Ausgabe 
23.1.1939
 
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Naschaschibi-Familie verknüpften Vertei- digungspartei als gleichberechtigte Ge­sprächspartner anzuerkennen. Es wird ge­sagt, es sei unmöglich, die Macht in Palästina an den Groß-Mufti abzutreten. Der Artikel ist an­dererseits des Lobes voll für die unabhängigen arabischen Staaten, die nicht nur bedeu­tende Persönlichkeiten nach London schickten, son­dern auch alles in ihrer Macht stehende zum Er­folg der Konferenz beitragen wollten.

Die britische Regierung hat in Kairo zum Aus­druck gebracht, daß London die jetzige Zusammen­setzung der palästina-arabischen Delegation für Lon­don nicht als die Vertretung ganz Palästinas ansehen könne. Auf Grund dieser Feststellung flogen am Sonntag Nuri Pascha, Fuad Harnsa und Djemal Hussein zum Mufti nach Beirut, um ihn für die Hereinnahme auch mehrerer Mitglieder der Naschaschibi-Partei in die London-Abordnung zu gewinnen. Für diese Erweiterung waren außer England und sämtlichen arabischen Nachbarstaaten auch der Führer der Jstiklal-Partei und London- Delegierte Auni Bey Abdulhadi von vornherein eingetreten.

Der Prinz von Yemen ist am Sonntag zu seinem Vater Imam Jehia nach Sanaa geflogen und wird für das Wochenende zum Weiterflug nach London in Kairo zurückerwartet. Sein überraschender Flug nach Sanaa wird hauptsächlich mit der von König Faruk von Aegypten aufgegriffenen Kalifats­frage in Zusammenhang gebracht. König Faruk,

Oie Beunruhigung in England hält an.

Verschärfte Bewachung des Königspaares und des Ministerpräsidenten aus Furcht vor irischen Terroristen.

Reichsbank und Wirtschaft.

Don unserer ÄeNiner Schrifileitung.

Wenn im nationalsozialistischen Staate in hohen Aemlern eine Umstellung erfolgt, so liegen keine taktischen oder parteipolitischen Gründe vor, sondern sachliche Erwägungen. Diese Erkenntnis ist uns in Fleisch und Blut übergegangen und deshalb ist auch die Uebernahme des Amtes des Reichsbankprasiden- ten durch den Reichswirtschaftsminister Funk als das verstanden worden, was sie sein soll: als ein neuer Schritt zur Konzentration der ökonomi­schen Kräfte. Man muß sich vor Augen halten, daß Finanz-, Geld- und Wirtschaftspolitik eine Einheit darstellen, wenigstens im totalen Staate. Aus diesem Grunde war Dr. Schacht bis vor einem Jahre zugleich Reichsbankpräsident und Reichswirt­schaftsminister. Aus dem gleichen Anlaß vereinigt von nun an Walther Funk beide Aemter in seiner Hand.

Der Führer hat in seinem Handschreiben an Dr. Schacht seiner großen Verdienste anerkennend ge­dacht. Sie liegen vor allem in der Zeit, als Dr. Schacht im Kampf gegen das Versailler System und gegen die Tributpolitik stand. Klarer als anbe.re Wirtschaftler erkannte er, daß nur der National­sozialismus eine entscheidende Wendung herbeifüh­ren könne. Der Führer berief ihn nach der Macht­ergreifung wieder an die Spitze der Reichsbank, an der Schacht schon von 1923 bis 1930 gestanden hatte. Er hat sich in diesen sechs Jahren als ein treuer Hüter der Währung gezeigt und sein internationales Ansehen oftmals in die Waagschale geworfen, wenn es galt, die neue Wirtschaftspolitik zu verteidigen.

Walter Funk ist aus der Wirtschaftspresse hervor­gegangen; er war schon vor der Machtergreifung wirtschaftspolitischer Berater im Stabe des Führers. 1933 übernahm er das wichtige Amt des Pressechefs der Reichsregierung, um 1938 den Rus als Reichs- wirtfchaftsminister zu erhalten. Funk hat sich zu allen Zeiten als ein Mann erwiesen, der Theorie wie Praxis der Wirtschafts- und Währungspolitik beherrscht. Er hat in engem Einvernehmen mit dem Generalfeldmarschall Göring die Aufaaben des Dier- jahresplanes vertreten und der deutschen Wirtschaft «n Südosteuropa neuen Raum gewonnen. Getragen vom Vertrauen des Führers wird Walther Funk auch feinen neuen großen Aufgaben mit wirtschaft­licher Erfahrung und nationalsozialistischer Tatkraft durchführen.

Es ist selbstverständlich, daß das Reich auf eine Persönlichkeit van der Bedeutung Schachts nicht verzichten kann. Der Führer hat in seinem Schreiben heroorgehoben, daß Schacht dem Kabinett als Reichs­minister weiterhin angehört und zur Lösung neuer Aufgaben eingesetzt werden soll.

Veränderungen

im Reichsbankdirektorium.

Berlin, 21. Jan. (DNB.) Der Führer hat die Mitglieder des Reichsbankdirektoriums Vizeprä­sident D r e y s e und Reichsbankdirektor Hülse von ihren Aerntern entbunden. Gleich- zeitia hat der Führer den Staatssekretär im Reichs- wirtschastsministerium Rudolf Brinkmann zum Mitglied des Reichsbankdirektoriums unter Belas­sung in seinem Amt als Staatssekretär berufen. Reichswirtschaftsminister und Reichsbantpräsident Funk hat Staatssekretär Brinkmann zum Vizepräsidenten des Reichsbankdirektoriums ernannt.

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Brinkmann wurde 1893 in Green in Braun­schweig geboren. Er war Student der Rechtswissen­schaften und Nationalökonomie, als der Krieg aus« orauch, den er bann als Feldartillerist bis zu einer schweren Verwundung 1916 mitmachte. 1919 trat er in Göttingen in die Reichsbank ein, wurde 1923 in die Leitung des Reoisionsbüros der Reichsbank nach Berlin berufen, später war er Vorstandsmitglied der Hamburger Reichsbankfiliale und Direktor der Reichsbanknebenstelle Aschaffenburg. Im Frühjahr 1933 trat er in das Direktorium der Deutschen Gold- diskontbank ein, 1934 wurde er Generalreferent im Reichswirtschaftsministerium, 1937 Mitglied des Di­rektoriums der Reichsbank. Bei der Ernennung Funks zum Reichswirtfchaftsminister trat Brink­mann als Staatssekretär wieder zum Reichswirt- r"^nftsminifterium über.

Mussolini

belohnt bäuerlichen Fleiß.

Rom, 22. Jan. (DNB.) Die Prämienverteilung, die Mussolini alljährlich für die besten Leistungen auf landwirtschaftlichem Gebiet, insbesondere für die Verbesserung der Bodenbewirtschastung, Steigerung des Ernteertrages und Hebung der Viehzucht vor­nimmt, gestaltete sich zu einer imposanten Aut­arkie-Kundgebung des faschistischen Italiens. Aus allen Teilen des Landes einschließlich der un­längst Italien eingegelieberten vier tripolitanischen Provinzen waren 150 Preisträger mit ihren Abordnungen in Rom zusammengekommen, um in dem Teatro Argentina aus den Händen des Duce die bis zu 10 000 Lire betragenden Prämien zu er­halten.

Mit beißendem Spott ironifterte der Duce die unheilbare, aber bewundernswerte Ignoranz" des Antifaschismus gegenüber den italienischen Dingen. Wollte er die kindischen Prahlereien und Beschimp­fungen des Antifaschismus gegen Italien und gegen sich selbst aufzählen, so würde in Italien ein so hef­tiges und anhaltendes Gelächter erschallen, daß trotz der Alpen in einigen Hauptstädten Europas viele Fenster in Trümmer gingen". Gerade jetzt sei ihm ein neues Beispiel jenes blühenden Unsinns, wie er von den Antifaschisten geboten werde, zu­geflogen. Der Vatikan solle, wie ein franzö­sischer Prälat erklärt habe, Frankreich den Rat gegeben haben, hart zu bleiben. Wie aber, wenn morgen", fügte Mussolini unter stürmischem Beifall hinzu,in Italien einer auf« stehen würde, wie das sicher der Fall wäre, um den Italienern zu sagen, daß sie noch viel härter sein müssen! Der Faschismus wird", schloß der Duce,seine Agrarpolitik unbeugsam fort- setzen, um einen starken Bauernstand zu erhalten, der bereit ist, auf der Scholle zu bleiben und in Italien und Afrika den Boden zu bearbeiten und zu verteidigen, der geschichtlich, moralisch und phy- sisch bereits unter den Begriff Vaterland fällt."

abs. London, 22. Januar.

Die Berichterstattung der Sensationspresse vom Sonntag hat dazu beigetragen, die Unruhe in der englischen Bevölkerung wieder stärker werden zu lassen. Anlaß hierzu sind Enthüllungen über das Ausmaß der polizeilichen Aktionen zum Schutze führender Männer des öffentlichen Lebens. Ministerpräsident C h a m b e r I a i n , der sich zur Zeit in Chequers aufhält und erst am Montagabend wieder in London zurückerwartet wird, wird Tag und Nacht von neun bewaff­neten Kriminalbeamten bewacht. Dazu kommen noch die Polizeiwachen, die ständig in Che­quers untergebracht sind. In der Nacht zum Sonn­tag waren sämtliche Straßen der Umgebung von Chequers vollständig abgesperrt. Kraftfahrer durften nur passieren, wenn sie sich ausweifen konn­ten. Weiter sind die persönlichen Wachen zahlreicher Kabinettsmitglieder verstärkt worden. Man befürch­tet offensichtlich in erster Linie Anschläge auf den Innenminister Sir Samuel Hoare und den Ko­lonialminister Macdonald, da diese beiden Mi­nister für irische Fragen zuständig sind. Beträcht- liches Aufsehen hat auch die Mitteilung erregt, daß in Schloß Windsor vier Spezialpolizisten ein­getroffen sind. Das Königspaar hält sich zur Zeit in Windsor auf. Bei seinen Jagdausflügen wird König Georg ständig von Kriminalbeamten begleitet.

Die Aufdeckung eines Sprengstofflagers in Manchester hat am Sonntag zur Verhaf­tung von zwei irischen Frauen geführt. Es handelt sich um die Mieterinnen des leeren Ge­schäftshauses, in dem der Sprengstoff und die Hvl-

Saragossa, 23. Jan. (DNB.) Am Sonntag­nachmittag gelang es dem Marokko-Korps unter General Pague San Pedro Ribas sowie das wichtige Industriezentrum Vallcarca fünf Kilometer östlich von Sitges zu erobern. Der Vor­marsch in Richtung Castell de Fels dauert an. Die weiter nördlich vorgehenden Navarra- Brigaden besetzten den Ort San Ja im an der Bahnlinie Jgualada Barcelona und über­schritten den Noyafluß, wo der Feind starke Befestigungen errichtet hatte. Die Ortschaft Dallbona an der Straße JgualadaMartorell wurde im Sturm genommen. Die auf Manresa vorstoßende Maestrazgo-Armee konnte weitere neun Kilometer Gelände gewinnen. In Nordabschnitt be­setzte die Urgel-Armee S a n a h u j a an der Straße van Pons nach Jgualada. Auch hier dauert der Vormarsch an. Unter den gestern eroberten Stel­lungen befindet sich auch die Höhe C h a p a 1, von wo aus das aus der Gralssage bekannte Mon­serrat-Gebirge vor Barcelona deutlich sichtbar ist. Die aus dem napoleonischen Kriege her be­kannten Orte Bruch Alto und Bruch B ajo, wo damals das französische Heer eine entscheidende Niederlage erlitten hatte, befinden sich bereits im Feuerbereich der nationalen Artillerie.

Die Gesamtzahl der bisher an der Katalonien- Front Gefangenen beträgt 39 500, wobei die Ge­fangenen der letzten drei Tage nicht eingerechnet sind. In den letzten drei Tagen der neuen Offen­sive wurden an der Katalonien-Front vier be­deutende Kreisstädte erobert, nämlich Jgualada, Vittasranca de Panades, Dillanueva y Geltru und Vendrell sowie etwa 100 Ortschaften. Die Tie^e des Vormarsches betrug stellenweise bis zu 35 Kilometer. Die Gebirgskette, der natürliche Schutz der Provinz Barcelona, wo die rote Heeres­leitung angeblich ihren Widerstand hatte konzen­trieren wollen, ist überwunden. Die roten Wider­standsnester wurden in wenigen Stunden umgan­gen, eingetreift und genommen, wodurch sich auch die große Zahl der Gefangenen und die reiche Beute erklärt. Der Badeort Sitges, ein Städt­chen von 5000 Einwohnern, besitzt insofern eine besondere Bedeutung, als hier die Zementfabriken für katalanische Befestigungsindustrie liegen.

Wie bekannt geworden ist, beabsichtigen die Sowjets in ihrer Verzweiflung, am Llobregat eine Verteidigung einzurichten, wie am Manzanares bei Madrid. Die Roten haben vor, den Krieg in einen Straßenkrieg zu verwan­deln und die Riesenstadt Barcelona lieber einzu­äschern, als sie den Nationaltruppen zu übergeben. Die Sowiethäuptlinge würden dadurch ein weite­res furchtbares Verbrechen auf ihr Schuldkonto laden, wenn sie die Großstadt zum Kriegsschau­platz verwandeln würden.

lenmaschinen aufgefunden worden waren. Die Ver­hafteten sollen am Montag einem Untersuchungs­gericht vorgeführt werden. Es ist das erstemal, daß Frauen im Zusammenhang mit den Sprengstoff­attentaten in England verhaftet worden sind.

Der Ministerpräsident von Nordirland (Ulster), Lord Craigavon, der zur Zeit in Ceylon weilt, hat englischen Pressevertretern erklärt,alle Bomben der Welt können Ulster nicht mit Süd­irland vereinigen. Ulster ist eher bereit z u kämpfen, als nachzugeben. Ein Kompromiß gibt es nicht! Die letzte Terrorkampagne stärkt nur un­sere Entschlossenheit, uns nicht mit Südirland zu vereinigen". Im Zusammenhang mit diesen' Erklä­rungen Lord Craigavons willSunday Expreß" erfahren haben, dieJrifcheRepublikanische Armee habe in den ersten Tagen der vergange­nen Woche an den Ministerpräsidenten Cham­berlain einUltimatum" gerichtet. Sie habe Chamberlain aufgefordert, die sofortige Z u « rückz iehung aller englischen Truppen aus Nord- und Südirland zu veranlassen. Das Ulti­matum soll unterzeichnet gewesen sein von dem Sekretär der Regierung der Republik". Der Innen­minister Nordirlands Sir Dawson B a t e s traf in London ein, um mit der englischen Regierung die Attentate zu besprechen. Bates brachte eine schwarze ßifte mit, die man bei Terroristen in Belfast gefunden hat. Danach wollten die Terro­risten eine Reihe führender Persönlichkeiten ermor­den. Daß die Behörden in Nordirland die Lage wei­ter für ernst halten, geht daraus hervor, daß die Polizei um weitere 1000 Mann verstärkt wurde.

Die roten Machthaber flüchten aus darcelona.

L o n d o n, 23. Jan. (DNB. Funkspruch.) Langsam bereiten die Londoner Blätter ihre Leser darauf vor, daß Barcelona sich in einer verzweifelten Lage be­findet, und daß die Aussichten der Spanienbolsche­wisten immer dürftiger werden. Selbst die Links­blätter bringen heute Meldungen, in denen die hoff­nungslose Lage der Rotspanier zugegeben wird. Daily Herold" berichtet, daß die rotspani­schen Machthaber bereits gestern Bar­celona verlassen haben und sich in Serona, 70 Meilen nördlich von Barcelona niederlassen. News Chronicle" schreibt, in London sei man der Ueberzeugung, daß bei den großen Leiden der kata­lanischen Bevölkerung die Einigkeit innerhalb der rotspanischen Leitung schwer bedroht sei. Zwischen den gemäßigten und den extremistischen Elementen entwickele sich eine Spannung, die schlimmste Auswirkungen haben könne.

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Auch diePariserPresse rechnet mit dem Fall von Barcelona schon für die allernächsten Tage. So schreibt dieEpoque", derPräsident der sowjet- spanischen Regierung" habe Barcelona mit unbekanntem Ziel verlassen. Die roten Machthaber van Barcelona haben am Sonntag einen Erlaß veröffentlicht, wonach Handel und In« d u st r i e der Stadt vom heutigen Montag ab v o l l. kommen stillgelegt werden, damit alle wehr- pslichttgen Männer und Frauen bis zum 55. Lebens­jahr sich zur Verfügung der Militär­behörden für die Durchführung der Befesti­gungsarbeiten halten können. Sämtliche Ge­schäfte der Stadt bleiben in Zukunft geschlossen.

Nach Gerüchte aus Perpignan erwartet man n a - tionalspanische Truppenlandungen an der katalanischen Küste, in der Nähe von Barce­lona. Bestimmte Küstenorte sollen bereits von sowjet- spanischer Seite geräumt und Verteidigungsarbeiten in Angriff genommen worden fein. Die französischen Behörden haben erneut mehrere hundert Mann Mo­bilgarde zur Verstärkung des Grenz­schutzes nach den Grenzorten Prades und Ceret gelegt. Außerdem sind für Jnfanterietruppen der 16. Militärregion in der Nähe der Grenze Kaser­nen bereitgestellt worden. Die Truppen sol­len, sobald es die Ereignisse notwendig machen wür­den. dort ihre Quartiere beziehen. Don den fran­zösischen Grenzbehörden wird der Uebertritt artigerer Abteilungen von sowjetspanischen Milizen auf französisches Gebiet in der nächsten Zett erwartet.

Wendung in derpaläftinafrage?

London, 23. Jan. (Europapreß.) Andeutungen, wonach England die Palästinafrage durch Schaf­fung je eines arabischen und eines jüdischen Staates lösen wolle, enthält ein Leitartikel derTimes" vom Montagmorgen. Das Matt hebt hervor, daß man in England den kürzlich aufgegebenen Dreiteilungsplan nur mit Wehmut habe fallen lassen. DieTimes" sieht als Ausweg aus dem gegenwärtigen Engpaß, in den die Palästinafrage geraten fei, folgende Mög­lichkeit:Die Teilung Palästinas in zwei auto­nome Provinzen, und zwar in eine jüdische und eine arabische, von denen jede ihre örtliche Regierung haben soll, neben dem Recht, in ihrem eigenen Staat die Einwanderung nach Belieben zu beschränken oder zu fördern." Das Ganze soll zeitweilig unter englischem Mandat stehen, bis eine umfassendere Regelung getroffen werden könne. Dies wird als ein fyrisch-palci- stinenfifcher Bundes st aat dargestellt, worin der jüdische Teil Palästinas und der christliche Teil Libanons als autonome Mitglieder erscheinen wür­den. Für ein solches Staatsgefüge hält das Blatt eine englisch-französische Gebietsgarantie für mög­lich.

Der Artikel geht auf die Schwierigkeiten ein, die der Palästina-Konferenz durch die Weigerung des Arabertums Palästinas erwachsen sind, Delegierte der mit der englandfreundlichen

Konzentrischer Vormarsch auf Barcelona

der jeden Freitag in einer anderen Moschee sein Gebet zu verrichten pflegt, betete diesmal in der K u s s u n - Moschee. König Faruk sprach diesmal selbst die Gebete vor, während dies sonst dem Geistlichen Vorbehalten bleibt. Man will aus dieser Neuerung und aus der Anwesenheit des Kronprin­zen von Saudi-Arabien und des Kronprinzen des fernen bei dem Gottesdienst auf ein bevorstehendes Kalifat des Königs schließen. Die Kalifatsfrage ist jedoch ein heikles Kapitel, da auch die Kandida­turen mehrerer arabischer Fürsten und bedeutender Persönlichkeiten im Hintergründe warten, weshalb die Aufrollung dieser Frage durch den ägyptischen König gerade in diesem Augenblick besonders sensa­tionell ist. Diese Tatsache beweist, daß England auf der Palästina-Konfsrenz nicht nur die Palästina­frage sondern auch generell alle, die ganze arabische Welt angehenden Probleme erörtern will.

Kampf gegen den Geburtenrückgang in England

London, 22.Jan. (Europapreß.) Die englische Regierung plant angesichts des beängstigenden Ge­burtenrückganges eine Reihe von Maßnahmen zur Hebung der Zahl der Eheschließungen und der Ge­burtenziffer. Es sind folgende Maßnahmen vorge­sehen:

1. F a rn i 1 i e n b e i h i 1 f e n. Bedürftige Fami­lien sollen fünf Schilling je Woche für das erste Kind und drei Schilling für jedes weitere Kind er­halten.

2. Kinderreiche Familien sollen Steuererleich- terungen genießen.

3. Für die Kinder von Arbeitslosen sollen höhere Zuschüsse gewährt werden.

In großer Aufmachung kündigt derSunday Expreß" an, daß ein Werbefeldzug unter dem SchlagwortMehr Familien und mehr Kinder!" von verschiedenen bevölkerungspolitisch interessierten Organisationen geplant sei. Die Regierung soll zu Maßnahmen zur Hebung der Volksgesund­heit veranlaßt worden sein, nachdem Sachverstän­dige ihre schweren Bedenken über den augenblick­lichen Zustand der Volksgesundheit und den Gebur­tenrückgang geäußert hätten. Wenn der augenblick­liche Geburtenrückgang weiter anhatten sollte, würde die Zahl der Engländer Ende dieses Jahrhunderts auf die Hälfte des heutigen Standes gesunken sein. Damit würden nicht nur England, sondern auch den überseeischen Besitzungen schwere Gefahren erwachsen.

Zwei Volksabstimmungen in der Schweiz.

Genf, 23. Jan. (DNB.) In der Schweiz wurde am Sonntag bei schwacher Beteiligung über zwei verfassungsrechtliche Vorlagen abgestimmt. Mit gro­ßer Mehrheit wurde in allen Kantonen ein aus der B und e s versa mmlung hervorgegangener Vorschlag angenommen, wonach die sog. dringlichen Bundesbeschlüsse künftig nicht mit einfacher, sondern mit qualifiziert e-r Mehrheit an­genommen werden müssen. Die Art von Notver­ordnungsrecht des Parlaments, die sich in den letzten Jahren herausgebildet hatte, soll auf diese Weise eingeschränkt 'werden. Wenn künf­tig ein Bundesbeschluß als dringlich bezeichnet und dadurch dem sonst üblichen Volksabstimmungsver­fahren entzogen werden soll, so ist dazu die Mehr­heit der gesetzlichen Mitgliederzahl (und nicht wie bisher nur die Mehrheit der gerade anwesenden Parlamentarier) erforderlich.

A b g e l e h n t wurde dagegen mit großer Mehr­heit ein Volksbegehren auf Einführung der Ver - fassungsgerichtsbarkeit im Bund. Danach sollte das Bundesgericht mit der Nachprüfung der materiellen Verfassungsmäßigkeit von Bundesgesetzen beauftragt werden. Diese Verfassungsgerichtsbarkeit besteht gegenüber der kantonalen Gesetzgebung. Ihre Ausdehnung auf ben Bund hätte jedoch nach Meinung namhafter Juristen den Gedanken des Rechtsstaates über­spannt und im Endergebnis zu einer unerwünsch­ten Politisierung des Bundesgerichts geführt.

Eröffnung

der ersten flämischen Akademien.

Brüssel, 21.3an. (DNB.) In dem Akade. rnie-Palast von Brüssel wurden die neuen flämischen Akademien die Akademie für Wissen« schäft, Literatur und Schöne Künste und die Aka­demie für Heilkunde eröffnet. König Leo­pold wohnte der Feier bei. Der Eröffnung der ersten selbständigen flämischen Akademien wird in ganz Flandern eine große kulturelle und politische Bedeutung für die Entwicklung des Flamentums be'- gemeffen. Auf der Feier wäre es beinahe zu Kund­gebungen gekommen. Wallonische Front­kämpfer wollten gegen die Ernennung des flämi­schen Aktivisten Professor Dr. Martens, der im Weltkriege demRat von Flandern" angehört hatte und zum Tode verurteilt, später aber begnadigt worden war, zum Mitglied der Akademie für Heil­kunde protestieren. In letzter Stunde gelang es jedoch dem Ministerpräsidenten Spaak, die Kundgebung zu verhindern. Vorsichtshalber waren die Bezirke in der Nähe des königlichen Palastes und des Parlaments durch Polizei abgeriegelt wor­den.

Aus aller Wett.

Gemäldediebstahl in Marburg.

LPD. Marburg, 21. Jan. Im Museum der Universität Marburg stellte man den Diebstahl eines Oelgemäldes fest, der in der Zeit zwischen dem 24. November v. I. bis 16. Ja­nuar erfolgt fein muß. Es handelt sich um ein 50 X 60 cm großes Oelgemälde mit Goldrahmen, eine Schw ä Im e r Bäuerin mit Kind dar­stellend. In der unteren rechten Ecke des Bildes, das einen Wert von 500 Mark hat, befindet sich der Name des Malers: Walter Wändig 1937.

Vom Lastzug lolgequeffchl.

LPD. Gelnhausen, 21. Jan. In der Gegend desFelsenkellers" bei Gelnhausen ereignete sich ein tödlicher Verkehrsunfall. Der Bei­fahrer eines in Richtung Fulda fahrenden Lastzuges verließ während der sehr langsamen Fahrt des

kräftigt das Jatjnfleifdj!

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