Schatzkanzler Sir John Simon sich noch am vergangenen Mittwoch gegen kollektive Sicherheit ausgesprochen habe und ebenso Lord Arnold am Montag im Unterhaus. Der Premierminister, der früher der Führer der Versöhnungspartei gewesen sei, werde jetzt der Führer der Partei der kollektiven Sicherheit Demgegenüber habe Lord Arnold eine mutige Rede gehalten und sich nicht gefürchtet, eine unpopuläre Haltung einzunehmen. Dem Standpunkte Lord Arnolds sollte Gehör geschenkt werden.
Daily Mail erklärt zur Memelfrage, daß ein etwaiger Anschluß dieses historischen deutschen Gebietes, das Litauen im Jahre 1923 an sich gerissen habe, sich ruhig vollziehen werde. Auch Daily Telegraph schreibt, daß keine ernsten diplomatischen Folgen zu erwarten seien. Daily Expreß stellt fest, daß der Anschluß Memels von der britischen Regierung nicht als ein Grund für eine Aktion angesehen werde.
Der Führer
des Memeldeutschtums.
Der Führer des Memeldeutschtums, Dr. Ernst Neumann, der am heutigen Tage seinen zähen Kampf um die Rückkehr des Memellandes zum Reich von herrlichstem Erfolg gekrönt sieht, stammt aus Masuren. Nach dem Zusammenbruch und der Lostrennung des Memelgebietes vom Reich ließ sich Neumann als Tierarzt in Heydekrug nieder, wo er später Kreistierarzt wurde. Durch seinen Beruf kam Neumann mit allen Kreisen des Memellandes, vor allem mit der bäuerlichen Bevölkerung, zusammen und wirkte hier für die Erhaltung des Deutschbewußtseins in aller Stille. Erst als die Not der Deutschen im Memelland durch die litauische Unterdrückungsmethode unerträglich wurde, nahm Neumann offen den Kampf gegen die großlitauischen Chauvinisten auf. Im Mai 1933 gründete er die „Sozialistische Volksgemeinschaft", die schnell zum Sammelbecken der deutschbewußten Bevölkerung des Memelgebietes wurde.
Gegen sie ging die litauische Regierung mit den schärfsten Maßnahmen vor. Im Februar 1934 wurde Neumann und viele seiner Mitarbeiter verhaftet. Anfang des Jahres 1935 fand dann vor dem litauischen Kriegsgericht in Kowno d-er Prozeß gegen 126 Memeldeutsche statt. Obgleich Neumanns Parteigründung und die Bekanntgabe seines Programms in aller Oeffentlichkeit vor sich gegangen war und selbst von den maßgebenden litauischen Stellen des Memelgebietes als gesetzmäßig anerkannt worden war, verurteilte das litauische 'Kriegsgericht auf Grund des neuen Staatsschutzgesetzes Dr. Neumann zum T o d e. Er wurde dann zu zwölf Jahren Zuchchaus begnadigt. Erst das Wort des Führers vor dem Reichstag, daß die Deutschen jenseits der Grenzen des Reiches nicht mehr schutzlos wären, veranlaßte die litauische Regierung, Dr. Neumann im Februar 1938 a u f freien Fuß zu setzen. Neumann schmiedete nun einen kampfbereiten Block aller Deutschen im Memelland und führte ihn am 11. Dezember 1938 zur Wahlurne. Das memelländische Volk bekannte sich dabei in beispielloser Treue zu seinem Deutschtum.
Göring dankt der Luftwaffe.
B e r l i n, 21. März. (DNB.) Generalfeldmarschall Göring hat folgenden Tagesbefehl an die Luftwaffe erlassen:
Kameraden! Durch Euere gewissenhafte Ausbildung und schlagfertige Einsatzbereitschaft habt Ihr dazu beigetragen, daß der Führer am 16. März zur Ueberraschung der ganzen Welt auf der Prager Burg erscheinen und am nächsten Morgen unter dem Jubel der deutschen Bevölkerung in Brünn einziehen konnte. Nach der Ostmark und dem Sudetenland sind nun auch d i e einstigen deutschen Länder Böhmen und Mähren Teile des Großdeutschen Reiches geworden. Unser Volk hat einen Zeitabschnitt gewaltigsten geschichtlichen Ausmaßes erlebt. Der Kampf wurde gewonnen, als der Führer seine und des Volkes Macht für die Lebensinteressen des Reiches einsetzte. Wir danken dem Schicksal, daß dieses Ziel auf friedlichem Wege erreicht werden konnte. Garant für die Erhaltung des Friedens in den schweren Tagen der vorigen Woche war die starke deutsche Wehrmacht.
Als Oberbefehlshaber der Luftwaffe sage ich meiner Fliegertruppe, Flakartillerie und Luftnachrichtentruppe Dank für die in den letzten Monaten geleistete Arbeit zur Sicherung unseres Reiches und spreche meine besondere Anerkennung für Eueren tatkräftigen Ein - satz und Euere vorbildliche Haltung beim Einmarsck in das Protektorat Böhmen und Mähren aus. Dieser Dank und diese Anerkennung gilt aber auch denen, die in treuer Pflichterfüllung von der Heimat aus ihren Teil zur Hebung der Einsatzbereitschaft der Luftwaffe und zur Sicherung des deutschen Lebensraumes beigetragen haben. Seid froh und stolz, daß Ihr diese geschichtlichen Tage miterleben durftet. Unter schwierig st en Verhältnissen habt Ihr Euch des Vertrauens, das der Führer in Euch gesetzt hat, würdig gezeigt. Wetter und Wege haben d a s Aeußerste von Euch verlangt. Der Führer hat mir seine Anerkennung hierfür ausgesprochen. >
Unsere deutschen Brüder in Böhmen und Mähren und das ganze tschechische Volk haben die imponierende Stärke unserer stolzen Luftwaffe in den letzten Tage gesehen. Sie sollen durch die Kraft unserer Waffe beschirmt sein. In steter Einsatzbereitschaft werden wir wie bisher zum Schutz von Volk und Vaterland unsere Pflicht erfüllen. Unser Führer und Oberster Befehlshaber Adolf Hitler Sieg-Heil!
Gez. Hermann Göring.
Semesterschlußkundgebung der Prager Deutschen Studentenschaft
Prag, 21. März. (DNB.) Zum ersten Male auf dem Boden des Deutschen Reiches und zum ersten Male unter offizieller Anwesenheit der Vertreter des Staates, der Armee und der Partei veranstaltete die Deutsche Studentenschaft in Prag am Montag eine Kundgebung, mit der sie die Arbeiten in diesem ereignisreichen Semester beendete. Standortführer Zuber legte die politischen Aufgaben der deutschen Studenten in Prag dar Jetzt beginne ein neues Zeitalter für die Prager Studenten. Sie ständen auf dem Boden des Reiches wfe zur Zeit der Gründer der deutschen Universität in Prag. Gaustudentenführer ^-Sturmbannführer Dr. M e k - kel führte aus, er habe das große Glück gehabt, den Dank des Führers für die Leistung und den Einsatz der Prager Studenten zu empfangen.
Oie große Volkskundgebung in Memel.
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Unter gewaltiger Teilnahme der memeldeutschen Bevölkerung fand in Memel die Einweihung des wiederaufgerichteten Denkmals Kaiser Wilhelms I. statt, das vor 16 Jahren von litauischen Frevlerhänden gestürzt wurde. Im Anschluß an die Feier nahm der Führer der Memeldeutschen, Dr. Neumann, den Vorbeimarsch der Kriegerkameradschaft und der übrigen Verbände ab. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Das Prager Parlament aufgelöst.
Bildung einer tschechischen Einheitsfront.
Prag, 21. März. (Europapreß.) Das Abgeordnetenhaus und der Senat der Nationalversammlung wurden am Dienstag a u f g e l ö st. Präsident Hacha hat diesen Beschluß in einem Schreiben dem Vorsitzenden der Regierung zur Kenntnis gebracht. Die Auflösung war schon seit Tagen erwartet worden. Das Parlament war im Jahre 19 35 gewählt worden und zählte zuletzt nur noch einen Teil der verfassungsmäßigen 300 Abgeordneten und 150 Senatoren.
Die Beratungen zur Bildung einer neuen tschechischen Einheitspartei wurden am Dienstag insofern beendet, als Dr. Hacha einen „Ausschuß der nationalen Volksgemeinschaft" ins Leben gerufen hat, dem u. a. Dr. Lobkowitz, Dr. Matschet und der tschechische Volkswirtschaftler Dr. Schwarzenberg angehören. Der Präsident hat diesem Ausschuß den Auftrag erteilt, in kurzer Zeit alle tschechischen politischen Schichten sowie alle Einzelpersönlichkeiten in einer Einheitsbewegung zusammenzufassen.
Zur Auflösung des Prager Parlaments schreibt der Pressechef der Nationalen Einheitspartei, Rudolf Halik, u. a.: „Wir hatten ein zweifaches Erbe übernommen: ein staatliches und ein nationales. Dos erste haben wir verloren, das zweite bleibt uns unversehrt. In vielem müssen wir uns ändern und umerziehen." Im Hinblick auf die wüste Pressehetze der einstigen Beyesch-Freunde im Westen erklärt Halik mit besonderem Nachdruck: „Wir haben in folgender Weise zu entscheiden: volles Vertrauen in uns selbst und Mißtrauen gegen alle anderen, die im vergangenen Herbst ihr wahres Antlitz gezeigt haben. Diesen Ausländern waren wir nur dazu gut, uns zu opfern. Sie sprachen von unserer
Souveränität und Freiheit, diktierten uns aber das, was ihnen gerade in den Kram paßte. Sie führten uns zu der unsinnigen Auffassung, daß wir f ü r den Kampf mit'dem Nachbarn voraus- be stimmt seien. Sie waren bereit, uns'zu opfern, damit ihr Opfer kleiner und ihr Gewinn größer werde. Nach ihrem Diktat haben wir Milliarden, die von den Händen der Arbeiter und Bauern schwer verdient wurden, zur Unter- stützung ihrer Großmachtgelüste geopfert. Für uns hatten sie nur Versprechen, die sie in einer Weise brachen, die ihre wahren Pläne enthüllte. Wirtschaftlich haben sie uns vernichtet, kulturell auf Abwege geführt und politisch zu Träumereien verleitet, die das Leben korrigiert hat. Vergessen wir doch nicht die Tage nach München und unsere Ansichten über jene, die uns auf Irrwege geführt haben. Weist darum unaufrichtiges Mitleid zurück, das absichtlich zu uns eingeschmuggelt werden könnte. Die alte politische Orientierung ist to t."
In dem gleichen Augenblick, wo französische und englische Blätter über' die Lage und die Zukunft Böhmens und Mährens das Blaue vom Himmel herunterlügen, stellt die tschechische Presse sachlich fest, daß dem tschechischen Volke aus der Eingliede- rung nur wirtschaftliche Vorteile erwachsen können. So schreibt , A-Zet", die industrielle und landwirtschaftliche Produktion erweitere ihr inneres Absatzgebiet um das 15 fache. Dies bedeute praktisch, daß viele Zweige der Industrie und auch der Landwirtschaft wieder voll arbeiten werden. Das Blatt spricht weiter die Hoffnung aus, daß durch die Angliederung an das Reich neue Grundlagen für d i e Sozialpolitik in Böhmen und Mähren geschaffen werden.
Zusammenbruch einer Hetze.
Bukarest, 21. März. (DNB.) Das Blatt des Außenministers Gafencu „Timpul" befaßt sich mit den bekannten von England aus verbreiteten Gerüchten über ein angebliches deutsches Ultimatum an Rumänien. Die Zeitung schreibt u. a.: „Wir müssen mit striktester Entschlossenheit die fortwährend in Umlauf gesetzten Gerüchte z u - rückweisen, die keinerlei Grundlage haben und die ein alarmierendes Element darstellen. Die Lage rechtfertige solche Alarmnachrichten keineswegs. Das Blatt erinnert dann an die offiziellen Dementis, die von deutscher und rumänischer Seite sofort den Gerüchten über ein Ultimatum folgten. „Beide Regierungen zeigen in ihren Erläuterungen, daß es sich in Wirklichkeit nur um normale Verhandlungen zur Organisierung der Handelsbeziehungen handelt und daß diese Verhandlungen, die seit längerer Zeit dauern, weder ihrem Inhalt noch ihrer Form nach die gewohnten Verhandlungen zwischen Staaten überschreiten. Rumänien würde unter keinen Umständen eine Beeinträchtigung seiner Unabhängigkeit, sei es auf politischem, sei es auf wirtschaftlichem Gebiete dulden, nm so mehr ist aber unsere Regierung entschlossen, in Ruhe ihre Verständigungspolitik ortzusetzen bei Beachtung der Lebensnotwen- ügteiten aller Staaten." Die rumänische Regierung, o schreibt das Blatt, stehe der außenpolitischen Lage mit voller Ruhe und der festen Absicht zur Wahrung aller Rechte und Interessen des Landes entschlossen gegenüber. Sie halte sich die realen Elemente der internationalen Lage dabei vor Augen. Um so schärfer müßten aber die widersprechenden falschen Gerüchte abgelehnt werden, die in der letzten Zeit immer wieder umgelaufen seien und nur dazu geeignet wären, die ohnehin kritische Lage noch mehr auf die Spitze zu treiben.
Wie das Ungarische Telegraphen-Korrespondenz- büro meldet, wendet sich die zuständige ungarische Stelle scharf gegen eine Reutermeldung aus' Bukarest, die das Märchen von der „baldigen Rückkehr sieb en bürg sicher Städte" und der „baldigen Wiedervereiniaung der abgetrennten ungarischen Minderheit mit dem Mutterlande" aufgetischt hatte. Es wird energisch festgestellt, daß diese englische Meldung eine jener frei erfundenen und verwirrenden Nachrichten ist, die von gewissen Nachrichtenaaenturen und Blättern besonders in den letzten Tagen zu durchsichtigen Zwecken in großer Zahl ausgestreut werden. Jeder Hörer habe im übrigen, so wird weiter von zustän- dlger ungarischer Seite erklärt, ohne Mühe aus den
Sendungen des ungarischen Rundfunks die völlige Haltlosigkeit der englischen Behauptungen feftstellen können.
Auch Gafencu selbst Dementiert.
Istanbul, 22. März. (DNB. Funkspruch.) Die Istanbuler Zeitung „Cüenhuryet" veröffentlicht eine Unterredung mit dem rumänischen Außenminister Gafencu, der sein Erstaunen über die Meldung von dem angeblichen Ultimatum an Rumänien äußerte und erklärte, daß es gar kein solches Ultimatum gegeben habe und daß der Londoner rumänische Gesandte deswegen zur Berichterstattung nach Bukarest gerufen worden sei. Gafencu schilderte den völlig normalen Verlauf der deutsch-rumänischen Wirtschaftsverhandlungen, die keinen Anlaß zu den bekannten Darstellungen in einem Teil der Weltpresse geben könnten. Eine außerordentliche Tagung des Rates der Balkan- Entente sei keine eilige Angelegenheit, weil keinerlei Befürchtungen vorlägen, die sie rechtfertigen würden.
Keine VeistanDsverpslchlung Moskaus.
Ein Houserenzvorschlag von England abgelehnt.
Moskau, 21. März. (DNB.) Die Telegraphenagentur der Sowjetunion teilt mit: „Die Auslandspresse verbreitet das Gerücht, daß die Regierung der Sowjetrepubliken kürzlich Polen und Rumä- ’nien das Angebot seines Beistandes gemacht habe für den Fall, daß diese Länder das Opfer einer Aggression werden würden. „TASS" ist zu der Erklärung autorisiert, daß diese Nachrichten nicht der Wahrheit entsprechen. Weder Polen noch Rumänien haben um die Hilfe der Sowjetregierung nachgesucht, und haben diese Regierung auch von keiner Gefahr unterrichtet, die sie bedroht. Wahr ist, daß die britische Regierung am 18. März der Sowjetregierung mitteilte, es bestände ernstlicher Anlaß, einen Gewaltakt gegen Rumänien b e f ürch ten zu müssen, und anfragte, welchen Standpunkt die Sowjetregie- rung in diesem Falle einnehmen werde. In Erwiderung auf diese Frage schlug die Sowjetregierung die Einberufung einer Konferenz der am meisten interessierten Staaten vor, besonders Großbritannien, Frankreich, Polen, Rumänien, der Tür
kei und Sowjetrußland. Eine solche Konferenz würde nach Ansicht der Sowjetregierung die beste Möglich, feit zur Aufklärung der Lage ergeben und den Standpunkt aller Teilnehmer feststellen. Jedoch fand die britische Regierung, daß dieser Vorschlag verfrüht sei."
Keine Neigung zu einer Kriegsallianz.
Amsterdam, 22. März. (Europapreß.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" beschäftigt sich mit der englischen Suche nach Bundesgenossen und schreibt u. a., zweifellos handele es sich bei den englischen Bemühungen um nichts anderes als eine mögliche Kriegsallianz, wobei in allen Ecken Europas nach Bundesgenossen g es u ch t werde. Das Blatt kennzeichnet dann die Aussichtslosigkeit der englischen Bemühungen bei den kleinen Staaten, die sich in Genf vom Artikel 16 losgesagt und für die Neutralität entschieden hätten. Anscheinend fei man in London auch schon davon überzeugt, daß man sich in dieser Richtung bei den kleinen Staaten keine Miche zu geben brauche, denn ihre Weigerung zur Teilnahme an einer solchen Allianz dürfte von vornherein festftehen. Auch das „Algemeen Handelsblad" lehnt die englischen Bestrebungen ab und schreibt, die politische Aktion, die England jetzt einleite, sei bestimmt nicht die eleganteste. Kein einziger westeuropäischer Demokrat verhehle sich, daß aus einem Bündnis mit Sowjetrußland Folgerungen entstehen könnten, die noch nicht abzusehen seien.
Zurückhaltung in Washington.
Washington, 21. März. (DNB.) In der Erwartung, neuen „Stofs" für die Hetze gegen Deutschland zu erhalten, versammelten sich Dienstag mittag Pressephotographen, Wochenschau-Fllmleute, Rundfunkansager und etwa 50 Journalisten im Sitzungssaal des Staate Departements, um eine Erklärung der amerikanischen Regierung über die tschechische Frage zu hören. Zu ihrer Enttäuschung tarnen sie jedoch nicht auf ihre Kosten. Unterstaatssekretär Welles erklärte erneut mit größter Bestimmtheit, daß sich Amerika weder an einer Konferenz über tschechische Fragen beteiligen werde, noch mit irgendeiner anderen Regierung Meinungsaustausch darüber gepflogen habe. Wenn der englische Botschafter bei ihm vorgesprochen habe, so lediglich, um Erkundigungen einzuziehen, nicht aber um Ansichten auszutauschen oder Beratungen zu führen.
Bekräftigung der Achse.
Eine Entschließung des Großen Rats des Faschismus.
Rom, 22. März. (DNB.) Der Große Rat des Faschismus hat nach einem eingehenden Bericht Mussolinis über die internationale Lage und einer Aussprache, an der sich Außenminister (Siano, Balbo, de Bono, de Vecchi, Grandi, Farinacci, Bottai und Starace beteiligten, folgende Entschließung amienommen:
Der Große Rat des Faschismus erklärt angesichts der Drohung mit der Bildung einer dem Bolschewismus verbündeten Einheitsfront der Demokratie gegen bie autoritären Staaten — einer Einheitsfront, die nicht Friedens-, sondern K r i e g s b r i n g e r ist —, daß die Vorgänge in Mitteleuropa ihren Ursprung im Versailler Vertrag haben, und bekräftigt gerade in diesem Augenblick feine volle 3u ft immun/ zur Politik der Achse Ro m—B e r I i n."
Zu Beginn der Sitzung wurde eine Entschließung angenommen, in der der für die Bewegung gelob lenen Mitglieder der alten Garde gedacht und im Hinblick auf die bevorstehende 20. Jahrestagung der Gründung der Faschistischen Kampfbünde der Leitsatz des Faschismus „Glauben, Gehorchen, Kämpfen!" bekräftigt wird.
Oer französische Staatsbesuch in London.
London, 21. März. (Europapreß.) Der französische Staatspräsident und Frau Lebrun trafen am Dienstag um 15 Uhr im Sonderzug, von Dover kommend, auf dem Victoria-Bahnhof in London ein. Zur Begrüßung der Gäste waren auf dem Bahnsteig das englische Königspaar, die königliche Familie, die Herzogin von Gloucester, das Herzogspaar von Kent und das gesamte eng* lijche Kabinett unter Führung Chamberlains erschienen. König Georg schüttelte dem Präsidenten- paar die Hände und hieß es auf englischem Boden willkommen. Nach der Begrüßung schritt das Königspaar mit seinen Gästen durch die Bahnhofshalle zum Ausgang. Hier intonierte die Musikkapelle eines Garderegiments die Marseillaise. In den goldenen Staatskarossen fuhren dann die Gäste durch die festlich geschmückte Straße zum Buckingham-Palast, stürmisch von der Menge umjubelt. In der Begleitung des Präsidenten Lebrun befindet sich der französische Außenminister Bonnet.
Der erste Empfang des Präsidentenpaares auf englischem Boden hatte in Dover stattgefunden, wohin der H e r z o g von G l o u c e ft e r als Vertreter seines königlichen Bruders den hohen Gästen entgegengefahren war. Präsident Lebrun und Frau wurden am Nachmittag von der Königin- Mutter Mary empfangen. Anschließend weihte Staatspräsident Lebrun das neue französische 3 n ft i t u t in London ein. Abends gab der König im weiß-goldenen Prachtsaal des Buckingham-Palastes zu Ehren der französischen Gäste ein Bankett. 195 Gäste waren geladen worden. Außer der königlichen Familie sah man zahlreiche Mit- glieder der englischen Regierung und viele Angehörige des Diplomatischen Korps mit ihren Damen. Außenminister Lord Halifax hatte am Dienstag eine längere Unterredung mit dem französischen Außenminister Bonnet, in deren Verlauf die politische Lage eingehend erörtert wurde.
Japanische Offensive in der Provinz Tschekiang.
Schanghai, 22. März. (Europapreß.) Die soeben hierher gemeldete japanische große Offensive in der Provinz Tschekiang südlich des Jangtse wird als das größte japanische Unterneh- men seit dem Vormarsch zur Einnahme von Han - kau angesehen. Die Gesamtstärke der eingesetzten japanischen Truppen wird geheimgehalten, doch will man wissen, daß Verbände aus Nordchin« und eine beträchtliche Flottenmacht zusam - mengezogen worden seien. Am Dienstag per-


