr­erziehung« werden Iung-Wehrmannschasten aufge­stellt.

Führung:

Als Führer und Unterführer für die SA.-Wehr- mannschaft werden Angehörige der SA. ein­gesetzt. Sie müssen die Lehr- und Prüfberech­tigung für das SA. - Wehrabzeichen besitzen und die Eignung als Offizier bzw. als Unteroffizier d. B. besitzen oder erwerben. Soweit in den SA.-Einlseiten solche SA.-Führer nicht vor­handen sind, können Offiziere und Unteroffiziere nach ihrem Ausscheiden aus der Wehrmacht eingesetzt werden, wenn sie der SA. beitreten und den Lehr- und Prüfungsberechtigungsschein erwer­ben.

Ausbildung:

Die vor- und nachmilitärische Wehrerziehung rich­tet sich nach den Vorschriften für das SA. - Wehrabzeichen und nach den Ausbil­dungsbefehlen für die Wehrmannschaften, die von Jahr zu Jahr durch die Oberste SA.-Führung im Benehmen mit den Wehrmachtsteilen neu verfügt wenden. Die Ausbildung umfaßt:

a) die vormilitärische Ausbildung (Dienst in der Jung-Wehrmannschaft),

b) die nachmilitärische Ausbildung (Pflichtdienst in der Wehrmannschaft),

c) den Erwerb des SA.-Wehrabzeichens (frei­willig), 1. vormilitärisch, 2. nachmilitärisch,

d) die jährlichen Wiederholungsübungen aller In­haber des SA.-Wehrabzeichens. '

Für den Dienst der SA.-Wehrmannschaften sind

Dr. Li., London, 27. Mai.

In japanischen Kreisen Londons ist man der An­sicht, daß mit dem endgültigen Abschluß des Dreier­bündnisses zwischen England, Frankreich und Sow­jetrußland das Schwergewicht des bisher in Tokio geführten englisch-japanischen Meinungsaustausches über die schweben­den Fragen nach London verlegt werden dürfte. Man vermutet, daß eine englisch-französische Deistandserklärung für Sowjetrußland Moskau zu- mindeftens in Europa den Rücken stärken müsse und dazu verleiten könne, im Fernen Osten eine aktivere Politik zu betreiben. In den letzten Wochen sollen die sowjetrussischen Waffen­transporte nach China auf der Sinkieng-Lantschaü- Straße beträchtlich zugenommen haben. In Lant- schau sollen starke sowjetrussische Flugzeugformatio­nen' konzentriert fein. Diese Stadt ist gleichzeitig sowjetrussischesOffiziers-Depot" für China. Es würde nicht überraschen, wenn die sowjetrussischen Waffen- und Munitionstransporte auf der alten Seidenstraße" durch die Provinz Sinkiang in der nächsten Zeit zunehmen würden.

Man glaubt auch, daß England in dem Augenblick seine China-Politik aktivieren werde, in dem die europäischen Verhältnisse vom englischen Standpunkt aus gesehengeklärter" sind und das Bündnis mit Sowjetrußland abgeschlossen ist. In seinen beiden jüngsten Unterrebungen mit mit dem japanischen Botschafter S h i g e m i t \ u hatte Lord Halifax im Zusammenhang mit dem chinesischen Appell an die Genfer Liga darauf hin­gewiesen, daß Englandzur Z e i t" in Europa zu stark engagiert sei, als daß es sich gewissen fernöstlichen Fragen zuwenden könne.

Demnach werde der Abschluß des Sowjetbünd­nisses, so meint man, nicht nur eine neue Belebung der sowjetrussischen, sondern auch der englischen und wahrscheinlich auch der französischen Fernost-Politik einleiten. Aus diesem Grunde dürste nach Ansicht unterrichteter Kreise in London Japan auch an den

E. F. Paris, 27. Mai.

Der französische Außenminister Bonnet hat am Freitagnachmittag dem sowjetrussischen Botschafter S u r i tz den Wortlaut des französisch-englischen Bündnisvorschlags an die Sowjetunion überreicht, über den nach zahlreichen Telephongesprächen zwi­schen Paris und London eine Einigung erzielt wor­den war. Der Dertragsvorschlag soll ein regel­rechtes Bündnis zwischen den drei Mächten im Falle eines direkten Angriffs auf einen der drei Staaten vorsehen. Das Bündnis gelte jedoch nicht für den Fernen Osten. Die Verhandlungen mit Polen und der Türkei im Hinblick auf die Eingliederung dieser Staaten an das Bündnissystem dauern noch an. Rumä­nien und d i e baltisch en Länder, die sich in dieFront der demokratischen Mächte" nicht eingliedern lassen, sondern ihre Handlungsfreiheit bewahren wollen, sollen erneut auf die Möglichkeit hingewiesen werden, auf Grund des Artikels 16 der Genfer Satzung die Liga-Mächte um Hilfe anzu- gehen. DerJntransigeant" drückt dies so aus: Man will keiner Nation gegen ihren Willen den Schutz der demokratischen Mächte aufzwingen." Nach Mitteilungen aus London ist auch die Regie­rung der Vereinigten Staaten in Kenntnis gesetzt worden. Der amerikanische Botschafter Ken­nedy hatte im Oberhaus mit dem englischen Außen­minister Lord Halifax eine längere Unterredung, bei der Lord Halifax darauf hingewiesen haben

monatlich bis zu zehn Ausbildungs­und U c b u n g 5 ft u n b c n vorgesehen. Das Aus- bildungsjahr beginnt .mit dem Oktober jeden Jah­res und erstreckt sich auf elf Monate Dienst.

Mit diesen Durchführungsbestimmungen, so schreibt die NSK., ist der Austakt einer Arbeit gegeben war- den, die nun mit ganzer Kraft in Angriff genom­men wird. Die Wehrmacht hat in der kurzen Zeit des Aufbaues des deutschen Volksheeres in allen drei Wehrmachtsteilen, Heer, Marine und Luftwaffe, eine gigantische Arbeit geleistet und bas scharfe Schwert geschmiebet, bas' Großdeutschland sichert und den Frieden im europäischen Raum garantiert. Bei der letzten Führerparabe hat sich die Welt da­von überzeugen können, daß die deutsche Wehr­macht das bestausgerüftetste und schlagkräftigste In­strument des Friedens in der Hand des Führers ist. Jeder einzelne Mann wird waffentechnisch voll­endet ausgebildet und dazu erzogen, sich in jedem Augenblick selbständig bewegen und kämpfen zu können. So hat der Ausbildungsstand der Wehr­macht einen hohen Stand erreicht, dem nun noch das letzte Fundament gegeben werden soll.

Der Führer hat den Auftrag für die vor- und nachmilitärische Wehrerziehung in treueste Hände -gelegt und damit jene Sturmabteilungen betraut, die, in harter Kampfzeit erprobt und durch zahl­reiche Blutopfer zu einer unlöslichen Gemeinschaft zusammengeschweißt, jederzeit die besten und ak­tivsten Männer im Weltanschauungskampf des Na­tionalsozialismus waren und sind. Sie wird auch im Verfolg ihrer zähen, zielbewußt geleisteten Ar­beit auf dem Gebiete der Wehrerziehung des deut­schen Volkes die auf alle wehrfähigen deutschen Männer erweiterte Ausgabe mit der gleichen Hin­gabe und Einsatzbereitschaft meistern, die sie bisher auszeichnet. Erprobte SA.-Männer werden die Summe ihrer Erfahrungen für den Aufbau und die Ausbildung der SA.-Wehrmannschaften verwenden, und jene Kameradschafts- und Gefolgschaftstreue für den Führer in die Kreise der wehrbereiten und wehrfähigen Männer tragen, die nunmehr durch die Teilnahme . am SA.-Wehrmannschaftsdienst ihre selbstverständliche Pflicht für Führer und Volk er­füllen werden. Auf der Grundlage des SA.-Wehr­abzeichens werden diese Männer nicht nur weltan­schaulich zu stets einsatzbereiten, von der Idee durch­drungenen Nationalsozialisten erzogen, sondern auch körperlich wchrtüchtig erhalten werden. Die beiden festen Säulen, Partei und Wehermacht, die das Reich tragen, werden also hier in gemeinsamer Ar­beit die Wehrkraft des deutschen Volkes zur höchsten Form steigern.

Der Russenpakt und Englands Politik in Ostasien.

Heue Paktvorschläge in Moskau überreicht.

genauen Abmachungen des zu erwartenden Paktes mit Sowjetrußland interessiert sein und durch eine direkte Fühlungnahme mit der englischen Regie­rung um gewisse Informationen bitten. Als Ver­steifung der englischen Politik im Fernen Osten be­wertet man den Zwischenfall von Ku­la n g f u , bei dem englische, französische und ame­rikanische Marinebehörden sich nicht mit den japa­nischen Stellen über die Verwaltung der internatio­nalen iNederlassung einigen konnten und entgegen den Erfahrungen in Schanghai und Tientsin eine ausgesprochen kompromißlose Haltung zeigten.

Anstlich wird mitgeteilt,daß am Freitag- der Chef der englischen China-Station, Admiral Percy Noble, im Auftrag der britischen Regierung er­neut einen Protest wegen der Hntersuchung des englischen PassagierdampfersRanpura" durch japanische Marinesoldaten erhoben hat. Der Protest sei dem Oberkommandierenden der japanischen China-Flotte, Vizeadmiral Difama, überreicht wor­den. Von einer Kommandostelle der japanischen Flotte in Schanghai wurde die Antwort insofern schon vorweggenommen, als erklärt wurde, Japan halte grundsätzlich an seinem Recht zur Durch­suchung ausländischer Schifte fest. Ein Leitartikel derTimes" bestreitet den Japanern das Recht, ausländische Passagierdampfer in chinesischen Ge­wässern zum Beidrehen zu zwingen. Allerdings muß das Blatt zugeben, daß ein zwischen.England und Japan getroffenes Abkommen den Japanern das Recht zugesteht, zur unzweifelhaften F e ft - fteHung der Nationalität eines Schiffes dieses anzuhalten und die Schiffspapiere zu unter­suchen. DieTimes" meint aber, eine solche Maß­nahme könne gegen bekannte und auf ihrer stän­digen Reiseroute befindliche Dampfer keine Anwen­dung finden. Das Blatt erklärt, England ziehe als eine Seemacht mit einer langen Tradition ungün­stige Schlüffe aus solchen Vorfällen. Japan werde noch einmal Hrsache haben, seine Politik gegenüber den Mächten in der China-Frage zu ändern.

soll, England lege größten Wert darauf, daß die Vereinigten Staaten die englische Politik gegen* über Sowjetrußland billigten.

Die Pariser Morgenblätter geben der Erwartung Ausdruck, daß die gemeinsamen englisch-französischen Paktvorschläge in wenigen Tagen zum Abschluß des von den beiden Ländern in wochenlangen Der* Handlungen erstrebten Drelerpaktes führen werden- Es wird erklärt, die von Paris und London aus­gestellte Bündnisformel entspreche den Wünschen dec Sowjets. Der offiziösePetit Parisien" berichtet, daß General st absbesprechungen Jj Vorbereitung seien, um eine mögli^n wirksame Zusammenarbeit der Landarmeen, öer Flotten und der Luftstreitkräfte der drei vertrag' schließenden Länder zu erreichen. Durch den neuen Pakt werde der französisch-sowjetrussische Vertrag von 1935 automatisch hinfällig. Infolgedessen mutz' ten sich die beiden aus den Jahren 1921 und 19-' stammenden Verträge Frankreichs mit Polem weitgehende Veränderungen gefallen lassen, um m mit dem neuen Dreierpakt und auch mit dem gegenwärtig in Vorbereitung befindlichen engmä)' polnischen Pakt in Hebereinstimmung zu bringen.

Der größte Teil der französischen Presse stimmt der jüngsten Entwicklung der Einkreisungsvechond* lungen zu. Doch fehlt es auch nicht an Stimmen, die vor den Folgen der neuen Bündnisverpflichch^' gen warnen. DerMotin" z. B. veröffentlicht einen Aufsatz des ehemaligen Kriegsministers Fabry,