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Nr. U8 Erstes vlav
189. Jahrgang
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Metzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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und sicherzustellen.
Nach Abschluß des Unterzeichnungspaktes empfing begleitet von dem Chef des Protokolls unter dem er Führer Außenminister Graf Ciano und Jubel der Bevölkerung in das Adlonhotel zuruck.
der Führer Außenminister G r a f C
Falls die schließenden
kommen mag, immer bereit, einem Freunde die Friedenshand entgegenzustrecken, aber eisern ent- chlossen, gemeinsam ihre Lebensrechte zu wahren
die italienischen Herren in Gegenwart des Reichs- Ministers des Auswärtigen von Ribbentrop und der Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile in seinem Arbeitszimmer. Später fuhr Graf Ciano,
Der feierliche Akt der Unterzeichnung. In Gegenwart des Führers.
Berlin. 22. Mai (DNB.) Am Monlagvor- mitlag um 11 Uhr fand in dem Votschaftersaal der Neuen Reichskanzlei in Anwesenheit des Führers die feierliche Unterzeichnung des deutsch-italienischen Bündnispaktes statt. Kurz vor 11 Uhr traf Graf Llano mit dem italienischen Botschafter in Berlin. Altolico, in Begleitung des Lhefs des Protokolls Gesandten von Dörnberg in der Reuen Reichskanzlei ein. Dort erwarteten sie der Lhef der Präsidialkanzlei des Führers. Staatsminister Dr. Meißner, und der Lhefadjutant des Führers, Obergruppenführer Brückner, und geleiteten sie in den Mosaiksaal, wo der italienische Gast von dem Reichminister oon Ribbentrop empfangen und in den großen Lmpfangssaal geleitet wurde. 3n der Marmorgalerie begrüßten die Oberbefehlshaber der Wehrmachlsteile. Generalfeldmarschall Göring. Großadmiral R a e d e r. Generaloberst von Brauchitsch. sowie Generaloberst Keitel den italienischen Gast. Nachdem der Führer im großen Lmpfangssaal eingetroffen war. unterzeichneten sodann die beiden Außenminister den deutsch-italienischen Freundschafts- und Bündnispakt. Dem Unterzeichnungsakt wohnten die Mitglieder der italienischen Delegation mit General Pariaui und die Angehörigen der italienischen Botschaft bei. Bon deutscher Seite waren außer den Oberbefehlshabern der Wehrmachtsteile u.a. anwesend Reichspressechef Dr.Dietrich. Staatssekretär vonweizsäcker. ff-Obergruppenführer Lorenz, die llnterslaatssekre- täre Woermann und Gaus. 3m Anschluß an die Unterzeichnung meldete Reichsaußeuminister von Ribbentrop dem Führer die vollzogene Unterzeichnung. Der Führer überreichte darauf dem italienischen Reichsaußenminisler Graf Liana die höchste Auszeichnung des Deutschen Reiches, das Grohkreuz des Ordens vom Deutschen Adler in Gold. Nachdem der Führer den großen Lmpfangssaal wieder verlassen hatte, verkün- beten die beiden Außenminister den Abschluß des Freundschafts- und Bündnispaktes über alle deutschen und italienischen Sender.
Außenminister Sraf Ciano
Artikel I.
Die vertragschließenden Teile werden st ä n d i g in Fühlung miteinander bleiben, um sich über alle gemeinsamen 3nteressen oder die europäische Gesamtlage berührenden Fragen zu verständigen.
Maßnahmen eintreten.
Wenn die Sicherheit oder andere Lebensinleressen eines der vertragschließenden Teile von außen her bedroht werden sollten, wird der andere vertragschließende Teil dem bedrohten Teile seine volle politische und diplomatische Unter st ühung zuteil werden lassen, um diese Bedrohung zu beseitigen.
Artikel III.
Wenn es entgegen den wünschen und Hoffnungen der vertragschließenden Teile dazu kommen sollte, daß einer von ihnen in kriegerische Verwicklungen mit einer anderen Macht oder mit anderen Mächten gerät, wird ihm der andere vertragschließende Teil sofort als Bundesgenosse zur Seite treten und ihn mit allen seinen militärischen Kräften zu Lande, zur See und in der Luft unterstützen.
Artikel IV.
Um im gegebenen Falle die schnelle Durchführung der in Artikel III übernommenen Bundnispflichten sicherzuftellen, werden die Regierungen der beiden vertragschließenden Teile ihre Zusammenarbeit auf militärischem Gebiet und auf dem Gebiete der Kriegswirtschaft weiter vertiefen.
Oie feierliche Unterzeichnung des deutsch-italienischen Bündnispakts
ZnKrieg undJrieden eineunlöslicheGememschast
Der Text des Freundschafts- und Aündnispakts.
Artikel II
gemeinsamen 3nteressen der vertrag- Teile durch internationale Ereignisse irgendwelcher Art gefährdet werden sollten, werden sie unverzüglich in Beratungen über die zur Wahrung dieser 3nleressen zu ergreifenden
Berlin, 22. Mai. (DNB.) Der am heutigen Tage in der Reichskanzlei unterzeichnete Pakt Deutschlands und Italiens hat folgenden Wortlaut.
Freundschafts- und Bündnispakt zwischen Deutschland und Italien.
Der Deutsche Reichskanzler und Seine Majestät der König von Italien und Alba- men, Kaiser oon Aethiopien halten den Zeitpunkt für gekommen, das enge Verhältnis der Freundschaft und Zusammengehörigkeit, das Zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem fafd)iftifd>en Italien besteht, durch einen feierlichen Vakt-iu bekräftigen.
Nachdem durch die gemeinsame für alle Zeiten feftgekgte Grenze zwischen Deutschland und Italien die sichere Brücke für gegensel tiae Hilfe und Unterstützung geschaffen worden ist, bekennen sich beide Regierungen aufs neue zu der Politik, die in ihren Grundlagen und vielen bereits früher oon ihnen vereinbart worden ßt und die sich sowohl für di- Forderung der Inter- essen der beiden Länder als auch für die Sicherung des Friedens in Europa erfolgreich bewahrt hat. Durch die innere Verwandtschaft ^hrer Weltanschau« una und durch die umfassende «olidantat ihrer Interessen fest miteinander verbunden, find das deutsch und das italienische Volk enfichlo en auch in Zukunft Seite an Seite und mit vereinten Kräften für die Sicherung ihres Lebensraumes und für die Aufrechterhaltung des Briedens einzutreten. Auf diesem ihnen von der Geschichte vorgezeichneten Wege "ollen Deutschland und Italien inmitten einer Welt der Unruhe und Zersetzung der Aufgabe dienen, die Grundlagen der ^Um^diese^G^undsätze vettraglich sestzulegen, haben ^utsL'RLL^L^ich^L^desAL
mungen geeinigt haben:
sagte in seiner Rundfunkansprache: Der Bündnis« und Freundschaftspakt bestimmt und bekrastigt in klar umrissenen politischen und militärischen Sßer- enetiefeVerbunden hei t des
Gei st e s u n d d e r W e r k e , welche zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem faschisti- scken Italien besteht. Die beiden, durch das Genie und den Willen des Führers und des Duce erneuerten und erstarkten großen Nationen haben sich a n hi«» s n i h e tzer Geschichte Europas ge - ff ^um die Grundlagen seiner tausendjährigen
Äraft Willen und Jntere s s e n z u s am - men Unsere beiden Nationen mit ihren 150 Mil- m e n. u i ., Bürgern und Soldaten, sind
Wunsch- b°,E den immer ihr höchst--
fam in die Zukunft zu marschieren.
Reichsaußenmmister von 'Ribbentrop
Anf-ng M°
der Duce den Entschluß, oer e 9 Abschluß
zwischen ihren beiden »-> kern durch eures umsasienden polmjch-n gn mai,
Wochen spater beretts begrüßt g 5
Volk mit der gieren > onebenSmit mir
des Duce den Araftn Ciano, oer^ Dieser
den Dündmspakt u n I M 1Entwicklung, historische Akt der Abschl national-
die aus der inneren ^eDO[uHon entftan«
soMistischen und fchch Jnteressengemem-
den, zu einer immer 9 Heiden Volker
schäft und lieferen Derbu Sia^n sind jetzt eine geführt hat. DerUschla^ ird I Seine Macht der unlösbare ®emeini ® i kann hieran
Erde, keine Anfeindung un ^ Kriegstreiber die etwas ändern. Wenn demokr t scy daktsysteme zu kompliziertesten und Zwe^eu A ^ Italien em« erfinden versuchen, um DeuftA? ^ie e n t s ch l o s« zukreisen, so ist dieses Bun „ werden die
sene Antwort darauf. An -Zurunsi be^en Nationen zusammenstehen, komme, w
3n gleicher Weise werden sich die beiden Regierungen auch über andere zur praktischen Durchführung der Bestimmungen dieses Paktes notwendige Maßnahmen fortlaufend verständigen.
Die beiden Regierungen werden zu den vorstehend in Abs. 1 und 2 angegebenen Zwecken ständige Kommissionen bilden, die der Leitung der beiden Außenminister unterstellt sind.
Artikel V.
Die vertragschließenden Teile verpflichten sich schon jetzt, im Falle eines gemeinsam geführten Krieges Waffenstillstand und Frieden nur in vollem Einverständnis miteinander abzuschließen.
Artikel VI.
Die beiden vertragschließenden Teile sind sich der Bedeutung bewußt, die ihren gemeinsamen Beziehungen zu den ihnen befreundeten Mächten zukommt. Sie sind entschlossen, diese Beziehungen auch in Zukunft aufrechtzu - erhalten und gemeinsam entsprechend den übereinstimmenden 3nteressen zu gestalten, durch die sie mit diesen Machten verbunden sind.
Artikel VII.
Dieser Pakt tritt s o f o r t mit der Unterzeichnung in Kraft. Die beiden vertragschließenden Teile sind darüber einig, die erste Periode seiner Gültigkeit auf 10 3ahre festzusehen. Sie werden sich rechtzeitig vor Ablauf dieser Frist über die Verlängerung der Gültigkeit des Paktes verständigen.
3n urkund dessen haben die Bevollmächtigten diesen Pakt unterzeichnet und mit ihren Siegeln versehen. Ausgefertigt in doppelter Urschrift, in deutscher und italienischer Sprache, die beide gleiche Geltung haben.
Berlin, den 22. Mai 1939.
3m 17fen 3ahre der faschistischen Aera.
gez. 3oachim von Ribbentrop.
gez. Galeazzo Liano.
Unser Bild zeigt in der Mitte den Führer. Links am Tisch Außenminister Gras Ciano und rechts Reichsaußenminister von Ribbentrop. Hinter dem Führer sah man General« feldmarschall Göring (auf unserem Bild falb verdeckt), Großadmiral Raeder Generaloberst von Brauchitsch, Generaloberst Keitel, ganz links den italienischen Generalstabschef General Pariani. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Oer kategorische Pakt.
Bei allem Ernst der Situation kann der Chronist es nur mit einem heiteren Lächeln bezeichnen, wie das äußere Bild um die Unterzeichnung des deutsch- italienischen Militärpaktes herum aussieht: inmitten einer nun schon einen vollen Monat dauernden intensiven Einkreisun-gsbündelei fahren die führenden Einkreisungsfachleute nach Genf, um ihrem bisher so kläglichen Unternehmen auf dem verrufenen Völkerbundsboden so etwas wie eine Bedeutung zu geben — aber niemand kümmert sich um dieses Schauspiel, das ebenso gut in London oder in Paris hätte stattfinden können, niemand hatte an diesem 22. Mai für etwas anderes Interesse als für den Wortlaut des Paktes von Mailand und für die Erklärung, die die Außenminister Deutschlands und Italiens abgeben würden.
Nun haben sie den Text, die anöeren da draußen in der Welt, sie haben auch die beiden Minister- erklärunaen. Mit aller Wahrscheinlichkeit dürfte sich unmittelbar nach ihrem Bekanntwerden jene verwirrte Bestürzung in den Einkreisungszentralen wiederholen, wie sie sich schon nach Bekanntwerden der Reichstagseinberufung, ferner nach der Rede des Führers und zum dritten Mal nach Bekanntwerden des Abschlusses des Mailänder Paktes so stark bemerkbar machte. Wieder wird man wahrscheinlich in London, in Paris, in Washington, in Moskau em paar Dutzend verschiedener Ansichten durcheinander schreien und sich gegenseitig wieder einzureden ver- uchen, man habe das ja alles längst gewußt.
Die primittve Technik der Selbsttäuschung und Selbstbeschwichtigung wird die Teilhaber der Ein- kreisungs-G. m. b. H. freilich nicht darüber Hinwegtäuschen können, daß in diesem Pakt und in den beiden Ministererklärungen Fraktur geredet wird — in aller Ruhe, in all der gelassenen Ueberlegenhett, wie sie eben nur den autoritären Ordnungsstaaten eigen ist, aber mit einer völlig unmißverständlichen Deutlichkeit. .
Der Pakt sieht sozusagen drei Wirksam- keitsstufen vor. Er unterscheidet als Aus- ganasbasis eine Gefährdung gemeinsamer Interessen, eine Bedrohung der Sicherheit und drittens den Fall der kriegerischen Verwicklung. Entsprechend diesen drei Ausgangsbasen sind vorgesehen im ersten Fall sofortige Beratung, im zweiten Fall gegenseitige politische und diplomatische Unterstützung in vollem Umfang, im dritten Fall den soforttgen Einsatz der gesamten Wehrmacht an der Seite des Bundesgenossen. Aus alledem geht bereits ein entscheidendes Merkmal dieses Paktes zum Unterschied von westlerisch- demokratischen Pakten hervor: so, wie die deutsche und die italienische Wehrmacht in ihren Hebungen vom kleinsten bis zum größten Verband auf äußerste Schnelligkeit zu der Herbeiführung der Entscheidung geschult sind, so sieht der deutsch-italienische Mllitärpakt für jeden mir erdenklichen Fall den sofortigen Einsatz der Paktmaschinerie in der einen ober anderen Form vor. Die Schnelligkeit der Wirksamkeit des Paktes und seine Anpassungsfähigkeit an jede Situation ist zugleich eine Gewähr dafür, daß alle Komplikationen, die einmal in den Bereich des Paktes fallen könnten, mit jener Beschleunigung auf die eine oder andere


