Ausgabe 
24.6.1939
 
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polnischen Kriegsministers, General Kaprzyn - s k i, in London, werden in der englischen Haupt­stadt zurückhaltend ausgenommen. Zwar wird ein derartiger Besuch nach der Unterzeichnung des Bündnisvertrages als durchaus möglich bezeichnet, doch hält man die Warschauer Meldung mindestens für verfrüht.

Paris stellt Warschau richtig.

Die Danziger Bevölkerung hat sich in überwältigenden Kundgebungen für die Heim­kehr ins Reich ausgesprochen. Das ist für die­jenigen Politiker des Auslandes, die für das Selbst- bestimmungsrecht oder für das Recht der Mehr­heiten eintreten, eine unangenehme Sache. Deshalb erklärt sich die offiziöseGazeta Polska" ge­gen den Gedanken einer Volksabstimmung in Dan­zig, fügt aber dreist hinzu, daß bei einer solchen Abstimmung 80 v. H. der Danziger Wähler f ü r den Anschluß an Polen stimmen würden. Das polnische Blatt benutzt den alten Trick, es so hinstellen zu wollen, als seien die Versammlungen der NSDAP, immer nur von deren Anhängern be­setzt, die dann dem jeweiligen Redner mit lautem Zuruf ihren Beifall bekundeten. Anders ein fran­zösisches Blatt,Paris S 0 i r". Diese Zeitung bringt einen Sonderbericht aus Danzig, in dem ge­sagt wird, daß solche Kundgebungen, wie sie bei der Anwesenheit von D r. Goebbels in Danzig er­folgt seien, nur noch mit denen verglichen werden könnten, die in Berlin am Tage der nationalsozia­listischen Machtergreifung stattgefunden haben. Der Berichterstatter schildert sichtlich beeindruckt den Ju­bel und Begeisterung der Danziger Bevölkerung, die sich vor dem Staatstheater zu Zehntausenden drängte, und spricht von einem Triumph für das Dritte Reich. Als besonders bemerkens­wert stellt der Berichterstatter auch die Stürme der Entrüstung heraus, die in der Menge bei der bloßen -Erwähnung Polens erhoben wurden. 40000 Stim­men hätten leidenschaftlich gerufen:Zum Teu­fel mit den Juden und den Pole n".Sie sollen nur kommen, diese Schweine!" usw. Das Pa­riser Blatt straft damit die freche Warschauer Be­hauptung recht eindeutig Lügen. Der Wille Danzigs zum Reich ist so einheitlich und stark, daß er keiner Propaganda bedarf.

Aufhebung der Blockade von Swatau.

Führer und Volk sind eins.

Das schaffende Deutschland steht zu den Zielen der nationalsozialistischen Außenpolitik.

Dr. Goebbels spricht aus einem Setriedsappell derSVG.

Berlin, 23. Juni (DNB.) Im Omnibus-Be­triebsbahnhof Helmholtz-Straße der Berliner Verkestrsgesellschaft fand am Freitagnach­mittag ein Betriebsappell statt, der für die 15 000 Teilnehmer dadurch zu einem tiefen und nach­haltigen Erlebnis wurde,, daß der Gauleiter und Reichsminister Dr. Goebbels zu einer bedeut- amen politischen Rede das Wort nahm.Ich habe mir zu dieser Gelegenheit mit Absicht", so stellte Dr. Goebels fest,keine Kreise von Besitz und Bil­dung ausgesucht, weil das Volk nach den Grund­lagen seiner Außenpolitik zu leben hat, auch die Außenpolitik muß der breiten Masse des Volkes erklärt und von ihr verstanden wer­den können."

Dr. Goebbels setzte sich dann zunächst mit der Be- hauptung ausländischer Blätter auseinander, das deutsche Volk lehne dieimperialistische Politik" des Führers ab, und gab Dazu eine eindeutige Definition dessen, was man unter imperialistischer Politik" verstehen könne.Wenn man", so rief er,unter imperialistischer Politik versteht, daß ein Land die Welt unter­jochen will, dann allerdings hat das deutsche Volt nicht die Absicht, eine solche Politik zu be­treiben. Wenn man aber darunter eine Politik ver­steht, die zum Ziele hat, einem Volk seine ele­mentaren Lebensansprüche zu sichern und ihm den Platz an der. Sonne zu erkämpfen, der diesem Volk aufgrund seiner Tüchtigkeit, seines Fleißes und seiner Tapferkeit gebührt: dann freilich sind wir Imperialisten! Denn wir Deutsche vertreten allerdings die Meinung, daß die Stellung, die wir heute in Der Welt einnehmen, nicht dem Range entspricht, den unser Volk zu beanspruchen hat, und daß diese Stellung deshalb geändert werden muß. Das deutsche Volk hat keine Lust, in aller Zukunst weiter in einem Zustande zu leben, der uns in Versailles

in unserer schwersten Stunde aufgezwungen wurde

Die Politik, die mir führen, ist darüber sollen sich die politischen Kreise in London klar sein di e Politik des deutfchen Volkes, und nicht etwa die Angelegenheit einer kleinen Ober­schicht. Wir wollen nicht Kolonien besitzen oder Reichtümer oder Rohstoffe erwerben, damit die Reichen besser leben, sondern damitdie Armen überhaupt leben können. Und zu einer solchen Politik fühlen wir uns dem deutschen Volke gegenüber verpflichtet."

Dr. Goebbels erinnerte daran, wie es der englischen Propaganda einmal gelungen fei, Volk und Führung in Deutschland voneinander zu trennen, wie aber damals nicht etwa die Besitzenden in Deutschland die hauptsächlichen Leidtragenden des Zusammenbruches gewesen seien, sondern die breiten Massen der Arbeiterschaft und des Vauertums. heute nun feien wir ein V 0 l k s r e i ch im besten Sinne des Mortes, und in Zeiten härte­ster Arbeit sei es gelungen, die deutsche Ration wieder in die Dellpolitik zurückzuführen.Line Nation, die ehedem nur ein hunderttausend- mannheer besah, verfügt heute über die impo- nierendste Wehrmacht der Welt. Man kann uns nicht mehr überfallen. Deutsche Arbeiter und deutsche Ingenieure haben im Westen eine Mauer aus Beton und Stahl auf- gerichtet, und sie sollen auch einmal d i e N u h- nieher dieser Politik und all ihrer großen Opfer im letzten Jahre sein. Wenn wir heute beispielsweise immer wieder den Ruf nach Kolonien erheben, so geschieht das doch nicht um irgendwelcher Millionäre willen, sondern es geschieht für euch, damit ihr zu leben habt und damit eure Kinder einmal die Basis zu einer nationalen Existenz vorfinden, die eines großen und mächtigen Kulturvolkes würdig ist. Das mag sich das Ausland merken: ein Volk, das so zusammengepreßt auf einem engen Raum '.lebt, das keine natürlichen Hilfsquellen besitzt, keine

Rohstoffe, keine Devisen, keine Goldoorräte hat, muß einen andern Weg gehen als ein Volk, das alle Güter dieser Welt sein eigen nennt. Wenn wir nicht so vernünftig wären, dann wäre der über­hitzte deutsche Kessel schon längst explodiert. Und noch eins mag die Welt zur Kenntnis nehmen: Wenn man in London, Paris, in Neuyork oder Warschau auch nur einen Schimmer von Hoffnung hegt, daß das deutsche Volk oder daß der deutsche Arbeiter sich einmal vom Führer trennen könnte, so ist das eine illusorische Hoffnung! Ich stehe hier mitten unter euch, und so stehen wir alle fast jeden Tag mitten unter dem Volk. Wir haben nichts zu verheimlichen. Das ist unsere Demokratie. Die Welt muß sich endgültig darüber klar werden, daß das Deutschland von heute nüchtern und unerbittlich für seine Forde­rungen eintritt. Dieser Betriebsappell erbringt als kleiner Ausschnitt aus der Masse des deutschen Vol­kes den Beweis für die Richtigkeit dieser Fest­stellung. Wenn heute der englische Propaganda­dienst behauptet: »Euer Volk hinter euch tut nicht mehr mit', dann können wir getrost zur Antwort geben: »Wir brauchen uns nicht einmal umzu­schauen. Wir wissen, daß.das nicht wahr ist!' Bei euch hier wird ja wohl auch das Ausland zugeben müssen, daß ihr Arbeiter unseres Volkes seid, und es kann wähl niemand behaupten, daß ihr als Straßenbahner verkleidete Millionäre ge­wesen seid, oder meinen Ausführungen vollkommen teilnahmslos zugehört hättet. Möge man im Aus- land auch die Hoffnung hegen, uns auseinander­zureden. Es mag fein, daß auch einmal wieder Wochen oder Monate kommen, in denen wir nicht mehr so oft reden können wie jetzt. Wenn sich dann die Schmutzfluten einer feindlichen Propaganda über die Welt ergießen, dann wünsche ich, daß ihr aus dieser Stunde Kraft schöpft, auch wenn ihr einmal eine Situation im Augenblick nicht ganz versteht und nicht ganz durchschaut. Dann müßt ihr euch nach dem Grundsatz behelfen, der uns Nationalsozialisten noch stets als Richtschnur 1 ge« Idient hat: Der Führer hat immer Recht, und er behält auch immer Recht!"

Hongkong, 24.Juni (Europapreß). Die japa­nischen Militärbehörden von Swatau haben am Samstag die vor zwei Tagen verhängte S e e - blockaoe um Swatau aufgehoben. Eine dementsprechende Mitteilung wurde den zuständigen ausländischen Flottenbehörden am Samstagmorgen übermittelt. England und die Vereinigten Staaten hatten der Aufforderung der japanischen Behörden, die Kriegsschiffe zurückzuziehen, nur zum Teil entsprochen. Lediglich zwei Frachtdampfer mit eng­lischen Frauen und Kindern haben Swatau ver­lassen. In Swatau befinden sich fünf aus­ländische Zerstörer, nämlich drei amerika­nische und zwei englische. Die Kriegsschiffe werden aufgrund japanischer Zusicherungen vorläufig in Swatau verbleiben.

Die Lebensmittelversorgung der britischen und der französischen Niederlassung in Tientsin hat am Freitag eine Besserung erfahren. Am zehnten Tage derBelagerung" war auf den Märkten der Konzessionen frisches Fleisch und frisches Gemüse in ausreichenden Mengen vorhanden. Nach eng­lischen Darstellungen waren die japanischen Be­hörden dadurch verärgert worden, daß der englische Generalkonsul in Tientsm eine seit langem für japanische Transporte benutzte Straße g e s ch l 0 f - s e n hatte, welche durch die englische Konzession führt und die beste Verbindung zur japanischen Konzession darstellt. Die Engländer behaupten nun, daß die Japaner dieses Recht mißbraucht hätten und daß ein Engländer im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung über dieses Recht von den : Japanern mit der Peitsche ins Gesicht geschlagen worden sei.

Todesstrafe für Oevifen- verbrechen in Italien.

R 0 m, 23. Juni. (Europapreß.) Ein Gesetzentwurf, iber die Verurteilung aller Vergehen gegen die Un­versehrtheit der italienischen Währung an den 'Sondergerichtshof zur Verteidigung des 'Staates verweist, ist angekündigt worden. Für die ! schwersten Fälle solcher Valuta-Vergehen soll die -Todesstrafe angedroht werden. Die neuen ; Strafmaßnahmen sollen sich vor allem gegen Iben Schleichhandel mit Devisen richten, Iba sich in jüngster Zeit die Fälle von Dalutenver- jschiebungen bedenklich gehäuft haben.

DieTribuna" schreibt, es sei verständlich, daß Ibie italienische Öffentlichkeit die Anwendung der z gleichen Strafen gegen diese Schädlinge verlange, imie sie gegenüber Polksverrätern und Deserteuren oan der Front schonungslos durchgeführt werden. ! DasGiornale d'Jtalia" erklärt, es fei mit dem I Gerechtigkeitsgefühl des Volkes nicht mehr länger »zu vereinbaren gewesen, Milde gegenüber solchen Verbrechern zu üben und sie nach Verbüßung einer : geringen Strafe im Genuß der Früchte ihres Der- ibrechens zu lassen.

Die italienischen Gommerübungen.

Rom, 23. Juni. (Europapreß.) Die großen Jllebungen des italienischen Heeres werden i m iAugust in der Po-Ebene abgehalten wer- 3>en. Drei Kampfeinheiten der Po-Armee werden 7mit Kriegsformationen von Venetien nad) Weften gegen Piemont vorrücken. Der Dor- nnarsch dieser Einheiten wird durch das Eingreifen Über Luftwaffe, die Unterbrechung von Brücken und -/Straßen erschwert. Auf diese Weise werden zur Ausbildung der Truppen für den Bewegungskrieg zahlreiche Probleme zu lösen fein. Die Kräfte der Gegenpartei werden von dem Armeekorps Piemonts gestellt. Die faschistische Miliz wird auch in »diesem Sommer in erheblichem Maße an den Hebungen des Heeres teilnehmen. Die gründliche Ausbildung der Truppen in Feldübungen wird im Nanzen Lande während der Sommermonate -fort- Msetzt.

Durch 7l»caragua ein Kleinkanal geplant.

Washington, 23. Juni. (DNB.) Die Regie­rung der USA. veröffentlicht neue Einzelheiten zu Bauplänen des Nicaragua-Kanals, für dessen Ver­messung Roosevelt kürzlich 200 000 Dollar ansor- »berte. Danach ist an Stelle des ursprünglichen gGroßkanals für Ozeandampfer und Kriegsschiffe ein Kleinkanal für Schleppkähne nut

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thy- riot. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (beurlaubt); i. V. Heinrich Ludwig Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts- druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preise liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

einem Höchsttiefgang bis zu 4 Meter und parallel dazu eine Auto st raße geplant. Der Kanal soll 140 Meilen lang werden. Während der große Kanal 1,5 Milliarden Dollar kosten sollte, schätzt Roosevelt die Kosten des Kleinkanals auf 25 bis 40 Millionen Dollar. Der Kanal so bei Sperrung des Panama­kanals im Kriegsfälle die Verschiffung wich­tiger Waren zwischen beiden Ozeanen

ermöglichen und außerdem das Innere Nica­raguas erschließen und den Vereinigten Staaten von Nordamerika die dort gewonnenen kriegswichtigen Rohstoffe, wie Man­gan, zugänglich machen. Dem Kanal kommt also eine rein strategische Bedeutung zu. Roosevelt selbst nannte das Projekt sehr wichtig für die Verteidi­gung der westlichen Halbkugel.

General Valle kommt nach Berlin.

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Auf Einladung des Reichsministers der Luftfahrt trifft am 24. Juni der Staatssekretär der italienischen Luftwaffe, Geschwadergeneral Valle, zu einem mehrtägigen Besuch in Berlin ein. Unser Bild zeigt links Generalseldmarschall Göring, in der Mitte Geschwadergeneral Valle und rechts Staatssekretär Generaloberst Milch. (Rosemarie Clausen. Scherl-M.)

Sommerübung aller National­politischen Erziehungsanstalten.

Vom 27. Juni bis zum 11. Juli findet die dies­jährige gemeinsame Sommerübung aller Nationalpolitischen Erziehungsanstalten in Kärn­ten statt. Das ganze Leben und die gesamte Er­ziehung an den Nationalpolittschen Erziehungsan­stalten sind in ihrem Gepräge und ihrem Ablauf mitbestimmt durch die großen Kräfte des Jahres­ablaufes und des Dolksgefchehens. Der Sommer firckret die Jungmannen draußen bei einer ^tägi­gen Geländeübung. In jedem Jahr besuchen sie da-

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frei eine andere deutsche Landschaft und einen an­deren Stamm unseres deutschen Volkes. 1934 fanden die gemeinsamen Sommerübungen im Weser-Berg- land, 1936 in der Lüneburger Heide und 1938 in Mecklenburg und auf dem Darß an der Ostsee statt. In diesem Jahre marschieren alle Anstalten in drei großen Marschsäulen in Form eines Sternmarsches durch Kärnten in der Richtung zum Faaker See (unweit Villach am Fuße der Karawanken). Während des Stemmarsches, der den Jungmannen einen nachhaltigen Eindruck von Land und Leuten vermitteln soll, werden auf öffentlichen Plätzen der Quartierorte Sing- und Spielabende ver­anstaltet. Nach dem Zusammentreffen aller Marsch­säulen am Faaker See findet vom 2. bis 4. Juli ein Geländespiel statt. Uebungsgelände ist die Umgegend des Faaker Sees zwischen Drau und dem Fuß der Karawanken. Es nehmen ^An­stalten in einer Gesamtstärke von rund 3000 Er­ziehern und Jungmannen teil. Auch die Reichs­minister Dr. Rust und Seyß-Jnquart werden den Hebungen beiwohnen.

Luftschlacht am Buir-See.

Außenmongolische und mandschurisch-japanische Streitkräfte haben wiederum einen scharfen Zu­sammenstoß gehabt. Bereits vor einigen Wochen kam es zu einer regelrechten Luftschlacht zwischen den Kampfgeschwadern beider Seiten, während motorisierte außenmongolische Einheiten nach Ueber- schreiten der Grenzen von den japanisch-mandschuri­schen Truppen aufgefangen und mit ernsten Ver­lusten zurückgeschlagen wurden. Bei dieser Schlacht zwischen den Fliegeroerbänden holten die Japaner 42 Flugzeuge herunter. Jetzt haben sie, nach­dem vor einigen Tagen außenmongolische Flieger mandschurische Ortschaften bombardiert hatten, woraufhin sofort die japanischen Lutstreitkräfte ver- stärtt wurden, 4 9 Maschinen aus den in statt­licher Anzahl erschienen gegnerischen Formationen herausgeholt und vernichtet. Die Kämpfe haben sich wiederum am Buir-See abgespielt, der seit Jahren eine Stätte ewiger Zusammenstöße, Reibe- reien uni) ernster Gefechte ist. Maa sein, daß hier die Grenzen ungenau gezogen sind, wichtiger er­scheint aber wohl das Bestreben der von den Sow­jetrussen kommandierten außenmongolischen Streit­kräfte zu sein, nach der von Japan beherrschten Mandschurei hin an Boden zu gewinnen.

Das Merkwürdige an diesen Zusammenstößen, die in früheren Zeiten unweigerlich einen Krieg ausgelöst hätten, besteht aber darin, daß sich beide Parteien nach allen Regeln der Kunst zusammenzu­hacken suchen, im übrigen aber die gegenseitigen diplomatischen Beziehungen in aller Ruhe aufrecht­erhalten. Es scheint zur stillen Vereinbarung gewor- den zu sein, derartige Zwischenfälle, selbst wenn man wie kürzlich am Tschangkufeng ganze Divisio­nen antreten läßt oder wie auf dem Amur sich nut Kanonenbooten Gefechte liefert, zu harmlosen Grenzplänkeleien zu zählen. In Wirklich­keit sind sie mehr: auf der roten Seite das ewige Suchen nach der Einbruchsstelle in die japanische Front, auf der japanischen Seite das Zeichen höch­ster Aufmerksamkeit den Roten gegenüber, die sich

durchaus nicht scheuen, mit gewaltigen Geschwadern irrtümlicherweise" die Grenze zu überschreiten und gleichzeitigirrtümlicherweise" motorisierte Regi­menter auf bestimmte Ziele losmarschieren zu las­sen. Eins steht aber fest: die Grenzzwischenfälle neh­men einen immer ernsteren Charakter an, weil von der anderen Seite her immer größere Formationen und immer schwerere Mafien zum Einsatz gelangen.

Kleine politische Nachrichten.

Am Freitagnachmittag verließ die Abordnung der spanischen Generale und Offiziere, die unter Führung des Generals Aranda die heimkeh­rende LegionCondor nach Deutschland begleitet hatte, von Hamburg aus Deutschland, um auf dem Seewege in ihre Heimat zurückzukehren. Die Ab­ordnung, die aus ungefähr 80 Offizieren besteht, hatte während ihres Aufenthaltes in Deutschland Gelegenheit, die Einrichtungen unserer Wehrmacht und einen großen Teil Deutschlands kennenzulernen.

Am 16. Juni wurde in London von der deufichen und der britischen Regierung ein Abkommen überbie Ausdehnung des deutsch-eng- lischenTransfer-Abkommens vom 1. Juli 1938 und des Zusatzabkommens vom 13.8.1938 auf die mittel- und langfristigen Verpflichtungen fu« detenländifcher Schuldner gegenüber bri- tischen Gläubigern unterzeichnet. Stichtag für die Feststellung dieser Verpflichtungen ist der 29. Sep­tember 1938.

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Anläßlich der Reise des Caudillo durch die nord- spanische Provinz C 0 r u n a fand im Rathaus der Stadt Coruna ein Empfang statt, bei dem der Zivil­gouverneur die Ernennung des Generalissimus zum Ehrenbürger aller Orte der Provinz bekanntgab.

Wetterbericht

Während sich am Freitag in Deutschland östlich der Weser schon merkliche Abkühlung einstellte, blieb der Westen und Süden noch im Bereiche feucht- warmer Luftmassen, innerhalb deren es vielerorts zu Gewittertätigkeit kam. Inzwischen waren jedoch infolge der Luftdruckverteilung kalte Luftmassen über England südwärts vorgestoßen, deren Einbruch in der Nacht zum Samstag zum Morgen erfolgten. Wobei es auch bei uns zum Durchbruch einer Ge­witterfront mit vielfach ergiebigen Niederschlägen kam. Das Wetter bleibt zunächst unbeständig und kühl.

Vorhersage fürSonntag: Wolkig bis be­deckt und zeitweise Regen, späterhin wieder wechselnd bewölkt mit Schauerneigung, bei lebhaften Winden aus West bis Nord kühl.

Vorhersage fürMontag: Wechselhaft und zu einzelnen Niederschlägen neigendes Wetter.

Lufttemperaturen am 23. Juni: mittags 23,2 Grad Celsius, abends 19,5 Grad; am 24. Juni: morgens 15,8 Grad. Maximum 27 Grad, Minimum heute nacht 14 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Juni: abends 24,8 Grad; am 24. Juni: mor­gens 19 Grad. Niederschläge 10,9 mm. Son­nenscheindauer 7,1 Stunden.