Ausgabe 
21.7.1939
 
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jähre von 5000 auf 14 000 gewachsen. Ins­gesamt wurden in den sportlichen Veranstaltungen der NS.-GemeinschastKraft durch Freude" ein­schließlich des Betriebssportes 1937 9,6 Millionen. 1938 22,5 Millionen und im ersten Halbjahr 1939 13,5 Millionen Besucher gezählt.

Nun zu den Leistungen des AmtesSchön­heit der Arbeit". Don den Mitarbeitern des Amtes wurden bis jetzt 67 000 Betriebsbesichtigun­gen und Betriebsberatungen durchgeführt. Von dem überragenden Erfolg gerade dieses Amtes geben jedoch Zahlen nur ein äußerst unvollkommenes Bild. Schönheit der Arbeit ist zu einem Begriff geworden, über dessen Zweckmäßig­keit und Notwendigkeit jede Diskussion verstummt ' Wenn wir nun unseren Blick der zukünftigen Ent­wicklung zuwenden, ersteht vor uns das Bild einer vollkommenen Revolutionierung der Freizeit und Urlaubsbetreuung, die durch den KdF.-Wagen zwangsläufig herbeigeführt wird. Hier wird einer riesigen Beoölkerungsschicht ein neues Verkehrsmittel erschlossen. Für die NS.- GemeinschastKraft durch Freude" liegt das Haupt­problem nicht in der Motorisierung selbst, sondern in der Betreuung der motorisierten Urlauber, eine Ausgabe, an der wir schon heute arbeiten.

3m besten Sinne ein Volkswagen.

Die Produktion des KdF..Wagens in Fallersleben beginnt bereits Ende d. I., so daß 1940 die ersten 100000 KdF. - Wagen ausgeliefert werden können. 1941 werden es 200 000 und 1942 250 000 Wagen sein. In den fol­genden Jahren kann die Produktion beliebig gestei­gert werden. Am 1. Juli d. I., also zehn Monate nach dem Inkrafttreten des Sparsystems, hat die Zahl der Sparer die V i e r t e l m i l l i o n überschritten. Hierbei sind die Behördenauf­träge, Exportaufträge usw. nicht eingerechnet. Don diesen 253 000 Sparern haben fast 100 000 ihren Wagen schon ganz oder wenigstens zum größten Teil gespart. Aus den Sparverträgen sind bereits über 110 Millionen Reichsmark eingegangen.

Nur 20 o. H. der Sparer find Ledige. Die übrigen 80 v. H. sind Familienväter, 60 v. H. Familien mit Kind oder mehreren Kindern.

Die Einkommensgruppierung der Sparer zeigt das gleiche günstige Bild, 59 v. H. aller Sparer verdienen unter 300 Reichsmark im Monat. Das beweist, daß der KdF.-Waaen tatsächlich in weniger bemittelte Volksschichten gedrungen ist und mit Recht als Volkswagen bezeichnet werden kann.

Eine Berechnung der Betriebskosten der K d F. - W a g e n hat ergeben, daß sämtliche Un­terhaltskosten mit Ausnahme von Garagen und Versicherung bei einer Fahrbeanspruchung von 1000 Kilometer monatlich einen Durchschnitt von 35 Mark ausmachen. Diese Berechnung ist auf Grund von 3 Millionen Kilometer Versuchsfahrten errechnet worden, darf also als wirklich sorgfältig und fun­diert angesehen werden.

Naturgemäß stellen diese 35 Mark nicht in voller Höhe eine zusätzliche monatliche Ausgabe dar, weil der Besitz des KdF.-Wagens dem Käufer andere Fahrausgaben erspart, also eine um so höhere Summe, je größer die Familie. Trotzdem sehen wir es als unsere wichtigste Aufgabe an, auf eine wei­tere Senkung der Betriebskosten hinzuarbeiten, und wir haben bereits bestimmte Maßnahmen mit diesem Ziel eingeleitet.

Die schönsten Güler der Erde für das deutsche Volk.

Zum Schluß betonte Reichsamtsleiter Dr. L a f - ferentz, daß die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" noch lange nicht auf dem Höhe­punkt ihrer Leistungsfähigkeit ange­langt sei. Unser Streben ist, so schloß er, die deutschen Menschen glücklicher zu machen. Wir wollen sie au einer Lebensauffassung und Lebenshaltung hinführen, die mit Beharrlich­keit und starkem Willen sich die schönsten Güter und Werte dieser Erde erkämpfen will.

Weihevolle Totenehrung in Berlin.

Berlin, 20. Juli. (DNB.) Eine eindrucksvolle gemeinschaftliche Ehrung der Blutzeugen der Be­wegung und der Toten des Krieges durch die S A., die Wehrmacht und die faschistische Mi­liz am Grabe Horst Wessels und im Ehrenmal Unter den Linden bildete am Donnerstagabend den offiziellen Auftakt zu den R e i ch s w e t t k ä m p - sen der SA. Am Nicolai-Friedhof schritt Stabs­chef Lutze mit dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, den Vertretern der Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile und Ge­neraloberst Milch, sowie mit dem Führer der an den Reichswettkämpfen teilnehmenden Reiterab­ordnung der faschistischen Miliz Oberst Alvisi die Front eines SA.-Ehrensturmbannes ab. Während das Lied vom guten Kameraden erklang, ehrte Stabschef Lutze für die SA., Generaloberst Kei­tel für die Wehrmacht und Oberst M e n t a st e für die faschi tische Miliz das Andenken des jungen deut­schen Freiheitshelden durch die Niederlegung pracht­voller Lorbeerkränze.

Japanische Delegierte zum Heichsparteitag abgereist.

Tokio, 20. Juli. (Ostasiendienst des DNB.) Die Ehrengäste des Führers für den Reichspar - teitag, General Terauchi, Admiral Ofumi und Herr I f a k a verließen am Donnerstag an Bord desKafhimamaru" Japan. Sie wurden von einer großen Menge und zahlreichen Vertretern der Wehr­macht und Regierung verabschiedet. Herr Fuji- ®,Q.r a' der Präsident des Jndustriellenverbandes, wird sich am 5. August ebenfalls nach Deutschland begeben.

Zum Parteitag des Friedens, der vom 2. bis 11. September in Nürnberg statt­findet, hat Professor Richard Klein (München) diese offizielle Festplakette geschaffen. (Scherl-M.)

preußenland deutsches Land!

Der Oberbefehlshaber des Heeres spricht im Reichsehrenmal zu den Fähnrichen.

Hohenstein, 20.Juli. (DNB.) Es ist schon zur Tradition geworden, daß alle Kriegs­schulen des Heeres am Ende ihrer Ausbildungs­zeit eine Schlachtfeldreise nach den historischen ost preußischen Kampfgebieten um Tannenberg durchführen. Den Höhepunkt der diesjährigen Fahrt bildete ein feierlicher Appel im Reichsehrenmal Tannenberg, auf bem der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von B ra u ch i ts ch , der selbst lange Zeit Kom­mandierender General des l. Armeekorps war, zu den Fähnrichen auf diesem historischen Schlachtfeld sprach und schärf mit allen denen abrechnete, d:e vermeintliche Rechte auf diesen uralten deutschen Boden feststellen zu können glauben.

Im offenen, dem Achteck des Reichsehrenmals angepaßten Viereck waren die Fähnriche der Kriegs­schulen Dresden, München, Hannover, Potsdam und Wiener Neustadt angetreten. Groß war die Zahl der Ehrengäste. Man sah den ehemaligen Komman­deur der Kriegsschulen, General der Infanterie von Niebelschütz, die Kommandeure der 11. und 21. Divi­sion, Generalleutnant Bock und Generalleutnant von Both, den Chef des Heerespersonalamtes, Gene­ralmajor Keitel, den Sohn des Generalfeldmarschalls der Tannenbergschlacht, Generalmajor a. D. von Hindenburg, den Ches des Generalstabes des I. AK., Generalmajor von Boeckmann, und den Komman­danten der Befestigungen bei Königsberg, General­major Brand.

Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, schritt nach Entgegennahme der militärischen Meldungen zunächst zur Hinden­burg-Gruft, wo er am Sarkophag des verewigten Generalfetdmarschalls einen großen Kranz des Heeres niederlegte. Zur gleichen Zeit wurde von den Kriegsschulen je ein Kranz an den beiden» Gräbern der Unbekannten Soldaten niedergelegt. Sodann sprach der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst von Vrauchilfch.

Er wies die Fähnriche zunächst auf die tiefe sym­bolische Bedeutung der Stätte hin, an der der Appell abgehalten werde. Dann erinnerte er daran, daß die Generation des neuen nationalsozialistischen Deuffch- lands der Generation der Väter, deren Blut den Boden für eine junge Saat düngte, zu danken habe. Hieraus sagte er weiter:

Nach Tannenberg heute zu gehen, heißt, Geschichte zu begreifen? In die­sem Augenblick und an dieser Stelle erscheint es mir aber nicht genug, nur vom Jahre 1914, dem Sieg der 8. deutschen Armee und dem Feldherrntum Hin­denburgs und Ludendorffs zu sprechen. Dieser Bo­den ist ein alter geschichtlicher und, was ich in starker Betonung euch allen noch einmal sagen will, ein alter deutscher Boden. Hindenburg wußte, um was es sich handelte, als er sagte, es geltedas alte Preußenland wirklich und völlig zu befreien".

Preußenland deutsches Land! Cine Parole geradezu für die Tannenberg- Fahri der Kriegsschulen im 3cchre 1939! Eine Antwort aber auch an diejenigen, die ver­meintliche Rechte auf diesen uralten, in tausend­jähriger Tradition mit deutschem Wesen und deutscher Geschichte verbundenen Boden jetzt feststellen und glauben machen wollen, daß die Kraft zu seiner Behauptung nicht mehr die alte fei! Ein Irrtum, den ein Soldat nicht gern mit dem Wort widerlegt! Ich brauche nur auf euch Fähnriche des Lehrganges 1939 zu blicken, um zu wissen: Ihr verkörpert das gleiche Soldatentum, das hier so tapfer kämpfte, das an Fahl feinem Gegner unter­legen, dennoch siegte! Ihr würdet, wie eure Väter, auch mit Freuden euer Bestes, euer Blut für Volk und Führer hingeben! Wir suchen den Kampf nicht: wirfürchten ihn aber noch viel weniger.

In Erinnerung an seine eigene Dienstzeit als Kommandierender General und Befehlshaber im Wehrkreis 1 zeichnete Generaloberst v. Brauchitsch vor dem Offiziersnachwuchs ein Bild von dem ost- preußischen Land, seinen Menschen und seinen Soldaten. Das viele deutsche Blut, das zur Verteidigung des deutschen Ostens ge­flossen sei, heiliae diesen Boden und verpflichte auch jeden von den Fähnrichen. Ihr sollt begreifen, was Generationen vor euch für euer Volk und Vaterland taten. Ihr sollt mit eigenen Augen sehen, wofür der Kampf immer wieder geführt wurde. Ihr sollt euch von dem Heldentum, das hier immer wieder oft in so rührender Schlichtheit und Selbstverständlich­keit, ohne laute Worte und Wunsch nach Anerken­

nung zum Ausdruck kam, ergreifen und erheben lassen? Ich will, daß ihr euch hier noch einmal fragt, ob ihr Soldaten seid, die, wenn sie dazu aufaefor- de/t werden, das Wort des groben Preußenkönigs bejahen:Wir müssen den Feind schlagen o-der uns alle von seinen Batterien begraben lasse n." Feldherr und unbekannter Soldat sind zwei bestimmende Größen, meine Fähn­riche, wenn wir uns an dieser Stätte über deutsches Soldatentum klar werden sollen? Nicht jedem ist es in die Wiege gelegt, ein Feldherr zu werden. Und doch, es wäre kein rechter junaer deutscher Offizier, der nicht diesen brennenden Wunsch hätte, einmal verantwortlich deutsche Soldaten zum Siege zu füh­ren. Ich sehe keine schönere und edlere Aufgabe für einen Mann, als einmal in der Geschichte sich mit dem Heldentum und dem Aufstieg seines Volkes ver­bunden zu willen. Darum will ich auch in dieser Stunde euren Blick auf die Feldherrneinheit Hin- denburg-Ludendorff lenken und feststellen, daß ihr Sieg auf diesem Schlachtfelde mehr war als die Durchführung eines vorbereiteten Planes.

An der Persönlichkeit des Feldherrn, wie sie von Hindenburg und Ludendorff bellvielhast verkörpert wurde, gab Generaloberst von Brauchitsch den lungen Kameraden einen Begriff von den Anfor­derungen an Charakter, Entschlußkraft und Mut, me der Kampf gegen einen an Zahl überlegenen Gegner erfordert. Der Oberbefehlshaber prägte ihnen ein, daß es Pflicht des Soldaten fei, in jeder tage und auch im Fall eines Rückschlages immer re|t an den Sieg zu glauben. Er wies sie zugleich auf die andere bestimmende Größe, den unbekann-

?n der Schlacht non Tannenberg hin Fuhren wir es uns in aller Deutlichkeit vor Augen, was von dem einzelnen Mann verlangt wurde, um hnnrt?»an^xQxfrreinc^ W Mutter und Kinder mit9£r (9rob ihr hier draußen trefft

fäer^Sotor"$Cr XUt)t ein unbekannter deut-

wann jemals", fo schloß der Oberbefehlshaber feine eindringliche Anfprache,haben in der Ge­schichte hoffen und Glauben, handeln und Kämp­fen, Opfern und Sterben einen solchen lebendigen Sinn erfahren, wie heute? Diese Frage stelle ich in tiefem Ernst, aber auch mit hohem Stolz auf das Feldherrn- und Soldatentum von Tan­nenberg an jeden von euch. Ich weiß, daß euer aller Antwort eine feste soldatische lleberzeu- gung und eine vorbildliche Haltung auf dem Schlachtfeld sein wird, solltet ihr dies einmal betreten müssen. Dies zu geloben, seid ihr hier angetreten. Als euer Oberbefehlshaber ver­pflichte ich euch auf jenes Soldatentum, das alle edlen und starken Kräfte unseres Volkes in sich

schließt, das auf diesem Schlachtfeld in wunder­barer Einheit von Führer und Truppe in Er­scheinung getreten ist, das der Oberste Befehls­haber der Wehrmacht im Frieden und im Krieg uns als Vorbild hingestellt hat. lieber Gräber und Kreuze vieler Jahrhunderte, in denen im­mer wieder dieser Boden als deutsches Eigentum siegreich behauptet wurde, geht unser Weg vorwärts zur Ehre und Größe unseres Vaterlandes!

Daß ihr alle dafür euer Letztes einzufetzen bereit seid, bekundet es, indem ihr mit mir ruft: Unser Führer und Oberster Befehlshaber Adolf Hitler Siegheil! Siegheil! Siegheil!"

/V- V-

Von der Ostpreußenfahrt der deutschen Kriegsschüler.

Im stillen Gedenken an die Gefallenen der Winterschlacht in Masuren weilen hier die Fähnriche der Kriegsschule Potsdam auf dem Heldenfriedhof Johannesburg, wo vom Kom­mandeur, Generalmajor Wetzel, der selbst an der Schlacht teilnahm, ein Kranz niedergelegt wurde. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Kämpfende Nordostmark.

©er Ench-Koch-Plan schafft verjüngte Städte und neue Straßen.

Von unserem re.-Sonderbenchterstatier.

in.

Lötzen, im Juli.

Es muß ein stolzer Augenblick für Ostpreußens Gauleiter und Oberpräsidenten Erich Koch ge­wesen sein, als er am 17. Juli 1933, also nur 5V- Monate nach der Machtergreifung, melden konnte, daß der Kreis Pillkallen von Arbeitslosen frei war: denn dies war nicht nur der erste er­werbslosenfreie Kreis in dem schwer leidenden Gau, sondern auch der erste Kreis im Reiche überhaupt! Und welch erhebendes Gefühl muß es für ihn und feine Mitarbeiter gewesen sein, als er schon genau einen Monat später, nämlich am 15. August 1933, feststellen konnte, daß Ostpreußen als erste Provinz des Reiches keine Arbeitslosen mehr hatte. Es spricht aus die­sen beiden Daten nicht nur die Intensität, sondern auch der Umfang der gesamten Wiederaufbauarbeit, die der Nationalsozialismus vom ersten Tage an der Nordostmark zuwandte. Auf Grund der dadurch ein­getretenen stärksten Belebung des ganzen Wirt­schaftslebens erscheint es nun wohl begreiflich, daß, wie schon bemerkt, das Aufkommen an Einkommen­steuer sich in dem geringen Zeitraum von andert­halb Jahren nach der Machtergreifung von 3 auf 7 Millionen Mark steigerte. Der Führer hat einmal das Wort gesprochen:Deutschland wird entweder ein Bauernreich sein oder es wird unter­gehen". Hier, in Deutschlands größter Kornkammer, lernt man die zukunftsträchtige Bedeutung dieses Führerswortes erst voll ermessen. Wir sprachen schon von den ungeheuren Menschenverlustev Ostpreußens durch Abwanderung. Dem,zufolge liegt der Nachdruck der Wiederaufbauarbeit in erster Linie auf der Siedlungsfrage, die zum nicht geringen Teil eine Rücksiedlungfrage ist. Daß das Be- oölkerungs-, das Siedlungs-, das Bauernproblem für Ostpreußen angesichts seines geopolitischen Cha­rakters als Inselprovinz eine schlechthin ausschlag­gebende Bedeutung hat, bedarf keiner Erörterung. Es ist klar, daß man bei der Auswahl des Men­schenmaterials für die Ansiedlung in Ostpreußen mit der denkbar" größten Sorgfalt verfährt, das gleiche gilt für die Rückfiedlung abgewanderter Ost­preußen. Es wird vor allem Wert darauf gelegt, dem Siedler, dem Bauern eine innigere Bin­dung an d e n Boden zu verschaffen, zahlreiche ganz neue Bauernstellen einzurichten, die Arbeits­verhältnisse neu zu ordnen, die ganz außergewöhn­liche Spanne zwischen dem Höchstbedarf an landwirt­schaftlichen Arbeitskräften in der Saison und den relativ großen Arbeitsmangel im sehr langen Winter zu beseitigen.

Eine eigene Landesplan ungs st ekle des Dberprafibenten überwacht die Durchführung des nach ihm benannten Erich-Koch-Planes für den ost- preußischen Gau. Das gilt nicht zuletzt für die Er- haltung bzw. Neuschaffung einer hoben« ft a n b ! g e n Inbustrie zur Verarbeitung ber hochwertigen Lanbeserzeugnisse. Man geht 'babei von dem sehr richtigen Grundsatz aus, Inbustrie- werke nicht etwa in den wenigen mittleren und grö­ßeren Städten des Gaues zu massieren, sondern sie mehr über das Land zu verteilen. Dabei ver- uian jedoch nicht nach Gutdünken, sondern er- nchtet die zu verlegenden oder neu zu errichtenden xBerte in einer möglichst günstigen Verkehrs- 1 ° 9 e - die Arbeiter wohnen in den nächstgelegenen Dörfern ober in werknahen Sieblungen, unb man erstrebt babei als Ziel, auch ben Arbeiter insofern an die Scholle zu binben, als man ihm, so weit nur trgcnb möglich, neben ber Wohnung im Sieblungs- haufe auch ausreichenbes Garten- unb * C Tr11 land zuweift; innerhalb einer bestimm- ten Anzahl von Jahren können Haus unb Lcmb in sein Eigentum übergehen. Es ist nicht nur denk­

bar, sondern sicher, daß in durchaus absehbarer Zeit Ostpreußen die ungeheuren Menschenverluste aus 90 Jahren wieder ausgleichen kann. Die rück- läusige Bewegung im Sinne der Wieberauffüllung ist im Gange. Schon bis zum Jahre 1937 konnte ber Gau einen Menschenzuwachs von 140 000 verzeich­nen, wobei eine so segensreiche Einrichtung wie das Ehestandsdarlehen kräftig mithilft.

Wer aus langjähriger eigener Erfahrung Ost­preußen wie seine Tasche zu kennen glaubt unb ein halbes Dutzend Jahre nicht mehr dort war, fällt aus einem Erstaunen ins andere darüber, was aus feinen größeren, mittleren und kleinen Städten und aus feinen Dörfern geworden ist. Es gibt viele kleine Landstädte, die in der sommerlichen Sonne aus der Entfernung wie eine Schnittfläche durch eine ganz Helle Frucht mit einem dunkleren Kern wirken, was bis 1933 noch die Stadt schlechthin war ist heute Stadtinneres geworden, das von ganz neuen Stadtteilen und Stadtrand­siedlungen umgeben ist. Mir am verblüffendsten war dieser Eindruck in ber Inbustriestabt Elbing; ich habe bort meine Schulzeit verbracht als ich jetzt von Osten her einfuhr, um ins Zentrum zu gelangen, habe ich mich zweimal gvünblich ver­fahren, so weit behüten sich die neuen Stabi­le i l e aus.

Nicht geringere Mühe hatte ich, die aus unzäh­ligen Rabtouren ber Schülerzeit so vertraute Chaussee nach Sabinen, Tolkemit und Frauenburg wieberzufinben. Diese beiden Erfahrungen sind nur ein kleines Kennzeichen dafür, in welchem Umfange man dem gerade für eine Agrarprovinz so wich­tigen Problem der Verkehrs st raßen zuleibe geht unb welche Förberung bie schon erwähnte Reichsautobahn da bringt. Ich möchte hier gleich hinzufügen, daß die sonderbaren Vorstellun­gen, die man unter ben Kraftfahrern brinnen im Reich bei Gesprächen über Ostpreußen infolge weit verbreiteter Unkenntnis trifft, einen riefenlangen Bart haben; die Straßen sind bis auf ganz wenige in Arbeit befindliche Teilstrecken vorzüglich unb ebenso abwechslungsreich wie bieses ganze wunderschöne Land, das man über den Seedienst Ostpreußen auf fo angenehme Weife erreicht, wenn man nicht die Bahn vorzieht.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer hat Seiner Majestät dem König der Belgier anläßlich des belgischen National­feiertages drahtlich seine Glückwünsche übermittelt.

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Das Konzilium ber mathematisch-naturwissen­schaftlichen Fakultät des Athenäums von Rom hat in einer Festsitzung einstimmig beschlossen, König B o r i s v o n B u l g a r i e n wegen seiner Verbienste um bie Entwicklung ber naturwissenschaftlichen Stu- bien seines Lanbes zum D o k t o r h. c. zu ernennen.

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Prinzregent Paul von Jugoslawien war am Donnerstag Gast bes Premierministers Cham« d e r l a i n bei einem privaten Frühstück.

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Die belgische Regierung beschloß in ihrer Sitzung am Donnerstag bie Beteiligung an ber internatio­nalen Verkehrsausstellung im Jahre 1940.

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Beim italienischen Außenministerium ist zur Aus­arbeitung bes Programms ber Kunbgebungen, bie anläßlich bes Besuches bes Caubillo in Rom im September ftattfipben werben, ein befonberer Ausschuß gebilbet worben, dem Graf Ciano per­sönlich vorsteht.