Naschaschibi-Familie verknüpften Vertei- digungspartei als gleichberechtigte Gesprächspartner anzuerkennen. Es wird gesagt, es sei unmöglich, die Macht in Palästina an den Groß-Mufti abzutreten. Der Artikel ist andererseits des Lobes voll für die unabhängigen arabischen Staaten, die nicht nur bedeutende Persönlichkeiten nach London schickten, sondern auch alles in ihrer Macht stehende zum Erfolg der Konferenz beitragen wollten.
Die britische Regierung hat in Kairo zum Ausdruck gebracht, daß London die jetzige Zusammensetzung der palästina-arabischen Delegation für London nicht als die Vertretung ganz Palästinas ansehen könne. Auf Grund dieser Feststellung flogen am Sonntag Nuri Pascha, Fuad Harnsa und Djemal Hussein zum Mufti nach Beirut, um ihn für die Hereinnahme auch mehrerer Mitglieder der Naschaschibi-Partei in die London-Abordnung zu gewinnen. Für diese Erweiterung waren außer England und sämtlichen arabischen Nachbarstaaten auch der Führer der Jstiklal-Partei und London- Delegierte Auni Bey Abdulhadi von vornherein eingetreten.
Der Prinz von Yemen ist am Sonntag zu seinem Vater Imam Jehia nach Sanaa geflogen und wird für das Wochenende zum Weiterflug nach London in Kairo zurückerwartet. Sein überraschender Flug nach Sanaa wird hauptsächlich mit der von König Faruk von Aegypten aufgegriffenen Kalifatsfrage in Zusammenhang gebracht. König Faruk,
Oie Beunruhigung in England hält an.
Verschärfte Bewachung des Königspaares und des Ministerpräsidenten aus Furcht vor irischen Terroristen.
Reichsbank und Wirtschaft.
Don unserer ÄeNiner Schrifileitung.
Wenn im nationalsozialistischen Staate in hohen Aemlern eine Umstellung erfolgt, so liegen keine taktischen oder parteipolitischen Gründe vor, sondern sachliche Erwägungen. Diese Erkenntnis ist uns in Fleisch und Blut übergegangen und deshalb ist auch die Uebernahme des Amtes des Reichsbankprasiden- ten durch den Reichswirtschaftsminister Funk als das verstanden worden, was sie sein soll: als ein neuer Schritt zur Konzentration der ökonomischen Kräfte. Man muß sich vor Augen halten, daß Finanz-, Geld- und Wirtschaftspolitik eine Einheit darstellen, wenigstens im totalen Staate. Aus diesem Grunde war Dr. Schacht bis vor einem Jahre zugleich Reichsbankpräsident und Reichswirtschaftsminister. Aus dem gleichen Anlaß vereinigt von nun an Walther Funk beide Aemter in seiner Hand.
Der Führer hat in seinem Handschreiben an Dr. Schacht seiner großen Verdienste anerkennend gedacht. Sie liegen vor allem in der Zeit, als Dr. Schacht im Kampf gegen das Versailler System und gegen die Tributpolitik stand. Klarer als anbe.re Wirtschaftler erkannte er, daß nur der Nationalsozialismus eine entscheidende Wendung herbeiführen könne. Der Führer berief ihn nach der Machtergreifung wieder an die Spitze der Reichsbank, an der Schacht schon von 1923 bis 1930 gestanden hatte. Er hat sich in diesen sechs Jahren als ein treuer Hüter der Währung gezeigt und sein internationales Ansehen oftmals in die Waagschale geworfen, wenn es galt, die neue Wirtschaftspolitik zu verteidigen.
Walter Funk ist aus der Wirtschaftspresse hervorgegangen; er war schon vor der Machtergreifung wirtschaftspolitischer Berater im Stabe des Führers. 1933 übernahm er das wichtige Amt des Pressechefs der Reichsregierung, um 1938 den Rus als Reichs- wirtfchaftsminister zu erhalten. Funk hat sich zu allen Zeiten als ein Mann erwiesen, der Theorie wie Praxis der Wirtschafts- und Währungspolitik beherrscht. Er hat in engem Einvernehmen mit dem Generalfeldmarschall Göring die Aufaaben des Dier- jahresplanes vertreten und der deutschen Wirtschaft «n Südosteuropa neuen Raum gewonnen. Getragen vom Vertrauen des Führers wird Walther Funk auch feinen neuen großen Aufgaben mit wirtschaftlicher Erfahrung und nationalsozialistischer Tatkraft durchführen.
Es ist selbstverständlich, daß das Reich auf eine Persönlichkeit van der Bedeutung Schachts nicht verzichten kann. Der Führer hat in seinem Schreiben heroorgehoben, daß Schacht dem Kabinett als Reichsminister weiterhin angehört und zur Lösung neuer Aufgaben eingesetzt werden soll.
Veränderungen
im Reichsbankdirektorium.
Berlin, 21. Jan. (DNB.) Der Führer hat die Mitglieder des Reichsbankdirektoriums Vizepräsident D r e y s e und Reichsbankdirektor Hülse von ihren Aerntern entbunden. Gleich- zeitia hat der Führer den Staatssekretär im Reichs- wirtschastsministerium Rudolf Brinkmann zum Mitglied des Reichsbankdirektoriums unter Belassung in seinem Amt als Staatssekretär berufen. Reichswirtschaftsminister und Reichsbantpräsident Funk hat Staatssekretär Brinkmann zum Vizepräsidenten des Reichsbankdirektoriums ernannt.
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Brinkmann wurde 1893 in Green in Braunschweig geboren. Er war Student der Rechtswissenschaften und Nationalökonomie, als der Krieg aus« orauch, den er bann als Feldartillerist bis zu einer schweren Verwundung 1916 mitmachte. 1919 trat er in Göttingen in die Reichsbank ein, wurde 1923 in die Leitung des Reoisionsbüros der Reichsbank nach Berlin berufen, später war er Vorstandsmitglied der Hamburger Reichsbankfiliale und Direktor der Reichsbanknebenstelle Aschaffenburg. Im Frühjahr 1933 trat er in das Direktorium der Deutschen Gold- diskontbank ein, 1934 wurde er Generalreferent im Reichswirtschaftsministerium, 1937 Mitglied des Direktoriums der Reichsbank. Bei der Ernennung Funks zum Reichswirtfchaftsminister trat Brinkmann als Staatssekretär wieder zum Reichswirt- r"^nftsminifterium über.
Mussolini
belohnt bäuerlichen Fleiß.
Rom, 22. Jan. (DNB.) Die Prämienverteilung, die Mussolini alljährlich für die besten Leistungen auf landwirtschaftlichem Gebiet, insbesondere für die Verbesserung der Bodenbewirtschastung, Steigerung des Ernteertrages und Hebung der Viehzucht vornimmt, gestaltete sich zu einer imposanten Autarkie-Kundgebung des faschistischen Italiens. Aus allen Teilen des Landes einschließlich der unlängst Italien eingegelieberten vier tripolitanischen Provinzen waren 150 Preisträger mit ihren Abordnungen in Rom zusammengekommen, um in dem Teatro Argentina aus den Händen des Duce die bis zu 10 000 Lire betragenden Prämien zu erhalten.
Mit beißendem Spott ironifterte der Duce die „unheilbare, aber bewundernswerte Ignoranz" des Antifaschismus gegenüber den italienischen Dingen. Wollte er die kindischen Prahlereien und Beschimpfungen des Antifaschismus gegen Italien und gegen sich selbst aufzählen, so würde in Italien ein so heftiges und anhaltendes Gelächter erschallen, daß „trotz der Alpen in einigen Hauptstädten Europas viele Fenster in Trümmer gingen". Gerade jetzt sei ihm ein neues Beispiel jenes blühenden Unsinns, wie er von den Antifaschisten geboten werde, zugeflogen. Der Vatikan solle, wie ein französischer Prälat erklärt habe, Frankreich den Rat gegeben haben, hart zu bleiben. „Wie aber, wenn morgen", fügte Mussolini unter stürmischem Beifall hinzu, „in Italien einer auf« stehen würde, wie das sicher der Fall wäre, um den Italienern zu sagen, daß sie noch viel härter sein müssen! Der Faschismus wird", schloß der Duce, „seine Agrarpolitik unbeugsam fort- setzen, um einen starken Bauernstand zu erhalten, der bereit ist, auf der Scholle zu bleiben und in Italien und Afrika den Boden zu bearbeiten und zu verteidigen, der geschichtlich, moralisch und phy- sisch bereits unter den Begriff Vaterland fällt."
abs. London, 22. Januar.
Die Berichterstattung der Sensationspresse vom Sonntag hat dazu beigetragen, die Unruhe in der englischen Bevölkerung wieder stärker werden zu lassen. Anlaß hierzu sind Enthüllungen über das Ausmaß der polizeilichen Aktionen zum Schutze führender Männer des öffentlichen Lebens. Ministerpräsident C h a m b e r I a i n , der sich zur Zeit in Chequers aufhält und erst am Montagabend wieder in London zurückerwartet wird, wird Tag und Nacht von neun bewaffneten Kriminalbeamten bewacht. Dazu kommen noch die Polizeiwachen, die ständig in Chequers untergebracht sind. In der Nacht zum Sonntag waren sämtliche Straßen der Umgebung von Chequers vollständig abgesperrt. Kraftfahrer durften nur passieren, wenn sie sich ausweifen konnten. Weiter sind die persönlichen Wachen zahlreicher Kabinettsmitglieder verstärkt worden. Man befürchtet offensichtlich in erster Linie Anschläge auf den Innenminister Sir Samuel Hoare und den Kolonialminister Macdonald, da diese beiden Minister für irische Fragen zuständig sind. Beträcht- liches Aufsehen hat auch die Mitteilung erregt, daß in Schloß Windsor vier Spezialpolizisten eingetroffen sind. Das Königspaar hält sich zur Zeit in Windsor auf. Bei seinen Jagdausflügen wird König Georg ständig von Kriminalbeamten begleitet.
Die Aufdeckung eines Sprengstofflagers in Manchester hat am Sonntag zur Verhaftung von zwei irischen Frauen geführt. Es handelt sich um die Mieterinnen des leeren Geschäftshauses, in dem der Sprengstoff und die Hvl-
Saragossa, 23. Jan. (DNB.) Am Sonntagnachmittag gelang es dem Marokko-Korps unter General Pague San Pedro Ribas sowie das wichtige Industriezentrum Vallcarca fünf Kilometer östlich von Sitges zu erobern. Der Vormarsch in Richtung Castell de Fels dauert an. Die weiter nördlich vorgehenden Navarra- Brigaden besetzten den Ort San Ja im an der Bahnlinie Jgualada— Barcelona und überschritten den Noyafluß, wo der Feind starke Befestigungen errichtet hatte. Die Ortschaft Dallbona an der Straße Jgualada—Martorell wurde im Sturm genommen. Die auf Manresa vorstoßende Maestrazgo-Armee konnte weitere neun Kilometer Gelände gewinnen. In Nordabschnitt besetzte die Urgel-Armee S a n a h u j a an der Straße van Pons nach Jgualada. Auch hier dauert der Vormarsch an. Unter den gestern eroberten Stellungen befindet sich auch die Höhe C h a p a 1, von wo aus das aus der Gralssage bekannte Monserrat-Gebirge vor Barcelona deutlich sichtbar ist. Die aus dem napoleonischen Kriege her bekannten Orte Bruch Alto und Bruch B ajo, wo damals das französische Heer eine entscheidende Niederlage erlitten hatte, befinden sich bereits im Feuerbereich der nationalen Artillerie.
Die Gesamtzahl der bisher an der Katalonien- Front Gefangenen beträgt 39 500, wobei die Gefangenen der letzten drei Tage nicht eingerechnet sind. In den letzten drei Tagen der neuen Offensive wurden an der Katalonien-Front vier bedeutende Kreisstädte erobert, nämlich Jgualada, Vittasranca de Panades, Dillanueva y Geltru und Vendrell sowie etwa 100 Ortschaften. Die Tie^e des Vormarsches betrug stellenweise bis zu 35 Kilometer. Die Gebirgskette, der natürliche Schutz der Provinz Barcelona, wo die rote Heeresleitung angeblich ihren Widerstand hatte konzentrieren wollen, ist überwunden. Die roten Widerstandsnester wurden in wenigen Stunden umgangen, eingetreift und genommen, wodurch sich auch die große Zahl der Gefangenen und die reiche Beute erklärt. Der Badeort Sitges, ein Städtchen von 5000 Einwohnern, besitzt insofern eine besondere Bedeutung, als hier die Zementfabriken für katalanische Befestigungsindustrie liegen.
Wie bekannt geworden ist, beabsichtigen die Sowjets in ihrer Verzweiflung, am Llobregat eine Verteidigung einzurichten, wie am Manzanares bei Madrid. Die Roten haben vor, den Krieg in einen Straßenkrieg zu verwandeln und die Riesenstadt Barcelona lieber einzuäschern, als sie den Nationaltruppen zu übergeben. Die Sowiethäuptlinge würden dadurch ein weiteres furchtbares Verbrechen auf ihr Schuldkonto laden, wenn sie die Großstadt zum Kriegsschauplatz verwandeln würden.
lenmaschinen aufgefunden worden waren. Die Verhafteten sollen am Montag einem Untersuchungsgericht vorgeführt werden. Es ist das erstemal, daß Frauen im Zusammenhang mit den Sprengstoffattentaten in England verhaftet worden sind.
Der Ministerpräsident von Nordirland (Ulster), Lord Craigavon, der zur Zeit in Ceylon weilt, hat englischen Pressevertretern erklärt, „alle Bomben der Welt können Ulster nicht mit Südirland vereinigen. Ulster ist eher bereit z u kämpfen, als nachzugeben. Ein Kompromiß gibt es nicht! Die letzte Terrorkampagne stärkt nur unsere Entschlossenheit, uns nicht mit Südirland zu vereinigen". Im Zusammenhang mit diesen' Erklärungen Lord Craigavons will „Sunday Expreß" erfahren haben, dieJrifcheRepublikanische Armee habe in den ersten Tagen der vergangenen Woche an den Ministerpräsidenten Chamberlain ein „Ultimatum" gerichtet. Sie habe Chamberlain aufgefordert, die sofortige Z u « rückz iehung aller englischen Truppen aus Nord- und Südirland zu veranlassen. Das Ultimatum soll unterzeichnet gewesen sein von dem „Sekretär der Regierung der Republik". Der Innenminister Nordirlands Sir Dawson B a t e s traf in London ein, um mit der englischen Regierung die Attentate zu besprechen. Bates brachte eine schwarze ßifte mit, die man bei Terroristen in Belfast gefunden hat. Danach wollten die Terroristen eine Reihe führender Persönlichkeiten ermorden. Daß die Behörden in Nordirland die Lage weiter für ernst halten, geht daraus hervor, daß die Polizei um weitere 1000 Mann verstärkt wurde.
Die roten Machthaber flüchten aus darcelona.
L o n d o n, 23. Jan. (DNB. Funkspruch.) Langsam bereiten die Londoner Blätter ihre Leser darauf vor, daß Barcelona sich in einer verzweifelten Lage befindet, und daß die Aussichten der Spanienbolschewisten immer dürftiger werden. Selbst die Linksblätter bringen heute Meldungen, in denen die hoffnungslose Lage der Rotspanier zugegeben wird. „Daily Herold" berichtet, daß die rotspanischen Machthaber bereits gestern Barcelona verlassen haben und sich in Serona, 70 Meilen nördlich von Barcelona niederlassen. — „News Chronicle" schreibt, in London sei man der Ueberzeugung, daß bei den großen Leiden der katalanischen Bevölkerung die Einigkeit innerhalb der rotspanischen Leitung schwer bedroht sei. Zwischen den gemäßigten und den extremistischen Elementen entwickele sich eine Spannung, die schlimmste Auswirkungen haben könne.
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Auch diePariserPresse rechnet mit dem Fall von Barcelona schon für die allernächsten Tage. So schreibt die „Epoque", der „Präsident der sowjet- spanischen Regierung" habe Barcelona mit unbekanntem Ziel verlassen. Die roten Machthaber van Barcelona haben am Sonntag einen Erlaß veröffentlicht, wonach Handel und In« d u st r i e der Stadt vom heutigen Montag ab v o l l. kommen stillgelegt werden, damit alle wehr- pslichttgen Männer und Frauen bis zum 55. Lebensjahr sich zur Verfügung der Militärbehörden für die Durchführung der Befestigungsarbeiten halten können. Sämtliche Geschäfte der Stadt bleiben in Zukunft geschlossen.
Nach Gerüchte aus Perpignan erwartet man n a - tionalspanische Truppenlandungen an der katalanischen Küste, in der Nähe von Barcelona. Bestimmte Küstenorte sollen bereits von sowjet- spanischer Seite geräumt und Verteidigungsarbeiten in Angriff genommen worden fein. Die französischen Behörden haben erneut mehrere hundert Mann Mobilgarde zur Verstärkung des Grenzschutzes nach den Grenzorten Prades und Ceret gelegt. Außerdem sind für Jnfanterietruppen der 16. Militärregion in der Nähe der Grenze Kasernen bereitgestellt worden. Die Truppen sollen, sobald es die Ereignisse notwendig machen würden. dort ihre Quartiere beziehen. Don den französischen Grenzbehörden wird der Uebertritt artigerer Abteilungen von sowjetspanischen Milizen auf französisches Gebiet in der nächsten Zett erwartet.
Wendung in derpaläftinafrage?
London, 23. Jan. (Europapreß.) Andeutungen, wonach England die Palästinafrage durch Schaffung je eines arabischen und eines jüdischen Staates lösen wolle, enthält ein Leitartikel der „Times" vom Montagmorgen. Das Matt hebt hervor, daß man in England den kürzlich aufgegebenen Dreiteilungsplan nur mit Wehmut habe fallen lassen. Die „Times" sieht als Ausweg aus dem gegenwärtigen Engpaß, in den die Palästinafrage geraten fei, folgende Möglichkeit: „Die Teilung Palästinas in zwei autonome Provinzen, und zwar in eine jüdische und eine arabische, von denen jede ihre örtliche Regierung haben soll, neben dem Recht, in ihrem eigenen Staat die Einwanderung nach Belieben zu beschränken oder zu fördern." Das Ganze soll zeitweilig unter englischem Mandat stehen, bis eine umfassendere Regelung getroffen werden könne. Dies wird als ein fyrisch-palci- stinenfifcher Bundes st aat dargestellt, worin der jüdische Teil Palästinas und der christliche Teil Libanons als autonome Mitglieder erscheinen würden. Für ein solches Staatsgefüge hält das Blatt eine englisch-französische Gebietsgarantie für möglich.
Der Artikel geht auf die Schwierigkeiten ein, die der Palästina-Konferenz durch die Weigerung des Arabertums Palästinas erwachsen sind, Delegierte der mit der englandfreundlichen
Konzentrischer Vormarsch auf Barcelona
der jeden Freitag in einer anderen Moschee sein Gebet zu verrichten pflegt, betete diesmal in der K u s s u n - Moschee. König Faruk sprach diesmal selbst die Gebete vor, während dies sonst dem Geistlichen Vorbehalten bleibt. Man will aus dieser Neuerung und aus der Anwesenheit des Kronprinzen von Saudi-Arabien und des Kronprinzen des fernen bei dem Gottesdienst auf ein bevorstehendes Kalifat des Königs schließen. Die Kalifatsfrage ist jedoch ein heikles Kapitel, da auch die Kandidaturen mehrerer arabischer Fürsten und bedeutender Persönlichkeiten im Hintergründe warten, weshalb die Aufrollung dieser Frage durch den ägyptischen König gerade in diesem Augenblick besonders sensationell ist. Diese Tatsache beweist, daß England auf der Palästina-Konfsrenz nicht nur die Palästinafrage sondern auch generell alle, die ganze arabische Welt angehenden Probleme erörtern will.
Kampf gegen den Geburtenrückgang in England
London, 22.Jan. (Europapreß.) Die englische Regierung plant angesichts des beängstigenden Geburtenrückganges eine Reihe von Maßnahmen zur Hebung der Zahl der Eheschließungen und der Geburtenziffer. Es sind folgende Maßnahmen vorgesehen:
1. F a rn i 1 i e n b e i h i 1 f e n. Bedürftige Familien sollen fünf Schilling je Woche für das erste Kind und drei Schilling für jedes weitere Kind erhalten.
2. Kinderreiche Familien sollen Steuererleich- terungen genießen.
3. Für die Kinder von Arbeitslosen sollen höhere Zuschüsse gewährt werden.
In großer Aufmachung kündigt der „Sunday Expreß" an, daß ein Werbefeldzug unter dem Schlagwort „Mehr Familien und mehr Kinder!" von verschiedenen bevölkerungspolitisch interessierten Organisationen geplant sei. Die Regierung soll zu Maßnahmen zur Hebung der Volksgesundheit veranlaßt worden sein, nachdem Sachverständige ihre schweren Bedenken über den augenblicklichen Zustand der Volksgesundheit und den Geburtenrückgang geäußert hätten. Wenn der augenblickliche Geburtenrückgang weiter anhatten sollte, würde die Zahl der Engländer Ende dieses Jahrhunderts auf die Hälfte des heutigen Standes gesunken sein. Damit würden nicht nur England, sondern auch den überseeischen Besitzungen schwere Gefahren erwachsen.
Zwei Volksabstimmungen in der Schweiz.
Genf, 23. Jan. (DNB.) In der Schweiz wurde am Sonntag bei schwacher Beteiligung über zwei verfassungsrechtliche Vorlagen abgestimmt. Mit großer Mehrheit wurde in allen Kantonen ein aus der B und e s versa mmlung hervorgegangener Vorschlag angenommen, wonach die sog. dringlichen Bundesbeschlüsse künftig nicht mit einfacher, sondern mit qualifiziert e-r Mehrheit angenommen werden müssen. Die Art von Notverordnungsrecht des Parlaments, die sich in den letzten Jahren herausgebildet hatte, soll auf diese Weise eingeschränkt 'werden. Wenn künftig ein Bundesbeschluß als dringlich bezeichnet und dadurch dem sonst üblichen Volksabstimmungsverfahren entzogen werden soll, so ist dazu die Mehrheit der gesetzlichen Mitgliederzahl (und nicht wie bisher nur die Mehrheit der gerade anwesenden Parlamentarier) erforderlich.
A b g e l e h n t wurde dagegen mit großer Mehrheit ein Volksbegehren auf Einführung der Ver - fassungsgerichtsbarkeit im Bund. Danach sollte das Bundesgericht mit der Nachprüfung der materiellen Verfassungsmäßigkeit von Bundesgesetzen beauftragt werden. Diese Verfassungsgerichtsbarkeit besteht gegenüber der kantonalen Gesetzgebung. Ihre Ausdehnung auf ben Bund hätte jedoch nach Meinung namhafter Juristen den Gedanken des Rechtsstaates überspannt und im Endergebnis zu einer unerwünschten Politisierung des Bundesgerichts geführt.
Eröffnung
der ersten flämischen Akademien.
Brüssel, 21.3an. (DNB.) In dem Akade. rnie-Palast von Brüssel wurden die neuen flämischen Akademien — die Akademie für Wissen« schäft, Literatur und Schöne Künste und die Akademie für Heilkunde — eröffnet. König Leopold wohnte der Feier bei. Der Eröffnung der ersten selbständigen flämischen Akademien wird in ganz Flandern eine große kulturelle und politische Bedeutung für die Entwicklung des Flamentums be'- gemeffen. Auf der Feier wäre es beinahe zu Kundgebungen gekommen. Wallonische Frontkämpfer wollten gegen die Ernennung des flämischen Aktivisten Professor Dr. Martens, der im Weltkriege dem „Rat von Flandern" angehört hatte und zum Tode verurteilt, später aber begnadigt worden war, zum Mitglied der Akademie für Heilkunde protestieren. In letzter Stunde gelang es jedoch dem Ministerpräsidenten Spaak, die Kundgebung zu verhindern. Vorsichtshalber waren die Bezirke in der Nähe des königlichen Palastes und des Parlaments durch Polizei abgeriegelt worden.
Aus aller Wett.
Gemäldediebstahl in Marburg.
LPD. Marburg, 21. Jan. Im Museum der Universität Marburg stellte man den Diebstahl eines Oelgemäldes fest, der in der Zeit zwischen dem 24. November v. I. bis 16. Januar erfolgt fein muß. Es handelt sich um ein 50 X 60 cm großes Oelgemälde mit Goldrahmen, eine Schw ä Im e r Bäuerin mit Kind darstellend. In der unteren rechten Ecke des Bildes, das einen Wert von 500 Mark hat, befindet sich der Name des Malers: Walter Wändig 1937.
Vom Lastzug lolgequeffchl.
LPD. Gelnhausen, 21. Jan. In der Gegend des „Felsenkellers" bei Gelnhausen ereignete sich ein tödlicher Verkehrsunfall. Der Beifahrer eines in Richtung Fulda fahrenden Lastzuges verließ während der sehr langsamen Fahrt des
kräftigt das Jatjnfleifdj!
flucti bas ift mistig
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