Ausgabe 
21.4.1939
 
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Uns aber nicht nur leuchtendes Vorbild, sondern auch er brauche auch jeden von uns. Aus seinem deutschen Volk hole sich der Führer immer wieder die Kraft für seine gewaltigen Taten, und das Bewußtsein, daß sein ganzes Volk hinter ihm stehe, befähige ihn zur Durchführung seines großen Werkes.

Wir alle muffen aktive Gefolgsleute unseres Führers fein, uns täglich mit dem Geist der Hingabe und der Verantwortung erfüllen, die der Führer uns zeigt, immer mehr Hinein­wachfen in die nationalsozialistische Idee, in die Weltanschauung und Grundsätze des Führers.

Wenn in dieser Weise das deutsche Volk alle seine Kräfte zusammengeballt hinter seinen Führer Adolf Hitler stelle, dann werde es keiner Macht der Erde gelingen, es aus seinen Angeln zu heben. Dann sei das Schicksal des deutschen Volkes in unserem Sinne entschieden, dann sei der Weg für uns frei zu einer glücklichen Zukunft. Und dann werde auch immer der Ruf Wirtlichkeit sein und bleiben: Ein Volk, ein Reich, ein Führer!

Nach einem kurzen Spruch eines Hitlerjungen, der den tiefen und unwandelbaren Glauben an den Führer und Deutschland zum Ausdruck brachte, sprach

KreisgeWstssiihrer Waqner ein kurzes, eindrucksvolles Schlußwort, in dem er die unlösliche Einheit von Führer und Volk, die Einheit des Begriffes: der Führer ist Deutschland und Deutschland ist der Führer, hervor- hob, und mit zündenden Worten alle Volksgenossen aufrief, an ihrer Stelle diese Einheit immer zu stärken und allezeit durch die Tat zu bekunden.

Mit dem von der Menge begeistert aufgenomme­nen Gruß und Treuegelöbnis an den Führer, sowie mit dem gemeinschaftlichen Gesang der National­hymnen fand die Kundgebung ihren Abschluß.

Darauf rückten die Ehrenkompanie und die Ein­heiten der Gliederungen zu ihren Unterkünften ab, während der Fahnensturm die Standarten und Fahnen der SA. zum Fahnensaal des Standarten­gebäudes geleitete.

(Aufnahmen [4]: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Vereidigung derpolttislhenLeiter

Den ereignisreichen Tag beschloß eine Feier be­sonderer Art. In der Neuen Aula der Universität fanden sich die Politischen Leiter und die Frauen­schaftsleiterinnen, die Walter und Warte der DAF. aus der Stadt und aus vielen Kreisorten ein, um an der Dereidigungsfeier in Berlin in der Form der Uebertragung durch den Rundfunk teilzunehmen. In feierlicher Weife wurden unter den Klängen des Badenweiler Marsches die Fahnen des Kreises Wetterau und der vier Gießener Ortsgruppen ein­gebracht. Bis zum Beginn der Uebertragung hörte man dann gute musikalische Darbietungen der Kreis­kapelle der NSDAP, unter Leitung von Musikzug­führer Schleuse.

Sodann hörten die Versammelten die Uebertra­gung der Feier von Berlin. Den Höhepunkt des Abends stellte die Vereidigung dar. Einmütig und nach den eindrucksvollen Worten des Stellver­treters des Führers von besonderem Ernst erfüllt sprachen sie die Eidesformel nach. Wie ein Ruf aus einem Munde erklang dann dasSieg-Heil!" auf den Führer.

Mit den Liedern der Nation und dem Ausmarsch der Fahnen fand die Dereidigungsfeier ihren Ab­schluß.

CDonberfpeifung durch die 7!SV.

Der gestrige Geburtstag des Führers brachte auch für den minderbemittelten Teil der Bevölkerung

unserer Stadt eine besondere Freude. Die NSV. hatte es wieder unternommen (ebenso wie schon bei früheren festlichen Anlässen), die von der NSV. und vom Winterhilfswerk betreuten Volksgenossen in die Gaststätten unserer Stadt einzuladen und mit mit einem kräftigen Mittagsmahl zu bewirten. So fanden sich gestern in zahlreichen Gaststätten die meist älteren Volksgenossen, Männer und Frauen ein, um in schöner Gemeinsamkeit die ausgezeichnet

Merettelen Mittagsmahlzeiten einzunehmen. Die Gastwirte ließen es sich sehr angelegen sein, den Gästen ein nahrhaftes Mahl vorzusetzen. Darüber hinaus gab es für die Männer ein Glas Bier und für die Frauen eine Tasse Kaffee. Etwa 700 Volks­genossen wurden durch diese sinnvolle ganz von dem Geiste der Volksgemeinschaft bestimmte Aktion er­freut.

rische Hochschule für Leibesüdungen Bildet alls ihrer reichhaltigen Tätigkeit vorführen und fo einen Ueberblick über die Arbeitsweisen der verschiedenen nationalen Erziehungsstätten geben.

Segel- und Motorkunstflug-Dorführungen ver­vollständigen das Rahmenprogramm, und verschie­dene kameradschaftliche Veranstaltungen werden da­für sorgen, daß die Teilnehmer und Gäste aus allen Ländern die Menschen, das kulturelle Leben und die Schönheiten der Stadt Wien kennenlernen.

Handball um die Bannmeisterschast.

Mtv. Gießen A-3gi). 1900 Gießen 8-Jgd. Beide Mannschaften treten sich am kommenden Sonntag auf dem Sportplätze des Männerturnoer- eins zum Spiel um die Bannmeisterschaft gegenüber. Der Ausgang dieses Treffens ist für beide von wesentlicher Bedeutung. Beide haben bis jetzt ein Spiel gewonnen und beide noch dieses letzte Punkte­spiel auszutragen. Den Leistungen entsprechend soll­ten die Männerturner ein kleines Plus haben.

Münzenberg Gef. 34/116. Wenn schon die Mannschaft der Gef. 34/116 auf fremdem Platze anzutreten hot, so rechnet man doch mit einer leich­ten Ueberlegenheit. Man muß der Mannschaft be­scheinigen, daß sie jedenfalls in Ordnung ist, und sie wird auch in diesem Treffen nicht enttäuschen. Da­gegen hatte Münzenberg durch verschiedene Spiel­ausfälle noch nicht recht Gelegenheit, die tatsächliche Kampffähigkeit der Mannschaft zu beweisen.

Pohl-Göns Gambach. Gambach konnte im Spiel gegen die starke Elf der Gef. 34/116 aus­gezeichnet gefallen und wird auch am Sonntag in Pohl-Göns ein ernstes Wort mitreden. Trotzdem ist der Ausgang dieses Spieles offen.

Hausen l Lich I. Es ist erfreulich, daß auch Hausen nunmehr den Spielbetrieb wieder ausgenom­men hat und bei den Pokalspielen bereits recht gut abschnitt. Beide.Mannschaften kamen in diesen Spie­len in die Zwischenrunde. Da sich beide Vereins schon oft mit wechselndem Erfolg gegenüberstanden, so wird man auf den Ausgang dieses neuerlichen Zusammentreffens gespannt sein.

DfA.-N. Gießen Mannschaftssieger bei dem nationalen Waldlauf in Oarmstadt-Arheilgen.

Die Sportvereinigung 04 von Darmstadt-Arheil- gen veranstaltete anläßlich ihres 25jährigen Be­stehens einen nationalen Wald- und Geländelauf. Mit Rücksicht auf den Mangel anderer leichtathle­tischen Deranftaltungen war die Veranstaltung mit namhaften Vertretern der Gaue Südwest, Baden und Hessen sehr stark besucht. Trotz dieser überaus starken Besetzung gelang es der Mannschaft des DfB.-R. in der aktiven 5-Kilometer-Klasse den 1. Mannschaftssieg zu erringen. Ein Einzelerfolg war mit Rücksicht auf die Teilnahme von Spitzen­könnern aus Darmstadt, Mannheim und Frankfurt am Main leider nicht möglich. Die Mannschaft Zörnsch, Heller, Brertmeier, Koch be­legte jedoch in dem 26 Mann starken Feld gute Plätze und zwar in der vorstehenden Reihenfolge, die ihr vor 1846 Mannheipr, Eintracht Frankfurt und 98 Darmstadt den Mannschaftssieg einbrachte.

Die Jugendlichen Gemmer, Cawein, Klee und Hickel starteten in der Jugendklasse. Hierbei konnte Gemmer in dem 30 Mann starten Feld nur den 9. und Klee den 11. Platz belegen.

Kurze Eportnottzen.

König Haakon von Norwegen hat für die beste Länderstaffel bei den Europameisterschaf­ten im Ringen in Oslo (25. bis 28. April) einen Ehrenpreis gestiftet.

Wege zur Leistungssteigerung im Handwerk.

NSG Das Deutsche Handwerk in der Deutschen Arbeitsfront hat es sich zum Ziel gesetzt, Meister und Gesellen des Handwerks auch in den abgelegen­sten Orten durch seine Berufserziehungsmaßnahmen zu erfassen, um so allmählich eine Leistungsstelge- rung im Handwerk zu erreichen. Zu diesem Zweck hat es Tausende von fördernden Berusserziehungs- maßnahmen, wie die Berufsausbildung für Erwach­sene genannt wird, durchgeführt, an denen sich allein im vergangenen Jahr über 100 000 Handwerker be­teiligten.

Diese Berufserziehungsarbeit stößt in kleineren Städten und vor allem auch auf dem Lande auf große Schwierigkeiten, weil es dort schwer ist, ge­eignete Lehrkräfte für diese Arbeit zu finden. Damit jedoch der Handwerker auf dem flachen Lande gegenüber seinen Kameraden in den Großstädten nicht benachteiligt ist, hat das Deutsche Handwerk in der Deutschen Arbeitsfront in den letzten beiden Jahren mit großem Erfolg Berufserziehungswochen durchgeführt. Diese werden in einer Großstadt, meistens am Gausitz, für einen größeren. Bezirk ausgeschrieben. Die Handwerker aus der näheren und weiteren Umgebung kommen dort für eine Woche zusammen und erhalten in den Uebungs- stätten des Deutschen Handwerks in der DAF. mster Anleitung eines Praktikers ihre berufliche Weiter­bildung. In achtstündiger täglicher Lehrgangsarbeit wird ein Lehr- und Uebungsstoff durchgearbeitet, dessen Bewältigung sich im Rahmen der sonst üb-

SJ.Jpor/

Ausländer

auf der deutschen Hekordstrecke.

Die neue deutsche Rekordstrecke auf der Reichs­autobahn bei Dessau genießt bereits im Ausland guten Ruf. Nachdem sich schon der bekannte eng­lische Major Gardner mit seinem grünen MG.- Magnette für Mitte Mai angesagt hatte, traf jetzt auch eine Meldung des Italieners Graf Lurani ein, der' einige internationale Rekorde der Klasse l (350 bis 500 ccm), die er über Kilometer und Meile im November 1935 selbst aufgestellt hat, verbessern will. Damals erreichte Graf Lurani mit seiner kleinen Maschine,Nibbio" genannt, die erstaunliche Geschwindigkeit von 162,162 km/st.

Oer deutsche Meister Lean Echorn in Gießen.

Das erste diesjährige Bahnradrennen, das von der Gießener Radfahrervereinigung am Sonntag, 30. April, durchgeführt wird, soll eine erstklassige Besetzung erhalten. Es ist gelungen, den Deutschen Meister Jean Schorn (Köln) für diese Veranstal­tung zu gewinnen. Schorn, dessen sportliche Lauf­bahn eng mit dem Gießener Radsport verknüpft ist, hat seine Zusage gegeben, bestimmt in Gießen

lichen Berufserziehungsmaßnahmen auf den Zeit­raum eines Viertel- oder gar Halbjahres erstreckt. Kameradschaft nicht nur bei der Arbeit, sondern auch in der gemeinsam verbrachten Freizeit, sowie gemeinsame Leistung in der Uebungsstätte sind die wesentlichen Merkmale dieser Berufserziehungs- wochen. Sie werden so stark in Anspruch genom­men, daß sie teilweise wegen der zu großen Zahl der Anmeldungen wiederholt werden müssen.

Um auch auf dem Lande und in kleineren Städten die Berufserziehungsarbeit voranzutreiben, hat das Deutsche Handwerk in der Deutschen Arbeitsfront seit einigen Jahren denWanderlehrer" geschaffen. Bei den Wanderlehrern handelt es sich um hervor­ragende Könner in ihrem Beruf, die in einem festen Anstellungsverhältnis der Reichsdienststelle des Sm Handwerks in der- DAF. stehen und auf eichsfachschule des Deutschen Handwerks be­sonders ausgerichtet worden sind. Nach einem von der Reichsdienststelle aufgestellten Plan werden diese Mitarbeiter systematisch in die Gaue geschickt, um dort dem Handwerk als Lehrkräfte zur Ver­fügung zu stehen. Meist wird dann die praktische Lehrgangsarbeit in einer Handwerksstätte durchge­führt, die im allgemeinen von einem Handwerks­meister am Ort in uneigennütziger Weise zur Ver­fügung gestellt wird. Damit wird das Ziel erreicht, daß auch im Gau Hessen-Nassau auf dem Lande eine systematische und gründliche Weiterbildung der Handwerker erfolgen kann.

an den Start zu gehen. Wenn ein Fahrer, der in den letzten Jahren an den Bahnrennen in un­serer Stadt teilnahm, das Lob erhielt, der belieb­teste und sympathischste Fahrer zu sein, so war dies der Kölner Schorn, der Träger des deutschen Mei­stertrikots. Der Gießener Radsport kann stolz sein, daß er nicht zuletzt durch die alljährliche Verpflich­tung Schorns mit dazu beigetragen hat, daß Schäng" (wie er genannt wird) den höchsten Titel, den der deutsche Radsport verleiht, erringen konnte. Jean Schorn weiß, was er den Gießener Rad­sportlern schuldig ist und deshalb wird er sich auf der Gießener Aschenbahn als" Deutschlands Meister- sahrer vorstellen, obwohl er sonst nur noch auf Zement- öder Holzbahnen startet.

(Studenten- Wettspiele 1939 in Wien.

Die Studenten-Weltspiele 1939, deren Ausrichtung die deutsche Studentenschaft übernommen hat, wer­den nunmehr endgültig in der Zeit vom 20. bis 27. August in Wien durchgesührt. Die Weltspiele umfassen Leichtathletik, Schwimmen, Wasserball, Fußball, Handball, Hockey, Rugby, Basketball, Ten­nis, Rudern, Fechten und einen Wehrwettkamps, also den größten Teil des olympischen Programms. In einem großen Schauprogramm wird die Deut­sche Studentenschaft sowie die italienische und unga­

Krawatte und Hosenträger.

Von Egid Iilet.

Ich möchte ich -möchte eine hübsche Seiden­krawatte für einen Herrn", flüstert das kleine Mädel mit dem Wuschelkopf und den zerstochenen Fingern in der Herrenmodeabteilung des großen Waren­hauses.

Bitte", sagt die höfliche Verkäuferin. Drei lange schmale Kartonschachteln enthüllen ein Regenbogen­farbenspiel von billigen Herrenkrawatten. Buntes Glühlamvenlicht überströmt den Verkaufstisch und läßt die Dünne Kunstseide wie etwas unerhört Kost­bares aufscheinen.

Ein Paar feste Hosenträger für meinen Mann!" bestellte eine ältere Dame mit konservativem Haar­knoten und funkelnden Brillengläsern. Kühle, graue Augen streifen forschend die zerstochenen Finger der Nachbarin, die in den bunten Krawatten wühlen.

Das Derkaufsfräulein legt zwei Dutzend Hosen­träger vor: lichtecht, waschecht, unzerreißbar, feste Lederspangen, ein Jahr Garantie.

Das Mäddjcn streichelt die kühle Seide, prüft Stoff und Muster, genießt den Zusammenklang der Farben wie einen musikalischen Akkord. Oh, sie ist vom Fach, die Kleine sie kennt den Unterschied zwischen der billigen Seide, aus der ihr kurzes, selbstgeschneidertes Sonntagsfähnchen ist, und den guten Stoffen, aus denen sie während der Woche um kargen Arbeitslohn die schönen Sachen für das vornehme Geschäft näht.

Die Frau neben ihr nimmt die Hosenträger aus den Kartons, zieht und dehnt und untersucht mit der Gewissenhaftigkeit der praktischen Hausfrau.

Und mit einem Mal kommen die beiden ins Ge- 'fpräch. Aber nicht der Mund spricht, der müde und schmale der älteren Frau, welk wie ein Herbstblatt, nicht der rote, volle des kleinen Mädels, frisch wie die saftigen Ränder einer reifen Frucht.

Die Augen sprechen.

Laß die dummen Krawatten, Kind", sagen die alten, klugen, grauen Augen, in denen stiller, nach­sichtiger Pessimismus ist und doch auch verstehendes Mitleid,kauf doch lieber etwas für dich selbst! Wenn man deine schmalen dünnen Arbeitsfinger sieht, dann weiß man, wie schwer du dein Leben verdienst..." \

Warum sieht mich die alte Frau so sonderbar an? denkt das Mädel, und seine Augen werden dunkel und abweisend. Was geht sie mein Einkauf an?

Aber so sind die alten Leute. Sie gönnen der Ju­gend die Lebensfreude nicht.

Sicher hat er dich auf feinem Motorrad mitge­nommen, recht weit yinaus in die Waldeinsamkeit", sagen die alten Augen,oder du warft mit ihm im Kino oder in der Tanzbär mein Gott, wenn ihr Benzinduft atmet oder Tanzmusik hört, seid ihr ja alle gleich verrückt, ihr armen dummen Dinger. Und jetzt willst du ihm eine Freude machen. Glaubst du vielleicht, daß er dich heiraten wiro, du gutes Kind?

Das Mädel schiebt die drei Kartons zur Seite:

Bitte, Fräulein, zeigen Sie mir doch etwas Besseres."

Eine neue Schachtel öffnet sich ihren neugierigen Blicken. Und endlich findet sie das Richtige: ein wahres Wunder von einer Krawatte.

Was kostet die, Fräulein?"

Zehn Mark, bitte."

Gott, fo teuer ..."

Nun ja aber sehen Sie doch, das hochmoderne Muster, die schönen Farben..."

Die Kleine überlegt, seufzt, überlegt wieder, kramt aus ihrem Handtäschchen das letzte Kleingeld heraus, es reicht gerade noch.

Und wenn er dich wirklich zur Frau nimmt, ist's noch schlimmer für dich", funkeln die strengen Brillengläser, dann gibt's erst recht Not und Ent­behrung und Staub und Küchendunst. Ach, wenn du wüßtest, was ich weiß. Sie wird dich noch sehr, sehr teuer zu stehen kommen, die hübsche Krawatte!"

Wie böse sie zu mir herüberguckt", denkt das Mädel.Mein Gott, sie weiß eben nicht, wie das ist, wenn man jemand lieb hat."

Fräulein, lassen Sie mir diese Hosenträger ein­packen."

Krawatte und Hosenträger schlüpfen in zwei schmale, weiße Seidenpapiersäckchen mit dem Gold­aufdruck des Warenhauses.

Es gäbe eine kleine Humoreske, wenn sie ver­wechselt würden", denkt das hübsche Derkaufs­fräulein mit der Andeutung des Lächelns.

Ach nein. Es gibt keine Humoreske. Die alten Hausfrauenaugen sehen ihre Hosenträger auch durch das undurchsichtigste Papier.

Praktisch sind sie, Alfred wird zufrieden fein. Wenn es nur feste Lederspangen sind.

Schön ist die Krawatte. Sie wird ihm reizend stehen", denkt das junge Ding, und in ihren schwim­menden Augen leuchtet die Dorfteude sausender Motorradausflüge und strahlender Tanzsäle.

Die kleine Verkäuferin fragt:

Kann ich den Damen noch dienen, vielleicht Sockenhalter oder Krawattennadeln oder Hemd­kragen oder Manschettenknöpfe oder Pyjamas ..."

Nein, die Damen haben vorläufig keinen Bedarf.

Sie gehen zur Kasse, zahlen und bekommen ihre Ssidenpapierpäckchen, beide fast gleich groß, beide schmal und schlank und weiß wie zwei Schiffe, die heute ruhig nebeneinander im Hafen liegen und morgen hinausfahren in die Weiten des Ozeans, das eine nach Osten, das andere nach Westen.

Und niemand weiß, welches von beiden das größere Glück an Bord hat.

Hochschulnachrichten.

Professor Dr. Arnold Langen, Ordinarius für Bürgerliches und Handelsrecht an der Unioerfität Greifswald, ist im 67. Lebensjahre gestor­ben. Professor Langen, der sich 1900 in Marburg habilitierte, wurde 1919 zum Ordinarius in Greiss« wald ernannt.

Professor Dr. Hans Reichel, Ordinarius für Bürgerliches Recht und Zivilprozeßrecht an der Universität Hamburg, ist im 62. Lebensjahre g e ft o r b e n. Er wirkte früher in Jena und Zürich.

Professor Dr. Paul Koschaker begeht seinen 6 0. Geburtstag. Er ist in Klagenfurt geboren und begann seine wissenschaftliche Laufbahn in Innsbruck. Nacheinander lehrte er von 1909 ab an der Deutschen Universität Prag und an den Uni­versitäten Frankfurt, Leipzig und seit 1936 in Ber­lin. Sein Spezialgebiet ist Rechtsgeschichte des Altertums.

Professor Dr. med. Wilhelm Knipping, Ordi­narius für Innere Medizin an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf, wurde in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Köln berufen. . Es ist übertragen worden: dem kommissarischen Leiter der Thüringischen Landesheilanstalt, Professor Dr. Kihn, unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Universität Jena der Lehrstuhl für Psychiatrie und Neurologie; dem nb. ao. Pro­fessor Dr. med. Arno Nagel unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Universität Halle-Wittenberg der Lehrstuhl für Ana­tomie; dem planmäßigen ao. Professor Dr. Her­mann Weber in Münster unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Universität Königsberg der Lehrstuhl für Physiologie.

Vor oder nach Mitternacht?

Wann und wie lange «sollen wir schlafen das ist eine Frage, die jeden angeht und die sehr ver­schieden beantwortet wird. Manche halten die Ein­ordnung der Schlafzeit in den Tageslauf für gleich- gültig, wenn man nur die Schlafdauer nicht zu sehr verkürze. Der moderne Großstädter neigt dazu, den Zeitpunkt des Zubettgehens mehr und mehr hinaus­zuschieben. Eine genaue Prüfung würde wohl er­geben, daß derdurchschnittliche" Städter vor hun­dert Jahren zwischen neun und zehn fein Lager aus suchte, fein Urenkel von heute aber erji zwischen elf und zwölf Uhr. Da sich die Morgenruhe meist nicht entsprechend verlängern läßt, ergibt sich ein täglicher Fehlbetrag an Schlaf, eine freiwillige Schlaflosigkeit, die bedenkliche Folgen haben kann. Aber auch der Forderung derjenigen, die nun um­gekehrt sur denFrühschlaf^ oderNaturschlaf" eintreten, d. h. einen allein auf die frühesten Nacht­stunden beschränkten Schlaf, kann der Unbefangene wohl kaum beistimmen.-Alle dem Menschen näher­stehenden Tiere, alle primitiven Völker schlafen, so­lange es dunkel ist, wachen, solange es hell ist. Daß mir die späteren Nachtstunden ebenfalls verschlafen, entspricht auch der jahrtausendelangen Uebung des Kulturmenschen, die nachweislich in seiner ganzen körperlichen Organisation begründet ist. Sehr genaue Untersuchungen haben gezeigt, daß die Tätigkeit fast aller Organe etwa zwischen zwei und vier Uhr nachts ihren Tiefstand erreicht (Körpertemperatur, Herzschlag, Atmung, Ausscheidung von Wasser und Stickstoff, Bildung von Blutkörperchen, Absonderung der meisten Drüsen, Wachstum der Haare und der Nägel usw.) ein zwingender Hinweis dar ans, daß die Nacht, und zwar die ganze Nacht, zum Schlafen da ist. Alte, kranke und kränkliche Leute, so rät Pro­fessor Dr. Heinrich Nelson im Aprilheft von Vel- hagen & Klasings Monatsheften, sollen auch am Tage bann ruhen, wenn sie müde sind. Der kurze, viertelstündige Mittagsschlas ist jeder­mann nützlich; wer anbrüchig oder nervenschwach (Neurastheniker) ist, tut gut, nach dem Mittagsmahl eine ganze Stunde der regelrechten Betttuhe zu pflegen (derausgezogene Mittagsschlas" Schwen- ningers). Die oft vertretene Ansicht, der Schlaf am Tage schädige den Nachtschlaf, ist nur mit Einschrän­kungen zutreffend. Schlaf schafft Schlaf; am besten schläft man, wenn man nicht todmüde ist.

3stück85.

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