Ausnahme brachten sie zu ihren Verschwörer-Mahlzeiten immer ihre hübschen jungen Frauen mit, so daß die Polizei dann bald im Bilde war Da sind die Herren Parlamentarier schon klüger und bleiben unter sich. Wenn an ihren Tafelfreuden Außenstehende teilnehmcn, dann sind es führende Bankiers wie T a n nt r e n von der „Union Parisienne", der Bank der französischen Rüstungs-Industrie, der Oberst Mercier, Bei!rauensrnann der Dreyfus und oft auch der Rothschild, der Zeitungsmagnat G u i m i e r , Beherrscher des vielgelesenen „Journal", und andere — an Diskretion gewöhnte Männer. ' Natürlich ist das Bedienungs-Personal zu gleicher unverbrüchlicher Diskretion angehalten, jeder Versuch, ihnen ein Wort ober einen Tip zu entlocken, ist vergeblich. Wenn manchmal doch etwas über die hochpolitischen Dejeuners durchfickert, bann kommt die Indiskretion immer aus den Reihen der Politiker selbst. So weiß man heute, daß der etappenweise Sturz der Volksfront-Regierung in diesen Räumen beschlossen wurde, ebenso wie manche Phase der Frank-Abwertung und der französischen Wirtschaftspolitik. 1935 wurde hier der Sturz Flan- dins gemanaget und 1938 der Blums. Eine richtige „Derfchwörerhöhle" also — aber sicher die komfortabelste, die man sich oorstellen kann.
Aber das Restaurant Drouant ist keineswegs das einzige der „politischen" Restaurants von Paris. Laval pilgert auch gerne nach dem Montpamasse, in die „Soupole", der Außenminister B o n n e t aber gibt seine vertraulichen politischen Frühstücks i n dem Restaurant „Fouque t", an der Ecke der Avenue Georges V. und der Shamps Elyfees. Das Publikum „lchex Fouquet" ist kosmopolitischer als das von Drouant, vielleicht ist es gerade das, was Bonnet dorthin zieht, der bekanntlich ausgezeichnete Beziehungen zur englischen und amerikanischen Hochfinanz besitzt. Die Pariser Korrespondenten der großen englischen und amerikanischen Presse treffen sich vorzugsweise bei „Brummel" o b e r „L u c e", nur wenn sie ganz ungestört beim Essen wichtige Verhandlungen pflegen wollen, verlegen sie ihre Zusammenkunft in em kleines Restaurant im Osten von Paris, das außerdem den Vorzug auf- weist, die besten Lyoner Fischklößchen und den ausgezeichneten „coq au vin“ von Paris zu fermeren.
Daladier endlich, Frankreichs Ministerpräsident, trifft seine engeren politischen Freude „ch e z Marius". Ein kleines, äußerlich unscheinbares Restaurant im Pariser Hallen-Diertel, an dessen Ausschank oft grotesk schmutzige Markthelfer stehen, und das ein billiges Menu serviert. Kaum einer der zufälligen Besucher weiß um das Geheimnis dieses Lokales. Nur die herrlichen Luxus-Früchte, die überall in den unansehnlichen Räumen herumstehen, verraten, daß hier „etwas los" ist. Der Kenner ersieht das Weitere aus ber lakonischen Ankündigung auf ber Speisekarte: „Fisch-Spezialitäten auf Bestellung". Und in der Tat: der Marseiller Meisterkoch Marius ist für seine Bouillabaisse, diese Marseiller Fischsuppe mit ihren tausendundeine Ingredienzen, berühmt. Daladier, selbst ein Sohn des Südens, Hebt sie, und oft, während im Hauptlokal Markthelfer und Taxi-Chauffeure ihr billiges Mahl einnehmen, sitzt er oben im ersten Stock, m einem kleinen Nebenzimmer, bei Bouillabaisse und Pastis. Und entscheidet dabei im leichten Tischgespräch über Frankreichs Schicksal ...
Leistungssteigerung durch Schönheit der Arbeit. In Freiburg i. Br. sprach auf ber Reichstagung bes Amtes „Schönheit ber Arbeit" Hauptamtsleiter Selzner. Die Ziele, die bas Amt „Schönheit Der Arbeit" vertritt, so sagte er, bedeuten eine ungeheure ß e i ft u n g s ft e i g e • run-g des deutsches Volkes und sind ein Ausdruck
des nationalsozialistischen Wollens. Wer für ein Arbeitsethos eintritt, wird das Schlagwort von der „dreckigen Fabrik" zerschlagen müssen. Denn nur dann wird er die Diffamierung des Fabrikarbeiters, wie sie aus der libe- ralistischen Zeit überkommen ist, beseitigen können. Wenn wir die Volksgemeinschaft wollen, dann muß zunächst einmal ber freie, selbst- und ehrbe- wußte und gleichberechtigte deutsche Mensch geschaffen werden. Selzner wies auf das Wort Dr. Leys hin, wonach die ideelle Auffassung der Arbeit auch zugleich die rentabelfte ist. Die DAF. spricht den Menschen immer wieder von Der ideellen Seite an. So werden Kräfte frei, die bisher unvorstellbar waren. Don einer endgültigen Erreichung bes Zieles „Schönheit der Arbeit kann erst gesprochen werden, wenn die Zweckform m den Industriebauten und in der Gestaltung des Arbeitsplatzes mit ber künstlerischen Form harmoniert. Wenn sich ber Mensch an klare, schöne und zweckmäßige Formen gewöhnt, dann wird er sich auch unweigerlich mit seinen Gedanken dem Großen und Schönen zuwenden. Tatkraft und Initiative werden geweckt und nach dem Wollen bes ersten Arbeiters und Gestalters, Adolf Hitler, gelenkt. Das ist die Zielsetzung von „Schönheit der Arbeit" im wahrsten Sinne unseres rassischen Denkens, der größte Baftor in dem Bestreben nach einer Steigerung der eiftung.
Ehrung namhafter Künstler und Wissenschaftler.
Berlin,, 20. April. <DNB.> Der Führer hat aus Anlaß seines 50. Geburtstages eine Reihe von Ehrungen an namhafte Vertreter von Kunst und Wissenschaft ausgesprochen. Es wurden u. a. verliehen ber Titel Professor: bem Maler Fritz Bayerlein in München, dem Maler Erich Matt schaß in Berlin-Zehlendorf, dem .Kunstmaler Franz S t a ß e n in Berlin, bem Probuk- tionsleiter Karl Ritter in Berlin-Schmargendorf, bem Bühnenbildner Lubwig Sievert in München.
Der Titel Generalintendant: dexn Leiter der Städtischen Bühnen Hans Meißner in Frankfurt a M., der Titel Generalmusikdirek- t o r dem Oberleiter bes Hessischen Landestheaters Fritz Mechlenburg in Darmstadt.
Der Titel Staatsfchauspieldirektor dem Direktor der Münchener Kammerspiele Otto Falckenberg in München; ber Titel Staats- kapellmeister dem Kapellmeister Herbert von Karajan in Aachen.
Außerdem wurden verliehen: der Titel Staats» schauspieler den Schauspielern Ren6 Delt- g e n, Karl Ludwig Diehl, Johannes Riemann, Heinz Rühmann, Josef Sieber, Robert Taube in Frankfurt a. M., Hermann T h i m i g in Wien, Paul Wagner in München.
Der Titel Staatsschauspielerin: Pta Benkhoff, Lina Carstens, Elisabeth Flik- k e n s ch i l b t, Brigitte H o r n e y , Gefion Helmke in München, Else Knott in Frankfurt am Main, Angela Salloker, Paula Wessely in Wien;
der Titel Kammersänger: dem Opernsänger John Gläser in Frankfurt am Main;
ber Titel Kammersängerin: ber Staatsopernsängerin Rut Berglunb, ber Opernsängerin Maria Reininger in München.
Ferner hat ber Führer einer Reihe von -Architekten ben Titel Baurat, einer Anzahl von Aerz- ten und Tierärzten den Titel Sanitätsrat und D e t e r i n ä r r a t und einer größeren Anzahl von Rechtsanwälten und Notaren den Titel Juftiz- r a t verliehen.
Ernennungen in der Polizei.
Berlin, 19. April. (DNB.) Der Führer hat folgenden Generalmajoren ber Ordnungs- polizei den Charakter eines Generalleutnants ber Orbnungspolizei verliehen: von Kamptz, Kommandeur ber Schutzpolizei, Berlin, Pfeffer- Wildenbruch, Generalinspekteur ber Polizeischulen, von Bomhard, Chef bes Kommandoamtes im Hauptamt Ordnungspolizei, Mülverstedt, General- infpetteur ber Schutzpolizei. Zu Generalmajoren ber Orbnungspolizei wurden ernannt: die Obersten der Schutzpolizei Jedicke, Inspekteur der Orbnungspolizei in Koblenz, Meyszner, Inspekteur ber Orbnungspolizei in Wien. Folgenden Obersten ber Schutzpolizei wurde der Charakter eines G e • neralm.ajors verliehen: Riege, Inspekteur ber Orbnungspolizei in Breslau, Querner, Inspekteur ber Orbnungspolizei in Hamburg, Becker (Herbert), Kommandeur ber Schutzpolizei in Wien.
Ernennungen
im Reichswirtschastsniinisteriuni.
Berlin, 19. April. (DNB.) Der Führer hat die Hauptabteilungsleiter im Reichswirtschaftsministe- rium Generalmajor von Hanneken und Ministerialdirektor von Jagwitz zu Unterstaatssekretären ernannt. Ferner hat ber Führer den Ministerialrat im Reichswirtschaftsministerium Günther zum Ministerialdirigenten und ben Leiter bes Ministerbüros, Oberregierungsrat Walter, zum Ministerialrat ernannt.
Ministerialrat G. W. Müller.
Oberregierungsrat G. W. M Ü l l e r im Reichs- minifterium für Volksaufklärung unb Propaganba ist zum Ministerialrat-beförbert worben. Ministerialrat Müller ist im Gau H e f f e n -N a f - f a u wohlbekannt, ba er von 1935 bis Enbe 1936 als Leiter bes ©aupreffeamts in Frankfurt tätig war. Er hatte schon seit 1924 ber Hitler- Jugenb unb später bem NS.-Stubentenbunb angehört; er ist auch Träger bes Golbenen Ehrenzeichens ber Partei. 1933 legte er bie Erste juristische Staatsprüfung ab unb war bann Referent in ber bamali- gen ßanbesfteUe Hessen-Nassau bes Reichspropa- ganbaminifteriums. Enbe 1936 würbe er als Abju- tant bes Reichsministers Dr. Goebbels nach Berlin berufen. Er würbe bann Oberregierungsrat unb Ministerialrat.
Generalarbeitsführer Neuerburg.
NSG. Anläßlich feines 50. Geburtstages hat ber Führer ben Führer bes Arbeitsgaues XXII, Hessen - Norb, Oberstarbeitsführer Willy H Neuerburg, zum Generalarbeitsführer beförbert. Neuerburg steht im 49. Lebensjahr. Er ist gebürtiger Düfselborfer, ftubterte in München unb an ber Berg- afabemie Berlin unb würbe 1913 Bergreferendar. 1914 trat er als Kriegsfreiwilliger ein und wurde am 10. Mai 1915 bei Ypern schwer , verwundet. 1933 war er Sonderreferent für ben Freiwilligen Arbeitsdienst beim Präsidenten des ßanbesarbeitsamtes Hessen in Frankfurt a. M. Anschließend. Bezirks- kommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst. Am 5. Oktober 1933 berief ihn ber bamalige Reichskommissar für den Arbeitsdienst, Oberst Hierl, zum Arbeitsgauführer XXII.
Generalarbeitsführer Faatz.
NSG. Der Führer hat anläßlich feines 50. Geburtstages den Führer des Arbeitsgaues 25 H e f f e n - S Ü d , Oberstarbeitsführer Wilhelm Faatz zum Generalarbeitsführer befördert. Faatz wurde 1891 in Afsenheim (Oberhessen) geboren. Er besuchte die Realschule i n Friedberg und bie Oberrealschule in Gießen 1920 legte er bie forstliche Sta atsprüfung für ben höheren
Verwaltungsbienst in Hessen ab. Nach über zehnjähriger praktischer Tätigkeit schied er 1931 aus ber Forstverwallung aus. Den Weltkrieg machte Gene- ralarbeitssührer Faatz als Offizier an ber West- unb Ostfront mit und wurde mit bem E. K. I ausgezeichnet. In bie NSDAP, trat Faatz am 1. April 1930 ein. Im Ium 1930 wurde er in Öen Wirtschaftsrat des Gaues Hessen berufen und übernahm bie forstliche Gaufachberaterstelle im Agrarpolitischen Amt für ben Gau Hessen. Am l.Juli 1932 würbe er Gaufachbearbeiter für ben Arbeitsbienst. Dom 19. Oktober 1932 bis 5. April 1933 führte er bie Gaugruppe Hessen, anschließend wurde er Bezirksführer für ben Freiwilligen Arbeitsdienst in Hessen. Am 16. Oktober 1933 übernahm Faatz ben Arbeits- gau XXV Hessen-Süd.
Aus aller Welt.
Folgenschwere Verwechslung von Arzneimitteln.
Im Distriktskrankenhaus der finnlänbischen Stadt Wiborg ereignete sich eine folgenschwere Verwechslung von Arzneimitteln. Eine junge ßern- schwester war mit der Bereitung von Betäubungsmitteln beauftragt unb verwechselte dabei Kokain mit Sublimat, so daß neunzehn Patienten Einspritzungen mit einer Sublimatlösung erhielten. Sechs Patienten bes Krankenhauses sinb sofort geworben. Dreizehn schweben in größter Lebensgefahr. Die Regierung hat eine Untersuchung angeordnet.
Furchtbares Familiendrama in einem französischen Dorfe.
Ein furchtbares Familiendrarna wird aus einem Dorfe in ber Nähe von Toulouse gemeldet. Ein 35jähriger Bauer namens Ballargino hat aus bisher noch unbekannten Gründen seinen Schwager, dessen Bruder, seine Schwester unb deren Sohn getötet, seine Großmutter schwer verletzt und darauf Selbstmord begangen.
Folgenschwere Vallonexplosion in England.
Bei bem Versuch, einen abgetriebenen Ballon in ber Nähe von Devon aus ber See zu bergen, explodierte dieser und ging in Flammen auf. Dreißig Kinder, die sich angesammelt hatten, erlitten Branbverletzungen. Vier wurden lebensgefährlich verletzt.
Schwere Anwetter an ber Adria.
Seit zwei Tagen herrschen an ber Abria schwere Unwetter, bie bereits größte Verwüstungen m ben Weinbergen und Obstgärten angerichtet Haden. Beinahe wären auch sechs deutsche Reisende, darunter zwei Frauen unb ein Kind, die sich gegenwärtig in Dubrovnik aufhalten, umgekommen. Die Reisenden waren mit einem kleinen Segelboot unter» wegS, wurden von bem plötzlich auffommenben schweren Nordoststurm überrascht und auf bas offene Meer hinausgetrieben. Zwei Suchboote mußten wegen bes hohen Wellenganges umkehren. Erst em starker Segler ber Dubrovniker Hafenoerwaltung konnte bie Vermißen nach langem Suchen völlig er» schöpft bergen.
Gegen unerwünschte und schädliche TNusik.
Auf Anordnung bes Präsibenten ber Reichsmusik, fammer werben, wie DKK. meldet, alle musikalischen Werke, die bem nationalsozialistischen Kulturwillen wibersprechen, künftig von ber Reichsmusikkammer in einer Liste über unerwünschte unb s ch ä b- liehe Musik geführt. Die Entscheibung über bie Aufnahme in bie Liste trifft bie Reichsmusikpruf» stelle nach Anhörung des Präsidenten der Reichs- musikkammer. Die Jnverlagnahme, der Vertrieb unb die Aufführung ber in biefe Liste aufgenommenen Werke, bie auch Bearbeitungen, Zusammenstellungen, Schulen usw. erfaßt, ist im deutschen-Reichs- gebiet verboten.
OVERSTOLZ
SM
Äroma unö Bekömmlichkeit! Das sind öle köft= liehen Gaben der Sonne, öle fle Öen Tabaken aus Mazeöonien ebenso beschert wie öen Reben unterer Heimat. Währenö aber bei uns öle Sonne häufig durch Wolken verhüllt bleibt, strahlt fie auf Öle mazeöonlkhen Felöer oft Wochen hmöurch mit unoermlnöerter Kraft. Infolgeöeffen unterliegen die Ernten vieles von Sonnenlicht geraöezu öurchglühten Tabahtanöes auch viel geringeren Schwankungen als öle Jahrgänge öes Weine. Unb das ift zugleich öle Erklärung öafflr, wes- haib eine echte Mazeöonen $ Zigarette, wie öle OVERSTOLZ, ihren Raucher Immer roleöer erfreut unö ihm Jahr für Jahr öen gleichen Genuß bereitet.
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