Ausgabe 
22.10.1939
 
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Freitag, 22. September (YZY

Er. 222 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhellen)

Aus der Stadt Gießen. Die NSV. im Hilfsdienst für die Rückwanderer

NG.-Frauenschafi, BDM, HL. und Eisenbahner waren gute Helfer

1

von

((Genaue Anschrift des ÄeftcsterS)

Wenn ich gufe Laune habe, tauche ich £ckstein/

Und wenn ich eine ECKSTEIN rauche, habe ich gute Laune! - Denn immer ist die ECKS TEIN gut - sogar sehr gut!

(Feldpoftanschrlst genau angebcn)

Die Bezugsrechnung zahlt:

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An das dem Amt für Volkswohlfahrt der NSDAP, unterstehende Ernährungshilfswerk wur­den in diesen Tagen erhöhte Anforderungen gestellt. Aus den geräumten westlichen Gebieten kamen in der letzten Woche neben anderem Großvieh auch mehrere tausend Schweine in den Gau Hessen- Nassau. Hiervon wurden alle zur Schlachtung ge­eigneten Tiere dem Schlachthof zuge'führt, während alle Schweine mit geringerem Gewicht dem Ernah- rungshilfswerk zugeteilt wurden.

Rund 2500 Schweine kamen auf die EHW.- Mäftereien im Gau Hessen-Nassau zur Verteilung. Da das Ernährungshilfswerk fast allerorts seine Mästereien stark belegt hat, mußten die Tiere teil­weise in rasch beschafften Notställen untergebracht werden, wofür selbst zur Zeit leerstehende Garagen

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Im Rahmen dieser vorbildlichen Gemeinschafts­arbeit stellten auch die Beamten und Arbeiter deS Bahnhofs Gießen, vom Bahnhofsvorstand bis zum letzten Mann irgendwo draußen im Bahnhofs­betrieb in stets opferbereiter Arbeit Tag und Nacht nach jeder Richtung hin ihren Mann. Daß die Män­ner der Reichsbahn unseres Bahnhofs bei der Be­wältigung dieser großen Aufgabe einen wesentlichen Anteil an dem guten Gelingen der Betreuungs- arbeit haben, ist für jeden Beobachter der Vorgänge an jenen Tagen unzweifelhaft. Ebenso wie allen direkten Mitarbeitern und Helfern der NSV. mit Recht voller Dank gebührt, ist auch unseren Eisen- I bohnern vom Bahnhof Gießen für ihren tatkräfti-

in diesen Tagen der von der Stadt Gießen errichtete zweite große Stall für die Schweinemästerei fertig­gestellt worden war, so daß behelfsmäßige Ställe in Gießen nicht in Anspruch genommen werdeit mußten. Gegenwärtig stehen in den beiden großen Stallgebäuden des Gießener EHW. rund 500 Schweine zur Ma st. Um diese grunzende und quiekende Gesellschaft täglich ausreichend satt zu machen, ist es erforderlich, daß unsere Gießener Hausfrauen auch weiterhin, wie bisher schon immer, alle Küchenabfälle den Sammelwagen des Ernäh­rungshilfswerkes zur Verfügung stellen.

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[timmung gegeben.

Arbeitseinsatz von Kriegsgefangenen jetzt auch in der Industrie.

Im Zusammenhang mit der bereits erfolgten Mitteilung über den vordringlichen Arbeitseinsatz von Kriegsgefangenen in der Landwirtschaft wird noch darauf hingewiesen, daß Gesuche um Abwei­sung von Kriegsgefangenen nunmehr auch an die Industrie an das für den Betrieb bzw. für den Beschaffungsort zuständige A r bei tsa m t zu richten sind. Von Gesuchen an die Dienststelle der Wehrmacht ist daher Abstand zu nehmen.

jenigen Volksgenossen, die jetzt noch -in Gieße« weilen, wird weiterhin die Verpflegungsstelle im Studentenhaus unterhalten.

Abschließend berichtete Kreisamtsleiter Frank davon, wie trotz der Schwere des Schicksals, dem sich die Rückwanderer unterwerfen mußten, doch aus allen Worten der Volksgenossen des Westens unbeirrbares Vertrauen zum Führer sprach, und immer wieder fand auch die feste Zuversicht ihren Ausdruck, daß der Feind den deutschen Westwall nicht werde überwinden können.

Die große Aktion der Hilfeleistung der NSV- und der Gliederungen der Partei, die sich m den Dienst der edlen vaterländischen Sache stellten, ist eine Gemeinschaftsleistung, auf die alle unmittelbar und Mittelbar Beteiligten mit Recht stolz teilt

weiter 8. für 106,90, einigte 17) bis 200,13 ire lie«

legenbringen.

Feldpostbriese und Feldpostkarten werden einmal ter wertvollste Besitz der deutschen Familie sein, darüber hinaus aber wird eine kommende Zeit sie tls heiliges Kulturgut der großen deutschen Nation betrachten.

Dornotizen.

Tageskalender für Freitag.

Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Wer küßt Made­leine?"

BDM.-tlntergau 116 Gießen.

IHäbdgruppe 4/116, Gießen-Nord.

Verwendung fanden.

Die aus den geräumten Gebieten zurückgeschafften Schweine werden nunmehr vom Ernährungshilfs­werk zusätzlich gemästet. Zuvor wurden sie ordnungs­gemäß durch das EHW. beim Reichsnährstand an­gekauft, der als Treuhänder der Rückwanderer den Barerlös verwaltet.

Die Aufgaben des Ernährungshilfswerkes erfah­ren in den gegenwärtigen Zeiten eine erhebliche Steigerung. Trotz der starken Inanspruchnahme aller Arbeitskräfte haben viele Gemeinden eine beschleu­nigte Fertigstellung ihrer EHW.-Anlagen mit noch vorhandenen Arbeitskräften und besonders mit ehrenamtlichen Helfern möglich gemacht. Es wird deshalb erwartet, daß von Seiten der Hausfrauen sorgfältig darauf geachtet wird, daß alle für die Schweinemast geeigneten Abfälle dem EHW. über­lassen werden. Die Sicherung der Ernährung unse­res Volkes erfordert den freudigen Einsatz aller Hausfrauen!

Rund 500 Schweine des EHW. in Gießen.

Von den obenerwähnten rund 2500 Schweinen aus den Grenzbezirken find rund 350 in den Stal­lungen des Ernährungs-Hilfswerkes der NSV. in Gießen eingestellt worden. Die Unterbringung dieser Tiere ließ ich dadurch glatt ermöglichen, daß gerade

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Die Lage im Westen hat es notwendig gemacht, viele Volksgenossen in das Innere des Reiches zu 1 brinacn. Die NSV. hat auch in unserer Stadt im Zusammenhang mit dieser Rückführungs-Aktion außerordentliche Leistungen vollbringen müssen. Der größte Teil dieser Arbeit ist nun geleistet! Am gestrigen Donnerstag gab die Kreisamtsleitung der NSV. den Vertretern der Gießener Presse die Mög­lichkeit, eine umfassende Ueberfchau über die ge­leistete Arbeit zu gewinnen.

Die gesamte Aktion kam, so hörten mir, sehr rasch und vor allem sehr überraschend in Gang. In kür­zester Zeit mußten Vorbereitungen getroffen wer­den, um Tausende von Rückwanderern in Gießen für einige Tage unterzubringen und sie zu verpfle­gen, bis es möglich war,, sie in andere Teile des Reiches weiterzuleiten. Der noch nicht lange vorher von der NSV. übernommene Bahnhofsdienst konnte diese Arbeit naturgemäß nicht allein leisten. Mit aller Energie wurde die Arbeit in Angriff genom­men. Erfreulicherweise fanden sich viele ehrenamt­liche Helferinnen aus dem Kreise der NS.-Frauen­schaft, aus dem BDM., aus der Hitler-Jugend und aus der Schwesternschaft der hiesigen Kliniken be­reit, der großen Aufgabe rückhaltlos zu dienen. Allen diesen Helferinnen und Helfern gebührt für ihren nimmermüden Einsatz rückhaltlose Anerken- nung.

Die ersten Züge aus dem Westen brachten die Kranken aus den Krankenhäusern, die zu einem großen Teil in den Kliniken unserer Stadt unter­gebracht wurden. Um diese Kranken bemühte sich insbesondere die Sanitätsbereitschaft vom Deutschen Roten Kreuz in Gießen, die für den Transport vom Bahnhof in die Kliniken sorgte, daneben die Polizei und die Männer der städtischen Feuerwehr. Den

Eine große organisatorische Aufgabe erwuchs der Kreisamtsleitung der NSV. durch die Notwendig­keit der Verpflegung derjenigen Rückwanderer, Die für einige Tage in Gießen Aufenthalt nehmen mußten, bevor sie weitergeleitet wurden. Die Ver­pflegung dieser Rückwanderer geschah zunächst in Gaststätten, schließlich aber, als sich dies wegen der Schwierigkeiten der Heranbringung der notwen­digen Lebensmittel an die einzelnen Gaststatten als zu umständlich erwies, in einigen wenigen Ver­pflegungsstellen (imClub", im Studentenhaus, im Alemannenhaus, imThüringer Hof , tm Hessischen Hof" und imKühlen Grund"). So war es möglich, allen denen, die rasch Haus und Hof verlassen mußten, täglich zu kräftigen Mahlzeiten

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Kranken folgten dann mehrere Züge mit Müttern, die Säuglinge und Kleinkinder bei sich hatten. Nun galt es insbesondere für die Ernährung der Kinder durch sachgemäß zubereitete Kindernahrung zu sor­gen. Hier halfen neben NSV., Frauenschaft und BDM. auch die Schwestern der Kinderklinik, sowie die Lernschwestern. In aller Eile mußte auch für viele Flaschen gesorgt werden, da die Mütter nicht alles Notwendige bei sich haben konnten. Dank des unaufhörlichen freudigen Einsatzes aller Beteiligten war es möglich, den großen Aufgaben gerecht zu werden.

Den Zügen mit Müttern und Kindern folgten kurz hintereinander in den ersten Septembertagen zahlreiche Züge mit vielen weiteren Volksgenossen aus dem Westen. Die bis dahin zur Verfügung stehenden beiden Kochkessel reichten nun nicht mehr aus, und es wurde notwendig, vier Feldküchen herbeizubeordern, um die Speisung der Rückwan-

i betrug : 6 M Woche" heu olle ist aus*

Sammelt die Feldpostbriefe!

Wenn wir heute nach den Feldpostbriefen des legten Krieges fragen, so müssen wir feststellen, daß der größte Teil von ihnen schon heute, also knapp A Jahre seit Kriegsende, verlorengegangen ist. Welch unschätzbare kulturelle Werte unseres Volkes damit vernichtet wurden, sehen wir am besten an dm wenigen Sammlungen von Feldpostbriefen, die ^5 Bücher veröffentlicht wurden, fo an denKrie-gs- biiefen gefallener Studenten". Die hohen Auflagen, Mlche gerade diese Bücher ausweisen, zeigen am 1 (xften, wie das Volk in einem natürlichen Empfin­den diese unmittelbaren Berichte einer großen Zeit ohne Ansehen literarisch-künstlicher Form neben die stärksten deutschen Kriegsdichtungen stellt.

Wieder sind nun, wie vor einem Vierteljahrhun- Ötrt, Millionen deutscher Männer zu den Waffen gcrufen worden, um das Reich und seine Rechte im ftten und Westen zu schützen. Wieder kommen die bleistiftgeschriebenen Karten und Briefe von den Standorten der Truppenteile in die deutschen Fa- niilien. Sie sind die unsichtbaren Brücken der Liebe unb des gegenseitigen Vertrauens zwischen Heimat md Front, in ihnen sammelt sich der ganze innere Reichtum, den ein Volk wie das deutsche in solchen Seiten gewaltigster Kraftanstrengung auf allen äußeren Gebieten seelisch in die Waagschale zu wer- bn hat. Diesen Reichtum auszubewahren und zu hüten, ist heute eine der wichtigsten Ausgaben jeder deutschen Familie. Dabei ist es völlig gleichgültig, Oi) es sich um die mit schreibungewohnter Hand auf ter Unterlage des Stahlhelms geschriebenen Zeilen eines Landarbeiters handelt oder um den flüssig : Mein geschriebenen Brief eines im Felde sieben­ten Studenten. Mit ihren Feldpostbriefen und Kar- ; tn senden alle diese Männer gleicherweise ihr Herz h die Heimat. Die Heimat wird, wie auf allen un­teren Gebieten unseres Lebens, im Gegensatz zum Hörigen Krieg auch diesen Botschaften ihrer Solda­ten ein tieferes und bewußteres Verständnis ent-

derer zu ermöglichen. .

Der größte Teil der Rückwanderer nahm in Gie­ßen nur einen kurzen Derpflegungsausenthalt. Ge­rade diese kurzen Aufenthalte stellten an alle Helfer und Helferinnen höchste Anforderungen. Die Tau­sende von Rückwanderern wurden mit einem regel­rechten Eintopfessen oder mit heißem Kakao, mit Tee, mit Butterbroten usw. verpflegt. Ue-berall waren Tische auf den Bahnsteigen aufgestellt, stan­den Kessel mit dem Essen oder mit Getränken, um jedermann möglichst rasch eine Stärkung reichen zu können. Bei der Zubereitung der Essen mußte man sich naturgemäß auf Eintopfgerichte beschranken, die stets mit Fleisch ei ntage gegeben wurden. Da mancher der Rückwandererzüge nur eine Viertel­stunde Aufenthalt hatte, muhte mit größter Schnel­ligkeit gearbeitet werden. Der Dienst an den Feld­küchen ging über Tag und Nacht. Immer wieder wechselten sich die Frauen der NS.-Frauenschaft und des Frauenwerks ab, unterteilten die Arbeit des Zubereitens, Hitler-Jugend sorgte mit Eifer und Begeisterung für die Feuerung unter den Kesseln, schleppten Gepäck, führten zu Quartieren und die Mädchen vom BDM. wußten sich ebenfalls auf vielerlei Art nützlich zu machen. Nachdem die zur Verfügung sichenden Pappnäpfe der NSV. vergrif­fen waren und kein Eßgeschirr mehr vorhanden mar, wurde rasch eine Geschirrsammlung durchge­führt, die ein erfreulich gutes Ergebnis zeitigte. Teller, Taffen und Löffel standen nun in ausreichen­der Menge zur Verfügung.

Aste Küchenabfälle dem EHW.

Erhöhte Anforderungen an das Ernährungshiifswerk im Gau Hessen-Nassau

NSG. An die Kreisfrauenschaftsleiterin Gießen trat ein Arzt der Chirurgischen Klinik heran mit der Bitte, ihm aus den Reihen der NS.- Frauenschaft = Deutsches Frauenwerk gesunde Frauen und Mädel im Alter von 18 bis 45 Jahren m melden, die bereit wären, sich im Bedarfsfall zur Blutübertragung für Kriegsverletzte zur Ver­fügung zu stellen. Augenblicklich find wenig Man­ner dieser Jahrgänge, die für Blutübertragungen in Frage kommen, vorhanden, so daß im Bedarfs- ialle Frauen einspringen müssen. Vier Gießener vrtsfrauenfchaftsleiterinnen haben insgesamt etwa 200 Frauen befragt, ob sie sich zur Blutübertragung bereit erklärten. 170 davon haben sofort ihre Zu-

roarten. .

Da gegenwärtig immer noch ein Teil der Jxua= Wanderer unterwegs ist, werden auch jetzt noch Tag und Nacht auf dem Bahnsteig die Feldküchen unter Feuer gehalten und dafür gesorgt, daß diese Volksgenossen warmes Essen erhalten können, wenn sie dessen bedürfen. Immer wird auch Kinder- und Säuglingsnahrung bereitgehalten, um für sUL ÄÄWÄSI für

Frauenwerks ein, um sich für die Unterstützung der die Rückwanderer hohe Anerkennung zu zollen. Rückwanderer zur Verfügung zu stellen. Für die-j

zu verhelfen. Eines starken Einsatzes bedurfte es aber auch für die Unterbringung der Rückwanderers bei Gießener Familien. Erfreulicherweise zeigte auch hier der größte Teil unserer Bevölkerung viel Verständnis, und viele Volksgenossen, die zum Bahnhof gekommen waren, nahmen von sich aus Rückwanderer mit, ohne erst eine Zuteilung abzu-

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Der Dienst findet von jetzt ab jeden Sonntag von bis 2.30 Uhr im Moeser-Heim, Seltersweg, statt.

Gießener Frauen als Blutspenderinnen.

DetSeiöNtioerfanö des GietzeimMeigers hält die ersehnte Verbindung unserer Soldaten und unserer Arbeitsmänner mit ihrer oberhessischen Heimat täglich aufrecht! Senden Sie an uns die Anschrift Ihres Familienangehörigen oder Ihres Freundes ein; alles übrige wird von hier aus pünktlich erledigt.

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