Ausgabe 
21.1.1939
 
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Nr. 18 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

2k./2?.Zanuar 1959

einer

mandeurs zusammen Zahlreiche Karten und vieler- zu erkennen ist. findet kurze Zeit darauf seine^vi__ lei graphische Darstellungen rundum den Wän- Bestätigung bei den praktischen Vorführungen einer

und ihre harmonischen Grundlagen wurden für Mussorgskij das leitende Fundament. Diese neu­artige und unverbrauchte Klangwirkung bedingte auch eine Neubegründung der musikalischen Form. Nicht als ein experimentierendes Sich-Vortasten er­scheint so seine Schaffensart, sondern als ein Sich- Selbst-Geben und Sich-Erschließen in persönlich und blutmäßig gebundener Eigenart. Das, was die gro­ßen Meister der mitteleuropäischen Musik in genia­ler Schau ergründet hatten, war für die Späteren schulmäßige Regel geworden und zur Formel er­starrt. Hier aber bei Mussorgskij wachsen die aus Neuland erstandenen Kräfte ins Unbegrenzte und fühlen sich im Bewußtsein ihrer Jugendlichkeit den höchsten Zielen angemessen.

Russisches Volksgut geht so in Mussorgskijs Werk ein als grundlegendes Stoffelement; anschauliche Bildhaftigkeit wird zum Anreger der Phantasie.

Die Männer der Presse werden am Hauptein- gang der neuen Kaserne der Flak-Artilleristen von dem Major und Abteilungskommandeur herzlich be­grüßt und zunächst in eines der schönen Gebäude geleitet. In einem großen, Hellen Lehrsaal setzt man sich zu einem kurzen Vortrag des Abteilungskorn-

Letzten Mittwoch früh noch fast in der Dunkelheit und bei schönstem Regenwetter. Etwa 40 Vertreter der Presse, darunter ein Mitglied der Schriftleitung desGießener Anzeigers", treffen sich am Hauptbahnhof in Frankfurt a. M. Unter Füh­rung eines Hauptmanns der Fliegerwaffe begeben sie sich hinaus an den Rand der Stadt zur Kaserne des Flak-Regiments in Frankfurt a. M. Zweck: Besuch der Flak-Artillerie und Beteiligung als Zuschauer bei den Vorführungen einer Flak- Batterie unter Einsatz aller ihrer Kampfmittel.

Vortragspult künden davon, daß in diesem Lehr- suale von den Flakartilleristen eifrige geistige Arbeit geleistet wird. Und daß diese Tätigkeitnicht ohne" ist, sondern allerleiKäppchen" jedes Mannes der Flaktruppe erfordert, wird den Besuchern während des kurzen Vortrags des Abteilungskommandeurs über die Grundlagen, Voraussetzungen, Ziele und Technik des flakartilleristischen Schießens alsbald klar. Selbst derjenige, der auf dem Arbeitsfeld der Junger der Heiligen Barbaravorbelastet" also alter Artillerist mit allerlei Kenntnissen vom Bau ist merkt schon nach kurzer Zeit, daß sein artille- aU5 der Zeit des Schießens im Weltkrieg _ auf das man sich doch so stolz weiß gegenüber dem Stand der Dinge von heute ganz gewaltig ins Hintertreffen gekommen ist, gleichsam ein Werk, das sein Ende in denKinderschuhen" gesunden hat. Und was bei diesem Vorträge geistig zu erkennen ist, findet kurze Zeit darauf seine volle

Hochschulnachnchten.

Der Dozent Dr. phil. habil. Helmuth Osthoff ift zum beamteten ao. Professor und zum Universi- tatsmustkdirektor an der Universität Frankfurt ernannt worden.

Professor Dr. Hermann A l b r e ch t von der Uni- Derfität Frankfurt wurde als Ordinarius für Röntgenkunde an die Staatliche Akademie für prak- tifd)e Medizin in Danzig berufen. Sein Haupt­arbeitsgebiet ist die Röntgendiagnostik.

Professor Dr. Carl Pirath, der an der Tech, "istsien Hochschule Stuttgart den Lehrstuhl für Eisenbahn- und Verkehrswesen innehat, erhielt einen Ruf an die Universität Köln, um dort einen ncugegrünbeten Lehrstuhl für Verkehrswissenschaft Zu übernehmen. Pros. Pirath hat den Rus abfle. lehnt.

landdeutschen erscheinen; die Mutter stammte aus Aachen, sein Vater aus der belgischen Grenzzone. Im Gegensatz zu der von Berlioz vertretenen illu- stnerenden Programmusik und dem sich später an- bahnenden Impressionismus ist er zum bewußten 5)uter und Bewahrer klassischer Formprinzipien ge­worden, wenngleich er in der Ausnützung der Or­chesterfarbe manches von seiner Umwelt angenom- men hab So erweisen auch seineSymphoni- ch e n Variationen" für Klavier und Orchester trotz einer gewissen Auflockerung der Klanglichkeit eine straffe, thematisch gefestigte Struktur. Dos wiederkehrende Hauptthema und der beschwingte Seitengedanke sind immer wieder maßgebende Fak­toren für die Entwicklung, in deren Mittelpunkt wohl das Soloinstrument steht, dabei aber eng Der- fnüpft mit der selbständigen Führung des Orchesters, das den Ausdrucksgedanken über den Farbwert stellt.

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Unter den aus Wien stammenden Musikern nimmt Enul Nicolaus von Recznicek durch den Ein­schlag slawischen und romanischen Blutes eine Son­derstellung ein. Seine 1894 in Prag uraufgeführte komische OperDonna Diana" hat er 1933 einer Verarbeitung unterzogen; besonders aber Jie Ubensspruhende, beschwingte, durch ihren behenden Rhythmus zündende Ouvertüre zu diesem Werk gibt Das treffendste Abbild seiner musikalischen Persön­lichkeit. Sie ist im Konzertsaal ebenso heimisch ge­worden, wie sie zumal in letzter Zeit sehr häusiq in den Programmen des deutschen Rundfunks er- scheint. Dr. Hermann Hering.

4000pflichijahrmädelö in Oberheffen als Helferinnen

T^brgang des erweiterten Pflichtjahres. - Beginn der Verpflichtung bleibt der 4. Marz 1938. - Einsatz vor allem in der Landwirtschaft. - Freies Arbeitsverhältnis auf tariflicher Grundlage.

(Line Unterredung des Gießener Anzeigers mit dem Leiter des Arbeitsamts Gießen.

ZU gehen. Vorher müssen diese 1000 Mädels ihr Pflichtjahr ableisten. Ein großer Teil der übrigen 1500 Mädels, namentlich auf dem Lande, wird sich sicherlich zu Hause in der Landwirtschaft nützlich machen.

Angesichts des jugendlichen Alters dieser Mädels ist es wichtig, hier besonders zu betonen, daß das Arbeitsamt bei der Genehmigung und Zuweisung von Stellen auf den K r ä f t e z u st a n d d e s Mä­dels weitgehende Rücksicht nehmen und nach bester Möglichkeit allem Vorbeugen wird, was dem Mädel eine ungebührliche Ueberanftrengung seiner Kräfte bringen würde.

Beratung in der Sprechstunde.

Zur Bewältigung dieser großen Ausgabe und zur sorgfältigen Beratung der Mütter und Töchter hat das Arbeitsamt Gießen Sprech ft unden einge­richtet. Dort wird den Müttern und Töchtern Ge­legenheit gegeben, mit den Arbeitsoermittlerinnen über alle Fragen des Einsatzes im Pflichtjahr allein zu sprechen. Derartige Sprechstunden be­stehen auch bei den Nebenstellen des Arbeitsamtes. Näheres darüber gibt das Arbeitsamt heute be­kannt.

Pflichtdienst ist Ehrendienst für die Gemeinschaft!

Die,früheren Veröffentlichungen über das Pflicht­jahr der Mädels unter 25 Jahren und auch unsere heutige Uebersicht lassen klar erkennen, daß dieser Einsatz eine Ehrenpflicht unserer Mäd - ch e n in sich schließt.

Es handelt sich um die für unsere Volksgemeinschaft außerordentlich wichtige Aufgabe, den stark über­lasteten Frauen unserer Bauern und Landwirte, so­wie den Müttern mit großer Kinderschar die drin­gend notwendige weibliche Hilfe im Haushalt zu beschaffen. Unsere Mädels haben schon sehr oft und vielfältig ihren anerkennenswer­ten Willen zum Dienst für die Gemeinschaft be- kündet. Man darf wohl als sicher ansehen, daß sie sich auch hier wieder tatfroh zur Hilfeleistung im Rahmen des Pflichtjahres in die große Front der schaffenden, für das Wohl unserer Volksgemein, schäft kämpfenden deutschen Menschen einrelben. Sie werden dabei auch sich selbst ideell bereichern insofern, als sie durch die Ableistung dieses Dien- stes Einblick und enge Verbindung mit einem Le- benskreis deutscher Menschen gewinnen, der für das Volksganze von größter Wichtigkeit ist. Dar­um bedeutet das weibliche Pflichtjahr die Erfüllung eines Ehrendienstes! Wie der junge Mann 2^ Jahre Arbeits- und Militärdienst im Dienste der Gemein­schaft ableistet und stolz auf diese Ehrenpflicht ist, so muß jedes junge Mädchen mit Stolz ein Jahr auf dem weiblichen Arbeitsgebiet zum Wohle des Vater- landes tätig fein. B.

Aquarelle und Zeichnungen eines mitMusforg- s k i j befreundeten Malers wurden die Veranlassung zu seiner Klavier-SuiteBilder einer Aus- stellun g". Was ihm hier in den einzelnen Bil- dekn entgegentritt, bleibt für ihn nicht ruhender Eindruck, sondern das Bild tritt aus feinem Rah- men und wird zur Handlung, die den grundlegen­den Schöpfungsvorgang des Malers in weitestem Ausmaß lebendig werden läßt und im Lichte der Musik begreift. Aber er beschränkte sich dabei nicht etwa auf eine charakterisierende Situationsschilde- rung, sondern, der Aeußerungsmöglichkeit der Musik angemessen, ersteht so ein musikalischer Vorgang, der sich in seiner Form musikalischen Gesetzen fügt.

Das Bild einesGnoms" wird so zur Veran­lassung für eine spukhafte musikalische Szene; das alte Schloß" läßt romantische Klänge der Ver­gangenheit wach werden;Spielende Kinder" finden kapriziösen musikalischen Ausdruck; derOchsenkar­ren" (Dydlo") geht vom bildhaft stampfenden, knarrenden Baßrhythmus aus, läßt eine russische Volksweise herauswachsen, und das Ganze erhebt sich zu musikalisch szenischer Schau, die in ihrer Art Zu den bekanntenWolga-Schleppern" in Vergleich zu setzen wäre.

Zu einem humorvoll gezeichneten Scherzino wird derTanz der Küchlein in den Eierschalen"; gebör- denhäst gezeichnet ist das Bild des galizischen Ju­den. Das Markttreiben (Der Markt zu Limoges") entfaltet sich in voller Realistik. In stärkstem Kon­trast dazu, in tiefster Verinnerlichung, wie ein Re­quiem wird dasRömische Grab in den Katakom­ben" erschaut.Die Hütte der Babayaga" eine 2lrt Hexenritt; dasGroße Tor von Kiey>" wächst sich zu heroischer Klangweli aus. 1

' Dieses ursprüngliche Klavierwerk war schon von Rimski-Korssakow instrumentiert worden; die vor­liegende Bearbeitung von Maurice Ravel erhebt das Ganze in eine äußerst gewählte plastische Farbigkeit.

Mussorgskij wurde zum Anreger der französischen Impressionisten, die in ihrer verfeinerten Technik an die Grenzen des musikalisch Gegenständlichen rühr­ten. Nach dem Abklingen dieser Stilrichtung besann sich die westeuropäische Kunst immer stärker durch­dringend wieder auf die grundlegenden Elemente des Musikalischen, im Rhythmischen, Harmonischen unb Melodischen. Erfrischend wie ein neuer Kraft- Zustrom wirkte sich das Zurückgreifen auf die Volks­musik aus. Uyd so erstand eine Ausdrucksweise, die, durch die sublimierte Farbtechnik des Impressionis­mus hindurchgegangen, sich wieder mit den natur- fraftigen Ansätzen des schon 1881 verstorbenen Mus­sorgskij berührt.

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Gerade der Spanier Manuel de Fa lla läßt die­ses Wiedererstarken und Durchbrechen der musika­lifchen Elemente zum besonderen Ausdruck des^ Na­tionalen werden. In feiner symphonischen Dichtung Nächte in spanischen Gärten" (1925) gibt er unter Hineinbeziehung vom melodischen Volks­gut und nationalen Tanzrhythmen äußerst ein­drucksstarke Schilderungen aus seinem Heimatland. Er gliedert sein Werk in drei Teile: 1.Im Ge- neralife"; 2.Ferner Tanz"; 3.In den Gärten der Sierra von Cordova". Während der erste Satz mit äußerst feinen Farben den Zauber der Nacht einfängt, indem er den Klavierpart mit dem voll­besetzten großen Orchesterkörper zum Klangfiligran verwebt und die Einzelinstrumente im Solo zu be- onöeren Ausdrucksträgern werden läßt, sind der zweite und dritte Satz vornehmlich auf das Rhyth­mische abgestimmt, dem Tänzerischen mit anschau­licher Kraft Ausdruck gebend. Nach realistisch farb­kräftiger Schilderung entschwindet der Schlußsatz, der sich direkt an den zweiten anschließt, in visions- gleicher Verklärung.

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'Cesar Franck (18221890) steht in seiner Art des Musiklebens den Deutschen näher als der Musik- i entwicklung an feiner Hauptwirkungsstätte Paris. t Seine blutsmäßige Herkunft läßt Hu .als Grenz- 1

Welche Mädchen sind zur Ableistung des Pflicht, jahres verpflichtet?

Vom 1. Januar 1939 ab ist die Ableistung des (flichtjahres grundsätzlich von allen ledigen weib- !chen Arbeitskräften unter 25 Jahren zu fordern, k e vor dem l.März 1938 noch nicht als Arbeite- Timen oder Angestellte beschäftigt waren und eine fllche Beschäftigung aufnehmen wollen. Diejenigen Mädchen unter 25 Jahren, die in der Zeit vom 1 Minz bis 31. Dezember 1938 Arbeit in einem nicht ^sperrten Wirtschaftszweig (z. B. in der Metall- ribuftrie) ober Berus (z. B. als Modezeichnerin) cifgenommen haben, sind grundsätzlich von der Ibleiftung des Pflichtjahres auszunehmen. Ferner if die Ableistung des Pflichtjahres nicht mehr von fonjemgen Jugendlichen zu fordern, die sich vor dm 1. März 1938 bereits in einem Lehrverhältnis ta sonst in einer ordnungsmäßigen Berufsaus- bibung befanden. Alle übrigen Mädels unter 25 &hren, die einen Beruf ausüben wollen, find also zim Pflichtjahr verpflichtet.

Wie und wo erfolgt der Einsatz?

Das Pflichtjahr ist von jetzt ab grundsätzlich nur ntaf) rein arbeitseinsatzmäßigen G e - sichtspunkt en abzuleisten, d. h. zu jedem Ab- ftssuß muß die Genehmigung des Ar- 11 i t 5 a mt e s schriftlich erteilt werden. Die Zu- fünmung ist von der Jugendlichen oder ihrem geetzlichen Vertreter bei dem Arbeitsamt bzw. bei ®er Nebenstelle des Arbeitsamtes schriftlich zu be- Jtrragen. Die Arbeitsstelle eines Mädels für das 9': idjtjahr muß vom Arbeitsamt als arbeits­einsatzmäßig wichtig anerkannt sein.

Das Pflichtjahr kann abgeleiftet werden in der chinswirtschaft, im landwirtschaftlichen Haushalt in» im Landdienst der HI. Es soll der Land- und Hcuswirtschaft, besonders der überlasteten Bauers- fru und den kinderreichen Familien, die not - o obigen weiblichen Hilfskräfte zu- füften. Daneben soll es ganz allgemein das Jnter- e|fi der weiblichen Jugend für die Land- und Ha.us- wiltschaft wecken. Der ständig zunehmende Mingel an weiblichen Hilfskräften in der Land- uit Hauswirtschaft hat es notwendig gemacht, den Kris der Personen, die den Bestimmungen des «etlichen Pflichtjahres unterliegen, zu e r ro e i«

Diese Bilderabfolge wird von einem musikalischen Satz emgeleitet. Diese sog.Promenade" kehrt ver- fchiedentlich abgewandelt wieder, quasi als das Um­hergehen des Beschauers der Ausstellung. Nach der Katakomben-Szene wird das Thema zur nachdenk­lichen Reflektion.

"Das Haushalts-Pflichtjahr der Mädchen hat sich sehr befriedigend eingeführt, die Madels sind jetzt allenthalben mit Freude bei der Sache."

Diesen Satz schrieben wir nach einer Unterredung mit dem Leiter des Arbeitsamts Gießen, Oberregie­rungsrat Dr. L i st, imGießener Anzeiger" Nr. 194 vom 20./21. August 1938. In dieser Feststellung kam ein Rückblick auf den mit Wirkung vom 1. März 1938 von dem Beauftragten für den Vierjahresplan, deneralseldmarschall Göring, angeordneten ver- ftärkten Einsatz von weiblichen Arbeitskräften in ier Land- und Hauswirtschaft zum Ausdruck.

Mit einer neuen Durchführungsanordnung vom !3. Dezember 1938 ist von dem Präsidenten der Heichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeits­losenversicherung Dr. Syrup eine Erweite­rung des für das Pflichtjahr für Mäd - iQcn in Betracht kommenden Personenkreises ver­landet worden. Anlaß dazu war die im Lause des 'origen Jahres zutage getretene Erscheinung, daß (er ursprünglich vorgesehene Personenkreis nicht lusgereicht hat, um allen Anforderungen der Bauern nd Landwirte, sowie der interessierten Haushal- ungen in der Stadt nach weiblichen Arbeitskräften «recht zu werden. An dem andauernd ungedeckten Aedarf dieser Kreise an Hilfskräften konnte man mcht mehr achtlos vorbeigehen.

Flakartilleristen und Lufinachrichter im Waffendienst

Besuch der presse bei den Truppen in Frankfurt a. M. und Biebrich.

Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.

weiter. Daraufhin werden durch den Ortsbauern- sichrer Frage b o gen an solche Interessenten »er­teilt, die ein Pflichtjahrmädel aufnehmen wollen. Die Stelle wird dann von dem Ortsbauernführer in Gemeinschaft mit der örtlichen Leiterin der NS - Frauenschaft überprüft. Wenn beide die Stelle für geeignet halten, wird sie zur Besetzung anerkannt, worauf durch das Arbeitsamt Gießen oder dessen Nebenstelle die Zuweisung des Pflichtjahrmädels erfolgt. Es kann jedoch auch im Wege der eige­nen Suche ein Pflichtjahrmädel durch den In­teressenten gewonnen werden, jedoch mit der Ein­schränkung, daß dazu das A r b e i 15 a m t schriftlich vorher die Zustimmung erteilen muß.

Warum das pflichljahr vor der Lehrzeit gefordert wird.

Nach der Anordnung besteht die Möglichkeit, das Pflichtjahr auch anschließend an die Lehre abzu­leisten. Im B e z i r k Oberhessen jedoch erfor­dern es die Verhältnisse, daß grundsätzlich das Pflichtjahr schon vor der Lehrzeit abgeleistet ist. Maßgebend dafür ist folgende Verlegung: wenn ein Madel in eine Lehrstelle geht und dort zwei oder drei Jahre gelernt hat, im Anschluß daran seine erworbenen Kenntnisse aber nicht sofort praktisch auswertet, dann besteht die Gefahr, daß das Ge­lernte bald mehr oder minder in den Hintergrund tritt und schließlich ganz vergessen wird. Darum ist es richtiger, das Pflichtjahr vor dem Beginn der Lehre einzuschalten. Mit dieser Regelung wird sicherlich dem Mädel und seiner Zukunft, aber auch den berechtigten Wünschen und Interessen der Eltern am besten gedient.

2Ue hoch ist der zahlenmäßige Einsatz?

Im ganzen Reich werden vom l.Janaur 1939 ab schätzungsweise alljährlich 300 000 bis 400 000 weibliche Arbeitskräfte durch das Pflichtjahr erfaßt werden. Im" Bezirk des Arbeitsamts Gie­ss e n, also in Oberhessen, werden in diesem Jahre zu Ostern rund 2500 Mädchen aus der Schule ent­lassen. Von diesen 2500 Mädels haben bis jetzt runblOOO den Wunsch geäußert, in einen Beruf

Roderne europäische Musik.

Zum zweiten Symphonie-Konzert des Gießener Konzertvereins.

. k«s kommende Symphonie-Konzert lenkt das Jn- : Lesse der Gießener Hörer dadurch auf sich, daß ! önlliche im Programm vorgesehenen Werke bisher Im noch nicht zu Gehör gebracht worden sind.

uH0 r gf f ii und de Falla bezeichnen ein- rm extremste europäische Musiklandschaften, zu- cilkil» aber auch den Ansatz einer musikalischen (iltmitflung und ihren Ausgang, die sich beide in i Tier Tendenzen nähern. Cösar Franck und Ni- von Recznicek stehen mehr oder weni­gst im Zeichen der Auseinandersetzung mit der sti- liUfüfgen Entwicklung der letzten fünfzig Jahre.

Stu Weg zu einer national-russischen Musik Wn Michael Glinka und nach ihm Alexander T)orWmyshki eröffnet. Aber erst die spätere GUenrration, deren Vertreter sich im Hause Dargo- rrHk"is in Petersburg versammelten, wurden zu dm igentlichen Bahnbrechern der russischen Natio- ir^lüusik. Diese fünfNooatoren" waren bis auf rag Balakirew anderen Berufen verhaftet: Cäsar Cm: Fortif'lkations-Osfizier; Borodin: Mediziner; raiforgffij: zuerst Garde-Offizier, dann Verwal- tüm^eamter; Rimski-Korssakow: Marine-Offizier. Hw gerade von diesen Dilettanten nahm eine musi- fdtbcie Bewegung ihren Ausgang, die namentlich di e westeuropäischen Musikverhältnisse nachhaltig h°Wlußte.

Äewnders Mussorgskij war weder belastet durch tiiht Zrabition noch beengt durch eine schulgemäße mAfk: lische Ausbildung. Und dennoch war sein Ta- leMsi stark, daß es in Verfolgung der Ziele einer nelim listischen Wahrheit und der Klarheit des Aus- drAcs zu einer Neubildung des musikalischen Stiles »aMufj, die erst in den Späteren Jahrzehnten ihre oc:U(j. Erkenntnis und Ausarbeitung (durch den Fi<crzvsen Debussy) fand, und die zugleich noch die für die Ansatzpunkte des neuesten musika- Ilstyn Werdens der Gegenwart in sich schloß. Un- vevilcuchte, bisher nie beachtete und nie geweckte Ä« werden durch ihn lebendig. Wenn je ein -ßuliinm ursprünglich und unmittelbar in die Mu- un$ ^mit feine eigene Gesetzlichkeit be- ftiihini so war es bei Mussorgskij.

A russische Volks-Melodik war durch den Lauf le» "chrhunderte völlig in der byzantinischen Kir- yettMfiE verankert. Ihre mittelalterlichen Tonarten

t e r n. Durch die Zustimmung des Arbeitsamtes zur Auswahl der Stelle soll erreicht werden, daß eine tod) ein ar beit vermieden und dem Erfordernis des Arbeitseinsatzes genügt wird.

In diesem Jahre soll das Pflichtjahr in der Hauptsache der Landwirtschaft zugute kom­men. In jedem Falle erhält die Landwirtschaft einen Boijang insoweit, als das Pflichtjahr solcher junger Mädchen, die auf dem Lande zu Hause sind, a u f o em Lande abgeleistet werden muß.

Die Mädels, die im Rahmen des Land- 9 V n st? s der Hitler-Jugend ihr Pflicht- fahr ableisten wollen, können sich bei der zustän- bigen Dienststelle des B D M. melden. Dort er­halten sie einen Anmeldeschein (liegt auch beim Veits amt vor), der auszufüllen ist. Die Eltern müssen durch Unterschrift ihr Einverständnis er- klaren. Ein polizeiliches Führungszeugnis und die ärztliche Untersuchung durch einen Arzt der Hitler- Jugeick) oder des Arbeitsamtes auf körperliche Tauglichkeit sind erforderlich. Dann sind vom Arbeitsamt noch einige Eintragungen im Anmelde- fchein vorzunehmen, worauf die Anmeldung bei der zuständigen Dienststelle des BDM. erfolgen kann. Die Anmeldung kann aber auch beim Arbeitsamt direkt vorgenommen werden.

Hinsichtlich der Entlohnung erfolgt die Ab­leistung des Pflichtjahres in diesem Jahre im treten A r b e i t s v e r-h ä 11 n i s auf der Grund- lage der tariflichen Bedingungen.

Die Organisation des Einsatzes.

In einem so großen Bezirk wie Oberhessen ist eine derartige Maßnahme natürlich nicht ohne eine entsprechende Organisation durchzuführen. Zur Mithilfe hat das Arbeitsamt Gießen die für Oberhessen zuständigen Kreisbauern­schaften Oberhessen-Ost in Alsfeld bzw. Oberhessen-West in Friedberg aufgerufen. Alle offenen Stellen sind zcchlenmäßig von den ein­zelnen Ortsbauernführern an ihre zustän­dige Kreisbauernschaft zu melden. Die Kreisbauern­schaft gibt diese Zahlen an das Arbeitsamt Gießen

Wir stehen mit dem Abteilungskommandeur und mehreren Offizieren, die den Männern der Presse gerne als Führer und Erklärer zur Seite weilen, auf dem großen Uebungsplatze neben der Kaserne. Das Wetter hat sich etwas gebessert, es hellt sich immer mehr auf. Aber der vorhergehende stunden­lange Regen hat doch aüf dem Gelände des Uebungsplatzes feine starken Spuren hinterlaffen. Rezept bei Erkältung, Grippegefahr: Erwachsene trinken kurz vor dem Zubettgehen wäg- lichit Hertz zweimal ie einen Etzlösfel Klosterfrau- Melissengent und Zucker mit etwa der dovvelten Menge kochenden Wassers gut verrührt. Kinderrr gebe man die Halste. 98v

Darauf schläft man gut und fühlt sich am an­deren Morgen meist merklich wohler. Zur Nachkur nehme man noch einige Tage die halbe Menge.

Sie erhalten Klosterfrau-Melissengeist in der blauen Original-Packung mit den drei Nonnen in ^Nbeken und Drogerienin Flaschen zu RM. 2.80, 1.6o und-.90. Dreies Rezept bitte ausschneiden!