Ausgabe 
20.12.1939
 
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unb Zerstörer haben mit Bestimmtheit zwei Drittel Der britischen Luftarmaba ab geschossen, ohne daß es den Engländern auch nur in einem einzigen Falle gelungen wäre, ihr Angriffsziel zu erreichen und zu bombardieren.

Die deutschen Fluazeuge vom Typ Messerschmitt, die sich bereits im spanischen Krieg und später in Polen so glänzend bewährten, haben damit erneut eine Probe ihrer Hervorraaenden Kampfkraft ab­gelegt. Die deutschen Fliegersoldaten, die diesen Sieg errangen und nur geringe eigene Verluste hatten, erwiesen sich wieder als gefürchtete, unüberwind­liche Gegner. Der Name ihres Geschwader-Kom­mandanten Schuhmacher ist heute in aller Munde. Daß man sich in London über diesen Großkampf in der Deutschen Bucht ausschweigt, wundert uns nicht. Aber die englischen Flieger, die sich schneidig und tapfer gewehrt haben, werden ja nun wissen, was sie von ihrer verlogenen Sippschaft in den Londoner Ministerien zu halten haben. H. Ev.

London bestätigt Versenkung von sieben Britenschiffen durch deutsche Klugzeuge

Berlin, 19. Dez. (DNB.) Bel dem Angriff der deutschen Flugzeuge auf englische Vorpostenschiffe, Küstenwachboote und andere Kriegsfahrzeuge wur­den. wie in London amtlich mitgeteilt wurde, sechs Schiffeversenkt. Außer der bereits gemeldeten Serenlly" werden die Namen folgender verlore­ner Schiffe bekannlgegeben:News Lholce", Senclair" undLraigle Lea". Ferner wur­den zwei Handelsdampfer versenkt, deren deren Namen nicht mitgeteilt wird. Zu diesen sechs Schiffen, deren Verlust auch Churchill in einer Rund- funkrede zugab, kommt noch die bereits gemeldete Ver­senkung des VorpostenbootesPear lso daß ins­gesamt mindestens sieben britische Schiffe von den deutschen Flugzeugen versenkt worden sind.

OerExeter" ein schwimmendes Wrack.

Churchill vermag die Wirklichkeit nicht in englische Erfolge umzulügen.

Berlin, 19. Dez. (DNB.) Herr Winston Chur­chill macht sich harte Arbeit damit, die Wirklich­keit der Kriegführung in englische Erfolge umzu­lügen. Und doch hört ein aufmerksames Ohr aus seinen Lügen noch Spuren der unverwischbaren Wahrheit heraus. Was soll ein unbefangener Hörer davon halten, wenn Seine Lügenlordschaft von dem Kampf vor Montevideo behauptet, man müsseweit in der Geschichte der Seefahrt zurück- aehen, um ein glänzenderes Gesechtseraebnis zu finden, als das der Kreuzer ,Exeter', ,Ajax' und .Achilles' es war". Wie diesesglänzende Ergeb­nis" der drei englischen Kreuzer aussieht, gibt Mi- ster Churchill selbst fast wahrheitsgemäß zu, indem er in derselben Rede eingesteht:Unsere Ver­luste sind nicht gering gewesen. Es ist nichts dabei, wenn man jetzt feststellt" bisher also mußte man hartnäckig leugnen und lügendaß zwei von den vier Gefechtstürmen des ,Ajax' kampfunfähig geschossen wurden, während der ,Exeter' von 40 bis 50 Treffern durch­löchert war. Drei Acht-Zoll-Geschütze des .Exeter' wurden vernichtet und die Verluste betrugen nahe­zu 100 Mann." Damit nähert der Lügenlord sich, wie man sieht, stark der von vielen fremden Augen bezeugten Wahrheit, daß der ,Exeter' tatsächlich nur noch ein schwimmendes Wrack ist.

Wie bescheiden Herr Churchill ist, wenn es M, britischeErfolge" zu suchen, zeigt auf beinahe rührende Weise seine Feststellung, daß von 24 englischen Schiffen, die gestern und heute Bombenangriffen ausgesetzt waren, nur sechs Schiffe sanken. Immerhin reizt ihn dieser englischeErfolg" so, daß er die deutsche Taktik als dieTaktik eines Verbrecherregimes" beschimpft und dafür sorgt, daß auch die französischen Tra­banten Lügen-Englands sich in bübischen Beschimp­fungen der deutschen Seekriegführung ergehen, so etwa der französische Rundfunk, der überKor­

saren" undPiratentum" geifert. Wer in Wahrhet Korsaren- und Piratentum jahrhundertelang zum Grund- und Eckstein seiner Weltreichpolitik gemacht hat, das bezeugen die zuständigen englischen Zeugen, etwa der englische Treitschke, der Cambridger Histo­riker Sir Robert R. Seeley, der kein Hehl dar­aus macht, daß das englische Weltreichv o n See­räubern herstamm t", daß seineHelden" selber kaum etwas anderes waren als F r e i b e u - t e r, daß das Wachstum des englischen Weltreiches ganz gewiß nicht durch Gewissensbedenken" ae- hemmt war, unddaß keine Verletzung der Wahr­heit darin liegt, wenn man den Begründern des englischen Weltreiches den Leumund scho­nungslosen Plünderns zu Wasser, zu Lande im Frieden und im Kriege zu schreibt". Da­bei blieb es durch die ganze Geschichte Englands nach dem Geseetz, wonach es angetreten".

Oie Besatzung des

»Admiral Graf Spee" in Buenos Aires

Berlin, 19. Dez. (DNB.) Die Besatzung des PanzerschiffesAdmiral Graf Spee" ist am 18. De­zember in Buenos Aires eingetroffen, 39Ver­wundete und Kranke befinden sich noch in Monte­video. Sie sind dem dortigen Militärhospital über­geben worden. Die Ausfahrt derAdmiral Graf Spee" am Sonntaa aus dem Hafen von Monte­video und die mehrere Stunden darauf erfolgte Sprengung des Schiffes wird von allen Beob­achtern als das bisher eindrucksvollste Geschehnis des Krieges bezeichnet. Die argentinischen Zeitun­gen weisen darauf hin, daß die Versenkung des deutschen Panzerschiffes auf Wunsch des Führers er­folgte, der nicht Mannschaft und Schiff dem sicheren Tode im Kampfe gegen eine vielfache Uebermacht preisgeben wollte und daher die freiwillige Selbst­versenkung vorzog.

Weitere schwere Blutschulv Englands.

Kirchenamtliche Feststellungen über das Wüten der polnischen Mordbanden gegen deutsche evangelische Pfarrer.

Berlin, 19. Dezember (DNB.) Chamberlain hat am 14. Dezember im Unterhaus einen Satz ausgesprochen, der an Geschmacklosigkeit und Un- aufrichtigkeit wohl alles Bisherige übertrifft. Er okkupierte darin die Weihnachtsbotschast für feine Kriegspolitik und verflieg sich zu der Behauptung, England kämpfe heutefür die Verteidigung der Prinzipien und Ideale, die vor 2 000 Jahren die Gedanken der Menschheit inspirierten und ihre Her­zen aufrichteten". Das wagt ein Mann auszu­sprechen, der die Polen ermutigte, einen neuen Weltkrieg zu entfesseln und sie zu den entsetzlichen Greueltaten an ihren deutschen Staatsbürgern an­stifte te.

Die kirchen amtlichen Feststellungen über das Wüten polnischer Soldaten und anderer Banden gegen Geistliche und Kirchen- gut sind die beste Illustration zu derWeihnachts­botschaft" Chamberlains. Insgesamt sind 14 deut­sche evangelische Pastoren größtenteils in bestialischer Weise hingemordet worden; zwei davon sind bis jetzt noch nicht einmal als Leichen aufgefunden worden. In den großen evan­gelischen Gotteshäusern in Bromberg und Posen sind in jenen entsetzlichen Septembertagen d i e Altäre in gemein st er Weise beschmutzt, Leuchter zerbrochen, Bibeln und Altarbefteidung in Fetzen gerissen worden.

Es seien zwei Fälle herausgehoben: Der Pfarrer Kutz er aus Jägerhof bei Bromberg, Vater von drei unmündigen Kindern, wurde plötzlich aus seiner Wohnung geholt, mit Kolbenschlägen mißhandelt und dann 200 Meter von seinem Hause zusammen

mit drei anderen Männern ermordet, nachdem sie alle vier sich ihr eigenes Grab hattep schaufeln müssen. Nicht genug damit, wurde dem toten Pfarrer noch die Zunge ausgerissen, ein Auge ausgestochen, die Kehle ourchgeschnitten und der Leib ausgeschlitzt. Am Nachmittag des gleichen Tages wurde der 76jährige Vater Kutzers, der bei ihm wohnte, ebenso ermor­det. Fünf Männer, die sich mit ihren Familien in das Pfarrhaus geflüchtet hatten, wurden eben­falls erschlagen.

Ein zweiter grausiger Fall ist die Ermordung des Pfarrers I u ft aus Sienno, unweit Brombergs. Just war am 1. September mit dem Rade zum Besuch einer schwerkranken Frau über Land ge­fahren. Unterwegs fiel er in die Hände einer be­waffneten Bande Uniformierter und wurde mit drei Schüssen in die Brust und einem Dolchstich in den Hinterkopf errnordet. Die Banditen entklei­deten den ermordeten Geistlichen, raubten Uhr und Geld und warfen die halbbeNe'idete Leiche in den Graben.

'Einer derartigen Verhöhnung des geistlichen Ge­wandes und so entsetzlicher Mordtaten, die wie die gesamten von Polen verübten Greueltaten an den deutschen Bürgern des Landes alle Kennzeichen der Planmäßigkeit an sich tragen, kann nur ein Volk fähig fein, das jedes Rechtsgefühl in blindwütigem Haß ertränkt hat. England aber, das auch diese entsetzlichen Mordtaten an den 14 evangelischen Geistlichen unmittelbar mitverschuldet hat, trägt durch sie eine weitere schwere Mutschuld.

Der russische Vormarsch au der Eismeerfront.

Oie Schlacht bei Kaksamo für die Finnen verloren. - Russische Bomber erneut über Helsinki und anderen südfinnischen Städten.

Stockholm, 20. Dezember. (Europapreß.) Die russischen Truppenstärken, die über Salla (Kuola- järvi) vorrücken, hoben am Dienstag die Gegend von K e rn i j ä r v i erreicht, das etwa 87 Kilometer von Rovaniemi entfernt ist. Zehn Kilometer von Kemijärvi haben die Finnen ihre neue Ver­teidigungslinie errichtet. Die russische Offen­sive wird gleichzeitig gegen Savuoski vorge­tragen, das nordöstlich von Kemijärvi gelegen ist.

Auf der Petsamo-Front haben die Finnen die Schlacht von Kakfamo südlich von Pit- kajärvi verloren. Die finnischen Truppen hatten hier gegen eine große russische Uebermacht zu kämp­fen. Die russischen Truppen, die die Schlacht von Kaksamo für sich entscheiden konnten, waren, wie übereinsttmmend gemeldet wird, sehr gut ausge­rüstet. Die Angriffe der Russen werden mit gleicher Schlagkraft wie am Vortag fortgesetzt. Zwischen den Ortschaften Muoljärvi und Kautjärvi entspann sich ein heißer Kampf, der bis ,|ur Stunde noch nicht entschieden ist.

Die russischen Truppen an der Eismeer­front setzen ihren Vormarsch in raschem Tempo fort. Es ist ihnen gelungen, starke finnische Stellun­gen zu umgehen, so daß deren Verteidiger zum

Rückzug gezwungen waren. Die russischen Vorposten stehen etwa 2 0 0 Kilometer süb- l i ch von Petsamo. Unablässig trifft in Last­autos und Pferdefuhrwerken neuer Nachschub ein. Es handelt sich hierbei um Elitetruppen, deren Ausrüstung und Ausbildung der der Finnen gleich- kommt. Die Truppen führen u. a. zusammenlegbare Häuser mit, in denen sie übernachten. Licht verschaf­fen sie sich durch transportable Motore.

Wie die Finnen berichten, seien, nachdem den ganzen Tag über heftig gekämpft worden sei, d i e Angriffsversuche an dem finnischen Wider­stand gescheitert. Der Hauptanarift der Russen habe zwischen Muolajärvi und Kaukjärvi statt­gesunden. An der Ostfront seien die russischen An­griffe zurückgefchlagen worden. Die fin­nische Offensive am Aglijärvi macke Fort­schritte. Die Küstenbatterien auf Koivisto seien am Montag in Kämpfe mit der russischen Flotte und russischen Luftstreitkräften verwickelt gewesen. Die feindlichen Luftstreitkräfte seien besonders in Ost- und Südwestfinnland aktiv gewesen und hätten zahlreiche Bomben abgeworfen. Die fin­nische Luftwaffe hpbe eine Reihe erfolgreicher Bom­ben- und Maschinengewehrangriffe auf feindliche

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mäßig an die Bevölkerung verteilt würden.

Um wenigstens notdürftige Abhilfe äu schaffen, rationieren verschiedene Konsumgenossenschaften von sich aus die Lebensmittel, allerdings kann beispiels­weise die 70 000 Mitglieder unpassende Konsum« genossenschaft von Newcastle nur 227 Gramm Speck und Schinken an die Mitglieder in der Woche ohne

Englands Knegsernährungslage

nierung zwingt. Die Lebensmittelkarten sind nach ihrfpau wie vor die Hoffnung der Arbeiter, die erwarten, sihjlhi daß durch die Karten die geringen auf den Markt gelangenden Lebensmittelmengen wenigstens gleich-

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Em Stoßtrupp erhielt das Eiserne Kreuz

Vorbildliche Aushebung eines franzSsifchen Stützpunktes.

5 Tote und 11 Gefangene des Gegners - ohne eigene Verluste.

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nifterpräfibent 2) a I a 6 i e r sich mit der von den Sozialisten geforderten Abhaltung einer Ge­heimsitzung der Kammer für den kommen­den Freitag nicht einverstanden erklären werde. Er werde verlangen, daß erst in der zweiten Hälfte des Monats Januar eine solche geheime Sitzung abgehalten werde. DasOrdre" verlangt indessen schon eine frühere Abhaltung dieser Ge­heimsitzung, damitgewisse Maßnahmen" auf dem Gebiet der Lebensmittelversorgung ge> troffen werden könnten, um die Desorgnifse der Hausfrauen zu zerstreuen. Im rechtsstehenden Journal" gibt Löon Bailby erneut den schweren Besorgnissen psychologischer Natur Ausdruck, die durch die Untätigkeit der im Sep' tember mobilisierten Armee ausgelöst werden. W«' der der Franzose an der Front, noch der im Hinter­land sei genügend gegen die feindliche Propaganda gegen die Auflösung des Willens uni des Mutes geschützt. Die deutsche Propaganda habe eine bedeutende Ausdehnung angenommen, und zwar in dem Maße, in dem man behaupt«, daß die deutsche militärische Gefahr eines Angrifft nicht mehr vorhanden sei. In gewisse intellektuelle und dem Mittelstand angehörende Kreise drangen die deutschen Schlagworte immer mehr ein, die be­sagten:Wir führen feinen Krieg gegen Frans' reich", ober ähnlichen Inhalts feien.

Die Einführung der Lebensmittel- f arten in England ist noch immer ein Organifa- tionsproblem WennDaily Telegraph" verrät, daß das jetzt in Vorbereitung befindliche Rationierungs- fystem im Vergleich zu dem 1918 durchgeführten System wesentlich komplizierter fei, so ist mit dieser Feststellung wohl ein Entschuldigungs- versuch für die lange Vorbereitungsdauer beabsich­tigt, man muß aber unwillkürlich die Frage auf- werfen, ob etwas anderes als die schlechte Versor­gungslage England zu einer solch strengen, das System des Jahres 1918 noch übertreffenden Ratio-

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PK. In dem Frontabschnitt südostwärts Saar- : brücken hat ein Stoßtrupp eines Infanterie-Regi­ments unter Führung des Leutnants Kulhanek am 12. Dezember ein vorbildliches Unternehmen durchgeführt, wobei die gesamte Besatzung eines ranzösischen Stützpunktes getötet ober gefangen ge­nommen wurde. Für die umsichtige Durchführung dieses Unternehmens, bei dem keinerlei eigene Ver­luste zu verzeichnen waren, wurde sämtlichen An­gehörigen des Stoßtrupps von Generaloberst von Witzleben das Eiserne Kreuz verliehen. Elf feldgraue Soldaten der Westftont stehen ange­treten, um den Lohn der Ehre für ihre uner- chrockene Tat in Empfang zu nehmen. Der hochauf­geschossene junge Stoßtruppführer, Leutnant Kul­hanek, am rechten Flügel, neben ihm Feldwebel Halm, Unteroffizier S p i tz n a g e t und acht Ge­freite der 3. und-4. Kompanie des Infanterieregi­ments. Lauter junge Soldatengesichter mit dem Aus­druck des wissenden Frontsoldaten vom Vorfeld des Westwalls. In der Stellung seines Regiments hatte Leutnant Kulhanek mit Feldwebel Halm bei einer nächtlichen Erkundung ein vom Feind besetztes Blockhaus Wi Kilometer vor den vordersten Postie- rungen festgestellt. Diesen gefährlichen Störungsherd auszuheben, war der Auftrag des Stoßtrupps, der am 12. Dezember, morgens, ins Niemandsland vor­stieß und bald mit einem durchschlagenden Erfolg zurückkehrte. Während der Leutnant mit einem Mann als erster über das Drahthindernis vordrang, warf der feindliche Posten ziellos feine Handgranate und flüchtete dann ins Innere des Blockhauses. Mehrere geschloffene Handgranatensalven des deut­schen Stoßtrupps landeten dann auf dem Dach des Blockhauses, das starke Beschädigungen erlitt. Aus dem Innern herausdringende Schmerzensrufe zeig­ten die Wirkung der Handgranatenwürfe auf die i feindliche Besatzung. Drei Mann wurden schon durch I

Rücksicht aus die Größe der Familie abgeben. Das entspricht etwa dem bisherigen täglichen Verbrauch eines Engländers. Inwieweit die nun für 8. Januar nächsten Jahres in Aussicht gestellten Karten für Speck und Butter eine Besserung herbeiführen wer­den, steht dahin. Jedenfalls hat esEvening Stan­dard" bereits für notwendig erachtet, an den Patriotismus der Engländer zu appellieren. Das Blatt nennt ihn denHauptaktivposten bei: Regie­rung" uni) macht bann folgende Feststellungen:Dir Lebensmittelrationierungen und die Ankündigung, daß die Einfuhren von Lebensmitteln, Getränken und Tabak um 14 Millionen Pfund gefallen feien und die Preise dauernd steigen, haben Anlaß zur Sorge gegeben. Die Regierung sollte uns nur sagen, was wir tun sollen, und wir werden es tun; sie hat nur nötig zu sagen:Eßt mehr Marga­rine als Butter", und sie wird erstaunt fein über den Erfolg! Ebenso würden wir unseren Schinkengenuß einschränken und wenn nötig auch Sacharin anftatt Zucker nehmen. Im Zu­sammenhang mit dem Sacharinpatriotismus des Evening Standard" muß allerdings festgehalten werden, daß die Zuckererzeugung nach den Financial News" für 1939/40 mit etwa 500 000 Tonnen errechnet wird, was nur einem Dier- tel des heimischen Bedarfs entspricht. Der Rest müßte aus lieber fee kommen ...

Eine weitere interessante Erzeugungsziffer er­fährt man durch denPester Lloyd", der sich regel« mäßig aus England berichten läßt. Danach ist die englische ©etreibeernte 19 3 9 nicht gut ausgefallen. Zunächst ist die Anbaufläche seit 1938 von 1830 000 Acres auf 1681000 Acres zu- rückgegangen, weiter wurde am 1. September der Stand der Kulturen auf nur 88,9 v. H. einer Doll­ernte geschätzt.Diese Ziffern zeigen so schreibt derPester Lloyd", daß Enaland mehr als in normalen Jahr en auf di e Einfuhr

Marschkolonnen sowie Truppenlager und Ruhestel­lungen unternommen.

Nya Dagligt Allehanda" meldet, daß Hel­sinki Dienstag morgen um 11 Uhr wieder von russischen Bombenfliegern angegrif- fe n worden ist. Auf die Stadt selbst sind keine Bomben geworfen worden. Die Bomber griffen lediglich den Flugplatz an. Die finnische Luft­abwehr hat etwa eine Stunde lang auf die russischen Flugzeuge gefeuert. Weiter wird behauptet, daß aus den russischen Flugzeugen eine Reihe Fall­schirmspringer absprang. Auch Wiborg soll bombardiert worden sein und Abo ist eben­falls von russischen Fliegern überflogen worden, die jedoch keine Bomben abwarfen. Aus den Meldun­gen der schwedischen Presse geht weiter hervor, daß die finnischen Truppen in Nordfinnland in einer sehr schwierigen Lage sind, obwohl finnischerseits versucht wird, die Ereignisse, an der Nordfront als verhältnismäßig bedeutungslos dar- zustellen. Die Mitglieder der finnischen Regie­rung befanden sich am Dienstag nicht in Hel­sinki. Der finnische Reichstag wurde für Diens­tagabend in einer aus Sicherheitsgründen nicht ge­nannten Stadt Mittelfinnlands einberufen, wohin sich alle Regierungsmitglieder begaben.

Schwere Schädigung der holländischm Schiffahrt durch englisches piratrntum.

Amsterdam, 19. Dez. (DNB.) Im November sind in den Hafen von Amsterdam 155 See­schiffe mit einer Gesamttonnage von 861 000 Ton­nen ein gelaufen, während im November 1938 da­gegen 279 Schiffe mit insgesamt 1 694 000 Tonnen verzeichnet wurden. Die Schiffahrtskreise führen ständig Klage über die Störung des Schiffahrts­verkehrs durch die zeitraubende Untersuchung der Schiffe in den englischen Kontrollhäfen. So hat die Holland-Amerika-Linie, die bald nach Kriegsausbruch bekanntgab, daß sie nur noch La­dungen für bie niederländische Regie­rung annehme, ttotz dieses Ausschlusses privater 5r achten es nicht verhindern können, daß auch ihre Schifte nach wie vor lange Zeit in den Downs liegen müssen. Die Kapitäne mehrerer Schiffe, bie mit (Betreibelabungen auf Rechnung der niederlän­dischen Regierung unterwegs waren, haben über- einstimmeno berichtet, daß die britische Kontrolle trotz aller vorgelegten Beweise mehr als eine Woche Zeit benötigte, um bie Unvendächtigkeit die­ser Ladungen festzustellen. Der Gesamtaus- fuhrverkehr über bie niederländischen Häfen Amsterdam und Rotterdam ist im Oktober 1939 gegenüber dem Oktober 1938 eingehend von 1 690 685 Tonnen auf 182 814 Tonnen unb aus­gehend von 1 360 196 Tonnen auf 582 079 Tonnen zurückgegangen. Aus allen diesen Ziffern geht deutlich die ungeheure Schädigung der Heber» ländischen Schiffahrts- unb Ha senk reise durch Eng­land hervor. Die Holland -Australiern Li nie, bie H o ll and - Britts ch-Jndi en - Lini e und die Hollanb-Ost- asien-Linie haben im Hinblick auf die in der letzten Zeit stark geftiegenen Betriebskosten ihre Fracht­sätze erhöht. Es wird ein Kriegszuschlag auf aus­gehende Frachten in Hohe von 100 v. H. anstatt wie bisher 60 v. H. berechnet werden. Auch diese Maß­nahme bildet ein weiteres Beispiel für die katastro­phalen Auswirkungen der völkerrechtswidrigen dri- ttfchen Seekriegführung auf den Schiffahrts- unb Handelsverkehr der Neutralen.

Angriffe

auf die französische Zensur. Die Sozialisten fordern geheime Kammersitzung.

P a r i s , 20. Dez. (Europapreß.) Der sozialistische Parteiführer L6on Blum veröffentlicht imPo- pulaire" einen äußerst scharfen Angriff gegen bie Zensur, der durch die am Sonntag vorge­nommene gänzliche Streichung der Leit­artikel desPopulaire", desFigaro^ unb des Ordre" ausgelöst worden ist. Blum droht nun dem Informationsamt bzw. denkleinen Herren aus dem Hotel Continental", bie sich eine unerhörte Machtfülle angemaßt hätten, mit einemProzeß i n d e r K a m m e r". Aus dem Artikel Löon Blums sind neuerdings achtzehn Zeilen von der Zensur a e st r i ch e n worden, was Blum in einer Nach­schrift zu einem weiteren heftigen Ausfall gegen die Zensur veranlaßt.

DasPetit Journal" glaubt -u wissen, daß M-

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bie Handgranaten getötet; zwei andere fielen der Aufmerksamkeit des MG.-Schützen zum Opfer und wurden gleichfalls niedergemacht. Nach kurzer Zeit trat ein französischer Offizier mit erhobenen Händen aus dem Blockhaus heraus, gefolgt von mehreren anderen, teils verwundeten französischen Soldaten.

Der Kampf war eindeutig entschieden. Die ge­faulte französische Stützpunktbesatzung in Stärke von 1 Zugführer, 2 Korporalen unb 19 Mann war aus gehoben, 5 Franzosen waren getötet, und der Rest von 17 Mann wurde gefangen eingebracht. Ohne eigene Verluste kehrte der er­folgreiche deutsche Stoßttupp mit den Gefangenen in bie eigenen Linien zurück.

Schon am folgenden Tage sind bie Männer des Stoßtrupps nun vor Generaloberst von Witz­leben angetreten, der ihnen persönlich seine An- erkennung aussprechen will. Der Generaloberst lobt die ausgezeichnete Umsicht in der Beobachtung des Feindes während des Unternehmens, Er könne nur wünschen, daß alle Stoßtrupps in der Armee mit der gleichen Sorgfalt unb dem gleichen Erfolg ar­beiteten.Tragt die Auszeichnung mit Stolz", so sagte er,und bringt sie gesund nach Hause." Jeden einzelnen begrüßt er persönlich unb läßt sich genaue Einzelheiten berichten. Dann dankt er den Chefs der beiden Kompanien, aus denen der Stoßtrupp zusammengesetzt war, sowie dem Regimentskom­mandeur, der nun auch seinerseits noch eine freu- bige Ueberraschung für seine Männer bereithält. Unteroffizier Spitznagel wird wegen Auszeicknung vor dem Feinde zum Feldwebel beförbert, zwei der Gefreiten gleichfalls wegen Auszeichnung vor dem Feinde zu Unteroffizieren. Wieder tragen elf tapfere Soldaten der Westfront bas vom Führer gestiftete Eiserne Kreuz für Hervorraaende i kämpferische Leistungen. Dr. Fritz Meske.

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