Der gefräßige Domino.
Eine Faschingsgeschichte von Heinrich Medel.
Gelegentlich liest man in der Zeitung von berufs- mhigen Vielessern, deren Rekord ein Veremigte- k!aatsn-Neger mit einem Dutzend Zitronen, einer nie Aepfel, vierzig Pfund Zuckermelonen, zwei Ktzend Eiern, zehn Fleisch- und einer Anzahl Sichlspeisen — alles auf einen Sitz vertilgt — hielt, len dann vor zwei Jahren einem Berufsunfall er- hc, da er infolge einer Wette zwei Löffel Zement K: schluckte und ein Glas Wasser darauf trank.
Aber selbst dieser phänomenale Esser wäre in ki Schatten gestellt worden durch denjenigen, der kn guten König Ludwig XV. von Frankreich einst k einem Maskenball begegnete.
Dieser Ball fand in den Tuilericn statt. Durch die Ei.le wogte die gesamte gute Gesellschaft des ancien rep'me. Jeder war maskiert, oft auf die narrischste Irr, aber fast immer mit Geschmack, und nie ordi- . Die gleißenden — und dazu echten — Rokoko- «anen tanzten, wie berückende Blumen anzuschauen, Hii galanten Kavalieren über das spiegelnde Par- pt. Der berühmte Tanzmeister Marcel hatte ihnen le Schritte selbst einstudiert. Mild und ruhig flim- I tie*te goldnes, tausendfaches Kerzenlicht von den i Zeigen Kandelabern herab — aus verschwiegenen Silben klang das silberne Lachen flirtender Colum- linsn ... kürz, du würdest, lieber Leser, wenn du heft dabei sein können, ohne Besinnen dem Aus- kid) Talleyrands zustimmen: niemand, der nicht der Französischen Revolution gelebt habe, wisse, ti( schön das Leben sein könne.
rast die ganze Längsseite des größten Saales wurde' durch ein Büfett eingenommen, von hh Speisen und Leckerbissen, zubereitet von den lrihmten Köchen des Hofes, und auserlesene Ge- tirte jedermann zum Zugreifen einluden.
lubmig stand mit seinem Gefolge gerade in der 3ii»e des Büfetts, als ein gelber Domino von Uferst kräftigem, vierschrötigem Wuchs und etwas frmerem Gang diesem, ohne sich um das Treiben »i surn zu kümmern, geradewegs zusteuerte uno ff) dann mit außerordentlichem Appetit, jede 21b= iifrung vermeidend, über die Speisen hermachte.
Trinken vergaß er ebenfalls nicht. Dann ver- xr-and er wieder.
ad) kurzer Zeit aber kehrte er zurück — der König juib noch immer an feinem Platz — und begab sich
von neuem an das Vertilgen von Quantitäten, die seinem erstaunten Beobachter ganz absonderlich vorkamen, zumal sich der Domino doch kurz vorher so vollgegessen hatte, daß er nach menschlichem Ermessen für zwei Tage genug haben mußte.
Ludwig wurde nachdenklich. Sein Staunen aber wurde immer größer, als der Vierschrötige, nachdem er wie zuerst verschwunden war, nach wenigen Minuten wiederkehrte und nunmehr nochmals einen Heißhunger entwickelte, auf den der König entschieden neidisck) wurde. (Und die Bourbonen waren wahrhaftig keine schlechten Esser. Verzehrte doch Ludwig XVI. nach seiner verantwortlichen Vernehmung vor dem französischen Konvent im Jahre 1793, die ihm den Kopf kostete, mit bestem Appetit sechs Koteletts und einen halben Hahn.)
Und dieses Spiel wiederholte sich noch mindestens viermal. Es war ungeheuerlich und konnte eigentlich nicht mit rechten Dingen zugehen.
Der König winkte seinem Ordonnanzoffizier, einem Kapitän der Schweizergarde.
„Sehen Sie den gelben Bajazzo da, der eben gerade die Hammelkeule in der Hand hat?"
„Ja, Sire."
„Komisch, daß bei ihm unten Militärstiefel he/aus- gucken."
„Ja, Sire. Es ist wirklich komisch.
„Wenn er fertig ist, dann folgen Sie ihm einmal und stellen Sie fest, wer es ist!" —
Run, der Offizier brauchte nicht lange zu warten. Der Domino aß nicht nur sehr viel, sondern auch sehr schnell. Er fraß wie ein Wolf. Alsbald verschwand er, noch kauend! der Offizier hinter ihm her.
Gleich darauf hörte man diesen draußen brüllen wie einen Stier. Und dann kam er mit kapuzmer- rotem Kopf zurück und meldete etwas bedeppert, daß er den entsetzlichen Vielfraß erwischt habe. Dieser verfrühte Weltrekordhalter war eine Abteilung der Schweizergarde, der es oblag, vor den Türen Wache m halten Sie war, da sie von den Düften der Speisen verführerisch in den Rasen gekitzelt wurde, auf den ingeniösen Einfall gekommen, sich em Dominokostüm zu leihen — und das zog dann em Soldat nach dem andern an und verfügte sich ans Büfett.
Prächtige Leute!" rief Ludwig, der „Vielgeliebte", wie man ihn gern ein wenig doppelsinnig nannte. Unb Dank fei dem Allmächtigen, daß nicht Ihre ganze Kompanie aufmarfchiert ist. Wir hätten sonst nochmals kochen lassen müssen."
„In geheimer Mission."
Gloria-Palast.
Ein Roman „Viel Lärm um Severin" von Edmund Sabott lieferte die Vorlage zu diesem Film, dessen Drehbuch Jacob Geis und der Spielleiter Jürgen von Alten schrieben. Es handelt sich um einen Vertrag; der Vertrag enthält ein Abkommen mit der Regierung des exotischen Phantasiestaates Santona und betrifft die Ausbeutung des überaus wertvollen Metalls Beryllium. Die Jagd nach diesem kostbaren Aktenstück macht den Inhalt des Films aus, der seine romanhafte Herkunft nirgends verleugnet. Das geschätzte Papier gelangt unter den abenteuerlichsten Umständen von Marseille nach Genua und von dort nach Santona; der Vertrag wechselt unterwegs des öfteren seinen Besitzer, gerät aus der Aktentasche in den Koffer, aus dem Hotelzimmer an Bord eines Schiffes und paßt schließlich als Einlage in eine Mütze, die ein bißchen zu weit ist. Diebstahl, geheimnisvoller Todesfall, Erpressung und Revolte — alles um ein verhältnismäßig kleines Stück beschriebenen Papiers; die Zusammenhänge werden dem Beschauer, der den Roman nicht gelesen hat, vermutlich nicht in allen Einzelheiten völlig klar geworden sein. Man gibt sich dennoch ziemlich sorglos einer Unterhaltung hin, die mindestens gegen Ende unleugbare Spannirngsreize gewinnt, aber man kann sich gelegentlich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Hersteller das Interesse des Kinobesuchers an dem mpsteriösen Aktenstück doch ein wenig überschätzt haben. Der Regisseur Jürgen von Alten gab dem Fall eine filmgerechte Aufmachung und sparte nicht mit den erforderlichen Mitteln. Gustav Fröhlich ist gerade der richtige Mann, mit Witz und Trotz ein Abenteuer zu bestehen, das ihn, genau genommen, nicht das mindeste angeht und zuletzt um ein Haar Kopf und Kragen kostet: um ein Haar — dann kommt die wohlverdiente Belohnung, und jedermann wird einsehen, daß dies nicht mit Geld abzumachen war. (Die junge Dame heißt Ruth Hellberg und ist ans einigen früheren Filmen wohlbekannt.) Die darstellerisch interessanteste Leistung liefert Paul W e gener in der Rolle des geheimnisvollen Vertragspartners Mister Morrow. Camilla Horn erscheint als eine ebenfalls in das Abenteuer verstrickte temperamentvolle Chansonette namens Marion aus Marseille. Vom übrigen E«semble tun sich Aribert Wäscher und Paul Bildt mit prägnanten Rollenumrissen hervor. Tie Gießener werden für ein paar Augenblicke Herrn Arzdorf Wiedersehen. — (Märkische-Pcmorama Schneider-Südost.)
Im Beiprogramm gibt es Wintersportbilder und in der Ufa-Wochenschau einen ausführlichen Bericht vom Stapellauf des Schlachtschiffes „Bismarck".
Hans Thyriot.
Lochschulnachn'chten.
In Greifswald ft a r b der em. Professor der* Theologie D. D. h. c. Eduard Freiherr von der Goltz im 69. Lebensjahre. Professor von der Goltz war 1935 in den Ruhestand getreten. Er habilitierte sick) 1902 an der Berliner Universität für das Fad) der praktischen Theologie. Vier Jahre später wurde er Direktor des Evangelischen Predigerseminars in Wittenburg i. Westpr., erhielt dann das Prädikat Professor und wurde 1912 als Ordinarius für praktische Theologie und Pädagogik an die Universität Greifswald berufen.
Wegen Erreichung der Altersgrenze wurden von den amtlichen Verpflichtungen entbunden: Professor Dr.-Jng. Erich Beckmann, Ordinarius für Elektrotechnik und Fernmeldetechnik an der Technischen Hochschule Hannover; Professor Dr. Georg Frerichs, Ordinarius für pharmazeutische Chemie an der Universität Bonn; Professor Dr. Richard Reinhardt, Ordinarius für Veterinärpharmakologie; Toxikologie und Augenheilkunde an der Universität Leipzig; Professor Dr. Rudolf Rothe, Ordinarius für Mathematik an der Technischen Hochschule Berlin.
Professor D. Dr. Carl Steuernagel, em. Ordinarius für alttestamentliche Wissenschaft an der Evangel.-theol. Fakultät der Universität Breslau, wurde 7 0 Jahre alt. Professor Steuernagel habilitierte sich 1895 in Halle, wurde dort 1907 Extraordinarius und wirkt seit 1914 als Ordinarius in Breslau. 25 Jahre lang war er Herausgeber der „Zeitschrift des Deutfdjen Palästina- Vereins".
Professor Dr. August Becker, Ordinarius für theoretische und experimentelle Physik an der Universität Heidelberg, vollendete das 60. Lebensjahr. Professor Becker hat feit 1935 den Lehrstuhl des Nobelpreisträgers Geh. Rat Professor Dr. Phil. Lenard inne; er ist Mitglied der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, des Naturhistorischen Medizinischen Vereins in Heidelberg und der Mittelrheinischen Studiengesellschast für Balneologie und Klimatologie.
Dem nb. ao. Professor Dr. med. Fritz liemann an der Universität München wurde unter Ernennung zum Ordinarius an der Universität Bonn der Lehrstuhl für Innere Medizin übertragen.
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Aus der Stadt Gießen.
Bunte Parade.
Sie sind da, kaum daß sich der erste Sonnenstrahl zeigt; sie erscheinen auf der Bildfläche, wenn man eben zum erstenmal an den Frühling denkt; sie bringen in das alltägliche Straßengetriebe eine freundliche Note und nehmen sich in all ihrer Far- oenfreudigkeit geradezu wie lenzlid)e Vorboten aus, nämlich die — Kinderwagen.
Es wird vielen Dingen ein Loblied gesungen. iZum Beispiel dem ersten Schmetterling, der sich 'ürwitzig heroorgewagt hat. Oder den knospenden Erscheinungen im Park oder in der Anlage. Auch her Vogelgesang bleibt nickst unbeachtet, wenn er sich in den ersten lauen Tagen regt. Aber die Kinderwagen erfahren keine besondere Würdigung, | Sie sind einfach da, und bumit fertig. Und doch wird Mit ihrem Ersck-einen die wichtige Tatsache gleich- j|nm unter Beweis gestellt, daß 'die schönen Früh- iingstage nun in naher Aussicht stehen. Ja, man ' !<mn sich auf die Kinderwagen zweifellos besser verfassen als auf einen Maikäfer, dem aus unbekann- fllen Gründen plötzlich der Boden unter den Füßen 1)11 heiß geworden ist.
Nickst als ob es in den winterlichen Tagen keine Minderwagen gäbe. Natürlich find sie da, denn das Kleine muß doch auch mal an die frische Luft. Aber is ist ein wesentlicher Unterschied zwischen den Ausfahrten etwa im Dezember und den Fahrten in die- !*n Wochen, wenn das Frühlingsahnen sozusagen jin b-er Luft liegt. Im Dezember ist es Pflicht, den Ikinderwägen zu fahren, in dieser Zeit aber wird 15 Vergnügen Wenigstens für die Muttis, die jetzt er äußeren Beschaffenheit der Kinderwagen und ch selbst ganz besondere Aufmerksamkeit zuwenden.
Und da jede Mutti dasselbe tut, weil ja bekann- irmaßen von Eva her bestimmte Eigenschaften llen Muttis gemeinsam sind, wird die Ausfahrt er Kinderwagen zu einer regelrechten Parade. Die Sag^n blinken und blitzen mit all ihren Metall- lilen, ihr Inneres leuchtet in duftigen Farben, und ,e Lenkerin des Wagens ist adrett angezoaen und irahlt über das ganze Gesicht. So macht Die Pa- ibe einen durchaus erfreulichen Eindruck, der nur ann in Gefahr gerät, verwischt zu werden, wenn e Muttis im Eifer ihrer fahrenden und redenden Tätigkeit zu Dreien nebeneinander den Fußsteig be- utzen.
Aber natürlich kommt das nur selten ober überhaupt nicht vor, vor allem nicht in Gießen. Weil {ns nämlich zu unvernünftig wäre, und weil es loernünftige Muttis eigentlich gar nicht mehr den soll. Darüber würden sich {ebenfalls alle Fuß- inger freuen, bie ohnehin ihre Freube haben an r bunten Parabe der Kinberwagen, die jetzt fast glich zu beobachten ist. H. W. Sch.
Treudienst-Ehrenzeichen
für treue Mitarbeit.
In Anerkennung langjähriger treuer Dienste hat ter Führer den nachstehenden Beamten und An- (pteUten bas Treubienst-Ehrenze'chen verliehen: bas ()olbene Ehrenzeichen für 40jährige treue Dienste ('hielt der Angestellte Heinrich H i n k l e r in Gie- jen. Mit dem Silbernen Ehrenzeichen wurden Ge- r erberat Dr. Erwin Meyer, Gewcrdeinspektor Ludwig Melcher in Gießen, der Derwaltungs- ifretär Ludwig Wehrum in Gießen, der Ober- f-chmeister Heinrich Schmidt in Gießen und der lilloertretenbe Kassenleiter Karl Weber in Gie- !N bedacht. Ferner erhielten das Silberne Treu- Hmst-Ehrenzeichen der Bürogehilfe Heinrich Repp in Nidda und der Angestellte Wilhelm Sils in K ubach.
NG.-Lebrerbunb, Gießen.
Mittwoch, 22. Februar, 17 Uhr, im Singsaal der Lnigemarckschule Kreisversammlung der Fa ch s ch a f t Höhere Schule. 1. Vortrag des Kiversitäts-Professors Dr. B o l l n o w über den hgriff der Geschichtlichkeit". 2. Mitteilungen des 5ieisfachschastsleiters. Gäste willkommen.
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien)
Dienstag, 21. gebruar 1959
Ehrung der deutschen Mutter.
Vom Landessozialwcut des Schneider, Frankfurt a. M.
NSG. Als der Stellvertreter des Führers am Weihnachtsabend 1938 zu den Deutschen aller Weit sprach und nochmals die weltgeschichtliche Bedeutung der Ereignisse des laufenden Jahres allen vor Augen führte, verkündete er gleichzeitig, daß der F ühr e r als sichtbares Zeichen des Dankes des deutschen Volkes an kinderreiche Mütter ein -Fhr ent reu 3 d e r d e u t s ch e n M 1,11 e r" geltet hat. Dieses Ehrenkreuz trägt bie Inschrift JD a 5 K 1 nb ab eit bie M u11e r" unb ben Namenszug des Führers. Es wird an Mütter von Dier und fünf Kindern in Bronze, von sechs unb heben Kindern in Silber unb von acht unb mehr ,ln. ausgegeben. Die Verleihung findet alljährlich in feierlicher Weise am Muttertag burch bie Hoheitsträger bcr Partei statt, lieber bie Ver- le'hung wirb ein Besitzzeugnis ausgestellt. Nach bem Tobe Der Inhaberin wirb bas Ehrenkreuz ben Hinterbliebenen als Andenken belassen.
Bei dieser Botschaft wanderten die Gedanken vieler Deutschen, insbesondere vieler Mütter, zurück zu jener Feier am 30 Januar 1937, an der der Füh
rer die Worte sprach: „Jede Mutter, die in diesen oicr Jahren unserem Volk ein Kind gegeben hat, trägt durch ihren Schmerz und ihr Glück bei zum Glück der ganzen Nation. Wenn ich dieser gesunden Jugend unseres Volkes gedenke, dann wird mein Glaube an unsere Zukunft zu einer freudigen Gewißheit." In diesen Worten liegt die hohe Anerkennung, die den Müttern tm Hinblick auf ihre Verdienste für die Zukunft unseres Volkes zukomint. Von allen Müttern hat der Führer nunmehr diejenigen besonders herausgeftellt, bie vier unb mehr Kinber. geboren haben. Durch bie Stiftung des Ehrenkreuzes hat er als Führer von Volk und Nation anerkannt, daß diesen kinderreichen Müttern der gleiche Ehrenplatz gebührt wie den Frontkämpfern; denn der Einsatz der Mutter für das Leben ihres Volkes ist der gleiche wie der des Soldaten im Kriege: beide fetzen ihr Leben ein für bie Erhaltung von Volk unb Vaterlanb.
Als kinderreich gilt die Familie mit vier und mehr Kindern, da nach ben Berechnungen ber Bevölkerungsstatistiken zur Erhaltung bcs Volksbe-
ftanbes eine Durchschnittskinberzahl von 3,6 je Ehö notwenbig ist. Die früher weitverbreitete Ansicht, nach bcr zwei Kinber zur Volkserhaltung genügen würben unb bie zu dem sogenannten „Zwei-Kin- der-System" führte, muß mithin abgelehnt werden. Wer in der heutigen Zeit ohne Grund auf Kinderreichtum verzichtet, schädigt sich, seine Familie und sein Volk!
Aber nicht die Anzahl ber Kinber allem ist bas Merkmal ber kinberreichen Familie. Nur bie erb- tüchtige, anstänbige Familie, bie sich im Lebenskampf bewährt und durchsetzt, kann hierzu gezählt werden. Nicht zu verwechseln mit diesen kinderreichen Familien sind die Großfamilien, die stets durch ihr minderwertiges, hemmungs- und verantwortungsloses Verhalten auffallen unb baher als asozial unb gemeinschaftsschäbigenb zu bezeichnen sind. Diese asozialen Großfamilien bilben eine sehr große Gefahr unb Bedrohung für unser Volk in Gegenwart und Zukunft. Für die Mütter dieser Familien kann eine Auszeichnung für Verdienste um das deutsche Volk, wie es das Ehrenkreuz darstellt, schon nach dem allgemeinen Volksempfinden nicht in Frage kommen.
Die Voraussetzungen
zur Verleihung des Ehrenkrenzes.
Da das „Ehrenkreuz der Deutschen Mutter" eine besondere Ehrung für seine Trägerin bedeutet, die ihr der Führer selbst verliehen hat, sind hierfür bestimmte Voraussetzungen festgesetzt worden Die Auszeichnung darf nur in die richtigen Hände kommen. Unwürdige müssen davon ausgeschlossen bleiben. Nach den gegebenen Voraussetzungen können Mütter das Ehrenkreuz erhalten, wenn die
Drei lustige Mädchen feiern Fasching...
SPITZENLEISTUNG
OPEL esM»*1
Eltern ber Kinder deutschblütig unb e r b t ü d) t i g , bie Mutter der Auszeichnung würdig unb bie Kinder lebend geboren f i n b. Der Nachweis ber Deutschblütig- feit wirb in ber Regel burch Abgabe einer auf bem Antragsvorbruck vorgesehenen Erklärung der An- tragsftellerin erbracht. Hiernach darf keiner ber vier Großelternteile ber Antragstellerin unb.ihres Ehemannes Jube ober sonst fremdrassig fein. Er bars auch nicht ber Mischen Religion angehört haben, lieber bie Erbtüchtigkeit wird bas zuständige Gesundheitsamt gutachtlich gehört. Da die Kinder den Anforderungen entsprechen müssen, die an die zur Mitarbeit im Rahmen der Volksgemeinschaft fähigen Volksgenossen zu stellen sind, dürfen Mütter von erbkranken Familien das Ehrenkreuz nicht erhalten. Beim Vorkommen vereinzelter Erbkrankheiten in sonst tüchtigen, fleißigen und anständigen Familien kann jedod) großzügig verfahren werben. Auch wenn bie Kinber burch Einwirkung äußerer Ursachen in ihrer körperlichen ober geistigen Entwicklungsfähigkeit beschränkt sein sollten, kann bie Verleihung bes Ehrenkreuzes dennod; erfolgen. Eine persönliche Untersuchung ber einzelnen Familienmitglieder durch den Amtsarzt ist nicht vorgeschrieben: zur Beurteilung genügt vielmehr die Verwertung der vorliegenden ärztlichen Vorgänge und Akten des Gesundheitsamtes, es fei denn, daß es fid) um Zweifelsfälle handelt. Die weitere Voraussetzung, daß die kinderreiche Mutter auch würdig sein muß. beweist, daß ihr Lebenswandel sowohl ols Muter, als auch als Ehegattin in gleicher Weise einwandfrei sein muß. Eine gewissenhafte Auslese der Mütter ist daher erforderlich. B^i Vorsttafen mit Zuchthaus oder wegen Abtreibung. Kindesmißhandlung, gewerblicher Unzucht oder anderer verwerflid)er unb dem Sinne des Ehrenkreuzes widersprechender
(Photo: Tobis. — Eric Borchert.)


