Ausgabe 
22.4.1939
 
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Ausnahme brachten sie zu ihren Verschwörer-Mahl­zeiten immer ihre hübschen jungen Frauen mit, so daß die Polizei dann bald im Bilde war Da sind die Herren Parlamentarier schon klüger und bleiben unter sich. Wenn an ihren Tafelfreuden Außen­stehende teilnehmcn, dann sind es führende Ban­kiers wie T a n nt r e n von derUnion Parisienne", der Bank der französischen Rüstungs-Industrie, der Oberst Mercier, Bei!rauensrnann der Dreyfus und oft auch der Rothschild, der Zeitungsmagnat G u i m i e r , Beherrscher des vielgelesenenJour­nal", und andere an Diskretion gewöhnte Män­ner. ' Natürlich ist das Bedienungs-Personal zu gleicher unverbrüchlicher Diskretion angehalten, jeder Versuch, ihnen ein Wort ober einen Tip zu entlocken, ist vergeblich. Wenn manchmal doch etwas über die hochpolitischen Dejeuners durchfickert, bann kommt die Indiskretion immer aus den Reihen der Politiker selbst. So weiß man heute, daß der etappenweise Sturz der Volksfront-Regierung in diesen Räumen beschlossen wurde, ebenso wie manche Phase der Frank-Abwertung und der französischen Wirtschaftspolitik. 1935 wurde hier der Sturz Flan- dins gemanaget und 1938 der Blums. Eine richtige Derfchwörerhöhle" also aber sicher die komfor­tabelste, die man sich oorstellen kann.

Aber das Restaurant Drouant ist keineswegs das einzige derpolitischen" Restaurants von Paris. Laval pilgert auch gerne nach dem Montpamasse, in dieSoupole", der Außenminister B o n n e t aber gibt seine vertraulichen politischen Frühstücks i n dem RestaurantFouque t", an der Ecke der Avenue Georges V. und der Shamps Elyfees. Das Publikumlchex Fouquet" ist kosmopolitischer als das von Drouant, vielleicht ist es gerade das, was Bonnet dorthin zieht, der bekanntlich ausge­zeichnete Beziehungen zur englischen und amerikani­schen Hochfinanz besitzt. Die Pariser Korresponden­ten der großen englischen und amerikanischen Presse treffen sich vorzugsweise beiBrummel" o b e r L u c e", nur wenn sie ganz ungestört beim Essen wichtige Verhandlungen pflegen wollen, verlegen sie ihre Zusammenkunft in em kleines Restaurant im Osten von Paris, das außerdem den Vorzug auf- weist, die besten Lyoner Fischklößchen und den aus­gezeichnetencoq au vin von Paris zu fermeren.

Daladier endlich, Frankreichs Ministerpräsi­dent, trifft seine engeren politischen Freudech e z Marius". Ein kleines, äußerlich unscheinbares Restaurant im Pariser Hallen-Diertel, an dessen Ausschank oft grotesk schmutzige Markthelfer stehen, und das ein billiges Menu serviert. Kaum einer der zufälligen Besucher weiß um das Geheimnis dieses Lokales. Nur die herrlichen Luxus-Früchte, die über­all in den unansehnlichen Räumen herumstehen, verraten, daß hieretwas los" ist. Der Kenner er­sieht das Weitere aus ber lakonischen Ankündigung auf ber Speisekarte:Fisch-Spezialitäten auf Be­stellung". Und in der Tat: der Marseiller Meister­koch Marius ist für seine Bouillabaisse, diese Mar­seiller Fischsuppe mit ihren tausendundeine Ingredienzen, berühmt. Daladier, selbst ein Sohn des Südens, Hebt sie, und oft, während im Haupt­lokal Markthelfer und Taxi-Chauffeure ihr billiges Mahl einnehmen, sitzt er oben im ersten Stock, m einem kleinen Nebenzimmer, bei Bouillabaisse und Pastis. Und entscheidet dabei im leichten Tischge­spräch über Frankreichs Schicksal ...

Leistungssteigerung durch Schönheit der Arbeit. In Freiburg i. Br. sprach auf ber Reichstagung bes AmtesSchönheit ber Arbeit" Hauptamts­leiter Selzner. Die Ziele, die bas Amt Schönheit Der Arbeit" vertritt, so sagte er, bedeuten eine ungeheure ß e i ft u n g s ft e i g e run-g des deutsches Volkes und sind ein Ausdruck

des nationalsozialistischen Wollens. Wer für ein Ar­beitsethos eintritt, wird das Schlagwort von derdreckigen Fabrik" zerschlagen müs­sen. Denn nur dann wird er die Diffamierung des Fabrikarbeiters, wie sie aus der libe- ralistischen Zeit überkommen ist, beseitigen kön­nen. Wenn wir die Volksgemeinschaft wollen, dann muß zunächst einmal ber freie, selbst- und ehrbe- wußte und gleichberechtigte deutsche Mensch geschaf­fen werden. Selzner wies auf das Wort Dr. Leys hin, wonach die ideelle Auffassung der Arbeit auch zugleich die rentabelfte ist. Die DAF. spricht den Menschen immer wieder von Der ideellen Seite an. So werden Kräfte frei, die bisher unvorstellbar waren. Don einer endgültigen Erreichung bes Zie­lesSchönheit der Arbeit kann erst gesprochen werden, wenn die Zweckform m den Industrie­bauten und in der Gestaltung des Arbeitsplatzes mit ber künstlerischen Form harmo­niert. Wenn sich ber Mensch an klare, schöne und zweckmäßige Formen gewöhnt, dann wird er sich auch unweigerlich mit seinen Gedanken dem Großen und Schönen zuwenden. Tatkraft und Initiative werden geweckt und nach dem Wollen bes ersten Ar­beiters und Gestalters, Adolf Hitler, gelenkt. Das ist die Zielsetzung vonSchönheit der Arbeit" im wahr­sten Sinne unseres rassischen Denkens, der größte Baftor in dem Bestreben nach einer Steigerung der eiftung.

Ehrung namhafter Künstler und Wissenschaftler.

Berlin,, 20. April. <DNB.> Der Führer hat aus Anlaß seines 50. Geburtstages eine Reihe von Ehrungen an namhafte Vertreter von Kunst und Wissenschaft ausgesprochen. Es wurden u. a. verliehen ber Titel Professor: bem Maler Fritz Bayerlein in München, dem Maler Erich Matt schaß in Berlin-Zehlendorf, dem .Kunst­maler Franz S t a ß e n in Berlin, bem Probuk- tionsleiter Karl Ritter in Berlin-Schmargendorf, bem Bühnenbildner Lubwig Sievert in München.

Der Titel Generalintendant: dexn Leiter der Städtischen Bühnen Hans Meißner in Frank­furt a M., der Titel Generalmusikdirek- t o r dem Oberleiter bes Hessischen Landestheaters Fritz Mechlenburg in Darmstadt.

Der Titel Staatsfchauspieldirektor dem Direktor der Münchener Kammerspiele Otto Falckenberg in München; ber Titel Staats- kapellmeister dem Kapellmeister Herbert von Karajan in Aachen.

Außerdem wurden verliehen: der Titel Staats» schauspieler den Schauspielern Ren6 Delt- g e n, Karl Ludwig Diehl, Johannes Rie­mann, Heinz Rühmann, Josef Sieber, Robert Taube in Frankfurt a. M., Hermann T h i m i g in Wien, Paul Wagner in München.

Der Titel Staatsschauspielerin: Pta Benkhoff, Lina Carstens, Elisabeth Flik- k e n s ch i l b t, Brigitte H o r n e y , Gefion Helm­ke in München, Else Knott in Frankfurt am Main, Angela Salloker, Paula Wessely in Wien;

der Titel Kammersänger: dem Opernsänger John Gläser in Frankfurt am Main;

ber Titel Kammersängerin: ber Staats­opernsängerin Rut Berglunb, ber Opernsänge­rin Maria Reininger in München.

Ferner hat ber Führer einer Reihe von -Archi­tekten ben Titel Baurat, einer Anzahl von Aerz- ten und Tierärzten den Titel Sanitätsrat und D e t e r i n ä r r a t und einer größeren Anzahl von Rechtsanwälten und Notaren den Titel Juftiz- r a t verliehen.

Ernennungen in der Polizei.

Berlin, 19. April. (DNB.) Der Führer hat fol­genden Generalmajoren ber Ordnungs- polizei den Charakter eines Generalleut­nants ber Orbnungspolizei verliehen: von Kamptz, Kommandeur ber Schutzpolizei, Berlin, Pfeffer- Wildenbruch, Generalinspekteur ber Polizeischulen, von Bomhard, Chef bes Kommandoamtes im Hauptamt Ordnungspolizei, Mülverstedt, General- infpetteur ber Schutzpolizei. Zu Generalmajo­ren ber Orbnungspolizei wurden ernannt: die Obersten der Schutzpolizei Jedicke, Inspekteur der Orbnungspolizei in Koblenz, Meyszner, Inspekteur ber Orbnungspolizei in Wien. Folgenden Obersten ber Schutzpolizei wurde der Charakter eines G e neralm.ajors verliehen: Riege, Inspekteur ber Orbnungspolizei in Breslau, Querner, Inspekteur ber Orbnungspolizei in Hamburg, Becker (Herbert), Kommandeur ber Schutzpolizei in Wien.

Ernennungen

im Reichswirtschastsniinisteriuni.

Berlin, 19. April. (DNB.) Der Führer hat die Hauptabteilungsleiter im Reichswirtschaftsministe- rium Generalmajor von Hanneken und Mi­nisterialdirektor von Jagwitz zu Unter­staatssekretären ernannt. Ferner hat ber Führer den Ministerialrat im Reichswirtschafts­ministerium Günther zum Ministerialdirigenten und ben Leiter bes Ministerbüros, Oberregierungs­rat Walter, zum Ministerialrat ernannt.

Ministerialrat G. W. Müller.

Oberregierungsrat G. W. M Ü l l e r im Reichs- minifterium für Volksaufklärung unb Propaganba ist zum Ministerialrat-beförbert worben. Mi­nisterialrat Müller ist im Gau H e f f e n -N a f - f a u wohlbekannt, ba er von 1935 bis Enbe 1936 als Leiter bes ©aupreffeamts in Frank­furt tätig war. Er hatte schon seit 1924 ber Hitler- Jugenb unb später bem NS.-Stubentenbunb ange­hört; er ist auch Träger bes Golbenen Ehrenzeichens ber Partei. 1933 legte er bie Erste juristische Staats­prüfung ab unb war bann Referent in ber bamali- gen ßanbesfteUe Hessen-Nassau bes Reichspropa- ganbaminifteriums. Enbe 1936 würbe er als Abju- tant bes Reichsministers Dr. Goebbels nach Berlin berufen. Er würbe bann Oberregierungsrat unb Ministerialrat.

Generalarbeitsführer Neuerburg.

NSG. Anläßlich feines 50. Geburtstages hat ber Führer ben Führer bes Arbeitsgaues XXII, Hessen - Norb, Oberstarbeitsführer Willy H Neuerburg, zum Generalarbeitsführer beförbert. Neuerburg steht im 49. Lebensjahr. Er ist gebürtiger Düfselborfer, ftubterte in München unb an ber Berg- afabemie Berlin unb würbe 1913 Bergreferendar. 1914 trat er als Kriegsfreiwilliger ein und wurde am 10. Mai 1915 bei Ypern schwer , verwundet. 1933 war er Sonderreferent für ben Freiwilligen Arbeits­dienst beim Präsidenten des ßanbesarbeitsamtes Hessen in Frankfurt a. M. Anschließend. Bezirks- kommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst. Am 5. Oktober 1933 berief ihn ber bamalige Reichs­kommissar für den Arbeitsdienst, Oberst Hierl, zum Arbeitsgauführer XXII.

Generalarbeitsführer Faatz.

NSG. Der Führer hat anläßlich feines 50. Ge­burtstages den Führer des Arbeitsgaues 25 H e f f e n - S Ü d , Oberstarbeitsführer Wilhelm Faatz zum Generalarbeitsführer befördert. Faatz wurde 1891 in Afsenheim (Oberhessen) geboren. Er besuchte die Realschule i n Friedberg und bie Oberrealschule in Gießen 1920 legte er bie forstliche Sta atsprüfung für ben höheren

Verwaltungsbienst in Hessen ab. Nach über zehn­jähriger praktischer Tätigkeit schied er 1931 aus ber Forstverwallung aus. Den Weltkrieg machte Gene- ralarbeitssührer Faatz als Offizier an ber West- unb Ostfront mit und wurde mit bem E. K. I ausgezeich­net. In bie NSDAP, trat Faatz am 1. April 1930 ein. Im Ium 1930 wurde er in Öen Wirtschaftsrat des Gaues Hessen berufen und übernahm bie forst­liche Gaufachberaterstelle im Agrarpolitischen Amt für ben Gau Hessen. Am l.Juli 1932 würbe er Gaufachbearbeiter für ben Arbeitsbienst. Dom 19. Oktober 1932 bis 5. April 1933 führte er bie Gaugruppe Hessen, anschließend wurde er Bezirks­führer für ben Freiwilligen Arbeitsdienst in Hessen. Am 16. Oktober 1933 übernahm Faatz ben Arbeits- gau XXV Hessen-Süd.

Aus aller Welt.

Folgenschwere Verwechslung von Arzneimitteln.

Im Distriktskrankenhaus der finnlänbischen Stadt Wiborg ereignete sich eine folgenschwere Ver­wechslung von Arzneimitteln. Eine junge ßern- schwester war mit der Bereitung von Betäubungs­mitteln beauftragt unb verwechselte dabei Kokain mit Sublimat, so daß neunzehn Patienten Ein­spritzungen mit einer Sublimatlösung erhielten. Sechs Patienten bes Krankenhauses sinb sofort geworben. Dreizehn schweben in größter Lebens­gefahr. Die Regierung hat eine Untersuchung an­geordnet.

Furchtbares Familiendrama in einem französischen Dorfe.

Ein furchtbares Familiendrarna wird aus einem Dorfe in ber Nähe von Toulouse gemeldet. Ein 35jähriger Bauer namens Ballargino hat aus bisher noch unbekannten Gründen seinen Schwager, dessen Bruder, seine Schwester unb deren Sohn getötet, seine Großmutter schwer verletzt und darauf Selbstmord begangen.

Folgenschwere Vallonexplosion in England.

Bei bem Versuch, einen abgetriebenen Ballon in ber Nähe von Devon aus ber See zu bergen, explodierte dieser und ging in Flammen auf. Dreißig Kinder, die sich angesammelt hatten, erlitten Branbverletzungen. Vier wurden lebens­gefährlich verletzt.

Schwere Anwetter an ber Adria.

Seit zwei Tagen herrschen an ber Abria schwere Unwetter, bie bereits größte Verwüstungen m ben Weinbergen und Obstgärten angerichtet Haden. Beinahe wären auch sechs deutsche Reisende, dar­unter zwei Frauen unb ein Kind, die sich gegen­wärtig in Dubrovnik aufhalten, umgekommen. Die Reisenden waren mit einem kleinen Segelboot unter» wegS, wurden von bem plötzlich auffommenben schweren Nordoststurm überrascht und auf bas offene Meer hinausgetrieben. Zwei Suchboote mußten wegen bes hohen Wellenganges umkehren. Erst em starker Segler ber Dubrovniker Hafenoerwaltung konnte bie Vermißen nach langem Suchen völlig er» schöpft bergen.

Gegen unerwünschte und schädliche TNusik.

Auf Anordnung bes Präsibenten ber Reichsmusik, fammer werben, wie DKK. meldet, alle musikalischen Werke, die bem nationalsozialistischen Kulturwillen wibersprechen, künftig von ber Reichsmusikkammer in einer Liste über unerwünschte unb s ch ä b- liehe Musik geführt. Die Entscheibung über bie Aufnahme in bie Liste trifft bie Reichsmusikpruf» stelle nach Anhörung des Präsidenten der Reichs- musikkammer. Die Jnverlagnahme, der Vertrieb unb die Aufführung ber in biefe Liste aufgenommenen Werke, bie auch Bearbeitungen, Zusammenstellun­gen, Schulen usw. erfaßt, ist im deutschen-Reichs- gebiet verboten.

OVERSTOLZ

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Äroma unö Bekömmlichkeit! Das sind öle köft= liehen Gaben der Sonne, öle fle Öen Tabaken aus Mazeöonien ebenso beschert wie öen Reben unterer Heimat. Währenö aber bei uns öle Sonne häufig durch Wolken verhüllt bleibt, strahlt fie auf Öle mazeöonlkhen Felöer oft Wochen hmöurch mit unoermlnöerter Kraft. Infolgeöeffen unterliegen die Ernten vieles von Sonnenlicht geraöezu öurchglühten Tabahtanöes auch viel geringeren Schwankungen als öle Jahrgänge öes Weine. Unb das ift zugleich öle Erklärung öafflr, wes- haib eine echte Mazeöonen $ Zigarette, wie öle OVERSTOLZ, ihren Raucher Immer roleöer erfreut unö ihm Jahr für Jahr öen gleichen Genuß bereitet.

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