Ausgabe 
25.8.1939
 
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Die Mftenschast im Dienst des Fremdenverkehrs

Bedeutung und Zweck des neuen Frankfurter Forschungsinstituts.

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Baupreise und Landflucht

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pflaumen in reichlicher Fülle.

Dieser Sommer hat uns eine gute Beeren-- und Nemüseernte beschert. Nun schenkt er uns zum Ab- tyieb noch eine Frucht, mit der wir sonst eigentlich Hehr im Herbst rechnen, die Pflaume. Die uner­wartete Wärme hat sie in vielen Gebieten vor der Zeit zum Reifen gebracht. Bereits jetzt kommen icaher alle Arten, große und kleine, rote, gelbe und t efblaue Pflaumen in großen Mengen auf den Marit. Eine Aufforderung zum Kauf ist wohl kaum 'wtwendig. Wir freuen uns, anstelle des jetzt zu nde gegangenen Beerenobstes schon wieder reich- che Obstmengen vorzufinden. Zu den niedrigen Dreisen, die wir für die diesmal allgemein gute Beschaffenheit der Pflaumen bezahlen, nehmen wir 'e gern und ohne besondere Aufforderung nut nach Muse. Die rohen Pflaumen mit ihrem Saft und Bohlgeschmack bilden zu jeder Mahlzeit eine gute Erfrischung. Mittags gibt es. Pflaumensuppe, Kloße rver Ouarknudeln mit Pflaumen, abends werden Süßspeisen aus Sago, deutschem Puddingmehl, £uarf oder Haferflocken zusammen mit Pflaumen- k inpatt auf den Tisch gebracht. Sonntags gibt es eien Obstsalat mit Pflaumen und nachmittags sslaumenkuchen. Manche Hausfrau wird auch gern 'silaumenmus einkochen, das als Brotaufstrich be- j-nders begehrt ist. So helfen wir mit, die Fülle o:n Pflaumen, die jetzt mit einem Male gereift if. und sich nicht lange hält, zu verbrauchen, und zeigen damit, daß wir unsere Speisekarte schnell urb gern umzustellen vermögen.

Gondergericht in Gießen.

Es ging jedoch zurück, do er sich nach der Macht­übernahme durch die NSDAP, mit Juden einließ und mit diesen Geschäfte machte. Es tarn zum Kon­kurs. Nach Aufgabe seines Geschäfts vertrieb er als Reisevertreter pharmazeutische Artikel. Er nahm, besonders in der Umgegend von Gießen, eine Reche von Aufträgen entgegen, ließ sich die Kaufsumme geben und verbrauchte das Geld für sich, ohne für Lieferung der Waren zu sorgen. Wenn die Kunden Bedenken hatten, vor Lieferung zu zahlen, dann zerstreute er diese Bedenken dadurch, daß er sich bei dem einen als ^-Sturmführer, bei dem an­deren als Parteigenosse ausgab. Auch spielte er sich, wenn es ihm vorteilhaft erschien, als strenggläu­biger Katholik und ehemaliger Zentrumsfreund auf. Die Ehefrau M. war ihrem Mann beim Abschluß der Geschäfte behilflich. Der Ehemann M. gab sich auch nach dem Ausschluß aus der Partei als Mit­glied aus und trug das Parteiabzeichen.

Die Beweisaufnahme ergab die Schuld der im wesentlichen geständigen Angeklagten. Sie gaben an, in Notlage gehandelt zu haben. Der an gesagte Ehemann wurde wegen Betrugs in Tateinheit mit Vergehen gegen das Heimtückengesetz zu einer Ge­samtgefängnisstrafe von fünf Monaten, die Ehe­frau zu einer Geldstrafe von 50 RM., ersatzweise 10 Tage Gefängnis, verurteilt. In einem Fall wurde der Ehemann des Vergchens gegen das Heimtückengesetz nicht schuldig erkannt und steige- sprachen. Strafmildernd wurde die seitherige Un» bestraftheit der Angeklagten und ihr Versuch, den Schaden zu ersetzen, berücksichtigt.

das Heimtückenaesetz beschuldigt. Er hatte in einer Wirtschaft große"Reden geführt und dabei hetzerische Aeußerungen über führende Männer des Staates getan. Es wurde festgestellt/ daß der Angeklagte bei Begehung der Tat total betrunken war. Wegen Volltrunkenheit und Vergehens gegen das Heim­tückengesetz wurde er zu einer Geldstrafe von 100 Reichsmark verurteilt.

Der H. M. in Montabaur hatte sich wegen Ver­gehens gegen das Heimtückengesetz und Betrugs, seine Ehefrau I. M. wegen Betrugs zu verant­worten. Der Ehemann hatte ein Friseurgeschäft.

"Vor dem Sondergericht hatte sich der E. Sch. in Eießen wegen Betrugs und Vergehens gegen das ^imtückengesetz zu verantworten. Seines person- li'hen Vorteils wegen hatte sich der Angeklagte als (-Mann nir<5ni(*nph?n lind unter der Angabe, er

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24. August. Am der Reichsgruppe Frankfurt a. M.

haben. Die Preisstoppverordnung reichte nicht aus, um diese Entwicklung zu hemmen, weil die Löhne, die einen wesentlichen Bestandteil der Baukosten ausmachen, weiter stiegen. Der Bauer mußte sogar zusehen, wie seine Arbeiter, durch hohe Löhne ver­lockt, besonders in die Bauwirtschaft abwanderten.

Man wird von der Baupreisverordnung erwar­ten dürfen, daß sie weitere Preissteigerungen, so­weit sie nicht auf etwa notwendig werdende Um­stellungen auf teuere Baustoffe oder ähnliche Gründe zurückzuführen sind, künftig verhindern wird, zumal der Reichskommissar für die Preisbildung eine scharfe Ueberwachung der Baupreise angekündigt hat. Vor allem wird es aber die Landwirtschaft begrüßen, daß das Baugewerbe sich in Zukunft in seinen Lohnangeboten in einem Rahmen zu halten hat, der dem Bauern als Bauherrn angemessene Preise sichert, anderseits aber den Landarbeitern durch übersteigerte Locklähne nicht mehr die Freude an ihrer Berufsarbeit nehmen kann und sie zur Landflucht verleitet.

Erkenntnis, daß die Wissenschaft das Kraftreservoir der Praxis ist, auf das auch

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LPD. Frankfurt a. M., Donnerstagvormittag ist das von Fremdenverkehr und der Stadt

Verkehrs ist der eigentliche Zweck der neuen For­schungsgemeinschaft in Frankfurt. Es gibt zwar bis jetzt keine scharf abgegrenzte Wissenschaft des Frem­denverkehrs, vielmehr ergeben sich die wissenschaft­lichen Themen dieser neuen Forschung aus der täg­lichen Praxis, aus vielleicht einmaliger Situation der Etnwickelung und aus nach Umfang oder Ein­zelwert besonders wichtigen Ermittlungen. Die neue Forschung muß dabei in ihren Methoden und in der Art der Auswertung der gewonnenen Erkennt­nisse frei sein, denn eine politische Wissen­schaft soll ja nicht nur Feststellungen treffen, sondern auch unmittelbare Vorschläge machen und Nutzanwendung ermöglichen. Die Statistik wird da- Uei in erster Linie angewandt werden können, gerade weil sich der Fremdenverkehr nicht als Lei­stung eines Betriebes oder bestimmter Betriebs­gruppen darstellt, sondern eine ständig fließende Wechselwirkung zwischen Erzeugung und Verbrauch, Dienstleistung und Gebrauch, Bedarfsweckung und Bedarfsdeckung ist. Wenn so auch gewichtige Im­ponderabilien neben realen Ursachen, volkswirt-

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Aus der engeren Heimat.

Unfälle auf dem Lande.

Die Landwirtsehefrau Lina Korell aus Köd­dingen mußte mit einer schweren Blutvergiftung und Infektion in die Chirurgische Klinik gebracht werden. 24 Stunden nach ihrer Einlieferung ver­starb die bedauernswerte Frau. Die 56jährige Landwirtsehefrau Maria Böck, ebenfalls aus Köddingen, zog sich bei der Arbeit einen Bruch des rechten Armes zu. Der 14jährige Schuler Albert Schäfer aus Albach wurde beim Futter­holen von einem Wagen überfahren und erlitt er­hebliche Brust- und Rippenquetschungen sowie Ver­letzungen an beiden Beinen. Die 16jährigeand- wirtstochter Katharine Jung aus Watzenborn- Steinberg glitt beim Abladen von Getreide auf der Bodentreppe aus und zog sich im Sturz einen Unterschenkelbruch zu. Der Zimmermann Hein­rich Linker aus Wetterfeld verunglückte eben­falls beim Fruchtabladen. Der 66jährige Mann schlug dabei mit dem Oberkörper auf die Wagen­deichsel auf und erlitt Brust- und Rippenprellungen. Sämtliche Verunglückte wurden in die Chirurg gische Klinik in Gießen ausgenommen.

Landkreis Gießen.

Leihgestern, 24. August. Die 37jährige Ehefrau Emma Arnold von hier stürzte am Mittwochnachmittag so unglücklich in ihrem Hofe, daß sie einen schweren Knöchelbruch davon- trug, der ihre Ueberführung in die Gießener Klinik notwendig machte.

cx) Langsdorf, 24. August. Unsere Ge­treideernte ist vollendet und unter Dach und Fach geborgen. Der Hafer hätte noch einige Tage ' in der Sonne stehen dürfen, aber der Landwirt wollte ihn nicht der Gefahr aussetzen, nochmals durchnäßt zu werden. Soviel man bisher schätzen kann, handelt es sich diesmal um eine gute Ernte,

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gemeinsam errichtete InstitutHermann- Esser - Forschungsgemeinschaft für Fremdenverkehr" mit einer Feier im Bürgersaal des. Römers, der Staatssekretär Esser und Gauleiter Sprenger beiwohnten, feierlich eröffnet worden.

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Billige Elektrogeräte für die Landwirtschaft

Entlastung der Landfrau.

Lpd. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat nut der neuen Baupreisverordnung einen nicht un­wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Laae der Landwirtschaft geleistet. Die Baupreisverord­nung zwingt die Unternehmer, ihre Preise auf Grund der Tariflöhne und der notwendigen Unkosten zu kalkulieren und den Gewinn, der auch das Unter­nehmerwagnis einfchließt, in angemessenen Gren­zen zu halten. Insbesondere kann der Bauunter­nehmer künftig grundsätzlich keine Nachforderungen mehr stellen; lediglich für einige besonders be­stimmte Fälle sind Ausnahmen zugelassen. Diese Neuregelung bringt somit für alle Bauherren er­hebliche Vorteile mit sich. Anderseits dürfen aber auch diese künftig keine höheren Preise bezahlen, als nach der Baupreisverordnung zulässig ist.

Mit Recht hat die Landwirtschaft darüber ge­klagt, daß in den letzten Jahren steigende Baukosten d'e aus Gründen der Erzeugungsschlacht notwen­dige Rationalisierung der Betriebe durch Neubauten und auch die Instandhaltung der Gebäude erschwert

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nicht rechtzeitig erfolgte Beantragung hat zur tfolge, daß die betroffenen Betriebe bei der Zu­weisung von Lehrlingen nur dann berücksichtigt werden können, wenn nach der erfolgten Zuteilung buf die rechtzeitigen Anträge noch Jugendliche zur

Verfügung stehen. Die Anträge sind auf vorgeschrie- Kbenem Formular zu stellen, das je nach der ört- Ichen Regelung vom Arbeitsamt oder der Innung i;w. Kreishandwerkerschaft bezogen werden kann.

I Die an die zuständige Innung einzureichende Durch- ichrift des Antrages wird von der Innung begut­achtet. Das Gutachten äußert sich über die Eignung »es antragstellenden Betriebes für die Berufsaus­bildung. Wenn jemand Jugendliche einstellen will, !»ie nicht vom Arbeitsamt zugewtesen find, muß er dies besonders beantragen.

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erschwerend dagegen, daß er als ein Mann der sich schon frühzeitig zum Nationalsozialismus bekannte, Us AÄen der Partei durch sein Verhalten schwer geschädigt hat, in Betracht. . .

Der H H. aus Hattenrod war beschuldigt, m der Oeffentlichkeit Behauptungen aufgestellt zu haben, die geeignet waren, das Ansehen des Staates zu schädigen Die Schuld des Angeklagten kannte nicht einwandfrei festgestellt werden Der Angeklagte wurde daher mangels ausreichenden Beweises frei- gesprochen. t ,

Der F. St. in Gießen war des Vergehens gegen

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f-Mann ausgegeben und unter der Angabe er le zu einem -Sonderdienst kommandiert gewesen, ö:m seinem Arbeitgeber die versäumten Arbelts- itinben bezahlen lassen. Die Verhandlung, die teil- lüfe unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, eigab die Schuld des Angeklagten. Der Angeklagte lurbe wegen Vergehens gegen das Heimtücken- zssetz in Tateinheit mit Betrug, unter Freisprechung ir. übrigen, zu einer Gesamtgefängnisstrafe von »'Monaten verurteilt. Von der erlittenen Unter«

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igtn),I .'er angedeuteten Richtung zwingen müssen, bald

dies: t . cber durch erhöhte Frische und Leistungsfähigkeit

seien stark genug, um die Größe des Vertrauens zu kennzeichnen, die unser ganzes Volk in diesen Tagen dem Führer der Nation entgegenbringe. Diese Tage hätten erneut bewiesen, daß unsere Politik nur von dem Grundsatz beherrscht sei:Was nützt es unserem Volke". Er hoffe, daß auch das neue Institut dazu beitragen werde, das Ziel des Führers zu verwirklichen, Deutschland zum schönsten Reiseland der Erde, zu einem Schmuckkästchen zu machen und zu einer Heimstätte, die durch nichts in der Welt übertroffen werden könne. Das Sieg-Heil auf den Führer, den Garan­ten des Friedens, wie ihn Hermann Esser bezeich­nete, fand brausenden Beifall der Versammlung, die begeistert die Lieder der Nation anstimmte.

Zuvor hatte der Hauptgeschäftsführer der Reichs­gruppe Fremdenverkehr, Dr. Alfred Ringer (Berlin), eingehend die Bedeutung und den Zweck des neuen Forschungsinstituts bargelegt, das den Fremdenverkehr und die Fremdenverkehrswirtschaft durch wirtschaftswissenschaftliche Methoden erfassen, erforschen und fördern soll. Dabei sei die wissen­schaftliche Klarstellung der wirtschaftlichen Voraus­setzungen und Auswirkungen des Fremdenverkehrs Hauptzweck. Die Forschungsgemeinschaft werde für sämtliche Fremdenverkehrsträger eine ständige Be­ratungsstelle und Auskunssorganisation sein und so eine einheitliche, umfassende und gegenseitige Unter­richtung und Zusammenarbeit aller für den Frem­denverkehr arbeitenden Stellen erreicht.

3Xeue Beitragsmarken.

Ab 1. Oktober 1939 werden von der Deutschen Ar­beitsfront neue Beitragsmarken ausgegeben. Die bis­herigen Beitragsmarken werden ab diesem Zeitpunkt mfeer Kurs gesetzt. DAF.-Mitglieder, in deren Mit- stiedsbüchern sich Beitragsrückstände befinden, wer­ben aufgefordert, diese bis zum 1..Oktober 1939 mit )en zur Zeit noch gültigen Beitragsmarken auszu- steichen. Nach dem 1. Oktober 1939 ist eine Nachzah­lung von Rückständen, die vor dem 1. Oktober liegen, ücht mehr möglich. Die Mitgliedschaft vor der Bei­tragslücke gilt vielmehr dann als erloschen. Jedes Nitglied merke sich: Beitragsrückstände, die vor dem II. Oktober 1939 liegen, können nur mit alten Bei­tragsmarken, die nur bis 1. Oktober 1939 erhältlich wb, ausgeglichen werben. Für bie Nachprüfung auf fticfftänbe ist bas Mitglieb selbst veramwortlich. Je- boch empfiehlt es sich, in Betrieben, in denen die Mitgliedsbücher eingezogen sind, diese durch das Lohnbüro ganz allgemein auf Beitragsrückstände überprüfen zu lassen. Bei Unklarheiten wende man ich an die zuständige DAF.-Dienststelle. 5715V

Gießen-Klein-Linden.

Am kommenden Sonntag feiert der Vortort Klöin-Linden sein diesjähriges Kirmesfest. Die Kir- neSburfchen sind mit Eifer an der Arbeit, um dem Jeft zu einem vollen Erfolg zu verhelfen. In den zemeindebackhäusern und bei den Bäckern werden

schastliche Lieberlegungen und kulturelle Situationen für bie Entwickelung bes Fremdenverkehrs beitra­gen, so ist fein Ergebnis doch ein rein wirtschaft liches. Frembenoerkehrsforschung hat also in erster Linie abgeleitete Wirtschaftsprobleme zu behandeln. Neben ber Statistik, bie bie zentrale Wissenschaft der Fremdenverkehrswirtschaft sein wirb, spielen natürlich auch für Sonbergebiete bie Naturwissen­schaften, bie Ernährungslehre, bie Heilkunbe, aherr auch bie Geisteswissenschaften ihre Rolle. Ungeach­tet ber wissenschaftlichen Eigengesetzlichkeit dieser Wissenschaften werden sie in Zukunft noch weit mehr in den Dienst auch ber eigentlichen Fremden- verkehrsforschung gestellt, um so ber Fremdenver­kehrspolitik förderlich unb nützlich zu sein.

Die Forschungsgemeinschaft wirb für sämtliche Frembenverkehrsträger eine ständige Beratungs­stelle und Auskunstsorganisation sein, bie sich um praktische unb lebensnahe Hilfe unb Unterstützung bemühen wirb. Eine einheitliche, umfassende, gegen­seitige Unterrichtung unb Zusammenarbeit aller für ben Frembenverkehr arbeitenben Stellen wird so erreicht.

Eine wichtige Aufgabe des Instituts wird es auch sein, burch genaue Beobachtung ber Intensität bes Frembenverkchrs gewissermaßen bie Voraus­setzungen für eine Frembenverkehrslen« (un g zu gewinnen. Diese neue Forschungsmethobe, die sich auf einer Beobachtung der Konjunktur, ber Frequenz und einer Erforschung des Marktes auf­baut, wirb unter Umständen, wenn ber Versuch gelingt, zu einmaligen Ergebnissen von ganz beson­derem Wert führen können.

Die Forschungsgemeinschaft soll nicht ein isolier­tes wissenschaftliches Institut, sondern für alle dem Fremdenverkehr dienenden Arbeitseinrichtungen eine Art wissenschaftliche Austauschstelle sein. Die ge­planten Veröffentlichungen in der Form von Schrif­tenreihen, regelmäßig erscheinenden Mitteilungen, besonderen Preisausschreibungen unb speziellen Forschungsaufträgen werden ber äußere Ausdruck dieser Aufgabe ber Gemeinschaft sein. Als erster Vanb der Schriftenreihe wird noch in diesem Jahre eine Geschichte bes Fremdenverkehrs erscheinen.

Die Vielseitigkeit der Fremdenverkehrswirtschaft unb bes gesamten Frembenverkehrswesens stellt ha­bet bem Institut einen weit gespannten Rahmen für seine Arbeit, dennFremdenverkehr" durch­bringt bie brei großen Gebiete unseres völkischen Lebens: Politik, Kultur und Wirtschaft, so daß das Wort eigentlich viel zu eng ist für ben weitge­spannten Rahmen. Der letzte Sinn des deutschen Fremdenverkehrs ist es ja auch, dem gesamten deut­schen Volk seine Schaffenskraft, seine Gesundheit und seine Lebensfreude zu erhalten unb zu fördern, seine Leistungen zu pflegen unb zu steigern, wie dem Ausländer ein Bild von ber Größe der deut­schen Kultur und der Kraft des beutschen Willens gegeben werben soll.

Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs be­grüßte bie Gäste. Sein befonberer Dank galt Staatssekretär Hermann Esser, nicht nur für bie von ihm gewährte tatkräftige Unterstützung bei ber Schaffung bes Instituts, fonbern auch für seine hervorragenben Verbienste auf bem Gebiet ber Hebung bes allgemeinen beutschen Reiseverkehrs. Der Dank gipfelte in ber Ueberreichung des Ehren­ringes ber Stabt Frankfurt nebst einer Ehren- urkunbe.

Staatsseketär Hermann Esser gab nach herz­lichen Dankesworten für ihm erwiesene Ehrung unter stürmischem Beifall ber Ueberzeugung Aus- bruck, baß bie Schaffung einer wissenschaftlichen Forschungsgemeinschaft in biefen Tagen ber poli­tischen Hochspannung einzig in ber ganzen Welt bastehe. Er glaube nicht, baß man sich in ber übri­gen europäischen Welt zu einer ähnlichen Veran- taltung versammeln könne ober wolle. Gerabe bie letzten Tage hätten ber Welt bewiesen, baß Deutsch- lanb auf sicherer Grunblage baue. Keine Worte

Lpb. Der Reichskommissar für bie Preisbildung hat in ber Verorbnung über die Senkung ber Preise ber von ber Landwirtschaft benötigten Elektrogeräte unb -motore die Elektrizitätswirtschaft mit einer Umlage von jährlich 35 Millionen RM. belegt Die« fer Betrag dient dazu, eine entsprechende Menge von elektrischen Geräten für bie Lanbwirtschaft un­entgeltlich zu beschaffen. Lediglich die Transport-, Anschluß- und Zubehörkosten (Kochtopfe) muß ber Bauer selbst bezahlen.

Von dem Umfang dieser Aktion kann man sich ein Bild machen, wenn man berücksichtigt, daß die aufzubringende Summe etwa 10 v. H. ber gesam­ten jährlichen Investitionen ber Lanbwirtschaft aus­macht. Zur Verfügung gefteUt merben ba ur Elek- troherde, Heißwasserspeicher, Futterdämpfer, Back- °^Äus biefer Aufzählung ergibt, daß ber Erfolg dieser Aktion überwiegend der Landfrau zugute­kommen soll. Die Landfrau bedarf dringend einer Entlastung, weil sie die Folgen des ^b^ltermangels in erster Linie zu spüren bekommen hat. Sie hat m steigendem Maße zu der S°us°rbeU aud) auf bem Hofe übernehmen unb schließlich gar noch auf dem Feld mitarbeiten müffen. Sie ßanbfrau bebarf schon besmegen befonbers ber Entlastung, weil es von ihr abhängt ob ^.r Mangel an schaf­fenden Händen überwunden wird oder nicht Die Kinder des Landvolks sind die Trager ber anb- wirtschaftlichen Arbeit ber Zukunft. Ohne einen

j ibn wenig umlernen, selbst auf bieGefahr" hin, ! sie ihr mühsam erworbenes Rheuma ein . sbermaß von Fleisch führt zu starker Harnsaure- itbung roieber los werden.

jichungshast' würbe ein Monat auf bie Strafe an= «^rechnet. Strafmilbernb kam bas "ausgezeichnete Erhalten des Angeklagten als Frontsolbat, straf-

irlty stlohnt werben.

Die Jahreszeit kommt ber Notwenbigkeit eines färteren Verbrauches vitaminreicher Kost in er« fculichem Maße entgegen. Die Marktbestänbe sinb tr.it Obst und Gemüse geradezu überfüllt. Die etwas silwächere Auswahl an Fleisch wird unter diesen ' limftänben leicht in Kauf genommen werden fön« T2rt. Die Gründe hierfür sind im übrigen verschie- | feuer Art. Hingewiesen sei u. a. auf die Notwendig- !iit, die Lücken in unseren Milchviehbeständen, die i^e Maul- und Klauenseuche gerissen hatte, möglichst chnell wieder zu schließen, damit Butter und svn- tfige Molkereierzeugnisse in ben erforberlichen Men­gen hervorgebracht werben können. Mit bem Ab- «chlachten von Rinbern unb Kälbern muß also vor- nchtig verfahren werben. Weiter ist zu berücksich« igen, baß bie Landwirtschaft im Augenblick zu Karf mit bem Einbringen bes Getreibes beschäftigt st, als baß sie sich in größerem Umfange bem ! 3erlaben bes Viehs mibmen könnte.

Die Rolle, bie Fleisch im Speisezettel bes mober« en Menschen verbient nämlich als Beikost zu i i-ichlichen Gemüse- unb Kartoffelgerichten, kann es mch weiter spielen. Schlemmer aber bürfen getrost

lie Backöfen in den Tagen bis zur Kirmes nicht nehr kalt werden. Karussells und Vergnugungs- i-iSen werden bereits aufgeschlagen.

Warme Tage - weniger Fleisch nötig.

In den jetzigen Hochsommertagen wächst der Ippetit auf frisches Obst und ' Gemüse, während dt= und eiweißreiche Kost entbehrlicher wird. Ein Znoerbildeter Organismus leider haben fehler­aste Eßgewohnheiten das Gefühl hierfür häufig nehr oder weniger verschwinden lassen stellt chon von sich aus die entsprechenden Forderungen, ändere werden sich zunächst zu einer Umstellung in

reichen Kindersegen kann die Landflucht nicht über­wunden werden. Je mehr bie ßanbfrau wieder von ber Mitarbeit auf bem Felde unb bei ber Arbeit auf bem Hofe entlastet wird, um so eher kann sie sich ihrer eigentlichen Aufgabe, Hausfrau und Mut­ter zu fein, widmen.

Die Maßnahmen des Reichskommiffars für die Preisbildung sollen die Erreichuna dieses Zieles erleichtern, indem sie bem Bauern Geräte zur Ver­fügung stellen, burch deren Betrieb er seine Frau entlasten kann. Hinzukommt, daß ber Reichskom­missar für bie Preisbilbung schon burch die vor­aufgegangene Preisregelung für elektrischen Strom bie Kosten jeder zusätzlichen Stromabnahme gegen­über dem bisherigen Stand erheblich herabgesetzt hat. Es lohnt sich also jetzt für bie Landwirtschaft, elektrische Geräte anzuschließen und zu benutzen. Der Strompreis setzt sich bekanntlich aus bem Grunbpreis einer festen Gebühr unb bem Arbeitspreis, ber auf bie Kilowattftunbe berechnet wird, zusammen. Die Arbeitspreise sind erheblich verbilligt worden, so daß bie Mehrabnahme von Strom, befonbers wenn man für Heißwasserspeicher unb Futterbämpfer ben Nachtstrom benutzt, wesent­lich billiger stellt als nach ben alten Tarifen. Diese Verbilligungen sind für ben Landwirt nicht unbe­achtlich. Das eigentliche Ziel aber bleibt nach wie vor: Einsparung von Zeit unb Arbeit ber Lanb- frau im Dienste für Familie und Hof.

Das neue Forschungsinstitut für den Fremdenverkehr

Eröffnung durch Staatssekretär Hermann Ester.

die politische Führung nicht verzichten kann, hat zum Einsatz b er Wissenschaft im Dienst berFremdenverkehrswirtschast geführt. Dabei muß zugleich auch eine neue Form ber Zu- ammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis ge- unben werden. Unter diesem Gesichtspunkt deutet owohl die kürzlich erfolgte Gründung ber Reichs­gruppe Fremdenverkehr, wie die jetzt von ihr in Angriff genommene Zusammenarbeit mit der Wis- enschaft auf die zunehmende Verschmelzung politi- cher, wirtschaftlicher und kultureller Momente im Lebensbereich bes Volkes hin.

Die wirtschaftliche Bebeutung des Fremdenver­kehrs wirb ja entscheidend von einer ganzen Reihe anderer wirtschaftlicher Faktoren bestimmt. Schon beshalb ist ber Fremdenverkehr und bie Fremben- verkehrswirtschast burch wirtschaftswissenschaftliche Methoden zu erfassen, zu erforschen und zu färben. Die wissenschaftliche Klarstellung der wirtschaftlichen Doraussetzungen und Auswirkungen bes Fremden-