die zwar die Rekorderträge des Vorjahres nicht aufzuweisen hat, aber doch wesentlich über dem Durchschnitt liegt. Ein besonders gutes Ergebnis wird beim Hafer erwartet, da feine Entwicklung ausnehmend günstig gewesen ist. Er war in guten Lagen mannshoch gewachsen! Kaum ist das Getreide eingefahren, so beginnt bereits die Grummeternte. In trockenen Wiesen ist nicht viel zu erwarten, aber in feuchten Gründen ist reichliches Futter gewachsen. Grundstücke, Aecker und Wiesen, die in der Nähe des Waldes liegen, haben in diesem Fahre sehr unter dem Fraß der Engerlinge zu leiden; in etlichen Wiesen fällt dadurch die Grummeternte ganz aus, auf, manchen Dickwurzäckern ist große Strecken nichts stehen geblieben vor diesen gefräßigen Larven. Dagegen ist es trotz häufigen Suchens bis jetzt noch nicht gelungen, den gefürchteten Kartoffelkäfer zu entdecken. Wir find mit diesem Mißerfolg der Abwehrattton sehr einverstanden!
Familientragödie in Bad Homburg.
Der Ehemann toi, die Frau schwerverletzt aufgefunden.
LPD. Bad Homburg v. d. H., 24. August. In dem Hause Haingasse 27 spielte sich in der Nacht zumDonnerstag eine furchtbare Tat ab, die in ihren Einzelheiten noch nicht geklärt ist. In den frühen Morgenstunden fand die Polizei die Eheleute Merkel in ihrer Wohnung blutüberströmt auf. Der Mann, der schwere Verletzungen aufwies, lag, nur mit dem Hemd bekleidet, in der Küche, mit dem Gesicht zu Boden; er war bereits tot Die Frau fand man im Bette liegend vor. Auch sie wies schwere Verletzungen auf. Nach ihren Angaben soll es sich um ein Eifersuchtsdrama handeln, bei dem dcr Mann die Frau zu erwürgen versuchte. In ihrer Abwehr hat dann die Frau offenbar ihren Mann getötet und einen Selbstmordversuch begangen. Zur Zeit ist die Mordkommission des Frankfurter Polizeipräsidiums noch mit der Vernehmung der Frau beschäftigt.
G.Jl.-fpovt
Deutsche Iuqend-Meistericbasten.
Vorentscheidungen im Hockey und Wasserball.
Bei prachtvollem Sommerwetter konnten die deutschen Jugend-Meisterschaften in Chemnitz am Donnerstagvormittag im Hockey und Wasserball bis zu den Entscheidungen gefördert werden. Im Wasserball trennten sich in Gruppe 1 Düsseldorf und Westfalen 1:1 (0:0), aber Düsseldorf wurde mit dem besseren Torverhältnis Gruppensieger. Das Gebiet Württemberg kam hier durch einen 10:0- (5:O-)Sieg über Wien auf den dritten Platz. In der zweiten Gruppe siegte Berlin überlegen mit 7:1 über Ruhr-Niederrhein und kam dadurch ungeschlagen zum Gruppensieg.
Im Hockey gewann Berlin das Wiederholungsspiel gegen Sachsen mit 2:1 und muß nun mit Nordsee um den (Eintritt in die Schlußrunde kämpfen. Düsseldorf erreichte das Endspiel durch einen 6:1-Sieg über das Gebiet Hochland, das am Vortag den Vorjahrssieger Niedersachsen ausschaltete. — Im Tennis wurden in den Einzelwettbewerben jeweils die „letzten 16" ermittelt, gleichzeitig wurden die Doppelsiege in Angriff genommen.
Ueberlegener Sieg deutscher Reiter.
Mit dem Preis der Nationen, dem traditionellen Mannschaftskampf um den wertvollen Wanderpreis des Führers, erreichte das internationale Reitturnier in Aachen am Donnerstag feinen sportlichen Höhepunkt. Vor 20 000 begeisterten Zuschauern gab es in dem schweren Jagdspringen einen stolzen deutschen Triumph, wie er mit solcher Ueberlegenheit noch bei keinem internationalen Turnier erkämpft wurde. Mit nur neun Fehlern siegten Major M o m m auf Alckstmist (5), Rittmeister Brinck - mann auf Oberst (4) und Oberleutnant Weide- mann, der auf Alant in beiden Umgängen fehlerlos blieb und zugleich der beste Einzelreiter war. Rumänien folgte, klar abgeschlagen, mit 87 Fehlern vor der Schweiz mit 9672, den nur mit drei Reitern gestarteten Ungarn mit 122V2 und Belgien mit 140 Fehlern. Lettland als sechster Teilnehmer schied nach zwei Stürzen vorzeitig aus.
Fuhball im Gau Hessen.
hessen-Niederrhein in Kassel.
Kassels große Turn- und Sportwoche bringt am (Eröffnungstag, am Samstag, einen Fuß- dall-Gaukampf zwischen Hessen und Niederrhein, bei dem auf beiden Seiten neben bekannten Spielern auch zahlreiche Nachwuchskräfte eingesetzt werden. Zuletzt sah man im vergangenen Oktober eine Niederrhein-Auswahl in Kassel, die damals gegen Hessens Vertretung 6:0 gewann. Die Gastgeber haben also allerhand gutzumachen. Folgende Mannschaften sind vorgesehen:
N i e d e r r h e i n : Dercksen (Oberhausen); Winnesberg (Essen) — Albrecht (Krefeld); Hoffmann (Düsseldorf) — Stephan (Essen) — Menge! (Düs
seldorf); Biallas (Duisburg) — Mebus — Grund- mann (beide Benrath) — Heibach (Düsseldorf) — Günther (Duisburg).
Hessen: Zimmer (Kassel); Pape (Kassel) — Lippert (Gießen); Stiehl (Hersfeld) — Herz — Straßer (beide Fulda); Lämmerzahl (Hersfeld) — Leuschner — Wicke (beide Kassel) — Schaffer! (Hersfeld) — Rüppel (Kassel).
Wegen des Gauspiels gegen Niederrhein in Kassel können in Hessen nur zwei Punktespiele ausgetragen werden. Der VfB. Friedberg wird es selbst auf eigenem Gelände schwer haben, gegen den Altmeister Hanau 93 zu bestehen, aber daß auch bei den 93ern noch nicht alles in bester Ordnung ist, bewies ja der letzte Kampf gegen Freiburg, der mit 2:6 verloren ging. Der aufgestiegene TSV. 1860 Hanau könnte in seinem Heimspiel gegen den VfB. Großauheim schon für eine Ueberraschung sorgen, jedenfalls trauen mir den 60ern einen Punktgewinn zu.
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Lich I. — VfB. Rcichsbahn Gießen I.
Am Sonntag trägt die Erste der Rasenspieler ihr erstes Spiel nach der Sommerpause auf eigenem Platze aus, und zwar empfängt sie die Bezirksklassenelf von VfB.-Reichsbahn Gießen. In der letzten Woche vor der Sperre fand in Gießen das Vorspiel statt, das die Licher nach sehr gutem Spiel mit einem Unentschieden beenden konnten. Uebcr den Ausgang des Kampfes etwas zu sagen, ist schwer. Wenn den Gästen auch für die Zukunft einige gute Spieler fehlen werden, so werden sie trotzdem wieder eine schlagkräftige Elf auf die Beine stellen.
Ausfälle
bei der Motorrad-Sechstagefahrt.
Bei der Motorrad-Sechstagefahrt forderte am Donnerstag die vierte Teilstrecke, die über 460 km durch Tirol führte, wieder zahlreiche Opfer. Rund 15 Fahrer dürsten ausgefallen fein, darüber hinaus gab es viele Strafpunkte. Im Kampf der Nationalmannschaften um die Internationale Trophäe ist nur noch Deutschland strafpunktfrei, da am Donnerstag Englands Seitenwagenfahrer Flook wegen Zeitüberschreitung vier Strafpunkte hinnehnz;en mußte. Italiens Strafpunktzahl erhöhte sich auf 27. Bestandene Lebensrettungs - Prüfung.
Der im hiesigen Schwimmbad von Lehrer Emst Jung von hier abgehaltene Kursus zur Erringung des Grundscheines der Deutschen Lebensrettungsgemeinschaft (DLRG.) fand dieser Tage sein Ende. Ächt junge Männer aus unserem Vorort nahmen an dem Kursus mit Erfolg teil. Am Mittwochabend konnten ihnen die Urkunden und die neuen Abzeichen der DLRG. überreicht werden. Folgende jungen Leute kamen in den Besitz der Abzeichen: Willi Volk, Willi Bieker, Willi B ö ck i n g , Walter Bepler, Heini Stein, Erwin Seng, Albert Singel und Hans Germer.
Die Silldenienwelispieie Men 1039.
Ungarischer Sieg im Degen-Einzelkampf.
Der Donnerstag war bei den Studentenweltspielen in Wien ein Großkampftag, denn nun griffen auch die Leichtathleten in die Ereignisse ein. (Eine weitere Entscheidung fiel im Fechten. Im Degen-Cinzelkampf setzten sich endlich die Ungarn durch, die bisher in den Mannschaftswettbewerben wenig zeigten. Sieger wurde H e n n y e y , der sieben von neun Gefechten gewann. Er wurde nur von dem Schweden Forsell geschlagen und hatte gegen Picchi (Italien) ein Double erzielt. Erst mit großem Äbstand folgten (Eantone (Italien), Forsell (Schweden) und Rerrich (Ungarn) mit je fünf Siegen.
Piehner unterlag.
Am Vormittag wurde auch der Kampf um den dritten Platz im Tennis-Einzel der Studenten aus- getragen. Ferenczy (Ungarn) siegte sicher 6:4, 2:6, 6:1, 8:6 über den Deutschen Pietzner.
IHüllcc führt im Fünfkampf.
Vor einer ansehnlichen Zuschauermenge wurden im Praterstadion bereits am Vormittag die leichtathletischen Wettbewerbe mit den Vorentscheidungen im 1OO-Meter- und 11O-Meter-Hürdenlauf sowie mit den ersten drei Uebungen des studentischen Fünfkampfes in Angriff genommen. In den Laufwett- bemerben waren die Teilnehmer einander ziemlich ebenbürtig. Im ersten Vorlauf über 100 Meter blieb der Deutsche Mellerowicz leicht in 10,8 vor Taniguchi (Japan) siegreich, den zweiten gewann der Italiener Monacei in 10,8 vor Dr. Sir (Ungarn) und Schnitt (Deutschland). Im dritten Lauf setzte sich der Japaner Pazawa in 10,9 durch und schließlich war noch der Deutsche B o e n e ck e überlegen in 11,2 Sekunden erfolgreich. Beim darauffolgenden llO-Meter-Hürdenlauf schied der Ungar Szabo vorzeitig aus. Er riß eine Hürde und kam aus dem Tritt. Sieger des ersten Vorlaufes wurde Ober- w e g e r (Italien) in 15,3 vor Kawamura (Japan) 15,4 und Weder (Deutschland) 15,5. Verhalten gewann der Schwede Lundberg sein Rennen in 15,1 vor Ahrens (Deutschland) mit 15,7. — Im Zwischenlauf über 100 Meter verwies Dr. S i r den anfangs führenden Mellerowicz in 10,8 auf den zweiten Platz. (Einen harten Zweikampf lieferten sich im anderen Zwischenlauf Tanaguchi und Monacci, den schließlich der Japaner in 10,8 mit einer zehntel Sekunde Vorsprung gewann. Boenecke wurde Dritter. — Die ersten Uebungen des Fünfkampfes standen ganz im Zeichen des Deutschen Mehrkamvimei- fters Fritz Müller (Hamburg). Er erwies sich im
Weitsprung mit 6,87 Meter als Bester. Im Speerwerfen erzielte der Deutsche Heintze mit 61,23 Meter die größte Weite vor Müller mit 58,47. Der 200- Meter-Lauf brachte schließlich im zweiten Rennen eine ganz überragende Leistung Müllers, der auf der Außenbahn die glänzende Zeit von 21,7 heraus- hclte. Lüttke hatte vorher seinen Lauf mit 22,6 gewonnen. Müller lag somit nach drei Uebungen überlegen in Front.
Eanepele siegt im Tennis-Einzel.
Im Studenten-Einzel kam am Donnerstag der italienische Davispokalspieler Eanepele zu dem erwarteten Siege über den Deutschen Dr. Egert, der eigentlich nur im ersten Satz ernsthafteren Widerstand leisten konnte. Eanepele gewann glatt 6:4, 6:1, 6:1. Im Gemischten Doppel kam das hervorragend eingespielte ungarische Paar Szilvassy - Ferenczy durch einen 6:2, 6.3-Erfolg über die Deutschen von Sprenger-Denker zum Turniersieg.
Deutscher Doppelerfolg im Segelflug.
Der letzte Zielflug zum Hohen Kolbling wurde wieder von den beiden Deutschen Fl in sch in der Bestzeit von 40 Minuten und Meyer zu Bentrup in 60 Minuten sowie dem Ungarn Bollmann bewältigt. Flinsch errang damit schon seinen dritten Tageserfolg und wurde Gesamtsieger mit 300 Punkten vor Meyer zu Bentrup mit 256 und dem Ungarn Bollmann mit 82 Punkten.
Weltbestleistung INüllers im Fünfkampf.
Das überragende (Ereignis des ersten Tages der Leichtathletik-Kämpfe war die Leistung des deutschen Mehrkampfmeisters Fritz Müller im Fünfkampf. Der Hamburger erzielte mit 3868 Punkten in fünf Uebungen eine bisher noch von keinem Mehrkämpfer der Welt erreichte Punktzahl. Er gewann am Nachmittag vor 2000 Zuschauern auch die beiden letzten Wettbewerbe. Im Diskuswerfen siegte Müller mit 40,32 m vor Bukasina (Italien) mit 39,56 m. Den 5OOO-m-Lauf brachte Müller in der für einen Mehrkämpfer sehr guten Zeit von 4:20,9 an sich. In der Gesamtwertung kamen mit Lüttge (3273) und Heintze (3225) zwei weitere Deutsche auf die Ehrenplätze.
Ungarn auch Weltmeister auf Säbel.
In Anwesenheit von Reichsminister Rust und Italiens Kultusminister Bottai wurde die Mannschaftsmeisterschaft im Säbelfechten entschieden. Ungarn holte sich den Endsieg mit zwei Erfolgen vor Italien mit einem und Deutschland mit 0 Siegen.
Es brummt in den Borkenbergen.
Reichswettbewerb für Motorflugmodette. - Oie besten Modellbauer GroßSeutlchlands am Start.
In den letzten Wochen hat die deutsche Luftfahrt die Welt durch eine Reihe von Rekorden überrascht, die einen Beweis für den überlegenen und hohen Stand unserer Flugzeugindustrie gaben. Wenn man weiß, daß die deutsche' Flugzeugindustrie — ebenso wie die italienische — zahlreiche Konstruktionsbüros und nicht weniger praktische Versuchsanstalten für jeden Teil der 'im Bau befindlichen Flugzeuge besitzt, wenn man ferner berücksichtigt, daß ein Gremium einschlägig geschulter Forscher nur im Dienste der atmosphärischen, aerodynamischen und technischen Luftfahrtforschung tätig ist, so nimmt es. kaum noch Wunder, wenn bei einer derartig konzentrischen Zusammenarbeit die Luftfahrt der Achsenmächte mit einem Vielfachen an Rekorden gegenüber dem gesamten Ausland aufwarten konnte.
Aber es'wäre falsch, diesen Führungserfolg der Luftfahrt der Achsenmächte nur in der Präzisionsarbeit der Konstruktionsbüros und der Versuchsanstalten zu sehen, obschon diese den kaum erfüllbar scheinenden Auftragszettel der Luftwaffe genau durchgeführt haben. Gewiß werden die meisten unmittelbaren Fortschritte des jeweiligen Flugzeugtyps in den Konstruktionsbüros der Industrie selbst entwickelt. Es ist klar, daß der technische Konstrukteur, der Aerodynamiker oder der nur auf theoretischer Basis operierende Flugwissenschaftler aus seiner bisherigen Arbeit die schöpferischen Gedankengänge einer neuen und weiteren Verbesserung des Typs entnimmt. Aber es gibt noch einen Faktor der erfinderischen Richtung, der mehr und mehr in den letzten Jahren in den Vordergrund tritt und dessen mitunter kindlich anmutende Versuche man mit allen Mitteln unterstützt: das sind die verschiedenen Wettbewerbe des Flugzeugmodell- baues der Heranwachsenden Jugend! Früher wurde der begabte junge Konstrukteur höchstens durch einen Zufall entdeckt, er war auf Gönner und Förderer angewiesen, um an den Platz gestellt zu werden, wo er die Voraussetzung zu praktischen Versuchen sand. Heute dagegen ist die gesamte Jugend vom 10. Lebensjahr in der Lage, „Konstrukteur und Flugwissenschaftler" zu sein. Sie braucht ihr Können nicht vor Geldmagnaten, sondern kann es vor Fachleuten aus der Praxis und der nationalen Verteidigung erweisen. Man sieht in den Basteleien nicht mehr wie früher nutzlose Spielereien, sondern die sich in praktischen Versuchen durchbrechende Begabung, die ja nach dem Alter mehr ober weniger reifes Können aufweist. Früher erkannte man, wenn es gut ging, nur den 25- bis 3Ojährigen begabten Flugzeugbautechniker, Tausende wurden übersehen; heute erkennt man schon den schulpflichtigen Jungen und seine so wichtigen Talente.
Der Reichswettbewerb für Motor- flugmödelle in den Borkenbergen (Westfalen- Nord), der vom 25. bis 28. August unter Anwesenheit von Korpsführer Christiansen und seines gesamten Mitarbeiterstabes ausgetragen wird, ist eine der wichtigsten und für die Nachwuchsheranziehung der Luftfahrt bisher erfolgreichsten Veranstaltungen des Fliegerkorps. Aus allen deutschen Gauen, aus jeder Standarte und jedem Sturm des NS.-Fliegerkorps kommen die besten Modellbauer zum Wettbewerb. In diesen Tagen sind die Heidehügel der Borkenberge, die auch Reichs- segelfluggelä'nde darstellen, ein Meer schwirrender
und leise brummender Modellflugzeuge mit Motor« antrieb. (Es handelt sich dabei um Flugzeugmodelle, die relativ klein sind, doch konstruktionstechnisch den Motorflugzeugen entsprechen und nichts mit dey in der Öffentlichkeit mehr bekannten Segelflugzeug. Modellen zu tun haben. Wer Gelegenheit hat, einem derartigen Wettbewerb der Motorflugmodelle beizuwohnen, erlebt ein Schauspiel, das sich man. eher nicht hat träumen lassen. Es ist ja nicht die eigentliche Absicht, Modelle zu bauen, die den großen Verkehrsflugzeugen wie einer Ju 90, Ju 52 ober einem „Condor" nachgeahmt find, sondern die Aufgabe dieses Reichswettbewer.bs ist es, neue Einfälle konstruktionstechnisch durchzuführen, Einfälle, die zwar von Heranwachsenden Jungen stammen, die aber in vielen Fällen zeigen, wie sich der Junge gedanklich in den Bau eines Flugzeuges hineingefühlt hat und wie er bestrebt war, diese oder jene bis jetzt alltägliche Formung durch eine neue, bessere zu ersetzen. Es gleiten Flugzeug« modelle durch die Luft von einer für den Laien, zuschauer oft unverständlichen Linienführung. Man sieht manche neue und ungewöhnliche Anordnung der Tragflächen, der Schwanzflossen und anderer Teile des Motorflugzeuges, die jetzt eine praktische Bewährung finden sollen. Insbesondere sieht man den Versuchen auf dem Gebiete einer neuen Tragflächenformung mit besonderem Interesse entgegen, da gerade ihre Linienführung bei den zukünftigen Blitzflugzeugen von 700 bis 1000 Kilometerstunden aus aerodynamischen und Festigkeitsgründen neue Formungen verlangt.
Das (Ergebnis dieser Wettbewerbe, bei denen jede Modellkonstruktion genau geprüft wird, findet im engsten Wettbewerb eine neue Beurteilung, und aus dem fachmännischen Urteil dieses Ausschusses ergibt sich endgültig, ob der betreffende Modellbauer und seine zum Ausdruck kommende Idee in ein Konstruktionsbüro ein zieht, das das Modell zum normalen Flugzeug ausbaut.
Aus diesen Äuslesemethoden der Flugzeugindustrie und dem planmäßig gelenkten Einsatz von Nachwuchsbegabten ersehen wir die kontinuierliche und zielbewußte Gemeinschaftsarbeit der großen deutschen Flugzeugindustrien und des NS.-Fliegerkorps. Der Erfolg dieses Systems hat sich nicht nur in den letzten Jahren in hervor« ragenden Werkerzeugnissen und daraus sich ab. leitenden Rekorden bewiesen. Auch in der jetzt serienmäßig erfolgenden Produktion von Rekord« maschinen zeigt sich die hervorragende Qualität der neuen Flugzeugtypen, so daß sie in den 'Bestand der Luftwaffe und der Verkehrsluftfahrt aufgenommen worden sind. Namentlich hat auch der Fernluftverkehr zu Wasser und zu Lande durch die Neukonstruktionen der letzten Jahre alle Grundbedingungen für einen sofort einsetzbaren Weltluft- Personendienst erhalten.
Wenn die jungen Modellbauer aus dem Altreich, aus der Ostmark und dem Sudetenland sich auf der „westfälischen Rhön", den Borkenbergen, treffen, so kann man überzeugt sein, daß nicht nur wieder eine große Anzahl neuartiger Modelle zu sehen ist, sondern daß auch der Flugzeugbau wieder ver- schiedene neue Anregungen und damit manchen jungen Nachwuchskonstrukteur als Lehrling in seinen Werkhallen empfangen kann. n. S.
Wirtschaft.
Verordnung über denMöbelfernverkehr mit Kraftfahrzeugen.
Fwd. Die Verordnung über den Möbelfernverkehr mit Kraftfahrzeugen vom 17. September 1936 ist auf Grund der in der Zwischenzeit gemachten Erfahrungen in neuer Fassung veröffentlicht worden. Im Zusammenhang damit sind in einem Runderlaß die bestehenden Sperrbestimmungen für die Zulassung neuer Unternehmer zum Mobelfern- oerkehr wesentlich gelockert worden. Unternehmer, die im Besitz von Möbelfernverkehrsfahrzeugen sind und der Fachuntergruppe Fernumzüge in der Fachgruppe Möbeltransport angehören, können ohne weiteres eine Genehmigung beantragen. Unternehmer, die Mitglieder der Fachuntergruppe Nahumzüge sind, können ebenfalls die Genehmigung erhalten wenn sie vier Jahre Möbeltransport betrieben haben. Es ist zu erroarien, daß ähnlich wie im allgemeinen Güterfernverkehr nun auch im Möbelfernverkehr eine große Zahl neuer Unternehmer die Genehmigung für den Möbelfernverkehr mit Kraftfahrzeugen erhalten werden. Damit ist den seit langem bestehenden Motorisierungswünschen des Gewerbes in weitestem Umfange nachgekommen.
Gchweinezählung am 4. September.
Die nächste vierteljährliche Schweine- und Zwi- schen'zählung findet am 4. September 1939 statt. Sie wird verbunden mit der Ermittlung der in den Monaten Juni, Juli und August 1939 geborenen Kälber und der nicht beschauten Hausschlachtungen von Schaf- und. Ziegenlämmern unter drei Monaten. Die Ergebnisse sollen wieder die Grundlage wichtiger Maßnahmen zur Förderung der Landwirtschaft bilden, weshalb vollständige und richtige Angaben im Interesse der landwirtschaftlichen Erzeuger sowie der Allgemeinheit der Landwirtschaft liegen.
Rbein -Mainische Börse.
Miilagsbörfe uneinheitlich.
Frankfurt a. M., 24. Aug. Die Börse trat nach den lebhaften und festen Vortagen heute etwas kurzer. Aufträge der Kundschaft lagen zwar weiter vor, sie haben sich jedoch verringert, während der Berufshandel eher noch Abgaben tätigte. Indessen erhielt sich eine absolut feste und zuversichtliche Grundtendenz.
Am Aktienmarkt war die Entwicklung uneinheitlich, wobei leichte Abschwächungen überwogen. Durch größere Umsätze fielen am Montanmarkt Verein. Stahl mit 99,75 bis 99,50 bis 99,75 (100,13) und erneut Laurahütte mit 20,75 bis 20,25 bis 20,90 (20,75) auf. JG.-Farben gingen auf 153 bis 152,75 (153,50), von den Hauptwerten ferner AEG. auf 115 bis 114,75 (115,25), Rheinstahl auf 124,75 (125,50), Mannesmann auf 104,40 (105) und etwas stärker Hoefch auf 105,25 (107,75) zurück. Zu erwähnen sind noch u. a. ©esfürcl mit 128 (129,50), Conti Gummi mit 222,50 (224), Rheinmetall mit 120,90 (122), Demag mit 142,75 (144)Ä anderseits Holzmann mit
157,50 (156), Löwenbräu München mit 193,25 (191) und Aschaffenburger Zellstoff mit 92,40 (91,50).
Der Rentenmarkt lag weiterhin ungewöhnlich ruhig. Verschiedentlich kam auch hier etwas Ware heraus, die Kurse wurden jedoch nur wenig beeinflußt. Von Industrie-Anleihen 5proz. Gelsenkirchen Berg 98,50 (98,75), 5proz. Mittelstahl 98,25 (98,65), 5proz. Hoefch 99 (99,25) und nach Pause 5proz. Eisenbahn-Bank 88,50 (90), anderseits 4,5- proz. Voigt & Haeffner 94,40 (94). Pfandbriefe, Staats- und Stadtanleihen waren kaum verändert, Reichsaltbesitz 0,13 v. H. niedriger mit 132.
Abendbörse knapp behauptet.
Bei zunehmender Zurückhaltung ergab sich an der Abendbörse überwiegend eine weiter leichte Rückbildung der Aktienkurse, da Realisationen gegenüber noch eingegangenen Kaufaufträgen das Uebergewicht hatten. Auch zeigte die Geschäftstätig' feit eine weitere Schrumpfung. Während sich die durchschnittlichen Abschwächungen bei Prozentbruchteilen bewegten, verloren JG.-Farben O,65proz. auf 152,40, Nheinmetall 0,90 v. H. auf 120, Felten 0,75 v. H. auf 141,50 und Laurahütte in Anpassung an Berlin 1,13 v. H. auf 18,90. Im übrigen gingen u. a. Verein. Stahl auf 99 (99,75), Buderus auf 97,50 (97,90), Adlerwerke auf 98 (98,50), BMW. auf 134,50 (135), Demag auf 142,25 (142,75), Deutsche Erdöl auf 122 (122,50) und Westdeutsche Kaufhof auf 97,50 (97,90) zurück. Etwas höher gefragt wurden MAN. mit 147,50 (147) und Metallgesellschaft mit 110,25 (110). Behauptet blieben u. a. ÄEG. mit 115,50, Mannesmann mit 104,25, Rheinstahl mit 124,50, Hoesch mit 105,25, Gesfürel mit 128 und Lahmeyer mit 112,50. Von Renten gingen 4,5« proz. Bayr. Hyp. Gold R 7 mit unv. 100 und 5proz. Mülheimer Berg mit unv. 98 um. 6proz. JG.-Farben stellten sich auf 119,50 und Reichsbahn-M- ebenfalls unv. auf 122,65. Steuergutscheine Serie 1 hatten zu 98,85 etwas Umsatz.
Frankfurter SdUachtoiebmarft.
Frankfurt a. M., 24. Aug. Auftrieb: Rinder 828 (gegen 706 am 17. August), darunter 105 (79) Ochsen, 143 (145) Bullen, 400 (329) Kühe, 180 (153) Färsen. Kälber 609 (489), Schafe 35 (64)' Schweine 711 (691). Notiert wurden je 50 Kiw' qramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 b|d 46,50 (46 bis 46,50), b) 42,50 (39,50 bis 42,50), c) 37,50 (29,50 bis 37,50), d) 29 (—). Bullen a) 44,50 (44 bis 44,50), b) 40,50 (40,50), c) 20 bis 35,50 (35,50). Kühe a) 43 bis 44,50 (44 dis 44,50), b) 38,50 bis 40,50 (39 bis 40,50), c) 3U bis 34,50 (30 bis 34,50), d) 23 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 45 bis 45,50 (44,50 bis 45,50), b) 40,59 (41,50), c) 36,50 (34,50 bis 36,50), d) 28 (28). Kälber a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 56 bis 59 (57 bis 59), c) 44 bis 50 (48 bis 50), d) .30 bis 4U (40). Hämmel a2) 50 bis 51 (-), b2) 44 bis 49 (44 bis 46), c) 39 (39). Schafe a) 40 bis 42 (4» bis 42), b) 39 (39), c) 25 bis 32 (25 bis 32). Schweine a) 62 (62), bl) 61 (61), b2) 60 (60- c) 56 (56), d) 53 (53), Sauen gl) 61 (61). Mar t verlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteu' Hämmel und ödjofe flott.


