Einzelbild herunterladen

VS-GenieiliWst M Kraft önrd) Aeude

Sonderzug nach Wiesbaden.

Der für den 27. VIII. vorgesehene Sonderzug nach Wiesbaden muß aus technischen Gründen abgesagt werden. Der Preis für die bereits bezahlten Karten wird in unserer Verkaufsstelle, Seltersweg 60, zurück­gezahlt. 5682D

Nochmals Erinnerungen an Steins Garten.

Die wiederholten Veröffentlichungen imGießener Anzeiger" ÜberErinnerungen an Steins Garten" und der vor einigen Tagen imGießener Anzeiger" abgedruckte Bericht über das Ruderfest derHassia", bei dem auch der alteGießener Rudermarsch" ge­spielt wurde, haben einem langjährigen Leser des Gießener Anzeigers" Veranlassung gegeben, in berechtigter Weise auch einmal daran zu erinnern, daß mit den Konzerten in Steins Garten und mit dem erwähntenGießener Rudermarsch" ein Mann und Künstler eng verbunden ist, der zu feinen Lebzeiten in Gießen und wei^ darüber hinaus all­gemein hochgeschätzt wurde: nämlich der damalige Musikdirektor Karl Krautze, unter dessen Lei­tung das Musikkorps unseres alten Regiments 116 sich einen hervorragenden künstlerischen Ruf erwarb.

Die Verdienste Krautzes um das Musikleben in unserer Stadt sind bis heute noch nicht vergessen, und sie werden von allen alten Gießenern in dank­barer Erinnerung behalten werden. Neben dem Gießener Rudermarsch, den der mittlerweile ver­storbene Künstler der Gießener Rudergesellschaft gewidmet hatte und der es wahrlich verdient, Deutscher Rudermarsch zu werden, hat Musik­direktor Krauße auch noch eine Reihe vortreff­licher Militärmärsche komponiert, von denen als be­sonders rühmlich hier nur genannt feien derOffi­ziersruf",Der 116er", dieKaisermusketiere", die ebenso, wie alle übrigen Märsche gleicher Art aus Kraußes künstlerischem Schaffen, weithin bekannt wurden.

Die bisherigen Konzerte in Steins Garten haben in verdienter Weife die dankbare Würdigung der großen musikfreudigen Gemeinde unserer Stadt ge­funden. Wenn nun im Verlaufe der künftigen Kon­zerte auch Kompositionen des früheren Gießener Musikdirektors Krauße, desalten Krauße", wie er in Gießen vielfach genannt wurde, auf der Dor- tragsfolge erscheinen würden, so werden sicherlich bei vielen älteren Konzertbesuchern die Freude und die Dankbarkeit über diese musikalischen Darbietun­gen in dem altbeliebten Garten noch größer sein, als bisher.

SanitcitSverein Gießen in Bad Ems.

Am Sonntag veranstaltete, wie man uns berichtet, der Sanitätsverein Gießen, Krankenversicherungs­verein a. G., einen Ausflua nach Bad Ems, um dort die Badeeinrichtungen uno Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Am Bahnhof wurden die Teilnehmer von dem Geschäftsführer des Verkehrsoereins, Muschel, begrüßt. Nach einem gemeinsamen Gang durch einen Teil der Kuranlagen fand im Kurhaussaal die Be­grüßung durch den Chefarzt des Bades, Dr. med. Diener, statt. Sein anschließender Vortrag über die Entstehung und Heilweise des Bades wurde mit großem Interesse und starkem Beifall ausgenommen. Heber die Sehenswürdigkeiten des Bades sprach dann Herr Huschet. Der Vorsitzende des Sanitätsvereins Gießen dankte den beiden Rednern im Namen der Teilnehmer. Anschließend wurden die Teilnehmer durch die Räume des Kurhauses und der Trinkhallen geführt. Eine besondere Freude wurde den Teil­nehmern durch die Badeverwaltuna bereitet, indem auch die Besichtigung des Kurmittelhauses, der staat­lichen ärztlichen Untersuchungsanstalt sowie der bio- klimatischen Station freigegeben wurde. Den Teil­nehmern wurde von Aerzten die Heilweise der ein­zelnen Leiden erklärt und teilweise praktisch vorge- sührt. Nach dem Mittagessen machten die Mitglieder eine Rundfahrt mit den Motorbooten auf der Lahn und begaben sich bann mit der Zahnradbahn auf den Malberg. Auch das Kurkonzert wurde besucht. Sehr befriedigt kehrten die Teilnehmer abends nach Gießen zurück.

*

** Familientreffen der Krieger- kameradfchaft 1 8 7 4. Unter starker Beteili­gung veranstaltete die Kriegerkameradschaft 1874 Gießen in Saal und Garten derKarlsruhe" ein Kameradschaftstreffen, zu dem die Kameraden mit

Der Täter mitten unter uns

Roman von Kurt Riemann

Copyright by Verlag Oskar meister. Verdau L Sa.

13. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)

Da ist ihm der Inhalt des Briefes jedenfalls nicht sonderlich belastend vorgekommen. Solche Briefe hätte er auf keinen Fall in der Hosentasche herumgeschleppt, damit du sie im Labor finden kannst."

Stimmt auffallend. Deine Folgerungen sind nicht ohne Reiz. Bitte, ziehe weiter so kluge Schlüsse!"

Linkerton nimmt das bedeutsame Stück Papier in die Hand und glättet es mehrere Male in Ge­danken.

Wer ist der unbequeme Mensch, den Hellmers junior aus dem Wege räumen will? Wer ist der große Herr, der nicht an seine Vergangenheit er­innert werden will? Das ist die entscheidende Frage!"

Gewiß", bestätigt Pembroke,und ich denke, alter Freund, wir werden uns mal daran machen, diese Frage zu lösen. Vermuten läßt sich ja aller- Hand."

Man braucht bloß für den unbequemen Men­schen zu setzen: Sir John Perkins. Dann hat das alles feinen Sinn."

Du bist verrückt! Welchen Grund sollte denn der junge Hellmers haben, seinen Chef aus dem Wege zu räumen, der ihn verhätschelte nach allen Regeln der Kunst! Ein Sohn hätte es nicht besser haben können als er. Jetzt allerdings sitzt er auf dem Trockenen! Wenn ihn die Erben herauswer- fen, ist es zu Ende mit feiner Allmacht."

Vielleicht wußte Hellmers, daß Perkins ihn zum Erben einsetzt."

Linkerton schüttelt zweifelnd den Kopf.

Doch Pembroke läßt ihn kaum zu Worte kom­men.

AusstellungWille und Tal".

Wer den Aufbau erleben will, mußWille und Tat" sehen.

NSG. Die Gau-AusstellungWille und Tat" kennzeichnet in ihrem Namen fchon den Inhalt dieser Ausstellung. Wille und Tat sind die beiden Pfeiler dieser umfassenden Schau des Gaues Hessen-Nassau. Man wird bei allen Maßnahmen, die das nationalsozialistische Deutschland in Angriff nimmt, immer zuerst nach dem Willen der Bewe­gung fragen müssen und wird auf dieses Wollen immer eine Antwort finden im Programm der NSDAP. Aus diesem Wollen wird dann der Weg gefunden werden müssen, um den Willen zur Tat werden zu lassen. Diese Ueberlegungen hat auch die Wirtschaft des Gaues Hessen-Nassau bei ihrer Ent­wicklung und bei ihrem Ausbau in den letzten sechs Jahren zur Richtschnur ihres Handelns genommen.

Der Wille stand unverrückbar fest. Er hieß Be­seitigung der Arbeitslosigkeit und Aufbau der dar- niederliegenden Wirtschaft. Die Durchführung dieses Willens hat im Gau Hessen-Nassau ihre besonderen Schwierigkeiten gehabt, weil der Gau in vielen Teilen hart an die Grenzgebiete des Reiches stößt und weil er in allen seinen Teilen entweder direkt in der entwchrten Zone tag, oder unmittelbar an diese anstieß. Diese beiden Schwierigkeiten sind es gewesen, die die wirtschaftliche Entwicklung unseres Gaues erst zu einem Zeitpunkt Tat werden ließ, als im Norden und Osten des Reiches neue Industrie­gebiete das Reich mit all den Gegenständen versorg­ten, die es im Zuge der Unabhängigmachung von ausländischen Rohstoffen und zur Verteidigung des Reiches benötigte. Erst als durch die Wiederauf­richtung der Hoheitsrechte in der entwehrten Zone das stärkste Hemmnis für eine wirtschaftliche Ent­wicklung in Wegfall gekommen war, konnte die Wirtschaft unseres Gaues auch ihren Anteil an der EntwiÄung des Großdeutschen Reiches nehmen. Daß sie bei der Kürze der ihr zur Verfügung stehen­den Zeit den Anschluß an die Leistungsfähigkeit der übrigen Wirtschaftsgebiete des Reiches erreicht hat, beweist die Schau unserer Wirtschaft auf der Gau- Ausstellung.

Die Auswärts-Entwicklung des Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebietes hat fast restlos alle wirtschaft­lichen Unternehmungen unseres Gaues ergriffen. Dies ist besonders bemerkenswert, da im Gau Hessen-Nassau fast alle wirtschaftlichen Betriebs­arten und alle Gewerbezweige vertreten sind. Nicht nur die Leder-Industrie, die Maschinen-Jndustrie und die pharmazeutische Industrie gestalten das Bild der hessen-nassauischen Wirtschaft, in ihr sind auch alle die vielen sonstigen Betriebsarten in sehr starkem Maße vertreten.

Alle diese wirtschaftlichen Unternehmungen be­seelte der Wille, ihren Anteil an dem Aufbau des neuen Reiches zu leisten, und zwar nicht nur durch Vervollkommnung und Ausbau ihrer bisherigen Betriebsstätten, sondern auch durch Einsatz all ihrer geistigen und technischen Fähigkeiten mit dem Ziel, auch ihrerseits zu der Schaffung neuer Werkstoffe und deren Verwendung beizutragen. So haben aus

dem Gaugebiet eine ganze Reihe von bahnbrechen­den Werkstoffen ihren Ausgang genommen, sei es in den Laboratorien großer Unternehmungen, fei es in der praktischen Durchführbarkeit bei ver­schiedenen Industrien.

Die Gau-Ausstellung soll allen Volksgenossen ein kurzes, einprägsames Bild von dieser Leistungshöhe vermitteln und das Wirken der Bewegung an die­sem Aufbau sowie die Besonderheiten unseres Gaues Üarstellen. Sie soll den Bewohnern unseres Gaues die Vielgestaltigkeit der Industrie vor Augen führen und sie dabei gleichfalls in die Lage ver­setzen, all diejenigen Stoffe kennen zu lernen, die in unserer heimischen Wirtschaft ihre Entstehung und Verwendung gefunden haben. Sie soll also den Beweis dafür liefern, daß der unbeugsame Wille, am Aufbau mitzuhelfen, durch die Tat seine Krö­nung gefunden hat.

Spezialitäten

aus allen Gebieten des Gaues.

NSG. Jede Ausstellung weiß mit Besonderheiten aufzuwarten, die naturgemäß um so stärker dann in Erscheinung treten, wenn es sich um eine Ver­anstaltung handelt, die ein umfassendes Gebiet aus­stellungsmäßig behandelt. In dieser Beziehung kommt der großen AusstellungWille und Tat" in Wiesbaden besondere Bedeutung zu. Angesichts der Vielseitigkeit, die das gesamte Gebiet in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht bietet, dürfte vor allem die große Mannigfaltigkeit überraschen.

An dieser Stelle seien einige Einzelausschnitte herausgegriffen. Da ist z. B. die Stadt Mainz, bekannt als Gutenbergstadt. Sinn und Zweck der Mainzer Ausstellung ist naheliegend: die besondere Herausstellung der anerkannten Leistung und schöpferischen Tättgkeit Gutenbergs auf dem Gebiete deutschen Druckschaffens. So wird zur Illustration des Werdeganges deutscher Druck- und Buchkunst eine hölzerne Zeitungspresse aus dem Jahre 1722 praktisch in Betrieb vorgeführt. Weiterhin sieht der Besucher hochinteressante Drucke derMainzer Presse" und der Gutenberggesellschaft. Der Rhein­gaukreis zeigt in erschöpfender und instruktiver Weise die wirtschaftliche Bedeutung des Weinbaues für den Rheingau und die seit 1933 geleistete Auf­bauarbeit. Obst und Früchte, sowie die bekannten übrigen Erzeugnisse des Rheingaues werden den Besuchern die beachtlichen Arbeitsleistungen der Rheingauer Bevölkerung nahebringen. Die Stadt Wetzlar als Goethe-Stadt bringt DriginaTbriefe, Silhouetten und Drucke aus der Zett Goethes in Wetzlar und ruft so manche Erinnerung an Goethes Aufenthalt wach. Und so ließen sich noch eine Un­menge Dinge aus der Reichhaltigkeit des vorliegen­den Stoffes mitteilen. Immerhin ist schon an diesen Teilausscynitten die hohe Sendung der Ausstellung Wille und Tat" erkennbar, Mittler und Vermitt­ler und zugleich Propagandist deutschen Kultur­gutes zu sein.

ihren Familienangehörigen erschienen. Der zweite Kameradschaftsführer begrüßte die Teilnehmer, wies in kurzen Worten auf den Ernst der Zeit hin, for­derte die Kameraden auf, echte Frontkameradschaft zu pflegen und dem Führer unwandelbar zu ver­trauen, denn bei ihm liege das Geschick Deutschlands in guten Händen. Im Verlauf der Veranstaltung trug die Kapelle Krengel mit guter Musik zu Unter­haltung bei. Die Kinder wurden mit Brezeln be­dacht. Eifrig wurde auch von den älteren Kame­raden getanzt und überall sah man zufriedene und frohe Gesichter. Erst zu später Stunde machte man sich auf den Heimweg.

** Unfall. Gestern gegen 17.30 Uhr ereignete sich an der Ecke Mühlstraße-Horst-Wessel-Wall ein Unfall, bei dem leider ein zweijähriger Junge zu Schaden kam. Die Großmutter des Kindes wollte mit dem Knaben, der im Kinderwagen saß, die Straße vom Spielplatz her überqueren, als im gleichen Augenblick ein Motorradfahrer herankam, gegen den Kinderwagen stieß und ihn mitsamt dem Kinde ein Stück mitschleifte. Dabei erlitt das Kind eine erhebliche Kopfwunde. Nach erster Hilfeleistung durch Passanten wurde das Kind nach Hause, von dort aus durch die Sanitätsbereitschaft vom Deut­schen Roten Kreuz in die Klinik gebracht.

VezirksfOöffengen'cht Gießen.

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde gegen K. D. in Wölfersheim wegen Verführung eines un­bescholtenen Mädchens unter 16 Jahren verhandelt. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnis­strafe von einem Monat verurteilt.

Der H. Sch. in Lauterbach, einschlägig vorbestraft, war wiederum des Betrugs beschuldigt. Am 28. November 1938 hatte er bei einem Elektro­händler in L. ein Telefunken-Rundfunkgerät zum Preis von 35 RM. unter Eigentumsvorbehalt ge­kauft und eine Anzahlung von 5 RM. geleistet. Obwohl er keine weiteren Zahlungen leistete, hatte er das Gerät in ein Autobahnlager mitgenommen und dort darüber verfügt. In der gestrigen Haupt­verhandlung war der Angeklagte trotz ordnungs­mäßiger Ladung nicht erschienen. Auf Antrag des Anklagevertreters wurde gegen den Angeklagten die Untersuchungshaft angeordnet.

Gegen den R. Sch. in Massenheim war am 11. April wegen Urkundenfälschung und Betrugs verhandelt worden. Die Verhandlung wurde da­mals zwecks Aufklärung der Sache ausgefetzt. Zu der gestrigen Hauptverhandlung war der Angeklagte trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen. Auf Antrag des Anklagevertreters wurde neuer Termin

auf den 5. September bestimmt und die Dorführunib des Angeklagten zu diesem Termin angeordnet. Große Strafkammer Gießen.

Der A. Sch. aus Somborn bei Gelnhausen, Zeit in Strafhaft, mehrfach und einschlägig vorbe. straft, hatte sich wegen Diebstahl, Unterschlagung Untreue, Betrug und schwerer Urkundenfälschung zu verantworten. Der Angeklagte befand sich J Winterhalbjahr 1936/37 im Arbeitsdienstlager Bo, benhausen II. Anfang September 1936 hat er unbe, fugt 7,10 RM. in Form eines Schecks kassiert uni für sich verbraucht. In derselben Zeit erschien tt bei einem Metzgermeister in Friedberg und otr, schasste sich unter dem Vorwand, eine Revision Versicherungspapiere vornehmen zu müssen, Betrag von 6, RM., den der Metzgermeister an. geblich zu wenig bezahlt habe. Um die gleiche hat er in Gedern durch Vorspiegelung falscher Tat. fachen auf Kredit im Werte von 54, RM. kauft, aber nicht bezahlt. Während seiner Dienst, zeit im Arbeitsdienstlager hatte er die Kantine $ versehen, und in dieser Zeit t)at er Wareneingän« von rund 130, RM nicht verbucht und die Rech, nungen beiseite geschafft. Die Waren hat er aut eigene Rechnung weiterverkauft und den Erlös für sich verbraucht. Anfang Dezember 1936 erhielt er von einem Kameraden 2,75 RM. zum An. kauf eines Spiegels, den dieser aber nicht bt. kam. Ende Dezember 1936 brachte er auf ähn­liche Weise einen Kameraden um 3,50 Reichsmatt Jrn Dezember 1936 erschien der Angeklagte bei einer Frau in Wohnfeld, kaufte dort zehn Käscher Wein, die er nach Rückkunft zu zahlen Derfpradj (Schaden 15 RM.). Im Januar 1937 versuchte er, 2000 Stück Zigaretten von einem Händler auf Kredit zu bekommen. Dieser lehnte ab; darauf hat er die Zigaretten durch Vermittlung eines Dritten erhalten (Schaden 68 RM.). Im Juli 1937 logierte er in Groß-Eichen in einer Wirtschaft und blieb dort von Sonntag bis Freitag. Obgleich er wußte, daß er nicht bezahlen konnte, gab er sich al- wohlhabend aus, zog ein Scheckbuch hervor unb prahlte, daß er noch 500 RM. auf seinem Konto habe, fuhr dann heimlich ab und ließ sich nicht ptefjr sehen (Schaden 140 RM ). Der Tochter bes Wirtes entwendete er eine Armbanduhr und einem anderen eine Motorbrille und eine weiße Mütze. Bei einem Optiker erschwindelte er sich eine Griffe im Werte von 23 RM., indem er einen Scheck au.-- stellte, obwohl er wußte, daß keine Deckung M« Händen war. Während der Verhandlung würben verschiedene Anklagepunkte zur besonderen Ad. urteilung abgetrennt, da sie inzwischen weiter auf. geklärt werden müssen. Der Angeklagte war zu verschiedenen Anklagepunkten geständig; im übrigen bestritt er die Schuld.

Der Anklagevertreter beantragte eine Gesamtzucht. Hausstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten, fünf Jahre Verlust der Ehrenrechte und Sicherungsver- Währung. Der Verteidiger beantragte in einigen Fällen Freisprechung, im übrigen eine erheblich nicb- rigere Gefängnisstrafe.

Der Angeklagte wurde des Betruges in vier Fäl­len, der Unterschlagung in zwei Fällen sowie der Diebstahls schuldig erkannt und unter Freisprechung im übrigen zu einer Gesamtgefängnis- ft r a f e von einem Jahr und zwei Mo- naten verurteilt. Dem Angeklagten wurde auf die Dauer von fünf Jahren die Ausübung des Berufs als Reifender und Vertreter untersagt.

In der Urteilsbegründung wurde der Angeklagte darauf hingewiefen, daß er im Wiederholungsfälle mit Zuchthausstrafe und Sicherungsverwahrung zu rechnen habe.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

$p. in 3t. Bei der gegebenen Sachlage ist der Pächter nicht berechtigt, auch bei Fortzahlung des Pachtzinses den Geschäftsbetrieb einfach einzustellen. Er hostet Ihnen für jeden durch die unberechtigten Einstellungen des Geschäftsbetriebes erwachsenen und noch erwachsenden Schaden. Es dürste sich empfehlen, den Pächter unter Fristsetzung und An- drohung der Schadensersatzansprüche zur Wieder­eröffnung des Geschäftsbetriebes aufzufordern.

Sprechstunden Der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschloffen

Das scheidet aus. Ein normaler Mensch sägt den Ast nicht ab, auf dem er sitzt!" fährt er erregt fort. Verlaß dich außerdem auf meine Nase, Hellmers ist ein fanatischer Erfinder, aber kein Mensch, der für solche Dinge in Frage kommt."

Abwarten!" will Linkerton in seinem berufs­mäßigen Mißtrauen gerade sagen, da unterbricht ihn das Telephon. Aergerlich nimmt er den Hörer auf.

Wer ist da? Perkins? Sir John Perkins? Sind Sie wahnsinnig? Der Mann ist gestern be­graben worden! Ach so, sein Bruder. Moment... er kann kommen!"

Bedeutungsvoll sieht Linkerton seinen Kamera­den an.

Ein Mann namens William Perkins. Was hat der hier verloren?"

Pembroke zuckt die Achseln.Weiß ich's? Viel­leicht will er auch sagen, daß sein Bruder ermordet wurde!" spottet er.Vielleicht hat ihm die Rede des Pfarrers beim Begräbnis nicht gefallen. Scheint ein richtiger alter Schwätzer zu sein, der Bruder aus Schweden. Auf jeden Fall bin ich ge­spannt, was er hier will. Wahrscheinlich der nächt­liche Einbruch ohne Erfolg. Hast doch nichts da­gegen, wenn ich protokolliere?"

Meinetwegen."

Ein Druck auf den Knopf. In der Tür steht William Perkins, das müde, stets ein wenig me­lancholische Gesicht den beiden Herren zugewendet, aber tadellos in einem Gehrock von dezentem Dun­kelgrau gekleidet. Er geht auf den Stuhl zu, setzt sich, ohne dazu aufgefordert zu sein, zeigt in seinem ganzen Gebaren, daß er gewohnt ist, nur auf sich Rücksicht zu nehmen.

Linkerton grinst zwar ein wenig, aber er hat Sinn für Humor und läßt den alten Herrn ge­währen.

Eine Weile ist es ganz still im Zimmer. William Perkins putzt emsig seine Brille, die von der Wärme des Zimmers beschlagen ist. Und erst dann, als er mit diesem umständlichen langwieri­gen Verfahren zu Ende ist, sieht er den geduldig wartenden Beamten an.

Sie heißen doch Linkerton, nicht wahr?" Seit meiner Geburt. Das stimmt."

Hm. Ich habe gehört, daß Sie einige Fälle

sehr erfolgreich bearbeitet hätten. Die Polizei soll sehr tüchtig sein in England."

Wir freuen uns, wenn man das in Schweden von uns denkt. Und der Einbruch in der Villa des Herrn Perkins wird bereits untersucht. Aber Sie sind doch nicht gekommen, um uns das zu sagen?"

William Perkins wirst ihm einen Blick zu, der vieldeutig ist. Dann holt er aus seinem Rock die Brieftasche hervor, eine ungewöhnlich kostbare braune Tasche, und kramt eine schmale Besuchs­karte heraus.

Bitte!" ächzt er und wirft sie dem Inspektor auf den Schreibtisch. Der nimmt sie vorsichtig auf, betrachtet sie kopfschüttelnd und sieht dann seinen Besucher fragend an.

Drei schwarze Sterne? Ist das ein Vereins ab - zeichen?"

Die Rückseite!" stöhnt Perkins und fährt sich mit dem Taschentuch über die Stirn.

Doller Erstaunen lieft Linkerton da drei Worte, sonst nichts. Drei Worte, mit der Schreibmaschine getippt:

Im ... nächsten ... Monat!"

Ja, was soll denn das bedeuten?" fragt er kopf­schüttelnd.

Das soll heißen, daß ich der nächste bin. Im Laufe des nächsten Monats komme ich dran."

Wollen Sie damit etwa sagen, daß ..

Jawohl, das will ich sagen. Hier ist die gleiche Besuchskarte, die wir im Schreibtisch meines armen Bruders heute morgen fanden. Wenn Sie sich über­zeugen wollen ...I Drei schwarze Sterne auf der Vorderseite ... auf der Rückseite die Ankündigung:

Am nächsten Wochenende!"

Mein Bruder verunglückte sehr pünktlich. Ich habe nicht Lust, daß es mir genau so geht. Darum bin ich hier!"

Mit einem Ruck ist Linkerton aufgesprungen.

Wollen Sie etwa damit sagen, daß Ihr Herr Bruder ermordet wurde?"

Das will ich. Und wenn es Ihre Zeit erlaubt, würde ich Sie bitten, sich ein wenig darum zu kümmern. Ich bin zwar ein alter Mann, aber Sie werden zugeben, daß auch alte Leute sich nicht gern umbringen lassen. Ich ... ich habe nämlich Angst, Herr Inspektor."

11.

Hier stimmt etwas nicht!

Holgerson ist da. Wider Erwarten bereits zwä Tage nach seiner so eiligen Abreise.

Auf die erstaunte Frage seiner Frau gibt er an, daß feine Probenarbeit noch nicht in vollem Gange sei.

Außerdem, liebes Kind, möchte ich dich in diesen schwierigen Tagen nicht ohne meinen Rat lassen. fügt er mit gewinnender Herzlichkeit hinzu und leg! oen Arm um sie.Du verstehst von geschäftlichen Dingen nicht das geringste, und so wird es wohl nötig fein, daß dir jemand in allen diesen Fragen zur Seite steht. Wer aber kann das anders sein, dein Mann, nicht wahr?"

Divie ist sehr verwundert. Sie glaubt ihm dar nicht recht, was er da vorbringt. . .

Aber Asbjörn ist so bestrickend liebenswürdig oaB sie nicht zögert, ihm Vollmacht zu erteilen. ?.{ wie so oft, sie steht ihm hilflos gegenüber.l. das so zuwider, was nun noch alles kommen ®,r0- Testamentseröffnung, Erbschaftsregelung, 0«®on gelegenhetten. Das Werk, Vaters Werk, r bange gemacht. Sie fürchtet sich davor, j^01 in diesem Riesenbetrieb irgendeine Verantwortung 3U tragen. In dieser Zaghaftigkeit unterstützt Asbjörn Holgerson immer wieder. w

Du bist eine Frau, eine kleine zarte Frau, Di es nicht anders kennt, als daß man sie liebt un verwöhnt. Du bist empfindsam, kannst es nuy vertragen, daß jemand eine Fliege in deine Gegenwart tötet ... wie willst du dich Obligationen, Tantiemen, Bilanzen, Patenten un was es derlei noch alles gibt, zurechtfinden. 1 wärest jedem ausgeliefert, der dich zu bereden ve steht. Nein, Kind, für diese Dinge bin ich °|; Und verlaß dich auf mich, ich werde dir!^'

Sie atmet wirklich heimlich auf, als in feine Hände gelegt hat, und ist ihrem Man dankbar, freut sich seiner Teilnahme. Sie abnt ja nicht, daß noch in der gleichen Stunde ein $a abgeht, in dem einem gewissen Mr. Blumberg o Mitteilung gemacht wird, alles gehe program gemäß und nach Wunsch. -u

Holgerson sieht wieder blauen Himmel, izr = beste Laune, ist sogar zu seiner Schwägerin bestrickender Liebenswürdigkeit.

(Fortsetzung folgt)