Ausgabe 
21.4.1939
 
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Nr. 93 Erstes Matt

189. Jahrgang

Freitag,2l.April 1939

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Großdeutschland begeht festlich des Führers Geburtstag.

Festliche Äeichshaupisiadl.

Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.

Die Gratulalionsempfänge.

Berlin,,20.April. (DRV.) Nach dem Vork^i- marsch der ff=ßeibf taub arteAdolf Hitler" erschien der Apostolische Nuntius Monsignore Or - s e n i g o zur Beglückwünschung beim Führer, dem er als Doyen des Diplomatischen Korps zugleich die Glückwünsche der in Berlin akkreditierten Missionschefs und eine Geburts« tagsgabe des Diplomatischen Korps überbrachte. Der feierliche Empfang des Nuntius fand in Gegen­wart des Reichsministers des Auswärtigen von Rib­bentrop in dem großen Empfangssaal der neuen Reichskanzlei statt. Eine Ehrenwache des Heeres unter Führung eines Offiziers erwies dem Nuntius militärische Ehrenbezeigungen. Hieran schloß sich an der gleichen ©teile der Empfang des Reichspro» Lektors in Böhmen und Mähren, Reichs­minister Freiherr von Neurath, und des Staatspräsidenten Dr. H a ch a, die dem Führer ihre Glückwünsche aussprachen. Bei ihrer An- und Abfahrt erwies ihnen eine Ehrenkompanie der ff- LeibstandarteAdolf Hitler" mit Fahne und Musik die militärischen Ehrenbezeigungen. Unter den glei­chen militärischen Ehrenbezeigungen fand hiernach die Ausfahrt des slowakischen Minister- präsidentenDr. Tiso statt, der in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribben- Wp zusammen mit dem slowakischen Außenminister Durcansky und dem Gesandten Cerna vom Führer zur Beglückwünschung empfangen wurde.

Der Glückwunsch der Aetchsregierung.

Anschließend nahm der Führer im großen Emp- fangssaal der neuen Reichskanzlei die Glückwünsche der Reichsregierung entgegen, in deren Na­men Generalfeldmarschall Göring in einer kur­zen Ansprache die Bedeutung der Persönlichkeit des Führers für die deutsche Nation würdigte und dem Glück und der Freude der Reichsregierung Aus­druck gab, in so unmittelbarer Nähe des Führers tätig sein zu dürfen. Der Führer dankte in einer kurzen Erwiderung der Reichsregierung für ihre treue und verantwortliche Mitarbeit an dem großen Geschehen der letzten sechs Jahre. Dann empfing der Führer und Oberste Befehlshaber in seinem Arbeits­zimmer die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile, Generalfeldmarschall G ö - ring, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, General­oberst von Brauchitsch, sowie den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel zur Entgegennahme der Glückwünsche der Wehrmacht. Als nächster Gratulant erschien eine Abordnung des Deutschen Gemeindetages, die dem Führer in Anwesenheit des Reichsministers des Innern Dr. Frick durch Reichsleiter F i e h l e r, den Oberbürgermeister der Hauptstadt der Bewe­gung, die Urkunde der Adolf-Hitler-Stiftung der deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände für funge Architekten und Städtebauer überreichte. Als Fonds für die Stiftung haben die deutschen Ge­meinden und Gemeindeverbände anderthalb Mil­lionen Reichsmark gestiftet.

Danzigs Ghrenbürgerbnes.

Vor der Abfahrt zur Parade empfing der Führer in seinem Arbeitszimmer den Gauleiter und die Regierung der Freien Stadt Danzig zur Entgegennahme ihrer Glückwünsche. Gauleiter For­st e r überreichte dem Führer den Ehrenbürger» b r i e f der Freien Stadt Danzig, wobei er erklärte: Obschon Danzig abgetrennt ist, wollen, Sie, mein Führer, uns die große Freude machen, die Ehren­bürgerschaft dieses stets deutschen Landes an der Ostsee anzunehmen. Hierüber sind alle Danziger, die in. den letzten 20 Jahren auf dem deutschen Vor» posten an 'der Weichselmündung ihr Deutschtum mit besonderer Zähigkeit hochhielten, besonders glücklich. Sie haben gerade in den letzten Jahren dem abge- trennten deutschen Danzig.so viel Gutes in jener Hinsicht getan, daß es schon lange unser innigstes Bedürfnis war, uns auch äußerlich dankbar erwei­sen zu können. Heute ist nun der Zeitpunkt gekom­men, daß wir Ihnen, mein Führer, diesen Dank vor aller Weltöffentlichkeit abstatten können. Gau­leiter Forster verlas dann den Text der von Prof. Richard Klein (München) gestalteten Ehren­bürgerurkunde:

Adolf Hitler, dem Führer des deutschen Volkes, hat der Senat der Freien Stad Danzig in unaus­löschlicher Dankbarkeit für das Werk sittlicher und völkischer Erneuerung des deutschen Volkes und als Zeichen ewiger blutmäßiger Verbundenheit Danzigs mit dem deutschen Volk unter Zustimmung der Stadtbürgerschaft das Ehrenbürgerrecht verliehen. Dies wird hiermit bekundet.

Danzig, den 20. April 1939.

Der Senat der Freien Stadt Danzig.

Der Führer nahm den Ehrenbürgerbrief mit Worten herzlichen Dankes entgegen und beauftragte den Gauleiter, diesen Dank und seine Gruße der Bevölkerung der Freien Stadt Danzig zu über­mitteln.

Künstler gratulieren dem Führer.

Berlin, 20.April. (DNB.) Der Führer empfing in seinem Arbeitszimmer in der Neuen Reichskanzlei eine Gruppe der bildenden Künstler unter Führung von Profesior Albert Speer, und Zwar die Professoren von Arent, Breker, Giesler, Gradl, Kreis, Thorak und Ziegler.

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Die kleinsten Gratulanten wollten die ersten sein. Schon am frühen Morgen des Geburts« tages erschienen sie beim Führer in der Neuen Reichskanzlei, um ihren Dank und ihre Glück« wünsche auszusprechen. (Scherl-Bilderdienst, Berlin.)

GroßdeuMands stolzeste Truppenparade.

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Ein Bild der Parade vor derTechnischen Hochschule". Der Vorbeimarsch des Fahnenbataillons vor dem Führer. (Scherl-Bilderdienst.)

Dr. H. Th. Berlin, 20. April.

Der Berichterstatter, der, zu einer Kunstfchrift- leiter-Tagung im Propaganda-Ministerium geladen, am Dienstagmorgen in aller Frühe vom Bahnhof auf den Potsdamer Platz hinaustritt, hat sich im Stillen darauf gefaßt gemacht, nunmehr den Ber­liner Frühling zu erleben. Es ist aber nicht an dem, vorläufig, es ist ein kühler, aprilmäßiger, windiger und grauer Tag, und statt des Frühlings sieht der Ankömmling zunächst einmal, gerade vor dem Bahnhof, eine Baustelle von beträchtlichen Aus­maßen, breit und tief. Und darum herum, das ist das Merkwürdige in dieser großen, lärmenden, ge­schäftigen Stadt, stehen eine Menge Leute, die, wie es scheinen möchte, gar keine Elle und gor nichts zu tun haben, sondern mit stiller Andacht dem Be­trieb auf dieser Baustelle zuschauen. Dafür haben sie immer ein paar Minuten übrig, und solche kleinen Ansammlungen im Straßenbilde gehören ebenso zu Berlin wie das Brandenburger Tor und die Bock­wurst bei Aschinger und manches andere. (Beispiels­weise die letzten Pferdedroschken. Der Berichterstat­ter sah zwei oder drei, dereiserne Gustav" kann zwar nicht mehr dabei gewesen sein, denn der ist kürzlich nun doch gestorben; aber es ist ein rühren­der Anblick, diese klapprigen Pferdchen und die altersgrauen Kutscher auf dem Bock zu sehen in­mitten einer brausenden Symphonie des Verkehrs im Durcheinander der Autos, der Busse, der Stra­ßenbahnen und Untergrundbahnen, der großen Fernzüge, die durch die Stadt laufen, und der Fliegergeschwader, die darüber hinziehen mit don­nernden Motoren.)

*

Den Frühling, was das betrifft, spürt man dann ein wenig später, .wenn man an den bunten Körben der dicken Blumenfrauen auf dem Potsdamer Platz vorbeigeht, und gegen Abend, auf einem Gang durch den Tiergarten, das stille Paradies der Haupt- tadt, von der schräg einfallenden Sonne vergoldet und vom ersten zarten Grün überspannen. Und um auf die Baustelle zurückzukommen, auf die zualler­erst der Blick des Besuchers fällt, der als Zaungast zur Geburtstagsfeier des Führers aus der Provinz kommt: es gibt nichts, was für Berlin eben heute charakteristischer märe; sie*wirkt geradezu wie ein Symbol. Darüber wird in anderem Zusammenhänge noch etliches zu sagen sein. Man braucht nur durch ein paar Straßen zu gehen bis ins Regierungs­viertel, dann weiß man gleich, was damit gemeint ist, und außerdem merkt man schnell, daß man sich in einer Stadt der festlichen Erwartung befindet. Zwar feiert jetzt ganz Deutschland den Geburtstag des Führers, aber doch nirgends festlicher, lebendi­ger, sichtbarer und spürbarer auf Schritt und Tritt. Die Wilhelmstraße und der Wilhelmplatz, das Zen­trum des Regierungsviertels, die langgestreckten Straßenzüge und Häuserblocks, wo sich die Geschicke Deutschlands entscheiden, bieten einen großartigen Anblick: die alten und neuen Fassaden find über­flutet von riesigen Hakenkreuzfahnen, die mit lan­gen goldenen Bändern geziert find; vom frischen Aprilwind bewegt, flattern Fahnen und Bänder und lockern die ernsten, grauen Fronten auf zu einem festlich-farbigen Bilde einer feiertäglichen Stadt.

Und so wie hier im Zentrum ist es überall, in allen Straßen. Da ist wohl kein Schaufenster ohne ein Bild des Führers und ohne Blumenschmuck. Die Berliner haben mit einem oft rührenden Eifer, mit liebevoller Sorgfalt und manchem originellen Ein­fall das Ihre getan, den 20. April würdig zu be­gehen und sinnvoll auszugestalten. Der Schmuck, den man sich dazu ausgedacht und herbeigetragen hat, reicht etwa vom riesigen Hakenkreuz, aus Mai­glöckchen gebildet, im umlagerten Eckfenster eines Warenhauses bis zu den billigen Papierfähnchen am Kohlenkeller einer Seitenstraße oder zu der gol­denen 50 über der Eingangstür einer Kutscherkneipe hinter dem Alexanderplatz. Bei einem Spaziergang durch die Stadt begegnen uns auf Schritt und Tritt neue Bilder der Festfreude und der Erwartung. Vor der Front eines Hauses in der Belleouestraße haben sie beispielsweise eine Macfirusleiter aufgefahren und ausgezogen, wie man sie von der Feuerwehr kennt. Es brennt hier durchaus nicht, aber oben an der Spitze turnt ein Mann und ist eifrig damit be­schäftigt, auf einem Sims in Höhe des zweiten Stock­werkes eine Dekoration von blauen und rosa Hör­

Der Führer begrüßt seine ausländischen Ehrengäste.

Berlin, 20. April. (DNB.) Am Nachmittag empfing der Führer in Gegenwart des Reichsmini- sters des Auswärtigen, von Ribbentrop, eine ita­lienische Sonderdelegation, der unter Führung des Botschafters, Professor Attolico, angehörten der Chef des Generalstabes, Staatssekre­tär P a r i a n i, der Chef des Generalstades der Faschistischen Miliz, Russo, der Geschwaderadmi­ral Salza, der Geschwadergeneral Pelle­grini und Konteradmiral Graf de (Tourten. Die Delegation überbrachte dem Führer die in herz­lichen Worten gehaltenen Glückwünsche Seiner Maje­stät des Königs und Kaisers und des Duce. Hierauf erschien beim Führer eine ungarische Son­derdelegation, die sich aus dem Gesandten S z t o j a y , den Generaladjutanten des Reichsver- wesers, Feldmarfchalleutnant von Kerefztes- Fi scher und Oberst im Generalstab And or k a, zusammensetzte. Sie beglückwünschte den Führer im

Auftrage Seiner Durchlaucht des Reichsverwesers. Alsdann empfing der Führer den bulgarischen Ge­sandten D r a g a n o f f, der dem Führer die per­sönlichen Glückwünsche des bulgarischen Herrschers übermittelte. Auch diese Empfänge fanden in Gegen­wart des Reichsministers des Auswärtigen, von Ribbentrop, statt.

Inzwischen waren die ausländischen Ehrengäste dur den Ehrenhof der neuen Reichskanzlei, wo ihnen eine Ehrenwache des Heeres militärische Ehrenbezeugungen erwies, vorgefahren und hatten sich nach Begrüßung durch den Staatsminifter und Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Dr. Meiß­ner, in der Marmorgalerie versammelt. Dort nahm der Führer in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen ihre Vorstellung durch den Che des Protokolls des Auswärtigen Amtes, Freiherrn von Dörnberg, entgegen und begrüßte sie und die in ihrer Begleitung erschienenen Missionschefs der

tenfien anzubringen.

*

Berlin ist eine Millionenstadt. Aber man wird nicht häufig so viele Menschen bei Tag und bei Nacht auf den Straßen sehen wie jetzt vor dem 20. Der Zustrom aus der Provinz und von weiter her ist beträchtlich. Man merkt das gleich morgens bei der Ankunft. Erft im dritten Hotel bekommt der Be-

beteiligten Länder persönlich.' An dem daran an­schließenden Tee-Empfang nahmen neben den ausländischen Ehrengästen teil der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, der Stell­vertreter des Führers, Neichsminister Rudolf Heß, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, Generaloberst Milch, mehrere Reichsminister und Reichsleiter sowie Vertreter des Auswärtigen Amtes und der Wehrmacht. Am Abend fand im Deutschen Opernhaus auf Einladung des Reichsministers des Auswärtigen, von Ribbentrop, eine Fe st auf« f ü h r u n g der OperetteDie luftige Witwe" für die ausländischen Ehrengäste statt. Reichsaußen- Minister von Ribbentrop begrüßte seine Gäste in der Pause im Gelben Saal des Opernhauses. Der Fest« aufführung wohnten Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht bei.