Ausgabe 
22.6.1939
 
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Spargel, 1. Sorte 54, 3. Sorte 33, Erbsen 28 bis 33,

Arbeit und mauern

Warnung vor Kopplungsverkäufen. Reue Tarifordnung für Groß- und Einzelhandel

Bedarf deckt.

Die Hausfrau muß wissen, daß sie es nicht nötig hat, zuerst oder zugleich andere Waren zu kaufen, um bei ihrem Kaufmann den Anteil an einer knap­pen Ware zu erhalten. Sie soll aber nicht mehr verlangen, als der Kaufmann ihr geben kann, fer­ner mckß jeder Versuch unterbleiben, den Kaufmann zu verleiten, ihr von einer knappen Ware mehr als ihren Anteil zu verabfolgen. Eine solche Bevor­zugung ist ungerecht, weil sie immer nur auf Kosten eines anderen Volksgenossen möglich ist.

bäumen traten hier und dort zerfallene und von Lauberüe überdeckte Mauerreste mit Mörtelstacken zutage. Niemand hatte sich aber bis jetzt darüber Gedanken gemacht, welche Bewandtnis es wohl mu diesen Trümmern haben könnte. Auch zahllose Wanderer haben, nicht geahnt, daß sie kurz nach dem Durchschreiten des lieblichen Salzbodetales bei der Schmelzmühle einen Weg nahmen, der zum Teil einmal vor tausend Jahren als Aufgangsweg zur Karollngerburg gedient hatte. An den Ring­mauerresten und ehemaligen Wallgräben, die der jetzige Weg durchschneidet, gingen sie achtlos vor-

Gemeinschastsabend Zrauenschast/Frauenwerk Gießen-Süd

itäg, 22. Juni, in allen Ruhe und Sicherheit für unsere Arbeit geschenkt geistiger Frische hat. Zu später Abendstunde wurde die Rückfahrt Der hochbetagte | nach Gießen angetreten.

Geistes zu sein, das sei unserem Leben die höchste | Erfüllung, Flamme zu sein für das ewige Feuer für unser Volk, das sei unsere höchste Pflicht. Und diese Plut, die in dieser Stunde unsere Herzen er­füllt, die einst der Beste der Nation entfacht hat zu neuem fielen, wollen wir nähren und mehren, da­mit sie zu einer lodernden Flamme in unserem ganzen Volk wird und den unerschütterlichen Glau­ben an Deutschland hineinbrennt in jedes deutsche Herz. Das sei die stolzeste Aufgabe unseres Lebens. Und wenn wir dann einst nicht mehr wandeln auf dieser Erde, wenn Generation auf Generation nach uns kommt, und wenn sie sich dann in gleicher Weise um diese Feuer versammeln, um dem Schick­sal zu danken, dann können sie stolz auf uns sein, daß wir der großen Zeit der größten Schicksalsent­scheidung unseres Volkes und des größten Deutschen, Adolf Hitler, würdig gewesen sind. Dann soll in ihren Herzen unser Geist unsterblich mahnen und in ihnen ein ewiges Feuer sein und sie entflammen zu der urewigen Pflicht und dem heiligen Glauben, daß Deutschland, unser Volk und sein tapferes, be-

über. _ . r, .

Dr. (Zürich, der sich um die Erforschung des geschichtlichen Wegenetzes sowie der dazu gehörigen Straßenkastelle in Hessen sehr verdient gemacht hat, blieb es vorbehalten, durch seine Grabungen Licht in das Dunkel der Vergangenheit des Gronauer Schloßberges (nach dem dicht neben der «chrnelz- mühle liegenden Gronauer Hof benannt, auch die Bauern der umliegenden Dörfer benennen diesen Teil des Salzbödetales die Gronau) zu bringen. Er stellte fest, daß hier unmittelbar an der durch zahl­reiche Wegerinncn kenntlichen frühgeschichtlichen aro- Ken Oberhefsischen Süd-Nord-Straße, die von Butzbach " . . ____ V ... nfhnrror

Im festlich geschmückten Raum fand am Dienstag ein Gemeinschaftabend der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks der Ortsgruppe Gießen- Süd statt, der der feierlichen Verabschiedung der langjährigen Ortsgruppenleiterin Frau Schön und der Einführung der neuen Ortsgruppenletterln Frau Kranz gewidmet war. Der Spiel- kreis der NS.-Frauenschaft und des Frauenwerks machte den Abend zu einer Feierstunde. In Ver-

M ÜK falt jünMriL-, mühMlle Weit und b«-'Mldes heMuWd, L-mMn dem Gronauer qo,

und der Schmelzmühle in einer Furt die Salzböde überschreitend und dann auf den Höhen über Nie­derwalgern sowie westlich Marburg (hier Wein-, d. h. Wagenstraße benannt) nach Wetter und Fran­kenberg weiterlaufend, ein geräumiges Straßen- kastell' bestanden hat. Keine Urkunde überlieferte uns etwas über das ehemalige Bestehen derartiger Bauten, so daß alles Wissen darüber aus der Spatenarbeit geschöpft werden muß. Man hat es, wie der Ausgrabungsleiter auf Grund von Der­gleichen mit ähnlichen Anlagen sowie durch die Art der bei den Grabungen vorgefundenen Topfscheroen festgestellt hat, zweifellos mit einer Burganlage aus dem achten Jahrhundert n. Ehr. (Karolinger­zeit) zu tun.

Waren durch die vor drei Jahren oorgenommenen Grabungen hauptsächlich der Verlauf und die Art der Umfassungsmauern sowie der Wallgräben fest­gestellt worden, so haben die gegenwärtia im Gange befindlichen Grabungen weitere interessante Auf­schlüsse über die früheren Bauten innerhalb der Ringmauer ergeben. Dr. Görich ging an einer Stelle, wo aus dem Waldboden zum Vorschein kommende Mauertrümmer einen ehemaligen Stein»

Tarifordnungen außer Kraft setzen. Die neue Tarifordnung stelle den sichtbaren Ausdruck unserer im nationalsozialistischen Dritten Reich von sozialem Geiste erfüllten Wirtschaftsform dar. Die Bestimmungen der neuen Tarifordnung seien so aus­zulegen, daß das Interesse der Allgemeinheit ge­wahrt bleibe. Entscheidend für die neue Tariford­nung, die eine Fülle klarer Bestimmungen enthalte, sei der Geist, in dem die Auslegung geschehe.

In seinen weiteren Darlegungen gab der Redner eine auführliche und systematische Erläuterung der einzelnen Bestimmungen. Die Tarifordnung gelte für das ganze Wirtschaftsgebiet Hessen, für alle Betriebe des Groß- und Einzelhandels, für alle Gefolgschafts­mitglieder, soweit sie invaliden- und angestelltenver­sicherungspflichtig sind. Die regelmäßige werktägige Arbeitszeit dürfe, ausschließlich der Pausen, 8 Stun­den nicht überschreiten. In Großhandelsbetrieben müsse an Samstagen um 14 Uhr Arbeitsschluß sein. Eine eingehende Betrachtung erfuhr die Regelung der Freizeit, wie sie sich aus der Tarifordnung ergibt. | In weiteren Darlegungen beschäftigte sich der Redner

** Besichtigung des neuen Versuchs­gutes Rauisch-Holzhaufen. Die Gefolg­schaft des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzen- ziichtung unserer Universität unternahm einen Aus­flug, und zwar zunächst nach Marburg. Auf herr­lichen, schattigen Waldwegen begann der Marsch. Nach froher Rast am Waldesrand strebte man der Amöneburg zu. Während der Mittagspause widmete man sich der herrlichen Landschaft, welche sich rings­um im schönsten Sonnenschein den Blicken darbot. Das eigentliche Ziel des Tages war Holzhausen, das mit seinem neuen Versuchsgut nunmehr mit unserer Universität verbunden ist. Der Hof mit seinen schmucken Gebäuden, die schönen Felder und der große, gepflegte Schloßpark erregten allgemeine Be­wunderung. Nach einem Rundgang durch das Dorf, das mit seinen sauberen Fachwerkhäusern und der schmuck/n Tracht seiner Bewohner Einblick in un­verfälschte bäuerliche Kultur gewährte, versammelte sich die Gefolgschaft zum Abendessen. In einer kurzen Ansprache gedachte hier Professor Dr. S e s s o u s der Kameradschaft und harmonischen Zusammen­arbeit, die von jeher im Institut geherrscht haben. Gern stimmten alle dem Dank zu, welcher immer wieder dem Manne gezollt werden muß, der uns

grüßte die neue Leiterin her Ortsgruppe und wünscht ihr eine erfolgreiche Arbeit. Danach sprach Kreisfrauenschaftsleiterin W r e d e herzlich und ernst über die gesamte Frauenarbeit, in der wir alle wie Geschwister nebeneinander zu stehen hätten, jedes dem anderen hilsteich zur Seite. Auch sie dankte der bisherigen Ortsgruppenleiterin für ihre geleistete, erfolgreiche Arbeit und führte Frau Kranz in ihr zukünftiges Arbeitsgebiet ein.

Nach dem Gedicht:Dem Werk verschworen" von Anacker spielte der Spielkreis noch Weisen von Telemann und Pachelbel für Streichinstrumente und Blockflöten. Zum Schluß erfreute ein Singkreis mit einem .^Jubilate".

Gietzener wochenmarktpreife.

* G i e ß e n, 22. Juni. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing 18 bis 20, Weißkraut 20 bis 25, gelbe Rüben, das Bündel 15 bis 20, Spinat, % kg 18 bis 20, Römischkohl 15 bis 20, Bohnen, grün, 30,

Iwndfunkprogramm

Areilag, 23. 3uni:

5 Uhr: Frühmusik. Ausführende: Musikzug der SA.-Gruppe Westmark. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenlied Morgenspruch Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das Stabs­musikkorps des Lustgaukommandos 1. In der Pause: 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Dornröschen war ein schönes Kind ... 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das Hermann-Hagestedt-Orchester. 9.30: Nur ^reiburg: Nachrichten. 10: Schulfunk. Mund­orgel und Schifferklavier. Eine kleine schwäbische Stadt versorgt die Welt damit. Hörfolge. 10.30: Falsches und richtiges Training. Gedanken um Sport und Sportarbeit. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Es spielt das Städtische Orchester Saarbrücken. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Lehäriana. 16: Zwei Stun­den im Rhythmus der Freude. Einlage 17 bis 17.10: Aus dem Frankfurter Anekdoten-Büchlein. Von Karl Friedrich Baberadt. 18: Zwischen Enkel und Ahn. 18.15: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.30:Das Lied der Heimat". Historisches Volkslieder. Hörfolge. 19.15: Tagesspiegel, u. a. Großdeutschland - Rundfahrt: Hannover Leipzig. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher (Industrie-Schall, platten und Eigenaufnahmen). 20: Nachrichten. 20.15: Internationale Orchesterkonzerte Wiesbaden. Skandinavisches Konzert. 22: Nachrichten. 22.30 bis 24: Tanz- und Unterhaltungsmusik«

nahmen.

Bei Antritt der Wanderung gab Dr. Görich einen kurzen Rückblick auf die reiche geschichtliche Ver­gangenheit des bereits 1108 urkundlich erwähnten Dorfes Fronhausen mit seinen ehemaligen Wasser­burgen adliger Herren, schönen alten Fachwerk­häusern und vor allem der den Ort überragenden alten Wehrkirche aus dem 12. Jahrhundert, einer der schöpften Oberhesjens»

Mann ist langjähriger treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. (Unseren herzlichen Glückwunsch zum Ge­burtstag!)

**PolizeiimKampfgegenVerkehrs° s ü n d e r. Die Polizei hatte in der Zeit vom 9. bis 15. Juni wiederum gegen eine Anzahl Verkehrs­sünder einzuschreiten. 26 Kraftfahrzeugführer wurden zur Anzeiae gebracht. In zwei Fällen erfolgte eine gebührenpflichtige Verwarnung. Radfahrer wurden in neun Fällen gebührenpflichtig verwarnt; ein Rad­fahrer mußte zur Anzeige gebracht werden.

** Militärkonzert. Am gestrigen Mittwoch­nachmittag erfreute das Musikkorps des Flieger­horstes Gießen die Patienten und Angestellten der Chirurgischen Universitätsklinik durch ein Militär­konzert. Die Zuhörer wußten den Soldaten herzlichen Dank.

Wer knappe Ware zu Hamstern versucht, ist ein Volksschädling'. Als ständiger Kunde eines Kauf- l±rJeial" «r°"°1rfuck/di- !mitUn B°dfligun^m unter denen Mehrarbeit ge-

gHSB " in dn "" Ȁ

Dtt P?eiÄrberwachungsstellen sind von mir er- die Form der Entlohnung nach der Ortsklasseneintei- mächtigt und angewiesen worden, aegen Kopp­lung s v e r k ä u f e von Lebensmitteln mit besonderer Schärfe einzugreifen und die Schuldigen empfindlich, eventuell mit I dauernder Schließung ihres Geschäftes zu bestrafen.

werden mußte.

Die Burganlage des GronauerSchloß- b e r g e s hat der Lage der Bergnase angepaßt die Form eines germanischen Schildes, bei etwa 200 Meter Länge und 80 Meter Breite an der Stelle, wo der Schloßberg nach Südwesten zu in ein noch ansteigendes Ackerfeld (BattingsfeÜ)) übergeht. Nach dieser Seite der Buraanlage, die bei etwaigen Anaristen am meisten gefährdet war, ist im Verlaufe ihres Bestehens einmal eine Erwei­terung vorgenommen worden. Wie die Nachgrabun­gen ergaben, erbaute man zunächst außerhalb des ursprünglichen Wallgrabens und der dahinter be­findlichen Umfassungsmauer eine neuere Mörtel- mauer und legte vor dieser einen neuen Wallgraben (Spitzgraben) an. Nach Fertigstellung der neuen Be- estigungslinie ist dann die dahinterliegende alle be- eitigt worden. Der Wallgraben hat sich im Laufe der Jahrhunderte größtenteils mit Laub erde ange- sülll. Sein früherer Verlauf ist aber noch sehr gut zu erkennen. Er erübrigte sich vor dem f turmfreien Teil der Dura an läge, d. h. wo die Bergnase des Schloßberges steil ins Salzbödetal abfällt und die Umfassungsmauer auf dem oberen Rande des Steil­hanges aufgesetzt ist. Das Eingangstor der Burg- anlage ist leider beim Bau der nach dem Waldhaus führenden Straße man benutzte dabei den Ver­lauf der früheren Auffahrt zur Burganlage etwa 1730 bis 1740 zerstört worden. Auch viele Stellen der die Burganlage umgebenden Umfassungsmauer, die durchschnittlich 1,20 bis 1,80 Meter, manchmal aber bis zu 2,30 Meter dick war, Haden in vergan­genen Jahrhunderten, als man für die Erhaltung der Zeugen unserer geschichtlichen Vergangenheit kein genügendes Verständnis aufbrachte, als be­quemer Steinbruch gedient. Sämtliches Mauerwerk besteht aus unbehauener Grauwacke und ist in Mör­tel gefetzt auf dem Lehmunter gründ aufgebaut wor­den. Die frühere Höhe der Umfassungsmauern läßt sich nicht mehr feststellen.

Der größte Teil der innerhalb der Burganlage vorhanden gewesenen Bauten scheint aus Holz be­standen zu haben, von denen außer einigen vorge­fundenen Pfostenlöchern, heute natürlich nichts mehr nachweisbar ist. Soweit bis, jetzt festgestellt, sind drei Stein baut en vorhanden gewesen, von denen Dr. Görich jetzt die Grundmauern eines 9 Meter langen und 5 Meter breiten Gebäudes mit 4X4 Meter breitem Turm und einer an dem Längsdau anhängenden Apsis freilegte. An meh­reren Stellen des Mauerwerks ist eine grätenartige Mauerung zu erkennen. Anhaltspunkte dafür, wel­chen Zwecken dieses Gebäude gedient haben mag, haben sich noch nicht ergeben. Vermuten könnte man bei dem Vorhandensein einer nach dem Osten liegenden Apsis, daß es zu Gottesdiensten benutzt wurde, wenn diese Apsis nicht an die Südwestecke des Gebäudes anschlösse und bis zur Mitte der äst- lichen Längsseite reichte, statt überhaupt an deren Mitte anzuschließen.

Den vorgefundenen Scherben nach zu urteilen, scheint die ganze Burganlage bis zur Ottonenzeit (etwa 10. Jahrhundert) bestanden zu Haden. Nie­mand weiß, ob sie in einem Kriege zerstört wurde ober ob sie nachdem sie verlassen war all­allmählich zerfiel. Dichter Wald wuchert jetzt bort; wo ehedem einmal reges Leben herrschte. Die ehe­malige über die Höhenrücken hinziehende frühge­schichtliche Süd-Noid-Sttaße verlor ihre Bedeutung und geriet in Vergessenheit, als in den ehemals versumpften Tälern Straßen angelegt wurden und diese einen bequemeren Verkehr ermöglichten.

Es ist zu hoffen, daß bei weiteren Ausgrabungen doch einmal Gegenstände zum Vorschein kommen, welche das Dunkel der Vergangenheit des Gronaiker Schloßberges weiter erhellen. Mit Dankesworten an den Entdecker der Burganlage und Leiter der Ausgrabungen, Dr. Görich, für seine ausgezeichnets Führung und Erläuterung traten die Ausflugsteil­nehmer den Rückmarsch an.

hing, die Entlohnung nach der Einreihung in die Be­schäftigungsgruppe, über die aushilfsweise Tätigkeit und die daraus sich ergebenden Rechte und Dflichten. Mit Interesse wurden die Darlegungen verfolgt, die die Behandlung und Entlohnung der Angestellten ohne Berufsausbildung berührten; an vielen Bei- pielen erläuterte der Redner aber auch die Ein- tufung der Angestellten entsprechend ihrer verschie- lenartigen Berufsausbildung und ihrer jeweiligen Tätigkeit. Mit aller Klarheit umriß der Redner die Regelung der sozialen Zulagen, wie sie sich aus der neuen Tarifordnung ergeben.

Immer wieder wurde dabei betont, daß bestehende günstigere Bedingungen durch die neue Tariford­nung nicht aufgehoben werden, sondern bestehen bleiben müssen. Des weiteren gab der Redner davon Kenntnis, daß die Lohnzahlungen für den gewerb­lichen Angestellten und Arbeiter nach Möglichkeit auf den Donnerstag vorverlegt werden sollen, damit der Samstag als bisheriger hauptsächlicher Ein- kaufstag immer mehr Entlastung erfahre. Es solle eines Tages erreicht werden, daß auch der Einzel­händler die Möglichkeit Hobe, zum Wochenend-Früh­schluß überzugehen. In seinen weiteren Ausführun­gen behandelte der Redner die vielen Möglichkeiten der Anbahnung eines immer herzlicheren Treuever­hältnisses zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft und wies auch die Wege, die zu diesem Ziele fuhren können. So gab er an Hand der Tarifordnung An­regungen dafür, wie die Fragen der Urlaubsgebung, der Behandlung in Fällen von Krankheit, der Zeug­nis-Ausstellung, der Kündigung usw. behandelt werden sollen. Er faßte die Gedanken zusammen, in dem er sagte, daß die neue Tarifordnung ganz darauf abaest'ellt sei, dem einzelnen Betrieb, wie auch der Wirtschaft in ihrer Gesamtheit zu einer kraftvollen Gmeinsamkeit zu verhelfen.

Der Vortrag wurde mit großem Beifall aus­genommen. Kreisfachgruppenletter Büttner dankte dem Redner und schloß die Versammlung nach­dem eine Reihe von Fragen aus der Versammlung heraus gestellt und vom Redner der Tagung beant­wortet worden war mit dem Treuegelöbnis zum Führer.

Oie Karolingerburg am Salzbödetal

. Neue Ausgrabungserfolge. Ausflug des Hessischen Geschichtsvereins Mneralogenkongreß in Gießen.

f h;<5 Vor drei Jahren wurden im Rahmen der vom

Die Deutsche Mineralogische Gesellschaft, die iw für geschichtliche Landeskunde von Hessen-

Vorjahre ihren Kongreß in Graz abgehalten hat, (Marburg) oorgenommenen Grabungen,

hat für das Jahr 1939 als Kongreßort die Univer-b\r Stellung karolingischer Burgplätze sitätsstadt Gießen gewahtt. Zu diesem Kongreß unb Ar aufschlußreiche Erfolge zeitigten, werden etwa 75 Wissenschaftler aus bem ganzen 0 öem @rOnaUer Schloßberg unweit ber Schmelz- Reichsgebiet erwartet Man erhofftauch die Teil- salzbödetal von Dr. W. Görich die

nähme einiger ausländischer Wi senschaftler aus den « 2 eines riesigen karolingischen Straßenkastells nordischen Ländern. Die örtlichen Vorbereitungen cr ! Ißqt roar die dicht bewaldete etwa 50 für die Tagung liegen m Händen ^s Direktors des 0-^ Bergnase, die sich vom Krofdorfer

Mineralogischen und Petrographischen Instituts un- her ins Salzbödetal oorschiebt, auf den

ferer Unioerfität, JPr°f?nor 2)r. ß e f) a Flurkarten mit dem Namen Schloßberg "

Der Tagung, die sich über den Zeitraum von v unb im Dolksmund der umliegenden Ort-

.brei Tagen (7. bis 9. September) .erstrecken wirb, 4 erzählte man sich, baß hier ber Raubritter gehen mineralogische Exkursionen m das Lahntal '^bberich gehaust habe. Zwischen den Walb­und in das Siegerland voraus, anschließend an oie | _____ ru;», ,.»,>> nnh nnn

Arbeitstagung werben der Vogelsberg und das Hessische Hinterland besucht. Zum Abschluß^ des . Kongresses werden die Teilnehmer Gäste ber ötabt Gießen sein und einen Ausflug nach Münzenberg unternehmen, um ihnen Gelegenheit zu geben, neben : den Schönheiten unserer Stadt auch die Wetterau kennenzulernen. In Münzenberg soll dann auch ein Heimatabend stattfinden, der die Wissenschaftler mit dem oberhessischen Volkstum in engste Berührung bringt Für diesen Heimatabend hat schon jetzt Georg Heß (Leihgestern) seine Mitwirkung zug-sagt.

Als die Fahrtteilnehmer auf dem Höhenzug zwi- chen Lahn- und Salzbödetal die Wegerinnen der rühgeschichtlichen Süd-Nordstraße erreichten und dann ins Salzbödetal hinabstiegen, gab ein einsetzen- der Gewitterregen Anlaß zu vorzeitiger Einkehr in die Wirtschaft der Schmelzmühle. Dr. Görich be­nutzte diese Gelegenheit, um an Hcntd von Karten- 1 kizzen die bisherigen Ergebnisse seiner Forschungen über die geschichtliche Vergangenheit des Gronauer Schloßberges wie er den von ihm entdeckten karolingischen Burgplatz am Salzbödetal benannt hat in anschaulicher Weise darzulegen. Danach hat man von dem Burgensystem, welches die vom Rhein und Main aus gegen die Grenze des Sach­senlandes vorstoßenden Reichsstraßen beschützte, bis vor wenigen Jahren nur etwas geahnt. Auf Grund der vorgenommenen Forschungen lassen sich jetzt im Verlaufe der großen zur Diemel ziehenden Süd- Nord-Straße mindestens acht Burgplätze nachweisen, die immer etwa eine Tagereise (zu da­maliger Zeit 21 bis 25 Kilometer) voneinander ent­fernt liegen. So seien hier die Burgplätze Wetzlar, Gronauer Schloßberg, Wetter und Frankenberg, Korbach und Goddels­heim sowie schließlich die Eres bürg (Ober- marsberg) genannt. Die Besatzungen dieser Burg­plätze sicherten die Reichsstraße, gewährten den durchziehenden Kriegern Unterkunft und bildeten wohl auch Stapelplätze für ihre Verpflegung, die hier­her von den umliegenden Ansiedlungen geliefert

bau vermuten ließen, mit dem Spaten an die legte nunmehr d i e Grund- _________ eines geräumigen Apsis- gebäudes mit Turm frei. Der Besichtigung dieses neuen Ausgrabungserfolges galt ein Aus­flug, den die Ortsgruppen Marburg und Gießen des Hessischen Geschichts- Vereins von Fronhausen aus unter ber sach­kundigen Führung des Ausgrabungsleiters unter»

Msi.j mm hürfo« Spargel, 1. Dorre 04, ö. öone so, uro en vis oo,

gnabetes Blut me untergeljen burfen. Tomaten, 35 bis 50, Zwiebeln 15 bis 18, das Bündel

Zhes wollen mir anffefttfjts der Unendlichkeit als 15 bis zg, Kartoffeln, neue, % kg 12 bis 15 Pf.,

un(er oberstes Gesetz bekennen. Wir wollen uns ver. a(tc, kg 5 P- 5 kg 45 Pf 50 kg 3,40 bis 4 Mark,

»ch"". wie dieses Feuer, m ber Liebe und Pflicht- Ai^n, kg 30 bis 50 Pf., Stachelbeeren 25, erfullung für das Größte, das uns der Schöpfer Erdbeeren 50 bis 65, Blumenkohl, das Stück 10 bis gab, für unser unsterbliches Volk Und möge dann: 60 Salat 5 bis 12, Salatgurken 20 bis 50, Ober- kommen,"was da will, w,r werden ledes Schicksal k^hlrabi 8 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, . ...... - . , . r Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.

Die Jugend griff diese Gedanken an eine große *

Zukunft auf unb fang gleichsam als Bestätigung ** ; d M ri: n &; r s höihorffirthtraio-

SÄrasaEssfi it. s Führer zusammen in dem Treueruf. Mit dem Horst-75 l ll

SSefiel-SieS klang die Feierstunde aus. wurde b^rJubilar

Dann wurden die Fahnen ausgenommen und mit |m K^ise seiner Arbeitskameraben geehrt unb erhielt klingendem Spiel und wehenden Dannern marschier- gleichzeitig ein Glückwunschschreiben des Oberbürger- ten die SA., die Politischen Leiter und die Jugend Leisters sowie einen Treuegelbbetrag.

in die Stadt zuruck. Ein Fünfundsiebzigjähriger. Der

Sörnöftlßn I städtische Arbeiter i. R. Karl Schäfer, Wiesecker

® I Weg 44, kann am heutigen Donnerstag, ~

Tageskalender für Donnerstag. I außerordentlicher körperlicher unb t ' v ,

Gloria-Palast, Seltersweg:Anna Favetti". seinen 75. Geburtstag begehen. Der hochbetagte j nach Gießen angetreten. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Katja, die ungekrönte

b Ubun8'teilt mit?^EinigVVorfälle'^ben mir Versammlung der Betriebsführer und Betriebsobmänner in Gießen.

Veranlassung, mit allem Nachdruck darauf hinzu-

weisen, daß Kopplungsverkäufe von Lebensrnitteln Die Deutsche Arbeitsfront, FachgruppeGroß- und durch die Vorschriften der Verordnung zur Derbil- Einzelhanbel" hatte für den gestrigen Mittwochnach- ligung des Warenverkehrs vorn 29. Oktober 1937 in mittag bie Betriebsführer unb Betriebsobrnanner allen Wirtschaftsstufen, vorn Erzeuger bis zum bes Groß- ynb Einzelhanbels zu einer Versammlung Groß- unb Einzelhändler verboten sind. Zu° in benBurghof" eingelaben, in ber aus berufenem Widerhandlungen werden schwer be- Munbe bie neue Tariforbnung zur Sprache gebracht st r a f t. Auch Waren, bie zeitweilig knapp sinb, würbe, bie am 1. Juni für ben Groß- unb Einzel­müssen ungekyppelt verkauft werben. Wer einen hanbel in Kraft trat.

Käufer nötig hat, zugleich anbere Ware zu kaufen Kreisfachgruppenletter Büttner hieß bie Ver­um eine bestimmte Ware zu erhalten, verteuere treter bet Gauwaltung 9er DAF. unb bie Berufs- damit bie Kosten der Lebenshaltung. Kopplungs- kameraben willkommen unb sprach in wenigen Sätzen Verkäufe von Lebensrnitteln sind deshalb Verrat an über bie hohe Bebeutung ber neuen Tariforbnung. ber Volksgemeinschaft! Der Referent ber Versammlung, Gaufachgruppen-

Der Kaufmann hat bie Pflicht, seine Waren ge- walter S t e i n e r (Frankfurt a. M.) gab zunächst zur recht zu verteilen. Wenn er baher bei der Abgabe Kenntnis, baß burch bie neue Tariforbnung, bie in knapper Ware seine Stammkunben in erster Linie jahrelanaer Arbeit für bas ganze Wirtschaftsgebiet beliefert, so beugt er bamit Hamsterkäufen vor und Hessen (Gaue Hessen-Nassau unb Kurhessen) ge­sichert der arbeitenben ober im Haushalt stark be- schaffen worben sei, insgesamt 5 6 bisherige schäftigten Hausfrau ihren Anteil. Gerecht handelt der Kaufmann, der bei der Verteilung knapper Ware die Haushaltungskopfzahl des Stammkunden berücksichtigt. Ungerecht handelt derjenige, der die knappe Ware in erster Linie auf Kosten der wirt­schaftlich schwächeren Kunden solchen zukommen läßt, die Diel kaufen. Stammkunde ist nicht der viel kauft, sondern ber ständig in bemgleichen Geschäft seinen