Ausgabe 
24.4.1939
 
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Montag, 24.ApriI19Z9

189. Jahrgang

M. 95 Erstes Blatt

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Gießener Anzeiger

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Uaanzdiklalm in Kankreich

Brüssel, Ende April.

Her mitteleuropaiK erbitterten Kampf

stand, einen

rungen Italiens v o

Im Mittelpunkt der Besprechungen zwischen dem italienischen und dem jugoslawischen Außenminister haben, wie in italienischen Kreisen verlautet, die durch die Personalunion Italien-Albanien geschaffene Lage in der Adria und das Verhältnis Jugoslawiens zu Ungarn gestanden. Der italienisch-jugoslawische 'Freundschaftspakt habe bei der Besetzung Albaniens die Feuerprobe bestanden. Von der ita­

geben:

3m Laufe der Besprechungen sind die ver­schiedenen Fragen eingehend geprüft worden, die bei der gegenwärtigen Lage die beiden be­freundeten Nachbarstaaten auch unter Be­rücksichtigung der jüngsten Ereig-

Der jugoslawische Außenminister besucht Berlin.

gierung einen Besuch abstatten. Er Vertreter eines Nachbarstaates, der mit

Festessen.

Am Sonntagvormittag fand im Grand-Hotel eine weitere Besprechung statt, die über eine -stunde dauerte. Die beiden Minister nahmen dann an dem von der Stadt Venedig gegebenen Frühstück teil und besichtigten die vor der Einweihung stehende Ausstellung der Meisterwerke des venezianischen Malers Veronese. Zu dieser Ausstellung sind verschiedene Gemälde aus Deutschland, Englanb, Frankreich und Amerika leihweise zur Verfügung gestellt worden. Außenminister Markowitsch hat am Sonntag um 16 Uhr mit dem Orienterpreß Venedig verlassen. Er war vom italienischen Außenminister über den Canale Grande zum Bahnhof begleitet worden, wo ihm die vor dem Bahnhof versammelte Volksmenge von neuem eine herzliche Sympathie­kundgebung bereitete. Bei der Verabschiedung dankte Markowitsch dem italienischen Außenminister für die überaus herzliche Aufnahme und gab der Hoffnung Ausdruck, ihn bald wieder in Belgrad begrüßen zu dürfen. Prinzregent Paul von Jugoslawien ist vom italienischen Königshaus zu einem Staatsbesuch in Rom eingeladen wor­den. Der Prinzregent wird sich in der,nächsten Zeit zur Bekräftigung der italienisch - jugoslawischen Freundschaft dorthin begeben.

nisse in Albanien interessieren. Diese Prüfung hat von neuem die besondere Herzlichkeit der Beziehungen be- stätigt, die zwischen Italien und Jugoslawien bestehen. Diese Herzlichkeit, die seit dem Ab­schluß des P a k t e s von Belgrad, der den Frieden in der Adria und die Achtung der gegenseitigen Inter- essen gesichert hat, besteht, hat sich auf jedem Gebiet und in jeder Hinsicht beständig ge­festigt und verstärkt. Man ist überein- gekommen, die zwischen den beiden Staaten und zwischen Jugoslawien und Deutschland bestehende vertrauensvolle Zusammenarbeit so­wohl aus politischen als auf wirtschaftlichem Gebiet zu vertiefen, um die Erhaltung des Friedens zu begünstigen und die Bedingun­gen der Stabilität im Donauraum zu ver­bessern. hinsichtlich der Beziehungen mit Un­garn haben die beiden Außenminister die sich aus den jüngsten Vorgängen ergebende Lage geprüft und mit Befriedigung festgestevt, wie sie den W e g geebnet haben für eine nützliche Verständigung zwischen den be-den Regierun­gen von Belgrad und Budapest."

Die iiatienisch-jugoslawifche Freundschaft auf der Zusammenkunft von Venedig bestätigt

einzigen Kanonen, die Luxemburg besitzt, abgegeben wurden. Anläßlich der Kammersitzung war die luxemburgische Freiwilligenarmee, die aus 300 Mann besteht, als Ehrengarde aufmarschiert.

Griechenland wird von niemand bedroht. General Metaxas zur europäischen Lage.

Paris, 23. April. (Europapretz.) Der griechische Ministerpräsident Metaxas hat dem Vertreter desPetit Parisien" erklärt, Griechenland sei fest entschlossen, seine politische Unabhängig­keit und seine territoriale In t e g r i t a t zu verteidigen, aber es habe auch die heilige und ele­mentare Pflicht, keine Bedrohung a u f s i ch zu ziehen, wenn man es selbst nicht bedrohe. Griechenland werde nicht nur von niemanden bedroht, sondern es feien im Gegenteil for- melle Z u s i ch e r u n g e n von dieser und lener Seite gegeben worden, wodurch ihm sein notwen­diger und gegenwärtiger Status quo garan­tiert werde. Griechenland danke Frankreich

und Großbritannien für ihr spontanes Ver­sprechen, Griechenland zu Hilfe zu kommen, um seine Rechte zu verteidigen. Aber gerade wegen ihres .freigebigen Versprechens müßten die beiden Staaten wünschen, daß dieser Fall niemals e i n- trete. Griechenland müsse Italien für seine formellen Zusicherungen ebenso dankbar sein! Niemand könne das Wort Roms in Zweifel fetzen. Darum könne man die Gewißheit haben, daß Grie­chenland zu einem Konflikt weder Gelegenheit noch den Vorwand geben werde. Anderseits unterhalte Griechenland auch mit Deutschland ausge- zeichnte freundschaftliche Beziehungen, es suhle nicht weniger Dankbarkeit gegenüber diesem großen Land für die wirtschaftlichen Beziehungen, die Deutschland hergestellt und aufrechterhalten habe.

Spanien weist ausländische presfelüqen zurück.

Burgos, 23. April (Europapprcß). Das spa­nische Äußenministerium hat energisch die Gerüchte dementiert, wonach Spanien Absichten auf Tanger und Gibraltar habe. Man kenne nur zu gut, so heißt es in der Erklärung, diese ausländische Lügenkampagne; Spanien pro­testiere mit aller Energie dagegen und erkläre, daß es über derartigen Niedrigkeiten stehe. Spanien sei aufrichtig entschlossen, .sich vollkommen der großen Aufgabe der nationalen Wiederaufrichtung zu wid­men.

Luxemb urg, 22. April. (DNB.) Im Rahmen , der Feierlichkeiten anläßlich der 100-Iahrfeier der . luxemburgischen Unabhängigkeit fand in der Kammer eine Festsitzung statt auf der die Großherzogin Charlotte das Wort zu einer längeren Ansprache ergriff. Sie erklärte, daß der luxemburgische Staat den B e w e i s st i n e r Lebenskraft und feines Rechtes auf Fort­setzung seiner unabhängige nE £ ift e n z erbracht habe. Das kleine luxemburgische Volk fei ein Symbol jener friedlichen Organisation Europas, die alle Nationen so eifrig anstrebten. Es fei $u hoffen, daß diese europäische Friedensorganisation eines Tages zur greifbaren Wirklichkeit werde. Luxemburg sehe in die Zukunft mit dem Vertrauen, bas es aus seinem unbestreitbaren Recht und aus fernen freundschaftlichen Beziehungen mit allen Nachbarstaaten schöpfe. Luxemburg erinnere sich mit Dankbarkeit an den Schutz, den es in manchen kri­tischen Augenblicken von stiten der Garantenmachte der luxemburgischen Unabhängigkeit genossen habe.

Auf einem Bankett der Regierung für die Bür­germeister und Abgeordneten erklärte der luxem­burgische Abgeordnete B e ch u. a., daß das luxem­burgische Volk von einer starken Vaterlandsliebe beseelt fei, die aber gegen kein anderes Land ge­richtet fei. In internationaler Hinsicht erfülle Lu- rembura aufs gewissenhafteste seine Pflicht als neutraler Staat? Es sei eine große Befriedigung für die luxemburgische Regierung, daß im Laufe der Besprechungen der letzten Jahre> und. besonders der letzten Monaten- mit den Nachbarstaaten die zuständigsten und verantwortlichsten Stellen dieser Staaten versichert hätten, daß die luxem­burgische Unabhängigkeit ein unver­äußerliches und unangreifbaresRecht darstelle. *

Die Hundertjahrfeier der luxemburgischen Unab­hängigkeit war am Samstagmorgen durch hundert Kanonenschüsse eingelötet worden, die von den drei

kommt als Vertreter eines Nachbarstaates, oer mu uns in denkbar beste m Verhältnis lebt. Wenn sich Jugoslawien allen Versuchen, es von einem Kurs abzudrängen, widersetzte, so hat das zwei Gründe: einmal sieht es die Gesamtlage durch­aus nicht so beunruhigend an, wie das England, Frankreich und die USA. wünschen, zum anderen hält Jugoslawien es für nützlicher, ein guter Nach­bar der Achsenmächte zu bleiben, anstatt sich m Abenteuer stürzen zu lassen, bei denen schließlich die Regierungen, die fremden Einflüsterungen folgen, die Zeche bezahlen müssen. Jugoslawien hat erst

feiten abgehalten.

Während die politische Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte für das kleine Land einen häufigen Wechsel brachte, wandelte sich die wirtschaftliche Lage des Landes besonders um die Jahrhundert­wende in günstiger Weise. Aus einem armen, sich von Ackerbau und Viehzucht kümmerlich ernähren­den Ländchen entstand ein Gebiet, das im Welt­handel eine für seine Größenverhältnisse sehr be­deutende Rolle spielt. Begründet lag diese günstige wirtschaftliche Entwicklung vor allem in dem raschen Aufschwung der M e t a l l i n d u st r i e. Neben dem Weinbau und einer in den letzten Jahren sich mehrenden F r e m d e n i n d u st r ie nimmt die Me­tallindustrie die größte Bedeutung im Wirtschafts­leben des Großherzogtums ein. Das Aufblühen sei­ner Industrie und seine verkehrspolitische, Lage sichern den Bewohnern des kleinen Landes in der Dreiländerecke zwischen Deutschland, Frankreich, und Belgien Wohlstand und Unabhängigkeit m jeder Beziehung. Dieses Gefühl der Sicherheit und wirt­schaftlichen Unabhängigkeit gi.bt der Bevölkerung selbst der kleinsten Orte des Ländchens Anlaß, mit­einander um die schönsten Festprogramme zum hun­dertjährigen Jubiläum zu wetteifern.

Luxemburgs

Aliabhäugigkettsseier.

R.G. Venedig, 24. April.

Der italienische Außenminister Graf Ciano traf am Samstagvormittag im Flugzeug aus Rom in Venedig ein, um nachmittags den jugoslawi­schen Außenminister Markowitsch zu empfan­gen. Die Paläste am Canale Grande sind mit ita­lienischen und jugoslawischen Flaggen geschmückt, ebenso tragen der Markusplatz und die Schifte im Markusbecken Flaggenschmuck. Den jugoslawischen Gästen wurde ein sehr herzlicher Empfang bereitet. Die erste Unterredung hat noch am Samstag im Ehrensaal des Grand Hotel stattgefunden. Es ist der gleiche Saal, in dem die historische erste Begeg­nung zwischen dem Führer und dem Duce erfolgte. Im Anschluß an die Besprechung zeigten sich die beiden Minister auf dem großen Balkon, wo sie von der auf dem Canale Grande in Gondeln und auf der Freitreppe der gegenüber vom Hotel liegenden Kirche Santa Maria della Salute wartenden Volksmenge stürmisch begrüßt wurden. Alsdann unternahmen die Minister mit einem Schnellboot der italienischen Marine eine Rundfahrt durch die Lagune, um den Lido und verschiedene Inseln der Umgebung. Anschließend gab der ita­lienische Außenminister im Prunksaal des Palazzo Rezzonico zu Ehren der jugoslawischen Gäste cm

nben. Von der ita- durchblicken, daß Jugoslawien ouraj jvu.v ...

Üenftchen Regierung sei es sehr hoch eingeschätzt big gezeigte Haltung die Sicherh^t gewonnen habe, worden daß Belgrad in die beruhigenden Versiche- daß Italien sich nicht zum Verfechter g^msfer türmen Kulten? volles Vertrauen gesetzt und vifcher Wiedergutmachungswunsche (Gebiet ooit nichts unternommen habe, um der italienischen Ak- Kossovo) machen werde.

Zum Abschluß der Besprechung italienischen und dem jugoslawische wurde folgende amtliche Mitteilung ausge-

Derfassungsmäßig müßte Frankreich eine hoch, kapitalistisch aufgezogene Demokratie sein, in Wirk­lichkeit ift es eine Diktatur zur Rettung des Kapi­talismus, der dabei alle Mittel recht sind. So lafsen sich die 30 Gesetze und Verordnungen deuten, die die Regierung Daladier auf Verlangen des Finanz­ministers Paul Reynaud veröffentlicht hat. Don außen gesehen werden diese Dekrete erlassen, um ein Defizit von 15 Milliarden im Staatshaushalt ab,zudecken, nachdem der Staatshaushalt für 1939/40 mit Mühe und Not unter Dach und Fach gebracht worden war. D« Staatshaushalt für 1939/40 war mit rund 66 Milliarden Franken voroeranfchlagt unter der Vor­aussetzung, daß es gelingen würde, den sehr hohen Fehlbetrag aus den Vorjahren endlich abzudecken. Bisher hatte sich jede französische Regierung so ge. Holsen, daß sie den Anleihemarkt 'n An­spruch nahm mit dem Ergebnis, daß schon Mitte 1938 eine öffentliche Schuld in Höhe von über 400 \ Milliarden Franken vorlanden war. Finanzminister Paul Reynaud unterscheidet sich von seinen Vor- gängern dadurch, daß er wenigstens den Versuch machen will, durch ein kräftiges Anziehen öer Steuerschraube das Gleichgewicht im Staats­haushalt herzustellen. Ohne dieses Gleichgewicht glaubt die Regierung Dal-adier-Reynaud die Sicher­heit der Währung nicht garantieren zu können.

Die wiederholte Abwertung des Franken hat diese Sicherheit nicht gebracht, hat auch nicht dazu bei- qetragen, die Kapitalflucht zu hemmen. Der G o lo­be st a n d der Bank von Frankreich betrug in Pa­pi er franken im April 1938 rund 56 Milliarden, in­zwischen hat die Regierung Daladier eine Abwer­tung vorgenommen, die an und für sich dazu bei« getragen .hat, den Nennwert des Goldbestandes der Notenbank zu erhöhen. Mit Stolz weist die Regie- rung darauf hin, daß es ihrer autoritären Führung der Innenpolitik gelungen sei, das Vertrauen der Kapitalisten zurückzugewinnen. Tatsächlich wird der Goldbestand der Bank von Frankreich zur Zeit mit 87 Milliarden Franken angegeben, wobei aber 51t beachten ift, daß cs sich nicht um Rückfluß von ms Ausland geflüchteten Goldbarren usw. handelt, viel­mehr dürfte das, was der Bank von Frankreich neu zugeflossen ift, aus der inländischen Goldhortung stammen. Auf der anderen Seite hat der Noten­umlauf beträchtlich zugenommen, nämlich aus über 120 Milliarden Franken, so daß die Noten­deckung durch Gold rund 62,7 v. H. ausmachen soll.

15 Milliarden Franken muß der Finanzminlster sofort beschaffen, um Staat' und Wirtschaft im Gang zu halten. Die Regierung Daladier zertrüm­mert deshalb zunächst einmal dieErrungenschaft der Volksfrontregierung, die sog. 40-Stunden- Woche. Bisher schon ist diese starre Grenze durch-

kürzlich, als England seinen großen wirtschaftlichen Sanktionsfeldzug gegen Italien inszeniert hatte, schmerzliche Verluste verbuchen müssen, ohne daß ihm dafür irgendein Dank der großen Drahtzieher zuteil wurde. Im übrigen ist es bekannt, daß Deutschland und Italien ein kraftvolles Jugoslawien wünschen und gar nicht daran denken, der Aufwärts­entwicklung dieses tapferen Volkes hindernd in den Weg zu treten. Im Gegenteil, durch die ständige Festigung der wirtschaftlichen Beziehungen tragt Deutschland dazu bei, daß Jugoslawien auf der Ebene von Friede und Wohlstand vorwartsschreiten kann. In Belgrad weiß man zu gut den Wert des deutsch-jugoslawischen Verhältnisses zu schätzen, um sich zu einem Kurswechsel versucht zu fühlen. Zum Hüter dieses Verhältniftes ift der Außenminister Markowitsch berufen, dem das Verdienst zu­fällt, allen Pressionen der Engländer und ihrer Hel­fer einen klaren und erfolgreichen Widerstand ent­gegengesetzt zu haben.

Hundert Jahre Großherzogtum Luxemburg

Don unserem pls.-Korrespondenten.

Berlin. 22. April. (DNB.) Der jugoslawische Außenminister Linear IN ar ko witsch wird am 26.April zu einem kurzen informativen Besuch in der Reichshauplsladt eintresfen.

Jugoslawiens Außenminister Linear Markowitsch, der soeben in Venedig mit dem Grafen C i an 0 wichtige Gespräche geführt hat^wird nunmehr d er Reichsre

Einer der kleinsten Staaten Europas, das Groß- Herzogtum Luxemburg, hat jetzt die Dorberestungen , für die großen Feiern und Festlichkeiten beendet tue am 23. April ihren Anfang nehmen. Am 23. April find cs 100 Jahre, daß das Großherzogtum Luxem­burg feine staatliche Selbständigkeit wiedererlangte. Das kleine Ländchen mit feinen zwer- tinl)albtaufenb Quadratkilometern Bodenflache und 300 000 Einwohnern, vier Ministern und einer 35ft Mann starken Armee hat eine bewegte Geschichte. Es war Spielball und Zankapfel während mehr als acht Jahrhunderten. Beinahe tausend Jahre sind es her, seitdem im Jahre 963 Graf Siegfried von Ardennen fein Besitztum Feulcn gegen das Castell Lucilinburhuc eintauschte und damit sich Zum Grün­der des schicksalsreichen Ländchens machte. Wechsel- voll war das Schicksal des Landes während der nächsten fünfhundert Jahre. Seine Selbständigkeit verlor es unter Philipp von Burgund im Jahre 1443. Während der nächsten vierhundert Jahre führte das kleine Land, das abwechselnd unter der staatlichen Oberhoheit aller mitteleuropäischen Mächtegruppen stond einen erbitterten Kämpf um seine Unab­hängigkeit. Das Jahr 1839, das Jahr der Begrün­dung des Königsreichs Belgien, brachte mit dem Vertrag von London für das Großherzogtum Luxemburg den Beginn einer neuen staatlichen Selb­ständigkeit. 27 Jahre fpäter, im Hahre 1866, war die luxemburgische Staatlichkeit aufs neue ernsthaft ge­fährdet. Napoleon IIL, der 1866 leer ausgegangen war, ließ auf der Suche nach Entschädigungen, seine Augen bei der Betrachtung der Landkarte auf Luxemburg haften. Unter dem Einfluß Bismarcks kam man in einer Konferenz der Großmächte, an der auch Italien teilnahm, in London zu dem Er­gebnis, daß Luxemburg erhalten blieb. Seine Neu­tralität wurde von den Großmächten gemeinsam garantiert. Nach der Abdankung der Großherzogin Marie Adelheid im Jahre 1919 übernahm die Groß­herzogin Charlotte die Leitung der Staatsgeschafte, und ihr zu Ehren werden jetzt in dem kleinen Lande in allen Städten und Orten Feiern und Festlich-

nnr Abschluß der Besprechungen zwischen demstion in Albanien Schwierigkeiten ZU bereiten. Gras ,um Abschluß oer ? w. G g £iQn0 habe dem jugoslawischen Außenminister gegen­

über nachdrücklich betont, daß die enge Verbindung Albaniens mit Italien nid) t die geringste Feindseligkeit gegen Jugoslawien be­deute, und daß keinerlei heimtückische Zwecke damit verbunden seien. Im Gegenteil wollte Italien alles tun, was bei der Ausdehnung der gegenseitigen Grenzen die Freundschaft und den Handelsverkehr noch fördern könne. Italien fei daher z u weite- ren Beweisen der.Solidarität und der Zusammenarbeit bereit. In dieser Be- Ziehung sei auch eine vollkommene Klärung der gegenseitigen freundschaftlichen Absichten und des Freundschaftsverhältnisses erreicht worden, was im Interesse des Friedens eine historische und geo­graphische Notwendigkeit sei. Jugoslawien werde sich seinerseits nicht an der Einkrei­sungspolitik gegen d i e Achsenmächte beteiligen. Hinsichtlich der Beziehungen Jugoslawiens zu Ungarn habe Graf Ciano un- mittelbar nach dem ungarischen Mlnisterbesuch in Nom eine Ve r m i 11 l e r r 0 l l e übernommen und eine Verständigung eingeleitet, auf Grund der dem­nächst zwischen Belgrad und Budapest direkte Verhandlungen ausgenommen werden wur­den. Ihr Zweck sei, eine dauerhafte Annäherung zu erreichen, die in einem Minder h e i t e n a b f 0 m« men oder in einem Nichtangriffspakt ihren Ausdruck finden könnte. Diese ungarisch-jugoslawische Versöhnung würde auch im Interesse der Achsenpoll- tik begrüßt'werden können.

Die Kommentare der römischen Sonntagspresse decken sich fast vollständig mit den Voraussagen vor Beginn der Konferenz. Das albanische Ereignis, so wird feftgefteUt, bildet kein Hindernis für die po- litifdje und wirtschaftliche Weiterentwicklung der Be­ziehungen zwischen Nom und Belgrad. Ucber das Verhältnis Belgrads zur Achse Berlin Rom sagt Gayda:Jugoslawien hat gute Grunde, sich der Politik der Achse BerlinRom verbunden zu halten und seine Politik im Sinne einer weiteren Annäherung an d i e Achse weiter zu entwickeln. Die Gespräche von Venedig sind eine neue Bestätigung dafür, daß die Haltung Belgrads mit den Zielen der Politik der Achse sich in Einklang befindet." DerTelegrafo laßt durchblicken, daß Jugoslawien durch seine in Vene«