Ausgabe 
23.1.1939
 
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Nr. 19 Erstes Matt

189. Jahrgang

Montag, 25. Januar 1959

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Hoftafel im Schloß teil. Er verließ um 23

Uhr

Politik gehöre lichen Dinge.

in dasHeiligtum der ungewöhn-

beitsgemeinschaften

Oer tschechisch-slowakische Außenminister in Berlin.

R. H. Warschau, 22. Januar 1939.

müi Palais Blanc neben dem Warschauer Rathaus herrscht fieberhafter Betrieb. Dieser ge­räumige Bau, der ein Denkmal sächsischer Architek­tur aus der Zeit des letzten Polenkönias Stanis­laus August ist, wird zürn erstenmal seit seiner Wie­derherstellung durch das neue Polen den Reichs­außenminister von Ribbentrop als Gast be- herbergen. Das Palais, daß nach demKassierer des Königs", Pierre Blanc, einem 1777 aus Berlin nach Warschau gewanderten Hugenotten, benannt ist, hat noch den stolzen Glanz der polnischen Königs­zeit gesehen. Im 16. Jahrhundert vom Posener Woywoden Ostorog erbaut, wurde es 1762 von dem sächsischen Architekten Zug, dem Baumeister des letzten Polenkönigs Stanislaus August Po­tt r a t o w s k i, vollständig umgebaut und von Franz Kamsetzer eingerichtet. 1777 erwarb es ein gewisser Pierre Blanc, dessen Name es noch heute trägt. Pierre Blanc war Bankier und neben dem Deutschen Tepper der führende Finanzmann in den letzten Jahrzehnten der polnischen Republik. Er hatte wie Tepper den TitelKassierer des Königs". Blanc richtete auch ein Tabakmonopol ein und war Pächter der Landeslotterie. Er unterstützte den König in seinen Reformplänen. Der Reiz schöner Frauen und der Lärm üppiger Feste drang auch in die Gärten des Palais Blanc.

Mit der Teilung Polens und dem Tode Blancs im Jahre 1797 wurde es in feinen Mauern still. Das Palais, des auch eine große Gemäldegalerie mit Bildern von Rembrandt und van Dyck enthielt,

Wenn die nationalsozialistische Erziehung erfolg­reich sein soll, müssen wir genügend Er­zieher besitzen, die ihrer Aufgabe gewachsen sind. Die beste Erziehung ist in jedem Fall das Vorbild jedes einzelnen Führers. Deshalb hat jeder die Pflicht, in straffer Selbsterziehung a n s i ch zu arbeiten und so schon im äußeren Auftreten würdiger Vertreter der NSDAP, zu sein.

Oberster Grundsatz unserer Erziehung ist da­bei, sich durch nichts und niemand in her na­tionalsozialistischen Weltanschauung beeinflussen zu lassen. Unter Wahrung der in Deutschland herrschenden vollen Glaubens- und Ge­wissensfreiheit muß der totale Er­ziehungsanspruch der Partei sicher- gestellt und durchgeseht werden, liebet allen Paragraphen und Anweisungen steht als ober­stes Gesetz das Programm der NSDAP.» das in jedem einzelnen Fall erfüllt werden muß.

welche Schwierigkeiten machen,denn, was vermag ein Betrieb mit Männern, die nicht Nationalsozia­listen sind? Sie behindern nur den Aufbau, wäh­rend die nationalsozialistische Erziehung der Gesamt­heit zugute kommt. Der Besuch der Schulungslehr- gänge ist Pflicht und damit D i e n ft. Jeder Partei­genosse und Führer hat über diese Schulungsmaß­nahmen der Partei hinaus noch die Pflicht, selbst an seiner wissensmäßigen Weiterbildung zu arbeiten. Durch das Lesen der nationalsozialisti­schen Presse und der Schulungsbriefe sind ihm ge­nug Möglichkeiten dazu gegeben, die unter allen Umständen genützt werden müssen, um die wissens, mäßige Grundlage immer mehr zu vertiefen."

Der Gauleiter wandte sich bann der großen Aufgabe der P r o p a g a n b a zu, die bem Volk Herz unb Ohr für ben Nationalsozialismus zu öffnen hat. 3n vorberfter Front stehen babei bie Rebner, bereu großes Korps in unserem Gau selbstlos unb vorbildlich nun schon Jahre hin­durch seinen Dienst tut. 3m letzten Jahr wur­den große Versammlungswellen, die in diesem Jahre noch mehr verstärkt werden, in allen Kreisen des Rhein-Wain-Gebietes durchgeführt. Sie fallen immer wieder allen Volksgenossen einhämmern, wie richtig bie Politik des Füh­rers ist, wie wir es täglich an ben Erfolgen sehen. Besonders ging der Gauleiter babei auf bie Sicherung eines genügenben Nachwuchses jüngerer Propaganbisien ein, bie in freier Rebe Künber bes Nationalsozialismus von Herz zu Herzen sein sollen.

Der Gauleiter kam bann auf die Personal- führung innerhalb der Partei zu sprechen und stellte heraus, daß eine gute Personalführung auf allen Gebieten den Erfolg sichert. Aufgabe aller Hoheitsträger ist es, nicht nur für gute Mitarbeiter zu sorgen, sondern auch dem Nachwuchs die beson­dere Aufmerksamkeit zu schenken. Bei Abstellung von Jungen für die Schulen des Führers ist bem Urteil nicht nur bas Wissen zugrunde zu legen. Im großen Maße ausschlaggebend sind der Mut unb bie Charakterfestigkeit. Auf diesem Ge­biet ist eine enge Zusammenarbeit mit der Hitler- Jugend erforderlich. Das gleiche gilt für bie An­wärter für die Ordensburgen, wo nicht Männer für einen gewissen Berufsstand, wie Studienräte ober

. z , . aussen über­

gaben es 1896 der Stadt Warschau zur Einrichtung von Büros. Von 1919 bis 1936 war es Sitz der polnischen Polizeidirektion, bis sich die polnische Re­gierung entschloß, es wieder in seinem alten Glanze erstehen zu lassen. Nachdem ein Wohnflügel ange­baut worden ist, und auch die übrigen 9tMime teils nach bem historischen Vorbild, teils modern ein-

jingc. Ihre Grundlinien hingegen wären kein Geheimnis, denn sie seien ein geistiges Eigen­tum der Nation.

NSG. Am Sonntag wurde das neue Arbeitsjahr der NSDAP, im Gau Hessen-Nassau durch den großen Führerappel.l eingeleitet, auf dem Gauleiter oprenger die Richtlinien und die be­sonderen Einsatzpunkte bekanntgab. Die Rede des Gauleiters wurde aus dem Hippodrom in Frank­furt a. M. durch Drahtfunk in alle Kreise der NSDAP, übertragen, wo über 25 000 Po­litische Leiter, Führer und Führerinnen der Gliede­rungen und angefd)[offenen Verbände, sowie bes RAD. versammelt waren.

Wenn wir heute, so sagte Gauleiter Sprenger, auf die gewaltigen Erfolge der letzten Jahre zurück­blicken, dann wollen wir ehrlich fein und bekennen, nicht wir haben es geschafft, sondern alles, was in Deutschland Großes geschehen ist, danken wir einzig und allein dem Führer. In der groß­artigen Entwicklung der hinter uns liegenden Auf­baujahre hat es sich gezeigt, daß der Führer von Anfang an die richtigen Methoden an-

auch auf die Kreise

Zur Durchsetzung unseres Erziehungsanspruchs haben wir eine umfassende Schulung in unserem Gäu eingerichtet, damit die Parteigenos­sen für ihre Erziehungsaufgabe vorbereitet wer- oen:

1. erhalten in der monatlichen Führer- schulung in den Ortsgruppen die Poli­tischen Leiter, die Führer der Gliederungen und die Walter und Warte der angeschlossenen Ver­bände durch vom Gauschulungsamt ausgearbeitete Monatsthemen Unterrichtung über wettatifchauttche und politische Fragen. Die Hoheitsträger müssen die geschlossene Teilnahme der gesamten Führer­schaft an diesen Schulungen sicherstellen.

2. werden die Block- und Zellenleiter an vier Sonntagen im Wirtschaftsjahr in praktisch- politischer Tätigkeit unterrichtet unb weltanschaulich geschult, damit sie ihre Aufgaben als Aktivisten der Bewegung erfüllen können.

3. sind auf Anregung des Reichsleiters Rosen­berg in allen Gauen Arbeitsgemeinschaf- t e n für die weltanschauliche Schulung der ge­samten Bewegung errichtet worden. Sie vereini­gen die S ch u l u n g s l e i t e r der Partei und die

Oie slowakisch-ungarischen Grenzzwischenfälle beigelegt.

Prag, 22. Jan. (DNB.) Der tschecho-slowakische Gesandte in Budapest, Kobr, besuchte den könig­lich-ungarischen Außenminister Graf C s a k y , mit dem er ein längeres herzliches Gespräch hatte. Da­bei wurde festgestellt, daß die Grenzzwischenfälle in freundschaftlichem Geist beigelegt worden seien. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, daß die Wiener Beschlüsse im Rahmen der gemischten Kommissionen beschleunigt durch­geführt werden. Die ungarische Gesandtschaft in Prag hat dem tschecho-slowakischen Außenministe­rium bereits mitgeteilt, die ungarische Regierung nehme die tschecho-slowakischen Anträge in dieser Richtung an. Die tschecho-slowakifch-ungarische ge­mischte Kommission, die die Wiener Beschlüsse durchführen soll, tritt dieser Tage zusammen.

Belgrad, 22. Jan. (Europapreß). Der italie­nische Außenminister Graf Ciano, der den Sonntagvormittag auf bem Iagdgut bes Prinzregenten Paul verbracht hatte, traf am Nachmittag in Begleitung des jugoslawischen Ministerpräsidenten Stojadinowitsch in Bel­grad ein. Er begab sich sofort in ben Kunst- Pavillon zur Eröffnung der italieni­schen Buchausstellung. Graf Ciano wurde von den Mitgliedern der jugoslawischen Regierung und des Diplomatischen Korps begrüßt. Dann er­schien auch Prinzregent Paul, und der jugo­slawische Unterrichtsminister Kujundschitsch eröffnete die Ausstellung mit ^iner Begrüßungs­rede in italienischer Sprache. Nach der Besichti­gung der Ausstellung begab sich Graf Ciano in bie Räume der Jugoslawischen Radikalen Vereinigung, ber Regierungspartei, wo ihm ein herzlicher Emp­fang bereitet wurde. Dann nahm Graf Ciano an der

Kundgebungen der mit Jugoslawien benach­barten Länder, die in Belgrad einen gün­stigen Widerhall gefunden haben, fortzufahren und sie zu vertiefen. Italien bringt in diesem Werk der Zusammenarbeit den aufbauenden Geist mit, der die Achse Berlin Rom kennzeichnet. Bei gleicher Gelegenheit waren die wirtschaft­lichen Beziehungen zwischen Italien und Jugoslawien Gegenstand einer eingehenden Prü­fung. Es wurde festgestellt, daß auch auf diesem Gebiete große Möglichkeiten für eine Entwicklung bestehen, da die beiden Volkswirtschaften einander ergänzen. Für die Verwirklichung dieser Möglich- leiten haben die Regierungen eine Intensivierung ihrer Fühlungnahme beschlossen.

Giornale d'Jtalia", dessen Herausgeber Gayda in Jugoslawien weilt, unternimmt es, eine vorläufige Bilanz des italienischen Staatsbesuchs zu ziehen unb einige der hervorstechendsten Punkte zu unterstreichen. In politischer Hinsicht handle es sich nicht so sehr um die Festlegung einzelner Fragen der direkten italienisch-jugoslawischen Beziehungen, als vielmehr darum, das Beispiel der italienisch- jugoslawischen Freundschaft auf die Bezie­hungen zu ben übrigen Donau- und Balkanländern ausstrahlen zu lassen. Man könne nun ben Abschluß eines Nichtangriffs- und Freundschaftspaktes zwischen Jugoslawien und Un­garn als sicher und nahe bevorstehend erachten. Inzwischen werde demnächst eine Wirtschafts- ko n f e r e n z dieser beiden Länder für den Aus­bau ihrer Handelsbeziehungen zusammentteten. Weitere Schritte würden in der Richtung auf eine Versöhnung zwischen Ungarn und Rumänien unternommen werden, welchem Werk Italien und Jugoslawien ihre Unterstützung und freundschaftliche Anteilnahme widmen würden. In allgemeiner Hinsicht werde das System des Kleinen Verbandes und des Balkanbundes in stren­ger Anlehnung an die Achse BerlinRom noch mehr und noch freimütiger angenähert werden. In diesem Zusammenhang sei auch die Haltung der Türkei zu unterstreichen, die bisher von Italien durch ein altes und unverständliches Mißtrauen getrennt gewesen sei. Die Angliederung der jugo­slawischen Politik an die Richtlinien ber Achse deute auf eine Entwicklung zur Klänmg und Konzentra­tion in Donau- und Balkan-Europa hin, die in glücklichem Gegensatz zu der Unordnung in West­europa stehe.

In wirtschaftlicher Hinsicht kündigt das Blatt die Errichtung einer italienischen Handels, tammcr in Belgrad und einer jugosla­wischen Handelskammer in Italien sowie die Grün­dung einer italienischen Automobil - fabrif mit jugoslawischer Jnteressenbeteiligung in 23 el grab und endlich die Eröffnung eines Kredits für militärische Lieferungen an Jugoslawien in Höhe von einer halben Mil­liarde Lire an. In kultureller Beziehung sei der Abschluß eines italienisch-jugoslawischen Kul­turabkommens als bevo^tchend zu betrachten.

Berlin, 21. Jan. (DNB.) Der tschecho-slowa­kische Minister des Aeußern, Chvalkovsky, in Begleitung seines Kabinettchefs, des Ge-

Klärung im Oonauraum.

Das Ergebnis des italienischen Ministerbesuchs in Belgrad.

Setgrab.

Cm amtliches Kommunique über die Jugoslawien-Reise bes italienischen Außenministers besagt, Graf Ciano und Stojadinowitsch konnten noch einmal mit Befriedigung das r e i b u n g 5 - lofe Funktionieren und bie glücklichen Er­gebnisse des italienisch - jugoslawischen Abkommens vom 25. März 1937 feststellen, bas eines der grund­legenden Elemente der Politik der beiden Länder darstellt. Gleichzeitig sind sie zur Prüfung der verschiedenen europäischen Situ­ationen geschritten, die in gleicher Weise Italien und Jugoslawien interessieren. Sie haben neuerlich den gemeinsamen Willen bestätigt, in der Zusam­menarbeit für die Festigung des Friedens unb der Ordnung in diesem Teil Europas in Ile her­ein ft immung mit all en interessierten Ländern und unter Bedachtnahme auf die letzten

Der deutsche Staatsbesuch in Warschau

Eigener Äerichi des Gießener Anzeigers.

alle Zweifler darüber hätte belehren können, daß an eine Aenderung des Verhältnisses zwischen Polen und seinem großen westlichen Nachbarn nicht zu denken war. Im Gegenteil, die wirtschaftliche Unter­mauerung ließ erkennen, daß derartige Verträge keine papierne Formel bleiben, wie sie das Genfer System am laufenden Bande erzeugte.

Das Bündnis mit Frankreich wird davon nicht betroffen. Nach dem Grundsatz des Obersten Beck, mit allen Staaten gute Beziehungen zu unter­halten, sieht man in Warschau keinen Grund zu einer Aenderung. Aber selbst bisher sranzosen- freundliche Kreise verhehlen nicht, daß die geogra­phische Lage die schicksalhaften Beziehungen Polens zu den Nachbarn im Osten und im Westen tiefer­gehend beeinflußt als jenes Bündnis aus der Nach­kriegszeit. Polen ist in ber glücklichen Lage, die Entwicklung in Europa schon 1934 vorausgeahnt unb eine Position geschaffen zu haben, die keiner Revision, sondern nur des Ausbaues bedarf. In diesem Bemühen ist der Besuch des Reichsaußen­ministers eine wichtige Etappe.

Tatsächlich hat das Jahr 1938 dem ganzen pol­nischen Volke eindringlich die Richtigkeit der außen­politischen Linie des Obersten Beck vor Augen ge­führt. In jenen Septembertagen, da gefährliche Spannungen die Möglichkeit eines europäischen Krieges in bie Nähe rückten, als der sowjetrussische Botschafter in Warschau drohende Erklärungen ab­gab und einen letzten Versuch zur Unterstützung des Benesch-Systems machte, konnte Polen seine West- grenze entblößen und seine Sicherungsmaßnahmen auf den Süden und Osten konzentrieren. Der Trumpf, den Moskau im Warschauer Brühlpalast auszuspielen gedachte, hat sich als eine Niete er­wiesen.

Es kam dann zur Aussprache zwischen dem pol­nischen Botschafter in Moskau und Litwinow-Finkel- ftein, in deren Verlauf bie Gültigkeit des beidersei­tigen Nichtangriffspaktes vom Jahre 1932 festgestellt .morben ist. Obwohl von polnischer Seite betont wurde, idaß diese Erklärung lediglich den früheren Zustand war der tschechischen Krise Hersteille, versuchten bie [sattsam bekannten Gerüchtemacher, den Eindruck von «einem JBerfagen des deutsch-polnischen Vertrages und einer Schwenkung Polens nach Moskau zu ermecfefi. Trotzdem schon der kurz vorher vereinbarte neue deutsch-polnische Wirtschaftsvertrag,

ausgedehnt. In ihnen werden alle politischen unb weltanschaulichen Fragen, bie in ber Führer­schaft klar unb einheitlich aufgefaßt werben müssen, behanbelt, ehe sie an bie Oeffentlichk"it gelangen.

4. stehen uns im Gau Hessen-Nassau mehrere Führerschulen zur Verfügung, die die beste Stütze der Schulungsarbeit sind: Die Gau- schulungsburg Kronberg unb fünf Gauschulen, zu denen noch in diesem Jahre zwei weitere treten werden. In der Gauschulungsburg werben in drei­wöchigen Kursen bie Kreisamtsleiter unb Ortsgrup­penleiter geschult, währenb bie Gauschulen den Block- unb Zellenleitern offenstehen.

Alle Einberufungen sinb seit diesem Jahr zum ersten Mal zentral bei bem Gauschulungsamt zusammengefaßt. Dadurch werden Ueberschneidungen bei Einberufungen vermieden, so daß in Zukunft kein Betrieb unb keine Behörbe mehr Schwierig­keiten machen kann. Mit besonderer Betonung führte der Gauleiter dabei mis, baß er sich mit jedem Be­trieb und jeder Behörde persönlich befassen wird, die bei der Schulung der Männer der Partei irgend-

Gauleiter Sprenger gibt die Parole für das neue Jahr

Führerappell der Partei im ganzen Gau Hessen-Nassau.

gerichtet wurden, steht es Gästen des Staates zur Verfügung. Reichsaußenminister v. Ribbentrop wird der erste sein, dem das wiedererstandene Polen die Räume zum Aufenthalt zur Verfügung stellt.

Dor fünf Jahren hat das Deutschland Adolf Hit­lers mit bem Polen Josef Pilsudskis einen Vertrag abgeschlossen, der einen neuen Abschnitt in den Be­ziehungen zwischen beiden GtaS.cn einleitete. Der Marschall Polens hatte schon 1927 in Genf bem da- maligen französischen Außenminister Briand vor- ausgefagt, in einigen Jahren werbe in Deutschland ein großer Staatsmann zur Macht kommen, der für eine gute Nachbarschaft mit Polen sorgen werbe. Am 26. Januar 1934 konnte Pilsudski der Außen­politik seines Vaterlandes eine neue, bedeutsame Wendung geben, als er seinen Mitarbeiter Oberst Beck mit dem Abschluß des Vertrages mit dem Deutschen Reich beauftragte, Europa war damit vor eine Tatsache gestellt, bie das politische Schwer­gewicht von Paris nach dem Osten verschob. Die Diplomaten des Westens haben bem Pakt, der die Beziehungen zwischen Berlin und Warschau vorerst einmal für zehn Jahre regelte, keine lange Lebens­dauer vorausgesagt. Immer wieder glaubte man Bruchstellen in dem Vertragswert feststellen zu kön­nen, die einer Bewährungsprobe kaum standhalten würden. Wenn der deutsche Außenminister seinen Besuch in Warschau auf den fünften Jahrestag der Unterzeichnung des historischen Abkommens verlegt hat, bann wird damit vor aller Wett die Brauch­barkeit unb die Dauerhaftigkeit dieses diplomatischen Jnsttumentes besonders heraus­gestellt.

Gerade in den letzten Tagen haben sich Stimmen der Opposition in Polen hören lassen, bie dem pol­nischen Außenminister vorwarsen, er betreibe eine Geheimpolitik, die im Volke auf kein Verständnis stoße. DieGazeta Polska" erinnert deshalb daran, daß Joses Pilsudski selb st nach dem Staats» streich von 1926 von der Außenpolitik verlangt hat, sie müsse dem ,Lärm der Gerüchtemacher und Kaffeehausschwätzer" entrückt werden. Die Außen-

wurde an einen Kammerherrn verkauft, der die Wohnungen vermietete, in einer soll auch der junge Chopin gewohnt haben. Das Gebäude litt im Polenaufs.and 1863, weil sich hier ein Zl Aufständischen befunden hatte. Die Ri

gewandt hat. Die Grundlage allen Geschehens ist bie Volksgemeinschaft. Der Führer hat die Auf­gabe des Jahres 1939 in drei Punkten Umrissen: in der Erziehung des deutschen Volkes zur na- . tionalsozialistischen Volksgemeinschaft, dem Schulungsbeauftragten der Gliederungen unb Der- weiteren Ausbau ber Wehrmacht und der > bände. Im Gau Hessen-Nassau wurden diese Ar- Durchführung des Vierjahresplanes.

sandten M a s a r y k, am Samstagmorgen i n Berlin eintraf, hatte am Vormittag eine Aus­sprache mit dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop, in der alle das Verhältnis zwischen bem Deutschen Reich und ber Tschecho- ber eine Auswertung des Handelsvolumens brachte, Slowakei betreffenden Fragen besprochen wurden. °-£f- v ..... - ' ' - - Außenminister Chvalkovsky war anschließend Gast

des Reichsaußenministers bei einem Frühstück im kleinen Kreise im Hotel Kaiserhof. Der Führer empfing am Samstag nachmittag in Gegenwart bes Reichsministers des Auswärtigen von Ribben­trop ben Minister Chvalkovsky in der neuen Reichskanzlei zu einer Besprechung. Minister Chvalkovsky hat sich mit dem Nachtzug wieder nach Prag begeben.